Europa

Jan Hus

 

Jan Hus 1.07.1372, außen Verbrennung in Konstanz, 06.07.1415

Liebe Leserinnen und Leser,

innen das Geburtshoroskop des Magister Jan Hus, außen der Tag seiner Verbrennung in Konstanz, beides Mittags. Noch in meiner Gymnasialzeit wurde Jan Hus als ungebildeter Bauerntölpel und Emporkömmling verspottet, nach dessen tragischer aber unvermeidlicher Verbrennung in Konstanz der Pöbel halb Europa und alle Ordnung verwüstete. Tatsache ist: Hus war Rektor der Karls-Universität, beherrschte mehrere Sprachen in Schrift und Wort. Seine Forderung, auch dem Volk Brot & Wein zum Gottesdienst zukommen zu lassen, hatte in erster Linie den Charakter einer Armenspeisung: nicht sollten sich nur die Priester, fett vom Ablasshandel, vor dem Volk den Bauch vollschlagen: alle sollten zu essen und zu trinken haben. Er war einer der zahlreichen Gerechten, die immer wieder durch ihr Beispiel die Kirche in Rom zur Korrektur ihres eingeschlagenes Weges zwangen, indem sie nichts anderes taten, als auf die Worte des Evangeliums zu verweisen, dessen Übersetzung – weil gefährlich für die römische Cäsarenkirche – regelmäßig verboten wurde.

Immer wieder, wenn man das Neue Testament liest, fragt man sich auch heute, wie Rom die Schizophrenie seiner realen Macht, des Gold-Pomps und der Perversionen mit der Lehre des Jesus von Nazareth in Einklang bringen konnte. Wäre damals der Kaiser – Sigismund von Luxemburg (15.02.1368, Fische-geboren, wie sein Bruder Wenzel nach dem julianischen Kalender vor der Reform, beides Söhne Karls IV) – nicht wortbrüchig geworden und hätte zu seinem Wort des freien Geleits gestanden – Europa und die Welt sähe heute anders aus.

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“ … die Vorstellungen, die man an die Namen der Hussiten, Taboriten, Žižka, Prokop u. dgl. noch heut zu Tage gewöhnlich zu knüpfen pflegt, sind nicht nur unangemessen, sondern auch eines aufgeklärten Zeitalters unwürdig,“ schreibt der böhmische Historiker Franz Palacky 1873: „Man verschreit sie ja zumeist als bloße Aufwiegler, als rohe, ungebildete Fanatiker, die in gottloser Wuth alle Ordnung untergraben, alle Denkmäler der Civilisation ihres Zeitalters zu zerstören gesucht hätten u. dgl. Und doch lag nichts ihren Absichten ferner, als Angriff und Krieg; nicht sie waren es, sondern ihre Gegner, welche das Blutvergießen und die Greuel der Zerstörung provociert hatten; sie waren vielmehr die ersten in Europa, welche nicht um irdischen Besitzes, nicht um weltlicher Macht und Herrschaft willen, sondern zum Schutz der bedrohten höchsten Güter des Menschen, des Rechtes der Selbstbestimmung und Gewissensfreiheit nur nothgedrungen zu den Waffen griffen und einen furchtbaren langen Kampf gegen die ganze übrige Welt, die nichts Geringeres als ihre gänzliche Vertilgung beabsichtigte, nicht nur aufnahmen, sondern auch wunderbar siegreich durchführten.“ (Zitiert aus: Herbert Wimbauer, „Der Kelch der Ketzer im Herbst des Mittelalters“)

Die Geschichte der Kreuzzüge gegen Böhmen (als Reaktion auf den Aufstand in Folge von Hus` Verbrennung) – und deren unfassbares militärisches Scheitern – wurde bis dato erfolgreich aus den Geschichtsbüchern getilgt, obwohl ein unvorstellbarer Aufwand getrieben wurde.

Für die Gegenwart mag bedeutend sein, dass Tschechien immer noch das Land im Herzen Europas ist, wo Dinge der Freiheit und Selbstbestimmung letztlich verhandelt werden. Prag hat sich schon immer gewandelt, und es ist kaum vorstellbar, dass das gegenwärtige Verpuppungsstadium an diesem Wandlungsort das Letzte bleibt. „Noch ist die Gans nicht gebraten,“ ließ Hus (bedeutet Gans) in typisch tschechischem Humor seine Landsleute aus dem Kerker zu Konstanz wissen: im übertragenen Sinn gilt das auch heute noch – denn dieselben Kräfte, die damals um Freiheit im Geiste, Gleichheit vor dem Gesetz und Brüderlichkeit im Wirtschaftsleben gerungen haben, ringen auch heute noch in der selben Sache. Die aktuelle Form kollektiver Unterdrückung unterscheidet sich mit ihren hypnotischen Mitteln auch nicht sehr von den mittelalterlichen Gepflogenheiten, ist nur verschärft durch Technik. Aber wir sehen ja an den Gelbwesten in Frankreich, dass mitunter das Volk aus der Hypnose erwacht und ähnliche Forderungen vorbringt. Und: auch geistige Not in materiellem Überfluss ist eine Not.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S.: Jan Hus´ Horoskop ist uns erst seit 2015 durch einen Zufall: 13-Generation-nach-Jan-Hus bekannt geworden. Es weist die Steinbock/Krebs Signatur auf, die unsere Tage zu Neumond eben auch bewegt. Hus´ Neptun im Zeichen Widder bietet einen Vorgeschmack auf Neptun im Zeichen Widder ab April 2025 – der spirituelle Neubeginn, Kampfesmut. Saturn/Lilith/Chiron im Steinbock lässt kundige AstrologInnen aufhorchen!

Europa

Zdeněk Hřib (auf der Zeitmaschine)

Zdeněk Hřib, 21.05.1981 ohne Zeit, auf 12:00 Uhr gestellt!

 

Liebe Leserinnen und Leser,

herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Zdeněk Hřib ist Mediziner, Pirat und Oberbürgermeister von Prag. Zum Regenten prädestiniert ihn schon die Jupiter/Saturn Konjunktion im Zeichen Waage. Was bedeutet es für den Rest Europas, wenn ein Pirat, der einige Semester in Taiwan studiert hat, Oberbürgermeister in der Hauptstadt eines Landes Ist, das wohl zu Recht auf beste Geschäfte mit China hofft?

Zunächst mal bekommt Europa das gar nicht besonders mit. Es bemerkt die Lilith im Zeichen Skorpion dieses Piraten überhaupt nicht, seinen starken Merkur im eigenen Zeichen Zwillinge und die mächtige Konjunktion von Jupiter/Saturn im Zeichen Waage auch nicht. Brüssel ist – so macht es den Anschein – weiter weg, als Luxemburg unter den Luxemburgern – eine zentralistische Idee.

Ich liebe Europa, insbesondere die Reisefreiheit: aber mir sind diejenigen, die es gekapert haben und nun so tun, als wäre ihre undurchschaubare Bürokratie und ihre Lobbyhörigkeit der einzige Weg, während alle anderen, die vielleicht ein etwas anderes Europa wollen, wie z.B. Ulrike-Guerot, Antieuropäer wären, schwer erträglich.

Man weiß gar nicht mehr, wie man sie in ihrer Selbstgefälligkeit brüskieren kann – sie denken, sie hätten alles Recht der Welt – und brauchen eigentlich eine Psychotherapie. Stolz erzählen sie, dass das Europa-Parlament in vielen Fragen sogar heute schon wichtiger wäre, wie die nationalen Parlamente, während sie die Vernunft der Entscheidungen nicht in Frage stellen.

„Datenschutz“ wird sogar als Paradebeispiel Europäischer Zusammenarbeit gelobt, obwohl die neuen Gesetze die Monopole der Großen US-Player nur festigen und in Wirklichkeit keinen wirklichen Zugewinn bei den Urheberrechten gewähren. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Es ist eine interessante Mischung zwischen Metropole und Land, die hier in Böhmen zustande gekommen ist. Wie es den Anschein macht, erfüllt Oligarch aus Slovensko Andrej Babiš (02.09.1954) kaum eines seiner Wahlversprechen, er regiert in einer Minderheitsregierung, die Kommunalwahlen zeigten seine ANO-Bewegung jenseits des Zenits.

Nimmt man ihn (wie die Stadtregierung) beim Wort für den Prager Ring um die Stadt im Austausch mit einem neuen, etwas außerhalb gelegenen Regierungsviertel – eigentlich hatte man sich in Prag bewusst für eine lebendige Mischung von Gewerbe- Wohn- und Amtsgebäuden entschieden – wird er Jungfrau-knausrig – seine Abwahl bei der nächsten Gelegenheit dürfte liberalen Tschechen eine Genugtuung werden.

Die Piraten versprechen den gläsernen Staat – und ich wüßte nicht, welche Idee jemals besser gewesen wäre. Die offen zutage tretende Bipolarität der – nicht nur tschechischen – Realwirklichkeit – findet an der Moldau – wie so oft – einen besonders treffenden, aber auch im Grunde grotesken Ausdruck:

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Hier ein anderer, alter „Pirat“, der sich an der Moldau geschmacklich zuhause fühlte:

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Prag

Der Prag-Krimi 1: „Die Wasserleiche“

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https://www.daserste.de/unterhaltung/film/der-prag-krimi/sendung/der-prag-krimi-wasserleiche-100.html

Liebe Leserinnen und Leser,

ist natürlich hintersinnig, die „Wasserleiche“ mit einem Fische-Geborenen zu besetzen (Dirk Borchardt) der mit einer Neptun/Mars Konjunktion im Zeichen Skorpion (siehe Horoskop unten) tot von der Karlsbrücke geworfen wird. Das ist absolut passend, da hat er die Rolle des Lebens gefunden.

Grundsätzlich fragt man sich natürlich: warum erst jetzt ein Prag-Krimi? Nutzen doch die Amerikaner das Prager Film-Eldorado schon lange, wie eine Hollywood-Außenstelle, wofür es gute Gründe gibt: perfekte Kulisse, vorhandene Infrastruktur, cineastische Tradition, etc. Aber nun immerhin: werde also heute Abend ausnahmsweise mal TV gucken. Die Trailer lassen vermuten, dass kein Prag-Klischee ausgeklammert wird. Kollers tschechische Assistentin Klára Majerova spricht – wie man schon in der Vorschau hört – keinen tschechisch/deutschen sondern einen russisch/deutschen Akzent: aber so ein Detail wird sicher nur ganz wenigen auffallen, also geschenkt: wenn Tschechinnen Deutsch sprechen, fühlt man sich eher an einen französischen Akzent erinnert (nach dem Film: also, stimmt nicht, sie macht das sehr gut!).

Dass hier das Horoskop des Regisseurs Nicolei Rohde nicht drin ist, soll keine Missachtung sein, seine Daten sind einfach nicht im Netz zu finden: wer nicht will, der hat schon. Bekannt dafür, nur Qualität erster Sahne abzuliefern, ist der Kameramann Hannes Hubach aus Berlin.

Wer die unverkennbare Ähnlichkeit von Frau Schmeide alias Majerova mit Angela Merkel bemerkt, liegt nicht falsch: beide sind Krebs-geboren mit Uranus im Zeichen: wenn dermaleinst jemand (kommt ja meist bald nach Abgang) einen Film über Merkel machen will, sollte Frau Schmeide engagieren.

Und jetzt bin ich gespannt, ob ich den Krimi aushalte …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S.: hier sind keine Kommentare möglich, auch keine Follower wegen der neuen Datenschutzgesetze – mail (markustermin(a)gmx.de) bekomme und beantworte ich aber natürlich. Ich gehe mal davon aus, dass die Schauspielerhoroskope bei öffentlichen Geburtsdaten o.k. sind: sollte sich jemand auf den Schlips getreten fühlen, reicht eine kurze mail, ich nehm´s gerne wieder raus!

 

Roeland Wiesnekker 25.11.1967 alias Jan Koller

Gabriela Maria Schmeide 10.07.1967 alias Klára Majerova

Dirk Borchardt 24.02.1969 alias Frank Müller

Jaroslav Rudiš, 8. Juni 1972, Drehbuchautor

Hannes Hubach, 02.05.1969, Kamera

Europa, Zeichen

Berlin und große Fische

19.10.2018 11:46 Praha

Quelle: Radio Bremen, Logo zum Hörspiel „Der nasse Fisch“, Ali Ghandschi:

https://www.radiobremen.de/bremenzwei/sendungen/hoerspiel/der-nasse-fisch/

https://www.zeit.de/2018/42/wetterextreme-weltklimarat-klimawandel-unwetter

Foto Termin © „Grosse Fische“

Liebe Leserinnen und Leser,

Berlin ist bekanntlich dem Zeichen Widder zugeordnet, und Chiron, der verletzte Heiler oder heilende Verletzer, hat kurzzeitig vom Widder in die Fische zurück gewechselt. Das Anathema zu den Fischen ist die Jungfrau – und zur Jungfrau gehört Babylon. Die Serie, die auch heute noch über die Bildschirme flimmert, gucke ich mir nicht an – ist mir zu brutal, zu dunkel, zu depri – aber als Illustration der Zeitgeistbewegungen taugt sie durchaus, insbesondere dem Chiron, dem aktuellen Fische/Widder Grenzgänger. Chiron wechselte am 29.09.2018 rückläufig in die Fische zurück – und am 28.12.2018 wird er wieder in den Widder gehen. Neptun ist (sowieso) in den Fischen und dort rückläufig vom 19.06.2018 bis 25.11.2018. Oberes Horoskop ist auf den 19.10.2018 eingestellt, da hat Merkur aus dem Skorpion nicht nur ein exaktes Quadrat zu Mars, sondern auch das exakte (eingestelle) Trigon zu Neptun. Um diesen Tag herum können die Wasserzeichen den gesellschaftlichen Widerstand (gegen die angebliche Illusion einer Entwicklung) überwinden. Und Neptun ist das eigentliche Thema unserer Zeiten. Er wird von Pluto im Sextilzeichen unterstützt und hat bislang beispiellos für Auflösung und Verwirrung gesorgt, aber ganz gewiss nicht in den Bereichen, von denen die öffentliche Meinung glaubt, „where it´s at“. Nahezu alle öffentlich diskutierten Themen sind Scheinthemen. Nahezu alle Schwerpunkte des öffentlichen Diskurses Täuschungen. Durchschauen können das große hypnotische Nebel-Spiel zur Zeit nur 14° Fische-Geborene – aber auf die hört traditionell niemand (es sei denn, sie singen ein Lied) … :-) …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Europa

Großes Wassertrigon

 

Liebe Leserinnen und Leser,

gibt es kurz heute Abend, wenn Mond in Neptuns Orbis eintritt und wieder den bekannten Aspekt der Mutter Gottes bildet. Das Wassertrigon ist nicht ganz exakt. Es verbindet Neptun, Jupiter (schon sehr langsam und nur ein paar Tage vor seiner Direktläufigkeit) und die Sonne. Damit ist die Verbindung aller Wasserzeichen gegeben, also all dessen, was im Fluss ist, die erste Stufe der Beweglichkeit über dem Erdelement, in das sich das Lebendige verdichtet, um letztlich wieder über den Geist die Feuerleiter herunter zu verdichten.

Dieses Wassertrigon ist nur kurz zu haben und bildet ein Gegenthema zur Mars (rückläufig) und Merkur Opposition um die Mondknotenachse herum – zwischen Löwe und Wassermann – Merkur im Löwen bringt klare, eindeutige und selbstbewusste Entschlüsse, Überlegungen und Beweglichkeiten ins Spiel, während Mars …

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… in seiner Rückläufigkeit, die erst Ende des Monats zur Mondfinsternis (27.7.2018) ihren höchsten Wirkungsgrad erreicht haben wird – ein Prozess, der nahelegt, jede Lösung, die man jetzt – auch öffentlich – zu erreicht haben glaubt – vorläufig zu nennen gezwungen ist – das gesellschaftlich, freundschaftlich und freiheitlich „Kleingedruckte“ dagegen hält und mehrmals prüft. Merkur hat energetisch die Löwen-Venus Energie an seiner Seite, aber Mars bleibt lang und zäh zwischen Wassermann und später Steinbock (ab 13.08.2018) – aber auch Merkur wird im Löwen rückläufig (26.08.2018) und hält – auch wenn die Opposition schon lange vorbei sein wird, mit ganzer, vielleicht sogar listiger Berechnung dagegen. Mars will tun, machen, handeln, aber seine Rückläufigkeit macht aus seinem Handeln ein einziges Zögern. Nach Beispielen dafür braucht man auch im öffentlichen Leben nicht lange zu suchen. Merkur möchte denken und sucht im Löwen eindeutige, frohe und kreative Lösungen – beides unter einen Hut zu bekommen, wird Jupiter vorbehalten bleiben, wenn er ab 10. Juli wieder direktläufig und damit handlungsfähig ist, weil er die natürlich Mitte der anderen beiden fixen Zeichen bildet. Es werden also weise, tiefgründige und magische Lösungen sein müssen – und es wäre nicht unpassend, das aktuelle große Wassertrigon um lebendige, bewegliche und liebende Inspiration zu bitten …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Europa

Καιρός im Morgenrot

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Liebe Leserinnen und Leser,

endlich tut sich was im Land. Die FDP hat schon jetzt, außerhalb der Regierung, Politik gemacht. Was wird man weiter zulassen? Und vor allem, wie löst sich die Souveränitäts-Frage? Was bisher geschah:

Das Volk wählte am 24. September diesen Jahres ein neues Parlament. Da die SPD ihrer eigenen Leitung Meinung nach zu viele Stimmen für zu gute Politik verloren hat, denkt sie jetzt auch mal an sich, und nicht ans Land. Denn auch mal an sich denken ist bekanntlich auch wichtig, wenn´s dem Land gut gehen soll, schließlich ist man/frau als Partei auch Teil des Landes. Oder wie? Daraufhin kamen die Jamaika-Gespräche in Gang – frenetisch gewollt von unserer Presse, die jetzt fast so enttäuscht ist, wie nach der Wahl von Donald Trump. Ein paar Tage später erst hört die bürgerliche Presse auf, auf Lindner rumzupöbeln vom Übelsten: „Hätte sich wie ein kleiner Junge verhalten … “ (ZOn) – Boahhh … ?! Nun erst wird ihm – wahrscheinlich hat di Lorenzo von der ZEIT seine jungen Bluthunde zurückgepfiffen – Gelegenheit gegeben, sich rational zu positionieren: „Man hätte sich zum nützlichen Idioten gemacht“ – Und nun? Was bisher geschah:

Das Volk, der Souverän, hat gewählt. Die Parteien, Beauftragte der Wähler, finden aber keine Mehrheit, weil sich der „Junior-Partner“ SPD schmollend zurückzieht. Damit hat er die Souveränität an sich gerissen, der Schulz, vom Souverän, dem Volk. Stolz konnte man sich als Antifaschist vor die rechtsradikale andere Oppositionspartei stellen, deren Namen man nur in den Mund nimmt, wie wenn man Pistazienschalen ausspucken würde, salzig und klebrig. „Ihr habt uns abgewählt, Leute, wir haben verstanden.“ Umsetzung des Wählerwillens. What went wrong? Die Kanzlerin hätte ebenfalls den Wählerwillen respektieren müssen, zurücktreten als Parteivorsitzende und dann Kanzlerin to go.  Seehofer soll endlich den Stuhl räumen für unseren Franken. Damit den Weg freimachen für eine weitere große, aber verjüngte Koalition. Freude hätte geherrscht, wie nach dem Rücktritt des Papstes. Und nun ist Kairos verpasst, der hübsche junge Mann hat kein Vertrauen zum Matriarchat, sieht er doch in seinen unmittelbaren Vorgängern Opfer der alles verschlingenden großen weißen Göttin.

Francesco Salviati, Rom 1552/54

Spätestens jetzt war Καιρός vorüber – und ein cooler player namens Lindner hält durch sein „Nein“ die Souveränität des Wählerwillens weiter in der Hand. Kairos wäre gewesen, den jungen Mann als Engel zu erkennen, und ihm entsprechend einen Logenplatz in der Geschichte anzubieten. Gar noch mit Pluto im Sonnenzeichen und in Opposition zu Merkels Sonne: „Dis uan `im a´ true Killa, mon, me a tell ya´- ¡ Jo ! … “ würde man tatsächlich auf Patois im karibischen Jamaica gesagt haben, wo die deutschen Ereignisse mit Interesse verfolgt wurden – das hat sie nicht gemacht und daher die Lage völlig falsch eingeschätzt. Wie geht es weiter?

Folglich gibt es für Merkel nur noch eine Möglichkeit, souverän zu handeln: alle Optionen sonst sind von Lindner bestimmt: Neuwahl, Groko, selbst Schwarz & Grün, = alles. Es gibt also für Merkel gar keine Möglichkeit, von Lindner den Ball zurück zu bekommen, als allein das, womit sie ihn marginalisieren könnte: als souveräne Chefin einer schwarz/schwarzen Minderheitsregierung. Plötzlich sind wirklich alle Piraten. Und Lindner wäre ein gezähmter Lindwurm, das Matriarchat feiert Karneval, der Prinz wird durch Freundlichkeit geschluckt.

Das allein könnte – von der SPD mitgewählt – Merkel noch machen. Aber mal ehrlich – schafft sie das mit Saturn am AC? Ihre Erfahrung in Ehren, aber dafür braucht es eine gesellschaftliche Vision, die Bewusstwerdung der Gesellschaft. Es kommt die Zeit ohne „Mutti“. Daher doch kurz die GroKo – und dann Neuwahlen mit Vertrauensfrage: ein würdevoller Abtritt.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S. Auch in Böhmen findet eine zentrale Partei, die „populistische“ ANO („Ja“ – akce nespokojených občanů „Aktion unzufriedener Bürger“), obwohl sehr stark (30%), keine Mehrheit und keinen Koalitionspartner. Und man hält sich an die Ehre, zumindest nicht mit den Rechtsradikalen zusammen zu gehen. Gleichzeitig ist die Staatsanwaltschaft dabei, die Immunität des Wahlsiegers – ehemaliger Geheimdienstler und jetziger Oligarch – aufzuheben. Auch dort ist der Präsident – ein bekennender Alkoholiker – plötzlich Entscheider. Wenn Tschechien und Deutschland eine Minderheitsregierung hätten, würde das Interesse füreinander wachsen?

 

 

August, Europa, Prag

Kanzlerinnendämmerung Mondfinsternis

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Liebe Leserinnen und Leser,

hier geht es auf subtile Weise um den neuen König. Wer allgemein und individuell diese Rolle trägt. Der „angeknabberte“ Mond, der einen Teil der Sonnenkraft nicht spiegeln kann, wenn er vom Erdschatten daran gehindert wird, steht freilich im Zeichen Wassermann – und drückt somit irgendwo den Unwillen des Volkes aus – einerseits, weil das Volk sowieso eine Gemeinschaft ist und es zu den Paradoxien des Wassermann-Zeichens gehört, sowohl den Individualismus, als auch die Gemeinschaft zu repräsentieren, andererseits, weil er eben verdunkelt ist.

Da unsere Kanzlerin einen Wassermann-Mond hat und bei uns das Königs-Prinzip vertritt, gestatte ich mir trotz Venus/Venus-Transit ihrer Majestät ihren Abgang nach den Wahlen vorauszusagen. Als geschlagene Siegerin. Auf irgendeine Weise wird Schütze Schulz es doch schaffen, mit einer geflickschusterten Koalition.

Mag sein, es ist mein eigenes viele Planeten-in-Wassermann-Naturell, das mich gegen die gähnende Langeweile vorhersagbarer Wahlergebnisse anschreiben lässt. Vielleicht liegt es auch am Favoritentum, dem schon manches sicher geglaubte Wahlergebnis zum Schluss entglitten ist, wenn die Pythia des Volkes sprach.

Bislang hatte ich Angela Merkels Horoskop nicht aus der Perspektive der Mond/Sonnenfinsternisereignisse jetzt im August gesehen.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus