Mundan

Regulus in die Jungfrau

Bild: Nasa

Regulus – Astrowiki-de

30.11.2011 20:46 Nürnberg

Liebe Leserinnen und Leser,

das ist nun wahrhaft ein Jahrtausendereignis – und würdig der folgenden (und meines Erachtens schon deutlich spürbaren) Mondfinsternis. Denn Regulus, das Herz des Löwen, wechselt eben ins Zeichen Jungfrau.

قلب الأسد  轩辕十四 – Regulus – der sich sicher viel bewegt und eigentlich aus vier Sternen besteht und zu unserer Milchstraße gehört – also ein nächster Sonnennachbar ist und sicher eine andere Menschen-Zivilisation birgt – wechselt insofern in die Jungfrau, als daß er unser normales, fantastisches, westliches (und damit ursprünglichstes und fortgeschrittenstes System) nunmehr seit heute im ersten Grad Jungfrau inspiriert. Hier zeigt sich auch der Unsinn, der so gern und oft über die „Sternzeichen“ erzählt wird; sie seien nicht kongruent wegen des Erdkreisels im platonischen Jahr, etc., die sogenannte Präzession. Denn auch der Fixsternhimmel, der sich so oder so über lange Zeiträume völlig verändert – zieht durch die 12-zahlige Einteilung unseres unverrückbaren Tierkreises, wie die Planeten, nur gewissermaßen von der anderen Seite aus.

Ob es die Präzession wirklich gibt, oder aber eine „Trepidation“, ein Pendeln, oder aber noch etwas ganz anderes, davon haben seit Tycho Brahe – denn solange ist es her, seitdem jemand dazu zu argumentieren versuchte, die Astronomen keine Ahnung. Ein Privatgelehrter, Karls-Heinz Homann, bezweifelt eine beweisbare Evidenz der Präzession und glaubt, unsere Sonne rotiere um den Sirius:

BRI | Sirius Research Group

Aber das nur am Rande: Regulus in der Jungfrau (so hoffe ich!) wird uns die Zeit des cleaning-up unserer Welt bringen: nicht mehr die Selbstherrlichkeit des Königs regiert, sondern die Nützlichkeit. So können wir aufräumen, was wir (vor allem in den letzten 300 Jahren) versaut haben! But not only that – die Dinge ihrer geistigen Position nach einordnen, das ist die Aufgabe der Jungfrau, mag man auch widerstreben, sie schafft das, auch wenn der Sinn außerhalb dieses Zeichens zunächst nicht schlüssig ist. Und das setzt Weisheit voraus – selbst gefundene oder durch gute Geister gesteuerte. Möge dieser Mars-Jupiter Stern uns dafür Zeichen am Himmel werden!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Mundan, Personen

Die Krebs-Aszendenten suchen neue Lebensaufgabe

Liebe Leserinnen und Leser,

im Hintergrund sehen wir die Kuppeln des Passauer Doms, eine Station meiner kleinen Reise heute. Pünktlich zum Venus-Pluto Aspekt – wer meine Wochenschau gesehen hat, kann diesem Hinweis folgen – fluten die wichtigsten Zentralbanken* der ganzen Welt den Markt mit Bargeld, wie es so schön heißt. Passau ist – mittelalterlich – dem Skorpion zugeordnet, und so passt dieses Bild plutomäßig wenigstens ein bischen.

Fotos Termin ©

Dieses Bild vom Kaffee unterwegs unten hat mehr etwas mit Neptun zu tun: …

… Neptun scheint es auch zu sein, der die Krebs-Aszendenten irritiert, denn bei einigen KlientInnen und Freunden höre ich sehr ähnliche Sätze, eine Art Verunsicherung, ob der für sicher gehaltene Weg der richtige sei, eine bislang für sie ungeahnte Desorientierung (Kaffee wird – teilweise zumindest – auch dem Neptun zugeordnet).

Bei vielen Krebs-Aszendenten wird das Haus 10 – das Haus der Lebensberufung – von den Fischen regiert, und da Neptun nun endgültig volle Kraft voraus in die Fische stürmt – und Chiron sie gar nicht verlassen hat – braucht es einen ganz neuen Sinn für die Lebensorientierung, die bei Krebs-Aszendenten (wenn Fische Haus 10 regiert) nur in die Selbstlosigkeit führen kann – unterstützt richtungsmäßig durch Haus und Zeichen, wo der Fische-Herrscher Neptun steht.

Steht also z.B. Neptun in Haus 5 im Skorpion (eingeschlossen vielleicht sogar?!) – dann wird die Lebensaufgabe zur kreativen Herausforderung.

Das geht auch – dumm ist nur, wenn materielle Ansprüche (siehe „Bargeld-Flutung“) dem zu sehr im Weg stehen. Aber auch anderes ist denkbar – festhalten an einem unbedingten und rein Ego-zentrierten kultuerellem Konzept (Schriftsteller) – wobei es schwer sein kann für die Krebs-Aszendenten – dieses überhaupt als Ego-zentriert zu erkennen. Der Astrologe kann das von außen gut erkennen – ob er´s bei sich selbst auch schafft, ist wieder eine andere Frage!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

* Wir leben übrigens in der Illusion, die Zentralbanken seien eine staatliche Institution. Forscht man ein wenig nach, stellt man fest, daß das nicht stimmt: sie sind im Privatbesitz. Es sind also unbekannte „Marktteilnehmer“ die den Markt mit „Geld fluten“ – wellcome to Neptune´s world.

Mundan

Eisenbahn in Deutschland

Innen 07.12.1835 08:30 LMT Fürth, außen 27.11.2011 12:00 MEZ

Fotos Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

für die Eisenbahn in Deutschland kann obiges Horoskop gelten, die erste Fahrt von Fürth nach Nürnberg. Gerade vorhin war ich in Fürth, allerdings mit dem Rad.

Hier sind ein paar Szenen des Denkmals, das an der Fürther Straße in Nürnberg zu Ehren dieser ersten Strecke errichtet ist. Das Motiv zeigt rührig die Vergangenheit, die Pferde-Postkutsche! Gute alte Zeit …

… aber auch nicht für alle. Jedenfalls ist oberes Horoskop großartig angesprochen. Steht doch der Mondknoten genau über der Schütze-Sonne in Haus 12 – großer Reisebahnhof – und Saturn genau Spitze MC – es lohnt sich also, dieses Horoskop weiter zu beobachten, insbesondere, wenn Merkur und Jupiter jeweils wieder ihre aktuelle Position innehaben werden. Stuttgart ist dazu noch eine Schütze-Stadt laut Zuordnung des Mittelalters (nach v. Schierstedt). Saturn steht in Haus 10, Haus 2 wird von 10 regiert (und aus Haus 2 selbst) = Bundeseigentum. Die Volksabstimmung stellt den ursprünglichen Entschluss – zu bauen nämlich – wieder her – insofern die Rückläufigkeit erklärlich. Doch es ist ein Streit um die Finanzierung vorprogrammiert – weshalb der Bahnhof Stuttgart uns noch lange beschäftigen wird. Davon abgesehen ist das aktuelle Mondell mit den Lichtkuppeln im Park zumindest von oben häßlich, futuristisch, nicht Landschafts-verbunden.

Wer es mit der Energiewende ernst meint, sollte – wie die Piraten – kostenlosen öffentlichen Verkehr einführen, das wär doch mal was – anstatt Kleinwagen zu verschenken um Opel zu retten (die immer noch rote Zahlen schreiben, zahlt das jetzt GM? Oder geht´s nur um Steuerabschreibung?) …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Personen

Praxis: Jupiter in Haus 10 – und nun?!

Foto Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn Jupiter durch das Haus 10 zieht, ist das eine sehr gute Gelegenheit, sich beruflich zu verwirklichen. Hat frau/man Jupiter in Haus 10 laufend, wie wir Astrologen sagen, also zum Beispiel zur Zeit die Löwe- oder die späten Krebs-Aszendenten, dann ist diese Zeit sehr günstig für die Verwirklichung der Lebensberufung.

Nun klagt eine Klientin, im Feuerzeichen geboren, sie wäre in einer extrem chaotischen Situation – betreffend Job und Arbeit – gerade sei ihre soziale Tätigkeit noch innert der Probezeit abgebrochen worden, worüber sie auch froh sei. Es dauert eine ganz Weile, bis ich von ihr erfahre, was ihr wirklicher Lebenstraum bislang war. Zunächst sind die Bedrängnisse der Wirklichkeit so beängstigend für sie, daß wir gar nicht darauf zu sprechen kommen können. Doch schließlich fällt ihr ein: „Ja, wenn, dann wollte ich im Alter von 3 Jahren mal Opernsängerin werden.“

Das ist also ihre Lebensberufung, Opernsängerin. Es dauert nochmal eine ganze Weile, bis ich sie davon überzeugen kann, ohne Umwege sofort ihr Ziel anzustreben, denn das ist Jupiter in Haus 10!

Sicher kommt es jetzt noch darauf an, wo jeweils die Herrscher des Aszendenten, in diesem Fall Mond und Herrscher des Medium Coeli (Mars/Venus) stehen, damit wir wissen, wo genau in welchem Feld sich die Lebensberufung verwirklichen kann. In vorliegender Begegnung ist aber sowieso die Widder-Sonne stark beim MC gewesen, so daß klar war: diese Frau lebt mehr zur Verwirklichung, wie viele andere, aber sie praktiziert de facto das komplette Gegenteil davon, ganz an der Berufung vorbei; und Jupiter ist nicht Saturn – er zwingt nicht zum Glück, man/frau muß es ergreifen. Doch genauso begegnen wir Menschen, denen sich die Berufung im Horoskop und im Leben erstaunlich kongruent von selbst fügt!

Hier gilt es einfach die entsprechende Begabung zu finden und klar zu benennen: eine Sonne im Haus 5 – um ein anderes Beispiel zu nennen – Stier erste Dekade! – ruft an, weil im Augenblick nichts geht.  Büro-Job, Zwangspause, Suche nach Orientierung. Natürlich kann sie sich im Büro nur wenig kreativ betätigen. Aber sie kann sich Ruhe geben, solange Jupiter rückläufig ist, und erst zum Jahreswechsel zuversichtlich darauf vertrauen, daß sie ihre Richtung finden wird; kein Druck, nützt bei Stieren dauerhaft nichts.

Und – es sollte was Kreatives sein, der Büro-Job wird sie auf Dauer nicht glücklich machen. „Kreativ – was ist das?“ … genau, schon denkt man/frau, frau/man darüber nach …

Die liebe Widder-Frau von oben wird auch nicht gleich Opern-Sängerin. Aber sie geht auf die Suche nach einem netten Chor und fängt mal an zu singen: so ließen sich selbst richtige Probleme indirekt oft besser lösen, oder überhaupt erst … Astrologie ist ein fantastischer Kompass!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

28.11.2011 20:55 Nürnberg

Astrologie

Chariklo – Χαρικλώ

Liebe Leserinnen und Leser,

Χαρικλώ, zwei männlichen Wesen zugeordnet, dem Zentaur Chiron und dem Hirten Eueres, mit dem sie auch den blinden Seher zum Sohn hatte, Teiresias. Es kam so: Teiresias erblickt Athene beim Bad und wird dadurch blind, die Göttin Athene ist zornig. Chariklo bittet ihre Freundin Athene darum, dies rückgängig zu machen, doch es war unmöglich. Da Chariklo ihr aber wichtig ist, reinigt Athene Teiresias stattdessen die Ohren, sodass er die Vögel verstehen kann und gibt ihm einen Stab, um sich darauf zu stützen.

Χαρικλώ ist völlig unerforscht, soweit ich weiß, natürlich hat aber Zane B. Stein bereits ein paar Sachen herausgefunden, mal gucken, ob ich´s finde.

Daß Teiresias Sehertum einherging mit dem Verständnis für die Sprache der Vögel, rührt auch daher, daß die Menschen bis vor etwa dreihundert Jahren noch ganz selbstverständlich davon ausgingen, daß die Vögel tatsächlich eine intelligente Sprache haben; der Biologismus darwinscher Prägung hatte noch keine Ausschließlichkeit des Weltverstehens beansprucht, er machte später aus Vogelstimmen Balzrufe und Revierabgrenzung, aber zu Teiresias Zeiten war er noch nicht ge- oder besser: erfunden.

Für die astrologische Bedeutung dieses Asteroiden unten den Zentauren (zwischen Jupiter und Neptun) spricht der Davidstern im Aspektgebilde des Entdeckungshoroskops, welches wir zuerst sehen, hier im ersten Horoskop. Das zweite ist nochmal genau dasselbe ohne Aspekte, dafür aber mit meiner Aspektscheibe auf die Mars/Saturn Opposition eingestellt, die Opposition Mond/Pluto und das genaue Verhältnis von Mars zu Uranus, der wiederum – auch sehr exakt in Konjunktion mit Jupiter im Wassermann, also im Geist(es)zeichen steht. Das Horoskop ist dasselbe, aber nun erkennen wir die Qualitäten der Aspekte:

Jupiter befindet, wie auf befreiende Art (Uranus) im Zeichen der Technik (Wassermann) der Gegensatz zwischen Mars und Saturn überwunden wird, die in Waage und Widder stehen, das Tor des Neuen, Nordknoten in der Nähe, aber im Zeichen Jungfrau. Mond in Zwillinge übernimmt das Schütze-Haus 9 – Weisheit wird Wissen …

Ich brauche nicht extra auf das unglaubliche Haus 5 des Horoskops hinzuweisen, Saturn und Südknoten in Haus 7 und Lilith von Haus 12 – im Löwen, der kollektiven Ebene.

Also ich glaube, dieses Horoskop lohnt sich mal – Chariklo genau in die Beobachtung aufzunehmen: für jetzt steht sie ja im Schützen am Neumond! Sie wohnt im Löwen in Haus 11 – roter Faden einer neuen, post-patriarchalen Astrologie. Mit Chiron hat sie die Tochter Ocyroe, der laut Ovid die Verwandlung in eine Stute widerfährt, wohl wegen Chiron, dem Vater: „Ich verwandle mich in eine Stute, eine mir verwandte Gestalt. Doch warum ganz – in equam cognataque corpora vertor, tota tamen quare?“ Ovid, Metamorphosen, Zweites Buch, 664).

„Warum ganz?“ fragt die Tochter Chariklos: Ocyroe, weil Vater Chiron doch auch nur halb equus – Pferd war. Verwandelt wird sie aber wegen der Kunst der Weissagung, einer Art Übertretung: „Lieber hätte ich die Zukunft nicht gewußt“ – so sieht es jedenfalls Ovid – sie wäre nicht zum Pferd geworden – als hätte die Natur einen eigentümlichen Sog zurück – den Reiz der Wildheit auch.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Die Nymphe (Edouard Steinbrück, *02.05.1802)

http://www.melaniereinhart.com/melanie/Chariklo.htm

Chariklo – Astrowiki-de

Chariklo 2012 Sternenlichter – sehr subjektiv – danke für die Inspiration …

Innen (auch obere beide): 14.02.1997 19:51 Tucson, außen 25.11.2011

Poetry

Sonne im Schützen

Der Sturz des Phaeton in Eichstädt in der Fürstbischöflichen Residenz. Foto © Termin

Liebe Leserinnen und Leser,

Schütze ist das Zeichen des Zeus, des Blitzeschleuderers, wie wir ihn hier im Gemälde sehen unten rechts. Neben ihm steht Merkur, deutet mit seinem „Zauberstab“ auch Richtung „Phaeton“, der Sohn des Phoebus Appolon, der Sonne sein soll, und recht eigentlich dürftig verschleiernd die Sonne selbst ist. So ist er auch gemalt, er stürzt im Bild selbst, die Schulter an einer dunklen Wolke, und das Licht im Rücken. Dabei ist der goldene Wagen die Identität mit dem Licht unserer Sonne. Neben Merkur kann man in Konjunktion – sie werden von einer geisterhaften dritten Person gehalten –  auch Venus finden, wir erkennen sie daran, daß sie nackt ist. In Konjunktion – im erweiterten und richtigen Sinne im Zeichen Schütze sind sie jetzt auch. Für mich am bemerkenswertesten an diesem Barock-Horoskop ist die Kraftübertragung von Zeus/Jupiter zur Sonne, die durch den fallenden Goldwagen mit-symbolisiert ist. Die Alten waren also tatsächlich der Meinung, daß der kleine Jupiter Kraft und Einfluss über die riesige Sonne hätte. Das ist das Bemerkenswerteste. Und natürlich die Sage selbst. Es ist klar – allein schon, wenn wir an die Blitze = Elektrizität denken, daß hier die Sonnenzyklen bekannt waren, jene ca. 12 Jahre währenden Runden einer Kraft-Kommunikation zwischen Sonne und Erde (und allem anderen im Sonnenradialfeld), die durch die Aurora Borealis und alle Auroren im Kosmos sichtbar für unsere Sinne mit der veränderten/verstärkten „Sonnenkommunikation“ gebracht werden kann.

Bild: Nasa

Weiter gilt dem Inhalt der Sage dieselbe Aufmerksamkeit, wie dem Herodot-Zitat vor zwei Tagen: wieder wird von einem kosmischen Ereignis berichtet in dem Gemälde nach dem Vorbild der Mythologie. Und wieder geht es um einen veränderten Sonnen-Rhythmus, eine Störung des Bahnverlaufs, aber Zeus, der Blitzeschleuderer, hält in verbundenem Gleichgewicht die Sonne in Wahrheit fest.

Bekannt ist eine Deutung, wonach ein Meteoriten-Einschlag memoriert wäre: aber das hieße, das Bild zu mißdeuten: wenn Apollon (oder sein Sohn) Phaeton „stürzte“ in den alten Sagen, dann gerade der, und nicht etwas anderes. Also ein zweiter deutlicher Hinweis auf verborgene Rhythmen. Für das Sonnen-Ingres -Horoskop im Zeichen Schütze sehen wir Neptun und Chiron in Haus 10 und Zwillinge aufsteigend, aber auch den Südknoten am AC, es geht also auch um vergangenes Karma und Täuschung!

Sonne Quadrat Chiron passt jedenfalls zum Gemälde!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Sonne Schütze 2011 Nürnberg 17:08

„Nahe grenzet das Haus, wo er aufsteigt unserem Lande: unde oritur, domus est terrae contermina nostrae … “ (Ovid, Metamorphosen).

Denn: das Gemälde steht still, und so dynamisch-Schütze-mäßig* es insgesamt daherkommt, es ist ein eingefrorenes Bild höchster Dynamik. Und doch steht es geheimnisvoller Weise still.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

* Im Pathos, sein Ausdruck ist Pluto = Skorpion- (Und Neptun vielleicht)!

Fotos, Poetry

Fischer: Mars in Jungfrau

Fotos Termin ©

Es handelt sich um in der Pegnitz versenke Fahrräder, die sie aus einem 200 Meter langem Flußabschnitt in der Gegend des Westbads rausgefischt haben, ein zweiter Container daneben ist genauso voll gewesen. Als hätte ein Fahrradfischer die Räder erlöst und gesammelt. Chiron in den Fischen: die Räder sind alle kaputt.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

2012

Mars/Pluto Trigon

23.11.2011 15:06 Nürnberg

Liebe Leserinnen und Leser,

obige Darstellung soll angeblich „Bolon Yoke´K´hu“ sein, von dem die Maya mit ihrem unglaublich präzisen Kalender glaub(t)en, er werde am Ende ihrer Zähl-Zeit, also – más o menos nächstes Jahr –  zurückkehren. Dazu passend wird bei uns die Relativitätstheorie obsolet.

Ich habe in der Zwischenzeit einiges an Maya-Folklorisierung gelesen (initiiert durch Jose Argüelles), gegen die ich vor allem wegen der Grausamkeit der Opferriten erhebliche Bedenken habe.

Mir sind zusammenfassend wegen des Maya-Kalenders im Grunde genommen nur einige ganz wesentliche Fragen/Feststellungen hängen geblieben, die ich euch hier mitteilen möchte:

1. Der Maya-Kalender ist ein astrologischer Kalender. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Rhythmus Venus/Erde = 8/13, woraus sich der Festzyklus von 52 Jahren = 1/2 104 = 13 mal 8 ergibt. Der Kalender „funktioniert“ ebenso, wie Bach´s barocke Musik: mittels des Versuchs/Betreibens,  die Welt harominkal zu strukturieren: zu dem Zweck (wie ich glaube), Sicherheit zu gewinnen.

Und zwar – bei den Maya – anhand von Venus-Sonnen Konjunktionen/Rhythmen: vielleicht, weil zu dieser Zeit keine Besuche ihrer grausamen „Götter“ möglich waren (die hintere Konjunktion)?!

2. Bezieht sich der Kalender irgendwie auf kosmische Rhythmen, die uns bisher unbekannt sind? Mit anderen Worten: datiert sein Beginn – Pluto stand 3113 a. Chr. auf 22:54 Grad Steinbock – irgendwie auf einen Rhythmus des planetaren Systems, der uns bislang verborgen geblieben ist?

Hierzu möchte ich nochmals ausführlich Herodot zitieren, jenen hellenischen Ägypten-Reisenden, der uns eine detaillierte Beschreibung des Glaubens- und Sittensystems der Ägypter der vor-alexandrinischen Zeit hinterlassen hat. In Buch II (140 ff) über die Geschichte der Menschen und Götter findet sich folgender Absatz:

„In einem Zeitraum von elftausenddreihundertvierzig Jahren haben nur menschliche Könige, nicht Götter in Menschengestalt, in Ägypten geherrscht. Ja auch bei den vor und nach diesem Zeitraum lebenden Königen sei es nicht anders, meinten sie.

Während dieser Zeit sei die Sonne viermal (nicht) an ihrem gewohnten Ort aufgegangen. Wo sie jetzt untergeht, dort sei sie zweimal aufgegangen, und wo sie jetzt aufgeht, sei sie zweimal untergegangen.

In Ägypten hätte sich dadurch nichts verändert,“ so der Bericht der Hephaistos-Priester , „weder in Bezug auf die Pflanzenwelt noch in Bezug auf die Tätigkeit des Flusses, weder in Bezug auf die Krankheiten noch in Bezug auf den Tod der Menschen.“

Und weiter:

„Vor diesen Menschen allerdings hätten Götter über Ägypten geherrscht, die zusammen mit den Menschen gelebt; und einer von ihnen sei immer der Mächtigste gewesen.“

Handelt es sich bei diesem Bericht um eine Märchen-Erzählung der ägyptischen Priester? Gewiss nicht; wer die Religion der alten Ägypter nur einigermaßen durchschaut, wird verstehen, daß sie gar nicht lügen/fabulieren konnten.

Wir müssen also davon ausgehen, daß es tatsächlich kosmische Rhythmen gibt, die wir noch nicht kennen, und ich gebe zu, ich wünschte zutiefst, wir würden 2012 ein solches, von den alten Priestern beschriebenes kosmisches Ereignis bekommen, denn es wäre wohl das einzige, was die Menschheit zum Umlenken bewegen könnte in ihrem wahnsinnigen Crash-Kurs gegen die eigene und die Welt-Natur.

Wie es allerdings möglich sein sollte, daß die Sonne/Erde Relation sich absolut folgenlos umkehrt, dazu habe ich im Augenblick noch keine Idee. Wobei hervorgehoben werden muss, daß es eben schon von den Priestern bemerkenswerterweise hervorgehoben ist, wie als hätten diese Priester, die doch angeblich noch geozentrisch dachten, gewußt, daß gemäß der Erwartungshaltung ihrer Rezipienten eigentlich eine Sintflut mit solchen kosmischen Bewegungen einhergehen müßte … jedoch nichts dergleichen:

„In Ägypten hätte sich dadurch nichts verändert, weder in Bezug auf die Pflanzenwelt noch in Bezug auf die Tätigkeit des Flusses, weder in Bezug auf die Krankheiten noch in Bezug auf den Tod der Menschen.“

3. Ich bin davon überzeugt, daß der 360-Tages Kalender, der sogenannte Haab, nur Sinn macht, wenn die Erde tatsächlich einmal in 360 Tagen um die Sonne lief (die zusätzlichen 5-komma nochwas Tage werden in allen Weltkulturen als Fremd-Ergänzung betrachtet und kultisch „bedient“, eventuell bevor sie sich den Mond zu ihrer Begleitung einfing. Das könnte – folgt man den Ideen von Helmut Friedrich Krause – tatsächlich erst in geschichtlicher Zeit passiert sein. Und wenn der Tzolkin, der 260-Tages Kalender nicht auf dem Erd/Venus Rhythmus basiert, wäre er unter Umständen die noch ältere Kalender-Variante, die auf einem anderen kosmischen Ereignis fußt (oder eben – viel tiefer und wahrscheinlicher in der Zeit – der Lauf der Erde um die Sonne ohne Mond). Mit anderen Worten: ich glaube, die verschiedenen Zeiträume der drei Kalender beruhen jeweils auf zeitlich gestaffelten kosmischen Großereignisssen, welche die Maya mittels ihres Kalender-Berechnungssystems miteinander in Bezug zu bringen trachteten.

4. Was nun „Bolon Yoke´K´hu“ betrifft, so ähnelt er – wie ich finde – Spielbergs Monstern in „Aliens & Cowboys“ und kann nur, wie ich meine, aus der habitablen – der wasserflüssigen Zone – im Kosmos stammen, meines Erachtens von der Venus. Seine Rückkehr möge der kosmische Christus bannen: hat er schon, glaube ich.

5. Die Maya hängen viel enger mit unserer Astrologie und unseren Tierkreiszeichen zusammmen, als bisher bekannt. Ihre Sprache ähnelt auf sehr merkwürdige Art dem uralt-hochdeutschen (wesentliche Wörter wie „Wasser“, „Axt“, „Fluss“ etc.), und es ist bekannt, daß die Himmelsscheibe von Nebra eine Navigation preisgibt, die sich gut mit den zyklischen Besuchen (jeweils zu Saturn im Stier) auf den karibischen Inseln verknüpfen läßt. Thor Heyerdahl hat gezeigt, daß unsere Steinzeit-Vorfahren Weltreisende waren, und Plutarch („Das Gesicht im Mond“) berichtet davon ganz konkret.

Soweit die aktuellen Verknüpfungen …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Personen

Heinrich von Kleist

Liebe Leserinnen und Leser,

ich habe heute nicht so viel Zeit, mich intensiv mit Kleist zu beschäftigen, aber sein Horoskop will ich gerne hochladen (und Kleist selbst zu Wort kommen lassen).

Zwei Sachen finde ich besonders bemerkenswert, deshalb habe ich – obwohl Kleist lange im Jenseits ( … und vielleicht lange schon wieder inkarniert … ) ist – auch die Transite für das heutige Datum eingestellt. Da sehen wir: Saturn steht genau über seiner Sonne, Neptun und Chiron: Täuschung und Lüge im negativen Fall – kommen ihm entgegen. Eine faire Betrachtung kann er nicht erwarten.

Unten dann das Horoskop des Todestages mit Pluto rückläufig exakt an der Spitze zum Haus 8 in Verbindung mit dem Südknoten. Das ist astrologisch eindeutig und wird immer wieder gefunden (wenn auch in anderen Variationen, die ich mir einzeln aufzuzählen spare).

Innen Heinrich von Kleist: 18.10.1777 01:00 Frankfurt an der Oder, außen heute 21.11.2011

Innen Kleist, außen Todestag 21.11.1811

Ich bin kein Freund des Theaters, es langweilt mich über alle Maßen, ich mag lieber den Film. Und so kenne ich Kleists Stücke nicht. Aber niemals habe ich – außer vielleicht bei Thomas Pynchon oder Thomas Mann – etwas Eindrucksvolleres gelesen, wie die Novelle „Michael Kohlhaas“. Ich kann nur jeder/jedem empfehlen, diese Erzählung – auch und gerade vor dem Hintergrund der auf uns zu kommenden Revolutions-Konstellation (Pluto im Wassermann/Uranus im Löwen) gründlich zu verinnerlichen. Das ist keine Literatur, sondern eine berichtete Dynamik, die einem den Atem anhalten läßt. Auch und gerade im Sinne der „occupy“-Bewegung, die hier in Deutschland besonders zahm ist.

Doch alles, was uns in gegenwärtiger und absehbarer Zeit an nachhaltiger Veränderung gelingt – und bisher ist alles bloß pseudo: Umwelt, Finanzen, Freiheit – trägt dazu bei, kommende Revolution „abzuflachen“ – und am besten, sie findet überhaupt nicht statt – denn es gibt nichts Schlimmeres, wie der plötzliche Ausbruch entfesselter und gewaltbereiter Massen, die nach Gerechtigkeit hungern. Hätten unsere führenden Köpfe doch Mumm und Weisheit genug, den ein oder anderen großen Wurf zu wagen. Doch das ist nicht leicht – im Grunde macht Kanzlerin Merkel in Anbetracht der Umstände und Blödigkeiten allenthalben sogar einen guten Job.

Nachtrag 22.08.2021 – wie naiv man doch war – der „große Wurf“ entpuppt sich als phantasielose Tyrannei.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S.: Kleist gehört zur „Pluto in Steinbock“-Generation, wie jetzt eben auch. Merkur/Sonne drittes Haus zeigt wieder, was Hans Wollschläger gern zum Mantra erhob: „Leute, die schreiben, sind Menschen, denen das Schreiben schwerfällt“. Kleists Problem ist Chiron Haus 9 – Veröffentlichung ist nicht leicht und Mars, der Hausherrscher, steht nicht öffentlich, sondern versteckt in Haus 4, sein Dispositor Jupiter in Haus 12. Auf lange Sicht aber nützt es dem Vaterland (Haus 4) und der Welt (Haus 12).

„An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Roßhändler, namens Michael Kohlhaas, Sohn eines Schulmeisters, einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit. – Dieser außerordentliche Mann würde, bis in sein dreißigstes Jahr für das Muster eines guten Staatsbürgers haben gelten können. Er besaß in einem Dorfe, das noch von ihm den Namen führt, einen Meierhof, auf welchem er sich durch sein Gewerbe ruhig ernährte; die Kinder, die ihm sein Weib schenkte, erzog er, in der Furcht Gottes, zur Arbeitsamkeit und Treue; nicht einer war unter seinen Nachbarn, der sich nicht seiner Wohltätigkeit, oder seiner Gerechtigkeit erfreut hätte; kurz, die Welt würde sein Andenken haben segnen müssen, wenn er in einer Tugend nicht ausgeschweift hätte. Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.

Er ritt einst, mit einer Koppel junger Pferde, wohlgenährt alle und glänzend, ins Ausland, und überschlug eben, wie er den Gewinst, den er auf den Märkten damit zu machen hoffte, anlegen wolle: teils, nach Art guter Wirte, auf neuen Gewinst, teils aber auch auf den Genuß der Gegenwart: als er an die Elbe kam, und bei einer stattlichen Ritterburg, auf sächsischem Gebiete, einen Schlagbaum traf, den er sonst auf diesem Wege nicht gefunden hatte. Er hielt, in einem Augenblick, da eben der Regen heftig stürmte, mit den Pferden still, und rief den Schlagwärter, der auch bald darauf, mit einem grämlichen Gesicht, aus dem Fenster sah. Der Roßhändler sagte, daß er ihm öffnen solle. Was gibts hier Neues? fragte er, da der Zöllner, nach einer geraumen Zeit, aus dem Hause trat. Landesherrliches Privilegium, antwortete dieser, indem er aufschloß: dem Junker Wenzel von Tronka verliehen. – So, sagte Kohlhaas. Wenzel heißt der Junker? und sah sich das Schloß an, das mit glänzenden Zinnen über das Feld blickte. Ist der alte Herr tot? – Am Schlagfluß gestorben, erwiderte der Zöllner, indem er den Baum in die Höhe ließ. – Hm! Schade! versetzte Kohlhaas. Ein würdiger alter Herr, der seine Freude am Verkehr der Menschen hatte, Handel und Wandel, wo er nur vermochte, forthalf, und einen Steindamm einst bauen ließ, weil mir eine Stute, draußen, wo der Weg ins Dorf geht, das Bein gebrochen. Nun! Was bin ich schuldig? – fragte er; und holte die Groschen, die der Zollwärter verlangte, mühselig unter dem im Winde flatternden Mantel hervor. »Ja, Alter«, setzte er noch hinzu, da dieser: hurtig! hurtig! murmelte, und über die Witterung fluchte: »wenn der Baum im Walde stehen geblieben wäre, wärs besser gewesen, für mich und Euch«; und damit gab er ihm das Geld und wollte reiten. Er war aber noch kaum unter den Schlagbaum gekommen, als eine neue Stimme schon: halt dort, der Roßkamm! hinter ihm vom Turm erscholl, und er den Burgvogt ein Fenster zuwerfen und zu ihm herabeilen sah. Nun, was gibts Neues? fragte Kohlhaas bei sich selbst, und hielt mit den Pferden an. Der Burgvogt, indem er sich noch eine Weste über seinen weitläufigen Leib zuknüpfte, kam, und fragte, schief gegen die Witterung gestellt, nach dem Paßschein. – Kohlhaas fragte: der Paßschein? Er sagte ein wenig betreten, daß er, soviel er wisse, keinen habe; daß man ihm aber nur beschreiben möchte, was dies für ein Ding des Herrn sei: so werde er vielleicht zufälligerweise damit versehen sein. Der Schloßvogt, indem er ihn von der Seite ansah, versetzte, daß ohne einen landesherrlichen Erlaubnisschein, kein Roßkamm mit Pferden über die Grenze gelassen würde. Der Roßkamm versicherte, daß er siebzehn Mal in seinem Leben, ohne einen solchen Schein, über die Grenze gezogen sei; daß er alle landesherrlichen Verfügungen, die sein Gewerbe angingen, genau kennte; daß dies wohl nur ein Irrtum sein würde, wegen dessen er sich zu bedenken bitte, und daß man ihn, da seine Tagereise lang sei, nicht länger unnützer Weise hier aufhalten möge. Doch der Vogt erwiderte, daß er das achtzehnte Mal nicht durchschlüpfen würde, daß die Verordnung deshalb erst neuerlich erschienen wäre, und daß er entweder den Paßschein noch hier lösen, oder zurückkehren müsse, wo er hergekommen sei. Der Roßhändler, den diese ungesetzlichen Erpressungen zu erbittern anfingen, stieg, nach einer kurzen Besinnung, vom Pferde, gab es einem Knecht, und sagte, daß er den Junker von Tronka selbst darüber sprechen würde. Er ging auch auf die Burg; der Vogt folgte ihm, indem er von filzigen Geldraffern und nützlichen Aderlässen derselben murmelte; und beide traten, mit ihren Blicken einander messend, in den Saal. Es traf sich, daß der Junker eben, mit einigen muntern Freunden, beim Becher saß, und, um eines Schwanks willen, ein unendliches Gelächter unter ihnen erscholl, als Kohlhaas, um seine Beschwerde anzubringen, sich ihm näherte. Der Junker fragte, was er wolle; die Ritter, als sie den fremden Mann erblickten, wurden still; doch kaum hatte dieser sein Gesuch, die Pferde betreffend, angefangen, als der ganze Troß schon: Pferde? Wo sind sie? ausrief, und an die Fenster eilte, um sie zu betrachten. Sie flogen, da sie die glänzende Koppel sahen, auf den Vorschlag des Junkers, in den Hof hinab; der Regen hatte aufgehört; Schloßvogt und Verwalter und Knechte versammelten sich um sie, und alle musterten die Tiere. Der eine lobte den Schweißfuchs mit der Blesse, dem andern gefiel der Kastanienbraune, der dritte streichelte den Schecken mit schwarzgelben Flecken; und alle meinten, daß die Pferde wie Hirsche wären, und im Lande keine bessern gezogen würden. Kohlhaas erwiderte munter, daß die Pferde nicht besser wären, als die Ritter, die sie reiten sollten; und forderte sie auf, zu kaufen. Der Junker, den der mächtige Schweißhengst sehr reizte, befragte ihn auch um den Preis; der Verwalter lag ihm an, ein Paar Rappen zu kaufen, die er, wegen Pferdemangels, in der Wirtschaft gebrauchen zu können glaubte; doch als der Roßkamm sich erklärt hatte, fanden die Ritter ihn zu teuer, und der Junker sagte, daß er nach der Tafelrunde reiten und sich den König Arthur aufsuchen müsse, wenn er die Pferde so anschlage. Kohlhaas, der den Schloßvogt und den Verwalter, indem sie sprechende Blicke auf die Rappen warfen, mit einander flüstern sah, ließ es, aus einer dunkeln Vorahndung, an nichts fehlen, die Pferde an sie los zu werden. Er sagte zum Junker: »Herr, die Rappen habe ich vor sechs Monaten für 25 Goldgülden gekauft; gebt mir 30, so sollt Ihr sie haben.« Zwei Ritter, die neben dem Junker standen, äußerten nicht undeutlich, daß die Pferde wohl so viel wert wären; doch der Junker meinte, daß er für den Schweißfuchs wohl, aber nicht eben für die Rappen, Geld ausgeben möchte, und machte Anstalten, aufzubrechen; worauf Kohlhaas sagte, er würde vielleicht das nächste Mal, wenn er wieder mit seinen Gaulen durchzöge, einen Handel mit ihm machen; sich dem Junker empfahl, und die Zügel seines Pferdes ergriff, um abzureisen. In diesem Augenblick trat der Schloßvogt aus dem Haufen vor, und sagte, er höre, daß er ohne einen Paßschein nicht reisen dürfe. Kohlhaas wandte sich und fragte den Junker, ob es denn mit diesem Umstand, der sein ganzes Gewerbe zerstöre, in der Tat seine Richtigkeit habe? Der Junker antwortete, mit einem verlegnen Gesicht, indem er abging: ja, Kohlhaas, den Paß mußt du lösen. Sprich mit dem Schloßvogt, und zieh deiner Wege. Kohlhaas versicherte ihn, daß es gar nicht seine Absicht sei, die Verordnungen, die wegen Ausführung der Pferde bestehen möchten, zu umgehen; versprach, bei seinem Durchzug durch Dresden, den Paß in der Geheimschreiberei zu lösen, und bat, ihn nur diesmal, da er von dieser Forderung durchaus nichts gewußt, ziehen zu lassen. Nun! sprach der Junker, da eben das Wetter wieder zu stürmen anfing, und seine dürren Glieder durchsauste: laßt den Schlucker laufen. Kommt! sagte er zu den Rittern, kehrte sich um, und wollte nach dem Schlosse gehen. Der Schloßvogt sagte, zum Junker gewandt, daß er wenigstens ein Pfand, zur Sicherheit, daß er den Schein lösen würde, zurücklassen müsse. Der Junker blieb wieder unter dem Schloßtor stehen. Kohlhaas fragte, welchen Wert er denn, an Geld oder an Sachen, zum Pfande, wegen der Rappen, zurücklassen solle? Der Verwalter meinte, in den Bart murmelnd, er könne ja die Rappen selbst zurücklassen. Allerdings, sagte der Schloßvogt, das ist das Zweckmäßigste; ist der Paß gelöst, so kann er sie zu jeder Zeit wieder abholen. Kohlhaas, über eine so unverschämte Forderung betreten, sagte dem Junker, der sich die Wamsschöße frierend vor den Leib hielt, daß er die Rappen ja verkaufen wolle; doch dieser, da in demselben Augenblick ein Windstoß eine ganze Last von Regen und Hagel durchs Tor jagte, rief, um der Sache ein Ende zu machen: wenn er die Pferde nicht loslassen will, so schmeißt ihn wieder über den Schlagbaum zurück; und ging ab. Der Roßkamm, der wohl sah, daß er hier der Gewalttätigkeit weichen mußte, entschloß sich, die Forderung, weil doch nichts anders übrig blieb, zu erfüllen; spannte die Rappen aus, und führte sie in einen Stall, den ihm der Schloßvogt anwies. Er ließ einen Knecht bei ihnen zurück, versah ihn mit Geld, ermahnte ihn, die Pferde, bis zu seiner Zurückkunft, wohl in acht zu nehmen, und setzte seine Reise, mit dem Rest der Koppel, halb und halb ungewiß, ob nicht doch wohl, wegen aufkeimender Pferdezucht, ein solches Gebot, im Sächsischen, erschienen sein könne nach Leipzig, wo er auf die Messe wollte, fort.

In Dresden, wo er, in einer der Vorstädte der Stadt, ein Haus mit einigen Ställen besaß, weil er von hier aus seinen Handel auf den kleineren Märkten des Landes zu bestreiten pflegte, begab er sich, gleich nach seiner Ankunft, auf die Geheimschreiberei, wo er von den Räten, deren er einige kannte, erfuhr, was ihm allerdings sein erster Glaube schon gesagt hatte, daß die Geschichte von dem Paßschein ein Märchen sei. Kohlhaas, dem die mißvergnügten Räte, auf sein Ansuchen, einen schriftlichen Schein über den Ungrund derselben gaben, lächelte über den Witz des dürren Junkers, obschon er noch nicht recht einsah, was er damit bezwecken mochte; und die Koppel der Pferde, die er bei sich führte, einige Wochen darauf, zu seiner Zufriedenheit, verkauft, kehrte er, ohne irgend weiter ein bitteres Gefühl, als das der allgemeinen Not der Welt, zur Tronkenburg zurück. Der Schloßvogt, dem er den Schein zeigte, ließ sich nicht weiter darüber aus, und sagte, auf die Frage des Roßkamms, ob er die Pferde jetzt wieder bekommen könne: er möchte nur hinunter gehen und sie holen. Kohlhaas hatte aber schon, da er über den Hof ging, den unangenehmen Auftritt, zu erfahren, daß sein Knecht, ungebührlichen Betragens halber, wie es hieß, wenige Tage nach dessen Zurücklassung in der Tronkenburg, zerprügelt und weggejagt worden sei. Er fragte den Jungen, der ihm diese Nachricht gab, was denn derselbe getan? und wer während dessen die Pferde besorgt hätte? worauf dieser aber erwiderte, er wisse es nicht, und darauf dem Roßkamm, dem das Herz schon von Ahnungen schwoll, den Stall, in welchem sie standen, öffnete. Wie groß war aber sein Erstaunen, als er, statt seiner zwei glatten und wohlgenährten Rappen, ein Paar dürre, abgehärmte Mähren erblickte; Knochen, denen man, wie Riegeln, hätte Sachen aufhängen können; Mähnen und Haare, ohne Wartung und Pflege, zusammengeknetet: das wahre Bild des Elends im Tierreiche! Kohlhaas, den die Pferde, mit einer schwachen Bewegung, anwieherten, war auf das äußerste entrüstet, und fragte, was seinen Gaulen widerfahren wäre? Der Junge, der bei ihm stand, antwortete, daß ihnen weiter kein Unglück zugestoßen wäre, daß sie auch das gehörige Futter bekommen hätten, daß sie aber, da gerade Ernte gewesen sei, wegen Mangels an Zugvieh, ein wenig auf den Feldern gebraucht worden wären. Kohlhaas fluchte über diese schändliche und abgekartete Gewalttätigkeit, verbiß jedoch, im Gefühl seiner Ohnmacht, seinen Ingrimm, und machte schon, da doch nichts anders übrig blieb, Anstalten, das Raubnest mit den Pferden nur wieder zu verlassen, als der Schloßvogt, von dem Wortwechsel herbeigerufen, erschien, und fragte, was es hier gäbe? Was es gibt? antwortete Kohlhaas. Wer hat dem Junker von Tronka und dessen Leuten die Erlaubnis gegeben, sich meiner bei ihm zurückgelassenen Rappen zur Feldarbeit zu bedienen? Er setzte hinzu, ob das wohl menschlich wäre? versuchte, die erschöpften Gaule durch einen Gertenstreich zu erregen, und zeigte ihm, daß sie sich nicht rührten. Der Schloßvogt, nachdem er ihn eine Weile trotzig angesehen hatte, versetzte: seht den Grobian! Ob der Flegel nicht Gott danken sollte, daß die Mähren überhaupt noch leben? Er fragte, wer sie, da der Knecht weggelaufen, hätte pflegen sollen? Ob es nicht billig gewesen wäre, daß die Pferde das Futter, das man ihnen gereicht habe, auf den Feldern abverdient hätten? Er schloß, daß er hier keine Flausen machen möchte, oder daß er die Hunde rufen, und sich durch sie Ruhe im Hofe zu verschaffen wissen würde. – Dem Roßhändler schlug das Herz gegen den Wams. Es drängte ihn, den nichtswürdigen Dickwanst in den Kot zu werfen, und den Fuß auf sein kupfernes Antlitz zu setzen. Doch sein Rechtgefühl, das einer Goldwaage glich, wankte noch; er war, vor der Schranke seiner eigenen Brust, noch nicht gewiß, ob eine Schuld seinen Gegner drücke; und während er, die Schimpfreden niederschluckend, zu den Pferden trat, und ihnen, in stiller Erwägung der Umstände, die Mähnen zurecht legte, fragte er mit gesenkter Stimme: um welchen Versehens halber der Knecht denn aus der Burg entfernt worden sei? Der Schloßvogt erwiderte: weil der Schlingel trotzig im Hofe gewesen ist! Weil er sich gegen einen notwendigen Stallwechsel gesträubt, und verlangt hat, daß die Pferde zweier Jungherren, die auf die Tronkenburg kamen, um seiner Mähren willen, auf der freien Straße übernachten sollten! – Kohlhaas hätte den Wert der Pferde darum gegeben, wenn er den Knecht zur Hand gehabt, und dessen Aussage mit der Aussage dieses dickmäuligen Burgvogts hätte vergleichen können. Er stand noch, und streifte den Rappen die Zoddeln aus, und sann, was in seiner Lage zu tun sei, als sich die Szene plötzlich änderte, und der Junker Wenzel von Tronka, mit einem Schwarm von Rittern, Knechten und Hunden, von der Hasenhetze kommend, in den Schloßplatz sprengte. Der Schloßvogt, als er fragte, was vorgefallen sei, nahm sogleich das Wort, und während die Hunde, beim Anblick des Fremden, von der einen Seite, ein Mordgeheul gegen ihn anstimmten, und die Ritter ihnen, von der andern, zu schweigen geboten, zeigte er ihm, unter der gehässigsten Entstellung der Sache, an, was dieser Roßkamm, weil seine Rappen ein wenig gebraucht worden wären, für eine Rebellion verführe. Er sagte, mit Hohngelächter, daß er sich weigere, die Pferde als die seinigen anzuerkennen. Kohlhaas rief: »das sind nicht meine Pferde, gestrenger Herr! Das sind die Pferde nicht, die dreißig Goldgülden wert waren! Ich will meine wohlgenährten und gesunden Pferde wieder haben!« – Der Junker, indem ihm eine flüchtige Blässe ins Gesicht trat, stieg vom Pferde, und sagte: wenn der H… A… die Pferde nicht wiedernehmen will, so mag er es bleiben lassen. Komm, Günther! rief er – Hans! Kommt! indem er sich den Staub mit der Hand von den Beinkleidern schüttelte; und: schafft Wein! rief er noch, da er mit den Rittern unter der Tür war; und ging ins Haus. Kohlhaas sagte, daß er eher den Abdecker rufen, und die Pferde auf den Schindanger schmeißen lassen, als sie so, wie sie wären, in seinen Stall zu Kohlhaasenbrück führen wolle. Er ließ die Gaule, ohne sich um sie zu bekümmern, auf dem Platz stehen, schwang sich, indem er versicherte, daß er sich Recht zu verschaffen wissen würde, auf seinen Braunen, und ritt davon.“

Mundan

Ägypten und Neptun

Liebe Leserinnen und Leser,

hier läßt sich gut erkennen, wie deutlich der „Arabische Frühling“ mit Neptun und Pluto verbunden ist: Neptun stand nach langer Rückläufigkeit zum Samstag bei der Tahirplatz Großdemo wieder punktgenau  auf 28:09:45 Grad Wassermann, exakt so, wie am Tag von Mubaraks Rücktritt, und Pluto ist kein Grad von der damaligen Position entfernt!

Man gewinnt auch zumend den Eindruck, als wäre das Mittelmeer so eine Art „Epizentrum“ der Verwandlung und Europas „Finanzkrise“ in all ihrer vermeintlichen Irrationalität Teil der großen Strudel-Bewegung, die mit Neptun in den Fischen die Welt verändern wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Innen Rücktritt Mubarak 11.02.2011 17:03, außen 19.11.2011