Astrologie, Fragen, Personen

Philosophie der Astrologie 7

Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem wir auf Äckern gearbeitet haben, die ein gehöriges Maß an Abstraktionsvermögen voraussetzen, wollen wir nun wieder sehr konkret werden: es geht um die Physiognomie der Astrologie, hier speziell die für einen Menschen charakteristischen Gesichtszüge.

Neil Armstron, 15.08.1933 00:31 Wapakoneta, Ohio

Fotos Armstrong: Nasa

Noch im ausgehenden Mittelalter war es allgemein üblich, die einzelnen Tierkreiszeichen-Typen gemäß ihrer gesamten Statur in typische Vertreter einzuteilen und zu beschreiben. So schreibt etwa William Lilly zu Anfang des 17. Jahrhunderts über das Zeichen Löwe:

„Gestalt und Form: ein großer runder Kopf, große glänzende Augen oder Kulleraugen, schnellsichtig, ein voller großer Körper, er ist etwas mehr als von mittlerer Statur, breite Schultern, schmale Taille, gelbes oder dunkelflachsfarbenes Haar, sehr gelockt oder hinaufgedreht, eine hitzige Erscheinung, frische, tiefrote Gesichtsfarbe, stark, tapfer, aktiv.“

Napoleon hatte keinen Zwillings-Aszendent, sondern einen stark durch Jupiter betonten Skorpion-Aszendent, den Mond im Steinbock, fast schon im Wassermann, und dennoch ist die optische Ähnlichkeit zum dieser Tage verstorbenen Neil Armstrong unverkennbar. Was Napoleon und die Statur betrifft, hatte Lilly schon mal Unrecht – und vielleicht aber auch nicht – denn was sich  gewandelt hat, ist der astrologische Bezug: in der Neuzeit zeigt sich die astrologische Entsprechung weniger in der Statur, oder der Farbe von Augen und Haar, sondern im Gesicht – dort jedoch unverkennbar und auf so frappant deutliche Weise, daß man sich nur darüber wundern kann, wie dies nur von ganz wenigen gesehen und erkannt wird.

Diese Entdeckung wird sogar von manchen Astrologen für gefährlich gehalten. Tatsächlich öffnet sich für professionell tätige Astrologen der Blick soweit, daß sie im Gesicht nicht nur das Sonnenzeichen wahrnehmen, sondern sich darin – je nach Dominanz – alle Faktoren des Horoskops in optischer Prägung  zeigen.

Hinzugerechnet werden muss eine Eigenart, die offenbar nicht dem kosmischen, sondern eher dem genetischen Einfluss unterliegt, gleichsam wie die Tafel, auf der die Konstellation der Geburt ihr Erscheinungsbild aufführt.

Von jedem Tierkreiszeichen Haupt-Typus gibt es jeweils zwei optisch ziemlich exakt differenzierte Neben-Typen. Außer der Sonne zeigt sich auch der Aszendent, besonders starke Planeten, im Grunde jedes einzelne Detail des Horoskops im Gesicht.

Es wäre sehr leicht – und ist auch schon versucht worden – eine fotografische Datenbank der Tierkreiszeichen-Typen zu erstellen, die den Leuten die Schuppen von den Augen fallen lassen würde – im Rahmen dieses Projekts scheitert das an copy-right-Fragen und der Vergleichbarkeit von Bildern in Bezug auf Lebensalter und Art der Aufnahme oder des Portraits.

Für eine Philosophie der Astrologie stellt sich die Frage, was das bedeutet?

Je nach Stand der Sonne und aller in Frage kommenden Himmelskörper – aber besonders eben der Sonne – wandelt sich – zeichengrenzengenau – die optische Erscheinung des Menschen – auf diese Weise klar die Einteilung in 12 gleichmäßig verteilte tropische Sektoren bestätigend.

Das bedeutet nichts anderes, als daß es tatsächlich mindestens zum halben Teil die kosmischen Kräfte sein müssen, der Einfluss dessen, was nach Lage der Erde zum Kosmos rhythmisch und regelmäßig sich abspielt, welches den Menschen tatsächlich ganz konkret physiologisch hervorbringt.

Besonders verblüffend ist dabei die klare Abgrenzung der jeweiligen Typen an den Zeichengrenzen, die sich auf zwei bis drei Tage hin nur leicht vermischt, um dann jedoch wieder den reinen Typus eines Tierkreiszeichens deutlich zum Ausdruck zu bringen.

Im Grunde sprengen diese Darstellungen/Überlegungen eine Philosophie der Astrologie, denn es handelt sich um kaum interpretierbare, sondern um unmittelbar gegebene Tatsachen.

Was wir jedoch fragen können, ist, ob es sich deswegen so verhält, weil wir Menschen den tropischen Tierkreis in zwölf Sektoren aufgeteil haben, und sich danach, also gemäß unserer eigenen Vorstellungskraft schließlich die Typen daraus ergeben/gebildet haben, oder ob es diese 12 Sektoren selbst sind, die gemäß der Kraft , die ihnen innewohnt, den Menschen nach ihrem Bilde, ihrer Energie formen?

Und wenn das so ist, warum sind es genau 12* (differenziert 24 nach den zwei Typen pro Zeichen)?

Bevor wir darüber diskutieren können, warum es so ist, müssen wir akzeptieren, daß es so ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

* Jeweils nach Mann und Frau, also insgesamt 48.

Astrologie

Chariklo – Χαρικλώ

Liebe Leserinnen und Leser,

Χαρικλώ, zwei männlichen Wesen zugeordnet, dem Zentaur Chiron und dem Hirten Eueres, mit dem sie auch den blinden Seher zum Sohn hatte, Teiresias. Es kam so: Teiresias erblickt Athene beim Bad und wird dadurch blind, die Göttin Athene ist zornig. Chariklo bittet ihre Freundin Athene darum, dies rückgängig zu machen, doch es war unmöglich. Da Chariklo ihr aber wichtig ist, reinigt Athene Teiresias stattdessen die Ohren, sodass er die Vögel verstehen kann und gibt ihm einen Stab, um sich darauf zu stützen.

Χαρικλώ ist völlig unerforscht, soweit ich weiß, natürlich hat aber Zane B. Stein bereits ein paar Sachen herausgefunden, mal gucken, ob ich´s finde.

Daß Teiresias Sehertum einherging mit dem Verständnis für die Sprache der Vögel, rührt auch daher, daß die Menschen bis vor etwa dreihundert Jahren noch ganz selbstverständlich davon ausgingen, daß die Vögel tatsächlich eine intelligente Sprache haben; der Biologismus darwinscher Prägung hatte noch keine Ausschließlichkeit des Weltverstehens beansprucht, er machte später aus Vogelstimmen Balzrufe und Revierabgrenzung, aber zu Teiresias Zeiten war er noch nicht ge- oder besser: erfunden.

Für die astrologische Bedeutung dieses Asteroiden unten den Zentauren (zwischen Jupiter und Neptun) spricht der Davidstern im Aspektgebilde des Entdeckungshoroskops, welches wir zuerst sehen, hier im ersten Horoskop. Das zweite ist nochmal genau dasselbe ohne Aspekte, dafür aber mit meiner Aspektscheibe auf die Mars/Saturn Opposition eingestellt, die Opposition Mond/Pluto und das genaue Verhältnis von Mars zu Uranus, der wiederum – auch sehr exakt in Konjunktion mit Jupiter im Wassermann, also im Geist(es)zeichen steht. Das Horoskop ist dasselbe, aber nun erkennen wir die Qualitäten der Aspekte:

Jupiter befindet, wie auf befreiende Art (Uranus) im Zeichen der Technik (Wassermann) der Gegensatz zwischen Mars und Saturn überwunden wird, die in Waage und Widder stehen, das Tor des Neuen, Nordknoten in der Nähe, aber im Zeichen Jungfrau. Mond in Zwillinge übernimmt das Schütze-Haus 9 – Weisheit wird Wissen …

Ich brauche nicht extra auf das unglaubliche Haus 5 des Horoskops hinzuweisen, Saturn und Südknoten in Haus 7 und Lilith von Haus 12 – im Löwen, der kollektiven Ebene.

Also ich glaube, dieses Horoskop lohnt sich mal – Chariklo genau in die Beobachtung aufzunehmen: für jetzt steht sie ja im Schützen am Neumond! Sie wohnt im Löwen in Haus 11 – roter Faden einer neuen, post-patriarchalen Astrologie. Ein Wassermann Stellium mit dem Hausherrn Uranus ist durch die Opposition integriert und setzt das Thema Liebe und Freiheit. Mit Chiron hat sie die Tochter Ocyroe, der laut Ovid die Verwandlung in eine Stute widerfährt, wohl wegen Chiron, dem Vater: „Ich verwandle mich in eine Stute, eine mir verwandte Gestalt. Doch warum ganz – in equam cognataque corpora vertor, tota tamen quare?“ Ovid, Metamorphosen, Zweites Buch, 664).

„Warum ganz?“ fragt die Tochter Chariklos: Ocyroe, weil Vater Chiron doch auch nur halb equus – Pferd war. Verwandelt wird sie aber wegen der Kunst der Weissagung, einer Art Übertretung: „Lieber hätte ich die Zukunft nicht gewußt“ – so sieht es jedenfalls Ovid – sie wäre nicht zum Pferd geworden – als hätte die Natur einen eigentümlichen Sog zurück – den Reiz der Wildheit auch.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Die Nymphe (Edouard Steinbrück, *02.05.1802)

http://www.melaniereinhart.com/melanie/Chariklo.htm

Chariklo – Astrowiki-de

Chariklo 2012 Sternenlichter – sehr subjektiv – danke für die Inspiration …

Innen (auch obere beide): 14.02.1997 19:51 Tucson, außen 25.11.2011

Astrologie

Susan Sontag

16.01.1933 New York, unbekannte Zeit

Liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte gern an diese bemerkenswerte Denkerin erinnern, deren Spur in Worten wir heute anläßlich ihres Geburtstages folgen wollen. Susan Sontag ist die in Paris geschulte intellektuelle Stimme Amerikas in Bezug auf vor allem ein Rätsel. Die Fotokunst, die Fotografie waren dieser Frau fragwürdig:

Nun mag es heute verwunderlich erscheinen, warum man sich über soetwas Selbstverständliches, wie Fotografie Gedanken machen kann?

„Es scheint, daß ästhetische Distanz ein Bestandteil der Erfahrung ist, die man beim Betrachten von Fotos macht, wenn nicht von Anfang an, so doch im Laufe der Zeit. Die Zeit erhebt die meisten Fotografien, auch die dilletantischsten, auf die Ebene der Kunst.“

Ganz subtil sagt Sontag hier etwas vor allem über Kunst. Was ist es? Ein Rätsel, das wir später vielleicht lösen. Dann fährt sie fort:

„Die „Industrialisierung“ der Fotografie hat bewirkt, daß diese sehr rasch der rationalen – d.h. bürokratischen – Methode, die Gesellschaft zu verwalten, integriert wurde. Fotos, einst als Spielerei betrachtet, sind fester Bestandteil unserer Umwelt geworden – Prüfstein und Bestätigung jener reduzierenden Annäherung an die Wirklichkeit, die man „realistisch“ nennt.“

Hier ist die Venus-Merkur Konjunktion im Steinbock Lehrerin und auch prophetische Hüterin der Wahrheit. Saturn im Wassermann ist die konservative (Saturn) Revolutionärin (Wassermann).

Dann natürlich Mond-Jupiter, – obwohl, wenn man sich das Bild anguckt, eigentlich ein Waage-Mond Anteil im Gesicht bemerkbar wird. Oder nicht? Die Geburtszeit kenne ich leider nicht. Waage-AC wäre auch denkbar, wobei: die Haare: eher Löwe-AC. Dann wäre natürlich auch Jungfrau-Mond denkbar, bei der Ansammlung von Jungfrau-Fähigkeiten, mit denen Sie ihr Werk ordnen konnte und mit dessen Ordnung auch das Fundament der Möglichkeit errichtete, künstlerisch über Kunst nachzudenken und die Fotografie, diese an der Bruchstelle zwischen Mensch und Maschine gelegene Möglichkeit, Dinge scheinbar unendlich zu vervielfältigen. Scheinbare Dinge unendlich zu vervielfältigen, die aber unter Nutzung von maschinell erzeugtem Elektromagnetizismus gleichzeitig überall im Raum sind und nur dort, wo sie – per iPod – abgerufen oder „aufgegriffen“ und im Aufgreifen erst aus einer Vorform von Signalen neu gebildet werden.

Gut, daß wir bei ihr nachlesen können: „Um das fotografische Bild hat man eine neue Bedeutung des Begriffs „Information“ konstruiert. Das Foto ist ein schmaler Ausschnitt von Raum ebenso wie von Zeit. In einer von fotografischen Bildern beherrschten Welt erscheinen alle Grenzen („Rahmen“) willkürlich. Alles kann von allem getrennt werden. Es ist lediglich erforderlich, jedesmal einen anderen Ausschnitt zu zeigen. Die Fotografie befördert eine nominalistische Sicht der gesellschaftlichen Realität, so, als bestände diese aus kleinen, offenbar unendlich vielen Einheiten – wie ja auch die Zahl der Fotos, die von etwas gemacht werden können, unbegrenzt ist.“

Dieses unbegrenzt gilt eben mit dem iPod noch viel mehr. Aber das ist es nicht, was mich bewegt, wenn ich diese Zauberei beobachte, von überall her Bilder und Töne zu senden und zu empfangen. Was mich bewegt, ist die physikalisch-philosophische Frage: wo ist das Bild, bevor es auf dem Schirm am iPod erscheint? In welcher Raum-Zeit Kategorie ist es? Und ist es dort nur ein Bild als Gesamtinformation, oder sind dort unendlich viele „mögliche“ Bilder? Ich nehme an, daß sich hier die Fragestellungen der Quantenphysik an der Schnittstelle zum praktischen Gebrauch tatsächlich manifestieren.

Diese Frage ergibt sich aber auch ganz ohne iPod. Auf dem Erfahrungsfeld zur Erweiterung der Sinne hier in Nürnberg stand mal ein

Hier klicken: Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne

zur Camera Obscura umgebauter Bauwagen, wo sich – sitzend in dem Wagen an den Seiten – beobachten läßt, wie sich ein auf den Kopf gedrehtes „Licht-Bild“ durch ein Linsen-Loch tatsächlich auf dem Kopf stehend an der Gegenwand bildet. Es gibt also ein Natur-eigenes „Bilderzeugungsprinzip“, welches vom iPod nur simuliert wird (und in der Astrologie dem Spiegelpunkt-System zu entsprechen scheint), doch in Anbetracht der Faszination der technischen Revolution, in der wir uns befinden, wird das vergessen. Dieses „Vergessen“ wird durch Filme, wie Avatar auf die Spitze getrieben, wo die Möglichkeit einer anderen, natürlichen Bildwirklichkeit unmerklich doppelt verschlüsselt wird: einmal dadurch, daß der Film mit faszinierenden Bilder eine Gegenwelt komponiert, zum anderen aber dadurch, daß diese Gegenwelt eine Simulation ist, ein Schein, der dadurch gedeckt ist, daß das Medium, der Film, selbst Schein ist: der Schein in einem Schein. Und bei Avatar kommt hinzu, daß der ganze Film die Grenze thematisiert, die zwischen unserer Seele und unserer Wirklichkeit sich tatsächlich abspielt. Wo immer Du die Wahrheit verstecken willst: am Besten hinter der Wahrheit.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Astrologie

Was ist wichtiger, Aszendent oder Sonne für die Partnerwahl?

Liebe Leserinnen und Leser,

hier eine Frage aus der Beratungspraxis:

„Noch eine Frage zu gestern.“ Warum ziehe ich Krebs-Aszendent an? Liegt das an meinem Steinbock-Aszendent? (So wie bei A. sein Skorpion-Aszendent den Stier-Aszendent anzieht!?) Ist der Aszendent ausschlaggebender als die Sonne?“

img_0478Fotos Markus Termin ©

Das könnte noch mehr Leute interessieren, deswegen will ich meine Ansicht hier im Blog äußern. Gleich vorab: das ist meine Meinung und Beobachtung. Jeder und jede Astrologe sieht das anders. Und alle, die sich mit Astrologie beschäftigt, sind Astrologen.

Der dem Aufgangsbereich der Sonne, also dem Osten des Horoskops zunächst liegende Bereich unter dem Horizont wird „Aufsteigender“ von lat. ascendere genannt. Für die Hellenen war dies allein – unser erstes Haus – das sogenannte „Horoskop“, welches sich ableitet vom ägyptischen Horus, dem falkenköpfigen Gott, dessen Eltern Isis und Osiris sind. Die Bedeutung solcher Abstammung ist die, dass die Zeit – im engl. „hour“, in dem auch das „Horus“ steckt, erst durch Isis und Osiris in die Welt kam, durch ihr Kind „Horus“.

Wunderbar nachvollziehen läßt sich diese Verbindung als Fähigkeit, die Welt rhythmisch zu gliedern, durch das sogenannte Horus- oder Udjat-Auge …

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… welches bekanntlich in zierlichster Weise 63/64 – in Worten: dreiundsechzig Vierundsechzigstel – als Maßstab (also Marktzählsystem) anbietet (1/64 fehlt – der Gott Todt habe dies durch Zauberei unterschlagen, will die ägyptische Legende wissen …).

Die Horus-Schau ist also die Falkenschau. So nannten die Ägypter dies. Wie gingen sie vor? Falken sieht man vor Sonnenaufgang in der Morgendämmerung sitzen, aufmerksam auf eigens für sie errichteten Stangen (um die Mäuse vom Acker zu fangen), die auch als Orientierung am Himmel dienten.

Die Erde dreht nach unten ab – der Horizont steigt auf: wir schauen nach Osten, wo alles aufgeht und die ganze Energie des Universums am Horizont beweglich erscheint. Daher ist der Aszendent sehr bedeutend. Nun blieb aber die Zeit nicht stehen. Da mit Jesus das Licht in die Welt kam, ging in unserer Seele die Sonne auf. Seit dieser Zeit sind wir nicht mehr nur Erdenbürger, sondern auch Sonnenwesen. Man spricht in der christlichen Astrologie von: „Sonnenauftrag“. Der Sonnenauftrag ist wie „Der Brief an den König“. („queen“ und „king“ zwei eigenständige Benennungen). Jesus Christus ist auch Herr der Zeit, und damit der Technik, denn wir zählen seit Christi Geburt.

Den Sonnenauftrag haben wir erfüllt, wenn wir uns fühlen, wie ein glückliches Kind im Sommer, barfuß auf einem Apfelbaum – gerne auch im hohen Alter.

Natürlich ist die Sonne für die Beziehung wichtig. Manche Sonnen-Kombinationen gehen kaum – andere regelmäßig. Niemand schreibt darüber besser*1 als Liz Greene in ihrem bezaubernden Buch „Signs for Lovers“. Liz Greene hat sogar ihren eigenen Horoskop-Style bei astro.com, den viele  – ich eingeschlossen – wegen seiner Transparenz, Überschaubarkeit und Einfachheit zu schätzen wissen.

Jedoch: – mit dem Aszendenten haben wir das Lebensprogramm, das uns  als Deszendent gleichzeitig von außen entgegenkommt: wir werden über unsere Mängel gelenkt: den gegenüberliegenden Deszendenten.

Diese beiden, Deszendent und Aszendent – gibt es, so wie die Mondknoten auch, nur als Paar.

Warum aber Mangel? Warum werden wir durch unsere Mängel gelenkt? Weil das Leben ein Weg der Entwicklung ist und all die Aufgaben der Entwicklung sind im Horoskop von Geburt an aufgezeigt: vom Süd- zum Nordknoten, von Pluto zu Plutos Polaritätspunkt und auch vom AC zum DC, wenn man darunter die Fähigkeit versteht, sich gerade das anzueignen, was nicht vorab deutlich zutage tritt, wenn wir unsere Lebensreise beginnen.

Insofern ist die gesamte Symmetrie des Horoskops ein nach bestimmten Regeln ablaufender Entwicklungsweg, für den aber Bewusstsein oder der Mangel daran die entscheidenden Faktoren der Freiheit sind: weil uns fern ist, was nicht direkt zum Horus-Punkt, dem Aszendenten gehört: – was also gegenüber am Deszendenten (dem Partnerhaus) ist, sind scheinbar äußere, noch zu „integrierende“ Dinge. „Scheinbar“ deshalb, weil vieles, was wir uns innerlich glauben, äußerlich ist und umgekehrt. Unser fehlendes Stück, das englische „missing link“.

Wenn es uns gelingt, eine/n PartnerIn anzuziehen, von ihr/ihm uns angezogen zu fühlen, der dies hat, was uns selbst am wichtigsten Punkt des Horoskops „scheinbar“ fehlt – dann ist es eine Spiegelung, dann wird dieses Paar Rücken an Rücken auf dem Forum des Lebens füreinander einstehen, wenn Liebe gelingt.

Es gibt aber andere, ebenso gute oder noch stärkere gemeinsame Felder.  Jupiter-Verbindungen im 12-Jahres Abstand gehören zu den sehr starken Anziehungskriterien.

Auch die größten Gemeinsamkeiten bewahren nicht davor, wieder auseinander zu gehen, wenn die Liebe misslingt.

Für die Sonne eines anderen Menschen kann und darf man sich interessieren, auch wenn sie nicht der eigenen Qualität entspricht. Nur wenn es Zeichen sind, die sehr unterschiedlich daherkommen, aber auch sehr stark Eigeninteressen vertreten, also Krebs, Waage, Steinbock und Widder, scheint die Sonnenstellung im Quadrat oder der Opposition zumindest wenig Paare bindend zusammenführen, um eine Faustregel zu geben*2. Ich kenne ein Paar mit Widder- (Sie) und Waage-Sonne (Er), die den selben Aszendenten haben. Was sonst selten geht, findet sich, weil das Kriterium der Spiegelung – oben erwähnt – sich auf anderer Ebene ausleben kann. Also wieder eine Regel, die aus ihren Ausnahmen besteht …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

*1 Außer Linda Goodman

*2 Es gibt aber eine Anziehung Widder/Steinbock und Waage/Widder!

Astrologie

Der Kaiser ist nackt, oder: Das Composit

Nürnberg, 12:20 – herrlich draußen. Bevor ich joggen gehe, hier ein paar Gedanken zu Composit-Horoskopen. Ein Composit ist ein Horoskop, in dem aus zwei (oder mehr) Geburtshoroskopen die genauen Zwischensummen der jeweils einzelnen Planetenpositionen berechnet werden, um dann ein drittes Horoskop zu erstellen. Nun könnte man einwenden: dies sei ja Unsinn, denn die so errechneten Planetenstände entsprächen ja keiner Wirklichkeit am Himmel. Das ist richtig. Doch Unsinn ist das nicht: im Gegenteil. Nichts zeigt das Wesen einer Partnerschaft besser und tiefer, als solch ein zusammengerechnetes Horoskop. Und dies gilt auch für Transite und damit bedingte Auslösungen. Wie kann das aber sein? Das kommt vom Wesen der Astrologie, die aus der Zahl geboren wurde, genauer: aus dem Rhythmus der Zahlen, der Verhältnismäßigkeit von Zahlen zueinander. Und diese ist nichts anderes, als die Verhältnismäßigkeit der ganzen Natur. Wenn wir dann einen winzigen Schritt weiter gehen, so begreifen wir schnell: es gibt in Wirklichkeit nur Verhältnismäßigkeiten. Ein Ding verhält sich zu einem anderen. Beide sind in Bewegung, stehen wieder in einem Verhältnis zu einem dritten. Dieses selbst ist wieder in Bewegung. Insofern ist unser Bewusstsein, selbst auch in Bewegung, der einzige annähernd feste Maßstab und der erste, denn von ihm sind alle anderen Methoden abgeleitet. Das Wort „ist“, ist eine Illusion, das Wort „wird“ die Wahrheit. Das läuft freilich auf eine universelle Paradoxie hinaus, mit der sich schon Heraklit und Parmenides auseinandergesetzt haben. Wo alles „wird“, sagt Parmenides, oder läßt er durch den Mund der Göttin (!) sagen, muß es ein einheitliches, unveränderliches Sein geben. Und Heraklit, auch ca. 500 bis 600 vor Christus, hält mit seinem panta rei, πάντα ῥεῖ, „Alles fließt“, dagegen. Der Geist selbst, der Logos, ein Wunder, offensichtliche Emanation Gottes. Und deshalb machen sich die Zweifler – in aller Vernunft – auf´s Ganze gerechnet, so lächerlich, wie die Möwe vielleicht sich lächerlich macht, die meint, die Welt dreht sich, weil sie mit dem Flügel schlägt, was ja noch nicht einmal falsch ist. Genau genommen gibt es also keine absoluten Zahlen im Sinne einer Realität, und alle Zahlen gehen aus der Einheit hervor, die die Eins ist. So praktisch Mathematik ist, sie muss sich philosophisch sagen lassen, dass sie nicht nur eine rein spekulative Wissenschaft ist, sondern gar keinen festen Grund haben kann. Dies war unseren Vorfahren noch selbstverständlich. Wenn man heute mit mathematischer Hilfe den Kern der Materie bloßstellen will, so ist es wenig verwunderlich, dass sich die Materie quantenphysikalisch als russische Puppe Babuschka entpuppt, als Tunnel, durch den am Ende der Heilige Geist winkt. Ich benutze die Mathematik ja selbst, doch es wird Zeit, ihr den aufgeplusterten Habitus der Weisheit zu nehmen, den sie sich mit String-Theorie und Weltallberechnungen der angeblich letzten Grenzen zuzulegen versucht: denn der Kaiser ist nackt. Für die Konvention der Rechnung, wie man sagen muß, hat man sich darauf geeinigt, Zahlen zu addieren und alles Mögliche mit ihnen anzustellen. Das ist schon ein magischer Trick, eine Transzendenz. Denn wie könnte man die Eins verdoppeln? Alle Harry Potters dieser Welt vermuten tiefen Zauber in Hoghwards, doch fällt keinem mehr auf, dass sie von Montag bis Freitag Zauberei im Mathe-Unterricht im G8 betreiben, wobei freilich größter Wert darauf gelegt wird, niemanden hinter den Sinn sehen zu lassen, den man selbst gar nicht kennt. Sokrates wusste, dass ein zu viel an Mathematik zur Verblödung führt und empfahl, sich zu beschränken auf das praktisch Brauchbare. Hier – wie überall – liegt der Urgrund des Irrtums, die Spaltung unseres Bewusstseins verborgen. Doch da wir dies nunmal tun, so sei es auch erlaubt, die Dinge zum Ursprung zurückzuführen. Das geht prächtig durch Astrologie, deren Wesen immer nur ein Vielfaches der Eins darstellt, und wo es darum bestellt ist, harmonische und weniger harmonische Gewohnheiten der Natur als Teilbarkeit und Verhältnismäßigkeit der Zahl Eins, der Grundeinheit zu sehen. Dies ist einerseits exakt, andererseits kommt es aber nur auf die Exaktheit des Drittels (Trigon), des Viertels (Quadrat), der Hälfte (Opposition), dem Sechstel (Sextil), usw. an.

Wer hätte sich noch nicht gewundert über Angleichungen sogar physiologischer, körperlicher Merkmale lange zusammenlebender Paare? „Was wir in Beziehungen wahrnehmen“, schreibt die geniale Liz Greene, „sind häufig nicht die einzelnen Persönlichkeiten, sondern die verschiedenen Dimensionen des Composits.“

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Das Sonnen-Selbst

IMG_8547Foto Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

Nürnberg, den 5. März 2008, 13:24 – sehr kalt (für die Jahreszeit :-) doch strahlend schön und optimistisch draußen. Mond besucht Chiron, Venus, Merkur und Neptun im Wassermann. Aufladung mit Liebe, Heilung, Wissen und Vision. Dann der Fische-Neumond. Vogelkonzert vor der Tür.

Wenn wir wissen wollen, was die Sonne im Horoskop eigentlich bedeutet, macht es Sinn, sich an das Selbstbewusstsein zu erinnern, das wir als Kinder im Alter von sieben oder acht Jahren hatten. Da gab es eine Zeit, da wussten wir schon sehr viel über die Welt. Die Zeit lag grenzenlos vor uns, wir kannten wenig Angst vor dem Tod. Eine innere Stimme, auf die wir uns verlassen konnten, sagte: „Ich bin ich“. Genau dies ist das Sonnen-Selbst. Natürlich kann nicht jede/r eine solche Stimme um dieses Alter herum so unbeschwert wahrnehmen. Doch scheint auf jeden Fall irgendwie das innere Gefühl für dieses Selbst davonzufliegen, als wär`s ein Schmetterling. So sind wir in der Regel ein Leben lang auf der Suche nach jenem unbeschwerten Zustand unseres Sonnen-Selbst. Und wir wissen: außer diesem lohnt sich nichts. Und gleichfalls gewiss ist, dass wir dem innerlichen Versprechen, dieses Gefühl wieder zu haben, nicht lange und nicht mutwillig untreu werden dürfen, ohne uns selbst zu verlieren.

Mit freundlichen Grüßen,

 

Markus

Astrologie

Astrokartographie

Nürnberg den 25. Februar 2008 17:26, trübes Wetter, aber warm. Immer noch Saturn und Mars gleichzeitig am Himmel. Saturn steigt gerade auf. Vögel zwitschern nur verhalten, Migräne-Neigung.
So funktioniert es: wäre ich nicht in Köln, sondern in Wellington auf Neuseeland geboren, so wäre meine Geburtszeit nicht der 5. März um 08:25, sondern der 4. März um 2o:25. Meine Sonne stünde dann nicht in Haus 12, sondern in Haus 6, und mein Medium Coeli, der Mittagspunkt und das Lebensziel läge nicht unter dem harten und zähen Steinbock, sondern im weichen und passiven Krebs. Ich hätte einen völlig anderen Charakter. Auf diese Art läßt sich das „was wäre wenn?“- Spiel auf dem ganzen Globus spielen. Die Frage lautet: wo muss ich hin, damit zum Beispiel Jupiter direkt am Medium Ceoli steht, wäre ich zur selben Zeit, aber an einem anderen Ort geboren? Ein verblüffender Gedanke bleibt die Selbstverständlichkeit, wie Zeitmessung mit dem Jetzt-Zeitpunkt nicht direkt verbunden ist. Der Jetzt-Punkt ist nicht nur auf dem Globus überall derselbe, sondern im ganzen Universum, völlig unabhängig von der Lichtgeschwindigkeit. Die Forschung, die bedenken mag, dass Bewusstsein eventuell schneller ist, als jede Bewegung sein kann, und dafür die Konsequenzen bedenkt, wird erst noch kommen, kündigt sich in der Quantenphysik bereits an. Nun der Grundgedanke der Astrokartographie: wenn ich dorthin gehe, wo Jupiter an meinem Mittagspunkt steht, winkt mir dort möglicherweise der maximale berufliche Erfolg? Oder, ein anderes Beispiel, ich gehe dorthin, wo Venus am Deszendenten zu liegen kommt: wäre nicht die Anziehungskraft größer, die ich auf Menschen mit Liebeswunsch hätte? Verfolgt man seine persönliche Reisebiographie aus Zeiten, wo man die Astrokartographie noch nicht kannte, oder untersucht Horoskope von erfolgreichen oder erfolglosen Aussiedlern, kommt man zu verblüffenden Erkenntnissen. Wie so oft verbindet sich mit bestimmten Erlebnissen eine punktgenaue planetare Entsprechung. Umgekehrt lassen sich anhand der Planetenlinien des Geburtsortes ebenso wie aus dem Zeit-Horoskop die karmischen Muster bestimmen, nach denen ein Mensch geboren wurde. Wer wissen will, an welchem Ort auf der Welt ein Vorhaben unter einem guten Stern steht, kann mich gerne kontaktieren.
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Die Hermeswaage

Liebe Leserinnen und Leser,
Es gibt keine gesetzlich formulierte Schweigepflicht für Astrologen. Das liegt daran, dass Astrologie gar keine gesetzlich anerkannte Wissenschaft ist, sonst wäre sie sicher, wie alles im Staate, auf bestimmte Weise geregelt und kontrolliert. Doch etwas kontrollieren, von dem man eigentlich meint, dies gäbe es nicht? Freilich kam auch solche Paradoxie schon vor: in den USA für Wilhelm Reichs Orgon-Energie, doch das ist ein anderes Thema. Obwohl es keine Schweigepflicht gibt, nehme ich das Schweigen dennoch als Pflicht, einfach, weil ich das für selbstverständlich halte. Da hilft es, wenn man zur Freundin eine Frau hat, die in der medizinalen Welt zuhause ist, nämlich Hebamme. Auch sie unterliegt der Schweigepflicht. Freilich gibt es Interessengebiete, die uns zusammenführen, und ohne private Geheimnisse preiszugeben, ist auf diesen Gebieten eine Zusammenarbeit fruchtbar. Wir tauschen nur Daten, keine Personalien. Es interessiert meine Freundin, wann genau die Fische zur Welt kommen oder die Zwillinge, ob wir eine Mond-Saturn Konjunktion haben, oder in welchem Mond ein Kind geboren ist. Mich hingegen interessiert seit gestern eine Sache, die in der Astrologie „Hermeswaage“ genannt wird. Da schreibt Claudius Ptolemäus, der ägyptische Urvater der westlichen Astrologie:
„Das Zeichen, in dem der Mond bei der Geburt sich befindet, mache es zum Aszendenten der Konzeption. Und das Zeichen, indem er sich bei der Konzeption befindet, oder das Gegenüberliegende, mache es zum Aszendenten der Geburt.“
Dies ist nun, trotz Schweigepflicht, der Vorteil einer Verbindung zwischen Hebamme und Astrologe. Die Hebamme kommt an Daten heran, die normalerweise schwer zu haben sind. Die genaue Konzeptionszeit. Das ist sehr intim, denn es geht um die Zeugung und die Empfängnis. So hatte ich die Möglichkeit, das oben zitierte Gesetz der „Hermeswaage“ gleich nachzuprüfen, und siehe da, es stimmt! Drei mal stand bei unseren Nachforschungen der Mond zur Konzeptionszeit genau in dem Zeichen, in dem zur Geburt der Aszendent aufstieg! Statistisch waren das 100%, denn wir haben nur drei genau nachprüfbare Beispiele vorliegen. Andere Autoren (Rafael Gil Brand „Lehrbuch der Klassischen Astrologie“) jedoch haben dies an viel mehr Beispielen ebenfalls bestätigt. Da kann man nun sich nur ehrfürchtig vor einem Geheimnis neigen, das den Weg beschreibt, den die Seele zurücklegt in den neun Monaten, den sie braucht, um sich vom Mond und der jenseitigen Welt zu lösen, und Platz zu finden in einem neuen Körper.
Und gleichfalls wirft dies ein Licht wiederum auf die tiefen Zusammenhänge, aus denen die Astrologie sich das Muster ihrer Regeln entworfen hat: „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen läßt.“ (Shakespeare)
Mit freundlichen Grüßen,
Markus