Schlagwort: Philosophie
Technik und Geist: mit Löwenmut
Liebe Leserinnen und Leser,
es bleibt eine ungelöste Frage, wie wir mit der Technik umgehen sollen – und, wenn wir unseren Philosophen glauben dürfen (und da sagen alle Schulen dasselbe, letztlich), dann ist bereits das „umgehen“ ein falscher Standpunkt, weil schon heute nicht geklärt werden kann, ob die Technik nicht – unentrinnbar – mit uns umgeht.
Wer darüber besserwissend lächelt – man müsse doch nur den Stecker ziehen, das stünde jedem frei – hat noch gar nicht verstanden, wie sehr er selbst, oder sie, bereits ein technisch bedingtes, vielleicht sogar teilweise entworfenes Wesen geworden ist.
Im Raum steht ja nichts weniger, als die totale Kontrolle der Technik über den Menschen – und damit die Abschaffung der Menschheit. In anthroposophischer Sprache ist es Ahrimann, der nach der Welt als Ganzes greift und tatsächlich den Menschen durch eine Menschmaschine ersetzen möchte. Der irre Tanz um die schnellste Informationsübermittlung gleichgültigster Botschaften …
… durch elektromagnetischen Missbrauch des ätherischen Raumes, ist nichts anderes, als die Verknüpfung von Ahrimanns Hirn, dem Netz – der Ruf nach schnellem Internet – auch auf dem Land – weiter nichts, als der Versuch, die technische Kontrolle (bei der die Dienste nur Katalysatoren sind) der Welt unumkehrbar zu machen. Zwar ist das Ergebnis noch ein paar Jahrzehnte entfernt, doch die Entscheidung vollzieht sich – vor unseren Augen – in unseren Tagen. Da stellt sich die Frage: was können wir denn tun? Können wir nicht einfach aussteigen?
Nicht Wenige, denen man wegen des lawinenartig anrollenden Wahns nichts mehr vormachen kann, weil sie längst wissen, dass Technik wesenhaft gar kein Apparat ist, sondern ein Geist, wählen diesen vermeintlichen Ausweg: ab und an das Handy ausschalten, den Wagen stehen lassen, kein skype zumindest, oder whatsapp, WLan aus – das ist dann schon der Widerstand.
Andere – zu denen ich gehöre – sagen: lasst uns diesen Drachen reiten. Meine alte mechanische Schreibmaschine ist vielleicht gefährlicher, als skype. Diejenigen, die ein solches Vorgehen skeptisch sehen, behaupten zu Recht: das sagst Du nur, weil Dir gar nichts anderes übrig bleibt. Denn diese ganze Diskussion vollzieht sich immer mit und durch die Technik, das nimmt ihr jede Glaubwürdigkeit. Und deswegen kann „nur noch ein Gott uns retten“ – wie Heidegger sagt. Die Entscheidung ist vielleicht schon im alten Ägypten gefallen. Du kannst sie nur teilnehmend beobachten. „Teilnehmend beobachten“ – möglich; nährt jedoch den Verdacht, mir schwant, wie diese battle noch nicht geschlagen ist. Wie es zur ihrer Kondition des maximalen non-fair-play gehört, uns zu schwächen, indem man uns glauben macht, es wäre alles schon gelaufen. Dann könnten wir nicht „teilnehmend beobachten“ – dann würde der Simulationskessel nicht gerade jetzt, unserer Tage so heiß laufen, dann bereitete sich nicht – im kulturpessimistischen Gefühl – eine so trügerische Gleichgültigkeit über den Warenflussgesellschaften aus, die mit gewaltiger Energie der permanenten maschinellen Ablenkung (jetzt erst verwandelt sich der Pop in den hymnischen Abgesang seiner selbst) bis auf´s äußerste gespannt – gerade da, wo sie vorgibt, in Ruhe zu sein – die Natur und die Wahrheit oft gerade dort, wo das Leben sich entfalten und heilen will – bis zur Unerträglichkeit verzerrt.
Und doch werden wir die Technik nur dann meistern können, wenn wir uns klarmachen, dass wir die Technik – so unerträglich sie unter Ahrimanns Kontrolle ist – zu unserem Schutz brauchen, und dass gerade Christus es ist, der Michaels Schwert auch in Pixeln gegen Ahrimann führt, und dass er sich bei diesem Kampf, über dessen Erfolg – das ist das Wesen unserer Freiheit – wir entscheiden – jeder Wirklichkeits-Ebene bedient, auch des Technischen. Dies ist der tiefere Sinn des Satzes: „Ich bringe das Schwert“. Nur dann, wenn wir die Technik entsprechend schätzen, würdigen, sogar lieben lernen (“ … uns eigens ihrem Wesen öffnen … „ (M.H.) – nur dann können wir den Drachen reiten. Technik ist in erster Linie und bislang – ein Schutz.
Foto gemeinfrei
Es scheint also tatsächlich so, dass jene Verrückten, die ihren Old-Timer lieben und den ganzen steam-punk putzen, schon allein durch ihre Liebe und Pflege des ganzen Retro-Eisens christlich vorgehen in einem sonst ihnen selbst und den anderen bislang unerklärlichem Aspekt.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Merkur formt mit Jupiter eine (relativ genaue) Jod-Figur zu Neptun im Kraftzentrum
Liebe Leserinnen und Leser,
das Eigenartige ist, dass die Ikonografie auf eine merkwürdig bewusste Art der Einteilung des Zodiaks über Praha (Prag, Prague) entspricht: der Beginn des Zwillings-Sektors zeigt eine auffällige Häufung eben …
… der zu Zwillinge gehörenden Symbole (oder umfassender Ikonografien):
Hier gilt natürlich ganz besonders: „Man sieht nur, was man weiß“. Deswegen öftnet mein Astrologischer Rundgang durch Prag das Bewusstsein in Bezug auf die Verbundenheit des eigenen Selbst mit den Landschaften der Stadt (als Auszug, „Tinktur“ der Erde): weil wir außer den Zeichen, die die Geschichte reichlich und deutlich überall in Stein gemeißelt hat, auch noch und vor allem wissen wollen, wie diese gewachsene Zeit-Zwiebel von Stadtgebilde in der Gegenwart durch die unbewußte Bettung in das Feld der Tierkreiszeichen sich wirklich gegenwärtig ausdrückt: siehe die drei kleinen Foto so oben, die alle von der Grenzline des Zwillings-Sektors in Prag stammen. Das geht bis hinein in die Stimmung und den Ausdruck eine Ortes, seiner markanten Zentren. Ganz oben der flötende Barock-Merkur, der sich von einer nackten Frau für sein phallische Flötenspiel anhimmeln lässt, ist am Eingang der Metro-Station Malostranska.
Gibt es so eine astrologische Magie nur in Praha? Durchaus nicht: alle prinzipiell kultur-römisch geprägten Städte sind Abwandlungen des römisch-etruskischen Prinzips, das besonders bewusst die alte Kirche kannte und hütete, und auch durchaus an die große Glocke hängte. Das Licht der Sonne fällt deshalb genau dann auf den Altar, wenn die Sonne im Tierkreisgrad des Kirchenheiligen steht.
Wenn man sich die Stadtpläne der neuen Welt anschaut, soweit sie aus den Gründerjahren stammen, sind sie durchweg ebenfalls, meist auf alten Kultstätten und Kraftlinen, kosmisch ausgerichtet. Mit dieser Welt kann sich das persönliche Horoskop verbinden.
Wann ist das Yod genau? Relativ am 13. Juli, also Morgen, ausgelöst, wenn Mond gegen 17:30 Neptuns Spähre berührt. Neptun steht im Kraftzentrum, er bekommt die ganze Energie ab. Möge uns das zum Segen gereichen!
Ein Uranus/Mars Quadrat baut sich auf zwischen Widder und Krebs: Kraft und Gefühl im Clinch.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Merkur im Zeichen des Löwen
Liebe Leserinnen und Leser,
die Merkur-Kraft verbindet sich, schon ihre Rückläufigkeit anstrebend, mit dem Zeichen des Löwen. Aus dieser Richtung vermittelt er dem Löwen Wissen und Intelligenz (oder dem Haus, das in Deinem Horoskop Löwe ist – (bei Waage-AszendentInnen oft das der Gemeinschaft, Freundschaft) – wenn Mars ins Zeichen kommt, wird Löwe jagen, – , – ; – aber jetzt muss erstmal Klugheit in seinen großen Sonnenkopf. Mars kämpft noch mit Gefühlen im Zeichen Krebs. Biene in Sonnenblume.
– das Energie-Zentrum letohrádku Hvězda – dort das Untergeschoss, das die ganze, nach den Himmelrichtungen und Energiezentren gesetzte Anlage in einem Raum wie in den Pyramiden bündelt … und natürlich im Zeichen Löwe bezogen auf das Grundhoroskop von Praha. Das Schloss Stern: letohrádku Hvězda – wörtlich „Sommerschlösschen Stern“ hatte mal ein anderes Dach, hat sich aber als Energiekonzentration dennoch erhalten – zumindest behauptet das der Adler – oder sein Vertreter, der Bussard – wie er sich spiralig der alten Dachstruktur folgend in die Höhe schraubt, wie nur irgendein Luft-Dschinn im Märchen. Und es ist einer der drei erhaltenen quasi rein astrologischen Kultbauten, Stonehenge, das Pantheon in Rom und eben letohrádku Hvězda – Schloss Stern. Merkur hat in den Löwen gewechselt, ist Vorbote der Sonne – der Sommer wird groß aber kündet doch schon in nordhalbkuglig glitzernder Lichtfülle von der nunmehr wieder absteigenden Bahn der Sonne. Die Falken …
… aber doch auch im Ringen um das Zeichen Skorpion begriffen, oder – geläutert! –
– … Adler – und das in der Löwe-Stadt. Rudolf Steiner charakterisiert den Löwen so:
O Löwe: deine Kraft
Aus der Sprache,
Die in Jahr und Tag
Der Umkreis in mir wirket –
O Adler: deine Kraft
Aus der Sprache,
die das Erd-Entsprossene in mir erschafft.
Man kann ihn natürlich hier wie anderswo den vier heiligen Tieren nicht entreißen, aber bemerkenswert, dass Rudolf Steiner später für Maß und Zahl die Orient-Kuh nimmt, statt den Stier. Es ist nicht sein einziger Versuch, die Astrologie einerseits immer 1:1 der Tradition gemäß um- und einzusetzen, und andererseits ein Detail anzufügen, das seiner Meinung nach umgekehrt, verwechselt, ausgetauscht sei. Wo dort genau die Grenzlinie verläuft, ist für den geschulten Astrologen natürlich spannend. Was wußte Rudolf Steiner genau von Astrologie? Dem Löwen ordnet er nach der römischen Interpretation Jupiter zu und den 12-er Kräften, dem Umkreis überhaupt (Thomas`Astrologie noch verinnerlicht?!). Dem Adler/Skorpion die Sprache, weil er – durchaus klassisch – diese mit Mars verbindet – anders als die klassische Astrologie für die Mars Kriegsgott ist, doch die Zuordnung Skorpion – Mars bleibt akzeptiert. An das platonische Jahr hält er sich genau, Angelpunkt ist 1413. Mithin hat man den Eindruck, dass er sich phasenweise sehr intensiv mit Astrologie befasst hat, aber zumindest mit der individuellen Horoskopie nicht so intensiv, wie Elisabeth Vreede, deren Hilfe er in Anspruch nahm, und dabei betonte, damit nur am Rande zu tun zu haben (medizinischer Kurs). Dennoch ist seine Kenntnis durchaus so genau, dass er Details ausdifferenziert und mit seiner geistigen Sicht korrigiert, wie z.B. das Sextil in „Der menschliche und der kosmische Gedanke“.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Fundamentale Fragen
Liebe Leserinnen und Leser,
nun tauchen sie also doch auf, die fundamentalen Fragen, die keinen Kompromiss erlauben (Mars/Pluto Opp.) – hat man im Himmel Zusammengehörigkeiten in den Tierkreisbildern gesehen? Irgendwo gewiss – doch die Einteilung der Regionen musste ja zwangsläufig unter der irdischen Maßstäblichkeit erfolgen, die die Sonne in 12 jährlich wiederkehrende Qualitäten einteilt, den Steinbock nach dem Tierzüchter, den Wassermann nach dem Bewässerungstechniker, den Fische-Geborenen nach dem reisenden Händler, dem Seemann, die Widder-Leute nach den ziehenden Nomadenstämmen mit großen Herden, die Stier-Leute nach ihrem Stier-Kult – den wir noch in den hispanischen Ländern kulturell erhalten sehen – die Zwillings-Länder nach ihrem – Schach, Falken, Pfeil, Schrift – allgemein: Präzisions-Interesse – u.s.w. …
Und genau so erklärt uns das auch Rudolf Steiner. Das bedeutet: die Tierkreisbilder am Himmel sind nach den kulturellen und natürlichen Jahreszeiten in relativer Äquartornähe eingerichtet, aber aus der Sicht der nördlichen Halbkugel. Auch das erklärt Rudolf Steiner entwaffnend genau: „Weil man das von dort aus am Besten beobachten kann.“
Gleichwohl müssen wir beachten, dass andere Völker mit anderen Astrologie-Traditionen andere Gesichtspunkte wichtiger finden: wenn man z.B. in Indien eher astral ausgeliefert sich sehen möchte, dann mag es von Bedeutung sein, die Wesenhaftigkeit des ursprünglichen Maßstabs, der Tag/Nachtgleichen, nicht in den Vordergrund zu stellen, denn ohne Maßstab, ohne O-Grad Widder, geht auch siderisch gar nichts. Deswegen ist es ehrlicher und widerspruchsfrei, den Tierkreis zu nehmen, wie er aus seiner jahreszeitlichen Definition heraus gemeint ist: als irdisch an seinen Wirkungen begründeter Maßstab kosmischen Bezugs. Wenn man diesen Schlüssel aus der Hand gibt – den irdischen Erfahrungsgrund – indem man mithilfe einer geometrischen Operation die Rechnung angleichend verschiebt, so hat man eigentlich kein Recht, die Namen der Tierkreisregionen nicht ebenfalls zu ändern. Und weil man das – sich der Veränderung verweigernd – natürlich nicht tut, entsteht all die Verwirrung der Verwirrer …
Darüber hinaus ist für Laien nichts abschreckender, als eine Diskussion unter Fachleuten über Grundsatzfragen, die sie nicht verstehen.
Ich meine, die Tatsache, dass andere Völker andere Zugehörigkeiten der Sterne zu anderen Zeichen geordnet haben, mitunter zu denselben mit anderer Bedeutung – von China bis zu den Maya – macht den tropischen Tierkreis mit seinem magischen Schlüssel der Raumzahl als einzig verbliebene, wahre Maßstäblichkeit unerlässlich – das bedeutet jedoch keinesfalls, dass die Fixsternspähre dahinter und auch noch die Welt dahinter (wie wiederum Rudolf Steiner betont) keine Bedeutung für uns hätte.
Aber wir müssen die Richtung bedenken. Unabhängig mehr und mehr sollen wir werden von den astralen Wirkungen, sind es in vielem bereits, haben einen Willen, den wir gebrauchen können. Diesen Willen haben wir allein durch den Christus, den Widder als Lamm, den Schöpfer des neuen, tropisch fixen Tierkreises – der eben die Sonnen-Kraft auf die Erde gebracht hat – was den Fixsternhimmel der Menschheit zunächst zu Recht entfremdet hat: man musste sich von den Einflüssen des astralen Kosmos lösen, um sein „Ich“ – sein nunmehr von Christus beleuchtetes Sonnen-Wesen erkennen zu können.
Dafür steht heute die Astrologie. Sie hat den Weg einer beispielhaften Individualisierung hinter sich und weist heute – wenn wahrhaftig – ganz im Dienst des Menschen im Sinne des: „Erkenne Dich Selbst“ – des apollinischen Schwellenspruchs zu Delphi – auf den kosmisch verbunden Menschen. Wie sich der alte Fixsternhimmel durch Christus im Bezug verändert/umgedreht im persönlichen Horoskop heute ausnimmt, das allein ist dazu geeignet, den heute ja allgemein naturwissenschaftlich positivistisch und materiell ausgerichteten Menschen von seinem kosmischen Bezug, der ihn ganz persönlich angeht, zu überzeugen.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Praha, Gartenstadt (Mond im Stier, Balsamphase)
Steinerne Widderfrau an der Stiergrenze
Vom Sinn der Astrologie (Merkur stillstehend bei Uranus)
Liebe Leserinnen und Leser,
Was hat denn die Astrologie wirklich für einen Sinn? Wenn wir „normalen“ Menschen begegnen, finden wir oft die Auffassung, es sei wohl besser, keine Vorhersagen über die Zeitqualität zu haben, denn „wüsste man´s, was könnte man ändern?“ – und nicht wenige glauben skeptisch „was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“. Eine solche Auffassung wird begünstigt durch die Tatsache, dass Astrologie sich nicht von selbst erschließt, sondern ein Studium braucht und ein Einweihungsweg ist, von dem es – auch mit Talent – mindestens drei intensive Jahre der Beschäftigung braucht, bis man einigermaßen begriffen hat – obwohl die Prinzipien einfach und offen ausliegend sind – wie diese Uhr mit zwölf Zeigern sich lesen lässt.
Aus unserem statischen Verständnis der Dinge – unserer eingebildeten Liebe in den Stillstand, das letztlich unmögliche Festhalten der Zeit auf die ein oder andere Weise (Einstein hat die Zeit eingefroren) – müssen wir uns erst wieder daran gewöhnen, in Zyklen zu denken.
Aus unserer dualistischen Vorstellung von zumindest prinzipieller Unbeteiligtheit am Weltlauf müssen wir uns ein Stück weit wieder dorthin bewegen, wo unsere Ur-Ahnen gar nicht raus konnten: ins Verwobensein von Allem mit Allem, mithin zu dem Bewusstsein, dass schon eine ganz profane Äußerung Welt-mitgestaltend ist, und wir daher in den Modus der Bedachtheit wechseln müssen, wenn wir überhaupt etwas anderes sein wollen, als ein unbeteiligter Zeitgenosse ohne eigene Richtung.
In gewissem Sinn, ist es unmöglich, sich diesem Punkt anders, als rituell zu nähern, denn jede sogenannte Objektivierung ist bereits Einfluss und Distanz zugleich – mithin also nur Schein, und Kant darüber – objektiv urteilen zu wollen, was subjektiv bleibt – seit vielen hundert Jahren im Irrtum. Aber es ist ein praktischer Irrtum, der den Geist, mit dem er argumentiert, für diejenigen, denen er sowieso lästig ist, abschafft – ihnen ein Alibi verschafft. Ein Ding nur one way „anschauen“ geht gar nicht, obwohl genau das der „offizielle“ Modus unseren Daseins im Zeitalter der Technik ist.
Nur die wenigsten werden den astrologischen Erkenntnis-Weg gehen, und wenn sie ihn nicht gehen, bleiben sie auf Treu und Glauben auf einen Berater angewiesen, der/die seine/ihre Sache versteht, aber niemals den eigenen Einfluss auf das Geburtshoroskop des Fragenden leugnen kann. Dort, wo die Hauptplaneten und Kraftpunkte des Beraters liegen, werden sie unweigerlich Einfluss nehmen auf den Fragenden: ein Fische-Geborener wird einem Jungfrau-Geborenen immer Spiegel sein genau der Leerstellen, die der Jungfrau-Geborene gern aus seinem Leben ausklammern würde, wenn er nur könnte, umgekehrt wird ein Jungfrau Geborener einem Fische-Geborenen immer wie die Grenze vorkommen, die dieser Mensch in personam zu den eigentlich wichtigen Dingen bildet, ohne welche Grenze aber auch der Fische-Geborene gar nicht praktisch existieren könnte.
Hinzu kommen gerade zeitgenössisch die verwirrenden Aussagen über die verschiedensten Systeme der Astrologie. Dass diese „Systeme“ allesamt auf einem Prinzip beruhen, erschließt sich dem gewissenhaften Schüler aller Schulen erst am relativen Schluss seiner Betrachtungen – und es kommen ja auch die Schulen auf´s bedeutungs-schwerste gravitätisch daher, als wären nur sie der neue Schlüssel zum Himmelreich. Ganz gleich, ob Rhythmenlehre, Huber-Schule, vedische Astrologie oder die irrational verbogene Gartenkunst-Astrologie der Thuns, Astrosophie, Kosmobiologie – der Eingang ins Astrologische Arkanum wird von vielen Schulen bewacht.
Gerade im sonst so hellwachen anthroposophischen Bereich herrscht eine große Verwirrung zum Thema tropischer/siderischer Tierkreis, als wäre die Astrologie schon immer in Stein gemeißelt gewesen, und als wäre nicht: mit dem tropischen Tierkreis – den Christus mit unserer ganz normalen Zeitrechnung gestiftet und fixiert hat, eine neue Zeit angebrochen. Denn auch für die Astrologie gilt: „Denn siehe, ich mache Alles Neu“.
Das, was wir heute als unzweifelhaft „funktionierende“, beste Astrologie aller Zeiten haben, die Persönlichkeit der Einzelnen gewissermaßen hineingewachsen, wie in eine Passform, schon immer so für den Menschen angelegt, ist allerdings ein unerlässlicher Spiegel der seelischen Verhältnisse des Menschen, an dem er unmöglich vorbeikommt, weil hier der vorherrschende Zug unserer Zeit: die Abstraktion, sich ein Fenster geschaffen hat, durch welches wir aus der Seele in den Kosmos schauen können, also den Beweis haben, dass und wie wir am All beteiligt sind.
Es kann also gar nicht sein, dass Astrologie eine Kunst für wenige Auserwählte bleibt, sondern sie wird – wenn die Menschheit sich entwickeln will – zum unerlässlichen Erkenntniswerkzeug zumindest noch im 5. nachatlantischen Epochen-Abschnitt gehören müssen. Dies aus dem Grund, weil sie die Brücke zum Kosmos ist, während die bloße Anschauung – Astronomie – für unsere Seele nicht tragfähig, sondern im Unendlichen ohne Transzendenz auf sich allein gestellt sinnlos ist, Leere.
Für solche, die sich das Astrologie-Studium sparen wollen, genügt freilich die tiefe Versenkung in die Blüten der Blumen. Ihre Ähnlichkeit mit dem Rundkreis des Horoskops ist unzufällig. Eine jede Blüte ist ein ganz unmittelbares Horoskop.
Nur so können wir Mensch werden, nur dies bedeutet jenes: Γνῶθι σαυτόν – erkenne dich selbst – den kosmischen Menschen in sich zu erkennen und zu begrüßen. Manchen reicht es, sich die Wahrheit durch die Blume lehren zu lassen, andere wollen es genauer wissen und lernen, das Horoskop zu lesen.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Merkur stillstehend direktläufig
Liebe Leser,
„Je weiter Merkur zurückgeht, desto weiter zurück liegen die zentralen Begebenheiten“, schreiben Louise Kirsebom & Johan Hjelmborg. Auf mich trifft das wahrlich zu (und jetzt ist Merkur am weitesten zurück!) – ich bin dankbar für das Bild: wir wachsen, wie mir scheint, dann in die Bewußtseinsseele hinein, wenn wir unser Bewußtsein und die äußeren Ereignisse synchron beobachten. Zusammen sind das 3 Stationen: innen, außen, Ich. Das ist dann durchaus faszinierend und der Beachtung wert: innen, außen, Ich. Greise Menschen werden, wenn sie sterben, langsam und lieb wie uralte Schildkröten, auch ein Merkur-Symbol für die Leier, die er ursprünglich stiftete aus dem Panzer der Schildkröte.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Uranus retrograd in Widder/Astrologie für Naturwissenschaftler
Lieber Leser,
wir heutigen sind, wenn wir es genau nehmen, alle Naturwissenschaftler. Was ist damit gemeint? unsere Art, uns von der Wahrheit oder der Realität aller Dinge zu überzeugen, hat sich seit Beginn der Neuzeit (15. Jahhundert nach Christus) so entwickelt, daß wir glauben, durch Prüfen, Vergleichen und Experimentieren zu einem Ergebnis zu kommen, das für uns verständlich und vor allem anwendbar ist.
Wenn Sie zu jenen Zeitgenossen gehören, die der Astrologie ablehnend bis skeptisch gegenüberstehen, aber dennoch nicht einfach ungeprüft sich Vorurteilen anheimgeben möchten, weil das nicht ihre Art ist, oder wenn Sie im Prinzip annehmen, die Astrologie sei so etwas, wie eine überwundene, abergläubische geozentristische Lehre, aber dennoch sich nicht davon abhalten lassen wollen, Argumente zu hören, die dazu erdacht wurden, ihnen zu erklären, warum und wie genau die Astrologie heute dennoch auch eine durchaus wissenschaftliche Seite hat, dann freue ich mich, Ihnen zwei Seiten der Astrologie aufzuzeigen, von der die erste die objektive Seite ist.
Ob meine Argumente auch geeignet sein werden, jemanden zu überzeugen, der der Astrologie in tiefer Feindschaft verbunden ist?! Im Prinzip sicherlich ja, denn Argumente sind ganz neutral und auch prinzipiell emotionalisierten Gegnern zugänglich, wenn sie sich mal einen Augenblick Zeit nehmen.
Die Vertreter der Naturwissenschaft stellen an die Astrologie die Frage, ob es sich bei ihrer Sache um eine objektiv nachvollziehbare Disziplin handelt. Tut es das?
Ganz eindeutig ja. Entgegen allen landläufigen Meinungen, die kursieren, ist die moderne Astrologie für jeden leicht und ohne Geheimniskrämerei objektiv nachvollziehbar. Das Modell der Planeten und Punkte ist ja in den wahren astronomischen Zodiak des astronomischen tropischen Jahres eingebunden – wird also durch das Werkzeug des Horoskops objektiv im Sinne einer nachvollziehbaren Methode dargestellt, die neben jeder anderen objektiven Methode – dem Fernglas oder Mikroskop – oder der Statistik – bestehen kann (Siehe auch Paul Feyerabend „Erkenntnis für freie Menschen“).
Um zu verstehen, auf welche Weise Objektivität auf Astrologie zutrifft, ist es nötig, sich klar zu machen, was Astrologie heute eigentlich ist: der wahre Spiegel des Selbst.
Viele haben schon einmal einen Zodiak-Kreis gesehen, in dem nach den eigenen Geburtsdaten Positionen von Planetensymbolen außen am Kreis angebracht sind. Und es ist gleichfalls bekannt, daß diese Planetensymbole so auf diesen Kreis projiziert sind, daß wir uns die Erde im Mittelpunkt vorstellen. Und weiter haben die Symbole, die Position ihres „Standes“, ihre Bewegungen und geometrischen Verbindungen nach gewissen Symmetriegesetzen, soweit haben wir das beobachtet, für uns eine bestimmte Bedeutung. Wir leugnen nicht das heliozentrische Weltbild, aber wir stellen nicht die Sonne, sondern Dich ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Das Horoskop ist ein Bild Deines Charakters.
Der große Astrologe Kepler spricht sich hier gegen die Vorhersage von „Particularsachen“ mittels Astrologie aus – worüber sich streiten läßt, denn auch seine Deutungen zum Wallenstein weisen auf solche – er sah sich aber gehalten, die Astrologie in seiner Schrift „Von den gesicherten Grundlagen der Astrologie, Neue Erörterungen im Rahmen der Kosmotheorie mit einer Prognose für das Naturgeschehen zu Beginn des Jahres 1602 nach Christi Geburt: Für die Philosophen geschrieben“ im Jahr 1601, dem Todesjahr Tycho Brahes, ausdrucksstark gegen ihre Feinde zu verteidigen:
„Was über beide Teile der Astrologie jener (Cicero, M.T.) sagte, das glaube ich heute am ehesten im Falle der deutenden, die ein Teil der Naturkunde ist, sagen zu müssen. Denn wer Horoskope berufsmäßig aufstellt, muß vor allem zwei einander entgegengesetzte verbreitete Ansichten mit hoher Gesinnung übersehen und sich gegen zwei Angiffe niederer, verächtlicher Gesinnung wappnen, die Ruhmsucht und die Furcht. Denn da die Wißbegier der Menge groß ist, ist derjenige im Geiste unrein, der um der Gunst der Menge willen und wegen eitlen Ruhmes entweder etwas verbreitet, was die Natur nicht zeigt, oder die wahren Wunder der Natur verkündet, ohne die tiefren Gründe zu beachten.
Dagegen stehen diejenigen, die meinen, es zieme sich für einen ernstzunehmenden Mann und Philosophen nicht, daß er an einem Gegenstand, der den Schmutz so vieler alberner und sinnloser jährlicher Wahrsagerei an sich trage, den Ruf seiner Geistesgaben und die Ehre seiner Bildung auf´s Spiel setze und der Neugier des Volkes und dem Aberglauben von Schwachköpfen Nahrung gebe, indem er gewissermaßen Öl ins Feuer gieße. Ich gebe zu, daß dies mit großer Wahrscheinlichkeit eingewandt wird und geeignet ist, einen auf seine Ehre bedachten Mann, wenn er schwerwiegendere Gründe nicht hat, von der Verfassung solcher Schriften abzuschrecken.
Wenn jedoch jemand für seinen Entschluss genug Gründe hat, die in ihrer Art Leuten mit offenem Blick gegenüber für sich sprechen, kann er für nichts anderes als ein Feigling gelten, sofern er sich durch die genannten von anderen und von außen kommenden Widerwärtigkeiten von seiner Absicht abschrecken läßt aus Sorge, es könnte Gerede entstehen, und aus Furcht vor Verleumdung. Denn wenn auch ein großer Teil der Lehren in dieser Kunst durch die Spielereien der Araber seinen Wert einbüßt, so sind deshalb dennoch nicht die darin enthaltenen Geheimnisse der Natur Nichtigkeiten, noch dürfen sie zusammen mit Nichtigkeiten ausgeteilt werden: Vielmehr gilt es, die Perlen aus dem Schmutz zu suchen, die Ehre Gottes zu offenbaren, indem man sich Naturbetrachtung zur Aufgabe macht, durch sein Beispiel andere zu ermuntern und seine Mühe darauf zu richten, daß dasjenige, was einst zum besonderen Segen des Menschengeschlechtes dienen konnte, unter allen Umständen aus dem Dunkel der Unwissenheit ans Licht gehoben wird.“
Übrigens sind die Horoskope noch nicht lange rund; noch bis zur Entdeckung des Uranus etwa – da steht er in den Zwillingen/Zeichen des Wissens – also bis 1781 – wurden die Horoskope quadratisch erstellt, und da man diese Technik in Indien auch ausübt, wurde sie seit Alexanders Zeiten, denn er brachte die Astrologie aus dem Westen in den Osten, quadratisch gezeichnet.
Mit Uranus veränderte sich die Astrologie entscheidend. Eine Kunst, von der man schon Abschied zu nehmen sich angeschickt hatte, weil sie so schwer zu verteidigen schien, wurde völlig erneuert.
So hält sich Astrologie aus uralten Zeiten beharrlich in unserer Gegenwart und beansprucht – scheinbar wider alle Vernunft – einen Platz in Herz und Hirn unserer Gesellschaften. Für viele Zeitgenossen ist die Existenz einer solchen – Wissenschaft?/Religion? – eine bis zur Unerträglichkeit gesteigerte Beleidigung der menschlichen Vernunft, ein Widerspruch zum Zeitalter der Aufklärung. Sie sehen in Menschen, die sich der Astrologie verschrieben haben, bestenfalls solche, deren Intelligenz sich selbst einen Streich spielt. Und gerade das Beharren am ewig Gestrigen – so denken diese Zeitgenossen – hat für sie zu tun mit der mangelnden Kraft und Entschlossenheit, auch das Elend dieser Welt zu bekämpfen, das in „selbstverschuldeter Unmündigkeit“ auf seiner Abhängigkeit besteht. Solche, die den astrologischen Beruf ausüben, halten sie deshalb entweder für Verrückte, die dem sogenannten „Barnum-Effekt“ (allgemeine Aussagen über sich persönlich nehmen; – P.T. Barnum war Zirkus-Direktor und Politiker in den USA) aufsitzen und Glaube mit Vernunft verwechseln, oder – schlimmer noch – für Scharlatane, die sich mit Lügen das Vertrauen ihrer Mitmenschen erschleichen, diese quasi hypnotisch manipulieren: – zu dem Zweck, einen rein materiellen Vorteil davon zu haben.
Vollkommen abwegig ist für diese Zeitgenossen die Vorstellung, Astrologie könnte irgendwie real sein. Und zwar so abwegig, daß die zu überbrückende Lücke wie ein Abgrund erscheint, in dem manche versinken würden, währen sie gezwungen aus vernünftigen und logischen Gründen anzuerkennen, daß sie die Astrologie falsch beurteilt haben.
Was ist Astrologie?
Es reicht zunächst, wenn wir uns das Horoskop als Uhr vorstellen, hübsch bunt und mit einigen Zeigern dran. Ob Sie wissen, was die Zeiger bedeuten, spielt zunächst keine Rolle. Nun stellen Sie sich vor, ein jeder Mensch, Frau & Mann und alle – trügen eben so eine Uhr mit sich. Sodann: Menschen treten miteinander in Beziehung, oder sind sogar miteinander verwandt. Wenn sie das tun, können Astrologen das Horoskop lesen, in all diesen Beziehungen Muster erkennen, die deutlich die Art der Verbundenheit aufzeigen, mit verblüffender Klarheit.
Messbar ist das z.B. durch einen Faktor: „auffallend unzufällige Verknüpfungen“, denn diese Verknüpfungen sind nicht beliebig oder gar nur leicht statistisch relevant, sondern sie sind – gedeutet nach klarem astrologischen Regelwerk, für jeden Astrologen sofort nachvollziehbar – und höchstens in der Deutung abweichend.
Im Grunde war die Zusammenarbeit zwischen Astronomie und Astrologie insbesondere seit der Entdeckung von Uranus durch Wilhelm Herschel ausgezeichnet (auf 24 Grad Zwillinge in Opposition zu Saturn/Mars im Schützen am 13. März 1781 zwischen 22:00 und 23:00 Uhr in Bath, GB), denn obwohl viele Jahre lang oft nicht klar war, wie ein neuer Planet benannt werden sollte – bei Uranus war Herschel im Gespräch und „Georgium Sidus“, „Georgsstern“, bis schließlich, wie bei Neptun (sollte heißen: „Janus“, „Oceanus“, „Le Verrier“), Pluto („Kronos“, „Minerva“) und sogar Chiron („1977 UB“) – später jedoch sich die Namen der Planeten auf wundersame Weise genau dort einpendelten, wo sie im Gebäude der Astrologie/Psychologie/Mythologie eben jenen Platz fanden, der perfekt durch die mythologische Bedeutung der Namen repräsentiert wird, weil sie Geist und Zeitgeist spiegeln und nach Beobachtung weiterführen. Man kann also wirklich von einer wunderbaren Zusammenarbeit sprechen zwischen Astronomie und Astrologie, bis in die jüngste Zeit hinein.
Den Sinn-Leugnern, genannt auch Nominalisten (Parmenides nennt sie die „Doppelgesichtigen“, die nicht unterscheiden könnten zwischen „Sein und Nicht-Sein“), entspricht Naturwissenschaft als Ideologie. Die Auseinandersetzung mit den Realisten z.B. zu Zeiten von Jan Hus – Hus war Realist – an der Prager Universität, die Karl IV als erste Universität nach Paris auf der Alpennordseite gründete, wurde fundamental-religiös ausgetragen – die Nominalisten brauchen aber immer eine Metaphysik – das sind z.B. die „Naturgesetze“ – die über allem stehen und quasi verklärt nicht weiter philosophisch hinterfragt werden dürfen, wie die Opferweihe in der katholischen Kirche.
Da den Nominalisten logisch immer der Sinn verwehrt bleibt – denn man kann ihn nicht haben, wenn man ihn leugnet – ; — : ; … braucht ihn aber bereits, um ihn überhaupt leugnen zu können: und entkommt dem Sinn, dem logos – λόγος – nie – neigen sie natürlich in kompensatorischer Ohnmacht des sich selbst leugnenden Geists zu allen Formen der Gewalttätigkeit, die sich auch in ihren Werken (Atom-Bomben z.B.) kundtut – und die nach 1975 durch das „Statement von 186 führenden Wissenschaftlern gegen die Astrologie“, das in der September/Oktober Nummer 1975 der amerikanischen Zeitschrift „The Humanist“ erschien, zu einer neuen Entwicklung des Konflikts führte (siehe Paul Feyerabend, „Erkenntnis für freie Menschen“ S. 181).
Die stille Freundschaft zur Astrologie, mit der man sich seit Beginn der Neuzeit in einen hellenisch antik begründeten humanistischen Gegensatz zur klerikalen Welt stellen konnte (erwachsen aus der bis WWII noch halbwegs intakten klassischen Bildung der „Forscher“), wurde aufgekündigt – besiegelt vielleicht noch durch den letzten im hellenischen System – Chiron 1977 – entdeckt durch Charles Kowal auf 3 Grad Stier – wo er übrigens auch stand bei Uranus Entdeckung durch die Geschwister Herschel.
Nun verstand es aber in Folge der Religionskriege und der Krankheiten aus der neu entdeckten neuen Welt und der damit einhergehenden Glaubens-Erschütterungen namentlich der Nominalismus („Dinge sind nur Namen, Namen haben nichts mit Dingen zu tun“), sich zu verbinden mit dem Materialismus („Nur das Ding existiert“): sich damit aus der Alchemie das Äquivalenzprinzip des chemischen Materialismus zu borgen – und wurde so aus praktischen Gründen zu der Philosophie der Naturwissenschaften, damit diese sich ungehemmt entfalten könnten und frei von Verantwortung & Metaphysik zu wirken glaubten.
Doch, wie wir alle wissen: auf der Suche nach dem, was wir Materie nennen, begegnet uns im Allerkleinsten, das wir durch Quantifizierung mysteriöser Weise nach ganzen Zahlen zu berechnen und zu steuern gelernt haben (Chemie, Quantenphysik) letztlich keine Materie, sondern nur Energie in nur meist berechenbaren Zuständen.
Der Maßstab zur Berechnung jeder Formel löst sich im Unendlichen auf, die Relativität wird als universeller Begriff automatisch paradox, weil sie sich selbst relativiert, löst sich in der Irrationalität des eigenen widersprüchlichen Maßstabs, auf sich selbst angewendet, auf.
Je tiefer wir forschen, desto weniger wissen wir von „Materie“ – desto mehr wird sie reine Gedankenform – ein metaphysisches „virtuelles Austauschteilchen“ – bloße Grafik auf dem Bildschirm und Teil der unerkannten astrologischen Symmetrie der Zahl 12 – dem Jupiter-Jahr.
Daß es einen Sinn-Zusammenhang zwischen Mensch und Sternen gibt, behauptet nun die Astrologie ganz offen – und benennt sich deshalb auch so mit Namen.
Nachdem die Nominalisten zu einer neuen Runde der Feindschaft erwacht waren, weil der Verlust der klassischen Bildung im wahrsten Sinn des Wortes keine Rückbindung, keine Religio, also Rückbindung an die eigenen Wurzel mehr ermöglichte, stellt sich die Astrologie als ein im Schatten des Unbewußten der Wissenschaft selbst perfekt wiederauferstandenes, uraltes, aber frisch modernisiertes Mysterium dar, das ganz im Sinn des neuen Menschen Europas, des Individualisten, sich im Dreiklang Psychologie – Mythologie – Astrologie zur neuen Königin der Bewußtseins-Wissenschaften erhoben hat.
So wie die Kypernetik (Steuerungstechnik) physisch die obsolete Metaphysik ersetzt – pflanzt sich gewissermaßen gerade die Astrologie als sinngebende Wissenschaft auf jenen Teil der überwundenen Metaphysik, der sich als Kybernetik unabhängig vom Sinn wähnte, richtungsgebend auf: diktiert der Maschine den Sinn: und der Sinn ist wieder Mensch.
Nun haben wir also von aller Philosophie übrig einzig und allein die Astrologie (und die Kybernetik), die zwar den Menschen abbildet, wie ein Uhrwerk, doch in wundersamer Umkehrung gerade im Extrem der Entwicklung auf dem Computer (dem Super-Uhrwerk) aus dieser geometrisierten und „enträumlichten“ Darstellung des Himmels zum Zeitpunkt des ersten Atemzugs – ein Seelenbild hervorzaubert, das genau das erreicht, was für die Menschheit überlebswichtig ist:
- nur in der Astrologie wird die Technik wesenhaft dem Menschen zu Diensten gemacht, denn nur hier wird die große Maschine zum Spiegel der Seele: und damit der technisch versehrte Mensch wieder menschlich, weil der Mensch sich durch Astrologie „dem Wesen der Technik öffnen“ kann, und Technik doch gleichzeitig – und das ist das Wichtigste und etwas völlig anderes, wie die unmögliche „Beherrschung“ von Technik – aus dem Zusammenhang der maschinellen Funktion gleitet, weil sie eine seelische dazubekommt.
Astrologie befreit Technik aus dem Zusammenhang ihrer Funktion, weil sie im Horoskop die Möglichkeit hat, nur der befreiten Seele des Individuums zu dienen, was ihr eigentlicher Zweck wird.
Das besonders Wertvolle an der Astrologie ist gerade, daß sie zwar ein „Werkzeug“ im weitesten Sinn des Wortes ist, aber im Kern ihrer auf´s höchste entwickelten Nützlichkeit der Gewinn an Selbsterkenntnis den Funktionsgedanken naturgemäß überwindet.
Eine Technik also, die recht eigentlich zum Eingang des modernen Tempels – des Lebens selbst – wurde, eine Mysterienstätte der Selbsterkenntnis an genau dem Punkt, wo der Mensch nicht mehr in den Himmel, sondern nur noch auf dem Bildschirm schaut. Es ist eine Wiedergewinnung, Perfektionierung des mechanischen Zahnradwerks der Antike mit ihren astrologisch/astronomischen Tabellen auf binärer Basis (Mechanismus von Antikythera).
Das nun ist der Grund für die neuen Feindschaft: denn da Astrologie am Ende der Philosophie die wahre Erbin der Metaphysik des Menschen ist, muss der andere Zweig, der ebenfalls erbschaftsberechtigt ist, sich den Werkzeug-Charakter von der Astrologie zuweisen lassen: solchermaßen – wo es keine schwesterliche Übereinkunft mehr gibt – entkommt die Astronomie ihrem alten Fluch – nur Hilfswissenschaft für die höheren Weihen zu sein – nicht, und versucht daher ganz primitiv die eigene Vergangenheit zu leugnen, indem sie die Astrologie, die sich ihrer Nomenklatur nicht grob öffnen kann, einfach entsorgt.
Das kann man schon heute in jeder Ausstellung beobachten („Astronomische“ Tafeln aus Nürnberg, Dürer-Haus 2015), wo es um mittelalterliche Sternenkunde geht: wenn´s möglich ist, wird umbenannt, ansonsten im Ton der Gewissheit die Astrologie als naive Irrlehre vergangener Zeiten ins Märchenhafte entrückt.
Nun gilt es aber zu bedenken, daß die Astronomie in Wahrheit selbst eine Astrologie ist, insofern Astrologie als Sinn-Deutungs-System des Himmels zu verstehen ist. Denn zwar fordert der Materialismus ganz im Sinne seines Herrn, des Nominalismus, daß alles letztlich Materie sei (oder, was man sich darunter vorstellt) und nach Gesetzen regiert wird, die mit der Realität der Dinge keinesfalls unmittelbar zu tun haben; – zwar beansprucht die Astronomie in diesem Sinn jeden Himmelskörper oder jede diesbezügliche Dynamik neutral einordnen zu können, aber sie muss das alles deuten vor dem Hintergrund einer Vorstellung vom Raum, der, wie alles in der Naturwissenschaft, die idealiter nur Objekte und keine Subjekte kennt, hinter dem Urknall bzw. Multiversum das blanke Nichts ansiedelt, das solchermaßen zum einzig astrologischen Deutungskriterium der Astronomie selbst wird: als Astrologie ist die Astronomie eine nihilistische Astrologie, die statt den Menschen – wie unsere wahre Astrologie – ins Zentrum das blanke Nichts stellt, vor dessen Undenkbarkeit – wie erwähnt – schon Parmenides gewarnt hat.
Was also ist Astrologie?
Mit dem Horoskop, das auf deine Geburtszeit berechnet ist, hältst Du eine Grafik in der Hand, mit der Du alle Gesichtspunkte auf´s genaueste betrachten kannst, die mit Deinem eigenen Wesen, Deinem persönlichen Charakter zu tun haben, und zwar auch – und das macht Astrologie besonders wertvoll – inwiefern Dein Wesen in Austausch und Wirkung mit den anderen und der Welt zu tun hat.
Kritiker der Astrologie werfen ihr vor, dieses Bild sei wissenschaftlich nicht erwiesen und auch prinzipiell nicht überprüfbar, man hätte das soundso oft schon statistisch versucht, und dabei sei nichts rausgekommen.
Das ist aber falsch. Tatsächlich kann Astrologie heute, auch nach strengen naturwissenschaftlichen Kriterien, objektiv erfasst werden.
Wie geht das?
Indem das persönliche des Horoskops zu den anderen in Beziehung gesetzt wird. Erst dann nämlich zeigen sich die Muster, die z.B. in Beziehungen unzufällig sind und ganz eindeutige Bestimmungen und Neigungen des Horoskopeigners offenlegen.
Solches kann mit jedem Horoskop gemacht werden.
Das ist freilich ein bischen komplizierter, als reine Statistik und wird durch deren Möglichkeiten nicht berührt. Naturgemäß sind die Kritiker der Astrologie nicht bereit, sich auf eine etwas komplexere Untersuchung einzulassen, nicht zuletzt deshalb, weil sie ja von vornherein nur beweisen wollen, daß Astrologie nicht „funktioniert“, sie fragen nicht Ergebnis-offen.
Für die Nutzer der astrologisches Weisheit spielt das keine Rolle, denn wenn man einmal erkannt hat, daß das Horoskop ein Spiegel des eigenen Wesens ist, öffnet sich das Tor zur (Selbst)-Erkenntnis.
Die ganze Richtung unserer naturwissenschaftlich/materialistisch ausgerichteten Welt negiert die Existenz von Seele und Individualität, und fühlt sich daher von einer Wissenschaft herausgefordert, die gerade die Seele und das Wesen des Menschen in den Mittelpunkt stellt.
Wer glaubt, er habe kein Wesen & keine Seele, wie viele unserer Naturwissenschaftler, kann deshalb mit Astrologie nichts anfangen.
Aus diesem Grund ist die Astrologie die zentrale Brückenwissenschaft zur Entwicklung eines neuen menschlichen Bewußtseins und wird daher von all denen, die in ihrer Persönlichkeitsentwicklung tief in den Gruppen-Mentalitäten und dem abstrakten Monotheismus der Mathematik stecken geblieben sind, auf´s Erbittertste bekämpft – was nicht bedeutet, Mathematik sei kein gutes Werkzeug! Man muss aber Werkzeug und Meister auseinanderhalten können. Die Welt ist eben keine Zahl …
Mit freundlichen Grüßen,
Markus




























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