Merkur stillstehend direktläufig

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Liebe Leser,

„Je weiter Merkur zurückgeht, desto weiter zurück liegen die zentralen Begebenheiten“, schreiben Louise Kirsebom & Johan Hjelmborg. Auf mich trifft das wahrlich zu (und jetzt ist Merkur am weitesten zurück!) – ich bin dankbar für das Bild: wir wachsen, wie mir scheint, dann in die Bewußtseinsseele hinein, wenn wir unser Bewußtsein und die äußeren Ereignisse synchron beobachten. Zusammen sind das 3 Stationen: innen, außen, Ich. Das ist dann durchaus faszinierend und der Beachtung wert: innen, außen, Ich. Greise Menschen werden, wenn sie sterben, langsam und lieb wie uralte Schildkröten, auch ein Merkur-Symbol für die Leier, die er ursprünglich stiftete aus dem Panzer der Schildkröte.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

6 Gedanken zu “Merkur stillstehend direktläufig

  1. Lieber Markus,
    wollte schon immer die Bibel in Hexameter bringen. Immer wieder gescheitert. Nun wieder angefangen. Bei stationärem Merkur in der Jungfrau … Danke für den Hinweis.

    Sing mir, o Muse, von Christus, dem HERRN,
    göttlichem Wohltäter glaubender Menschen.
    Wie er zur Erde hinabstieg und lernte,
    dem Willen des ewigen Vaters zu folgen.
    Wie dann, nachdem die Leiden genossen,
    zum Hades er drang und wiedererstand.
    Gen Himmel auffuhr, zur Rechten sich setzte,
    neben den allesbewirkenden Schöpfer.
    Doch seine Jünger niemals vergaß,
    sondern mit geistlichem Beistand anführte.
    Singe, die alten Geschichten verkündend.

    Einst, als der mächtige Alte beschlossen,
    nicht mehr alleine im Weltkreis zu bleiben,
    ließ er dem Ratschluss, Welten zu schaffen,
    alsbald auch wirkende Taten nachfolgen.
    Er warf sein leuchtendes Wort in die Runde,
    schon erstrahlt es als Licht in den Sphären.

    So gut, so schön. Doch das war nicht alles.
    Der alte Drache des kreisenden Meeres
    ward bei der Fluten Grund festgefesselt.
    Ewig wirbelnde Wasser zertrennt er,
    der Alte – halb oben, halb unten zur Hälfte.
    Dazwischen lugt eine Welt keck hervor.

    Länder und Berge, Fluren und Felder,
    ganz ohne Bewuchs, noch grünte kein Keim.
    Jetzt aber schon ersprossen sich Bäume,
    Fruchttragend, selber Frucht, Gräser und Halme.
    Unter des Himmels Stirn ward es grün.
    In Seen und Teichen sollte sich spiegeln
    der oberen Welten Liebreiz und Glänzen,
    deshalb schuff Gott mit wenigen Rufen
    Sonnen und Monde, Sterne, Planeten,
    schweiftragend sowohl als auch ganz ohne Schwanz.
    Sie alle hält er fleißig am Kreisen
    die Zeiten zu zeigen, Äonen zu trennen
    offenbar machen sollte die Pracht
    göttliche Pläne und ewigen Ratschluss.
    Im Antlitz der Wasser tauchen nun auf
    die Sterne als leuchtend freundliche Augen,
    dem Ängstlichen aber als Fratzengesicht.

    Als nun das vierte Werk so vollendet,
    warf der Herr eine Null in die Lüfte.
    Das Kind in der Schule gerät nicht selten
    in heiliges Staunen der Zahlen wegen.
    Erstgeboren, noch vor der Zeit. Wer seid ihr?
    Eins, zwei und drei. Die vier dann. Und Fünf.
    Langsam stieg auf die Null zu den Sternen –
    langsam wieder versank sie im Wasser.
    Dort, wo sie still stand, bilden sich Wesen.
    Eierlegend der Fisch und der Vogel.
    Nullen gleichen die Eier der Tiere,
    die sich in Luft und Gewässern tummeln.
    Derart erschuf sie in spielender Weisheit
    Gott, der die Zahlen als Helfer berief.

  2. Bibel Teil 2

    Leer ist die Erde. Tiefen und Lüfte sind zwar erfüllt.
    Aber der Boden schweigt noch in Trauer.
    Drum schuf der Ewige Tiere zuerst,
    Vierbeiner sollten als Vorbild dienen,
    IHM, der als Urbild sich selber erwählte.
    Ziel ist der Mensch, ein aufrechtes Wesen.
    Mann und Weib – zwiefach, ein Wunder des Rätsels.

    Vorerst aber beschenkt ER die Erde
    mit rollenden Schlangen, kriechenden Nattern.
    Käfer und Schwebzeug, Maus, Hund und Frettchen,
    auch schon der Affe kreischt im Geäst,
    Rinder im Grasland, der Löwe auf Raubzug.
    Riesige Echsen sanken dahin,
    zu groß geriet IHM der Leib der Giganten.
    Eispanzer wälzt er über die Erde,
    Kometengewitter, löscht ER sie aus.
    Und neu formt der Alte der Atmenden Schar.

    Als nun alles gar lieblich vollendet,
    senkt sich das sechste Tagwerk dem Ziel zu.
    Fast ist die Zeit schon gänzlich verbraucht,
    da holt der Schöpfer zum Werk noch einmal
    die segnende Rechte aus und befielt:
    „Nun komme der Mensch, das Tier, das uns ähnelt.
    Mischung aus Vieh, Gott und ewigen Engeln!
    Er sei als König der ganzen Geschichte
    Hauptwerk. Und leide die Freiheit vom Zwang.
    Alles, auch uns, leg ich Alter zu Füßen.
    ihm, der das riesige Risiko trägt.
    Ihm, dem als Bild ich selber zu Diensten.
    Er kann das Ganze leichtfertig vernichten.
    Er kann es, will er, für immer bewahren.
    Derart sprach nun der Alte, derweil fast
    Sabbat geworden, die Pause der Zeiten.

    Hervorgehen ließ der entschlossene Walter
    Adam, schon stand er und torkelt umher.
    Ein Lehm-Mann, geformt aus der Erde des Ackers.
    Fällt und steht auf. Stürzt und besinnt sich.
    Gott haucht ihm ein vom eigenen Atem
    ein Weniges. Luftstrom. Da wankt er nicht mehr.
    Tut seinen Mund auf und stammelt Worte,
    die die Engel ihm lispelnd verraten.
    Ich und das Du. Gott und Materie.
    Essen und Trinken. Liebe und Nichttod.
    Den Tod gab es nicht auf der freundlichen Welt.

  3. DIE BIBEL (Teil 3)

    Das Du-Wort Adams verhallt im Leeren.
    Niemand ist da, den Ruf zu vernehmen.
    Traurig schleicht abends Adam zur Ruhe.
    Alles Vieh paart sich in seiner Art.
    Blöken der Lämmer, Gemecker von Zicklein.
    Es schwingen sich Äffchen im Pamstrauch,
    reichlich gesäugt von sorgenden Müttern.
    Er aber bleibt, als Mensch, ganz allein.
    Kalt ist sein Lager, öde das Traumbild.

    Da erbarmt sich der Gott und formt aus Gewebe
    des Leibes ihm ein liebendes Weibchen.
    Beide erwachen am Fruchtstrauch des Lebens,
    beide schauen umher und es regt sich
    bei Beiden die gleiche Neigung zum andern.
    Schon sieht man sie wandeln unter den Bäumen,
    Adam verrät ihr die Sprache der Worte.
    Eva, so heißt sie, als Mutter des Lebens,
    verrät ihm den Sinn der Dinge und Körper.
    Es dauert der Jubel am sechsten Tag.
    Schier ewig ist er und voller Freuden.
    Dann naht das Verhängnis.

    Der Diener Luzifer, ganz Gottes Liebling,
    Träger immer leuchtender Lampen,
    wollte schon bei der Planung der Schöpfung
    bedenklich die Brauen runzeln vor Gott.
    Nicht wollte er ehren den menschlichen Bruder,
    nicht wollte er dulden die Freiheit des Menschen.
    Luzifer will keinen Lichtglanz verschenken.
    Nichts soll ihm mindern die Schönheit der Sphären.
    Sorge bewegte den kundigen Engel,
    was, wenn der Mensch die Schöpfung zerstörte?
    Was, wenn er Gott und die geistige Welt,
    und auch die Engel leugnend verdürbe?
    Deshalb tritt der Geflügelte Bote
    kurz vor dem Sabbat, der Mensch ist noch feucht,
    hin vor den Allen gebietenden Alten.
    Neigt sich und rät, die Freiheit zu mindern.
    Nicht alles werde dem Neuling erlaubt.
    „Nicht trotz er dem Himmel. Das bleibe verwehrt.“
    Derart sprach zu dem thronenden Gotte,
    vielwissend der Engel, Bewahrer des Lichts.
    Ihm aber entgegnet der Weltenerfinder,
    dem Menschen bleib frei, zu vernichten den Gott.
    Durch Leugnung des Seins für ewige Zeiten.
    Das erst gibt Sinn: Gott bleibt nur bestehen,
    wenn er es wagt, vernichtet zu werden.

    Da bäumt sich der Engel in quälendem Schmerz.
    Schon ahnt er die Dämmerung seines Geschlechts.
    Er will nicht vergehen, vom Menschen verachtet.
    Und bittet den Schöpfer, die Wette zu wagen:
    „Wird einst der Mensch IHN, Gott, neu erschaffen?
    Den er vorher zerstörte durch Leugnung?“
    Das gilt die Wette. Denn hielte der Mensch
    mit seinem Denken zur Leugnung des Gottes
    würde die Freiheit rückgängig gemacht.
    Erschüfe der Mensch aber reuig den Himmel,
    verschwände er, Luzifer, ewig im Abgrund.
    Derart ist der Handel. Und Gott? Er schlägt ein.
    Es reichen die Hände sich oben im Thronsaal
    die beiden ewigen Kontrahenten.

    Und Gott sagt zu Luzifer: „Nimm heute, Engel,
    aus meinem Munde den neuen Namen.
    Nicht Luzifer mehr werd ich dich rufen.
    Satan heißt du vom heutigen Tag an.
    Weil, – du verklagst den Menschen bei Gott.“
    Flugs wandelt zur flüchtigen Schlange der eine
    sich um und der andere betet für Adam.

    Eva und Adam ahnen noch gar nichts.
    Atemlos staunen sie über die Schöpfung.
    Lieben sich täglich und pflegen den Garten.
    Da steht ein Baum mit köstlichen Früchten.
    Gott schuf den auch – er ist wohl das Beste.
    Denn seine Früchte verwandeln das Urteil.
    Alles sieht man, isst man die Früchte,
    im Voraus kommen und wie es ausgeht.
    Böses mit Gutem ist nicht mehr Einheit.
    Gutes und Böses wird unterschiedlich.
    Das ist die Gabe des raunenden Baumes.
    Drin haust der Lichtträger schillernder Haut.
    Nährt sich täglich mit lechzendem Gaumen
    mit üppig saftgebend schwellendem Obst.

  4. federhalter

    DIE BIBEL (Teil 4)

    Ermattet vom Liebesspiel ließen sich nieder
    die Ureltern dort auf grünenden Matten.
    Adam entschlief, es ermattet die Frau ja
    immer den Mann, während dieser dieselbe
    nimmer erschöpfen kann in Äonen.

    Und wie sie so träumt, und wie sie so sinnt,
    gewahrt sie im flirrenden Grün der Gezweige
    Früchte und auch die gemusterte Haut
    der geflügelten Schlange mit Doppelnamen:
    Luzifer-Satan, des wettenden Drachen.

    Spricht sie: „Wer bist du. Wie soll ich dich nennen?
    Was hast du für himmlisch leuchtende Kleider?
    Wo gibt es denn solche, wie kann man sie haben?
    Ich will das auch tragen und Adam betören!“

    Die Schlange – schweigt. Klug ist es zu schweigen.
    Solange der Fragende noch nicht entzündet
    im Feuer der eigenen Absicht nicht brennt,
    erhöht das Schweigen die Temperaturen.
    „So antworte doch, du liebliches Tierlein.
    Wer bist du, was tust du, wie kommst du hierher?
    Ich sah dich noch niemals, verbirg dich nicht weiter.
    Darf ich dein schillerndes Kleid wohl berühren?“

    Die Schlange sagt nichts. Stumm bleibt die Listige.
    Eva erhebt sich und bittet und bettelt:
    „Was soll ich dir geben, für die Erlaubnis?“
    „Koste den Apfel am Schwanz meines Körpers“
    so spricht das Tier, „dann wirst du es wissen.“

    Eva erschrickt. Das tat sie noch nie.
    Es geht ein Gerücht, dass den Koster der Früchte
    die Kosten viel kosten. So rauschen die Blätter.
    „Es ist dies“ – die Schlange ahnt Evas Zweifel –
    „nur böses Gerücht. Es gibt kein Gericht.
    Du wirst alles wissen – bekommst meine Haut!
    Getrau dir die Freiheit!“ Dann wieder Schweigen.

    Es nimmt nun die unglückselig Glückliche
    der Früchte eine rötlich im Rasengrün.
    Oben am Himmelszelt ruft laut der Rabe,
    Warner des malmenden Menschenschicksals.
    Eva jedoch missachtet den Vogel.
    Sie schlägt ihre blendenden Zähne ins Fruchtfleisch.
    Saft rinnt am Kinn ihr herab und beträufelt
    den schlafenden Mann. Erwacht und im Traum noch
    greift er den Bissen und kostet und schluckt.
    So ist es geschehen. Sie sind nicht mehr eins
    und nicht zwei, sondern drei. Wissen um Wissen.
    Auge um Auge. Zahn um Zahn. Wird nun wahr.

    „Was ist das“, fragt Adam, „ich weiß, dass ich weiß.
    Ich sehe mich wissend und kann nicht mehr träumen.“
    „Das geht schon vorbei“, sagt die Frau, „schau die Haut.
    Sieh, der Körper des Leibes schimmert vielfarbig.“
    Durchs Gras schleicht davon die listige Schlange.
    Der Sabbath naht schnell, schon sank die Sonne.
    Die Sterne gehen aus ihren Kammern.
    Kühler wird es und Gott geht spazieren.

    „Wo bist du?“ ruft er. „Wer bist du?“ die Antwort.
    Dann: „Bist du?“ und schließlich „du bist nicht!“
    So endet der Tag, die Schöpfung ist fertig.
    Menschen entsagen dem Zauber des Gartens.
    Gott stellt die Schwertengel an alle Pforten.
    Luzifern aber, den listigen Satan,
    gibt er den Menschenkindern zur Hilfe.
    Groß ist Erkenntnis, noch größer die Weisheit.

  5. DIE BIBEL (TEILE 5 UND 6)
    Der Garten entlässt beide Menscheneltern.
    Dornen und Diesteln trägt meistens der Acker.
    Schweiß treibt die Arbeit, Schmerz das Gebären.
    Kinder kommen und Jahre vergehen.
    Unsicher blieb der Traum an ein Früheres.
    Als man begegnet dem wandelnden Gotte
    einst, unter Bäumen, dem Schöpfer des Weltalls.

    Zwei erste Geburten – Kain und dann Abel.
    Eva säugt sie, Adam schafft Essbares.
    Groß ist die Not, oft darben die Vier.

    Landmann wird Kain – und ein Hirte ist Abel.
    „Lass auf den Feldern nach Gotte uns suchen,
    Der, von dem uns mein Vater berichtet hat.“
    So sprach einst Abel zu Kain, seinem Bruder.

    Gott? Welch ein Wort – ganz abseits der Dinge.
    Und nur vom Hören wussten sie dunkel,
    dass da ein Wesen, freundlich und nahe,
    irgendwo draußen im fernen Gefild lebt.
    Aber die schöne Welt ging verloren.
    Feind ward der Mensch allen Wesen, gefährlich
    sind jetzt ihm jene, die vorher Gefährten.

    Als nun um Mittag die Eltern ausruhten,
    wandern die Söhne weit in die Ebene.
    Nichts regt sich, kein Windhauch kühlt ihre Wangen.

    „Vielleicht, das er käme, wenn wir ihn locken!“
    So redet Kain, der die Münzen erfunden,
    klingende Scheiben aus Silber und Gold.
    Er schüttelt ein Säckchen, es läutet leise,
    lieblich schimmert der Glanz des Metalls,
    aufgesammelt aus steinigem Flusslauf.
    Eingetauscht gegen Waren und Dinge.

    Abel lacht lauthals: „Gott willst du locken?
    Gibt es ihn wirklich, Geld reizt den nimmer.
    Lebloses freut nicht die Lebenerschaffenden.
    Sieh, wie sie hüpfen, schau, wie sie springen.“

    Derart sprach Abel und zeigt auf ein Lämmchen.
    Nachgefolgt ist es den beiden nach draußen.
    Dudeli heißt es, ein neckischer Name,
    Lieblingslamm Dudeli – Abels, des Hirten.
    „Dudeli, Dudeli“ ruft er das Kleine,
    umhalst das Schäflein, herbeigeeilt ist es.
    Wie er es kost und freundlich das meckert,
    donnert’s am Himmel, die Wolken zerreißen,
    Licht, zauberhaftes, fällt auf die beiden,
    taucht Lamm und Hirten in goldenen Glanz.
    Gott liebt das Leben, er schuf es zur Freude.
    Gott liebt den Liebenden, Abel den Hirten.

    „Hier, ich!“, ruft Kain und schüttelt die Münzen,
    Sieh, was ich kaufte bei tauschendem Handel.
    Früchte der Erde, Knollen und Wurzelwerk
    rang ich ab deiner trotzenden Krume.
    Liebliches Gold, das nimmer verwesen kann,
    hob ich und herrlich glänzt während sein Wert.“

    Bevor er geendet, noch redet er heiser,
    dräut der Himmel die Wolken zusammen.
    Als ob die Götter zu hören sich weigern.
    Abel fand Gott wohl, doch Kain ging verloren.

    Da greift der Enttäuschte wütend die Hacke.
    Dudeli will er zornig erschlagen.
    Abel wirft sich jäh über das Lämmchen.
    Will es beschützen mit seinem Körper.
    So trifft der Stahl des Bruders den Hirten,
    nieder sinkt er, zertrümmerten Hauptes.
    Behüter Dudelis blieb er, als Opfer.
    Kain ward zum Mörder Abels, des Hütenden.

    Gott brennt dem Frevler ein Zeichen ins Herz.
    Jeder sieht es, jeder erschauert.
    Fremd muss er wohnen, niemals vergessen.
    Keiner traut Kain – niemand wird Freund ihm.
    Der mit den Münzen – unstet und flüchtig.
    —-
    Fort schlurfte Kain aus dem Land seiner Herkunft,
    wohnt in der Gegend um Not – neue Heimat!
    War nicht allein, ein bärtiger Fremder
    trug ihm die Hacke, begleitet den Schlimmen.
    Sagt: „Bist kein Mörder, ein Unfall nur ist das.
    Wolltest das Lamm doch, das alberne, treffen!
    Trafst halt den Abel, was muss er sich werfen,
    zwischen den strafenden Stahl und das Tierhaupt.
    Derart spricht Luzifer-Satan, der Fremde.

    Seltsame Menschen wohnen in Not dort.
    Kain wird einer der ihren. Wird wichtig.
    Handwerk und Kunst erlernt er von ihnen,
    Handwerk und Kunst erlernen sie durch ihn.
    Ratend und helfend steuert der Böse,
    Technik und Trugbild werden erfunden.
    Menschen und Tierheit vereinen sich häufig,
    Teuflische Dinge geschehen zur Unzeit.
    Töchter der Menschen und Söhne des Himmels
    zählen und zahlen, dichten und trachten,
    züchten und merzen, beten und scherzen.
    Gefertigt wird schnell eine andere Welt …
    Was einmal Einig war – muss nun entzweien.
    Was früher Ewigkeit – stürzt in die Zeit ab.
    Worte als Täuschung, groß wächst der Reim.
    Sinn gattet Sinnloses, Wahrheit wird Schein.
    Kain und Satan begründen die Welt.
    Rätselwerk alles, weil es gefällt.
    Gott geht in Trauer, und er weint um die Welt.

    Letzte Engel, die Luzifer dienen,
    stößt der Verzweifelte endlich hinab.
    Hart auf den Rücken der leidenden Erde
    prallen sie auf und verderben nach Zeiten.
    Kinder haben sie mit den Schamlosen.
    Der heilige Rhythmus der guten Schöpfung – zerstört.
    Kein Dichter konnte mehr singen, und alles ist hin.

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