Rauchschwalben auf der Troja-Mühle

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Liebe Leserinnen und Leser,

mit ihrem „Frack“ gleichen sie den Pinguinen – was sie von den Mauerseglern unterscheidet – die unglaublichen Flieger sind diesen Sommer in Nürnberg in unzähligen Wundermengen unterwegs, Jugendgruppen beim Flugspaß – rasen um die Häuser – und halten uns mückenfrei. Schwalben hingegen sieht man weniger. Zuletzt am Staffelsee, da gibt´s noch so ein bayerisches Disney-Dorf, schon gar nicht mehr wahr …

Schwalben fliegen ganz anders, wie Mauersegler es tun. Sie sind nicht in „militärischen Schrei-Formationen“ unterwegs, die manchmal zu laut sein können (und welchen Zweck genau haben?), sondern sie fliegen eher, wie die großen Schmetterlinge (soweit ich weiß, schweigend) – sie betten sich weich und elegant in die Luft, als würde dieses Element sie etwas leichter tragen, als andere Vögel … Schwalben fliegen so weich dermaßen traumhafte Runden, die immer exakt sind, aber auch – passt das Wort? – nachpendeln – wippen – ihre Bewegungen sind sehr jung – wie die von Babys und kleinen Tieren – und trotzdem – die/der offensichtlich empörte Schwalben Vater/Mutter zeigt es oben – erwachsen. χελιδόνια – das griechische Wort übernimmt die Bewegung – χελι heißt auch Aal – δόνια die Runde – aber in der Lautfolge schwingt hellenisch der Klang mit, den so eine Runde ausmacht … hellenisch ist sehr „schwalbig“ – und die Schwalbe ist ein Venus/Mars Merkur Mond Vogel – wohingegen der Mauersegler ein Mars/Sonnen Merkur Vogel ist … are true, Francis?

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Der Sommer

Das Erntefeld erscheint, auf Höhen schimmert

Der hellen Wolke Pracht, indes am weiten Himmel

In stiller Nacht die Zahl der Sterne flimmert,

Groß ist und weit von Wolken das Gewimmel.

Die Pfade gehn entfernter hin, der Menschen Leben,

Es zeiget sich auf Meeren unverborgen,

Der Sonne Tag ist zu der Menschen reben

Ein hohes Bild, und golden glänzt der Morgen.

Mit neuen Farben ist geschmückt der Gärten Breite,

Der Mensch verwundert sich, daß sein Bemühn gelinget,

Was er mit Tugend schafft, und was er hoch vollbringet,

Es steht mit der Vergangenheit in prächtigem Geleite.

Friedrich Hölderlin

Sommer-Erinnerung im Spätherbst

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Liebe Leserinnen und Leser,

so üppig, wie die Natur uns im Sommer umgibt, mit einer Überfülle von Licht liebkost bei erträglichen Temperaturen unter dem sanftwolkigen Cumulus-Wolken-Himmel – den es gar nicht so oft gibt übers Jahr hinweg  – so sparsam ist zu uns der knappe, oft graue und kaltnasse Tag im Spätherbst und Winter. Wir haben aber viel transformative Gewalt darin verwendet, die dunkle Zeit des Jahres mit dem Gedröhn unzähliger Maschinen, die beängstigend schnell durch die Dunkelheit rasen, zu besetzen, so daß vermutlich die wahre Kraft, die es zu bannen gilt, ebenso stark sein muss. Technik ist Bann-Zauber. Das gilt, unsentimental, auch für die elektrische Weihnachtsbeleuchtung. Wenn wir die Tage im Jahr im Geiste miteinander verbinden, und einen der langen Sommertage durch einen der dunklen Wintertage im Geiste aufwiegen, so finden wir eine besondere Art von Gleichgewicht, wie es auch tatsächlich zwischen den Zeichen Schütze/Zwillinge – oder – wie bald – Steinbock/Krebs besteht. Und daher (sowie aus ganz praktisch historischen Gründen, die Oskar Adler sehr anschaulich erklärt) auch keine eigentliche Jahreszeitbindung der Tierkreiszeichen besteht: Steinbock ist eine „Qualität“, die sowohl im Winter, als auch im Sommer angetroffen werden kann, und das gilt für Jupiter genauso. Obiges Bild meint aber gewiss Jupiter, „No doubt!“

Mit freundlichen Grüßen,

Markus