Astrologie

Susan Sontag

16.01.1933 New York, unbekannte Zeit

Liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte gern an diese bemerkenswerte Denkerin erinnern, deren Spur in Worten wir heute anläßlich ihres Geburtstages folgen wollen. Susan Sontag ist die in Paris geschulte intellektuelle Stimme Amerikas in Bezug auf vor allem ein Rätsel. Die Fotokunst, die Fotografie waren dieser Frau fragwürdig:

Nun mag es heute verwunderlich erscheinen, warum man sich über soetwas Selbstverständliches, wie Fotografie Gedanken machen kann?

„Es scheint, daß ästhetische Distanz ein Bestandteil der Erfahrung ist, die man beim Betrachten von Fotos macht, wenn nicht von Anfang an, so doch im Laufe der Zeit. Die Zeit erhebt die meisten Fotografien, auch die dilletantischsten, auf die Ebene der Kunst.“

Ganz subtil sagt Sontag hier etwas vor allem über Kunst. Was ist es? Ein Rätsel, das wir später vielleicht lösen. Dann fährt sie fort:

„Die „Industrialisierung“ der Fotografie hat bewirkt, daß diese sehr rasch der rationalen – d.h. bürokratischen – Methode, die Gesellschaft zu verwalten, integriert wurde. Fotos, einst als Spielerei betrachtet, sind fester Bestandteil unserer Umwelt geworden – Prüfstein und Bestätigung jener reduzierenden Annäherung an die Wirklichkeit, die man „realistisch“ nennt.“

Hier ist die Venus-Merkur Konjunktion im Steinbock Lehrerin und auch prophetische Hüterin der Wahrheit. Saturn im Wassermann ist die konservative (Saturn) Revolutionärin (Wassermann).

Dann natürlich Mond-Jupiter, – obwohl, wenn man sich das Bild anguckt, eigentlich ein Waage-Mond Anteil im Gesicht bemerkbar wird. Oder nicht? Die Geburtszeit kenne ich leider nicht. Waage-AC wäre auch denkbar, wobei: die Haare: eher Löwe-AC. Dann wäre natürlich auch Jungfrau-Mond denkbar, bei der Ansammlung von Jungfrau-Fähigkeiten, mit denen Sie ihr Werk ordnen konnte und mit dessen Ordnung auch das Fundament der Möglichkeit errichtete, künstlerisch über Kunst nachzudenken und die Fotografie, diese an der Bruchstelle zwischen Mensch und Maschine gelegene Möglichkeit, Dinge scheinbar unendlich zu vervielfältigen. Scheinbare Dinge unendlich zu vervielfältigen, die aber unter Nutzung von maschinell erzeugtem Elektromagnetizismus gleichzeitig überall im Raum sind und nur dort, wo sie – per iPod – abgerufen oder „aufgegriffen“ und im Aufgreifen erst aus einer Vorform von Signalen neu gebildet werden.

Gut, daß wir bei ihr nachlesen können: „Um das fotografische Bild hat man eine neue Bedeutung des Begriffs „Information“ konstruiert. Das Foto ist ein schmaler Ausschnitt von Raum ebenso wie von Zeit. In einer von fotografischen Bildern beherrschten Welt erscheinen alle Grenzen („Rahmen“) willkürlich. Alles kann von allem getrennt werden. Es ist lediglich erforderlich, jedesmal einen anderen Ausschnitt zu zeigen. Die Fotografie befördert eine nominalistische Sicht der gesellschaftlichen Realität, so, als bestände diese aus kleinen, offenbar unendlich vielen Einheiten – wie ja auch die Zahl der Fotos, die von etwas gemacht werden können, unbegrenzt ist.“

Dieses unbegrenzt gilt eben mit dem iPod noch viel mehr. Aber das ist es nicht, was mich bewegt, wenn ich diese Zauberei beobachte, von überall her Bilder und Töne zu senden und zu empfangen. Was mich bewegt, ist die physikalisch-philosophische Frage: wo ist das Bild, bevor es auf dem Schirm am iPod erscheint? In welcher Raum-Zeit Kategorie ist es? Und ist es dort nur ein Bild als Gesamtinformation, oder sind dort unendlich viele „mögliche“ Bilder? Ich nehme an, daß sich hier die Fragestellungen der Quantenphysik an der Schnittstelle zum praktischen Gebrauch tatsächlich manifestieren.

Diese Frage ergibt sich aber auch ganz ohne iPod. Auf dem Erfahrungsfeld zur Erweiterung der Sinne hier in Nürnberg stand mal ein

Hier klicken: Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne

zur Camera Obscura umgebauter Bauwagen, wo sich – sitzend in dem Wagen an den Seiten – beobachten läßt, wie sich ein auf den Kopf gedrehtes „Licht-Bild“ durch ein Linsen-Loch tatsächlich auf dem Kopf stehend an der Gegenwand bildet. Es gibt also ein Natur-eigenes „Bilderzeugungsprinzip“, welches vom iPod nur simuliert wird (und in der Astrologie dem Spiegelpunkt-System zu entsprechen scheint), doch in Anbetracht der Faszination der technischen Revolution, in der wir uns befinden, wird das vergessen. Dieses „Vergessen“ wird durch Filme, wie Avatar auf die Spitze getrieben, wo die Möglichkeit einer anderen, natürlichen Bildwirklichkeit unmerklich doppelt verschlüsselt wird: einmal dadurch, daß der Film mit faszinierenden Bilder eine Gegenwelt komponiert, zum anderen aber dadurch, daß diese Gegenwelt eine Simulation ist, ein Schein, der dadurch gedeckt ist, daß das Medium, der Film, selbst Schein ist: der Schein in einem Schein. Und bei Avatar kommt hinzu, daß der ganze Film die Grenze thematisiert, die zwischen unserer Seele und unserer Wirklichkeit sich tatsächlich abspielt. Wo immer Du die Wahrheit verstecken willst: am Besten hinter der Wahrheit.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Personen

Dr. Liz Greene

Liz Greene

Liz Greene, 4. September 1946 um 13:01 in Engelwood, NJ, USA

Liebe Leserinnen und Leser,

Was es ausmacht, so ein Doktor in Psychologie plus Astrologie, das hat uns diese Jungfrau-Sonnen-Menschenfreundin gezeigt und tut es weiter. Sonne in Haus 10 erlaubt ihr berufliche Entfaltung mit einer starken Haus 11 Betonung in Gruppen – und genau das hat sie mit ihrer Schule in London auch  (gegen den Widerstand ihres Elternhauses, wo andere Erwartungen herrschten) verwirklicht. Nun läuft Saturn durch Haus 10, da würde ich sie gern fragen, ob sie ihren Beruf z. Zt. lieber an den Nagel hängen möchte und – wenn Jupiter durch Haus 4 geht – sich eine kleine Farm kauft, um dort Rosen zu züchten, oder so? Wenn klassisch orientierte Astrologen an der Bedeutung der modernen psychologisch orientierten Astrologie ihre Zweifel haben, sollten sie ein Seminar mit Liz Greene besuchen.

Herzlichen Dank dieser großen Astrologin!

Personen, Weltbild

Theodor W. Adorno


Liebe Leserinnen und Leser,

Nürnberg 14:43 – geboren am 11. September 1903 um 5:30 AM in Frankfurt am Main. Dieses Jahr wäre er hundertfünf geworden. Seinem Gedenken steht nun ein weltgeschichtlich sperriges Datum im Weg. Vielleicht auch daher eine etwas zu späte astrologische Würdigung.

twa

TWA, wie sie ihn nannten, hatte allerdings etwas gegen die Astrologie. Er schreibt ziemlich böse über den „Okkultismus“, wie er es nannte, und hatte dabei keine Ahnung, was Astrologie eigentlich ist. Auch, wenn er wirklich sehr böse über sie redet, kann man ihm verzeihen, denn man versteht sein Motiv und die immerhin ehrenvolle Absicht. Dabei offenbart er sich geradezu in jedem seiner Sätze – und fast alle kann man zitieren, denn er komponiert musikalisch – als doppelte und dreifache Jungfrau, unterwegs zu seinem Fische-Gegenpol:

„Keine Verbesserung ist zu klein oder geringfügig, als dass man sie nicht durchführen sollte. Von hundert Änderungen mag jede einzelne läppisch und pedantisch erscheinen; zusammen können sie ein neues Niveau des Textes ausmachen.“ (Minima Moralia, 51)

Die imposante Pluto-Uranus Opposition zwischen Haus 4 und 10 gibt einen trefflichen Eindruck des Spannungsfeld zwischen Herkunft und Berufung an, und zeigt, wie hoch das Niveau eines (magisch-tonal) kämpfenden Geistes (Mars im Skorpion) sein kann, wenn er in der Lage ist, starke Spannungen kreativ zu „disziplinieren“. Mit der persönlichen Achse Haus 1 – Haus 7 bekommen wir aber auch einen Einblick in die unsere gegenwärtige Zeit mit der Opposition Saturn-Uranus – eben die Zeichen Jungfrau und Fische bewegende Gegensätze, die sich mitten durch Adornos „Wesensachse“ zogen. Sie sind signifikant für seine Auseinandersetzung von Nutzen und Materialismus kontra Geist, den wir ebenfalls überaus real austragen! Seine durch Gustav Mahlers Musik gestiftete Freundschaft mit dem Fische-Geborenen Hans Wollschläger (17. März 1935 in Minden) kann als gelebte Sehnsucht nach dem persönlichen Gegenpol verstanden werden:

“ … es streifte durchaus manchmal das Groteske, nämlich wenn er auch auf Bagatellen in einer Weise ansprach, als müsse er sich fachgutachtlich äußern. Die Überführung in komplexe Syntax und Begriffe stellte in der Sache selber Ordnung her, Struktur; sein Formsinn war lebensbeherrschend. „Schaun Sie, da müssen wir akkurat sein“, sagte er öfter, und in Wien mit leicht wienerischem Tonfall, sich selbst ironisierend; …“ (Hans Wollschläger „Moments musicaux“ S.11)

Ihn als das Gewissen des intellektuellen Nachkriegsdeutschland zu bezeichnen, mag allenfalls auf Grund der Rollenzuweisung eine Zumutung für ihn gewesen sein; eine Tatsache war es gewiss.

Mit Max Horkheimer (14. Feb 1895, Zuffenhausen) schrieb er „Die Dialektik der Aufklärung“

„Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils. Das Programm der Aufklärung war die Entzauberung der Welt. Sie sollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen.“

Es scheine nur so, als ob das aufgeklärte Weltbild dem mythischen überlegen sei. In Wahrheit seien diese beiden Ansätze sehr eng miteinander verwandt. Das Ideal der Aufklärung ist die rationale Erklärung der Welt um die Natur zu beherrschen. In ihr werde der Begriff durch die Formel ersetzt. Durch die argumentative Verteidigung der mythischen Weltdeutung werde das Prinzip der Rationaliät der Aufklärung schon anerkannt. Dadurch werde sie in jeder Auseinandersetzung mächtiger. „Als Sein und Geschehen wird von der Aufklärung nur anerkannt, was durch Einheit sich erfassen lässt; ihr Ideal ist das System, aus dem alles und jedes folgt. Alle Götter und Qualitäten sollen zerstört werden. Dabei übersieht sie, dass die Mythen schon ein Produkt der Aufklärung sind.“ „Als Gebieter über Natur gleichen sich der schaffende Gott und der ordnende Geist.“ Sie haben die gleichen Wurzeln, denn „Mythen wie magische Riten meinen sich wiederholende Natur.“

Und sich wiederholende Natur – dürfen wir ergänzen, ist Astrologie.

„Nach Horkheimer/Adorno ist die Abstraktion das Werkzeug, mit der die Logik von der Masse der Dinge geschieden wird. Das Mannigfaltige wird quantitativ unter eine abstrakte Größe gestellt und vereinheitlicht, um es handhabbar zu machen. Das symbolisch Benannte wird formalisiert; in der Formel wird es berechenbar und damit einem Nützlichkeitsaspekt unterzogen, verfügbar und manipulierbar zu sein. Das Schema der Berechenbarkeit wird zum System der Welterklärung. Alles, was sich dem instrumentellen Denken entzieht, wird des Aberglaubens verdächtigt. Der moderne Positivismus verbannt es in die Sphäre des Unobjektiven, des Scheins.“ (Source: Wikipedia)

Bemerkenswert, wie diese treffende Kritik und die klare Erkenntnis der heute maßgeblichen dogmatischen Diktatur der Naturwissenschaften wiederum nicht in der Lage war, den inneren Widerspruch zu erkennen, der in der Feindschaft zum Esoterischen lag. Da wird dann – chaotischer Fische-Gegenpool mit Jupiter-Kaft – alles vom Faschismus bis zum Spiritismus, vom Okkulten bis zum Ätherleib eloquent und hilflos in einen Topf geworfen und zur Polemik verrührt, an der sich jene tränkten, die vom Leben außer Marx und Gesellschaftskritik ohnehin nichts wissen wollten. Adorno selbst entkam diesem staubtrockenen Wahnsinn durch seine Liebe zur Musik, durchs Klavierspiel, die Komposition. Man muß dies als Zeitgeisterscheinung begreifen: selbst Wolfgang Döbereiner, profundester Astrologe, wettert gegen die Esoterik und begreift sich keinesfalls als Teil derselben. Man hatte einerseits mitbekommen – was heute vergessen ist – daß Naturwissenschaft in Gebilden des technischen Wahns und der Zerstörung zu enden pflegt, wogegen antretend gerade Adorno auf´s gutmütigste mit den Technikern den Dialog suchte, andererseits jedoch ebenso erfahren, daß die Ideologen des Faschismus sich neben Nitzsche und Wagner auch gern und zeitweise die Kaputze des okkulten Priesters überzogen; dennoch wurden manche AstrologInnen in die Konzentrationslager geschickt.

Hier nun war es selbst so großen Geistern wie Adorno nicht gegeben, über ihren Schatten zu springen: der Weg des geringsten Widerstands führte dort hinaus, wo man ein undifferenziertes Gemenge des Unheimlichen vermutete, und wo der berechtigterweise „am beschädigten Leben“ erworbene Fatalismus, der sich durch fast das ganze Werk zieht, und der viel vom Trotz und den tabakverqualmten Buden einer „besseren“, moralisch gerechtfertigten Nachkriegs-Elite unter den Intellektuellen, die Adorno mit anführte, ausmachte – sich als Pathos – Thesen gegen den Okkultismus – Luft machen konnte.

Dabei wußte man eigentlich alles: „Aber gerade dieser Gedanke, gleich allem Wettern über die Lüge, hat eine verdächtige Neigung, selber zur Ideologie zu werden.“

Auf dass es uns selbst anders ergeht und wir von dem großen Lehrer lernen!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Personen

Fritz und Claus Riemann

Foto Markus Termin ©

„Wir wollen auch nicht unterschätzen, dass ein gewichtiges Motiv für die Ablehnung der Astrologie die Trägheit und ein Mangel an Zivilcourage ist. Vielen ist es zu unbequem, einmal aus erlernten Denkgewohnheiten herauszutreten und für eine Sache so viel Zeit und Mühe aufzuwenden, die von der akademischen Diktatur verketzert wird; viele wagen es noch nicht, sich zur Astrologie zu bekennen, auch wenn sie eigene positive Erfahrungen mit ihr gemacht haben, aus Angst, für »unseriös« gehalten zu werden. Autoritätsgläubig oder autoritätsabhängig, können viele es sich auch nicht leisten, und kaum einmal bekommt jemand im Rahmen seiner Ausbildung die Möglichkeit, sich mit diesem Stiefkind der Wissenschaft zu befassen.“ Fritz Riemann; Lebenshilfe Astrologie – Gedanken und Erfahrungen (Einwände gegen die Astrologie), 1976 Fritz Riemann (15. September 1902 03:45 AM in Chemnitz) war nicht nur Astrologe, sondern vor allem Psychologe und Psychoanalytiker, der eine heute noch in jeder Buchhandlung erhältliche Abhandlung geschrieben hat:

Sein Sohn, Claus Riemann (17. März 1951 04:24 München), ist ebenfalls Astrologe, von ihm stammt das wunderbare Buch „Der tiefe Brunnen“. Riemann Senior war Pionier und damit Wiederentdecker einer Methode, derer sich jeder weise Arzt im Mittelalter bediente: dem Horoskop als Wegweiser zur Gesundheit. Dass Fritz Riemann dies mit der seelischen Gesundheit verbinden konnte, macht ihn zum revolutionären Erneuerer der Astrologie. Bemerkenswert an diesem Jungfrau-Horoskop ist für mich vor allem die Verteilung der Planeten auf das erste und das sechste Haus, und wie er wahrhaft sein Leben danach eingerichtet hat. Und mit seinem Sohn, dem Fisch, bekam Riemann Senior eine Ergänzung, die auch in dem völlig eigenen und doch verwandten Stil ein wunderbar stimmiges Bild ergibt. So, wie der Vater Saturn im Haus der Kinder hat, hat der Sohn Saturn in der Jungfrau: geht es klarer? Die Jungfrau ist übrigens der klassische Arzt und Heiler. Am besten nachzuvollziehen in „Asterix und der Avernerschild“.

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Jungfrau-Mond und Löwe-Sonne

Nürnberg – 13:23 von J.K. Rowling existieren mindestens zwei Geburtszeiten, die eine als Skorpion-AC, die andere als Waage-Aszendent. Die Wahrheit scheint mir zwischen beiden Zeiten zu liegen, doch auf jeden Fall noch mit einem Waage-Aszendenten. Ich meine dies sieht man, bedenken wir noch den hilfreichen Jungfrau-Mond, durchaus in ihrem Gesicht. Außerdem gibt es gemäß bestimmter biographischer Details relativ genaue Entsprechungen der Rhythmenlehre, die auf Mond-Pluto Auslösung mit 25 Jahren, also ca. 1990 hindeuten. Zwei mal anklicken!

Hier fällt auf, dass Frau Rowling eine Pluto-Mond Konjunktion hat. Als Löwe-Sonne, die vor drei Tagen Geburtstag hatte, ist das Waage-AC-Horoskop ideal für eine super erfolgreiche Schriftstellerin. Allein schon Jupiter als Herrscher von drei in neun spricht die Sprache von sieben Bänden. Und erst noch Neptun in Haus zwei: „Verdiene Dein Geld mit Fiction“, flüstert hier jede Schneeeule. Sonne in Haus 10 ist tatsächlich das archetypische Mutterbild (und das Lebensziel, der Beruf), und so liegt es sehr nahe, dass Frau Rowling ihre eigene Geschichte von der zeitgleich verstorbenen Mutter im „Stein der Weisen“ verarbeitet hat, wenn die Mutter eine so überragende Bedeutung im Horoskop einnimmt. Haus 11 ist voller Energie. Der Mond an der Spitze zu 12 läßt sie praktisch fühlen, was die Massen brauchen (obwohl man mit so einem Mond, ganz wie Potter, selten selbst Kind sein durfte). Oskar Adler schreibt: „So gewinnt auch der wohlverstandene Egoismus des Jungfraumenschen durch den Mond die besondere Bedeutung eines reellen, im Interesse der Leistungssteigerung der Sonnennatur tätigen Gutsverwalters, der die eigenen Interessen durchaus in denen des Herrn sieht,“ also der Sonne. „Der Mond ist hier am Werke“, schreibt er weiter, „den frohen Lebensgenuss, den Sonne in Löwe liebt, ein wenig zu ökonomisieren.“ „Es ist so der Mond eine Art empirischer Wissenschaftler, aber die Wissenschaft, die hier betrieben wird, ist die Wissenschaft vom eigenen Ich auf empirischer Grundlage.“ Meiner Erfahrung nach macht Mond in der Jungfrau jedes Sonnenzeichen effizient und gleichzeitig vorsichtig, vielleicht sogar unnahbar. Wie bei Fische-Mond und Schütze-Mond spricht Adler hier von Mond-Orakel, der jedoch in diesem Fall gar nicht als unfehlbare innere Stimme, “ sondern als die Stimme der gesunden, wirklichkeitsgemäßen Logik angesehen werden will.“ Auch bei Mrs. Rowling dürfte die Sonnenfinsternis von Freitag eine bestimmte Wirkung entfalten, die etwas mit dem Beruf zu tun hat, denn ihre Sonne steht nur zwei Grad entfernt vom Ort der Finsternis. Als Transitbewegung paßt dazu natürlich Uranus in Haus 6, der die praktischen Dinge des Lebens, den Arbeitsprozess in andere, befreitere Bahnen lenken will. Zwar hat sie schon wieder ein Märchenbuch veröffentlicht, dessen Einnahmen sie spendet, aber ich bin sicher, dass ihr bald noch etwas anderes einfallen wird. „Erdmonde haben ein besonders tiefes und selbstverständliches Verantwortungsgefühl, sie verstehen etwas von tätiger Liebe und unsentimentaler Hilfsbereitschaft,“ schreibt Claus Riemann.

Foto Markus Termin ©

Diesem wasserspeienden Löwen-Kopf am Dürer-Denkmal zu Nürnberg ist, so meine ich, das Menschenantlitz ins Gesicht geschrieben.