Geist

Nobelpreis für Peter

Liebe Leserinnen und Leser,

nein – nicht Peter Sloterdijk – der ihn vielleicht verdient hätte, sondern Handke bekommt ihn: womit natürlich aus Schweden wieder die Kultur zu Grabe getragen wird. Handke mag ein prima Kerl sein – sein Eintreten für die Menschen in Serbien gegen den Strom fand ich bemerkenswert – als Schriftsteller ist er einer dieser Langweiler, die man vor dem Mauerfall als besonders kluge „Kulturproduzenten“ betrachtete: ein Sieg der Vergangenheit. Handke hat nur 1 Thema: sein Befremden an der Wirklichkeit. Kunstfertig ist seine Sprache nicht, sie tut bedeutungsschwanger. Seine frühen Bücher waren Pflichtlektüre im Gymnasium, vorgestellt von LehrerInnen, die frisch von der Uni kamen und ihr linkskulturelles „Rezipienten“-Programm in unschuldige Kinderhirne trichtern wollten: unerträglich, vollkommen vorbei am Interesse heranwachsender Jugendlicher. Wenn man Egozentrik und dummblödes Gelaber – auch Masochismus des Lesers zur Kultur erhebt, ja dann hätte Handke ihn verdient, den Preis.

Wer will denn sowas in Zukunft noch lesen? Das hindert Handke sicher nicht, sich für bedeutend zu halten. Und ist er ja auch: wie jeder andere Mensch.

Was aber stimmt, ist Jupiter im Sonnenzeichen über Venus, im freundlichen Gang über den Aszendenten: das ist klassisch und könnte besser nicht dargestellt sein.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

06.12.1942 06:45 Griffen, außen aktuelle Transite 09.10.2019

Astrologie

Tageshoroskop Jupiter^3

12.11.2018 13:55 „Ordnung“

Liebe Leserinnen und Leser,

Fische steigt auf und entspricht mit Neptun am AC rückläufig genau dem Zeremoniell des Aszendenten: Neptuns Ordnung aus der Vergangenheit rekapitulieren und möglichst rückgängig zu machen: und natürlich lacht dann das ganze Boot, weil die Reise im Boot auf dem Fluss unweigerlich in Richtung Meer geht: – wie verbohrt, an einer Version der Story festzuhalten – Zeit, einzustimmen in kollektive gregorianische Gesänge – oder besser noch: still zu werden, wie es der Jahreszeit und der gaaanz langsamen Venus im eigenen Zeichen bei Sonne in Adler* entspricht:

Die Venus hängt rückläufig und immer langsamer im Haus des Deszendenten eingeschlossen im Zeichen Waage von Merkur ab – weil er Haus 7 regiert – der selbst sehr prominent als Lehrer in Haus 9 läuft, Hermes, Merkur – dem Haus der Lehrer oder des Auslands – allerdings „peregrin“, fremd, frei von essentiellen, also unwandelbaren Würden – weil in Opposition zum eigenen Zeichen Zwillinge – (Merkur als Lehrer braucht vielleicht Chiron – er allein ist auch Clown, Schauspieler, Multitalent, Talkmeister, Präsident – oft unfreiwillig) – Zwillinge lehren schon eine Weisheit – aber erfahrbar ist die gerade in Schütze, der langsameren Frequenz – denn hier ist Jupiter „duzend-groß“ – 12 Jahre sein Rhythmus „um“ die Sonne) Spitze Haus 7 der Lehrer und Priester, der auch den Aszendenten – also den Situationsherrscher – von dort nach dem alten System als Fischer-Herr – das wir immer mitdenken müssen – steuert. Jupiter hatte vor kurzem noch ein Trigon mit den Mondknoten und also eine Tendenz zur Entwicklung entscheidender Einsichten jetzt im Schützen, wo der genaue Mondknotenaspekt noch vom letzten Grad Skorpion seinen Übergang hatte. Jupiter wirkt aus eigenem Haus und Zeichen – und ist Herr von Haus 10 & 1:

Fotos Termin ©

Uranus – inzwischen wieder im Zeichen Widder rückläufig – zeigt jetzt die exakte Quadratur zu den Mondknoten auf der neuen Steinbock/Krebs-Achse – Herrscher ist Mars im Wassermann – dem Gesellschaftszeichen – der aus dem 12 Haus als kollektiver Broadcaster (Technik) seine gesellschaftliche Leistung immer noch mit leichter Lilith-Färbung vollbringt.

Das ist natürlich das Tabu: – ein polynesischen Wort übrigens – das, worüber man nicht nachdenken soll, weil es sich meist ganz offen in der Mitte irgendwelcher überall gebrauchter Begriffe befindet – aber nicht ungefährlich zu erwähnen ist, weil das Kollektiv den Schleier der Hypnose ja nicht ohne Absicht trägt. Wo Lilith weilt, wird das Tabu gerade artikuliert – gesellschaftliche Grenzen überschritten – was unvermeidbar erscheint – hier in Haus 12 – dem Kollektiv selbst – dort ist aber eben deshalb kein ungefährlicher Ort – allerdings wirft niemand groß Aspekte auf diesen wichtigen Punkt am Himmel, den schon die Ägypter kannten.

Mond bildet aus dem Steinbock das erste Sonnen-Sextil nach dem Neumond – wachsende Energie im Zeichen der Unabhängigkeit. Pluto-Konjunktion mit Mond: „Use the force“ …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

*Skorpion = Štír (man beachte die Umkehrung von Laut und Sinn!)

Freiheit

Jungfrau leeres Lehrer-Zeichen – Neptun & Chiron dazu in Opposition

Liebe Leserinnen und Leser,

es sind keine Planeten in Jungfrau und Merkur, der Herrscher steuert von den Zwillingen aus sonnenverbrannt (also nicht objektiv). Passend dazu diese gewiss ungerechten, aber aus der Verzweiflung geborenen Gedanken:

die Generation Neptun & Uranus in Steinbock (also grob 1988 – 1995) – und noch mit Pluto in Skorpion obendrein – wird langsam erwachsen, so dass wir erfahren, wie Realitäts-kompatibel die sind.

Immer ist es ungerecht, alle über einen Kamm zu scheren: sicher gibt es viele Ausnahmen hoffnungsvoller junger Menschen und dafür massenhaft vor allem geistig völlig verkommene „Alte“. Doch im Großen und ganzen sind die Rückmeldungen und auch eigene Erfahrungen von der „Erziehungsfront“ folgende: viele Eltern, ganz gleich, ob heroisch alleinerziehend oder heroisch gemeinsam, haben versucht, ihren Kindern eine freie, unkonventionelle Pipi-Langstrumpf Erziehung zukommen zu lassen. Solches kollidierte bald parallel – zunächst unbemerkt – mit einer Spaß- und Entertainment-Gesellschaft, die – das Versuchungs-Potential betreffend – mit Sicherheit alles in den Schatten stellte, was es an so genannter Unterhaltung jemals auf Erden gab – und die sehr kraftvoll (Harry Potter) jeden möglichen spirituellen Ansatz vernichtete.

Der Staat, mit seiner Schulpflicht im dialektischen Materialismus durch die DDR frisch befruchtet und deshalb unbemerkt aufgepeppt, ist schon seit Napoleons Volks-Militarisierung immer darum bemüht gewesen, sich potentielles Kanonenfutter heranzuziehen. Den deutschen Nachkriegseltern (der 2. Generation) – denen das historisch naheliegend nur zu bewusst war – war auch klar, dass es eine Erziehung dagegen geben musste: um allerdings bald festzustellen, wie unmöglich es war – fast gleich in welcher Schulform – familiäre Vorstellungen auf den Staat zu übertragen – der seine militante Vorbereitung einfach in die Kriegsspiel-Sucht verschob (und auch in der Schulform preußisch militaristisch den Ursprüngen der Volksbildung treu bliebt, unfähig, sich zu reformieren) – und der aktuell Verwunderung heuchelt, wenn die gröbsten Klötze sich von den Perversen in der Levante rekrutieren lassen.

Im Ergebnis danken es die Kinder den Eltern nicht, sondern nehmen bereitwillig das staatliche Angebot der Unmündigkeit und Unfreiheit an – hinter all den Verlockungen, die der Staat bietet: Alkohol, Tabak, Computerspiele, perverses TV, etc. pp. – lauert eine „Vogel-friss-oder-stirb“ Mentalität, die nur heuchelt, dass es überall tolle Mitmach-Angebote gäbe. Viel zu früh (wilde und daher lebendige Jungs und Mädchen haben  kaum eine Chance) führt die Gemeinschaft eine Klassen-Gesellschaft ein: die oberen Plätze für die mehr oder weniger zufällig durchs Gymnasium nach oben Gefallenen und die Anpasser, die unteren für die mehr oder weniger zufällig nach unten Gefallenen und Rebellen. Vom Lehrling zum Direktor wird heute keiner mehr.

Nachdem nun der Staat fleißig mit erzogen hat – oder besser: mit aller Kraft jede sinnvolle Erziehung verhinderte – sind nun – zur Schadenfreude – die Eltern doppelt gestraft: sorgen doch in Deutschland Gesetze dafür, dass Kinder ihre Eltern schröpfen dürfen, bis zum Sankt-Nimmerleinstag: ohne Beispiel auf der ganzen Welt.

Das ist natürlich alles sehr klug vom Staat für seine Interessen eingerichtet: der Sohn denkt anarchistisch und lässt sich aushalten. Aus der Geste der Freiheit und des Aufbruchs der 70ger und 80ger-Jahre wurde dröge Unterhaltung; früher Botschaft, heute style. Vater und Mutter waren ja auch Anarchist und gegen die Bundeswehr, jetzt sollen sie die Suppe ihrer missratenen Brut auslöffeln, die Verräter – der nächste anpassungsbereite Nachwuchs kommt aus der Levante oder sonst wo her.  Dass Vater denkt, Staat sei für den Menschen, nicht Mensch für den Staat, kehrt sich im vermessenen Anspruch nicht gegen den Staat, sondern gegen den Vater. Und Staat wiehert dazu heuchlerisch und höhnisch von „Selbstverantwortung“.

Natürlich jammert die bodenlose Neptun/Uranus in Steinbock Generation über Inhaltslosigkeit und Leere, zu willensschwach und träge, um zu durchschauen, dass all die Unterhaltungs-Angebote nur seitenverkehrte Gesten der Autorität sind, Larven der Freiheit, welche sehr wenigen Menschen Macht & Profit sichern.

Ein Gutes hat das Ganze: wenn man sieht, wie gewaltig der Aufwand ist, der von den Seelenfängern getrieben wurde und wird, kann auch ermessen, wie gewaltig die Gestalt-Kraft wäre, würde sie nicht so wirkungsvoll unterdrückt. Dann wäre Neptun/Uranus in Steinbock – die vorletzte Konjunktion war ab 1820 ! – mehr als die Auflösung alter sozialer „Gesetze“, es wäre – gerade für diese Generation – der beflügelte Aufbruch; allein: die Entwicklung der 20ger Jahre des vorletzten Jahrhunderts führte – nach Auflösung fast aller Spiritualität – in den wissenschaftlich/technischen Materialismus mit all seinen bekannten und absehbar furchtbaren Folgen: der Teil der Vision von Freiheit und Unabhängigkeit, der immerhin kurz und gerade im Deutschen Volk zur selben Zeit keimte und 1848 blühen wollte, entzieht sich heute geradezu in die Undenkbarkeit – die Alternativlosigkeit der Mächte sichert dem Doppelgespann Tristesse und Ablenkung die Herrschaft über die jungen und alten Seelen.

Freiheit wird nicht mal mehr gedacht. 1820 wähnten kühne Geister (Hegel z.B.) den sogar Staat als zu überwindende Übergangsform, parasitär am Menschen.

Wollte man heute Freiheit denken, müsste das leise sein: jede Geste öffentlichen Widerstands, jeder Aufbruch in die Freude kann morgen schon ein frenchise-Angebot sein, eine Call-Center-Stelle, eine pump-gun-Halle oder der neue „Song“ eines Kinderstars hart am Porno-Rand (Manchester), durch den alle, die sonst nichts zu tun haben, die Chance erhalten, gegen die Erderwärmung anzusingen …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S: Ehrenamtlicher Coach (m/w) für 23-jährigen jungen Mann in Nürnberg gesucht: frech, langsam, hochnäsig – aber voller Mitgefühl für die Schwachen und Entrechteten – belastet mit schwer erziehbarem Vater …

Weltbild

Die Erziehung französischer Kinder

französiche Kinder

Liebe Leser,

eine amerikanische Journalistin (schreibt für die New York Times) hat diesen Bestseller verfasst. Wirklich interessant ist die Beobachtung einer Differenz in Bezug auf die Kindererziehung, die in Frankreich viel ernster genommen wird. Und so umstritten ist das Buch auch in den Amazon-Kommentaren. Die Autorin gibt Erziehungstips, die wahrhaft zu funktionieren scheinen, zumindest einen hat sie selbst erfolgreich in ihrer Familie durchgesetzt, wie sie sagt. Fest steht (ich habe das heute beobachtet), daß wir in Deutschland ein Erziehungs-Problem haben: überall draußen kirrende, ihre Eltern erfolgreich erpressende Kleinkinder, die darauf bestehen, das ganze Café ihre Tyrannei spüren zu lassen, was es eben in Frankreich so – zumindest in der Mittelschicht – nicht gäbe.

Und, wie ich jetzt als starke Differenz erfahren konnte – in Bohemia – Tschechien – dem Augenschein nach idealiter auch nicht: dort scheint das Verhältnis von Kind/Erwachsener jedoch von einem Band der Liebe und Zuneigung getragen, was vielleicht keine besondere Strenge notwendig macht. Jedenfalls sind die Kindern dort ganz normale Lausbuben & Mädchen, aber sie nörgeln nicht ständig herum. Angeblich erziehen dort die Großeltern; – Tschechien sei eines der wenigen postsozialistischen Länder, in denen sich die Großmütter nie haben die Erziehung der Enkel aus der Hand nehmen lassen, kein Kita-Sozialismus.

Man kann geteilter Meinung sein über den ein oder anderen französischen Erziehungs-Dressur-Trick, von dem die Autorin spricht, andererseits ist es auch unplausibel und feige, seinen Kindern den festen Rahmen vorzuenthalten, denn sie fühlen sich durch ihn erst geborgen: Eltern, die diese Paradoxie nicht aushalten, wollen selbst noch Kinder sein.

Auf bestimmte Fehler kann man, weil die Autorin sie so durchsichtig macht, verzichten. Sie selbst hat`s immerhin geschafft, ihre Kinder ruhig an den Essenstisch zu bringen, wie sie im Interview sagt.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Personen, Weltbild

Theodor W. Adorno


Liebe Leserinnen und Leser,

Nürnberg 14:43 – geboren am 11. September 1903 um 5:30 AM in Frankfurt am Main. Dieses Jahr wäre er hundertfünf geworden. Seinem Gedenken steht nun ein weltgeschichtlich sperriges Datum im Weg. Vielleicht auch daher eine etwas zu späte astrologische Würdigung.

twa

TWA, wie sie ihn nannten, hatte allerdings etwas gegen die Astrologie. Er schreibt ziemlich böse über den „Okkultismus“, wie er es nannte, und hatte dabei keine Ahnung, was Astrologie eigentlich ist. Auch, wenn er wirklich sehr böse über sie redet, kann man ihm verzeihen, denn man versteht sein Motiv und die immerhin ehrenvolle Absicht. Dabei offenbart er sich geradezu in jedem seiner Sätze – und fast alle kann man zitieren, denn er komponiert musikalisch – als doppelte und dreifache Jungfrau, unterwegs zu seinem Fische-Gegenpol:

„Keine Verbesserung ist zu klein oder geringfügig, als dass man sie nicht durchführen sollte. Von hundert Änderungen mag jede einzelne läppisch und pedantisch erscheinen; zusammen können sie ein neues Niveau des Textes ausmachen.“ (Minima Moralia, 51)

Die imposante Pluto-Uranus Opposition zwischen Haus 4 und 10 gibt einen trefflichen Eindruck des Spannungsfeld zwischen Herkunft und Berufung an, und zeigt, wie hoch das Niveau eines (magisch-tonal) kämpfenden Geistes (Mars im Skorpion) sein kann, wenn er in der Lage ist, starke Spannungen kreativ zu „disziplinieren“. Mit der persönlichen Achse Haus 1 – Haus 7 bekommen wir aber auch einen Einblick in die unsere gegenwärtige Zeit mit der Opposition Saturn-Uranus – eben die Zeichen Jungfrau und Fische bewegende Gegensätze, die sich mitten durch Adornos „Wesensachse“ zogen. Sie sind signifikant für seine Auseinandersetzung von Nutzen und Materialismus kontra Geist, den wir ebenfalls überaus real austragen! Seine durch Gustav Mahlers Musik gestiftete Freundschaft mit dem Fische-Geborenen Hans Wollschläger (17. März 1935 in Minden) kann als gelebte Sehnsucht nach dem persönlichen Gegenpol verstanden werden:

“ … es streifte durchaus manchmal das Groteske, nämlich wenn er auch auf Bagatellen in einer Weise ansprach, als müsse er sich fachgutachtlich äußern. Die Überführung in komplexe Syntax und Begriffe stellte in der Sache selber Ordnung her, Struktur; sein Formsinn war lebensbeherrschend. „Schaun Sie, da müssen wir akkurat sein“, sagte er öfter, und in Wien mit leicht wienerischem Tonfall, sich selbst ironisierend; …“ (Hans Wollschläger „Moments musicaux“ S.11)

Ihn als das Gewissen des intellektuellen Nachkriegsdeutschland zu bezeichnen, mag allenfalls auf Grund der Rollenzuweisung eine Zumutung für ihn gewesen sein; eine Tatsache war es gewiss.

Mit Max Horkheimer (14. Feb 1895, Zuffenhausen) schrieb er „Die Dialektik der Aufklärung“

„Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils. Das Programm der Aufklärung war die Entzauberung der Welt. Sie sollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen.“

Es scheine nur so, als ob das aufgeklärte Weltbild dem mythischen überlegen sei. In Wahrheit seien diese beiden Ansätze sehr eng miteinander verwandt. Das Ideal der Aufklärung ist die rationale Erklärung der Welt um die Natur zu beherrschen. In ihr werde der Begriff durch die Formel ersetzt. Durch die argumentative Verteidigung der mythischen Weltdeutung werde das Prinzip der Rationaliät der Aufklärung schon anerkannt. Dadurch werde sie in jeder Auseinandersetzung mächtiger. „Als Sein und Geschehen wird von der Aufklärung nur anerkannt, was durch Einheit sich erfassen lässt; ihr Ideal ist das System, aus dem alles und jedes folgt. Alle Götter und Qualitäten sollen zerstört werden. Dabei übersieht sie, dass die Mythen schon ein Produkt der Aufklärung sind.“ „Als Gebieter über Natur gleichen sich der schaffende Gott und der ordnende Geist.“ Sie haben die gleichen Wurzeln, denn „Mythen wie magische Riten meinen sich wiederholende Natur.“

Und sich wiederholende Natur – dürfen wir ergänzen, ist Astrologie.

„Nach Horkheimer/Adorno ist die Abstraktion das Werkzeug, mit der die Logik von der Masse der Dinge geschieden wird. Das Mannigfaltige wird quantitativ unter eine abstrakte Größe gestellt und vereinheitlicht, um es handhabbar zu machen. Das symbolisch Benannte wird formalisiert; in der Formel wird es berechenbar und damit einem Nützlichkeitsaspekt unterzogen, verfügbar und manipulierbar zu sein. Das Schema der Berechenbarkeit wird zum System der Welterklärung. Alles, was sich dem instrumentellen Denken entzieht, wird des Aberglaubens verdächtigt. Der moderne Positivismus verbannt es in die Sphäre des Unobjektiven, des Scheins.“ (Source: Wikipedia)

Bemerkenswert, wie diese treffende Kritik und die klare Erkenntnis der heute maßgeblichen dogmatischen Diktatur der Naturwissenschaften wiederum nicht in der Lage war, den inneren Widerspruch zu erkennen, der in der Feindschaft zum Esoterischen lag. Da wird dann – chaotischer Fische-Gegenpool mit Jupiter-Kaft – alles vom Faschismus bis zum Spiritismus, vom Okkulten bis zum Ätherleib eloquent und hilflos in einen Topf geworfen und zur Polemik verrührt, an der sich jene tränkten, die vom Leben außer Marx und Gesellschaftskritik ohnehin nichts wissen wollten. Adorno selbst entkam diesem staubtrockenen Wahnsinn durch seine Liebe zur Musik, durchs Klavierspiel, die Komposition. Man muß dies als Zeitgeisterscheinung begreifen: selbst Wolfgang Döbereiner, profundester Astrologe, wettert gegen die Esoterik und begreift sich keinesfalls als Teil derselben. Man hatte einerseits mitbekommen – was heute vergessen ist – daß Naturwissenschaft in Gebilden des technischen Wahns und der Zerstörung zu enden pflegt, wogegen antretend gerade Adorno auf´s gutmütigste mit den Technikern den Dialog suchte, andererseits jedoch ebenso erfahren, daß die Ideologen des Faschismus sich neben Nitzsche und Wagner auch gern und zeitweise die Kaputze des okkulten Priesters überzogen; dennoch wurden manche AstrologInnen in die Konzentrationslager geschickt.

Hier nun war es selbst so großen Geistern wie Adorno nicht gegeben, über ihren Schatten zu springen: der Weg des geringsten Widerstands führte dort hinaus, wo man ein undifferenziertes Gemenge des Unheimlichen vermutete, und wo der berechtigterweise „am beschädigten Leben“ erworbene Fatalismus, der sich durch fast das ganze Werk zieht, und der viel vom Trotz und den tabakverqualmten Buden einer „besseren“, moralisch gerechtfertigten Nachkriegs-Elite unter den Intellektuellen, die Adorno mit anführte, ausmachte – sich als Pathos – Thesen gegen den Okkultismus – Luft machen konnte.

Dabei wußte man eigentlich alles: „Aber gerade dieser Gedanke, gleich allem Wettern über die Lüge, hat eine verdächtige Neigung, selber zur Ideologie zu werden.“

Auf dass es uns selbst anders ergeht und wir von dem großen Lehrer lernen!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus