Astrologie

Susan Sontag

16.01.1933 New York, unbekannte Zeit

Liebe Leserinnen und Leser,

ich möchte gern an diese bemerkenswerte Denkerin erinnern, deren Spur in Worten wir heute anläßlich ihres Geburtstages folgen wollen. Susan Sontag ist die in Paris geschulte intellektuelle Stimme Amerikas in Bezug auf vor allem ein Rätsel. Die Fotokunst, die Fotografie waren dieser Frau fragwürdig:

Nun mag es heute verwunderlich erscheinen, warum man sich über soetwas Selbstverständliches, wie Fotografie Gedanken machen kann?

„Es scheint, daß ästhetische Distanz ein Bestandteil der Erfahrung ist, die man beim Betrachten von Fotos macht, wenn nicht von Anfang an, so doch im Laufe der Zeit. Die Zeit erhebt die meisten Fotografien, auch die dilletantischsten, auf die Ebene der Kunst.“

Ganz subtil sagt Sontag hier etwas vor allem über Kunst. Was ist es? Ein Rätsel, das wir später vielleicht lösen. Dann fährt sie fort:

„Die „Industrialisierung“ der Fotografie hat bewirkt, daß diese sehr rasch der rationalen – d.h. bürokratischen – Methode, die Gesellschaft zu verwalten, integriert wurde. Fotos, einst als Spielerei betrachtet, sind fester Bestandteil unserer Umwelt geworden – Prüfstein und Bestätigung jener reduzierenden Annäherung an die Wirklichkeit, die man „realistisch“ nennt.“

Hier ist die Venus-Merkur Konjunktion im Steinbock Lehrerin und auch prophetische Hüterin der Wahrheit. Saturn im Wassermann ist die konservative (Saturn) Revolutionärin (Wassermann).

Dann natürlich Mond-Jupiter, – obwohl, wenn man sich das Bild anguckt, eigentlich ein Waage-Mond Anteil im Gesicht bemerkbar wird. Oder nicht? Die Geburtszeit kenne ich leider nicht. Waage-AC wäre auch denkbar, wobei: die Haare: eher Löwe-AC. Dann wäre natürlich auch Jungfrau-Mond denkbar, bei der Ansammlung von Jungfrau-Fähigkeiten, mit denen Sie ihr Werk ordnen konnte und mit dessen Ordnung auch das Fundament der Möglichkeit errichtete, künstlerisch über Kunst nachzudenken und die Fotografie, diese an der Bruchstelle zwischen Mensch und Maschine gelegene Möglichkeit, Dinge scheinbar unendlich zu vervielfältigen. Scheinbare Dinge unendlich zu vervielfältigen, die aber unter Nutzung von maschinell erzeugtem Elektromagnetizismus gleichzeitig überall im Raum sind und nur dort, wo sie – per iPod – abgerufen oder „aufgegriffen“ und im Aufgreifen erst aus einer Vorform von Signalen neu gebildet werden.

Gut, daß wir bei ihr nachlesen können: „Um das fotografische Bild hat man eine neue Bedeutung des Begriffs „Information“ konstruiert. Das Foto ist ein schmaler Ausschnitt von Raum ebenso wie von Zeit. In einer von fotografischen Bildern beherrschten Welt erscheinen alle Grenzen („Rahmen“) willkürlich. Alles kann von allem getrennt werden. Es ist lediglich erforderlich, jedesmal einen anderen Ausschnitt zu zeigen. Die Fotografie befördert eine nominalistische Sicht der gesellschaftlichen Realität, so, als bestände diese aus kleinen, offenbar unendlich vielen Einheiten – wie ja auch die Zahl der Fotos, die von etwas gemacht werden können, unbegrenzt ist.“

Dieses unbegrenzt gilt eben mit dem iPod noch viel mehr. Aber das ist es nicht, was mich bewegt, wenn ich diese Zauberei beobachte, von überall her Bilder und Töne zu senden und zu empfangen. Was mich bewegt, ist die physikalisch-philosophische Frage: wo ist das Bild, bevor es auf dem Schirm am iPod erscheint? In welcher Raum-Zeit Kategorie ist es? Und ist es dort nur ein Bild als Gesamtinformation, oder sind dort unendlich viele „mögliche“ Bilder? Ich nehme an, daß sich hier die Fragestellungen der Quantenphysik an der Schnittstelle zum praktischen Gebrauch tatsächlich manifestieren.

Diese Frage ergibt sich aber auch ganz ohne iPod. Auf dem Erfahrungsfeld zur Erweiterung der Sinne hier in Nürnberg stand mal ein

Hier klicken: Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne

zur Camera Obscura umgebauter Bauwagen, wo sich – sitzend in dem Wagen an den Seiten – beobachten läßt, wie sich ein auf den Kopf gedrehtes „Licht-Bild“ durch ein Linsen-Loch tatsächlich auf dem Kopf stehend an der Gegenwand bildet. Es gibt also ein Natur-eigenes „Bilderzeugungsprinzip“, welches vom iPod nur simuliert wird (und in der Astrologie dem Spiegelpunkt-System zu entsprechen scheint), doch in Anbetracht der Faszination der technischen Revolution, in der wir uns befinden, wird das vergessen. Dieses „Vergessen“ wird durch Filme, wie Avatar auf die Spitze getrieben, wo die Möglichkeit einer anderen, natürlichen Bildwirklichkeit unmerklich doppelt verschlüsselt wird: einmal dadurch, daß der Film mit faszinierenden Bilder eine Gegenwelt komponiert, zum anderen aber dadurch, daß diese Gegenwelt eine Simulation ist, ein Schein, der dadurch gedeckt ist, daß das Medium, der Film, selbst Schein ist: der Schein in einem Schein. Und bei Avatar kommt hinzu, daß der ganze Film die Grenze thematisiert, die zwischen unserer Seele und unserer Wirklichkeit sich tatsächlich abspielt. Wo immer Du die Wahrheit verstecken willst: am Besten hinter der Wahrheit.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Fotos, Geschichte

Schöner Brunnen in Nürnberg

Foto Markus Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

das stimmt, das ist nicht richtigrum. Aber da sieht man mal, wie sehr dieser Schöne Brunnen den Goldhüten der Druiden-Astrologen gleicht, die ihren Kalenderdienst in ganz Europa gleich ausübten, wie man an gleichartigen Funden eben gerade dieser Goldhüte an einigen Orten weit entfernt voneinander in Europa schließlich bemerkt. Die Goldhüte sind zwar schon lange bekannt, aber bisher ist die Erkenntnis einer einheitlichen, europaweiten Kultur in der Urzeit noch nicht wirklich zu uns allen durchgedrungen.

Bevor wir uns um sowas kümmern können, werden wir gehalten, den Dow-Jones zu tanzen. „Amerika mag seine Medizin nicht nehmen“, sagt Michael Moore und schlägt im Interesse eines funktionierenden Kapitalismus die komplette Verstaatlichung der Banken vor. Für uns in Europa könnte die gemeinsame Urgeschichte identitätsstiftend sein, gerade jetzt, nachdem der Lissabon-Vertrag in Kraft getreten ist.

Lissabon, die weiße Stadt, die Europa einst am 1.11.1755 um 9:40 durch ein gewaltiges Erdbeben in seiner Gewissheit und Sicherheit, ähnlich, wie jüngst der Tszunami in Thailand, erschütterte. Ausgerechnet Sie wird wieder Europas Zentrum während Uranus in den Fischen steht und dort direkt läuft seit wenigen Tagen. Wohin schwimmt der Stier diesmal? Wieder nach Kreta, oder doch gleich nach Brasilien zu Lula und dem Bio-Spritt, den Schönheits-OPs und dem Amazons, dem Samba und den Favelas?

Was die Verstaatlichung der Banken angeht, laßt uns mal darüber nachdenken. Ich bin so konservativ, daß ich eigentlich noch nicht mal gewillt bin, unser „ß“ – das Esszett – aufzugeben für ein schnödes Doppel-Ess. Meines Erachtens würde es völlig reichen, den Kapitalgewinn zu versteuern und das Geld in einen Armuts-Ausgleichsfond fließen zu lassen, der armen Ländern unter strenger Anit-Korruptionskontrolle hilft. Dann wäre die Welt ganz schnell im Gleichgewicht und wir hätten genug Zeit, uns um Aufgaben zu kümmern, wie: Reinigung der Weltmeere, Bergung des Plutonium-Abfalls, der die Menschheit bedroht, Bergung des Weltraumschrotts, der uns alle bedroht. Ausbau einer praktisch durchführbaren Kometenlenkung. Umstellung des gesamten Lebens auf Zero-Emission-Standart in Bezug auf Alles, und damit Basta. Dies fordert die Pluto-in-Jungfrau Generation!: Reisen oder Bleiben. Wandern kommt in Europa in Mode. Intelligente Energie. Dabei erweist sich das friedlich kooperierende Mehrsprachenmodell Europa als Vorbild für die Entwicklung der Menschlichkeit.

Goldhut – Wikipedia

Länder

Afghanistan: wie den Scheiß-Krieg* beenden?

Liebe Leserinnen und Leser,

im Grunde genommen kenne ich seit meiner Jugend über dieses Land keine andere, als Kriegsnachricht. Trotzdem will ich mich als einfaches Mitglied meines Volkes bei den unschuldigen Opfern entschuldigen.

Zunächst einmal gab es dort einen Bürgerkrieg.  Noch viel früher waren die Engländer dort und mußten das Land wieder verlassen.  Dann meinten die Russen einschreiten zu müssen, weil sie, wie im kalten Krieg üblich, von einem sozialistischen Brudervolk zur Hilfe gerufen wurden.

Dies wurde uns als perverse Einmischung in die inneren Angelegenheiten von Afghanistan dargestellt.

Tapfere Mudjahedin wehrten sich damals in unseren Nachrichtensendungen hinter primitiven Sandsäcken jahrelang aus ihren Berghöhlen gegen die Russen, bzw. Sowjets, alles arme Schweine, die von ihren Generälen gezwungen wurden, im Ausland Krieg zu machen und Minen in Kinderspielzeug zu verstecken.

Waffen bekamen die Mudjahedin, die Freiheitskämpfer aus dem Westen, also auch von uns, und das war ja wohl das Mindeste. Sie sahen praktisch genau so aus, wie wir uns jetzt einen Taliban-Krieger, einen „Aufständischen“, wie es neuerdings heißt,  vorstellen anhand der vielen Fotos, die es gibt.

Und tatsächlich, sie jagten die Russen weg.  Noch niemand hat dort je gesiegt. Kann Präsident Obama das? Wie konnte es passieren, dass die Kinder der Mudjahedin Feinde wurden?

Denn diese Mudjahedin hatten sicherlich Kinder, sogar eine Bevölkerungsexplosion! Und ich glaube, die nennen wir „Taliban“. Der offizielle Sprachgebrauch ist mittlerweile von „Terroristen“ in „Aufständische“ gewandelt, was überhaupt nicht passt?! Oder wird hier bereits unser Unterbewußtes auf einen abermaligen Metaphernwandel in der Betrachtung unserer „Gegner“ vorbereitet?

„Aufständische“ wird im westlichen Sprachgebrauch mit „gerecht“ in Verbindung gebracht. Unterwandern die „Taliban“ unseren Sprachgebrauch?

Im Zuge des jüngsten Wachpersonal-Perversionsskandals in Afghanistan, wurde unter anderem enthüllt, dass dort mehr private „Sicherheitsfirmenleute“ – nämlich 64 000 agieren, als reguläre  amerikanische Soldaten. Und diese Leute sollen einen Strategiewechsel vollziehen, anders werden?

Flagge AfghanistanFlagge Afghanistan

Ich glaube nicht, dass der Vergeltungsschlag aus der Luft, den wir als Volk zu verantworten haben, ohne Absprache mit der Regierung verübt wurde. Es heißt, die Deutschen, Oberst Georg Klein, hat bei den Amerikanern Unterstützung angefordert und sie bekommen. Die flogen dann mit Kampfjets dahin und bombadierten auf Bestellung das Ziel. Nun wird über Kommunikationsverbesserung debattiert. Brauchen wir den Krieg, um mit anderen ins Gespräch zu kommen?

Ich meine nun das blasse Gesicht von Kanzlerin Merkel besser zu verstehen. Fragt sich nur: warum? Zwei Tanklastzüge geraubt und in den Händen der Taliban ein gefährliches Werkzeug für Selbstmordattentate gegen die Bundeswehr vor den Wahlen? Dies ist die erste Geschichte, die uns zum Glauben aufgetischt wird.

In Wahrheit eine abgestimmte und konzertierte Aktion, wie ich vermute.

Nachdem die Tankerlaster unverschämterweise geklaut worden waren …

(hierzu keine Details in den Medien. Dennoch ist anzunehmen, dass die Deutschen, die schließlich auch die Luft-Aufklärung über Afghanistan übernommen haben, immer wußten, wo ihre Tanklaster unterwegs waren) Nachtrag 20:41 – die Laster steckten auf der Sandbank eines Flusses fest, wie berichtet wird. Sie hätten also überhaupt nicht als Waffe eingesetzt werden können. Niemand, der ein wenig Respekt vor der Natur hat, richtet auf dem Trinkwasserfluss, wie ich annehme, eine solche Grausamkeit an. Es wird auch von Grausamkeiten der Lastzug-Kidnapper berichtet: sie hätten die Fahrer geköpft. Angeblich liegen zwischen dem Kapern der Lastautos und Beschuss nur 50 Minuten.

… mußte man Stärke beweisen. Da es Deutsche waren, sollten sie ihren Job auch selbst machen. Nun zeigt mal, was ihr drauf habt, wenn es unvermeidlich ist! Wenn, dann gleich.

Nachtrag 22:06: und ebenso zeitgleich dazu kommt dieser Tarantino-Film in die Kinos, in dem Deutsche skalpiert werden.

So stelle ich mir das vor. Nun gibt es aber bereits Stimmen auf internationaler Ebene, die die Deutschen scharf kritisieren. Die waren nicht eingeweiht und sind empört. Das ganze eine Falle für Angela Merkel? Ausgerechnet vor der wichtigen Wahl nutzt die internationale Gemeinschaft eine vermeintliche militärische Zwangslage, in der sich die Deutschen in Afghanistan zu befinden glauben, sie wegen Grausamkeit unter gerade zivielen Opfern an den Pranger zu stellen, während doch vorher immer gespottet wurde, die Deutschen würden den Krieg meiden. Wie „ungeschickt“ (hier kann man auch  unmenschlich schreiben) muß man/frau sein, oder welche Absicht verfolgt man/frau, wenn jetzt, vor den Wahlen so etwas gemacht wird?

Afghanistan

Afghanistan 14.08.1747 12:01 Kandahar: Quelle Astrotheme

Im Horoskop von Afghanistan sehen wir Mars, Pluto und Mond im Skorpion am Aszendenten. Die Sonne im Löwen steht dazu im Quadrat. Die Herrschaft ist alt, aber unglaublich stark! Doch sie steht am Südknoten. In Konflikt mit dem Volk im Zeichen Skorpion. Die Zukunft, der Nordknoten, liegt im Haus 4.  Hier findet sich der Tempel des Hauses, die unterlegene Partei nach Wahlen, die Geburten, die ein Volk ausmachen. Es ist Wassermann, also das Zeichen des Geistes und der Freiheit. Doch mit so einem Sonnen-Gegengewicht ist das schwer zu erreichen. Man beachte die Konjunktion von Chiron und Merkur, gerade im Zusammenhang mit dem Strategiewechsel der Amerikaner, sich für Schäden verantwortlich zu fühlen und Entschädigung zu zahlen.

Afghanistan aktuelle TransiteAfghanistan innen, aktuelle Transite vom 05.09.09 außen

Denn über Chiron und Merkur steht aktuell die Sonne, wie wir oben erkennen. Innen ist wieder das Gründungshoroskop von Afghanistan, außen die Transite von gestern.

Obama und AfghanistanObama innen: 04.08.1961 19:24 Honolulu, USA – außen Afghanistan wie oben.

Nun ist es natürlich bemerkenswert, dass Obama ein Löwe ist mit Wassermann AC. Es könnte gut sein, dass es diesem Mann gelingt, den Frieden nach Afghanistan zu bringen. Allerdings ist er zur Zeit verunsichert, wegen den rückläufigen drei, die zur Zeit vieles bestimmen: Jupiter, Neptun und Chiron. Und das gilt ebenso für die afghanische Opposition, die wohl doch die Wahlen trotz Unregelmäßigkeiten nicht gewonnen hat. Die Transite für Obama und Afghanistan zusammen sehen wir unten. Doch wenn sie ihre Aufmerksamkeit auf das Bild direkt über diesem Text lenken, können Sie sehen, dass Obama und Afghanistan eine gespiegelte Mondkontenachse haben. Obamas Nordknoten wohnt auf dem Südknoten Afghanistans und umgekehrt. Also eine karmische Verstrickung! Merkur-Chiron Afghanistans kommt ins Haus 7 von Obama zu liegen, also für Obama eine Du-Erfahrung mit einem ebenso intelligenten wie verletzlichen und verletzenden „Partner“.

Wir erlauben uns, von Präsident Karsai nichts zu halten, keiner will mit ihm fotografiert werden, Medien nennen ihn „Dealer“ und spielen auf den Opiumhandel seiner Verwandtschaft an. Abnehmer dieses Rohstoffes für Heroin ist der Westen. So wird der Krieg finanziert, das ist bekannt.

Als letztes Jahr die Frage aufkam, wie der Krieg dort zu beenden sei, war kurzzeitig von der FDP zu hören, man solle einfach das Opium kaufen, das wäre billiger. Und nahezu zeitgleich veröffentliche ein amerikanischer General den Vorschlag, die Opium-Händler in Afghanistan einfach abzuknallen. Er rief weltweite Empörung hervor und wurde, glaube ich, abgesetzt.

Obama, Afghanistan und TransiteObama, Afghanistan und Transite (wie oben)

Wer den Krieg dort beenden will, muß die Verbindung lösen, die den Krieg finanziert. Das geht keinesfalls mit militärischer Gewalt. Sobald wir in Afghanistan nicht mehr Kunde sind, findet das Volk Frieden. Also kann nur eine staatliche kontrollierte Drogen-Politik diesen Krieg beenden.

Astrologisch ist diese Luftattacke mit verheerenden Folgen der Ausdruck der Mars-Pluto Opposition mit Merkur (dem Lasterdieb) im Apix. Da Merkur rückläufig wird, zieht sich die Affäre über die ganzen Wahlen.

Klar ist: wir sind als Deutsche verantwortlich. Wir müßten um die Opfer dort genau so trauern, wie als würde es sich um  Opfer in unserem eigenen Land handeln. Einschließlich selbstverständlich der verletzten und getöteten Deutschen Soldaten. Der Verteidigungsminister ist jetzt schon als Bauernopfer aufgestellt. Vielleicht gelingt es uns, diesen Krieg abzuwählen.

* „Scheiß-Krieg“: Zitat Helmut Schmidt

Fragen, Mundan

Ein Horoskop: zum Beispiel

Fische Mond Konjunktion UranusNürnberg, 08.08.2009 19:12 Nürnberg

Ich habe nun den Zeitpunkt einfach dort angesetzt, wo mich Deine Frage erreicht, Nanyamka. Das obere Horoskop stellt die Situation dar, die ich auch im Post von gestern anspreche. Wir sehen passend Steinbock aufsteigend und den Herrn von Steinbock, den Saturn im Haus acht: er ist es also, der sich wandeln muss, denn das achte Haus ist ein Haus des Wandels. Da nun auch der Mond in die Fische gegangen ist, wird das Uranus-Thema, von dem ich sprach, nun vom Mond als Botschafter zwischen Neptun und Uranus zum Uranus weitergetragen.

Ich finde, die Planeten, die der Mond berührt, bekommen etwas, was einen tief atmen läßt! Vielleicht kennst Du das, wenn Du Zeit hast, den Himmel zu beobachten? Ich versuche deswegen immer den Mond zu orten. Er ist heute in den Fischen, und das ist ja ein Gefühlsthema, nicht wahr? So können wir heute viel mehr mit Gefühl argumentieren, gestern war Verstand und Verwirrung dabei durch den Mond, der Jupiter-Neptun und Chiron im Wassermann besucht hat …

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Foto: Markus Termin ©

Ausdruck dieses Wandels, lieber Hermann, ist eben auch dieses kleine „Astrologische Stundenbuch“ in dessen „virtuellem Raum“ sich unsere Botschaften begegnen.

Für Dich als Nürnberger aus der Bücherstube Martin in der Krelingstraße gilt folgende Verabredung: wir treffen uns zum Kaffeetrinken an dem Symbol-Ort der Wandlung des Fische-Zeichens durch Uranus, und damit all dessen, was diesem Zeichen angehört. Einladen tun wir auch alle anderen Nürnberger Astrologen, die diesen Blog lesen und wer sonst kommen mag: jenem Cafè in der Stadtmauer an der Hallerwiese, welches genau dort eröffnet wurde, wo vorher eine öffentliche Bedürfnisanstalt ihre mitunter elektrisch wintergewärmten altgedienten Räume hatte. Dann wurden die Räume eine Weile stillgelegt, komplett renoviert und jetzt hat dort ein Café eröffnet, in das plötzlich die Schönen und Reichen der Stadt gehen, als hätten sie nur auf einen solchen Ort gewartet. Die Lage ist auch traumhaft. Direkt vor der Haller-Wiese.  Dies ist so ein von Dir zu Recht verlangtes konkretes Bild. Die ganze Wandlung dieses Ortes als Prozess!

Es gibt nämlich da drin jetzt ein neues Cafè in der Mauer, einzig der Weg davor ist ein wenig staubig, wenn es lange nicht feucht war. Die Zeitungen sind exzellent sortiert, viele kommen tatsächlich wegen der Zeitungen, einem Wasserman-Thema.

Der Ort selbst ist nach alter Tradition ein Fische-Thema. Und Kaffee sowieso. Die Zeitungen gehören dem Wassermann. Die Mauer selbst aber ist Saturn, und zwar in der Jungfrau, denn es ist wirklich ausnahmsweise eine nützliche, sogar eine hohle Mauer, die sich Dank des Designs eines genialen, karibisch  (Saturn) inspirierten Innenausstatters auch wie ein Fische Thema anfühlt, weil gebrauchte Materialen praktisch ins Holz gearbeitet sind (Chiron, Heilung).

IMG_0499Foto: Termin ©

Um ganz konkret zu bleiben: auch eine zweite öffentliche Bedürfnisanstalt in Nürnberg wurde verwandelt. In eine Gallleriieee! „Künstler-Automat“ nennt es sich: man wirft einen Euro in einen Schlitz und bekommt ein multimediales Kunstwerk vorgeführt. Genial.

Und oben, die Stadtbibliothek? wird ebenfalls – Fische-Ort – verwandelt im Zeichen der Strukturerneuerung (Saturn, Jungfrau, Bibliothekswesen, etc.)

So habe ich Dir, lieber Hermann, nun drei Beispiele für oberes Bild gegeben, gemäß dem Zeitpunkt, zu dem ich Nanyamkas freundliche Frage behandeln konnte, die ja, Du weißt es, im Wesentlichen der Planeten-Kostellation von gestern entspricht, nur dass eben Nanyamka nun auch durch die Frage und einen Zeitpunkt ein Horoskop mit Aszendentenaussage und Schwerpunkten zu meiner Saturn – Uranus Betrachtung uns bietet und wirklich passenderweise der Mond im Zweiten Haus (Wirklichkeit) mit Uranus steht, und uns also auch dieses Horoskop sagt, dass eben Uranus, auch wenn zur Zeit rückläufig, im Substanz, Wirklichkeits-Haus, dem zweiten, steht. Damit zeigt ja das Horoskop, und damit die Astrologie hier ohne Mangel aber mit dem Einsatz ihres Konkreten, dem Horoskop, ein verständliches Bild gemäß meiner gestrigen Behauptung (der, zugegeben ungeheuren):

Noch immer ist der Mondknoten dort im Wassermann, ist aber dabei, in den Steinbock zu wechseln. Aus der Dualität wird Struktur. Beispiel: Bundestagswahl. Massen: Fische-Zeichen. Lebensbedingungen: Saturn. Die Dualität? Die große Koalition.

Geschichte, Länder

Zusammenbruch des Stadtarchivs Köln astrologisch

versaillesVersailles vor dem Ausbau

Nürnberg,  22:32 – anhaltender Regen, ernste Themen.

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Zusammenbruch des Stadtarchivs Köln am 03.03.2009 14:00 (innen) und Gründung des Deutschen Reiches am 18.01.1871 um 13:00 in Versailles.

wiedervereinigung-in-new-york-stadtarchiv

Liebe Leser,

Die Außenminister des Zwei-plus-Vier Prozesses unterzeichnen ein Dokument, mit dem die alliierten Vorbehaltsrechte suspendiert werden. BRD war faktisch souverän geworden (01.10.1990 18:34 New York, außen) – Zusammenbruch des Stadtarchivs Köln (innen)

Die schicksalhaften Ereignisse dieses Spätwinters zeigen sich unter anderem durch die Wiederkehr der Mondknoten.

Oberes Horoskop vergleicht den Zusammenbruch des Kölner Stadtarchivs mit der Gründung des Deutschen Reiches – widerstrebend nahm Wilhelm I die Kaiserkrone in Versailles – unteres Horoskop vergleicht den Zusammenbruch des Kölner Stadtarchivs mit der Wiedervereinigung, als sie faktisch hergestellt war, nämlich in New York.

Es hat, meine ich, etwas für sich, das Schicksal Deutschlands jeweils aus dem Ausland zu bestimmen.

Mars, Neptun, Chiron und Merkur im Haus 8 zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs, Mars Quadrat Mars und eben Mars, Neptun,  Chiron und Merkur in Konjunktion zum Mondknoten, der ebenfalls  im Wassermann steht – bezogen auf die Gründung des Deutschen Reiches – sprechen für sich. Für den Zusammenbruch selbst: Mars (Gewalt), Neptun (Unterspülung), Merkur (Archiv) und Chiron (Verletzung) in Haus 8, dem Pluto-Haus. Pluto selbst in gradgenauem Quadrat zum MC.

Dieses alte Horoskop wird hier verwendet, weil es meines Erachtens den tiefen historischen Bezug, um den es hier geht, anschaulich macht.

Ich habe mit dieser Horoskopbesprechung gewartet, weil Menschen dabei gestorben sind, und die Pietät es gebietet, zumindest nicht gleich eine astrologische Analyse vorzulegen. Mir persönlich wären alle Dokumente inklusive des Nachlasses von Heinrich Böll gänzlich egal (und ihm auch, das weiß ich von ihm selbst), wenn dabei nur keine Menschen gestorben wären.

Astrologisch sind die Ereignisse durch die Mondknotenwiederkehr auf den Mondknoten der Wiedervereinigung bestimmt. Wir haben es also tatsächlich erneut mit einem Schicksalsjahr zu tun.  Der Zusammenbruch des Stadtarchivs zu Köln war nicht einfach nur die Zerstörung des Gedächtnisses des Rheinlands. Das Stadtarchiv, ein unglaublich häßliches Gebäude, wurde regelrecht vom Erdboden verschluckt. Deutschland, Land der führerlosen U-Bahnen: (U-Bahn Linie 3 astrologisch) verschluckt beim U-Bahn-Bau sein Gedächtnis.

Im Leben eines Individuums würde man dies als dringende Aufforderung zum bewussteren Umgang mit den eigenen Ressourcen verstehen. Die letzte aller möglichen Aufforderungen, der sogenannte physische Plan, offenbart durch ein mächtiges Ereignis, dass unserem Land das Bewusstsein für seine Rolle in der Welt fehlt. Ich muß zugeben, dass meine Aggressionen gegenüber unserer meines Erachtens allen Ereignissen hinterherlaufenden Kanzlerin zunehmen. Und das gefällt mir nicht, denn Aggressionen machen dumm.

Die Welt braucht eine radikale Veränderung. Sie kann von unserem Land ausgehen. Doch hierzulande setzt man auf verschlafene Routine. Wir brauchen etwas anderes. Und kommt es nicht von den Regierenden – und das ist nicht zu erwarten – muß jeder Einzelne sich dessen gewiss sein. Es geht um einen bewußten Wechsel von einer verschwenderischen, vernichtenden Profitwirtschaft ohne Sinn und Aber hin zu einer offenen, intelligenten, friedensgestaltenden Teilhaber-Wirtschaft, die möglichst wenig Menschen ausschließt.

Warum eigentlich hat Deutschland hier eine größere Verantwortung, als jedes andere Land der Welt? Warum müssen wir – und das ist im Kern die Botschaft dieser Katastrophen – als Erste den Wandel vollziehen, der ein echter und kein simulierter und retardierter Systemwandel ist? Die Antwort: weil von uns auch die Denkbegriffe gefunden wurden und werden, die die Welt in den letzten zweihundert Jahren maßgeblich bestimmt haben.  Die Chinesen wissen, Karl Marx war ein Deutscher. Man schaut auf uns und bemerkt: die kollektive Aggression in Deutschland entlädt sich nach dem Loch-im-Schlauch Prinzip in einem Wahnsinns-Opfer als Amok-Lauf. Man schaut auf uns und bemerkt: unser Gedächtnis wird vom Erdboden aufgesaugt, und unsere Pseudo-U-Bahn-Technik made in Germany ist alles andere als zuverlässig.

Wir können diese Veränderung nicht von der Politik oder dieser Wahl erwarten und nicht von der Wissenschaft. Wir müssen es selber machen. Auf geht´s!

Diese Bundestags-Wahl kann nur dann ein Erfolg sein, wenn möglichst viele Menschen aus der Politik aussteigen. Wir müssen uns wieder treffen, diskutieren, gestalten, singen, tanzen, Ideen haben. So, wie es ist, reicht es nicht. Das ist die Botschaft.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Personen, Poetry

Michel de Montaigne

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Bleiben wir noch ein wenig in dem Thema mit Pluto im Wassermann. Eine Runde vorher, also vor der Zeit der französischen Revolution (siehe gestriger Artikel) lebte Michel de Montaigne, 28 Februar 1533 um 11:30 AM in Chateau de St. Michel Frankreich:

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Berühmt und bekannt wurde de Montaigne nicht als Politiker oder Bürgermeister von Bordeaux – Würden und Ämter die er bekleidete – sondern durch seine Essays: eine Sammlung von Schriften, an denen er sein ganzes Leben lang feilte und verbesserte, und die auch heute noch eine Fundgrube tiefster Weisheit sind, ein ganzer Dachspeicher voller geistiger Schätze. Dabei stand er inmitten fürchterlicher Kämpfe seiner Zeit, Religionskriegen und wechselnden Allianzen und den Thron. Hier geht es ihm ebenso, wie Alphonse de Larmartine, unserem Pluto in Wassermann-Menschen von gestern. Auch Tycho de Brahe, ein paar Posts weiter unten, hatte den Pluto im Wassermann und gehörte also der selben Generation an, wie Montaigne.  Pluto ist  also der, der die Generationenfolge bestimmt, meine ich.

Ein „Pionier im Kampf um die Toleranz“, wird er genannt, ein „Dichter der Freiheit und Intelligenz.“ (Jean Lacouture)

Klingt das nicht nach Pluto im Wassermann? Und gar noch verbunden mit dem Mars, dem Inneren Krieger auf dem Feld der Intelligenz und des Geistes? Auffallend: fast alle Planeten in der Taghälfte. Die sind ihm also bewußt zugänglich, bis auf den Jupiter, der ihn dann auch praktisch (Haus 6) als Bürgermeister und Königsmacher in die erfolgreiche Pflicht genommen hat.

Richtig: die Sonne ist seit heut im Wassermann, im Zeichen des Jünglings! Und prompt wird Obama zum Präsidenten vereidigt: das timing stimmt also, schließlich ist er Wassermann-AC.

Liz Greene bringt den Wassermann klugerweise nicht nur mit Uranus und Saturn in Verbindung, sondern auch mit Prometheus: „Prometheus ist der kosmische Vertreter des sozialen Impulses, dessen Raub des Feuers aus den Händen des Zeus zum Wohle der Menschen eine Geisteshaltung verkörpert, die sich nicht mit dem Instinktleben zufrieden gibt, sondern immer noch weiter nach Vervollkommnung und Erleuchtung strebt.“ (Aus Schicksal und Astrologie, Chiron-Verlag, 2007 „Die Familie im Spiegel des Horoskops“, das bisher tiefste und ernsthafteste Buch dieser genialen Prosa-Stilistin und Astrologin).

Um einen neuen „Raub des Feuers“ wird es auch ganz Prometheus-gemäß in Amerika gehen, denn Energiegewinnung ist dem Feuer gleichzusetzen, das wir den Göttern stehlen. Wir brauchen, so der amerikanische Essayist Friedmann im aktuellen SPIEGEL eine grüne Revolution; zu Recht verlacht er die Europäer mit ihrer kalkulierten Rabattmarkenzählerei, um das Klima zu retten: „Dann gnade euch Gott!“

Es gibt ja die Sitte, dass der scheidende Präsident seinem Nachfolger einen handgeschriebenen Zettel in der Schublade hinterläßt. Ich würde einen Aphorismus von Montaigne für angemessen halten:

„Es gibt nur ein Zeichen für Weisheit:
gute Laune, die anhält …“

und vielleicht diesen noch:

„Das Meisterstück eines Menschen, auf das er besonders stolz sein kann, ist, sinnvoll zu leben; alles übrige, wie regieren, Schätze sammeln, Bauten errichten, sind Nebensachen.“

Wer noch mehr Lust und Zeit hat, den Wassermann-Merkur dieser Fische-Sonne schätzen zu lernen (und voller Faszination starre ich auch auf seinen Neptun in den Fischen!) kann sich auch hier noch lohnend durchlesen:

„In meiner Jugend hat es mich oft geärgert, sehen zu müssen, daß in den italienischen Komödien ein Schulmeister, dort pedante genannt, stets als dummer August dargestellt wurde und daß hierzulande der Titel Magister kaum von ehrenvollerer Bedeutung war; hätte ich mich denn, da ich den Lehrern ja zur Erziehung und Aufsicht anvertraut war, mit weniger begnügen dürfen, als eifersüchtig über ihr Ansehen zu wachen? Ich versuchte deshalb, sie mit dem natürlichen Mißverhältnis zu entschuldigen, wie es nun einmal zwischen dem gemeinen Volk und Männern von ungewöhnlicher, überragender Urteilskraft und Bildung bestehe, weil beider Wege völlig entgegengesetzt verliefen. Mein Latein ging mir aber plötzlich aus, als ich bemerkte, daß die Verachtung der Schulmeister gerade bei den gebildetsten Männern am größten war – unser guter Du Bellay mag als Zeuge hierfür dienen: Der Pedanten Wissen ist, da vorgefaßt, mehr als alles andre mir verhaßt. Dabei handelt es sich um eine antike Überlieferung, denn schon Plutarch sagt, Grieche und Schulgelehrter seien bei den Römern Wörter der Ablehnung gewesen, ja der Verachtung. Mit zunehmendem Alter habe ich dann gefunden, daß dies völlig ins Schwarze traf und tatsächlich die Gelehrtesten nicht die Gescheitesten sind. Wie es aber dazu kommen kann, daß eine an Kenntnis so vieler Dinge reiche Seele hiervon nicht aufgeweckter und lebendiger wird und ein gemeiner und dumpfer Geist die Gedanken und Urteile der hellsten Köpfe, die es auf der Welt je gegeben hat, in sich zu beherbergen vermag, ohne etwas daraus zu lernen und sich zu läutern, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Eine junge Dame, die erste unserer Prinzessinnen, sagte mir, als sie auf eine bestimmte Person zu sprechen kam, wer so viele große und denkstarke fremde Gehirne in sich aufnehmen wolle, müsse zwangsläufig das eigene verengen, zusammenziehen und verkleinern, um den anderen Platz zu machen. Ich wäre fast geneigt, dem zuzustimmen und zu sagen: Wie die Pflanzen an zu viel Nässe eingehen und die Lampen an zu viel Öl ersticken, kommt auch die Tätigkeit des Geistes durch zu viel Studium und Stoffhuberei zum Erliegen, weil er, von der ungeheuren Vielfalt der Dinge bis zur Verwirrung in Anspruch genommen, die Fähigkeit verliert, sich hiervon wieder freizumachen, so daß er unter der Last schließlich krumm und schief wird. In Wirklichkeit jedoch verhält es sich anders, denn unsere Seele weitet sich um so mehr, je mehr sie in sich aufnimmt, und aus den Beispielen des Altertums kann man ersehn, daß gerade umgekehrt die zur Führung der öffentlichen Angelegenheiten fähigen Männer, die großen Feldherrn und die großen Berater der Staatsmänner zugleich bedeutende Gelehrte waren. Was aber diejenigen Philosophen betrifft die sich jeder öffentlichen Beschäftigung enthielten, so wurden wie die Schulmeister auch sie zuweilen durch die ihre Narrenfreiheit nutzenden Komödiendichter der damaligen Zeit der Verachtung preisgegeben, weil sie sich mit ihren Auffassungen und ihrem Verhalten in der Tat lächerlich machten. Wollt ihr, heißt es bei Platon, daß sie über die Rechtslage in einem Prozess oder die Handlungen eines Menschen ihr Urteil abgeben? Sie tun’s, nichts lieber als das! Sie werden gleich noch untersuchen wollen, ob es überhaupt Leben, ob es Bewegung gebe, ob der Mensch sich vom Ochsen unterscheide, wie man Handeln und Leiden zu definieren habe und was für Wundertiere Gesetz und Gerechtigkeit seien. Ganz gleich, ob sie von oder zu einer Amtsperson sprechen, stets nehmen sie sich dabei ungebührliche und flegelhafte Freiheiten heraus. Hören sie, daß man einen König oder ihren eignen Fürsten preist, so ist er für sie nur ein Schafhirt, faul wie ein Schafhirt und ausschließlich damit beschäftigt, seine Herde zu melken und zu scheren, noch viel rücksichtsloser aber als ein Schafhirt. Findet ihr einen größer, weil er zwei Morgen Land besitzt? Gewohnt, die ganze Welt als ihren Besitz zu umfangen, können sie hierüber nur lachen. Rühmt ihr euch eures Adels, weil ihr sieben reiche Ahnherrn vorweisen könnt? Da schauen sie erst recht auf euch herab, denn offenbar wisst ihr euch keinen Begriff vom allumfassenden Wesen der Natur zu machen und vermögt nicht zu sehen, wie viele Vorfahren jeder von uns gehabt hat: Könige und Knechte, Reiche und Arme, Griechen und Barbaren; und wärt ihr der fünfzigste Nachfahr von Herkules, würden sie euch nur für eitel halten, wenn ihr ein solches Geschenk Fortunas ins Feld führtet. So wurden diese Philosophen der Antike vom gemeinen Volk als anmaßende und überhebliche Menschen verachtet, weil sie von den wichtigsten, nämlich alltäglichen Dingen keine Ahnung hätten. Aber das Bild, wie es Platon von ihnen zeichnet, ist weit davon entfernt, auf unsere Schulgelehrten zuzutreffen. Jene standen in Missgunst, weil man sie als dem gewöhnlichen Dasein Enthobene ansah, die jede öffentliche Tätigkeit gering schätzten und ein nach so veralteten wie hochgestochnen Grundsätzen geregeltes, nicht nachvollziehbares Privatleben führten. Diese hingegen verachtet man, weil man sie als unter das gewöhnliche Dasein Gesunkene ansieht, die zur Übernahme öffentlicher Aufgaben unfähig seien und mit ihrem nichtswürdigen Leben und Treiben noch hinter dem gemeinen Volk zurückblieben. Philosophisch reden, doch das Handeln lassen – solche Menschen finde ich fürwahr zum Hassen. Die anderen Philosophen der Antike jedoch waren, wie gesagt, nicht nur groß im Wissen, sondern größer noch in all ihrem Handeln. Von Archimedes, dem Syrakusischen Geometer, berichtet man folgendes: Als er eines Tages aus seinen tiefsinnigen Berechnungen weggeholt wurde, auf daß er davon etwas zur Verteidigung seines Landes in die Praxis umsetze, stellte er prompt ungeheuerliche Maschinen her und erzielte mit ihnen Wirkungen, die alle menschliche Vorstellung übertrafen; dennoch fand er selber solch handwerkliche Tätigkeit verächtlich, weil er meinte, damit die Würde seiner Kunst erniedrigt zu haben, für die seine Apparate nichts als Versuchsobjekte und Spielsachen seien. Genauso verhielt es sich mit jenen Philosophen: Wenn sie gelegentlich ihr Denken durch Handeln beglaubigen sollten, sah man sie einen derartigen Höhenflug nehmen, daß offenbar wurde, wie sehr die Erkenntnis der Dinge ihnen Herz und Seele auf wunderbare Weise geweitet und bereichert hatte. Manche freilich zogen sich, da sie die Zitadelle der politischen Macht von Unfähigen eingenommen sahen, daraus zurück. Als Krates gefragt wurde, wie lange man Philosophie treiben solle, antwortete er: »So lange, bis unsre Heere nicht mehr von Eseltreibern angeführt werden.« Heraklit trat die Königsherrschaft seinem Bruder ab, und den Ephesern, die ihn vorwurfsvoll fragten, warum er statt dessen seine Zeit damit verbringe, vorm Tempel mit Kindern zu spielen, stellte er die Gegenfrage: »Ist das denn nicht besser, als in eurer Gesellschaft die Staatsgeschäfte zu führen?« Diese Philosophen, deren Gedanken hoch über der Welt und ihren Glücksgütern schwebten, fanden Richterstühle und eben selbst Königsthrone niedrig und verachtenswert. So schlug Empedokles die ihm von den Agrigentinern angebotene Königsherrschaft aus; und weil Thales manchmal das Streben nach gewinnträchtigem Wirtschaften geißelte, warf man ihm vor, er verhalte sich wie der Fuchs in der Fabel zu den ihm unerreichbaren Trauben. Da packte ihn die Lust, spaßeshalber den Gegenbeweis anzutreten; zu diesem Zweck würdigte er seine Gelehrsamkeit zur Dienstmagd für die Mehrung von Hab und Gut herab und zog ein Geschäft auf, das ihm in einem einzigen Jahr so große Reichtümer einbrachte, wie sie selbst die in diesem Metier Erfahrensten in ihrem ganzen Leben kaum hätten anhäufen können. Aristoteles berichtet, manche hätten Thales, Anaxagoras und ihresgleichen, weil ihnen die einträglichsten Dinge kaum der Mühe wert gewesen seien, weise, aber nicht lebensklug genannt. Das aber kann (davon abgesehen, daß ich den Unterschied zwischen beiden Worten nicht recht zu begreifen vermag) unseren Schulmeistern keineswegs zur Entschuldigung dienen: Wenn man sieht, welch niedriges, armseliges Los sie in ihrer Unbedarftheit hinnehmen, hätten wir eher Anlass, ihnen beides abzusprechen – sie also weder weise noch lebensklug zu nennen. Jene erste Erklärungsmöglichkeit, nach der die Abstumpfung der Schulmeister von zu viel Studium und Stoffhuberei kommen könnte, lasse ich also fallen und glaube, es ist zutreffender zu sagen, daß sie von ihrer falschen Weise kommt, sich mit den Wissenschaften zu befassen, und daß man sich bei der Art, auf die wir unterrichtet werden, gar nicht zu wundern braucht, wenn weder Lernende noch Lehrer dabei gescheiter werden, sondern allenfalls gelehrter. In Wahrheit zielen Sorge und Aufwand der Väter bei uns auf nichts anderes ab, als den Kopf der Kinder mit Bücherschränken zu möblieren; von Urteilskraft und Tugend hingegen kaum ein Wort! Macht unsere Leute einmal auf einen Passanten mit dem Ruf »Seht, was für ein Gelehrter!« aufmerksam, auf einen andern aber mit dem Ruf »Seht, was für ein Ehrenmann!«, und unfehlbar werden sie Augen und Achtung dem ersten zuwenden. Da müßte ein dritter Ruf ihnen selbst gelten: »Was für Holzköpfe ihr seid!« Meistens fragen wir ja- »Kann er Griechisch oder Latein? Schreibt er Verse oder Prosa?« Ob er dadurch aber besser oder verständiger geworden sei, wäre doch das Wichtigste – und ebendas bleibt auf der Strecke. Erkundigen sollte man sich deshalb, wer das bessere, und nicht, wer das größte Wissen habe. Wir arbeiten ausschließlich daran, unser Gedächtnis vollzustopfen, -Verstand und Gewissen jedoch lassen wir leer. Wie die Vögel zur Brutzeit auf der Suche nach Körnern ausfliegen, die sie dann, ohne sie zu kosten, im Schnabel herbeitragen, um ihre Jungen damit zu füttern, klauben und klauen auch unsre Pedanten unaufhörlich ihr Wissen aus Büchern zusammen, nehmen es aber nur mit gespitzten Lippen auf und spucken es zudem gleich wieder in den Wind. (Überrascht muß ich plötzlich feststellen, wie sehr ich für solche Torheit selber ein Beispiel bin. Tue ich denn im größten Teil dieser Arbeit nicht genau das gleiche? Ich stibitze mir hier und da aus anderen Büchern die mir gefallenden Sentenzen, nicht um sie im Gedächtnis zu speichern, denn ich habe keinen Gedächtnisspeicher, sondern um sie in mein Werk einzubringen, wo sie mir wahrhaftig kein bißchen mehr gehören als an ihrem ersten Platz. Wir sind, davon bin ich überzeugt, Wissende nur des heutigen Wissens, des vergangenen jedoch ebensowenig wie des künftigen.) Das Schlimmste ist, daß auf diese Weise das Wissen unsrer Schulmeister auch ihren Nestlingen und Schülern nicht zum inneren Wachstum und Gedeihen dienen kann, da sie ihrerseits das Erlernte lediglich von Hand zu Hand weiterreichen – zu dem einzigen Zweck, damit zu prahlen und anderen zur Unterhaltung etwas vorzuschwätzen: Wertloses Klimpergeld, zu nichts zu gebrauchen denn zum Zählen und als Spielmarken. Mit anderen zu reden, haben sie gelernt, mit sich selber, nicht. Doch nicht zu reden gilt es, sondern das Steuer zu führen. Die Natur läßt, um zu zeigen, daß nichts Gestaltloses aus ihren Händen kommt, Völker von niedrigster Schulbildung oft geistige Schöpfungen hervorbringen, die es mit den höchsten Werken von Kunst und Wissenschaft aufnehmen können. Wie köstlich illustriert doch das Gascognische Sprichwort „Bouhaprou bouba, mas a remuda lous ditz qu’em“, worauf ich hinauswill: Feste blasen, das klappt, nur mit dem Fingerspiel hapert’s! (Es ist einem Schalmeienlied entnommen.) »So sagt Cicero«, »Dies ist die Ethik Platons«, »Aristoteles behauptet wortwörtlich« – all das kommt uns leicht über die Lippen. Aber wir, was sagen wir denn selbst? Wie urteilen wir selbst? Wie handeln wir selbst? Ein Papagei würde ebensogut daherreden. Unser Verhalten erinnert mich an jenen reichen Römer, der keine Kosten gescheut hatte, für jedes Wissensgebiet Fachleute in seine Dienste zu nehmen; sie mußten ständig um ihn sein, denn sie sollten, wenn sich ihm in der Unterhaltung mit seinen Freunden Gelegenheit zu einer Äußerung über dieses oder jenes Thema bot, sofort für ihn einspringen und ihm bald ein bestimmtes Argument, bald einen Vers von Homer liefern können, jeder aus seinem Jagdrevier. So wähnte er, dieses Wissen sei, da er es im Kopf seiner Leute habe, sein eignes. Das gleiche tun jene, die ihre prächtigen Bibliotheken für sich denken lassen. Ich kenne einen, der jedesmal, wenn ich etwas von ihm wissen will, ein Buch von mir verlangt, um mir die Antwort darin zu zeigen; und wenn er die Krätze im Hintern hätte, würde er sich nicht getrauen, mir das zu sagen, ohne vorher im Lexikon nachzusehen, was Krätze ist, und was Hintern. Wir nehmen die Meinungen und das Wissen anderer in Obhut, das ist alles. Es gilt aber, sie uns anzueignen. Wir gleichen insoweit einem Mann, der, wenn er Feuer brauchte, es sich bei seinem Nachbarn holen ginge und nun, da er dort ein schönes, großes brennen sähe, zum Aufwärmen daran sitzen bliebe und hierüber ganz vergäße, ein Stück Glut nach Hause zu tragen. Was nützt es, uns den Wanst vollzuschlagen, wenn wir’s nicht verdauen? Wenn die Speisen sich in uns nicht transformieren? Wenn sie uns nicht größer und stärker machen? Meinen wir denn, daß Lukullus, den nicht eigene Erfahrung, sondern das Lesen literarischer Werke zum großen Heerführer ausbildete, diese nach unserer Art aufgenommen habe? Wir verlassen uns derart auf die Kraft anderer Arme, daß wir die unsren entkräften. Will ich mich gegen die Todesfurcht rüsten? Gewiß – mit der Rüstung Senecas! Suche ich Trost für mich oder jemand anders? Rasch ist er von Cicero. Geborgt! Wäre ich aber darin eingeübt worden, hätte ich ,ihn aus mir selbst geschöpft. Dieses erschnorrte, aus zweiter Hand stammende Bescheidwissen liebe ich nicht. Auch wenn uns die Gelehrsamkeit anderer gelehrt machen sollte Weise sein können wir nur durch unsre eigene Weisheit. Den Weisen find‘ ich hassenswert, der Weisheit nicht sich selber lehrt….// Nichts weiß der Weise, wenn er nicht mit Fleiß, durch Weisheit selber sich zu läutern weiß…// …wenn haltlos er nach Mammon giert, und feige wie ein Lamm sich führt. Es ist nicht damit getan, uns Weisheit zu erwerben, wir müssen uns ihrer auch bedienen.“

„Essai Buch I – Über die Schulmeisterei – Erster Teil“

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Frank Zappa

Lieber Leser,

leider starb dieser Mann viel zu früh. Auf dem unteren Bild sehen wir die kongeniale Illustration Calvin Schenkels zur Veröffentlichung von „One Size Fits  All“:


zappaGeboren am 21. Dezember 1940 um 6:22 AM in Baltimore Corner, MD (USA) zeigt dieses Horoskop das Signum royalistischer Herrschaft – die Konjunktion von Jupiter (also dem Geburtsherrscher) und Saturn im Haus der Kreativität. Leider starb Zappa viel zu früh am 4. Dezember 1993 an Prostata-Krebs.

Michèle Montrelay, Philosophin, Psychoanalytikerin und Feministin schrieb: „Nehmen sie sich vor der Musik in acht. (…) Sie singt, tanzt, lädt zum Feiern ein, erlaubt zu leben; aber wenn man sich zuviel mit ihr beschäftigt, dann tötet sie wie Kali. Deswegen muß man ihr einige Grenzen setzen …“

Ich hoffe, das stimmt nicht. Zappas Tod war auch deswegen so fatal im wahrsten Sinne des Wortes, weil die Forderung nach „freier Sexualität“ sich durch sein Werk zieht, wie ein roter Faden (Mars in Skorpion). Dieser Libertinismus sollte also in Persona widerlegt werden?!

Dieses Jahr habe ich ihn nochmal live gehört! – Kevin John Edusei, 1973 geboren, als „One Size fits them all“ mit der unvergleichlichen, lebensrettenden Arroganz des Till Eulenspiegel gerade herauskam, dirigierte das EnsembleKontraste mit zwei Stücken, die es ihm (Zappa) noch vergönnt war 1992 in der Alten Oper in Frankfurt zur Uraufführung zu bringen. „Oper?“, mögen manche fragen: „Der Mann sieht doch aus, wie ein Rock-Spinner?“ Und genau das ist es: Zappa hat Musik gemacht ohne den geringsten Respekt für Genregrenzen. Dabei bastelte er – Mond in der Jungfrau als fleißiges Helferlein – an einem musikalischen Kosmos aus ein paar Dutzend unglaublichen Melodien – und ein paar Tausend durch die reinen Gitarrensoli dazu:

http://www.ensemblekontraste.de/

Musik beschreiben – Mondknoten in der Waage, Haus 10! Sie ist dermaßen prägend und eigen, dass sich aus Zappas Namen sogar ein Duden-bestätigtes Wort: „zappaesk“, gebildet hat. Es sind die Melodien – müssen sein – mein Lieblingslied ist „Village of the Sun“ – Kevin John Edusei hat die Stücke würdig präsentiert. Er ist Kapellmeister in Würzburg und übernimmt andere kreative Aufgaben in der Region hingebungsvoll und mit Freuden. Ich war überrascht, wie die Profis es hinkriegen, nach nur zwei Proben, zusammengewürfelt aus den Orchestern in München und Nürnberg, absolut unterbezahlt, dennoch eine solche Aufführung hinzukriegen. Aus Zappas magischem Musikkosmos, wenn man ergriffen ist, kommt man nur durch Musik heraus. Sein Mond/Neptun in Jungfrau machte ihn zum Zauberlehrer, Autorität  für eine ganze Generation Freaks.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

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René Descartes: „Cogito ergo sum!“

Liebe Leser,

Nürnberg 14:00 – Durs Grünbein (9. Oktober 1962 in Dresden) hat sich tiefer in René Descartes (31.03.1596 02:00 AM La Hage en Touraine, FR) hineingearbeitet, wie wohl irgendeiner vor ihm. Er ist eine Waage, und ich gäbe was drum, zu wissen, was ihn karmisch mit Descartes verbindet, dem Widder, seinem Gegenteil. Jenes hineinarbeiten in die Seele Descartes geschah bei Grünbein poetisch, denn Grünbein ist Dichter, wie er im Buche steht, und wenn man seine Verse liest, kann man wahrlich getröstet werden, dass die Welt, die er beschreibt, vor allem aber die dazugehörige Natur – zwischen Autobahn und Autobahn – heute nicht mehr existiert. Gerade darum aber sind Grünbeins Verse wie gute Fotografien von alten Ruinen: kalt holen sie heran, was längst vorbei ist, und frieren es mit dem unerbittlichen Charme und der klaren Logik der Waage ein, und die daraus sich ergebende Melancholie verbinden sie mit der schmachtenden Hoffnung einer neuen, alten Liebe.

Portrait von Franz Hals

Wer aber ist Descartes und warum kommt er hier zu Ehren? Es ist nicht sein Geburtstag, sondern sein Saturn in der Jungfrau, der mir aufgefallen ist, denn den haben wir heuer eben auch. Jenes „Ich denke, also bin ich“, mit dem Descartes quasi mit einem Satz einen Strich unter die barocken Stilblüten seiner Zeit zog, um sich der genauen Beobachtung und der nüchternen Analyse anzuvertrauen, ist sein berühmtester und nahezu allen bekannter Satz. Wer Steinbock-Aszendenten kennt, wird in seinem Gesicht einen Anklang davon finden, gemischt mit dem Widder und der Sanftmut von Stier-Venus und Mond. Dreht man das um und schaut sich Bilder eines Steinbocks mit Widder-AC an (geeignet: der ältere Richard Widmark, Bild kann ich hier aus copyright-Gründen nicht einfügen), bemerkt man leicht die Verschiebung der Prioritäten. Dem Saturn jedoch in der Jungfrau wollen wir beschreibend beikommen durch ein paar Sätze aus Durs Grünbeins in der edition unseld erschienenen Sammlung „Der Cartesische Taucher“:

„Der Laie verbindet mit dem Namen Descartes die Vorstellung von logischer Strenge, kaltblütigem Ordnungssinn, rasiermesserscharfem Verstand, usw. Jedes Lexikon hält seinen Steckbrief bereit: erster systematischer Denker der Neuzeit, Vertreter einer mechanistischen Weltanschauung, Mitbegründer der analytischen Geometrie, überzeugt davon, dass alle Naturerscheinungen rational fassbar sind.“ Und: „So spricht der Philosoph, der um die Grenzen seines Philosophierens jederzeit weiß. Sein Gespür für das Machbare, das allein von ihm zu Leistende, verdankt sich gerade solcher Wahrnehmung für das schlechthin andere (gemeint ist die Poesie M.T.), dass sich ihm entzog.“

Wird sie hier nicht klar dargestellt, die Jungfrau-Eigenschaft der Trennung, des Sortierens und der klaren Unterscheidung von brauchbar und unbrauchbar? Ob sich das aber auf Kartoffeln oder Gedanken bezieht, oder gar auf Töne, das hängt nur davon ab, womit sich die Jungfrau beschäftigt. Für Descartes stand Saturn als Geburtsherrscher zur Verfügung, so dass sich in dessen Wirken, in also seiner natürlichen Regelhaftigkeit, der Sinn seiner Existenz zusammenfassen ließ, vom Privaten abgesehen. Doch Saturn ist ja nicht privat.

Nun macht es nicht Wunder, wenn ein Steinbock-Aszendent seinen Saturn lebt, und dies leistet in Haus 8, dem der Verwandlung der Seele durch den Anderen, und wenn diese Person eine solch gewaltige (Pluto) und revolutionäre (Uranus) Widder Natur hat, dann kommt – mit Glück – ein Descartes heraus. Es macht jedoch – Saturn in der Jungfrau – auch für nicht Steinbock-AC Inhaber Sinn ihren Saturn anzuschauen, und sich zu prüfen auf die Regeln, nach denen sie ihr Leben gestalten. Man setzt Saturn gleichzeitig um, und doch steht er einem im Weg, wie ein Ding in der Wohnung, an dem man sich permanent stößt, ohne es wegzuräumen.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus