Personen

Frank Zappa

Lieber Leser,

leider starb dieser Mann viel zu früh. Auf dem unteren Bild sehen wir die kongeniale Illustration Calvin Schenkels zur Veröffentlichung von „One Size Fits  All“:


zappaGeboren am 21. Dezember 1940 um 6:22 AM in Baltimore Corner, MD (USA) zeigt dieses Horoskop das Signum royalistischer Herrschaft – die Konjunktion von Jupiter (also dem Geburtsherrscher) und Saturn im Haus der Kreativität. Leider starb Zappa viel zu früh am 4. Dezember 1993 an Prostata-Krebs.

Michèle Montrelay, Philosophin, Psychoanalytikerin und Feministin schrieb: „Nehmen sie sich vor der Musik in acht. (…) Sie singt, tanzt, lädt zum Feiern ein, erlaubt zu leben; aber wenn man sich zuviel mit ihr beschäftigt, dann tötet sie wie Kali. Deswegen muß man ihr einige Grenzen setzen …“

Ich hoffe, das stimmt nicht. Zappas Tod war auch deswegen so fatal im wahrsten Sinne des Wortes, weil die Forderung nach „freier Sexualität“ sich durch sein Werk zieht, wie ein roter Faden (Mars in Skorpion). Dieser Libertinismus sollte also in Persona widerlegt werden?!

Dieses Jahr habe ich ihn nochmal live gehört! – Kevin John Edusei, 1973 geboren, als „One Size fits them all“ mit der unvergleichlichen, lebensrettenden Arroganz des Till Eulenspiegel gerade herauskam, dirigierte das EnsembleKontraste mit zwei Stücken, die es ihm (Zappa) noch vergönnt war 1992 in der Alten Oper in Frankfurt zur Uraufführung zu bringen. „Oper?“, mögen manche fragen: „Der Mann sieht doch aus, wie ein Rock-Spinner?“ Und genau das ist es: Zappa hat Musik gemacht ohne den geringsten Respekt für Genregrenzen. Dabei bastelte er – Mond in der Jungfrau als fleißiges Helferlein – an einem musikalischen Kosmos aus ein paar Dutzend unglaublichen Melodien – und ein paar Tausend durch die reinen Gitarrensoli dazu:

http://www.ensemblekontraste.de/

Musik beschreiben – Mondknoten in der Waage, Haus 10! Sie ist dermaßen prägend und eigen, dass sich aus Zappas Namen sogar ein Duden-bestätigtes Wort: „zappaesk“, gebildet hat. Es sind die Melodien – müssen sein – mein Lieblingslied ist „Village of the Sun“ – Kevin John Edusei hat die Stücke würdig präsentiert. Er ist Kapellmeister in Würzburg und übernimmt andere kreative Aufgaben in der Region hingebungsvoll und mit Freuden. Ich war überrascht, wie die Profis es hinkriegen, nach nur zwei Proben, zusammengewürfelt aus den Orchestern in München und Nürnberg, absolut unterbezahlt, dennoch eine solche Aufführung hinzukriegen. Aus Zappas magischem Musikkosmos, wenn man ergriffen ist, kommt man nur durch Musik heraus. Sein Mond/Neptun in Jungfrau machte ihn zum Zauberlehrer, Autorität  für eine ganze Generation Freaks.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Geschichte, Personen, Poetry, Weltbild

Neptun-Uranus Rezeption

erde-und-neptunFotomontage: NASA

“ … als Le Verrier damals die Bahn des Uranus untersucht hat, hat er auch festgestellt, dass Neptun sich nicht so bewegt, wie es die Gravitationstheorie vorhersagen würde. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Theorie falsch war. Sondern nur, dass da etwas war, dass man vorher noch nicht kannte und dessen Einfluss man deswegen auch nicht berücksichtigen konnte. In diesem Fall war das der Planet Neptun. Genau so war es mit der dunklen Materie. Die Astronomen können „sehen“ dass sie da ist – eben weil sie (auch wenn sie nicht leuchtet) gravitativ wirkt. Und diese gravitative Wirkung macht sich in der Bewegung der sichtbaren Sterne bemerkbar.“

So schreibt Dr. Florian Freistetter am 4.12.08 in seinem Sience-Blog. Nun müssen wir anfügen, dass jenes kleine Wörtchen „… war es mit der dunklen Materie …“ nicht zutreffend ist, sondern man forscht diesbezüglich, und abgesehen von einer großen Unwägbarkeit und einer Vermutung gibt es gar nichts. Solche Täuschungen sind jedoch typisch für das astrologische Wirken des Neptun.

Wirklich interessant ist, dass Neptuns Entdeckung aufgrund der Abweichungen von Uranus Umlaufbahn von zwei Mathematikern zeitgleich und unabhängig voneinander vorbereitet wurde. Gesichtet wurde Neptun wohl am 23. November 1846. Da stand er wie heute im Wassermann und pflegte eine Konjunktion zu Saturn, als hätte er den gebraucht, um in die Welt der festen Dinge hineinzukommen. (Wir kennen Neptun also noch keinen Umlauf lang durch den Tierkreis, und werden dies am 3. Mai 2009 zum ersten Mal erleben!) Die beiden Mathematiker, die damals die Vorarbeit zur Sichtung leisteten, hießen Urban Le Verrier, geboren am 11. März 1811 um 10:00 AM in Saint-Lô, Frankreich:

leverrier_l11

le-verrier… und John Coach Adams (geb, 5. Juni 1819 in Leneast, Cornwall, GB). Wir können erkennen, dass Neptun zur Zeit seiner Entdeckung (Wassermann 25.20°) im Haus 10 von Le Verrier stand, und dazu im genauen Quadrat zu Jupiter im 12. Haus im Stier: dem Unendlichen Substanz (Jupiter, Stier, 12) geben, und dabei Wissen und Bewußtsein erweitern, allerdings in Form eines kollektiven Wettstreits. Dabei zeigt sein Geburtsbild, genau wie zur Entdeckung des Planeten Neptun, ebenfalls eine Konjunktion Neptun-Saturn.

Zeitgleiche Entdeckungen sind in der Wissenschaft keine Seltenheit. Das Periodensystem der Chemie selbst wurde 1869 nahezu gleichzeitig und unabhängig voneinander von Dmitri Ivanovitch Mendeleiev, 8. Februar 1834 in Tobolsk, Russland und Julius Lothar von Meyer (19. August 1830, Oldenburg) begründet. Ähnliches wird von der Entdeckung des Aids-Virus berichtet. Luc Montagnier (geboren am 18. August 1932 um 2:00 AM in Chabris, Frankreich) und Robert Gallo (geb. 23. März 1937 in Waterbury, CN) USA entdeckten das Virus zeitgleich.

Der Zusammenhang zwischen allen drei Entdeckungen (Virus, Chemie, Planet selbst) ist astrologisch als Neptun-Zuordnung eindeutig klassifiziert (das Penicillin könnte man auch noch benennen, doch da ist die Geschichte uneindeutig).

Merkwürdig genug sind diese „Zwillingsentdeckungen“, die von rein materiell denkenden naiven Realisten (als Denkrichtung, nicht als Beleidigung gemeint!) dem Zufall zugerechnet werden. Uns Astrologen ist dies – das scheinbar Zufällige – und weit mehr Forschungsmaterie. Interessant und bedeutungsvoll ist auch das Horoskop des Uranus Entdeckers William Herschel, welches ich in unterer Grafik mit seinem Todestag in ein Synastriebild kombiniert habe (zum Vergrößern zwei mal draufklicken):

herschel-todestag

William Herschel, geb. am 15. November 1738 in Hannover, gest. am 25 August 1822 Sough

herschel-bild

Abgesehen davon, dass dieses Portrait optisch den Skorpion reinsten Wassers zeigt (Waage-AC scheint mir auch möglich), bietet das Horoskop seines Todeszeitpunkts die gradgenaue Konjunktion von Uranus zu Uranus Radix, eben jenes Planeten, den er entdeckt hat. Herschel wurde genau so alt, wie der von ihm entdeckte Planet Uranus für einen Umlauf braucht. Und auch die Neptun Korrelation zeigt sich im Horoskop, nämlich durch eine Opposition des laufenden Neptun zum Geburtsneptun. Was jedoch nicht verwunderlich ist, weil die beiden Planeten rhythmisch miteinander „tanzen“. Den Krebs-AC habe ich auf die rhythmische Auslösung (nach Döbereiner) seines Uranus erstellt, reine Spekulation, aber doch auch Forschung. Man/frau beachte auch die gradgenaue Mondknoten-Opposition zum Todestag.

Kommen wir zurück auf den Anfang unseres Posts, wo ein Astronom, Dr. Freistetter, versucht, die Neptun-Entdeckung anlog zur „Entdeckung“ der „dunklen Materie“ (Spekulation) zu setzen. Wer so etwas macht, wird dabei – wen wunderts – von Neptun beeinflußt, das bedeutet verwirrt. Denn Neptun ist astrologisch nicht nur Chemie, Viren, der Schleier und positiv der Regenbogen, sondern auch die Täuschung! Mit Herr Dr. Freistetter ist nun freilich nicht gut Kirschen essen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Esoterik zu bekämpfen. Sprechen wir jedoch von „dunkler Materie“, so sprechen wir von geschätzten 95% des gemessenen und gewogenen Universums! Abgesehen davon, dass das wirklich sehr spekulativ ist, müssen wir auch feststellen, dass ein Fehlerquotient von 95% wohl oder übel den kosmologischen Rechnungen zugrunde liegen muss, nach denen eben gerade die Existenz der sogenannten „dunklen Materie“ als Hypthese postuliert wird. Dies freilich kommt Naturwissenschaftlern mit der Hoffnung auf CERN-Ergebnisse nicht mehr selbstkritisch zu Sinn, weshalb sie einen erstaunlich großen Teil ihrer Zeit dem Kampf gegen die „Esoterik“ widmen. Auch glauben Sie, die quantenphysikalischen Messungen schon verstanden zu haben, und lassen sich gern zu einem jovialen Ton herab, wenn sie mitbekommen, dass man nicht in ihrem Sujet promoviert hat. Allein, dass namhafte Vertreter ihres eigenen Faches dies anders sehen, wird verdrängt:

„Viele Physiker hofften, dass die Welt in gewissem Sinne doch klassisch sei – jedenfalls frei von Kuriositäten wie großen Objekten an zwei Orten zugleich, doch solche Hoffnungen werden durch eine Serie neuer Experimente zunichte gemacht“, sagte der dieses Jahr verstorbene Physiker und Nobelpreisträger John Archibald Wheeler.

„Unsere Gedanken, unser Wille, Bewusstsein und Empfindungen weisen Eigenschaften auf, die als Merkmale des Geistigen bezeichnet werden können. Damit sind Intentionalität, Nicht-Lokalität, Nicht-Kopierbarkeit, Nicht-Kommunizierbarkeit usw. gemeint. Der Geist ist also im wahrsten Sinne »nicht zu fassen«. Geistiges lässt keine direkte Wechselwirkung mit den bekannten naturwissenschaftlichen Grundkräften – wie Gravitation, elektromagnetischen Kräften etc. – erkennen. Auf der anderen Seite aber entsprechen diese Eigenschaften des Geistigen haargenau denjenigen Charakteristika, die die äußerst rätselhaften und wunderlichen Erscheinungen der Quantenwelt auszeichnen“,

so schreibt Dr. Christian Hellweg, der praktischerweise Physik und Medizin studiert hat, und vielleicht etwas tiefer blicken kann. Und Dr. Hans-Peter Dürr, der ehemalige Leiter des Max-Planck-Instituts für Physik in München …

“ … vertritt heute die Auffassung, dass der Dualismus kleinster Teilchen nicht auf die subatomare Welt beschränkt, sondern vielmehr allgegenwärtig ist. Mit anderen Worten: Der Dualismus zwischen Körper und Seele ist für ihn ebenso real wie der “Welle-Korpuskel-Dualismus” kleinster Teilchen. Seiner Auffassung nach existiert ein universeller Quantencode, in der die lebende und tote Materie eingebunden ist. Dieser Quantencode soll sich über den gesamten Kosmos erstrecken.“ (Readers Edition)

All diese Dinge sind astrologisch gesehen Neptun-Phänomene: das Nicht-Wissen, ob es sich um Welle oder Teilchen handelt, die Veränderung der Ortsbestimmung von Photonen allein durch Beobachtung, Nicht-Lokalität, ect. Und dass sie so sehr in den Vordergrund rücken, mag der anhaltenden Neptun-Uranus Rezeption geschuldet sein (einer im Zeichen des anderen), die wie eine Durchdringung und Verstärkung wirkt.

Wir können uns darauf vorbereiten, wenn unsere Physiker endlich den objektiven Beweis ihrer Grenzen gefunden (bzw. begriffen) haben werden, ihnen freundlich und interessiert zur Seite zu stehen mit den erstaunlichen und fast unerforschten Tiefen der Astrologie und des Bewußtseins. Wir wissen als Astrologen sogar, wann dies sein wird: wenn „Butter bei die Fische geht“, also 2012 ff., wenn Neptun in die Fische geht!

Personen, Weltbild

Theodor W. Adorno


Liebe Leserinnen und Leser,

Nürnberg 14:43 – geboren am 11. September 1903 um 5:30 AM in Frankfurt am Main. Dieses Jahr wäre er hundertfünf geworden. Seinem Gedenken steht nun ein weltgeschichtlich sperriges Datum im Weg. Vielleicht auch daher eine etwas zu späte astrologische Würdigung.

twa

TWA, wie sie ihn nannten, hatte allerdings etwas gegen die Astrologie. Er schreibt ziemlich böse über den „Okkultismus“, wie er es nannte, und hatte dabei keine Ahnung, was Astrologie eigentlich ist. Auch, wenn er wirklich sehr böse über sie redet, kann man ihm verzeihen, denn man versteht sein Motiv und die immerhin ehrenvolle Absicht. Dabei offenbart er sich geradezu in jedem seiner Sätze – und fast alle kann man zitieren, denn er komponiert musikalisch – als doppelte und dreifache Jungfrau, unterwegs zu seinem Fische-Gegenpol:

„Keine Verbesserung ist zu klein oder geringfügig, als dass man sie nicht durchführen sollte. Von hundert Änderungen mag jede einzelne läppisch und pedantisch erscheinen; zusammen können sie ein neues Niveau des Textes ausmachen.“ (Minima Moralia, 51)

Die imposante Pluto-Uranus Opposition zwischen Haus 4 und 10 gibt einen trefflichen Eindruck des Spannungsfeld zwischen Herkunft und Berufung an, und zeigt, wie hoch das Niveau eines (magisch-tonal) kämpfenden Geistes (Mars im Skorpion) sein kann, wenn er in der Lage ist, starke Spannungen kreativ zu „disziplinieren“. Mit der persönlichen Achse Haus 1 – Haus 7 bekommen wir aber auch einen Einblick in die unsere gegenwärtige Zeit mit der Opposition Saturn-Uranus – eben die Zeichen Jungfrau und Fische bewegende Gegensätze, die sich mitten durch Adornos „Wesensachse“ zogen. Sie sind signifikant für seine Auseinandersetzung von Nutzen und Materialismus kontra Geist, den wir ebenfalls überaus real austragen! Seine durch Gustav Mahlers Musik gestiftete Freundschaft mit dem Fische-Geborenen Hans Wollschläger (17. März 1935 in Minden) kann als gelebte Sehnsucht nach dem persönlichen Gegenpol verstanden werden:

“ … es streifte durchaus manchmal das Groteske, nämlich wenn er auch auf Bagatellen in einer Weise ansprach, als müsse er sich fachgutachtlich äußern. Die Überführung in komplexe Syntax und Begriffe stellte in der Sache selber Ordnung her, Struktur; sein Formsinn war lebensbeherrschend. „Schaun Sie, da müssen wir akkurat sein“, sagte er öfter, und in Wien mit leicht wienerischem Tonfall, sich selbst ironisierend; …“ (Hans Wollschläger „Moments musicaux“ S.11)

Ihn als das Gewissen des intellektuellen Nachkriegsdeutschland zu bezeichnen, mag allenfalls auf Grund der Rollenzuweisung eine Zumutung für ihn gewesen sein; eine Tatsache war es gewiss.

Mit Max Horkheimer (14. Feb 1895, Zuffenhausen) schrieb er „Die Dialektik der Aufklärung“

„Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils. Das Programm der Aufklärung war die Entzauberung der Welt. Sie sollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen.“

Es scheine nur so, als ob das aufgeklärte Weltbild dem mythischen überlegen sei. In Wahrheit seien diese beiden Ansätze sehr eng miteinander verwandt. Das Ideal der Aufklärung ist die rationale Erklärung der Welt um die Natur zu beherrschen. In ihr werde der Begriff durch die Formel ersetzt. Durch die argumentative Verteidigung der mythischen Weltdeutung werde das Prinzip der Rationaliät der Aufklärung schon anerkannt. Dadurch werde sie in jeder Auseinandersetzung mächtiger. „Als Sein und Geschehen wird von der Aufklärung nur anerkannt, was durch Einheit sich erfassen lässt; ihr Ideal ist das System, aus dem alles und jedes folgt. Alle Götter und Qualitäten sollen zerstört werden. Dabei übersieht sie, dass die Mythen schon ein Produkt der Aufklärung sind.“ „Als Gebieter über Natur gleichen sich der schaffende Gott und der ordnende Geist.“ Sie haben die gleichen Wurzeln, denn „Mythen wie magische Riten meinen sich wiederholende Natur.“

Und sich wiederholende Natur – dürfen wir ergänzen, ist Astrologie.

„Nach Horkheimer/Adorno ist die Abstraktion das Werkzeug, mit der die Logik von der Masse der Dinge geschieden wird. Das Mannigfaltige wird quantitativ unter eine abstrakte Größe gestellt und vereinheitlicht, um es handhabbar zu machen. Das symbolisch Benannte wird formalisiert; in der Formel wird es berechenbar und damit einem Nützlichkeitsaspekt unterzogen, verfügbar und manipulierbar zu sein. Das Schema der Berechenbarkeit wird zum System der Welterklärung. Alles, was sich dem instrumentellen Denken entzieht, wird des Aberglaubens verdächtigt. Der moderne Positivismus verbannt es in die Sphäre des Unobjektiven, des Scheins.“ (Source: Wikipedia)

Bemerkenswert, wie diese treffende Kritik und die klare Erkenntnis der heute maßgeblichen dogmatischen Diktatur der Naturwissenschaften wiederum nicht in der Lage war, den inneren Widerspruch zu erkennen, der in der Feindschaft zum Esoterischen lag. Da wird dann – chaotischer Fische-Gegenpool mit Jupiter-Kaft – alles vom Faschismus bis zum Spiritismus, vom Okkulten bis zum Ätherleib eloquent und hilflos in einen Topf geworfen und zur Polemik verrührt, an der sich jene tränkten, die vom Leben außer Marx und Gesellschaftskritik ohnehin nichts wissen wollten. Adorno selbst entkam diesem staubtrockenen Wahnsinn durch seine Liebe zur Musik, durchs Klavierspiel, die Komposition. Man muß dies als Zeitgeisterscheinung begreifen: selbst Wolfgang Döbereiner, profundester Astrologe, wettert gegen die Esoterik und begreift sich keinesfalls als Teil derselben. Man hatte einerseits mitbekommen – was heute vergessen ist – daß Naturwissenschaft in Gebilden des technischen Wahns und der Zerstörung zu enden pflegt, wogegen antretend gerade Adorno auf´s gutmütigste mit den Technikern den Dialog suchte, andererseits jedoch ebenso erfahren, daß die Ideologen des Faschismus sich neben Nitzsche und Wagner auch gern und zeitweise die Kaputze des okkulten Priesters überzogen; dennoch wurden manche AstrologInnen in die Konzentrationslager geschickt.

Hier nun war es selbst so großen Geistern wie Adorno nicht gegeben, über ihren Schatten zu springen: der Weg des geringsten Widerstands führte dort hinaus, wo man ein undifferenziertes Gemenge des Unheimlichen vermutete, und wo der berechtigterweise „am beschädigten Leben“ erworbene Fatalismus, der sich durch fast das ganze Werk zieht, und der viel vom Trotz und den tabakverqualmten Buden einer „besseren“, moralisch gerechtfertigten Nachkriegs-Elite unter den Intellektuellen, die Adorno mit anführte, ausmachte – sich als Pathos – Thesen gegen den Okkultismus – Luft machen konnte.

Dabei wußte man eigentlich alles: „Aber gerade dieser Gedanke, gleich allem Wettern über die Lüge, hat eine verdächtige Neigung, selber zur Ideologie zu werden.“

Auf dass es uns selbst anders ergeht und wir von dem großen Lehrer lernen!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Personen

Rousseau und Voltaire

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Voltaire

Nürnberg 21:15 – Wenn man bedenkt, dass Jean-Jacques Rousseau (28 Juni 1712 um 3:00 AM in Genf) seine Schrift „Über den Gesellschaftsvertrag“ 1762 veröffentlichte, also genau dem Jahr, als Pluto das letzte Mal in den Steinbock ging, und heuer unser Bundespräsident Köhler eine schöne Rede vor Bankern in Frankfurt hält, und sie dabei an ihre Verantwortung gegenüber denen erinnert, deren Geld sie verwalten, so denkt man an zweierlei: einmal, dass Plutos Eintritt in den Steinbock von vielen Astrologen als die Ära der Gesetze und Regelungen vorausgesagt wurde, und dann, dass bald darauf, als Pluto in den Wassermann zog, die französische Revolution ausbrach. Im Protz-Vergleich können die Banker, die sich tatsächlich noch jetzt aus den staatlichen bailout-Paketen ihre Dividenden zahlen lassen, mit den gepuderten Blaublütlern des französischen Ancient Regime mithalten. Rousseau hatte, wie die mittlere Generation heute, Pluto und Uranus in der Jungfrau und hat es nicht mehr erlebt, als mit Uranus im Löwen schließlich der König gestürzt wurde:jean

Wenn Sie sich erinnern: Rousseau war nicht der mit dem „Ich bin anderer Meinung, aber ich würde mein Leben dafür geben, dass Sie die Ihrige äußern dürfen“, das war Voltaire (eigentlich François Marie Arouet) am 21. November 1694 – also heute – um 17:30 PM in Paris geboren:

voltaire
Man sieht bei Voltaire den Pluto im Löwen, und vielleicht hat Rouseau ähnlich unter dem dominaten Ego des witzigen Voltaire gelitten, wie unsere Generation unter Bob Dylan und Mick Jagger, die ihr Profil immer noch prägender im Zeitgeist verankert haben, als die Pluto-in-Jungfrau Generation. Beide sind Zwillings-Aszendenten, beide haben eine Merkur-Mars Konjunktion, die ihnen die Feder zur Waffe werden ließ.

Mundan

Pluto in den Wassermann

Nürnberg 16:38 – unten nochmal der wunderbare Vollmond, subjektiviert zwischen Technik und Augenblick.

Seit heute nähern sich Jupiter und Saturn wieder einem Trigon. Doch es wird erst am 21. November um 13:11 exakt. Jupiter fördert, immer noch, ein Wachstum der Strukturen und Gesetze, des Sinnes für ungeschönte Wirklichkeit; Saturn trägt gleichzeitig und in Zusammenarbeit mit ihm dazu bei, alles, was mit den Jungfrau-Themen der Verwertbarkeit und des praktischen Nutzens zu tun hat, erst schwer erscheinen zu lassen, um es dann nach neuen Regeln effizienter zu gestalten. Gemäß der Dispositor-Lehre ist Saturn der Dispositor von Jupiter, …

Foto Markus Termin ©

… Merkur jedoch der Dispositor von Saturn, denn er beherrscht die Jungfrau. Daher wirkt sich die Rückläufigkeit von Merkur so stark auf den Finanzmarkt aus. Und Merkur, der immer noch in der Waage steht, hat zur Dispositorin die Venus im Skorpion, die, wir erwähnten es, gern anderen in die Tasche greift und überhaupt für Pekuniäres steht. Sie selbst freilich wird wieder von Mars und Pluto dispositioniert, und an Pluto bleibts dann hängen, denn der wechselt ja gerade in den Steinbock, bzw. schließt den Kreis über Jupiter (und Chiron), sein eigener Dispositor.

Hätte jemand vor Monaten geglaubt, dass sich der Zeichenwechsel des degradierten Zwerg-Planeten als Verstaatlichung nahezu aller großen Geldhäuser in den USA bemerkbar machen wird? Mit dem Zusammenbruch des Banken-Systems und seiner de facto Verstaatlichung** gehen aber noch andere Dinge einher, die uns die nächsten sechzehn bis siebzehn Jahre beschäftigen werden. Denn die Hybris der Banken war/ist ja eine Sache, die die ganze Welt durchstrukturiert hat/hatte.

Auf einer ganz einfachen Ebene geht es um den Wert der wirklichen Dinge. Der Verlust von Qualität war/ist überall dort bemerkbar, wo reine Gewinnmaximierung zum Ziel aller Ziele erklärt wurde. Qualität ist unter diesen Umständen nur noch das Resultat missbrauchter Leidenschaften von Menschen, die gar nicht anders können, als Qualitätsarbeit zu leisten, egal in welchem Bereich. Die große Sehnsucht danach, „etwas richtig zu machen“ und sich dadurch erfüllt und sinnvoll zu fühlen, wurde/wird missbraucht und pervertiert. Dies geschah unter Pluto im Schützen naturgemäß anders, als unter Pluto im Krebs, wo man eben jenen menschlichen Ur-Instinkt für Blut und Bodenkriege missbrauchte.

In unserer jüngsten Vergangenheit ging es um den Missbrauch des Glaubens und der Religion, von Zielvorstellungen ganz allgemein. Die Jugend, die immer ein guter Spiegel der wahren gesellschaftlichen Werte ist, reflektiert/e diese Hohlformel durch Knochen- und Schädelkult und Selbstzerstörungswahn. Denn sie spürt die Unaufrichtigkeit: die Aufforderung, etwas Sinnvolles zu machen, ist unglaubwürdig, wenn das einzig anerkannt Sinnvolle in Wahrheit die Maximierung von materiellen Werten ist. Dies wird von allen Medien reflektiert, selbst der geliftete Gesichtsausdruck wird ein materieller Wert. Auch die materielle Hybris der Naturwissenschaft – deutlichster Ausdruck jener gar nicht zufällig heiß diskutierte LHC in Genf, um den es, seit er ebenfalls unzufällig parallel zu den Banken kaputtgegangen ist, zunächst mal still geworden ist – gehört in diesen Wahn-Bereich. Nun wird zurückgerudert und an Regeln gebunden.

Einen tiefen, sinnvollen gesellschaftlichen Umbau kann man den Verantwortlichen, die immer nur reagieren, wie sich die letzten zwei Wochen gezeigt hat, leider wohl nicht zutrauen.* (Hier wieder bemerkenswert die Bewährung der Fische-Sonne Haus 12 Gordon Brown beim Management des vermeintlichen Untergangs. Plötzlich ist der Schatzkanzler in seinem Element, dem Fische-Zeichen als Zeichen des Geldflusses.) Daher wird dieser Umbau von uns als Ausstieg aus der materiellen Diktatur selbst vollzogen werden müssen. Veränderung und Gefühl, brüderliches Miteinander wird dem Krebs-Gegenzeichen gemäß jenseits der rigiden Regelwerke wachsen, wie einst im Sozialismus, der nun, den Kapitalismus erwartungsgemäß in sich selbst überholend, zur heimlichen Staatsdoktrin werden muß, wenn man unterstellt, dass das alte System sich nicht freiwillig verabschieden wird.

Dennoch steht in Aussicht, dass es das tun wird und muß, wenn Pluto zwischen 2023 und 2025 in den Wassermann geht, und später mit Uranus im Löwen dazu eine Konstellation sich wiederholt, wie einst zur französischen Revolution. Es ist Aufgabe der Astrologie im Sinne einer Entwicklung der Bewusstseinsseele diese Übergänge vorausschauend und friedlich mitzugestalten. Wir können jetzt schon viel dafür tun, dass es gut wird. Wir können sagen, wann es kommt: wie es wird, daran werken wir selbst mit.

Foto Markus Termin ©

* 23.11.2020 23:03 – hier liegt die Betonung auf sinnvoll – das Böse dieser 2020 entfesselten Plandämonie ist nur für Teufel von Teufeln – nicht für Menschen.

Es gab schon Leute, die wollten das Mittelmeer trockenlegen und schrumpfen, zur Landgewinnung. Technokratien sind immer faschistisch. Mit Technik muss man umgehen, wie mit einer Flamme: man benutzt sie, aber verbrennt sich besser nicht.

Christus ist der, der die Technik beherrscht.

** „Banken-Systems und seiner de facto Verstaatlichung“ – müsste eigentlich lauten: Staaten-Systems und seiner de facto Verbankung – wohl eher eine Enthüllung der lang schon herrschenden Verhältnisse.

Geschichte, Weltbild

Urzahl des Raumes

Nürnberg 20:13 – Warum, mag man sich fragen, ist die Uhr in zwölf Stunden aufgeteilt? Hat das etwas mit Astrologie zu tun?

Foto Markus Termin ©

Hat es, ebenso, wie die Einteilung der Woche nach den sieben alten astrologischen Planeten. Die Uhr ist ein idealisierter Sonnenstandsanzeiger. Idealisiert deswegen, weil sie zwölf Tagstunden und zwölf Nachtstunden anzeigt, die tatsächlich in Äquartornähe auch genau so zutreffen.

Doch ist die Zwölf keinesfalls willkürlich gewählt, sondern entspricht kosmischen Rhythmen, allem voran dem Jupiter-Rhythmus mit seiner 12-jährigen Wiederkehr am Ausgangspunkt. Doch auch der Venus-Tag, von dem die hellsehenden Babylonier und Ägypter sicherlich wußten, trägt den Rhythmus der 12 in sich, dauert er doch genau dreißig Tage, die mit 12 multipliziert den 360 Grad-Kreis ergeben, der wiederum genau dem alten Sonnenjahr entspricht. Denn die fünf zusätzlichen Tage sind das Ergebnis einer kosmischen Katastrophe. Wer weiß, vielleicht sind ja die Bewohner der Venus diejenigen, von denen wir wirklich die 12 haben, die Urzahl des kosmischen Erd-Raumes?

Für die Ägypter waren die zwölf Knoten im Seil das einfachste System zur jährlich immer wieder nach den Nilüberschwemmungen notwendigen Landvermessungen. Man mußte lediglich gleiche Knotenabstände waren, und schon hatte man einen Massstab für den rechten Winkel. Drei war ihnen Isis, vier Osiris und fünf der Sohn Horus. Zusammen 12. Unschwer erkennen wir in diesem Dreieck auch jenes des Pythagoras, der seine Kenntnisse aus Ägypten hatte. Mit weniger Konten als zwölf wäre kein rechter Winkel zu haben gewesen! Daß man jedoch diesen Winkel als Göttergeschenk betrachtete, dessen Herkunft, wie alle Mess- und Regeltechnik, auf Toth, den Ibis-köpfigen zurückgeführt wurde, ist einfach Zeichen einer tiefen und hellsichtigen Verbundenheit mit den lebendigen Kräften des Alls, dessen bloße Sichtbarkeit für uns Menschen bereits eine Offenbarung ist. Schon im Corpus Hermetikum – überliefert nach der Zeitenwende, tatsächlich aber viel älter – wird von der Schamlosigkeit gesprochen, zu versuchen, das Weltall forschend zu durchdringen, und im selben Buch wird erstaunlich genau vorausgesagt, was uns heute Realität ist. Nun brauchen wir, um zur 12 zurückzukehren, nur noch die Verbindung von rechtem Winkel und der allgemeinen Gerechtigkeit, die dem Jupiter als Regenten des Schützen (und der Fische) zu eigen ist, und wir haben die Brücke von den Landvermessern mit ihren zwölf Knoten und dem Umlauf des Planetengottes Jupiter-Zeus um die Sonne (und die Erde). Das öfter mal wieder, auch im TV gegen die Astrologie vorgebrachte Argument, sie arbeite nicht schon immer mit 12 Tierkreiszeichen, ist – schaut man sich den wirklich ältesten Tierkreis an – er findet sich in den Tierkreisbüchern von Michael Roscher – einfach nicht alt genug. Die dortige Zeichnung ist 12000 Jahre alt, und zeigt eine klare 12-Einteilung.

„Wenn wir nun den Menschen betrachten, stellen wir fest, dass sein Körper in voller Entsprechung zum Kosmos steht. Die Zahl 12 ist auch hier gegenwärtig. Von seinem Gehirn aus gehen 12 Paare Nervenstränge, 7 Halswirbel und 5 Lendenwirbel, 12 Brustwirbel, 12 Töne entwickeln eine harmonische Stimme. Auch ist der menschliche Körper ein genaues Spiegelbild des kosmischen Tierkreises“, schreibt Günther Harms, „auch hat im Leben des Menschen die Zahl 12 ihre Bewandtnis. Die Medizin spricht vom „Siebenjahre“, d.h. dass sich die Zellen des Menschen alle 7 Jahre erneuern. 12 x 7 Jahre ergeben somit 84 Jahre. In diesem Alter hat der Mensch alle Stufen des Lebens durchwandert. Nach den Zahlengesetzen ergeben 84 = 8 + 4 wiederum 12.“

„Auch sei erwähnt, dass der allgemein gebräuchliche Ausdruck „Tierkreis“ nicht richtig ist. Denn von den 12 Symbolen haben z. B. die Waage, die Jungfrau, der Wassermann, der Zwilling nichts mit einem Tier zu tun. Es heißt richtig“ Tyr-Kreis“. Dieses Wort stammt aus der nordischen Mythologie und bedeutet Tyr-Tri-Drei, also „Drei-Gott“. Hier sehen wir die Bedeutung von Werden, Sein, Vergehen. Die 12 Asen (Götter) sind die einzelnen Tierkreiszeichen, die unter der Herrschaft Odins die Lebenswelten regieren. Aber jede kosmisch-geistige Kultur hatte ihre eigenen Namen für diese Dinge. Doch der Sinn und die ewig wirkende Kraft hinter den wirbelnden Atomen der Schöpfung bleibt bestehen. „Das wussten alle Eingeweihten,“ schreibt ebenfalls Günther Harms.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Termin

Personen

René Descartes: „Cogito ergo sum!“

Liebe Leser,

Nürnberg 14:00 – Durs Grünbein (9. Oktober 1962 in Dresden) hat sich tiefer in René Descartes (31.03.1596 02:00 AM La Hage en Touraine, FR) hineingearbeitet, wie wohl irgendeiner vor ihm. Er ist eine Waage, und ich gäbe was drum, zu wissen, was ihn karmisch mit Descartes verbindet, dem Widder, seinem Gegenteil. Jenes hineinarbeiten in die Seele Descartes geschah bei Grünbein poetisch, denn Grünbein ist Dichter, wie er im Buche steht, und wenn man seine Verse liest, kann man wahrlich getröstet werden, dass die Welt, die er beschreibt, vor allem aber die dazugehörige Natur – zwischen Autobahn und Autobahn – heute nicht mehr existiert. Gerade darum aber sind Grünbeins Verse wie gute Fotografien von alten Ruinen: kalt holen sie heran, was längst vorbei ist, und frieren es mit dem unerbittlichen Charme und der klaren Logik der Waage ein, und die daraus sich ergebende Melancholie verbinden sie mit der schmachtenden Hoffnung einer neuen, alten Liebe.

Portrait von Franz Hals

Wer aber ist Descartes und warum kommt er hier zu Ehren? Es ist nicht sein Geburtstag, sondern sein Saturn in der Jungfrau, der mir aufgefallen ist, denn den haben wir heuer eben auch. Jenes „Ich denke, also bin ich“, mit dem Descartes quasi mit einem Satz einen Strich unter die barocken Stilblüten seiner Zeit zog, um sich der genauen Beobachtung und der nüchternen Analyse anzuvertrauen, ist sein berühmtester und nahezu allen bekannter Satz. Wer Steinbock-Aszendenten kennt, wird in seinem Gesicht einen Anklang davon finden, gemischt mit dem Widder und der Sanftmut von Stier-Venus und Mond. Dreht man das um und schaut sich Bilder eines Steinbocks mit Widder-AC an (geeignet: der ältere Richard Widmark, Bild kann ich hier aus copyright-Gründen nicht einfügen), bemerkt man leicht die Verschiebung der Prioritäten. Dem Saturn jedoch in der Jungfrau wollen wir beschreibend beikommen durch ein paar Sätze aus Durs Grünbeins in der edition unseld erschienenen Sammlung „Der Cartesische Taucher“:

„Der Laie verbindet mit dem Namen Descartes die Vorstellung von logischer Strenge, kaltblütigem Ordnungssinn, rasiermesserscharfem Verstand, usw. Jedes Lexikon hält seinen Steckbrief bereit: erster systematischer Denker der Neuzeit, Vertreter einer mechanistischen Weltanschauung, Mitbegründer der analytischen Geometrie, überzeugt davon, dass alle Naturerscheinungen rational fassbar sind.“ Und: „So spricht der Philosoph, der um die Grenzen seines Philosophierens jederzeit weiß. Sein Gespür für das Machbare, das allein von ihm zu Leistende, verdankt sich gerade solcher Wahrnehmung für das schlechthin andere (gemeint ist die Poesie M.T.), dass sich ihm entzog.“

Wird sie hier nicht klar dargestellt, die Jungfrau-Eigenschaft der Trennung, des Sortierens und der klaren Unterscheidung von brauchbar und unbrauchbar? Ob sich das aber auf Kartoffeln oder Gedanken bezieht, oder gar auf Töne, das hängt nur davon ab, womit sich die Jungfrau beschäftigt. Für Descartes stand Saturn als Geburtsherrscher zur Verfügung, so dass sich in dessen Wirken, in also seiner natürlichen Regelhaftigkeit, der Sinn seiner Existenz zusammenfassen ließ, vom Privaten abgesehen. Doch Saturn ist ja nicht privat.

Nun macht es nicht Wunder, wenn ein Steinbock-Aszendent seinen Saturn lebt, und dies leistet in Haus 8, dem der Verwandlung der Seele durch den Anderen, und wenn diese Person eine solch gewaltige (Pluto) und revolutionäre (Uranus) Widder Natur hat, dann kommt – mit Glück – ein Descartes heraus. Es macht jedoch – Saturn in der Jungfrau – auch für nicht Steinbock-AC Inhaber Sinn ihren Saturn anzuschauen, und sich zu prüfen auf die Regeln, nach denen sie ihr Leben gestalten. Man setzt Saturn gleichzeitig um, und doch steht er einem im Weg, wie ein Ding in der Wohnung, an dem man sich permanent stößt, ohne es wegzuräumen.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Personen

Fritz und Claus Riemann

Foto Markus Termin ©

„Wir wollen auch nicht unterschätzen, dass ein gewichtiges Motiv für die Ablehnung der Astrologie die Trägheit und ein Mangel an Zivilcourage ist. Vielen ist es zu unbequem, einmal aus erlernten Denkgewohnheiten herauszutreten und für eine Sache so viel Zeit und Mühe aufzuwenden, die von der akademischen Diktatur verketzert wird; viele wagen es noch nicht, sich zur Astrologie zu bekennen, auch wenn sie eigene positive Erfahrungen mit ihr gemacht haben, aus Angst, für »unseriös« gehalten zu werden. Autoritätsgläubig oder autoritätsabhängig, können viele es sich auch nicht leisten, und kaum einmal bekommt jemand im Rahmen seiner Ausbildung die Möglichkeit, sich mit diesem Stiefkind der Wissenschaft zu befassen.“ Fritz Riemann; Lebenshilfe Astrologie – Gedanken und Erfahrungen (Einwände gegen die Astrologie), 1976 Fritz Riemann (15. September 1902 03:45 AM in Chemnitz) war nicht nur Astrologe, sondern vor allem Psychologe und Psychoanalytiker, der eine heute noch in jeder Buchhandlung erhältliche Abhandlung geschrieben hat:

Sein Sohn, Claus Riemann (17. März 1951 04:24 München), ist ebenfalls Astrologe, von ihm stammt das wunderbare Buch „Der tiefe Brunnen“. Riemann Senior war Pionier und damit Wiederentdecker einer Methode, derer sich jeder weise Arzt im Mittelalter bediente: dem Horoskop als Wegweiser zur Gesundheit. Dass Fritz Riemann dies mit der seelischen Gesundheit verbinden konnte, macht ihn zum revolutionären Erneuerer der Astrologie. Bemerkenswert an diesem Jungfrau-Horoskop ist für mich vor allem die Verteilung der Planeten auf das erste und das sechste Haus, und wie er wahrhaft sein Leben danach eingerichtet hat. Und mit seinem Sohn, dem Fisch, bekam Riemann Senior eine Ergänzung, die auch in dem völlig eigenen und doch verwandten Stil ein wunderbar stimmiges Bild ergibt. So, wie der Vater Saturn im Haus der Kinder hat, hat der Sohn Saturn in der Jungfrau: geht es klarer? Die Jungfrau ist übrigens der klassische Arzt und Heiler. Am besten nachzuvollziehen in „Asterix und der Avernerschild“.

Poetry, Weltbild

Astrologie in Griechenland

Nürnberg 18:32 – Hermes hat viele Ausdrucksformen, und eine davon ist schlicht die kantige Säule. Man kann dies an Wegkreuzungen und Grenzsteinen sehen, die nichts anderes, als stilisierte „Hermen“ sind, Zeichen, die dem Gott des Handels und der Handelswege entsprechen.Herme (ἕρμα herma) bezeichnet in der antiken Kunst einen Pfeilerschaft mit aufgesetztem Kopf, als Kultbild des bärtigen Wegegottes Hermes. Die obere Mini-Säule stammt sogar aus Griechenland. Sie ist aus weißem Marmor, und ich hab sie dort, auf der Insel Samothrake, es ist ein paar Jahre her, am Strand gefunden. Nun hatte ich, verbunden mit unterem Stundenbild, folgende Idee (zwei mal anklicken, dann wird´s groß und klar):


Es gibt auf Korfu einen ‚Club‘, der sich Ouranos nennt. Dort war ich noch nicht, aber sie haben ein schönes Seminarhaus. Mein Gedanke war: ich biete ihnen Astrologiekurse für ihre Gäste an, und sie gewähren mir für diesen Vorteil, den sie dann haben, freie Kost und Logis und vielleicht noch was oben drauf. Doch so ist es nicht angelegt: naiv, wie ich wohl zu sein scheine, habe ich nicht bedacht, dass man natürlich den schönen Seminarraum an Leute wie mich gegen Geld zu vermieten gedenkt, und es wohl als besonderen Service betrachtet, dass die eventuellen Kursteilnehmer gleich im Club wohnen können; vielleicht ist das Haus ja sowieso immer ausgebucht, so daß man sich um attraktive Kurs-Angebote nicht weiter bemühen muß? Obiges Stundenbild gibt die Situation wieder: ich selbst bin Jupiter, denn Schütze steigt auf. Merkur und Venus bilden im Haus 9 eine gerade voll werdende Konjunktion. Doch diese beiden und mein Einkommen (Saturn) sind im Haus 9 in der Jungfrau eingeschlossen, und also von der Sonne abhängig, die klar an der Spitze zu Haus 9 steht. Es gibt eine positive, zunehmende Verbindung zwischen Jupiter und Saturn, die am Dienstag, den 9. September exakt wird, genau an dem Tag, wenn Jupiter wieder direkt geht. Daher rechne ich damit, dass doch irgendwas zustandekommt, das mein, wenn auch karges (Saturn) Einkommen begünstigt, und zumindest mit dieser Idee zusammenhängt. Merkur gibt mir dazu jedoch keinen Anlass, und er ist der Herr von Haus sieben, in diesem Fall mein Verhandlungspartner. Statt zu hoffen, hätte ich mir lieber das Stundenbild angucken müssen. Mit Zwillinge im Haus 7 haben die anderen Glück, während ich mit Schütze am AC an Aufbruch denke. Der Glückspunkt im Haus des Einkommens meiner Verhandlungspartner gibt ihnen auch Recht. Dass Ihr Einkommen durch meinen Wunsch, oder vielleicht sogar meine Gefühle mit bestimmt würde, sieht man dem Mond an, der das Haus 8 regiert, und relativ stark in einem Eck-Haus, in Haus vier steht. Mars, Dispositor vom Mond, steht oben in der Himmelsmitte, aber noch in Haus 9 und hat keine Zukunftsaspekte; später wird er ein Quadrat zu Jupiter bilden; hat also keinen Zweck, zu verhandeln, obwohl Mars in der Waage zu Verhandlungen aufgelegt ist. Was mich ermutigt, zumindest an der Idee dranzubleiben, ist das Trigon zwischen Jupiter und Saturn. Denn Saturn in der Jungfrau ist geradezu archetypisch für Griechenland, dem beide Zeichen zugeordnet werden. Vielleicht hat jemand von euch Verbindungen nach Hellas? Was mir vorschwebt sind forschende Kurse, nicht nur einmal, sondern jedes Jahr, vielleicht sogar ein Zentrum für Astrologie. Mit Himmelsbeobachtung und viel Muße. Der Herme unten fehlt übrigens der Phallos, den die Athener Frauen in einer Nacht- und Nebelaktion als Protest gegen einen hasardeurhaften Kriegszug ihrer Männer abschlugen, welcher Feldzug denn 413 v. Chr. auch mit einer vernichtenden Niederlage der Athener endete. 7000 Athener wurden gefangen genommen und mussten in den Steinbrüchen von Syrakus schuften, ganz zu schweigen von denen, die auf der Strecke blieben.

Personen

Helena Blavatsky

Nürnberg, 20:10 – heute will ich einmal pünktlich sein mit den Geburtstagen, nachdem ich neulich den von Andy Warhol schon verpaßt hatte. Am 12. August ist Madame Blavatsky geboren, und wohl weil sie Angehörige des russischen Adels war, kennen wir sogar ihre genaue Geburtszeit, den 12. August 1831 um 02:17 in Ekaterinslav, RU.

Ich meine, man sieht ihr den Krebs-Aszendenten an. Was ihre Wirkung in der Welt betrifft, spricht für mich die Jupiter-Uranus Konjunktion im Wassermann Bände. Zur Stürmung der Bastille als Beginn der französischen Revolution 42 Jahre vorher hatten wir auch eine Jupiter-Uranus Konjunktion, und die Venus stand damals ebenfalls im Löwen, wie diese beiden. Das ist bei Helena Blavatsky nicht der Fall, ihre Venus läuft beim Mond in der Waage, veredelt im eigenen Zeichen, und ich finde, man sieht beides ebenfalls im Gesicht. Mit dieser Sonnen-Mond Kombination wird das Leben zum Fest. Venus/Mond in Waage gibt ihr einen Ausdruck, wie von grünem Samt und Burgunder-Rotwein. Doch Jupiter-Uranus in Haus sieben sind in jedem Fall geeignet, ihr Gegenüber geradezu revolutionär zu verwandeln. Die Mars-Saturn Konjunktion hatten wir heuer in der Jungfrau auch, und es war, gelinde gesagt, heftig (11. und 12. Juli), die Leute gerieten aneinander, wer diesen Aspekt im dritten Haus hatte, durfte sich über Blechschaden nicht wundern. Wer in Haus 10 im Job, ect. Frau Blavatsky trug diesen Aspekt im zweiten Haus durchs Leben, und man geht nicht fehl in der Annahme, dass das Thema „Wert, Eigenwert, Selbstwert“ bei ihr ein Lebensthema war. Doch so etwas brauchte es auch, um eine Frau hervorzubringen, die kaum ein anderer Mensch überflügeln konnte, was die Tiefe ihres medialen Wesens betraf. „Isis entschleiert“ ist ihr Hauptwerk. Sie hat es nachts geschrieben, Unmengen von Zigaretten dabei geraucht und es wird gesagt, es sei ihr – gelenktes Schreiben – in die Feder geflossen. Denn von Kapitel zu Kapitel ändert sich der Stil, und sie kam mitunter aus Nächten mit einer Arbeitsleistung hervor (sie lebte bei Freunden), die gar nicht zu schaffen war. Als eine der ersten Frauen bereiste sie unverfrohren die Welt, und holte sich die Weisheit, wo sie zu finden war: in Tibet, Agypten, Griechenland. Man will ihr das ein oder andere gefälschte Wunder nachgewiesen haben; allein, ich ignoriere Kritik an einer so mutigen Frau. „Isis entschleiert“ kann man nicht lesen, es ist zu viel für uns heutzutage; jedoch: mal reingeschaut haben sollte man schon. Es steht nämlich was drin. Ein dickes, dickes Buch, angereichert mit Wissen aus einer Zeit, als Neptun gerade erst entdeckt worden war (1846). Und doch ist es das neptunische Buch par excellence. Was den einen Schleier und Regenbogen, der Schein und das Mediale sind, ist den anderen die wahre Realität.

164,79 Jahre braucht Neptun, um einmal durch den Tierkreis oder die Sonne herum zu wandern. bei seiner Entdeckung stand er im Wassermann, und den Punkt, an dem er damals weilte, wird er erst im März 2010 wieder erreicht haben. Das wird spannend! Frau Blavatsky hatte ihren Neptun im Steinbock in Haus 7. Das ist sowas, wie die Quadratur des Kreises: das Prinzip der Traumwelt am Ort der blanken Realität, dargestellt durch den anderen, das Du. Menschen mit Neptun in Haus 7 fehlt in diesem Haus ein Fenster, bzw. eine Tür. Das bedeutet nicht: sie sind dort verschlossen, sondern es bedeutet, die Tür steht immer offen, jeder meint, dort ganz selbstverständlich Zutritt haben zu dürfen, und findet es unverschämt, wenn der/die mit Neptun in Haus 7 für sich denselben Schutz der Privatsphäre veranschlagt, wie er bei allen anderen für völlig legtim erachtet wird.