Geschichte

Hong Kong

26. Januar 1841 um 12:01 in Victoria, Hong Kong wird der Geburtstag der ehemals britischen Kronkolonie Hang Kong begangen. Das Datum geht zurück auf die Okkupation der Britten im sogenannten ersten Opium-Krieg. In der Flagge finden wir die Venus als fünstrahligen Stern, der auch sinnbildlich den botanischen Zusammenhang mit einer fünfblättrigen Blüte augenfällig macht, der durch die Venus mit ihrer Wirkung auf die Erde auch tatsächlich erreicht wird:

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Diese Opiumkriege basierten auf dem merkwürdigen Ansinnen der Briten, ihre negative Handelsbilanz mit China auszugleichen. Denn da man aus China Tee und Seide importierte, die Chinesen aber selbst vom britischen Empire nichts brauchten, sah die Situation ähnlich aus, wie heute. So verfiel man skrupellos auf die Idee, den Chinesen Opium zu verkaufen, um die Handelsbilanz auszugleichen, ganz ähnlich, wie sich heute Afghanistan und die Terroristen mit oder ohne Billigung/Organisation der CIA durch das aus Schlafmohn ebenso wie Opium erzeugte Heroin finanziert.

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Das Horoskop (durch zwei mal Klicken vergrößern!) zeigt innen das Gründungschart der Kronkolonie, außen aber die Transite zum Tag der Wiedereingliederung zur Volksrepublik China. Dies ist nun 12 Jahre her und wir sehen Jupiter im Wassermann, wie dieser Tage auch, was vermuten läßt, dass Hong Kong auch heute im 12-Jahres Zyklus einem Höhepunkt der Erfolgsaussichten entgegengeht. Uranus steht im obigen Bild genau über der Sonne: diese Wiedereingliederung war also tatsächlich eine uranische Befreiung. Neptun steht nahezu bogensekundengenau über dem Merkur des Stadtstaates, wobei Merkur den Besitz anzeigt, denn er regiert das zweite Haus und das fünfte (während Lilith durchs fünfte läuft, und sagt, dass es in Hinsicht auf die Landeskinder – Staatsbürgerschaft wäre ein Thema – nicht mit rechten Dingen zugeht).

Doch tatsächlich hat sich der territoriale Besitz, den dieser Merkur anzeigt, ja auch wirklich aufgelöst, wie man es von Neptun erwartet. Hong Kong gehört sich nicht mehr selbst. Dass es aber mal „dem Ausland“ gehörte, dieses zeigt wunderbar Merkur in Haus 9, dem der Fremde. Venus geht 1997 entsprechend dem Wesen der Stadt auf der Flagge in Haus 4, also zurück zum Ursprung, nach China.

Die Venus in der Flagge finden wir in der Mond-Uranus und eben Venus- Konjunktion in den Fischen in Haus 11, sowie durch das erste und das sechste Haus. Mond und Mohn, gar noch in den Fischen, mag ein weiterer Hinweis sein. Das Wesen der Stadt, vertreten durch Venus, ist also wahrlich gesellschaftlich und kollektiv, und es ist bemerkenswert hierzu einen Satz zur frühen Wohnsituation jn Hong Kong zu zitieren, denn man/frau/kind wohnt praktisch im Haus 11, also in der Öffentlichkeit:

„Dies (nach einem Brand) war praktisch der Beginn des public-housing-Programms in Hongkong. Die ersten Mark-I-Häuser waren bereits Ende 1954 fertig gestellt. Sie boten jeder Familie eine Wohnung von etwa 20 Quadratmetern, die Sanitäreinrichtungen mussten mit anderen Familien geteilt werden und Kochgelegenheiten befanden sich außerhalb der Wohnungen. Bis Ende der 1960er Jahre wurden zahlreiche derartige Häuser errichtet, wobei die verbesserten Versionen Mark II und Mark III nur wenig mehr Komfort boten. Praktisch spielte sich alles Leben auf den Straßen ab, wobei diese für die zahlreichen Verkaufsbuden benutzt wurden.“ (Wikipedia)

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Brand, Weihnachten 1953

Das Horoskop des Brandes zeigt eine Mars-Mars Konjunktion kurz vorher und dann Neptun genau auf dem Mars. Also erst voll in der eigenen Kraft und dann nur noch die Auflösung übrig. Das riecht ja regelrecht nach Zündelhölzern. Außerdem steht die Sonne über dem Saturn in Haus 8. Sonne und Mars sind aber Feuer, und Sonne über Saturn ist Feuer über der Struktur, dem Halt. Und Haus 8 braucht man nicht erklären. Dass dies aber letztlich ein Glück war, weil man endlich neue Wohnungen baute, zeigen Jupiter und Glückspunkt.

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Bei einer Stadt, die quasi mit hochoffiziellen Drogengeldern erschaffen wurde, wogegen gerechterweise die Chinesen Krieg führten, den die Britten ungerechterweise auch noch gewannen, interessiert natürlich vor allem die Neptun-Stellung. Neptun steht auch tatsächlich in Haus 10 zusammen mit der Sonne ( nahe verknüpft ist ebenso Merkur in Haus 9, Geld mit dem oder sogar im Ausland verdienen, was Hong Kong Chinesen im In- und Ausland ständig tun). Alles in allem und wenn man sich´s genau überlegt, hat unser westliches Imperium ganz offensichtlich als Junkie angefangen, und der Kreislauf wurde außer mit Opium, durch Öl ergänzt, während es noch vorher Sklaven und Gold waren.

Nun hat Neptun zeitgerecht die Regierung in Hong Kong aufgelöst (das ist die Sonne) und dann (2003) den Stadtstaat selbst im Neptun-Neptun Transit der Auflösung entgegengeführt.

Personen, Poetry

Michel de Montaigne

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Bleiben wir noch ein wenig in dem Thema mit Pluto im Wassermann. Eine Runde vorher, also vor der Zeit der französischen Revolution (siehe gestriger Artikel) lebte Michel de Montaigne, 28 Februar 1533 um 11:30 AM in Chateau de St. Michel Frankreich:

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Berühmt und bekannt wurde de Montaigne nicht als Politiker oder Bürgermeister von Bordeaux – Würden und Ämter die er bekleidete – sondern durch seine Essays: eine Sammlung von Schriften, an denen er sein ganzes Leben lang feilte und verbesserte, und die auch heute noch eine Fundgrube tiefster Weisheit sind, ein ganzer Dachspeicher voller geistiger Schätze. Dabei stand er inmitten fürchterlicher Kämpfe seiner Zeit, Religionskriegen und wechselnden Allianzen und den Thron. Hier geht es ihm ebenso, wie Alphonse de Larmartine, unserem Pluto in Wassermann-Menschen von gestern. Auch Tycho de Brahe, ein paar Posts weiter unten, hatte den Pluto im Wassermann und gehörte also der selben Generation an, wie Montaigne.  Pluto ist  also der, der die Generationenfolge bestimmt, meine ich.

Ein „Pionier im Kampf um die Toleranz“, wird er genannt, ein „Dichter der Freiheit und Intelligenz.“ (Jean Lacouture)

Klingt das nicht nach Pluto im Wassermann? Und gar noch verbunden mit dem Mars, dem Inneren Krieger auf dem Feld der Intelligenz und des Geistes? Auffallend: fast alle Planeten in der Taghälfte. Die sind ihm also bewußt zugänglich, bis auf den Jupiter, der ihn dann auch praktisch (Haus 6) als Bürgermeister und Königsmacher in die erfolgreiche Pflicht genommen hat.

Richtig: die Sonne ist seit heut im Wassermann, im Zeichen des Jünglings! Und prompt wird Obama zum Präsidenten vereidigt: das timing stimmt also, schließlich ist er Wassermann-AC.

Liz Greene bringt den Wassermann klugerweise nicht nur mit Uranus und Saturn in Verbindung, sondern auch mit Prometheus: „Prometheus ist der kosmische Vertreter des sozialen Impulses, dessen Raub des Feuers aus den Händen des Zeus zum Wohle der Menschen eine Geisteshaltung verkörpert, die sich nicht mit dem Instinktleben zufrieden gibt, sondern immer noch weiter nach Vervollkommnung und Erleuchtung strebt.“ (Aus Schicksal und Astrologie, Chiron-Verlag, 2007 „Die Familie im Spiegel des Horoskops“, das bisher tiefste und ernsthafteste Buch dieser genialen Prosa-Stilistin und Astrologin).

Um einen neuen „Raub des Feuers“ wird es auch ganz Prometheus-gemäß in Amerika gehen, denn Energiegewinnung ist dem Feuer gleichzusetzen, das wir den Göttern stehlen. Wir brauchen, so der amerikanische Essayist Friedmann im aktuellen SPIEGEL eine grüne Revolution; zu Recht verlacht er die Europäer mit ihrer kalkulierten Rabattmarkenzählerei, um das Klima zu retten: „Dann gnade euch Gott!“

Es gibt ja die Sitte, dass der scheidende Präsident seinem Nachfolger einen handgeschriebenen Zettel in der Schublade hinterläßt. Ich würde einen Aphorismus von Montaigne für angemessen halten:

„Es gibt nur ein Zeichen für Weisheit:
gute Laune, die anhält …“

und vielleicht diesen noch:

„Das Meisterstück eines Menschen, auf das er besonders stolz sein kann, ist, sinnvoll zu leben; alles übrige, wie regieren, Schätze sammeln, Bauten errichten, sind Nebensachen.“

Wer noch mehr Lust und Zeit hat, den Wassermann-Merkur dieser Fische-Sonne schätzen zu lernen (und voller Faszination starre ich auch auf seinen Neptun in den Fischen!) kann sich auch hier noch lohnend durchlesen:

„In meiner Jugend hat es mich oft geärgert, sehen zu müssen, daß in den italienischen Komödien ein Schulmeister, dort pedante genannt, stets als dummer August dargestellt wurde und daß hierzulande der Titel Magister kaum von ehrenvollerer Bedeutung war; hätte ich mich denn, da ich den Lehrern ja zur Erziehung und Aufsicht anvertraut war, mit weniger begnügen dürfen, als eifersüchtig über ihr Ansehen zu wachen? Ich versuchte deshalb, sie mit dem natürlichen Mißverhältnis zu entschuldigen, wie es nun einmal zwischen dem gemeinen Volk und Männern von ungewöhnlicher, überragender Urteilskraft und Bildung bestehe, weil beider Wege völlig entgegengesetzt verliefen. Mein Latein ging mir aber plötzlich aus, als ich bemerkte, daß die Verachtung der Schulmeister gerade bei den gebildetsten Männern am größten war – unser guter Du Bellay mag als Zeuge hierfür dienen: Der Pedanten Wissen ist, da vorgefaßt, mehr als alles andre mir verhaßt. Dabei handelt es sich um eine antike Überlieferung, denn schon Plutarch sagt, Grieche und Schulgelehrter seien bei den Römern Wörter der Ablehnung gewesen, ja der Verachtung. Mit zunehmendem Alter habe ich dann gefunden, daß dies völlig ins Schwarze traf und tatsächlich die Gelehrtesten nicht die Gescheitesten sind. Wie es aber dazu kommen kann, daß eine an Kenntnis so vieler Dinge reiche Seele hiervon nicht aufgeweckter und lebendiger wird und ein gemeiner und dumpfer Geist die Gedanken und Urteile der hellsten Köpfe, die es auf der Welt je gegeben hat, in sich zu beherbergen vermag, ohne etwas daraus zu lernen und sich zu läutern, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Eine junge Dame, die erste unserer Prinzessinnen, sagte mir, als sie auf eine bestimmte Person zu sprechen kam, wer so viele große und denkstarke fremde Gehirne in sich aufnehmen wolle, müsse zwangsläufig das eigene verengen, zusammenziehen und verkleinern, um den anderen Platz zu machen. Ich wäre fast geneigt, dem zuzustimmen und zu sagen: Wie die Pflanzen an zu viel Nässe eingehen und die Lampen an zu viel Öl ersticken, kommt auch die Tätigkeit des Geistes durch zu viel Studium und Stoffhuberei zum Erliegen, weil er, von der ungeheuren Vielfalt der Dinge bis zur Verwirrung in Anspruch genommen, die Fähigkeit verliert, sich hiervon wieder freizumachen, so daß er unter der Last schließlich krumm und schief wird. In Wirklichkeit jedoch verhält es sich anders, denn unsere Seele weitet sich um so mehr, je mehr sie in sich aufnimmt, und aus den Beispielen des Altertums kann man ersehn, daß gerade umgekehrt die zur Führung der öffentlichen Angelegenheiten fähigen Männer, die großen Feldherrn und die großen Berater der Staatsmänner zugleich bedeutende Gelehrte waren. Was aber diejenigen Philosophen betrifft die sich jeder öffentlichen Beschäftigung enthielten, so wurden wie die Schulmeister auch sie zuweilen durch die ihre Narrenfreiheit nutzenden Komödiendichter der damaligen Zeit der Verachtung preisgegeben, weil sie sich mit ihren Auffassungen und ihrem Verhalten in der Tat lächerlich machten. Wollt ihr, heißt es bei Platon, daß sie über die Rechtslage in einem Prozess oder die Handlungen eines Menschen ihr Urteil abgeben? Sie tun’s, nichts lieber als das! Sie werden gleich noch untersuchen wollen, ob es überhaupt Leben, ob es Bewegung gebe, ob der Mensch sich vom Ochsen unterscheide, wie man Handeln und Leiden zu definieren habe und was für Wundertiere Gesetz und Gerechtigkeit seien. Ganz gleich, ob sie von oder zu einer Amtsperson sprechen, stets nehmen sie sich dabei ungebührliche und flegelhafte Freiheiten heraus. Hören sie, daß man einen König oder ihren eignen Fürsten preist, so ist er für sie nur ein Schafhirt, faul wie ein Schafhirt und ausschließlich damit beschäftigt, seine Herde zu melken und zu scheren, noch viel rücksichtsloser aber als ein Schafhirt. Findet ihr einen größer, weil er zwei Morgen Land besitzt? Gewohnt, die ganze Welt als ihren Besitz zu umfangen, können sie hierüber nur lachen. Rühmt ihr euch eures Adels, weil ihr sieben reiche Ahnherrn vorweisen könnt? Da schauen sie erst recht auf euch herab, denn offenbar wisst ihr euch keinen Begriff vom allumfassenden Wesen der Natur zu machen und vermögt nicht zu sehen, wie viele Vorfahren jeder von uns gehabt hat: Könige und Knechte, Reiche und Arme, Griechen und Barbaren; und wärt ihr der fünfzigste Nachfahr von Herkules, würden sie euch nur für eitel halten, wenn ihr ein solches Geschenk Fortunas ins Feld führtet. So wurden diese Philosophen der Antike vom gemeinen Volk als anmaßende und überhebliche Menschen verachtet, weil sie von den wichtigsten, nämlich alltäglichen Dingen keine Ahnung hätten. Aber das Bild, wie es Platon von ihnen zeichnet, ist weit davon entfernt, auf unsere Schulgelehrten zuzutreffen. Jene standen in Missgunst, weil man sie als dem gewöhnlichen Dasein Enthobene ansah, die jede öffentliche Tätigkeit gering schätzten und ein nach so veralteten wie hochgestochnen Grundsätzen geregeltes, nicht nachvollziehbares Privatleben führten. Diese hingegen verachtet man, weil man sie als unter das gewöhnliche Dasein Gesunkene ansieht, die zur Übernahme öffentlicher Aufgaben unfähig seien und mit ihrem nichtswürdigen Leben und Treiben noch hinter dem gemeinen Volk zurückblieben. Philosophisch reden, doch das Handeln lassen – solche Menschen finde ich fürwahr zum Hassen. Die anderen Philosophen der Antike jedoch waren, wie gesagt, nicht nur groß im Wissen, sondern größer noch in all ihrem Handeln. Von Archimedes, dem Syrakusischen Geometer, berichtet man folgendes: Als er eines Tages aus seinen tiefsinnigen Berechnungen weggeholt wurde, auf daß er davon etwas zur Verteidigung seines Landes in die Praxis umsetze, stellte er prompt ungeheuerliche Maschinen her und erzielte mit ihnen Wirkungen, die alle menschliche Vorstellung übertrafen; dennoch fand er selber solch handwerkliche Tätigkeit verächtlich, weil er meinte, damit die Würde seiner Kunst erniedrigt zu haben, für die seine Apparate nichts als Versuchsobjekte und Spielsachen seien. Genauso verhielt es sich mit jenen Philosophen: Wenn sie gelegentlich ihr Denken durch Handeln beglaubigen sollten, sah man sie einen derartigen Höhenflug nehmen, daß offenbar wurde, wie sehr die Erkenntnis der Dinge ihnen Herz und Seele auf wunderbare Weise geweitet und bereichert hatte. Manche freilich zogen sich, da sie die Zitadelle der politischen Macht von Unfähigen eingenommen sahen, daraus zurück. Als Krates gefragt wurde, wie lange man Philosophie treiben solle, antwortete er: »So lange, bis unsre Heere nicht mehr von Eseltreibern angeführt werden.« Heraklit trat die Königsherrschaft seinem Bruder ab, und den Ephesern, die ihn vorwurfsvoll fragten, warum er statt dessen seine Zeit damit verbringe, vorm Tempel mit Kindern zu spielen, stellte er die Gegenfrage: »Ist das denn nicht besser, als in eurer Gesellschaft die Staatsgeschäfte zu führen?« Diese Philosophen, deren Gedanken hoch über der Welt und ihren Glücksgütern schwebten, fanden Richterstühle und eben selbst Königsthrone niedrig und verachtenswert. So schlug Empedokles die ihm von den Agrigentinern angebotene Königsherrschaft aus; und weil Thales manchmal das Streben nach gewinnträchtigem Wirtschaften geißelte, warf man ihm vor, er verhalte sich wie der Fuchs in der Fabel zu den ihm unerreichbaren Trauben. Da packte ihn die Lust, spaßeshalber den Gegenbeweis anzutreten; zu diesem Zweck würdigte er seine Gelehrsamkeit zur Dienstmagd für die Mehrung von Hab und Gut herab und zog ein Geschäft auf, das ihm in einem einzigen Jahr so große Reichtümer einbrachte, wie sie selbst die in diesem Metier Erfahrensten in ihrem ganzen Leben kaum hätten anhäufen können. Aristoteles berichtet, manche hätten Thales, Anaxagoras und ihresgleichen, weil ihnen die einträglichsten Dinge kaum der Mühe wert gewesen seien, weise, aber nicht lebensklug genannt. Das aber kann (davon abgesehen, daß ich den Unterschied zwischen beiden Worten nicht recht zu begreifen vermag) unseren Schulmeistern keineswegs zur Entschuldigung dienen: Wenn man sieht, welch niedriges, armseliges Los sie in ihrer Unbedarftheit hinnehmen, hätten wir eher Anlass, ihnen beides abzusprechen – sie also weder weise noch lebensklug zu nennen. Jene erste Erklärungsmöglichkeit, nach der die Abstumpfung der Schulmeister von zu viel Studium und Stoffhuberei kommen könnte, lasse ich also fallen und glaube, es ist zutreffender zu sagen, daß sie von ihrer falschen Weise kommt, sich mit den Wissenschaften zu befassen, und daß man sich bei der Art, auf die wir unterrichtet werden, gar nicht zu wundern braucht, wenn weder Lernende noch Lehrer dabei gescheiter werden, sondern allenfalls gelehrter. In Wahrheit zielen Sorge und Aufwand der Väter bei uns auf nichts anderes ab, als den Kopf der Kinder mit Bücherschränken zu möblieren; von Urteilskraft und Tugend hingegen kaum ein Wort! Macht unsere Leute einmal auf einen Passanten mit dem Ruf »Seht, was für ein Gelehrter!« aufmerksam, auf einen andern aber mit dem Ruf »Seht, was für ein Ehrenmann!«, und unfehlbar werden sie Augen und Achtung dem ersten zuwenden. Da müßte ein dritter Ruf ihnen selbst gelten: »Was für Holzköpfe ihr seid!« Meistens fragen wir ja- »Kann er Griechisch oder Latein? Schreibt er Verse oder Prosa?« Ob er dadurch aber besser oder verständiger geworden sei, wäre doch das Wichtigste – und ebendas bleibt auf der Strecke. Erkundigen sollte man sich deshalb, wer das bessere, und nicht, wer das größte Wissen habe. Wir arbeiten ausschließlich daran, unser Gedächtnis vollzustopfen, -Verstand und Gewissen jedoch lassen wir leer. Wie die Vögel zur Brutzeit auf der Suche nach Körnern ausfliegen, die sie dann, ohne sie zu kosten, im Schnabel herbeitragen, um ihre Jungen damit zu füttern, klauben und klauen auch unsre Pedanten unaufhörlich ihr Wissen aus Büchern zusammen, nehmen es aber nur mit gespitzten Lippen auf und spucken es zudem gleich wieder in den Wind. (Überrascht muß ich plötzlich feststellen, wie sehr ich für solche Torheit selber ein Beispiel bin. Tue ich denn im größten Teil dieser Arbeit nicht genau das gleiche? Ich stibitze mir hier und da aus anderen Büchern die mir gefallenden Sentenzen, nicht um sie im Gedächtnis zu speichern, denn ich habe keinen Gedächtnisspeicher, sondern um sie in mein Werk einzubringen, wo sie mir wahrhaftig kein bißchen mehr gehören als an ihrem ersten Platz. Wir sind, davon bin ich überzeugt, Wissende nur des heutigen Wissens, des vergangenen jedoch ebensowenig wie des künftigen.) Das Schlimmste ist, daß auf diese Weise das Wissen unsrer Schulmeister auch ihren Nestlingen und Schülern nicht zum inneren Wachstum und Gedeihen dienen kann, da sie ihrerseits das Erlernte lediglich von Hand zu Hand weiterreichen – zu dem einzigen Zweck, damit zu prahlen und anderen zur Unterhaltung etwas vorzuschwätzen: Wertloses Klimpergeld, zu nichts zu gebrauchen denn zum Zählen und als Spielmarken. Mit anderen zu reden, haben sie gelernt, mit sich selber, nicht. Doch nicht zu reden gilt es, sondern das Steuer zu führen. Die Natur läßt, um zu zeigen, daß nichts Gestaltloses aus ihren Händen kommt, Völker von niedrigster Schulbildung oft geistige Schöpfungen hervorbringen, die es mit den höchsten Werken von Kunst und Wissenschaft aufnehmen können. Wie köstlich illustriert doch das Gascognische Sprichwort „Bouhaprou bouba, mas a remuda lous ditz qu’em“, worauf ich hinauswill: Feste blasen, das klappt, nur mit dem Fingerspiel hapert’s! (Es ist einem Schalmeienlied entnommen.) »So sagt Cicero«, »Dies ist die Ethik Platons«, »Aristoteles behauptet wortwörtlich« – all das kommt uns leicht über die Lippen. Aber wir, was sagen wir denn selbst? Wie urteilen wir selbst? Wie handeln wir selbst? Ein Papagei würde ebensogut daherreden. Unser Verhalten erinnert mich an jenen reichen Römer, der keine Kosten gescheut hatte, für jedes Wissensgebiet Fachleute in seine Dienste zu nehmen; sie mußten ständig um ihn sein, denn sie sollten, wenn sich ihm in der Unterhaltung mit seinen Freunden Gelegenheit zu einer Äußerung über dieses oder jenes Thema bot, sofort für ihn einspringen und ihm bald ein bestimmtes Argument, bald einen Vers von Homer liefern können, jeder aus seinem Jagdrevier. So wähnte er, dieses Wissen sei, da er es im Kopf seiner Leute habe, sein eignes. Das gleiche tun jene, die ihre prächtigen Bibliotheken für sich denken lassen. Ich kenne einen, der jedesmal, wenn ich etwas von ihm wissen will, ein Buch von mir verlangt, um mir die Antwort darin zu zeigen; und wenn er die Krätze im Hintern hätte, würde er sich nicht getrauen, mir das zu sagen, ohne vorher im Lexikon nachzusehen, was Krätze ist, und was Hintern. Wir nehmen die Meinungen und das Wissen anderer in Obhut, das ist alles. Es gilt aber, sie uns anzueignen. Wir gleichen insoweit einem Mann, der, wenn er Feuer brauchte, es sich bei seinem Nachbarn holen ginge und nun, da er dort ein schönes, großes brennen sähe, zum Aufwärmen daran sitzen bliebe und hierüber ganz vergäße, ein Stück Glut nach Hause zu tragen. Was nützt es, uns den Wanst vollzuschlagen, wenn wir’s nicht verdauen? Wenn die Speisen sich in uns nicht transformieren? Wenn sie uns nicht größer und stärker machen? Meinen wir denn, daß Lukullus, den nicht eigene Erfahrung, sondern das Lesen literarischer Werke zum großen Heerführer ausbildete, diese nach unserer Art aufgenommen habe? Wir verlassen uns derart auf die Kraft anderer Arme, daß wir die unsren entkräften. Will ich mich gegen die Todesfurcht rüsten? Gewiß – mit der Rüstung Senecas! Suche ich Trost für mich oder jemand anders? Rasch ist er von Cicero. Geborgt! Wäre ich aber darin eingeübt worden, hätte ich ,ihn aus mir selbst geschöpft. Dieses erschnorrte, aus zweiter Hand stammende Bescheidwissen liebe ich nicht. Auch wenn uns die Gelehrsamkeit anderer gelehrt machen sollte Weise sein können wir nur durch unsre eigene Weisheit. Den Weisen find‘ ich hassenswert, der Weisheit nicht sich selber lehrt….// Nichts weiß der Weise, wenn er nicht mit Fleiß, durch Weisheit selber sich zu läutern weiß…// …wenn haltlos er nach Mammon giert, und feige wie ein Lamm sich führt. Es ist nicht damit getan, uns Weisheit zu erwerben, wir müssen uns ihrer auch bedienen.“

„Essai Buch I – Über die Schulmeisterei – Erster Teil“

Mundan, Personen

Frau zwischen zwei Männern

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Nürnberg, 20:09 – vor einiger Zeit hatte ich hier schon mal einen Post zum Thema Dreierbeziehung: Mann mit drei Bindungen « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

Allein schon aus paritätischen Gründen geht es hier um eine Frau. Doch die Parallelen sind auffällig: hatten dort alle drei Horoskope eine Mars-Venus Konjunktion aufzuweisen, so ist es hier die Lilith-Mond Kombination, die sofort ins Auge fällt: das obere Horoskop ist ihr eigenes. Sie hat also sehr dominat Lilith-Mond im ersten Haus in der Jungfrau.

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Ich möchte hier also auf die bemerkenswerte Übereinstimmung von Planeten bzw. Wirkpunktverbindungen (denn Lilith ist der zweite Brennpunkt der Mond-Elypse) aufmerksam machen, die einem Wiederholungsmuster zu folgen scheinen: dort Mars-Venus, hier Mond-Lilith. Das bedeutet, die beiden Männer ziehen eine Frau an, die genau ihrem Mutter-Bild der vertrauten mütterlichen und der geheimen verführerischen Energie entspricht. Und die Frau (oberstes Horoskop, zwei mal klicken, und es wird größer!) hat durch die Pluto-Verstärkung, die das Jungfrau-Thema enorm übersteigert, das Bedürfnis, ihr Ego über genau diese Mond-Lilith Verbindung bei ihren Freunden zum Tragen zu bringen.

Welcher der Männer für sie wohl passender wäre? Eine Beratung, die diplomatisches Geschick verlangt. Denn man/frau sieht anhand dieser Konstellation sofort, dass sie stark Ego-gebunden ist und Partner anzieht, die ihr Durchsetzungs- und Wirkbedürfnis im Sinne der Sicherheit und Nützlichkeit scheinbar bestätigen. Doch dies kann nicht das Ziel ihres Weges sein, und es liegt auch kein Glück darin. Sie müßte vielmehr – schwer für Pluto am oder beim AC – sich der Sonne zuwenden und ihr Wesen emotional begründen, die Sprache des Herzens erlernen (eventuell über eine Gemeinschaft). Beide Männer kommen aber nicht unbedingt ihrem Sonnen-Kern entgegen, sondern dem Macht-Zentrum am AC, sind also Weggefährten einer Selbstentdeckung, die dazu führen könnte, sich der eigenen zwiespältigen Mütterlichkeit und Mutterbeziehung bewußt zu werden. Dies um so mehr, als dass Saturn am AC eine Schicksalswende anbietet und fordert. Beim ersten Mann passt sicherlich die Aszendentenspiegelung Jungfrau/Fische und die Wasser-Sonne, beim zweiten die Venus im Krebs: er mag sie. Doch sie selbst will eigentlich eine Stier-Männlichkeit im Leben, und das sagt sie auch. Er soll zuverläßig sein und familiengründungswillig. Die Idee, das ganze als Mutter-Problem zu sehen, obwohl es sich doch um Männer handelt, geht auch auf den Fische-Mond des ersten Mannes zurück, der damit das, was sie im Partnerhaus anzieht (das Fische-Zeichen), mit Anima-Kraft aufläd. Er hat also, was sie will, aber eher auf einer weiblichen, als auf einer männlichen Ebene. Sie will einen Mann und bekommt einen Mutter-Ersatz hinzu. Eigentlich ideal, andererseits jedoch auch ein exaktes Bild ihres gegenwärtigen Befindlichkeitsstandes. Käme sie mal dahin, diesen Mutterersatz nicht mehr zu brauchen, fällt auch der Mann weg. Und sie müßte – was sie (Pluto, Pluto!) auf keinen Fall will – über ihren Schatten (Lilith) springen, und ihr Sicherheitsbedürfnis für einen Mann opfern, der Sicherheit nicht bietet, sondern mit seinem Fische-AC ein Nähe-Ferne Problem hat, und eigentlich gerade in ihr Sicherheit zu finden hofft. Ob sein Mars in der Jungfrau (immerhin Erde, also trigonal zum Stier-Mars) ihren AC angreift oder auf Trab bringt, ist nicht ausgemacht: wahrscheinlich beides. Und dann die Venus in Haus 12 im Löwen bei ihr: will sie, was sie will? Ganz Frau sein im Löwen und sich damit verstecken müssen (Haus 12) passt zu einer einsamen Bucht in Kroatien.

Was Lilith eigentlich bedeutet, erfährt man an einer Vielzahl von Horoskopen durch sehr direkte Lebensentsprechungen: die Dame mit Lilith in Haus 5 arbeitet als Domina, der Mann mit Lilith in 3 hat eine Schwester, die als Prostituierte arbeitet. Und Lilith im Haus 7 zieht Geschlechtskrankheiten an. Dennoch ist auch dieses geheimnisvolle Prinzip – Lilith ist, während ich das schreibe auf 00:28º Steinbock und hat also eben das Zeichen gewechselt, acht Jahre und etwas mehr als zehn Monate wandert der/die Lilith Punkt durch den Tierkreis – nicht nur negativ, sondern die notwendige Verbindung zur „dunklen Seite der Macht“. Lilith in der Jungfrau erntet demnach vielleicht auch Mutterkorn, Lilith im Steinbock verstärkt jetzt Pluto – so manche Verirrung gesetzgeberischer Norm mag hier ihren Anfang nehmen: der Mißbrauch von Regeln allenthalben: auch Astrologen sind davon nicht ausgenommen.

Personen

Frank Zappa

Lieber Leser,

leider starb dieser Mann viel zu früh. Auf dem unteren Bild sehen wir die kongeniale Illustration Calvin Schenkels zur Veröffentlichung von „One Size Fits  All“:


zappaGeboren am 21. Dezember 1940 um 6:22 AM in Baltimore Corner, MD (USA) zeigt dieses Horoskop das Signum royalistischer Herrschaft – die Konjunktion von Jupiter (also dem Geburtsherrscher) und Saturn im Haus der Kreativität. Leider starb Zappa viel zu früh am 4. Dezember 1993 an Prostata-Krebs.

Michèle Montrelay, Philosophin, Psychoanalytikerin und Feministin schrieb: „Nehmen sie sich vor der Musik in acht. (…) Sie singt, tanzt, lädt zum Feiern ein, erlaubt zu leben; aber wenn man sich zuviel mit ihr beschäftigt, dann tötet sie wie Kali. Deswegen muß man ihr einige Grenzen setzen …“

Ich hoffe, das stimmt nicht. Zappas Tod war auch deswegen so fatal im wahrsten Sinne des Wortes, weil die Forderung nach „freier Sexualität“ sich durch sein Werk zieht, wie ein roter Faden (Mars in Skorpion). Dieser Libertinismus sollte also in Persona widerlegt werden?!

Dieses Jahr habe ich ihn nochmal live gehört! – Kevin John Edusei, 1973 geboren, als „One Size fits them all“ mit der unvergleichlichen, lebensrettenden Arroganz des Till Eulenspiegel gerade herauskam, dirigierte das EnsembleKontraste mit zwei Stücken, die es ihm (Zappa) noch vergönnt war 1992 in der Alten Oper in Frankfurt zur Uraufführung zu bringen. „Oper?“, mögen manche fragen: „Der Mann sieht doch aus, wie ein Rock-Spinner?“ Und genau das ist es: Zappa hat Musik gemacht ohne den geringsten Respekt für Genregrenzen. Dabei bastelte er – Mond in der Jungfrau als fleißiges Helferlein – an einem musikalischen Kosmos aus ein paar Dutzend unglaublichen Melodien – und ein paar Tausend durch die reinen Gitarrensoli dazu:

http://www.ensemblekontraste.de/

Musik beschreiben – Mondknoten in der Waage, Haus 10! Sie ist dermaßen prägend und eigen, dass sich aus Zappas Namen sogar ein Duden-bestätigtes Wort: „zappaesk“, gebildet hat. Es sind die Melodien – müssen sein – mein Lieblingslied ist „Village of the Sun“ – Kevin John Edusei hat die Stücke würdig präsentiert. Er ist Kapellmeister in Würzburg und übernimmt andere kreative Aufgaben in der Region hingebungsvoll und mit Freuden. Ich war überrascht, wie die Profis es hinkriegen, nach nur zwei Proben, zusammengewürfelt aus den Orchestern in München und Nürnberg, absolut unterbezahlt, dennoch eine solche Aufführung hinzukriegen. Aus Zappas magischem Musikkosmos, wenn man ergriffen ist, kommt man nur durch Musik heraus. Sein Mond/Neptun in Jungfrau machte ihn zum Zauberlehrer, Autorität  für eine ganze Generation Freaks.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Geschichte, Personen, Poetry, Weltbild

Neptun-Uranus Rezeption

erde-und-neptunFotomontage: NASA

“ … als Le Verrier damals die Bahn des Uranus untersucht hat, hat er auch festgestellt, dass Neptun sich nicht so bewegt, wie es die Gravitationstheorie vorhersagen würde. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Theorie falsch war. Sondern nur, dass da etwas war, dass man vorher noch nicht kannte und dessen Einfluss man deswegen auch nicht berücksichtigen konnte. In diesem Fall war das der Planet Neptun. Genau so war es mit der dunklen Materie. Die Astronomen können „sehen“ dass sie da ist – eben weil sie (auch wenn sie nicht leuchtet) gravitativ wirkt. Und diese gravitative Wirkung macht sich in der Bewegung der sichtbaren Sterne bemerkbar.“

So schreibt Dr. Florian Freistetter am 4.12.08 in seinem Sience-Blog. Nun müssen wir anfügen, dass jenes kleine Wörtchen „… war es mit der dunklen Materie …“ nicht zutreffend ist, sondern man forscht diesbezüglich, und abgesehen von einer großen Unwägbarkeit und einer Vermutung gibt es gar nichts. Solche Täuschungen sind jedoch typisch für das astrologische Wirken des Neptun.

Wirklich interessant ist, dass Neptuns Entdeckung aufgrund der Abweichungen von Uranus Umlaufbahn von zwei Mathematikern zeitgleich und unabhängig voneinander vorbereitet wurde. Gesichtet wurde Neptun wohl am 23. November 1846. Da stand er wie heute im Wassermann und pflegte eine Konjunktion zu Saturn, als hätte er den gebraucht, um in die Welt der festen Dinge hineinzukommen. (Wir kennen Neptun also noch keinen Umlauf lang durch den Tierkreis, und werden dies am 3. Mai 2009 zum ersten Mal erleben!) Die beiden Mathematiker, die damals die Vorarbeit zur Sichtung leisteten, hießen Urban Le Verrier, geboren am 11. März 1811 um 10:00 AM in Saint-Lô, Frankreich:

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le-verrier… und John Coach Adams (geb, 5. Juni 1819 in Leneast, Cornwall, GB). Wir können erkennen, dass Neptun zur Zeit seiner Entdeckung (Wassermann 25.20°) im Haus 10 von Le Verrier stand, und dazu im genauen Quadrat zu Jupiter im 12. Haus im Stier: dem Unendlichen Substanz (Jupiter, Stier, 12) geben, und dabei Wissen und Bewußtsein erweitern, allerdings in Form eines kollektiven Wettstreits. Dabei zeigt sein Geburtsbild, genau wie zur Entdeckung des Planeten Neptun, ebenfalls eine Konjunktion Neptun-Saturn.

Zeitgleiche Entdeckungen sind in der Wissenschaft keine Seltenheit. Das Periodensystem der Chemie selbst wurde 1869 nahezu gleichzeitig und unabhängig voneinander von Dmitri Ivanovitch Mendeleiev, 8. Februar 1834 in Tobolsk, Russland und Julius Lothar von Meyer (19. August 1830, Oldenburg) begründet. Ähnliches wird von der Entdeckung des Aids-Virus berichtet. Luc Montagnier (geboren am 18. August 1932 um 2:00 AM in Chabris, Frankreich) und Robert Gallo (geb. 23. März 1937 in Waterbury, CN) USA entdeckten das Virus zeitgleich.

Der Zusammenhang zwischen allen drei Entdeckungen (Virus, Chemie, Planet selbst) ist astrologisch als Neptun-Zuordnung eindeutig klassifiziert (das Penicillin könnte man auch noch benennen, doch da ist die Geschichte uneindeutig).

Merkwürdig genug sind diese „Zwillingsentdeckungen“, die von rein materiell denkenden naiven Realisten (als Denkrichtung, nicht als Beleidigung gemeint!) dem Zufall zugerechnet werden. Uns Astrologen ist dies – das scheinbar Zufällige – und weit mehr Forschungsmaterie. Interessant und bedeutungsvoll ist auch das Horoskop des Uranus Entdeckers William Herschel, welches ich in unterer Grafik mit seinem Todestag in ein Synastriebild kombiniert habe (zum Vergrößern zwei mal draufklicken):

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William Herschel, geb. am 15. November 1738 in Hannover, gest. am 25 August 1822 Sough

herschel-bild

Abgesehen davon, dass dieses Portrait optisch den Skorpion reinsten Wassers zeigt (Waage-AC scheint mir auch möglich), bietet das Horoskop seines Todeszeitpunkts die gradgenaue Konjunktion von Uranus zu Uranus Radix, eben jenes Planeten, den er entdeckt hat. Herschel wurde genau so alt, wie der von ihm entdeckte Planet Uranus für einen Umlauf braucht. Und auch die Neptun Korrelation zeigt sich im Horoskop, nämlich durch eine Opposition des laufenden Neptun zum Geburtsneptun. Was jedoch nicht verwunderlich ist, weil die beiden Planeten rhythmisch miteinander „tanzen“. Den Krebs-AC habe ich auf die rhythmische Auslösung (nach Döbereiner) seines Uranus erstellt, reine Spekulation, aber doch auch Forschung. Man/frau beachte auch die gradgenaue Mondknoten-Opposition zum Todestag.

Kommen wir zurück auf den Anfang unseres Posts, wo ein Astronom, Dr. Freistetter, versucht, die Neptun-Entdeckung anlog zur „Entdeckung“ der „dunklen Materie“ (Spekulation) zu setzen. Wer so etwas macht, wird dabei – wen wunderts – von Neptun beeinflußt, das bedeutet verwirrt. Denn Neptun ist astrologisch nicht nur Chemie, Viren, der Schleier und positiv der Regenbogen, sondern auch die Täuschung! Mit Herr Dr. Freistetter ist nun freilich nicht gut Kirschen essen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Esoterik zu bekämpfen. Sprechen wir jedoch von „dunkler Materie“, so sprechen wir von geschätzten 95% des gemessenen und gewogenen Universums! Abgesehen davon, dass das wirklich sehr spekulativ ist, müssen wir auch feststellen, dass ein Fehlerquotient von 95% wohl oder übel den kosmologischen Rechnungen zugrunde liegen muss, nach denen eben gerade die Existenz der sogenannten „dunklen Materie“ als Hypthese postuliert wird. Dies freilich kommt Naturwissenschaftlern mit der Hoffnung auf CERN-Ergebnisse nicht mehr selbstkritisch zu Sinn, weshalb sie einen erstaunlich großen Teil ihrer Zeit dem Kampf gegen die „Esoterik“ widmen. Auch glauben Sie, die quantenphysikalischen Messungen schon verstanden zu haben, und lassen sich gern zu einem jovialen Ton herab, wenn sie mitbekommen, dass man nicht in ihrem Sujet promoviert hat. Allein, dass namhafte Vertreter ihres eigenen Faches dies anders sehen, wird verdrängt:

„Viele Physiker hofften, dass die Welt in gewissem Sinne doch klassisch sei – jedenfalls frei von Kuriositäten wie großen Objekten an zwei Orten zugleich, doch solche Hoffnungen werden durch eine Serie neuer Experimente zunichte gemacht“, sagte der dieses Jahr verstorbene Physiker und Nobelpreisträger John Archibald Wheeler.

„Unsere Gedanken, unser Wille, Bewusstsein und Empfindungen weisen Eigenschaften auf, die als Merkmale des Geistigen bezeichnet werden können. Damit sind Intentionalität, Nicht-Lokalität, Nicht-Kopierbarkeit, Nicht-Kommunizierbarkeit usw. gemeint. Der Geist ist also im wahrsten Sinne »nicht zu fassen«. Geistiges lässt keine direkte Wechselwirkung mit den bekannten naturwissenschaftlichen Grundkräften – wie Gravitation, elektromagnetischen Kräften etc. – erkennen. Auf der anderen Seite aber entsprechen diese Eigenschaften des Geistigen haargenau denjenigen Charakteristika, die die äußerst rätselhaften und wunderlichen Erscheinungen der Quantenwelt auszeichnen“,

so schreibt Dr. Christian Hellweg, der praktischerweise Physik und Medizin studiert hat, und vielleicht etwas tiefer blicken kann. Und Dr. Hans-Peter Dürr, der ehemalige Leiter des Max-Planck-Instituts für Physik in München …

“ … vertritt heute die Auffassung, dass der Dualismus kleinster Teilchen nicht auf die subatomare Welt beschränkt, sondern vielmehr allgegenwärtig ist. Mit anderen Worten: Der Dualismus zwischen Körper und Seele ist für ihn ebenso real wie der “Welle-Korpuskel-Dualismus” kleinster Teilchen. Seiner Auffassung nach existiert ein universeller Quantencode, in der die lebende und tote Materie eingebunden ist. Dieser Quantencode soll sich über den gesamten Kosmos erstrecken.“ (Readers Edition)

All diese Dinge sind astrologisch gesehen Neptun-Phänomene: das Nicht-Wissen, ob es sich um Welle oder Teilchen handelt, die Veränderung der Ortsbestimmung von Photonen allein durch Beobachtung, Nicht-Lokalität, ect. Und dass sie so sehr in den Vordergrund rücken, mag der anhaltenden Neptun-Uranus Rezeption geschuldet sein (einer im Zeichen des anderen), die wie eine Durchdringung und Verstärkung wirkt.

Wir können uns darauf vorbereiten, wenn unsere Physiker endlich den objektiven Beweis ihrer Grenzen gefunden (bzw. begriffen) haben werden, ihnen freundlich und interessiert zur Seite zu stehen mit den erstaunlichen und fast unerforschten Tiefen der Astrologie und des Bewußtseins. Wir wissen als Astrologen sogar, wann dies sein wird: wenn „Butter bei die Fische geht“, also 2012 ff., wenn Neptun in die Fische geht!

Personen, Weltbild

Theodor W. Adorno


Liebe Leserinnen und Leser,

Nürnberg 14:43 – geboren am 11. September 1903 um 5:30 AM in Frankfurt am Main. Dieses Jahr wäre er hundertfünf geworden. Seinem Gedenken steht nun ein weltgeschichtlich sperriges Datum im Weg. Vielleicht auch daher eine etwas zu späte astrologische Würdigung.

twa

TWA, wie sie ihn nannten, hatte allerdings etwas gegen die Astrologie. Er schreibt ziemlich böse über den „Okkultismus“, wie er es nannte, und hatte dabei keine Ahnung, was Astrologie eigentlich ist. Auch, wenn er wirklich sehr böse über sie redet, kann man ihm verzeihen, denn man versteht sein Motiv und die immerhin ehrenvolle Absicht. Dabei offenbart er sich geradezu in jedem seiner Sätze – und fast alle kann man zitieren, denn er komponiert musikalisch – als doppelte und dreifache Jungfrau, unterwegs zu seinem Fische-Gegenpol:

„Keine Verbesserung ist zu klein oder geringfügig, als dass man sie nicht durchführen sollte. Von hundert Änderungen mag jede einzelne läppisch und pedantisch erscheinen; zusammen können sie ein neues Niveau des Textes ausmachen.“ (Minima Moralia, 51)

Die imposante Pluto-Uranus Opposition zwischen Haus 4 und 10 gibt einen trefflichen Eindruck des Spannungsfeld zwischen Herkunft und Berufung an, und zeigt, wie hoch das Niveau eines (magisch-tonal) kämpfenden Geistes (Mars im Skorpion) sein kann, wenn er in der Lage ist, starke Spannungen kreativ zu „disziplinieren“. Mit der persönlichen Achse Haus 1 – Haus 7 bekommen wir aber auch einen Einblick in die unsere gegenwärtige Zeit mit der Opposition Saturn-Uranus – eben die Zeichen Jungfrau und Fische bewegende Gegensätze, die sich mitten durch Adornos „Wesensachse“ zogen. Sie sind signifikant für seine Auseinandersetzung von Nutzen und Materialismus kontra Geist, den wir ebenfalls überaus real austragen! Seine durch Gustav Mahlers Musik gestiftete Freundschaft mit dem Fische-Geborenen Hans Wollschläger (17. März 1935 in Minden) kann als gelebte Sehnsucht nach dem persönlichen Gegenpol verstanden werden:

“ … es streifte durchaus manchmal das Groteske, nämlich wenn er auch auf Bagatellen in einer Weise ansprach, als müsse er sich fachgutachtlich äußern. Die Überführung in komplexe Syntax und Begriffe stellte in der Sache selber Ordnung her, Struktur; sein Formsinn war lebensbeherrschend. „Schaun Sie, da müssen wir akkurat sein“, sagte er öfter, und in Wien mit leicht wienerischem Tonfall, sich selbst ironisierend; …“ (Hans Wollschläger „Moments musicaux“ S.11)

Ihn als das Gewissen des intellektuellen Nachkriegsdeutschland zu bezeichnen, mag allenfalls auf Grund der Rollenzuweisung eine Zumutung für ihn gewesen sein; eine Tatsache war es gewiss.

Mit Max Horkheimer (14. Feb 1895, Zuffenhausen) schrieb er „Die Dialektik der Aufklärung“

„Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils. Das Programm der Aufklärung war die Entzauberung der Welt. Sie sollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen.“

Es scheine nur so, als ob das aufgeklärte Weltbild dem mythischen überlegen sei. In Wahrheit seien diese beiden Ansätze sehr eng miteinander verwandt. Das Ideal der Aufklärung ist die rationale Erklärung der Welt um die Natur zu beherrschen. In ihr werde der Begriff durch die Formel ersetzt. Durch die argumentative Verteidigung der mythischen Weltdeutung werde das Prinzip der Rationaliät der Aufklärung schon anerkannt. Dadurch werde sie in jeder Auseinandersetzung mächtiger. „Als Sein und Geschehen wird von der Aufklärung nur anerkannt, was durch Einheit sich erfassen lässt; ihr Ideal ist das System, aus dem alles und jedes folgt. Alle Götter und Qualitäten sollen zerstört werden. Dabei übersieht sie, dass die Mythen schon ein Produkt der Aufklärung sind.“ „Als Gebieter über Natur gleichen sich der schaffende Gott und der ordnende Geist.“ Sie haben die gleichen Wurzeln, denn „Mythen wie magische Riten meinen sich wiederholende Natur.“

Und sich wiederholende Natur – dürfen wir ergänzen, ist Astrologie.

„Nach Horkheimer/Adorno ist die Abstraktion das Werkzeug, mit der die Logik von der Masse der Dinge geschieden wird. Das Mannigfaltige wird quantitativ unter eine abstrakte Größe gestellt und vereinheitlicht, um es handhabbar zu machen. Das symbolisch Benannte wird formalisiert; in der Formel wird es berechenbar und damit einem Nützlichkeitsaspekt unterzogen, verfügbar und manipulierbar zu sein. Das Schema der Berechenbarkeit wird zum System der Welterklärung. Alles, was sich dem instrumentellen Denken entzieht, wird des Aberglaubens verdächtigt. Der moderne Positivismus verbannt es in die Sphäre des Unobjektiven, des Scheins.“ (Source: Wikipedia)

Bemerkenswert, wie diese treffende Kritik und die klare Erkenntnis der heute maßgeblichen dogmatischen Diktatur der Naturwissenschaften wiederum nicht in der Lage war, den inneren Widerspruch zu erkennen, der in der Feindschaft zum Esoterischen lag. Da wird dann – chaotischer Fische-Gegenpool mit Jupiter-Kaft – alles vom Faschismus bis zum Spiritismus, vom Okkulten bis zum Ätherleib eloquent und hilflos in einen Topf geworfen und zur Polemik verrührt, an der sich jene tränkten, die vom Leben außer Marx und Gesellschaftskritik ohnehin nichts wissen wollten. Adorno selbst entkam diesem staubtrockenen Wahnsinn durch seine Liebe zur Musik, durchs Klavierspiel, die Komposition. Man muß dies als Zeitgeisterscheinung begreifen: selbst Wolfgang Döbereiner, profundester Astrologe, wettert gegen die Esoterik und begreift sich keinesfalls als Teil derselben. Man hatte einerseits mitbekommen – was heute vergessen ist – daß Naturwissenschaft in Gebilden des technischen Wahns und der Zerstörung zu enden pflegt, wogegen antretend gerade Adorno auf´s gutmütigste mit den Technikern den Dialog suchte, andererseits jedoch ebenso erfahren, daß die Ideologen des Faschismus sich neben Nitzsche und Wagner auch gern und zeitweise die Kaputze des okkulten Priesters überzogen; dennoch wurden manche AstrologInnen in die Konzentrationslager geschickt.

Hier nun war es selbst so großen Geistern wie Adorno nicht gegeben, über ihren Schatten zu springen: der Weg des geringsten Widerstands führte dort hinaus, wo man ein undifferenziertes Gemenge des Unheimlichen vermutete, und wo der berechtigterweise „am beschädigten Leben“ erworbene Fatalismus, der sich durch fast das ganze Werk zieht, und der viel vom Trotz und den tabakverqualmten Buden einer „besseren“, moralisch gerechtfertigten Nachkriegs-Elite unter den Intellektuellen, die Adorno mit anführte, ausmachte – sich als Pathos – Thesen gegen den Okkultismus – Luft machen konnte.

Dabei wußte man eigentlich alles: „Aber gerade dieser Gedanke, gleich allem Wettern über die Lüge, hat eine verdächtige Neigung, selber zur Ideologie zu werden.“

Auf dass es uns selbst anders ergeht und wir von dem großen Lehrer lernen!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Personen

René Descartes: „Cogito ergo sum!“

Liebe Leser,

Nürnberg 14:00 – Durs Grünbein (9. Oktober 1962 in Dresden) hat sich tiefer in René Descartes (31.03.1596 02:00 AM La Hage en Touraine, FR) hineingearbeitet, wie wohl irgendeiner vor ihm. Er ist eine Waage, und ich gäbe was drum, zu wissen, was ihn karmisch mit Descartes verbindet, dem Widder, seinem Gegenteil. Jenes hineinarbeiten in die Seele Descartes geschah bei Grünbein poetisch, denn Grünbein ist Dichter, wie er im Buche steht, und wenn man seine Verse liest, kann man wahrlich getröstet werden, dass die Welt, die er beschreibt, vor allem aber die dazugehörige Natur – zwischen Autobahn und Autobahn – heute nicht mehr existiert. Gerade darum aber sind Grünbeins Verse wie gute Fotografien von alten Ruinen: kalt holen sie heran, was längst vorbei ist, und frieren es mit dem unerbittlichen Charme und der klaren Logik der Waage ein, und die daraus sich ergebende Melancholie verbinden sie mit der schmachtenden Hoffnung einer neuen, alten Liebe.

Portrait von Franz Hals

Wer aber ist Descartes und warum kommt er hier zu Ehren? Es ist nicht sein Geburtstag, sondern sein Saturn in der Jungfrau, der mir aufgefallen ist, denn den haben wir heuer eben auch. Jenes „Ich denke, also bin ich“, mit dem Descartes quasi mit einem Satz einen Strich unter die barocken Stilblüten seiner Zeit zog, um sich der genauen Beobachtung und der nüchternen Analyse anzuvertrauen, ist sein berühmtester und nahezu allen bekannter Satz. Wer Steinbock-Aszendenten kennt, wird in seinem Gesicht einen Anklang davon finden, gemischt mit dem Widder und der Sanftmut von Stier-Venus und Mond. Dreht man das um und schaut sich Bilder eines Steinbocks mit Widder-AC an (geeignet: der ältere Richard Widmark, Bild kann ich hier aus copyright-Gründen nicht einfügen), bemerkt man leicht die Verschiebung der Prioritäten. Dem Saturn jedoch in der Jungfrau wollen wir beschreibend beikommen durch ein paar Sätze aus Durs Grünbeins in der edition unseld erschienenen Sammlung „Der Cartesische Taucher“:

„Der Laie verbindet mit dem Namen Descartes die Vorstellung von logischer Strenge, kaltblütigem Ordnungssinn, rasiermesserscharfem Verstand, usw. Jedes Lexikon hält seinen Steckbrief bereit: erster systematischer Denker der Neuzeit, Vertreter einer mechanistischen Weltanschauung, Mitbegründer der analytischen Geometrie, überzeugt davon, dass alle Naturerscheinungen rational fassbar sind.“ Und: „So spricht der Philosoph, der um die Grenzen seines Philosophierens jederzeit weiß. Sein Gespür für das Machbare, das allein von ihm zu Leistende, verdankt sich gerade solcher Wahrnehmung für das schlechthin andere (gemeint ist die Poesie M.T.), dass sich ihm entzog.“

Wird sie hier nicht klar dargestellt, die Jungfrau-Eigenschaft der Trennung, des Sortierens und der klaren Unterscheidung von brauchbar und unbrauchbar? Ob sich das aber auf Kartoffeln oder Gedanken bezieht, oder gar auf Töne, das hängt nur davon ab, womit sich die Jungfrau beschäftigt. Für Descartes stand Saturn als Geburtsherrscher zur Verfügung, so dass sich in dessen Wirken, in also seiner natürlichen Regelhaftigkeit, der Sinn seiner Existenz zusammenfassen ließ, vom Privaten abgesehen. Doch Saturn ist ja nicht privat.

Nun macht es nicht Wunder, wenn ein Steinbock-Aszendent seinen Saturn lebt, und dies leistet in Haus 8, dem der Verwandlung der Seele durch den Anderen, und wenn diese Person eine solch gewaltige (Pluto) und revolutionäre (Uranus) Widder Natur hat, dann kommt – mit Glück – ein Descartes heraus. Es macht jedoch – Saturn in der Jungfrau – auch für nicht Steinbock-AC Inhaber Sinn ihren Saturn anzuschauen, und sich zu prüfen auf die Regeln, nach denen sie ihr Leben gestalten. Man setzt Saturn gleichzeitig um, und doch steht er einem im Weg, wie ein Ding in der Wohnung, an dem man sich permanent stößt, ohne es wegzuräumen.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Personen

Fritz und Claus Riemann

Foto Markus Termin ©

„Wir wollen auch nicht unterschätzen, dass ein gewichtiges Motiv für die Ablehnung der Astrologie die Trägheit und ein Mangel an Zivilcourage ist. Vielen ist es zu unbequem, einmal aus erlernten Denkgewohnheiten herauszutreten und für eine Sache so viel Zeit und Mühe aufzuwenden, die von der akademischen Diktatur verketzert wird; viele wagen es noch nicht, sich zur Astrologie zu bekennen, auch wenn sie eigene positive Erfahrungen mit ihr gemacht haben, aus Angst, für »unseriös« gehalten zu werden. Autoritätsgläubig oder autoritätsabhängig, können viele es sich auch nicht leisten, und kaum einmal bekommt jemand im Rahmen seiner Ausbildung die Möglichkeit, sich mit diesem Stiefkind der Wissenschaft zu befassen.“ Fritz Riemann; Lebenshilfe Astrologie – Gedanken und Erfahrungen (Einwände gegen die Astrologie), 1976 Fritz Riemann (15. September 1902 03:45 AM in Chemnitz) war nicht nur Astrologe, sondern vor allem Psychologe und Psychoanalytiker, der eine heute noch in jeder Buchhandlung erhältliche Abhandlung geschrieben hat:

Sein Sohn, Claus Riemann (17. März 1951 04:24 München), ist ebenfalls Astrologe, von ihm stammt das wunderbare Buch „Der tiefe Brunnen“. Riemann Senior war Pionier und damit Wiederentdecker einer Methode, derer sich jeder weise Arzt im Mittelalter bediente: dem Horoskop als Wegweiser zur Gesundheit. Dass Fritz Riemann dies mit der seelischen Gesundheit verbinden konnte, macht ihn zum revolutionären Erneuerer der Astrologie. Bemerkenswert an diesem Jungfrau-Horoskop ist für mich vor allem die Verteilung der Planeten auf das erste und das sechste Haus, und wie er wahrhaft sein Leben danach eingerichtet hat. Und mit seinem Sohn, dem Fisch, bekam Riemann Senior eine Ergänzung, die auch in dem völlig eigenen und doch verwandten Stil ein wunderbar stimmiges Bild ergibt. So, wie der Vater Saturn im Haus der Kinder hat, hat der Sohn Saturn in der Jungfrau: geht es klarer? Die Jungfrau ist übrigens der klassische Arzt und Heiler. Am besten nachzuvollziehen in „Asterix und der Avernerschild“.

Poetry, Weltbild

Astrologie in Griechenland

Nürnberg 18:32 – Hermes hat viele Ausdrucksformen, und eine davon ist schlicht die kantige Säule. Man kann dies an Wegkreuzungen und Grenzsteinen sehen, die nichts anderes, als stilisierte „Hermen“ sind, Zeichen, die dem Gott des Handels und der Handelswege entsprechen.Herme (ἕρμα herma) bezeichnet in der antiken Kunst einen Pfeilerschaft mit aufgesetztem Kopf, als Kultbild des bärtigen Wegegottes Hermes. Die obere Mini-Säule stammt sogar aus Griechenland. Sie ist aus weißem Marmor, und ich hab sie dort, auf der Insel Samothrake, es ist ein paar Jahre her, am Strand gefunden. Nun hatte ich, verbunden mit unterem Stundenbild, folgende Idee (zwei mal anklicken, dann wird´s groß und klar):


Es gibt auf Korfu einen ‚Club‘, der sich Ouranos nennt. Dort war ich noch nicht, aber sie haben ein schönes Seminarhaus. Mein Gedanke war: ich biete ihnen Astrologiekurse für ihre Gäste an, und sie gewähren mir für diesen Vorteil, den sie dann haben, freie Kost und Logis und vielleicht noch was oben drauf. Doch so ist es nicht angelegt: naiv, wie ich wohl zu sein scheine, habe ich nicht bedacht, dass man natürlich den schönen Seminarraum an Leute wie mich gegen Geld zu vermieten gedenkt, und es wohl als besonderen Service betrachtet, dass die eventuellen Kursteilnehmer gleich im Club wohnen können; vielleicht ist das Haus ja sowieso immer ausgebucht, so daß man sich um attraktive Kurs-Angebote nicht weiter bemühen muß? Obiges Stundenbild gibt die Situation wieder: ich selbst bin Jupiter, denn Schütze steigt auf. Merkur und Venus bilden im Haus 9 eine gerade voll werdende Konjunktion. Doch diese beiden und mein Einkommen (Saturn) sind im Haus 9 in der Jungfrau eingeschlossen, und also von der Sonne abhängig, die klar an der Spitze zu Haus 9 steht. Es gibt eine positive, zunehmende Verbindung zwischen Jupiter und Saturn, die am Dienstag, den 9. September exakt wird, genau an dem Tag, wenn Jupiter wieder direkt geht. Daher rechne ich damit, dass doch irgendwas zustandekommt, das mein, wenn auch karges (Saturn) Einkommen begünstigt, und zumindest mit dieser Idee zusammenhängt. Merkur gibt mir dazu jedoch keinen Anlass, und er ist der Herr von Haus sieben, in diesem Fall mein Verhandlungspartner. Statt zu hoffen, hätte ich mir lieber das Stundenbild angucken müssen. Mit Zwillinge im Haus 7 haben die anderen Glück, während ich mit Schütze am AC an Aufbruch denke. Der Glückspunkt im Haus des Einkommens meiner Verhandlungspartner gibt ihnen auch Recht. Dass Ihr Einkommen durch meinen Wunsch, oder vielleicht sogar meine Gefühle mit bestimmt würde, sieht man dem Mond an, der das Haus 8 regiert, und relativ stark in einem Eck-Haus, in Haus vier steht. Mars, Dispositor vom Mond, steht oben in der Himmelsmitte, aber noch in Haus 9 und hat keine Zukunftsaspekte; später wird er ein Quadrat zu Jupiter bilden; hat also keinen Zweck, zu verhandeln, obwohl Mars in der Waage zu Verhandlungen aufgelegt ist. Was mich ermutigt, zumindest an der Idee dranzubleiben, ist das Trigon zwischen Jupiter und Saturn. Denn Saturn in der Jungfrau ist geradezu archetypisch für Griechenland, dem beide Zeichen zugeordnet werden. Vielleicht hat jemand von euch Verbindungen nach Hellas? Was mir vorschwebt sind forschende Kurse, nicht nur einmal, sondern jedes Jahr, vielleicht sogar ein Zentrum für Astrologie. Mit Himmelsbeobachtung und viel Muße. Der Herme unten fehlt übrigens der Phallos, den die Athener Frauen in einer Nacht- und Nebelaktion als Protest gegen einen hasardeurhaften Kriegszug ihrer Männer abschlugen, welcher Feldzug denn 413 v. Chr. auch mit einer vernichtenden Niederlage der Athener endete. 7000 Athener wurden gefangen genommen und mussten in den Steinbrüchen von Syrakus schuften, ganz zu schweigen von denen, die auf der Strecke blieben.

Personen

Helena Blavatsky

Nürnberg, 20:10 – heute will ich einmal pünktlich sein mit den Geburtstagen, nachdem ich neulich den von Andy Warhol schon verpaßt hatte. Am 12. August ist Madame Blavatsky geboren, und wohl weil sie Angehörige des russischen Adels war, kennen wir sogar ihre genaue Geburtszeit, den 12. August 1831 um 02:17 in Ekaterinslav, RU.

Ich meine, man sieht ihr den Krebs-Aszendenten an. Was ihre Wirkung in der Welt betrifft, spricht für mich die Jupiter-Uranus Konjunktion im Wassermann Bände. Zur Stürmung der Bastille als Beginn der französischen Revolution 42 Jahre vorher hatten wir auch eine Jupiter-Uranus Konjunktion, und die Venus stand damals ebenfalls im Löwen, wie diese beiden. Das ist bei Helena Blavatsky nicht der Fall, ihre Venus läuft beim Mond in der Waage, veredelt im eigenen Zeichen, und ich finde, man sieht beides ebenfalls im Gesicht. Mit dieser Sonnen-Mond Kombination wird das Leben zum Fest. Venus/Mond in Waage gibt ihr einen Ausdruck, wie von grünem Samt und Burgunder-Rotwein. Doch Jupiter-Uranus in Haus sieben sind in jedem Fall geeignet, ihr Gegenüber geradezu revolutionär zu verwandeln. Die Mars-Saturn Konjunktion hatten wir heuer in der Jungfrau auch, und es war, gelinde gesagt, heftig (11. und 12. Juli), die Leute gerieten aneinander, wer diesen Aspekt im dritten Haus hatte, durfte sich über Blechschaden nicht wundern. Wer in Haus 10 im Job, ect. Frau Blavatsky trug diesen Aspekt im zweiten Haus durchs Leben, und man geht nicht fehl in der Annahme, dass das Thema „Wert, Eigenwert, Selbstwert“ bei ihr ein Lebensthema war. Doch so etwas brauchte es auch, um eine Frau hervorzubringen, die kaum ein anderer Mensch überflügeln konnte, was die Tiefe ihres medialen Wesens betraf. „Isis entschleiert“ ist ihr Hauptwerk. Sie hat es nachts geschrieben, Unmengen von Zigaretten dabei geraucht und es wird gesagt, es sei ihr – gelenktes Schreiben – in die Feder geflossen. Denn von Kapitel zu Kapitel ändert sich der Stil, und sie kam mitunter aus Nächten mit einer Arbeitsleistung hervor (sie lebte bei Freunden), die gar nicht zu schaffen war. Als eine der ersten Frauen bereiste sie unverfrohren die Welt, und holte sich die Weisheit, wo sie zu finden war: in Tibet, Agypten, Griechenland. Man will ihr das ein oder andere gefälschte Wunder nachgewiesen haben; allein, ich ignoriere Kritik an einer so mutigen Frau. „Isis entschleiert“ kann man nicht lesen, es ist zu viel für uns heutzutage; jedoch: mal reingeschaut haben sollte man schon. Es steht nämlich was drin. Ein dickes, dickes Buch, angereichert mit Wissen aus einer Zeit, als Neptun gerade erst entdeckt worden war (1846). Und doch ist es das neptunische Buch par excellence. Was den einen Schleier und Regenbogen, der Schein und das Mediale sind, ist den anderen die wahre Realität.

164,79 Jahre braucht Neptun, um einmal durch den Tierkreis oder die Sonne herum zu wandern. bei seiner Entdeckung stand er im Wassermann, und den Punkt, an dem er damals weilte, wird er erst im März 2010 wieder erreicht haben. Das wird spannend! Frau Blavatsky hatte ihren Neptun im Steinbock in Haus 7. Das ist sowas, wie die Quadratur des Kreises: das Prinzip der Traumwelt am Ort der blanken Realität, dargestellt durch den anderen, das Du. Menschen mit Neptun in Haus 7 fehlt in diesem Haus ein Fenster, bzw. eine Tür. Das bedeutet nicht: sie sind dort verschlossen, sondern es bedeutet, die Tür steht immer offen, jeder meint, dort ganz selbstverständlich Zutritt haben zu dürfen, und findet es unverschämt, wenn der/die mit Neptun in Haus 7 für sich denselben Schutz der Privatsphäre veranschlagt, wie er bei allen anderen für völlig legtim erachtet wird.