Partnervergleich: Venus in Opposition zur Venus

Alexandre Cabanel 28.09.1823 00:01 Montpellier

Liebe Leserinnen und Leser,

bleiben wir noch ein wenig bei der Venus. Ein Muster, das mir in Partnervergleichen immer wieder begegnet, ist z.B. dieses: zu einem gemeinsamen Mond im selben Zeichen, Mars beispielsweise im Trigon sehr gut, Sonne auch Trigon, gesellt sich die Venus in Opposition – also eine Steinbock-Venus gegenüber einer Krebs-Venus, beispielsweise.

Der Mond im gleichen Zeichen ist immer eine nahezu unentrinnbare emotionale Übereinstimmung. Wer sich auf einen Menschen mit gleichem Geburtsmond einlässt, muß damit rechnen, nicht oder nur sehr schwer jemals wieder Abstand nehmen zu können.

Wie, um eine bestimmte Lernaufgabe mit reichlich zwangsläufigen Harmonien zu würzen, gibt es eine entscheidende Differenz, die zwar zunächst einmal anziehend wirken mag, wie das Fremde, das Exotische anzieht, sich aber bei längerer Beziehung – und alle anderen Zeichen sind darum herum aufgebaut, wie eine harmonische Honigfalle – als scheinbar unüberbrückbarer Gegensatz in Geschmacksdingen erweisen wird. Die Steinbock-Venus verbindet Gefallen und Liebe mit Stabilität und Verantwortung, und je nachdem, wo der Regent, Saturn steht, können wir weiter deuten, wie sich dies genau artikuliert (plus Haus-Stellung). Die Venus im Krebs ist Mond-abhängig, gefühlsbetont und eventuell sogar Launen unterworfen, je nach Mond-Position kann das sogar Gefallsucht werden, der Steinbock-Venus schlicht zuwider, wobei sie da nicht ganz ehrlich mit sich ist, weil ihre Gefallsucht nur allgemeiner, weniger persönlich ist.

Und doch zeigt die erwähnte Unentrinnbarkeit der weiteren Harmonik im Horoskopvergleich, der Synastrie, dass diese Menschen für einander bestimmt sind. Predigt nun der Astrologe etwas von „Lernaufgabe“, so ist das zwar zutreffend und schön gesagt, die Wahrheit jedoch ist, dass die Menschen solches gar nicht wollen. Sie wollen in der Regel eine glückbringende und unkomplizierte Partnerschaft; dass sie hier auf Erden vor der Aufgabe stehen, ihre alte Karma-Suppe erstmal aufzulöffeln, kann man zwar mal schnell so sagen, praktisch sind dafür die Widerstände verblüffend hoch.

Im Falle einer Venus in Opposition wird es gelten, Abschied vom persönlichen Geschmack zu nehmen, also zu lernen, dass „Geschmack“ und Vorlieben nichts sind, was der liebe Gott Adam und Eva zu ihrem Glück ins Paradies mitgab, sondern soziale und kulturelle, familienhistorische Verrenkungen, nicht selten als hehre Kultur verkleidet – oder etwa doch nicht? Ein Waage-geprägter Mensch würde Geschmacksfragen zu den Grund-Überlebens-Kräften zählen, ohne Kunst und Geschmack kein Leben. Das sieht auch die Botanik  und die Lepidopterologie – Schmetterlingskunde – so.

Richtig problematisch wird es, wenn wir z.B. einen Zwillings-Mann haben, der zwar die Mond-Stellung mit seiner langjährigen Ehefrau teilt – Kinder, Haus, Job … alles da – aber seine Venus steht in Opposition zur Sonne seiner Frau, oder eben ihrer Venus, oder beides: und nun kommt, kaum werden die Kinder flügge, unerklärlicherweise die Geliebte in sein Leben, deren Sonne genau dort steht, wo er seine Venus hat. Große Liebe, Leidenschaft, Erfüllung: auf Kosten der Ehefrau.

Verblüffend an solchen Mustern ist die Häufigkeit, mit der sie auftreten, und die regelmäßige Übereinstimmung der Schicksalsentwicklungen. Es ist dieses o.ä., von dem wir – leider vergeblich – den Naturwissenschaftlern berichten, wenn wir von Synchronizität und kaum zu glaubenden, aber mehr als deutlichen Übereinstimmungen sprechen.

Am Meisten bringt es natürlich, wenn jemand selbst Einblick ins Horoskop und den Partnerhoroskopvergleich hat. Ich glaube, deshalb mache ich bald eine Astrologieschule in Nürnberg auf: klein, aber fein. Schließlich ist die Lücke, die Michael Roscher in Nürnberg hinterlassen hat –

– Psychologe und Astrologe, Systemiker im Geist der 80ger Jahre -, vakant … aber entschieden wird das nicht bei rückläufigem Merkur: hoppla!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus