2012

Mars/Pluto Trigon

23.11.2011 15:06 Nürnberg

Liebe Leserinnen und Leser,

obige Darstellung soll angeblich „Bolon Yoke´K´hu“ sein, von dem die Maya mit ihrem unglaublich präzisen Kalender glaub(t)en, er werde am Ende ihrer Zähl-Zeit, also – más o menos nächstes Jahr –  zurückkehren. Dazu passend wird bei uns die Relativitätstheorie obsolet.

Ich habe in der Zwischenzeit einiges an Maya-Folklorisierung gelesen (initiiert durch Jose Argüelles), gegen die ich vor allem wegen der Grausamkeit der Opferriten erhebliche Bedenken habe.

Mir sind zusammenfassend wegen des Maya-Kalenders im Grunde genommen nur einige ganz wesentliche Fragen/Feststellungen hängen geblieben, die ich euch hier mitteilen möchte:

1. Der Maya-Kalender ist ein astrologischer Kalender. Ein wesentlicher Bestandteil ist der Rhythmus Venus/Erde = 8/13, woraus sich der Festzyklus von 52 Jahren = 1/2 104 = 13 mal 8 ergibt. Der Kalender „funktioniert“ ebenso, wie Bach´s barocke Musik: mittels des Versuchs/Betreibens,  die Welt harominkal zu strukturieren: zu dem Zweck (wie ich glaube), Sicherheit zu gewinnen.

Und zwar – bei den Maya – anhand von Venus-Sonnen Konjunktionen/Rhythmen: vielleicht, weil zu dieser Zeit keine Besuche ihrer grausamen „Götter“ möglich waren (die hintere Konjunktion)?!

2. Bezieht sich der Kalender irgendwie auf kosmische Rhythmen, die uns bisher unbekannt sind? Mit anderen Worten: datiert sein Beginn – Pluto stand 3113 a. Chr. auf 22:54 Grad Steinbock – irgendwie auf einen Rhythmus des planetaren Systems, der uns bislang verborgen geblieben ist?

Hierzu möchte ich nochmals ausführlich Herodot zitieren, jenen hellenischen Ägypten-Reisenden, der uns eine detaillierte Beschreibung des Glaubens- und Sittensystems der Ägypter der vor-alexandrinischen Zeit hinterlassen hat. In Buch II (140 ff) über die Geschichte der Menschen und Götter findet sich folgender Absatz:

„In einem Zeitraum von elftausenddreihundertvierzig Jahren haben nur menschliche Könige, nicht Götter in Menschengestalt, in Ägypten geherrscht. Ja auch bei den vor und nach diesem Zeitraum lebenden Königen sei es nicht anders, meinten sie.

Während dieser Zeit sei die Sonne viermal (nicht) an ihrem gewohnten Ort aufgegangen. Wo sie jetzt untergeht, dort sei sie zweimal aufgegangen, und wo sie jetzt aufgeht, sei sie zweimal untergegangen.

In Ägypten hätte sich dadurch nichts verändert,“ so der Bericht der Hephaistos-Priester , „weder in Bezug auf die Pflanzenwelt noch in Bezug auf die Tätigkeit des Flusses, weder in Bezug auf die Krankheiten noch in Bezug auf den Tod der Menschen.“

Und weiter:

„Vor diesen Menschen allerdings hätten Götter über Ägypten geherrscht, die zusammen mit den Menschen gelebt; und einer von ihnen sei immer der Mächtigste gewesen.“

Handelt es sich bei diesem Bericht um eine Märchen-Erzählung der ägyptischen Priester? Gewiss nicht; wer die Religion der alten Ägypter nur einigermaßen durchschaut, wird verstehen, daß sie gar nicht lügen/fabulieren konnten.

Wir müssen also davon ausgehen, daß es tatsächlich kosmische Rhythmen gibt, die wir noch nicht kennen, und ich gebe zu, ich wünschte zutiefst, wir würden 2012 ein solches, von den alten Priestern beschriebenes kosmisches Ereignis bekommen, denn es wäre wohl das einzige, was die Menschheit zum Umlenken bewegen könnte in ihrem wahnsinnigen Crash-Kurs gegen die eigene und die Welt-Natur.

Wie es allerdings möglich sein sollte, daß die Sonne/Erde Relation sich absolut folgenlos umkehrt, dazu habe ich im Augenblick noch keine Idee. Wobei hervorgehoben werden muss, daß es eben schon von den Priestern bemerkenswerterweise hervorgehoben ist, wie als hätten diese Priester, die doch angeblich noch geozentrisch dachten, gewußt, daß gemäß der Erwartungshaltung ihrer Rezipienten eigentlich eine Sintflut mit solchen kosmischen Bewegungen einhergehen müßte … jedoch nichts dergleichen:

„In Ägypten hätte sich dadurch nichts verändert, weder in Bezug auf die Pflanzenwelt noch in Bezug auf die Tätigkeit des Flusses, weder in Bezug auf die Krankheiten noch in Bezug auf den Tod der Menschen.“

3. Ich bin davon überzeugt, daß der 360-Tages Kalender, der sogenannte Haab, nur Sinn macht, wenn die Erde tatsächlich einmal in 360 Tagen um die Sonne lief (die zusätzlichen 5-komma nochwas Tage werden in allen Weltkulturen als Fremd-Ergänzung betrachtet und kultisch „bedient“, eventuell bevor sie sich den Mond zu ihrer Begleitung einfing. Das könnte – folgt man den Ideen von Helmut Friedrich Krause – tatsächlich erst in geschichtlicher Zeit passiert sein. Und wenn der Tzolkin, der 260-Tages Kalender nicht auf dem Erd/Venus Rhythmus basiert, wäre er unter Umständen die noch ältere Kalender-Variante, die auf einem anderen kosmischen Ereignis fußt (oder eben – viel tiefer und wahrscheinlicher in der Zeit – der Lauf der Erde um die Sonne ohne Mond). Mit anderen Worten: ich glaube, die verschiedenen Zeiträume der drei Kalender beruhen jeweils auf zeitlich gestaffelten kosmischen Großereignisssen, welche die Maya mittels ihres Kalender-Berechnungssystems miteinander in Bezug zu bringen trachteten.

4. Was nun „Bolon Yoke´K´hu“ betrifft, so ähnelt er – wie ich finde – Spielbergs Monstern in „Aliens & Cowboys“ und kann nur, wie ich meine, aus der habitablen – der wasserflüssigen Zone – im Kosmos stammen, meines Erachtens von der Venus. Seine Rückkehr möge der kosmische Christus bannen: hat er schon, glaube ich.

5. Die Maya hängen viel enger mit unserer Astrologie und unseren Tierkreiszeichen zusammmen, als bisher bekannt. Ihre Sprache ähnelt auf sehr merkwürdige Art dem uralt-hochdeutschen (wesentliche Wörter wie „Wasser“, „Axt“, „Fluss“ etc.), und es ist bekannt, daß die Himmelsscheibe von Nebra eine Navigation preisgibt, die sich gut mit den zyklischen Besuchen (jeweils zu Saturn im Stier) auf den karibischen Inseln verknüpfen läßt. Thor Heyerdahl hat gezeigt, daß unsere Steinzeit-Vorfahren Weltreisende waren, und Plutarch („Das Gesicht im Mond“) berichtet davon ganz konkret.

Soweit die aktuellen Verknüpfungen …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus