Mundan

Aspekte am Sonntag

Markus Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

unten sind die Aspekte für den nächsten Sonntag eingestellt. Es ist immer was los, wenn wir mehrere genaue Aspekte haben. In diesem Fall kommt am Sonntag einiges zusammen: ein exaktes Trigon Venus zu Saturn – wie schon erwähnt – Mars Opposition Chiron – und unten eingestellt das exakte Trigon Merkur zu Mars – zu allem Überfluss wird auch noch das große Erdtrigon mit Pluto reaktiviert. Und Jupiter ist in Konjunktion mit der Sonne. Das bedeutet, wir haben mindestens eine „dichte“ Zeit vor uns.

Wer einen oder mehrere dieser Aspekte mit persönlichen Konstellationen verbinden kann oder muss, kann einen Wendepunkt erwarten. Wochenlang scheint nichts, und dann so viel auf einmal. Um so mehr lautet die aktuelle Tugend: Gelassenheit. Denn wenn es draußen schon vor Spannung in der Luft „blitzelt“, nutzt uns die Astrologie gerade dahingehend, daß wir unseren Stand halten und innerlich Ruhe bewahren. Steuerman/frau unseres Seelenschiffes, das sicher durch die Stromschnellen gleitet. Es gibt eben doch die „Zeitqualität“. Zeiten sind nicht gleich, sofern es uns direkt angeht.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

13.05.2012 15:23 Nürnberg

Partnerschaftsastrologie, Personen, Poetry

Wann ist es der/die/das astrologisch Richtige?

Foto Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

ja, es gibt Zeichen, die sich oft in gelungenen Partnerhoroskopen finden lassen – diese Beziehung – auf Liebe gegründet – die sich zum Ziel nimmt, den/die PartnerIn in allem zu unterstützen, aber dabei den eigenen Kopf zu benutzen.

Khalil Gibran – Von der Ehe:

Ihr wurdet zusammen geboren
und ihr werdet auf immer zusammen sein.
Ihr werdet zusammen sein,
wenn die weissen Flügel des Todes eure Tage scheiden.
Ja, ihr werdet selbst im stummen Gedenken Gottes zusammen sein.
Aber lasst Raum zwischen euch.
Und lasst die Winde des Himmels zwischen euch tanzen.
Liebt einander, aber macht die Liebe nicht zur Fessel:
Lasst sie eher ein wogendes Meer zwischen den Ufern eurer Seelen sein.
Füllt einander den Becher, aber trinkt nicht aus einem Becher.
Gebt einander von eurem Brot, aber esst nich vom selben Laib.
Singt und tanzt zusammen und seid fröhlich, aber lasst jeden von euch allein sein,
So wie die Saiten einer Laute allein sind und doch von derselben Musik erzittern.
Gebt eure Herzen, aber nicht in des anderern Obhut.
Denn nur die Hand des Lebens kann eure Herzen umfassen.
Und steht zusammen, doch nicht zu nah:
Denn die Säulen des Tempels stehen für sich,
Und die Eiche und die Zypresse wachsen nicht im Schatten der anderen.

Gibran war Steinbock-Sonne mit Venus und Mond Konjunktion im Schützen und Jupiter im Zeichen Zwillinge – kein Wunder, daß er solche Tafeln aus Worten meißeln konnte, vor denen man sich nur tief verbeugen kann.

Astrologisch sind ein paar Faktoren in Harmonie wichtig für eine gelingende Partnerschaft. Es muss nicht alles harmonisch sein – aber muss denn Mars im Quadrat zum Mars des anderen stehen – gar noch in kardinalen Zeichen?

Zieht man/frau eine/n solche/n Quadrat-Mars MenschIn an, dann sucht man sicher Ärger, der Streit soll die Befreiung bringen, deren wir alle bedürfen – ist es ein Quadrat Saturn zu Saturn, dann kann man sich unmöglich auf gemeinsame Strukturen einigen. Und Struktur bedeutet Sicherheit.

Und wenn es doch gelingt – wäre das ausgeschlossen?! Nein, das wäre es nicht. Werden wir konkret: nehmen wir an, ein Horoskop-Vergleich zeigt das Saturn/Saturn Quadrat zueinander an. Es gibt aber andere Faktoren, die helfen, das zu überbrücken: gemeinsamer Mond, Achsenspiegelung der Aszendenten, Mond/Sonne Konjunktionen, Venus und Mars in harmonischem Aspekt oder im gleichen Zeichen und anderes mehr.

Dennoch bedeutet das erwähnte Quadrat Saturn/Saturn zwischenmenschliche Arbeit: Thema wird die Struktur sein, auf die man sich vielleicht einmal einigen kann, oder die als Sub-Thema in der Auseinandersetzung erhalten bleibt. Strukturdissens heißt hier einen Dissens zum Thema:  „Wie sollen wir gemeinsam leben?“ – „Welche Sicherheits-Struktur (welche gedankliche Unbeweglichkeit) gestatten wir uns?“ Das klingt flexibel, ist aber immer sehr festgelegt und irrational begründet, denn Sicherheit ist ein Gefühl, das der relativen Geborgenheit der Kindheit entstammt und oft kompensierendes Gegensteuern ist, das den/die PartnerIn auch überfordern kann.

Bemerkenswert ist die Partnerwahl hinsichtlich der Saturn-Stellung: Saturn steht dort, wo die Sonne der/des ParnterIn. Hier sucht Saturn die Sonne, an der er sich wärmen kann. Das kommt sehr oft vor.

Merkur hat ein Trigon zum Merkur der Partnerin? Man wird sich gut verständigen können. Es ist ein Quadrat? Sinn der Zusammenkunft ist offensichtlich, sich durch Streitgespräche gegenseitig den Geist zu schärfen.

Hier wie jeweils verändert astrologisches Wissen die Perspektive: aus einem einfachen Partnervergleich erschließen sich eine Fülle von Möglichkeiten für praktische Lösungen in Parnterkonflikten, weil man/frau ganz einfach plötzlich versteht, warum der andere so tickt, wie er/sie tickt.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Weltbild

Pluto rules retro

Liebe Leserinnen und Leser,

Pluto geht seit einiger Zeit rückläufig, man merkt es an der vertieften Ernsthaftigkeit, die die Dinge annehmen. Wir sehen hier den kommenden Neumond – vielleicht ein Grund Rückschau zu halten am letzten Tag vor Neumond.

Pluto hält oben das große Erd-Trigon zusammen: Dinge kommen in die Realität, Eigentum wird Realitäts-orientiert verteilt. Was bringt es, was ist es wert? Alles mit Zukunftspotential (wenn auch Lilith dunkel wirkt), denn diesmal wird Mars in dieses Trigon hineinlaufen, und dann so schnell nicht mehr rückläufig werden. Aber Pluto ist rückläufig, und mag deshalb rückwärts-gewandte Perspektiven.

Pluto rückläufig muß zurück zum Attentat in Norwegen.

Der Mond kommt an diesem Neumond im Stier als riesiger, stiller Gong daher.

Am 22. April ist der Mond an seinem erdfernsten Punkt in der lemniskatischen Rundbahn, dem Apogäum – wenn wir uns das vorstellen, wie eine Schaukel, dann beginnt ab 22. bis 23. April der Umkehrpunkt dieser Schaukel, das Herabschwingen von der großen Schaukel – und bald darauf die neue Sichel.

Doch davor werden die dicken Eier ausgebrütet. Die Regierung Merkel hat jetzt an Souveränität zuviel verloren. Man macht doch nicht für Wahlkampf die Grenzen dicht. Geht´s noch? Aber es passt zum Saturn im Haus 10 der Kanzlerin. Friedrich ist übrigens Fische-Sonne, Krebs-Mond – solche gibt´s also auch. Es sei denn, das Ganze ist eine Finte, um die FDP aus der Regierung zu treiben: das wäre wieder klug, von ihnen zu verlangen, in liberalen Positionen Stellung zu beziehen. Vorratsdatenspeicherung ist der zweite Knackpunkt, ich glaube auch diese Betreuungsgeld-Farce. Hinter dem ganzen Tohuwabohu bleibt aber – das sollten wir bedenken – die Atom-Ausstiegs-Kanzlerin. Die FDP (man erinnere sich an den plutonisch gereiften Westerwelle*, der – ohne, daß jemand sagt, warum – kein Guido-Mobil mehr fährt) taugt dazu wenig, oder?

Neuwahlen „im Bund“ liegen irgendwie in der Luft, was meint ihr?!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Neumond 21.04.2012 Nürnberg

* Der meines Erachtens sogar einen relativ guten Job im Rahmen der Möglichkeiten macht – allerdings diesbezüglich desillusioniert ist.

Personen, Weltbild

„Nicht allein für´s Geld“: nackt durch´s Brandenburger Tor.

Liebe Leserinnen und Leser,

ein Interview, bei dem einem der Atem stockt: so flach manche Nummern der ZEIT, so tief ist die aktuelle, jetzt noch an den Kiosken erhältliche Nr. 2 DIE ZEIT für das Jahr 2012. Klare Ansage entspricht der Merkur/Pluto-Verbindung im Steinbock, die aktuell bestimmend ist, u.a …

Bankier David de Rothschild:| Wirtschaft | ZEIT ONLINE

„Wenn Rothschild Mist gebaut hat, dann ist das, als ob sie plötzlich nackt durchs Brandenburger Tor gehen“

Vielleicht sollte die Occupy-Bewegung die Anregung aufnehmen?! Allen Ernstes: geht plötzlich nackt durch´s Brandenburger Tor! Das ist – vielleicht – der wahre Indianer-Widerstand? In diesem Interview spricht der Berater von 13 Regierungen in Europa, und wenn man dem James Bond-Stil glauben mag, dann will man den Euro vor allem deshalb, weil man Frankreich liebt, … und ich finde, das ist ja ganz o.k. – … als Motiv?! Wären da nicht diese ganzen Kernkraftwerke – 56 oder so, eines ganz frisch im Bau … phuuu … trotz Wein und Lebenskultur und so: da lob ich mir Italien …

Wer mehr wissen will, findet das offizielle Statement der Firma vor der Krise – wobei es sicher die besonderen Verbindungen der „ZEIT“ sind – Hamburg, fast schon London … Fische Herrscher Giovanni di Lorenzo, der sich glänzend schlägt, und das tun die Gentlemen Rothschild auch:

Eric de Rothschild: »Es ist kein schlechtes Geschäft« | Wirtschaft | ZEIT ONLINE

„Ich glaube nicht, dass es ein Geheimnis gibt. Alle zwei bis drei Generationen gab es unter den Rothschilds herausragende Persönlichkeiten, welche die »richtigen« Gene besaßen und die Familie weitergebracht haben. Ein Gen, das wir definitiv nicht haben, ist dasjenige der Faulheit. Wenn die Rothschilds etwas nicht sind, dann faul. Was immer sie tun, ob in der Wissenschaft, in der Bankenwelt oder in der Kunst, sie tun es immer gewissenhaft und hundertprozentig. Und sie tun es sicher nicht allein fürs Geld.“

David de Rothschild, 15.12.1945 New York

Mal ganz unabhängig von den Dingen, die sich in David de Rothschilds Horoskop zeigen, fällt doch eines besonders auf: die Harmonie zwischen den Aspekten: Mond – Uranus – Neptun und Mars vor allen Dingen, aber dann auch dem mächtigen Jupiter plus Lilith und Pluto nahebei, die Konstellation für großen Reichtum, und natürlich deren Beziehung zum Mars im Skorpion, was die Umsetzung stärkt. Dann die zentrale Stellung der Glückskonstellation zumindest im geburtszeitlosen Horoskop, denn nur dieses habe ich gefunden.  Harmonisch, in Spannung genau ausgewogen; ich habe die Aspektscheibe so eingestellt, daß diese Harmonie deutlich erkennbar ist.

Natürlich muß man ihm zustimmen, wenn er sagt, daß es einen Solidaritätsakt der Reichen zur Rettung des Systems wird geben müssen. Ist also doch ein Stück Moral im Geschäft?!

Vielleicht, vielleicht auch nicht – aber wir haben keine Wahl – für das Interview: „Thank you, Sir!“

Und doch, wie gesagt: nackt durchs Brandenburger Tor. Gute Idee 2012 …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Ereignis, Poetry

Neptun in den Fischen: Köln – Dreikönigsstadt

Liebe Leserinnen und Leser,

Dürer hat viele 3-Königs Bilder und Grafiken der heiligen drei Könige – Magier – Astrologen erstellt. An keiner Stelle kommt der Glaube und die Sternenweisheit, die wir heute Astrologie nennen, näher zusammen, als in dieser Geschichte. Äußerlich ist klar, daß die seltene dreifache Konjunktion, die Königskonjunktion von Jupiter und Saturn mit zum Geburtsgeschehen des Lichts der Welt gehört.

Die Metamorphose dieser Könige sind die drei Hasen im unteren Bild, das ebenfalls die heilige Patchwork-Familie zeigt, denn im Mittelalter wurde niemals eine Zahl zufällig verwendet und die allgemeine Bedeutung des Hasen für Dürer (ein nativer hakenschlagender Hasen-Zwilling) ist in Nürnberg allgegenwärtig. Wer will, kann jetzt auch Beuys verstehen, wie sein Hase dem Stern folgt:

Und Köln?! Ist die Stadt der heiligen Drei Könige/Magier/Astrologen – meine Geburtsstadt – und hat Neptun – „naturgemäß“, wie mein Freund Francis sagen würde – : Neptun in den Fischen und Pluto im Steinbock am MC …

Datei:Bundesarchiv B 422 Bild-0086, Köln, Rheinufer, Hochwasser.jpg – Wikipedia

Erinnert sich jemand ans Stadtarchiv? Da gilt es also Neptun zu beobachten, insbesondere, wenn er sich rückläufig den 8º nähert …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Weltbild

Steinböcke

Rudolf II

Liebe Leserinnen und Leser,

einer der interessantesten Erfolgsgeschichten ist die des gregorianischen Kalenders. Die stammt nicht von Kaiser Rudolf II, sondern wurde von Aloysius Lilius erdacht, nach Kopernikus Richtlinien und Forschungen wohl. Bemerkenswert genug, wie dieser Kalender sich erst im 20. Jahrhundert sogar in China verbreitete und selbst im islamischen Raum dominiert. Er ist letztlich auch der Kalender, der in Südamerika den 3-fachen Maya-Kalender abgelöst hat und auf den Tag der Geburt Jesus Gottessohns „geeicht“ ist.

Die Einführung dieses relativ stabilen Wunderwerks haben wir einem Steinbock zu verdanken, Papst Gregor XIII im fortgeschrittenen Alter, der den Kaiser Rudolf II, einen jungen Steinbock-Aszendenten, mit pflichterfüllender Autorität bat, die neuen Kalenderregeln zu verbreiten – wozu es immerhin erforderlich war, 11 Tage einfach numerisch zu überspringen.

Der Unterschied zwischen Steinbock-Sonne und Steinbock Aszendent, zwischen Gregor und Rudolf, spiegelt sich in der „Befehlsordnung“ wieder: der Papst mit dem selbstbewußten Löwe-Aszendent übernimmt die naturwissenschaftliche Hoheitsaufgabe, an der Uhr zu drehen, die Welt zu synchronisieren. Rudolf wird zwar „ermuntert“ aber auch „gebeten“ – das ist doch Autorität. Was Gregor will als Steinbock-Gründer, das ist etwas immerwährendes, stabiles in die Welt zu setzen, und er ist sich seiner gravitätischen Bedeutung bewußt, wählt danach die Worte Inter Gravissimas zu den ersten seinen Titelworten der Bulle, wie ernst er die Pflicht nimmt, die er voll bewußt betreibt, typisch Steinbock.

In seinem Horoskop finden wir Sonne und Neptun in Haus 5 (fast schon 6) – also kreativ/praktische (Haus 5/6) Auflösung (Neptun) von Zeit-Strukturen (Steinbock).

Rudolf, der Löwe mit umgekehrten Steinbock-Aszendent ist sich selbst schwere Pflicht, ist quasi vom Bedeutungs-Dünkel seiner Abstammung und dem spanischen Stolz nicht frei in seiner Zielsetzung, denn der Aszendent kann nicht, wie die Sonne, sich zum Herrscher des Wesens machen, beherrscht vielmehr selbst dieses ungleichgewichtig und wird daher zum ausführenden Organ eines starken Papstes. Pluto/Saturn sind die beiden Anker, die ihn an seine Wesenhaftigkeit binden, zumal die Sonne in Haus 7 steht.

Kaiser Rudolf II 18.07.1552 17:49 Wien

Papst Gregor XIII

Papst Gregor XIII 1.1.1502 19:15 Bologna

Karl-Heinz Deschner 23.05.1924 01:00 (hypothetische Geburtszeit)

Hier noch einen (wahrscheinlich) Steinbock-Mond – der nach Pflicht nicht bewußt greift, wie die Sonne, nicht ihr ausgeliefert ist, wie der Aszendent, sondern der Pflicht verfallen ist, wie einer Sucht und daraus ein Gewicht geschaffen hat, das im Reformationsland inzwischen doch einiges wiegt, zumal in Franken, wo Deschner herkommt.

Deschner.info

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

2012, Weltbild

Gedankenflug – Jahresvorausschau 2012 Teil I

Liebe Leserinnen und Leser,

Foto Termin ©

Salomon Bild vergrößern, dann wird euch klar: wenn ich Kaiser von Deutschland war …

01.01.2012 00:00

01.01.2011 00:00

Laßt uns einmal die Horoskope vergleichen, und zwar 2011 zu 2012 – einfach auch, um Entwicklungen zu erkennen. Mars hat seinen Weg vom Steinbock aus der Pluto/Sonnenkonjunktion bis zur Jungfrau gemacht, wo er sehr lange rückläufig sein wird. Im Steinbock 2011 war er im Haus und Zeichen der Autorität – des Staates, oder vielmehr derjenigen, die im Staat und vielleicht sogar über ihm, die Macht in den Händen halten. Daß die nun für längere Zeit den Pluto in ihrem Zeichen und Haus haben, läßt sich nicht verhindern. So bedeutet es: die Mächtigen sind plutonisch, sie fordern von sich selbst und anderen, bewußt oder unbewußt, grundlegenden Wandel. Nun hat sich diese Forderung als Impuls = Mars selbstständig gemacht bis hin ins Haus des Praktischen, dem Jungfrau-Haus und Zeichen, wenn wir einmal die Drehung der Erde selbst um sich selbst fast unberücksichtigt lassen – jedenfalls wird nun praktisch umgesetzt, was 2011 zu Neujahr beschlossen wurde aus dem Steinbock – plutonischer Wandel also – das Experiment der Weltwährung, würde ich sagen, denn darauf läuft es – bei gelungener Entwicklung – hinaus.

So hätte, 222 Jahre nach der französischen Revolution – wenn ich mich nicht verzählt habe? – Steinbock die plutonische Wahl und Kraft – i.e. –  Herrschaft und Zepter rechtmäßig zur richtigen Zeit (nicht 2012, sondern dies für 2024/25, doch jetzt vorbereitend …) dem Volk, Wassermann zu übergeben.

Das ist hier so eine Art Gedankenflug zum 2012 Ereignis – dazu mehr und mehr …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Apropos Wassermann: interessante Mozart-Studie von Krebs/Löwe Marcus Rosenmüller, einem unserer bayerischen Power-Originale, wie Hans Söllner oder Hans Jonas, König Ludwig oder Franz Beckenbauer, Wolfgang Döbereiner und massenweise weiteren, also eigentlich jedem, der in Bayern lebt – und auch außerhalb – wie Karl Valentin vielleicht sagen würde, dem humanistischsten Komödianten ever – toller Film, unbedingt angucken:

Astrologie

Chariklo – Χαρικλώ

Liebe Leserinnen und Leser,

Χαρικλώ, zwei männlichen Wesen zugeordnet, dem Zentaur Chiron und dem Hirten Eueres, mit dem sie auch den blinden Seher zum Sohn hatte, Teiresias. Es kam so: Teiresias erblickt Athene beim Bad und wird dadurch blind, die Göttin Athene ist zornig. Chariklo bittet ihre Freundin Athene darum, dies rückgängig zu machen, doch es war unmöglich. Da Chariklo ihr aber wichtig ist, reinigt Athene Teiresias stattdessen die Ohren, sodass er die Vögel verstehen kann und gibt ihm einen Stab, um sich darauf zu stützen.

Χαρικλώ ist völlig unerforscht, soweit ich weiß, natürlich hat aber Zane B. Stein bereits ein paar Sachen herausgefunden, mal gucken, ob ich´s finde.

Daß Teiresias Sehertum einherging mit dem Verständnis für die Sprache der Vögel, rührt auch daher, daß die Menschen bis vor etwa dreihundert Jahren noch ganz selbstverständlich davon ausgingen, daß die Vögel tatsächlich eine intelligente Sprache haben; der Biologismus darwinscher Prägung hatte noch keine Ausschließlichkeit des Weltverstehens beansprucht, er machte später aus Vogelstimmen Balzrufe und Revierabgrenzung, aber zu Teiresias Zeiten war er noch nicht ge- oder besser: erfunden.

Für die astrologische Bedeutung dieses Asteroiden unten den Zentauren (zwischen Jupiter und Neptun) spricht der Davidstern im Aspektgebilde des Entdeckungshoroskops, welches wir zuerst sehen, hier im ersten Horoskop. Das zweite ist nochmal genau dasselbe ohne Aspekte, dafür aber mit meiner Aspektscheibe auf die Mars/Saturn Opposition eingestellt, die Opposition Mond/Pluto und das genaue Verhältnis von Mars zu Uranus, der wiederum – auch sehr exakt in Konjunktion mit Jupiter im Wassermann, also im Geist(es)zeichen steht. Das Horoskop ist dasselbe, aber nun erkennen wir die Qualitäten der Aspekte:

Jupiter befindet, wie auf befreiende Art (Uranus) im Zeichen der Technik (Wassermann) der Gegensatz zwischen Mars und Saturn überwunden wird, die in Waage und Widder stehen, das Tor des Neuen, Nordknoten in der Nähe, aber im Zeichen Jungfrau. Mond in Zwillinge übernimmt das Schütze-Haus 9 – Weisheit wird Wissen …

Ich brauche nicht extra auf das unglaubliche Haus 5 des Horoskops hinzuweisen, Saturn und Südknoten in Haus 7 und Lilith von Haus 12 – im Löwen, der kollektiven Ebene.

Also ich glaube, dieses Horoskop lohnt sich mal – Chariklo genau in die Beobachtung aufzunehmen: für jetzt steht sie ja im Schützen am Neumond! Sie wohnt im Löwen in Haus 11 – roter Faden einer neuen, post-patriarchalen Astrologie. Ein Wassermann Stellium mit dem Hausherrn Uranus ist durch die Opposition integriert und setzt das Thema Liebe und Freiheit. Mit Chiron hat sie die Tochter Ocyroe, der laut Ovid die Verwandlung in eine Stute widerfährt, wohl wegen Chiron, dem Vater: „Ich verwandle mich in eine Stute, eine mir verwandte Gestalt. Doch warum ganz – in equam cognataque corpora vertor, tota tamen quare?“ Ovid, Metamorphosen, Zweites Buch, 664).

„Warum ganz?“ fragt die Tochter Chariklos: Ocyroe, weil Vater Chiron doch auch nur halb equus – Pferd war. Verwandelt wird sie aber wegen der Kunst der Weissagung, einer Art Übertretung: „Lieber hätte ich die Zukunft nicht gewußt“ – so sieht es jedenfalls Ovid – sie wäre nicht zum Pferd geworden – als hätte die Natur einen eigentümlichen Sog zurück – den Reiz der Wildheit auch.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Die Nymphe (Edouard Steinbrück, *02.05.1802)

http://www.melaniereinhart.com/melanie/Chariklo.htm

Chariklo – Astrowiki-de

Chariklo 2012 Sternenlichter – sehr subjektiv – danke für die Inspiration …

Innen (auch obere beide): 14.02.1997 19:51 Tucson, außen 25.11.2011

Personen

Heinrich von Kleist

Liebe Leserinnen und Leser,

ich habe heute nicht so viel Zeit, mich intensiv mit Kleist zu beschäftigen, aber sein Horoskop will ich gerne hochladen (und Kleist selbst zu Wort kommen lassen).

Zwei Sachen finde ich besonders bemerkenswert, deshalb habe ich – obwohl Kleist lange im Jenseits ( … und vielleicht lange schon wieder inkarniert … ) ist – auch die Transite für das heutige Datum eingestellt. Da sehen wir: Saturn steht genau über seiner Sonne, Neptun und Chiron: Täuschung und Lüge im negativen Fall – kommen ihm entgegen. Eine faire Betrachtung kann er nicht erwarten.

Unten dann das Horoskop des Todestages mit Pluto rückläufig exakt an der Spitze zum Haus 8 in Verbindung mit dem Südknoten. Das ist astrologisch eindeutig und wird immer wieder gefunden (wenn auch in anderen Variationen, die ich mir einzeln aufzuzählen spare).

Innen Heinrich von Kleist: 18.10.1777 01:00 Frankfurt an der Oder, außen heute 21.11.2011

Innen Kleist, außen Todestag 21.11.1811

Ich bin kein Freund des Theaters, es langweilt mich über alle Maßen, ich mag lieber den Film. Und so kenne ich Kleists Stücke nicht. Aber niemals habe ich – außer vielleicht bei Thomas Pynchon oder Thomas Mann – etwas Eindrucksvolleres gelesen, wie die Novelle „Michael Kohlhaas“. Ich kann nur jeder/jedem empfehlen, diese Erzählung – auch und gerade vor dem Hintergrund der auf uns zu kommenden Revolutions-Konstellation (Pluto im Wassermann/Uranus im Löwen) gründlich zu verinnerlichen. Das ist keine Literatur, sondern eine berichtete Dynamik, die einem den Atem anhalten läßt. Auch und gerade im Sinne der „occupy“-Bewegung, die hier in Deutschland besonders zahm ist.

Doch alles, was uns in gegenwärtiger und absehbarer Zeit an nachhaltiger Veränderung gelingt – und bisher ist alles bloß pseudo: Umwelt, Finanzen, Freiheit – trägt dazu bei, kommende Revolution „abzuflachen“ – und am besten, sie findet überhaupt nicht statt – denn es gibt nichts Schlimmeres, wie der plötzliche Ausbruch entfesselter und gewaltbereiter Massen, die nach Gerechtigkeit hungern. Hätten unsere führenden Köpfe doch Mumm und Weisheit genug, den ein oder anderen großen Wurf zu wagen. Doch das ist nicht leicht – im Grunde macht Kanzlerin Merkel in Anbetracht der Umstände und Blödigkeiten allenthalben sogar einen guten Job.

Nachtrag 22.08.2021 – wie naiv man doch war – der „große Wurf“ entpuppt sich als phantasielose Tyrannei.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S.: Kleist gehört zur „Pluto in Steinbock“-Generation, wie jetzt eben auch. Merkur/Sonne drittes Haus zeigt wieder, was Hans Wollschläger gern zum Mantra erhob: „Leute, die schreiben, sind Menschen, denen das Schreiben schwerfällt“. Kleists Problem ist Chiron Haus 9 – Veröffentlichung ist nicht leicht und Mars, der Hausherrscher, steht nicht öffentlich, sondern versteckt in Haus 4, sein Dispositor Jupiter in Haus 12. Auf lange Sicht aber nützt es dem Vaterland (Haus 4) und der Welt (Haus 12).

„An den Ufern der Havel lebte, um die Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, ein Roßhändler, namens Michael Kohlhaas, Sohn eines Schulmeisters, einer der rechtschaffensten zugleich und entsetzlichsten Menschen seiner Zeit. – Dieser außerordentliche Mann würde, bis in sein dreißigstes Jahr für das Muster eines guten Staatsbürgers haben gelten können. Er besaß in einem Dorfe, das noch von ihm den Namen führt, einen Meierhof, auf welchem er sich durch sein Gewerbe ruhig ernährte; die Kinder, die ihm sein Weib schenkte, erzog er, in der Furcht Gottes, zur Arbeitsamkeit und Treue; nicht einer war unter seinen Nachbarn, der sich nicht seiner Wohltätigkeit, oder seiner Gerechtigkeit erfreut hätte; kurz, die Welt würde sein Andenken haben segnen müssen, wenn er in einer Tugend nicht ausgeschweift hätte. Das Rechtgefühl aber machte ihn zum Räuber und Mörder.

Er ritt einst, mit einer Koppel junger Pferde, wohlgenährt alle und glänzend, ins Ausland, und überschlug eben, wie er den Gewinst, den er auf den Märkten damit zu machen hoffte, anlegen wolle: teils, nach Art guter Wirte, auf neuen Gewinst, teils aber auch auf den Genuß der Gegenwart: als er an die Elbe kam, und bei einer stattlichen Ritterburg, auf sächsischem Gebiete, einen Schlagbaum traf, den er sonst auf diesem Wege nicht gefunden hatte. Er hielt, in einem Augenblick, da eben der Regen heftig stürmte, mit den Pferden still, und rief den Schlagwärter, der auch bald darauf, mit einem grämlichen Gesicht, aus dem Fenster sah. Der Roßhändler sagte, daß er ihm öffnen solle. Was gibts hier Neues? fragte er, da der Zöllner, nach einer geraumen Zeit, aus dem Hause trat. Landesherrliches Privilegium, antwortete dieser, indem er aufschloß: dem Junker Wenzel von Tronka verliehen. – So, sagte Kohlhaas. Wenzel heißt der Junker? und sah sich das Schloß an, das mit glänzenden Zinnen über das Feld blickte. Ist der alte Herr tot? – Am Schlagfluß gestorben, erwiderte der Zöllner, indem er den Baum in die Höhe ließ. – Hm! Schade! versetzte Kohlhaas. Ein würdiger alter Herr, der seine Freude am Verkehr der Menschen hatte, Handel und Wandel, wo er nur vermochte, forthalf, und einen Steindamm einst bauen ließ, weil mir eine Stute, draußen, wo der Weg ins Dorf geht, das Bein gebrochen. Nun! Was bin ich schuldig? – fragte er; und holte die Groschen, die der Zollwärter verlangte, mühselig unter dem im Winde flatternden Mantel hervor. »Ja, Alter«, setzte er noch hinzu, da dieser: hurtig! hurtig! murmelte, und über die Witterung fluchte: »wenn der Baum im Walde stehen geblieben wäre, wärs besser gewesen, für mich und Euch«; und damit gab er ihm das Geld und wollte reiten. Er war aber noch kaum unter den Schlagbaum gekommen, als eine neue Stimme schon: halt dort, der Roßkamm! hinter ihm vom Turm erscholl, und er den Burgvogt ein Fenster zuwerfen und zu ihm herabeilen sah. Nun, was gibts Neues? fragte Kohlhaas bei sich selbst, und hielt mit den Pferden an. Der Burgvogt, indem er sich noch eine Weste über seinen weitläufigen Leib zuknüpfte, kam, und fragte, schief gegen die Witterung gestellt, nach dem Paßschein. – Kohlhaas fragte: der Paßschein? Er sagte ein wenig betreten, daß er, soviel er wisse, keinen habe; daß man ihm aber nur beschreiben möchte, was dies für ein Ding des Herrn sei: so werde er vielleicht zufälligerweise damit versehen sein. Der Schloßvogt, indem er ihn von der Seite ansah, versetzte, daß ohne einen landesherrlichen Erlaubnisschein, kein Roßkamm mit Pferden über die Grenze gelassen würde. Der Roßkamm versicherte, daß er siebzehn Mal in seinem Leben, ohne einen solchen Schein, über die Grenze gezogen sei; daß er alle landesherrlichen Verfügungen, die sein Gewerbe angingen, genau kennte; daß dies wohl nur ein Irrtum sein würde, wegen dessen er sich zu bedenken bitte, und daß man ihn, da seine Tagereise lang sei, nicht länger unnützer Weise hier aufhalten möge. Doch der Vogt erwiderte, daß er das achtzehnte Mal nicht durchschlüpfen würde, daß die Verordnung deshalb erst neuerlich erschienen wäre, und daß er entweder den Paßschein noch hier lösen, oder zurückkehren müsse, wo er hergekommen sei. Der Roßhändler, den diese ungesetzlichen Erpressungen zu erbittern anfingen, stieg, nach einer kurzen Besinnung, vom Pferde, gab es einem Knecht, und sagte, daß er den Junker von Tronka selbst darüber sprechen würde. Er ging auch auf die Burg; der Vogt folgte ihm, indem er von filzigen Geldraffern und nützlichen Aderlässen derselben murmelte; und beide traten, mit ihren Blicken einander messend, in den Saal. Es traf sich, daß der Junker eben, mit einigen muntern Freunden, beim Becher saß, und, um eines Schwanks willen, ein unendliches Gelächter unter ihnen erscholl, als Kohlhaas, um seine Beschwerde anzubringen, sich ihm näherte. Der Junker fragte, was er wolle; die Ritter, als sie den fremden Mann erblickten, wurden still; doch kaum hatte dieser sein Gesuch, die Pferde betreffend, angefangen, als der ganze Troß schon: Pferde? Wo sind sie? ausrief, und an die Fenster eilte, um sie zu betrachten. Sie flogen, da sie die glänzende Koppel sahen, auf den Vorschlag des Junkers, in den Hof hinab; der Regen hatte aufgehört; Schloßvogt und Verwalter und Knechte versammelten sich um sie, und alle musterten die Tiere. Der eine lobte den Schweißfuchs mit der Blesse, dem andern gefiel der Kastanienbraune, der dritte streichelte den Schecken mit schwarzgelben Flecken; und alle meinten, daß die Pferde wie Hirsche wären, und im Lande keine bessern gezogen würden. Kohlhaas erwiderte munter, daß die Pferde nicht besser wären, als die Ritter, die sie reiten sollten; und forderte sie auf, zu kaufen. Der Junker, den der mächtige Schweißhengst sehr reizte, befragte ihn auch um den Preis; der Verwalter lag ihm an, ein Paar Rappen zu kaufen, die er, wegen Pferdemangels, in der Wirtschaft gebrauchen zu können glaubte; doch als der Roßkamm sich erklärt hatte, fanden die Ritter ihn zu teuer, und der Junker sagte, daß er nach der Tafelrunde reiten und sich den König Arthur aufsuchen müsse, wenn er die Pferde so anschlage. Kohlhaas, der den Schloßvogt und den Verwalter, indem sie sprechende Blicke auf die Rappen warfen, mit einander flüstern sah, ließ es, aus einer dunkeln Vorahndung, an nichts fehlen, die Pferde an sie los zu werden. Er sagte zum Junker: »Herr, die Rappen habe ich vor sechs Monaten für 25 Goldgülden gekauft; gebt mir 30, so sollt Ihr sie haben.« Zwei Ritter, die neben dem Junker standen, äußerten nicht undeutlich, daß die Pferde wohl so viel wert wären; doch der Junker meinte, daß er für den Schweißfuchs wohl, aber nicht eben für die Rappen, Geld ausgeben möchte, und machte Anstalten, aufzubrechen; worauf Kohlhaas sagte, er würde vielleicht das nächste Mal, wenn er wieder mit seinen Gaulen durchzöge, einen Handel mit ihm machen; sich dem Junker empfahl, und die Zügel seines Pferdes ergriff, um abzureisen. In diesem Augenblick trat der Schloßvogt aus dem Haufen vor, und sagte, er höre, daß er ohne einen Paßschein nicht reisen dürfe. Kohlhaas wandte sich und fragte den Junker, ob es denn mit diesem Umstand, der sein ganzes Gewerbe zerstöre, in der Tat seine Richtigkeit habe? Der Junker antwortete, mit einem verlegnen Gesicht, indem er abging: ja, Kohlhaas, den Paß mußt du lösen. Sprich mit dem Schloßvogt, und zieh deiner Wege. Kohlhaas versicherte ihn, daß es gar nicht seine Absicht sei, die Verordnungen, die wegen Ausführung der Pferde bestehen möchten, zu umgehen; versprach, bei seinem Durchzug durch Dresden, den Paß in der Geheimschreiberei zu lösen, und bat, ihn nur diesmal, da er von dieser Forderung durchaus nichts gewußt, ziehen zu lassen. Nun! sprach der Junker, da eben das Wetter wieder zu stürmen anfing, und seine dürren Glieder durchsauste: laßt den Schlucker laufen. Kommt! sagte er zu den Rittern, kehrte sich um, und wollte nach dem Schlosse gehen. Der Schloßvogt sagte, zum Junker gewandt, daß er wenigstens ein Pfand, zur Sicherheit, daß er den Schein lösen würde, zurücklassen müsse. Der Junker blieb wieder unter dem Schloßtor stehen. Kohlhaas fragte, welchen Wert er denn, an Geld oder an Sachen, zum Pfande, wegen der Rappen, zurücklassen solle? Der Verwalter meinte, in den Bart murmelnd, er könne ja die Rappen selbst zurücklassen. Allerdings, sagte der Schloßvogt, das ist das Zweckmäßigste; ist der Paß gelöst, so kann er sie zu jeder Zeit wieder abholen. Kohlhaas, über eine so unverschämte Forderung betreten, sagte dem Junker, der sich die Wamsschöße frierend vor den Leib hielt, daß er die Rappen ja verkaufen wolle; doch dieser, da in demselben Augenblick ein Windstoß eine ganze Last von Regen und Hagel durchs Tor jagte, rief, um der Sache ein Ende zu machen: wenn er die Pferde nicht loslassen will, so schmeißt ihn wieder über den Schlagbaum zurück; und ging ab. Der Roßkamm, der wohl sah, daß er hier der Gewalttätigkeit weichen mußte, entschloß sich, die Forderung, weil doch nichts anders übrig blieb, zu erfüllen; spannte die Rappen aus, und führte sie in einen Stall, den ihm der Schloßvogt anwies. Er ließ einen Knecht bei ihnen zurück, versah ihn mit Geld, ermahnte ihn, die Pferde, bis zu seiner Zurückkunft, wohl in acht zu nehmen, und setzte seine Reise, mit dem Rest der Koppel, halb und halb ungewiß, ob nicht doch wohl, wegen aufkeimender Pferdezucht, ein solches Gebot, im Sächsischen, erschienen sein könne nach Leipzig, wo er auf die Messe wollte, fort.

In Dresden, wo er, in einer der Vorstädte der Stadt, ein Haus mit einigen Ställen besaß, weil er von hier aus seinen Handel auf den kleineren Märkten des Landes zu bestreiten pflegte, begab er sich, gleich nach seiner Ankunft, auf die Geheimschreiberei, wo er von den Räten, deren er einige kannte, erfuhr, was ihm allerdings sein erster Glaube schon gesagt hatte, daß die Geschichte von dem Paßschein ein Märchen sei. Kohlhaas, dem die mißvergnügten Räte, auf sein Ansuchen, einen schriftlichen Schein über den Ungrund derselben gaben, lächelte über den Witz des dürren Junkers, obschon er noch nicht recht einsah, was er damit bezwecken mochte; und die Koppel der Pferde, die er bei sich führte, einige Wochen darauf, zu seiner Zufriedenheit, verkauft, kehrte er, ohne irgend weiter ein bitteres Gefühl, als das der allgemeinen Not der Welt, zur Tronkenburg zurück. Der Schloßvogt, dem er den Schein zeigte, ließ sich nicht weiter darüber aus, und sagte, auf die Frage des Roßkamms, ob er die Pferde jetzt wieder bekommen könne: er möchte nur hinunter gehen und sie holen. Kohlhaas hatte aber schon, da er über den Hof ging, den unangenehmen Auftritt, zu erfahren, daß sein Knecht, ungebührlichen Betragens halber, wie es hieß, wenige Tage nach dessen Zurücklassung in der Tronkenburg, zerprügelt und weggejagt worden sei. Er fragte den Jungen, der ihm diese Nachricht gab, was denn derselbe getan? und wer während dessen die Pferde besorgt hätte? worauf dieser aber erwiderte, er wisse es nicht, und darauf dem Roßkamm, dem das Herz schon von Ahnungen schwoll, den Stall, in welchem sie standen, öffnete. Wie groß war aber sein Erstaunen, als er, statt seiner zwei glatten und wohlgenährten Rappen, ein Paar dürre, abgehärmte Mähren erblickte; Knochen, denen man, wie Riegeln, hätte Sachen aufhängen können; Mähnen und Haare, ohne Wartung und Pflege, zusammengeknetet: das wahre Bild des Elends im Tierreiche! Kohlhaas, den die Pferde, mit einer schwachen Bewegung, anwieherten, war auf das äußerste entrüstet, und fragte, was seinen Gaulen widerfahren wäre? Der Junge, der bei ihm stand, antwortete, daß ihnen weiter kein Unglück zugestoßen wäre, daß sie auch das gehörige Futter bekommen hätten, daß sie aber, da gerade Ernte gewesen sei, wegen Mangels an Zugvieh, ein wenig auf den Feldern gebraucht worden wären. Kohlhaas fluchte über diese schändliche und abgekartete Gewalttätigkeit, verbiß jedoch, im Gefühl seiner Ohnmacht, seinen Ingrimm, und machte schon, da doch nichts anders übrig blieb, Anstalten, das Raubnest mit den Pferden nur wieder zu verlassen, als der Schloßvogt, von dem Wortwechsel herbeigerufen, erschien, und fragte, was es hier gäbe? Was es gibt? antwortete Kohlhaas. Wer hat dem Junker von Tronka und dessen Leuten die Erlaubnis gegeben, sich meiner bei ihm zurückgelassenen Rappen zur Feldarbeit zu bedienen? Er setzte hinzu, ob das wohl menschlich wäre? versuchte, die erschöpften Gaule durch einen Gertenstreich zu erregen, und zeigte ihm, daß sie sich nicht rührten. Der Schloßvogt, nachdem er ihn eine Weile trotzig angesehen hatte, versetzte: seht den Grobian! Ob der Flegel nicht Gott danken sollte, daß die Mähren überhaupt noch leben? Er fragte, wer sie, da der Knecht weggelaufen, hätte pflegen sollen? Ob es nicht billig gewesen wäre, daß die Pferde das Futter, das man ihnen gereicht habe, auf den Feldern abverdient hätten? Er schloß, daß er hier keine Flausen machen möchte, oder daß er die Hunde rufen, und sich durch sie Ruhe im Hofe zu verschaffen wissen würde. – Dem Roßhändler schlug das Herz gegen den Wams. Es drängte ihn, den nichtswürdigen Dickwanst in den Kot zu werfen, und den Fuß auf sein kupfernes Antlitz zu setzen. Doch sein Rechtgefühl, das einer Goldwaage glich, wankte noch; er war, vor der Schranke seiner eigenen Brust, noch nicht gewiß, ob eine Schuld seinen Gegner drücke; und während er, die Schimpfreden niederschluckend, zu den Pferden trat, und ihnen, in stiller Erwägung der Umstände, die Mähnen zurecht legte, fragte er mit gesenkter Stimme: um welchen Versehens halber der Knecht denn aus der Burg entfernt worden sei? Der Schloßvogt erwiderte: weil der Schlingel trotzig im Hofe gewesen ist! Weil er sich gegen einen notwendigen Stallwechsel gesträubt, und verlangt hat, daß die Pferde zweier Jungherren, die auf die Tronkenburg kamen, um seiner Mähren willen, auf der freien Straße übernachten sollten! – Kohlhaas hätte den Wert der Pferde darum gegeben, wenn er den Knecht zur Hand gehabt, und dessen Aussage mit der Aussage dieses dickmäuligen Burgvogts hätte vergleichen können. Er stand noch, und streifte den Rappen die Zoddeln aus, und sann, was in seiner Lage zu tun sei, als sich die Szene plötzlich änderte, und der Junker Wenzel von Tronka, mit einem Schwarm von Rittern, Knechten und Hunden, von der Hasenhetze kommend, in den Schloßplatz sprengte. Der Schloßvogt, als er fragte, was vorgefallen sei, nahm sogleich das Wort, und während die Hunde, beim Anblick des Fremden, von der einen Seite, ein Mordgeheul gegen ihn anstimmten, und die Ritter ihnen, von der andern, zu schweigen geboten, zeigte er ihm, unter der gehässigsten Entstellung der Sache, an, was dieser Roßkamm, weil seine Rappen ein wenig gebraucht worden wären, für eine Rebellion verführe. Er sagte, mit Hohngelächter, daß er sich weigere, die Pferde als die seinigen anzuerkennen. Kohlhaas rief: »das sind nicht meine Pferde, gestrenger Herr! Das sind die Pferde nicht, die dreißig Goldgülden wert waren! Ich will meine wohlgenährten und gesunden Pferde wieder haben!« – Der Junker, indem ihm eine flüchtige Blässe ins Gesicht trat, stieg vom Pferde, und sagte: wenn der H… A… die Pferde nicht wiedernehmen will, so mag er es bleiben lassen. Komm, Günther! rief er – Hans! Kommt! indem er sich den Staub mit der Hand von den Beinkleidern schüttelte; und: schafft Wein! rief er noch, da er mit den Rittern unter der Tür war; und ging ins Haus. Kohlhaas sagte, daß er eher den Abdecker rufen, und die Pferde auf den Schindanger schmeißen lassen, als sie so, wie sie wären, in seinen Stall zu Kohlhaasenbrück führen wolle. Er ließ die Gaule, ohne sich um sie zu bekümmern, auf dem Platz stehen, schwang sich, indem er versicherte, daß er sich Recht zu verschaffen wissen würde, auf seinen Braunen, und ritt davon.“

Weltbild

Brüderlichkeit

Liebe Leserinnen und Leser,

was für ein Schmachtfetzen, nicht wahr!? Ich nehm ihn wieder raus, weil ich dem Urheberrecht nicht traue … oder kann man wirklich alles, was auf YouTube läuft, übernehmen?

Γεώργιος Papandreou sei „eingeknickt“, schreibt z.B. die TAZ – find ich nicht. Er hat erreicht was er wollte: Konsens parlamentarisch und in der Bevölkerung. Das hat er schnell und souverän gemacht. Wenn er bei Neuwahlen antritt – was ich nicht machen würde – hat er gute Möglichkeiten, weil er saubere Arbeit hinterläßt. Und der „demokratische Schock“ für Europa, man könne vielleicht auch mal das Volk fragen, wird gesessen haben. 1:0 für die Demokratie aus dem Land der Eule.

Wir müssen dazu nur weiterdenken, europaweit. Das ist doch klar: wir ringen um die höhere Ebene, und die nenne ich „Brüderlichkeit“. Hier versagt vor allem die meinungsbildende Presse, deren Sinn und Zweck es zu sein scheint, außschließlich davon zu berichten, was denn alles in Europa nicht funktioniere. Großes Geschrei – anstatt klarzustellen, was für ein fantastischer Kontinent wir sind, und sich ans Aufräumen des Müllproblems einschließ der Atomkraftwerke zu machen.

Dazu sind solarthermische Kraftwerke in Griechenland eine gute Idee – merkwürdig groß der Widerstand. Vielleicht mißtraut man der Technik im Guten mehr als der Technik im Bösen. Oder gibt es diese Kategorie nicht? Sind´s tatsächlich immer nur die Benutzer.

Daher müssen wir uns hier in Deutschland darüber klar werden, daß Zynismus und Hallodri-Kultur das Pfeifen im Walde sind. Es gehört zu denen, die sich durch saubere Technik in ihrem Lebenswandel eingeschränkt sehen. Es geht da sehr um Glauben und Philosophie, wie der Papst im Bundestag warnend von „einer dramatischen Situation, die alle angeht, und über die eine öffentliche Diskussion notwendig ist … „ – sprach. „Wissenschaftlicher Positivismus“ ist diejenige Weltanschauung, die nur für real hält, was verifizierbar oder falsifizierbar ist, und zwar auf einer mathematischen Basis.

Schon immer brauchte man Zahlen auch zum Zählen von Wertdingen, auch Geld. Was aber dem Geld überhaupt erst Wert gibt, das ist eben die Brüderlichkeit. Die gesamte Situation in Europa ist eine selbstreferentielle Wohlstands-Hysterie. Mit ein paar brüderlichen Maßnahmen von allen Seiten zugleich wäre die Krise beendet. Bis 1989 war dafür das Wort „Solidarität“ hoch im Kurs; heute scheint es vergessen.

Im Augenblick kann man das Geschehen auch weniger dem Pluto-Uranus Quadrat zuschieben, sondern, wie ich glaube, dem Jupiter-Pluto Trigion, das noch lange anhält und noch stärker zurückkommt. Beide sind in Erdzeichen: Krise ist Chance!

04.11.2011 13:30 Nürnberg

Mit freundlichen Grüßen,

Markus