zweites Tageshoroskop

Foto Termin © Ja, Prag ist ziemlich abgefahren (und sauber).

Liebe Leserinnen und Leser,

schönes Chart. Gerade schaut Mond in der Waage bei ihrer Freundin Venus vorbei, die rückkläufig immer noch darüber nachdenkt, wo der Faden wieder aufzunehmen sei, den die Venus/Uranus Opposition neulich so plötzlich durchtrennt hatte. Schütze steigt auf und sein Herr, Jupiter, wird uns in zwei Tagen den Gefallen tun, Zeichen zu wechseln und in sein Domizil einzukehren. Einstweilen hält er sich aber im Übergang auf, noch dazu im 12. Haus. Schütze aufsteigend ist ambitioniert und erweitert den Horizont. Auch eine Reise steht an. Merkur in Haus 1 ist Herr von 7 und knapp von Haus 10 – er wird ein Sextil zu Lilith in Wassermann machen – als Schreibender kann ich mir dazu eine Themenauswahl vorstellen. Merkur holt die Begegnung und den Beruf ins erste Haus: der Fragende hat es also in der Hand.

Drei entscheidende Faktoren im Übergang: 1. Jupiter (wie erwähnt), 2. Mondknoten kurz vor dem Wechsel ins Zeichen Krebs und 3. Uranus baldigst zurück im Widder-Zeichen.

Da der Glückspunkt Spitze Haus 12 ist (dem Haus, wo auch Jupiter als Herr des Aszendenten, also für den Fragenden steht) kann man das abwarten (Haus 12 ist auch so ein Wartesaal), bis sich der Wandel tatsächlich zeigt und vorab mit Merkur im Exil (wie passend) vorbereiten – Neumond ist am 7. November (woran man sieht, dass Halloween oder Allerseelen wieder zu früh gefeiert wurde – welch Unsitte, dafür einfach den Kalender zu nehmen … tz … ).

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Wer hat an der Uhr gedreht?

Fotos Termin ©

https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2018-08/sommerzeit-zeitumstellung-abschaffen-eu-kommission-europa-kommentar

Liebe Leserinnen und Leser,

von jeher war es Brauch unter den Mächtigen, die Uhr so zu drehen, dass nur ihre Priester wussten, was die Stunde geschlagen hat. Das war schon im alten Ägypten so – und nicht zufällig zählen wir die Tage seit der Geburt des Herrn. Die Ping-Pong Zeitspielerei aus den 70ger Jahren ist eine Reminiszenz an das aufkommende statistische Weltbild – und nun eine gute Möglichkeit bei einem lieblichen Löwe-Merkur Venus in Waage Sextil den Menschen Zeit-Gnade zu gewähren.

Das Problem ist nur: die Sommer-Zeit ist die falsche Zeit. Warum? Weil die jeweils richtige Ortszeit diejenige ist, wo die Sonne um 12:00 Uhr Mittags am höchsten Punkt steht: das ist immer Mittag und wird auch so empfunden, während wir mit der aktuellen Sommerzeit Mittag haben, wenn eigentlich erst 11:00 Uhr ist: das ist auf den beiden unteren Horoskopen gut sichtbar, schauen Sie nur auf die Sonne im Zenit:

02.09.2018 12:00 „Sommerzeit“, unten 02.09.2018 12:00 „Winterzeit“ = richtige Zeit

Die Astrologie stört sich an der Zeitumstellung weniger. Wir haben ohnehin damit zu tun, die jeweilige Kalenderrechnung korrekt aus dem Geburtszeitpunkt herzuleiten, um ein gültiges Horoskop zu bekommen. Die Tierkreiszeichen nach der Tag- und Nachtgleiche als universellem Zeit-Maßstab sind dem Kalender zugrunde gelegt, nicht der Kalender den Tierkreiszeichen. Mit anderen Worten: uns interessiert weniger, dass heute der zweite September ist (das ändert sich willkürlich), sondern mehr, wie die Sonne jetzt auf 10° Jungfrau zuläuft: Ersteres ist wechselhafter Zivilisationsgebrauch, Zweiteres astrologisch/astronomische Grundbedingung, die sich nicht ändert, solange Sonne & Erde sich umeinander und in sich selbst drehen: weswegen die „Zeichen“ (Tierkreiszeichen) auch nicht mit den Sternen wandern, und Jungfrauen keine Löwen sind, wobei immer wieder falsche Gerüchte gestreut werden, selbst unter verwirrten Astrologen, z.B. Rafael Gil Brand, oder hier:

https://scilogs.spektrum.de/sternbildung/wassermann-der-unterschied-zwischen-sternzeichen-und-sternbild/#comment-92

Dass nun die falsche Zeit zur richtigen gemacht werden soll, passt zu Neptun in den Fischen allgemein und zu Lilith & Südknoten im Wassermann – „fair is foul, and foul is fair“ – im Wassermann, in der Technik & Gesellschaft, die mit Südknoten einen langen Bart hat, während dazu kompatibel Venus in Waage nach Ausgleich strebt im süßen Merkur-Sextil … Und natürlich Chronos/Saturn selbst im Trigon zu Uranus in Stier, sehr exakt, beide rückläufig, um an der Uhr „zurückzudrehen“ zu zukünftig wenigstens wieder eindeutigen, aber leider dauerhaft „falschen“ Uhren.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Steinböcke

Rudolf II

Liebe Leserinnen und Leser,

einer der interessantesten Erfolgsgeschichten ist die des gregorianischen Kalenders. Die stammt nicht von Kaiser Rudolf II, sondern wurde von Aloysius Lilius erdacht, nach Kopernikus Richtlinien und Forschungen wohl. Bemerkenswert genug, wie dieser Kalender sich erst im 20. Jahrhundert sogar in China verbreitete und selbst im islamischen Raum dominiert. Er ist letztlich auch der Kalender, der in Südamerika den 3-fachen Maya-Kalender abgelöst hat und auf den Tag der Geburt Jesus Gottessohns „geeicht“ ist.

Die Einführung dieses relativ stabilen Wunderwerks haben wir einem Steinbock zu verdanken, Papst Gregor XIII im fortgeschrittenen Alter, der den Kaiser Rudolf II, einen jungen Steinbock-Aszendenten, mit pflichterfüllender Autorität bat, die neuen Kalenderregeln zu verbreiten – wozu es immerhin erforderlich war, 11 Tage einfach numerisch zu überspringen.

Der Unterschied zwischen Steinbock-Sonne und Steinbock Aszendent, zwischen Gregor und Rudolf, spiegelt sich in der „Befehlsordnung“ wieder: der Papst mit dem selbstbewußten Löwe-Aszendent übernimmt die naturwissenschaftliche Hoheitsaufgabe, an der Uhr zu drehen, die Welt zu synchronisieren. Rudolf wird zwar „ermuntert“ aber auch „gebeten“ – das ist doch Autorität. Was Gregor will als Steinbock-Gründer, das ist etwas immerwährendes, stabiles in die Welt zu setzen, und er ist sich seiner gravitätischen Bedeutung bewußt, wählt danach die Worte Inter Gravissimas zu den ersten seinen Titelworten der Bulle, wie ernst er die Pflicht nimmt, die er voll bewußt betreibt, typisch Steinbock.

In seinem Horoskop finden wir Sonne und Neptun in Haus 5 (fast schon 6) – also kreativ/praktische (Haus 5/6) Auflösung (Neptun) von Zeit-Strukturen (Steinbock).

Rudolf, der Löwe mit umgekehrten Steinbock-Aszendent ist sich selbst schwere Pflicht, ist quasi vom Bedeutungs-Dünkel seiner Abstammung und dem spanischen Stolz nicht frei in seiner Zielsetzung, denn der Aszendent kann nicht, wie die Sonne, sich zum Herrscher des Wesens machen, beherrscht vielmehr selbst dieses ungleichgewichtig und wird daher zum ausführenden Organ eines starken Papstes. Pluto/Saturn sind die beiden Anker, die ihn an seine Wesenhaftigkeit binden, zumal die Sonne in Haus 7 steht.

Kaiser Rudolf II 18.07.1552 17:49 Wien

Papst Gregor XIII

Papst Gregor XIII 1.1.1502 19:15 Bologna

Karl-Heinz Deschner 23.05.1924 01:00 (hypothetische Geburtszeit)

Hier noch einen (wahrscheinlich) Steinbock-Mond – der nach Pflicht nicht bewußt greift, wie die Sonne, nicht ihr ausgeliefert ist, wie der Aszendent, sondern der Pflicht verfallen ist, wie einer Sucht und daraus ein Gewicht geschaffen hat, das im Reformationsland inzwischen doch einiges wiegt, zumal in Franken, wo Deschner herkommt.

Deschner.info

Mit freundlichen Grüßen,

Markus