Weltbild

Philosophie der Astrologie 5

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Liebe Leserinnen und Leser,

viele, die die Astrologie angreifen, haben intuitiv verstanden, dass es beim Urteilen über eine Sache vor allem darauf ankommt, zu wissen, worum genau es sich bei dieser Sache handelt. Für sie steht deshalb die Definition der Sache „Astrologie“ schon von Anfang an fest. Sie sagen: „Astrologie ist Unsinn“. Und für Unsinn braucht es keine Definition. Sie haben aber keine Erklärung dafür, warum Astrologie immer wieder gebildete Fürsprecher findet, die einfach von ihr nicht lassen wollen und den Jahrtausende alten Faden der Deutungskunst des Firmaments weiter weben, wie den Faden durch´s Labyrinth, den Ariadne stellte.

Waren diese Leute alle irrational? War überhaupt die Vergangenheit der Menschheit irrational – haben unsere Vorfahren ganz unsinnigerweise an die Kraft bestimmter Konstellationen geglaubt – und waren sie schlicht wahnsinnig in ihrer Einbildungskraft?

Wenn es so gewesen sein sollte, dann fehlt die wissenschaftliche Disziplin der Psychopathologie der Ontogenese – das neue Zeitalter der Vernunft hätte dann vom Logenplatz der endlich wahren Erkenntnis den Überblick, die gesamte Bewußtsseins-Vergangenheit der Menschheit zum Wahn zu erklären. Nur die heute erreichte Stufe der Vernunft (seit Entwicklung der „Modernen Naturwissenschaften“) führte demnach auch zur Vernunft und zum glücklichen, aufgeklärten Leben – frei von Bewußtseins-Sklaverei?!

Selbst wenn wir zu diesem Satz nicht vorbehaltslos „Ja“ sagen können, weil doch auffällt, dass den Naturwissenschaften der eigene Maßstab, das alte Wissen von hier nach dort, der Meter oder die Meile selbst – ohne Fremdverschulden zu einem „Spuk“ geworden ist, wie sie schreiben, so ist doch der naturwissenschaftliche Anspruch – etwas „objektivieren“ können – gar nicht aufzugeben, sondern unbedingt zu stärken.

Doch was heißt das genau, „etwas objektivieren“? Ist Naturwissenschaft wirklich objektiv? Und was ist dann objektiv Astrologie?

Für uns bedeutet „objektivieren“ hier, daß mindestens zwei Menschen über einen Vorgang, der auch außerhalb ihrer selbst stattfindet, einer Meinung sind. Wir wissen aber, daß selbst Millionen Menschen, die einer Meinung über etwas Bestimmtes sind, sich genau so gut im Wahn befinden – und daher irren können.

Daher hat eben die Astrologie/Naturwissenschaft die Messung erfunden. Und das ist gut so. Nun aber – durch Begriffe wie „Nichtlokalität“, ist die Naturwissenschaft wieder in den Schoß ihres Ursprungs zurückgekehrt, die Herkunft der Zahlen selbst. Denn das Wort „Nichtlokalität“ bedeutet, ein Ding sei nicht da, wo es ist.

Für die Naturwissenschaft wird die Kompetenz dazu aus dem jeweils gleichen Abstand einer Zahl entwickelt, die vorab als Strecke ermittelt wurde. Wie aber wird das ermittelt? So, für unsere Zivilisation: der Weg, den ein gespiegeltes, doch sonst ungehindertes (im Vakuum) Photon in einer Sekunde zurücklegt. Denn damit brüstet sich die Naturwissenschaft ja gerade: nicht: – zu denken, sondern zu messen. Nur Messungen und deren Vergleiche sind für die Naturwissenschaften Tatsachen. Und das ist – wie gesagt – auch ein wertvoller Grundsatz. Wenn wir hier auf der Erde einen Zollstock in der Hand haben, etwas zu messen – der Länge nach – z.B. hat etwas 50 cm Länge – ist es dann so, daß wir im Prinzip diesen Zollstock nehmen können, und Stück für Stück aneinanderlegen, bis wir letztlich das ganze Universum vermessen haben?

Warum ich frage? Weil unser Vertrauen darauf, etwas zu messen, sich ganz intuitiv darauf verlegt, diese Frage positiv zu beantworten: „Ja, wenn wir einen Maßstab haben 50 cm lang oder ein Meter – und dann lege ich ihn immer wieder aneinander, so müßte ich, wenn das Universum ein begrenzter Ort ist, eine Gesamtgröße dieses Ortes ermitteln können.“

Wenn es nur so einfach wäre! Sie wissen alle, daß die Größenordnungen im Universum von den Kosmologen im Verbund mit Astronomen in Lichtjahren gemessen werden; das ist die Strecke, die Licht innert eines Jahres zurücklegen soll. Aktuell wird daher im Rahmen des Urknall-Standardmodells die „Größe“ des Universums auf ca. 42 Milliarden Lichtjahre beziffert*.

Damit sind wir aber im Prinzip nicht weg von unserem Meter-Stab oder Zollstock – als man noch in „Zoll“ maß. Denn 1 Lichtjahr ist ja genau zu messen: das sind etwa 9,5 Billionen Kilometer. Das ist schon sehr sehr viel, aber eben eine ganz normale „astronomische“ Einheit, für die wir letztendlich nur unseren Meterstab oder Zollstock brauchen, um – wie oft auch immer – dem Ganzen auf die Spur zu kommen, rein von seiner Größe und Ausdehnung her, genau, wie wir hier auf der Erde das Thema „Ausdehnung“ verstehen.

Setzen wir einmal voraus, unsere Kosmologen vermuten die Ausdehnung des Universums richtig, dann wären das etwa 9,5 Billionen mal 42 Milliarden – jedenfalls eine Strecke, die unser Maßstab – auch wenn das völlig irreal erscheint, prinzipiell „aushält“.

Was der Maßstab jedoch nicht aushält, das ist seine eigene Relativität – denn laut akzeptierter Lehre verändert sich unser Zollstock je nach Geschwindigkeit des beobachtenden Subjekts in der Länge – man nennt es Längenkontraktion – je schneller er wird, desto weniger Zeit vergeht ihm, dem Maßstab selbst – und ist er dann am schnellsten – vergeht gar keine Zeit mehr – dafür hat aber unser simpler Zollstock (als Photon) prinzipiell die Länge auch verloren, denn hat das Photon keine Eigenzeit mehr, so hat es auch keine Länge. Es wird in den Rechenschieberhirnen der Doppelköpfigen Zeit- und Raum-los, ein-dimensional.

Das müßte weiter nicht stören, wäre nicht gerade das Licht, seine (vorgebliche!) Geschwindigkeit pro Sekunde im Vakuum exakt jener Maßstab, der früher Meter oder Elle genannt wurde. Ein Maßstab – variabel von der Geschwindigkeit abhängend – der gleichwohl auf´s Absoluteste fixiert sein soll. Eine absolute Fixierung, die gerade in der sich aus der Fixierung ergebenden Relativität wieder aufgehoben wird. Dies ist der Grundwiderspruch und Betrug der modernen Naturwissenschaften am – woran denn? – am Geist selbst, fürchte ich.

Dem unbefangenen Beobachter wird auffallen, daß – ganz wie bei Äsops Hase und Igel-Fabel – die „Sekunde“ immer vor der Messung der Strecke, die ein ungehindertes, aber gespiegeltes Photon in einer Sekunde zurücklegt, da war. Dem guten Kompost ähnlich, muss sich die Lichtgeschwindigkeit – gespiegelt und im Vakuum – an der guten alten „Sekunde“ gleichsam „impfen“. Die Sekunde aber wird gewonnen aus der Umdrehung der Erde um ihre eigene Achse, der Einteilung des Tages in 12 Doppelstunden – einem Dutzend. Und nicht nur das. Denn da „nichtlokal“ die Dinge nicht da sind, wo sie einem realen Ort zugeordnet werden könnten, wird genau diese „Eichung“ der Lichtgeschwindigkeit an der Sekunde – der Tagesumdrehung des Gestirns, unserer geliebten Erde – im Grunde völlig unmöglich.

Es geht nicht darum, in dieser Anschauung der modernsten Physik nach Sinn und Vernunft zu suchen; sie ist schlicht falsch. Es gibt keinen Urknall, keine schwarzen Löcher, keine Dunkle Materie. „Nichtlokal“ bedeutet einfach nur, daß man es physikalisch geschafft hat, genau dort anzukommen, wo der Mensch immer schon war: in der universellen Gegenwart von Allem mit Allem genau zur selben Zeit. Wir wissen nicht, wie die Dinge dort hin gelangen – Lichtgeschwindigkeit wäre zu langsam – wir wissen aber, daß sie da sind. Und dieses Da-Sein empfinden wir – anders, wie die sterilisierte, untersinnliche Ziffern-Wirtschaft, als göttlich.

Dennoch muss man zugeben, dass die Messung – auch, wenn sie die Realität nur unvollkommen erfasst, alle Berechtigung hat. Die Messung in ihrer objektiven Form muss in Zukunft der Physik der Kosmologen entrissen werden – der Bewußtseinsschlaf, den sie träumen, ist gründlich und tief – wir sollten nicht tausende von Jahren warten, bis sie erwachen und sich einfinden auf der Bewußtseinsstufe der Bäume.

Wäre es denn nicht äußerst wahrscheinlich, dass die Menschheit durch die letzte Sintflut so traumatisiert wurde, daß sie tatsächlich – Emmerich-like – nach der Arche-Noah forscht, und sie – unbewußttechnisch sehr wohl entwickelt?!

Der Gedanke ist auch für die Astrologie mit ihrem platonischen Jahr so abwegig nicht. Genau an diesem Punkt – dem platonischen Jahr – geht es weiter mit unserer fragmentarischen Philosophie der Astrologie.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

* es kommt hier nicht darauf an, ob diese Angaben – die sich ohnehin ständig ändern/erweitern korrekt sind.

Mundan, Weltbild

Große Rede des Papstes im Bundestag

Liebe Leserinnen und Leser,

zwei Mal schon habe ich über den Papst geschrieben, der jetzt das parlamentarische Rednerpult zur Kanzel bekommt, und den Bundestag zur Kirche. Der Papst ist ein Fische-Aszendent, er baut Netze, tut das aber mit der Kraft des Widders. Und er scheint durchaus mit Jupiter im Haus 2 in sein Land zurückzukommen. Mutig und professionell. Die Rede von Wulff aber auch. Nicht schlecht, wächst hinein, der Wulff.

Nun habe mir auch die Rede anhören können: besser hätte er das nicht machen können. „Wie kann“, fragte der Papst heute als Bürger-Priester mit einem unverhohlenen und eindeutigen Kompliment an die historische Grünen-Bewegung – „Frische Luft“ – „Vernunft wieder zu ihrer Größe finden, ohne ins Irrationale abzugleiten?“ Aber das Politische, wohlplaziert, benutzte er nur, um letztlich eine Kampfansage gegen „die alleinige Herrschaft der positivistischen Vernuft“, des „positivistischen Naturbegriffs“ auszudrücken.

Dabei kam er in langsamer Steigerung auf dieses Thema, zunächst erläuternd, warum er glaubt, „Recht und Ethos“ seien außer Kraft, warum er eine „dramatische Situation“ beschwohr und zu einer „öffentlichen Diskussion“ aufforderte. Dem möchte ich ausdrücklich entsprechen!

Der Papst wurde deutlicher: er sprach, daß aus dieser geistigen Situation „die Menschlichkeit“ selbst bedroht sei, denn der „positivistische Naturbegriff“ dränge alle anderen Sichtweisen in die Subkultur, als die der Katholizismus sich schon fast zu begreifen scheint.

Ich muss sagen: das hätte ich nicht gedacht! Diejenigen, für die diese Rede gedacht war, werden sie in der Lage sein, sie nachvollziehend zu verstehen?

Was ist ein „positistischer Naturbegriff““? Das ist ein Naturbegriff, der keinen Platz für den Geist läßt, ihn aber doch gleichzeitig benutzt. Man sagt auch Materialismus.

Hier kommt Papst Bendikt: Uranus über Uranus, geläutert, strahlend, stark, alt und weise, verbeugt sich zunächst vor dem Begriffspaar „Vernunft und Natur“, und zeigt sich als Philosophen-Theologe, als ein Dichter-Fürst auf einer Kanzel, die lange keinen Philosophen mehr gesehen hat.

Eine große Rede, die – da bin ich mir sicher – einen Nachhall haben wird!

Das besondere ist die eindringliche Beschwörung einer dramtischen intellektuellen Situation, die offenbar, nach Josephs Meinung, nicht der Vernunft entspricht, die aber gleichwohl – er hat das Wort nicht genannt, aber es schwebte über seiner rede – als Diktatur der sich selbst nicht reflektierenden Vernunft, also zwangahft „positivistisch“ auftritt: „Wenn Du nicht gleubst, daß alles nur aus Materie gemacht ist, bist Du ausgeschlossen!“, ist deren zunehmendes Diktum mit bedrohlichen, sich über die Statistik und das Versicherunghswesen einschleichenden kafkaeseken Unfreiheiten. Gut, daß der Papst genau auf diese Stelle seinen Finger leget hat. Es ist der sine qua non Punkt – der Grund, warum ich mich mit den Science-Bloggern anlege.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S.: Kritik in der Vergangenheit schließ Respekt in der Gegenwart nicht aus.

Benedikt XVI « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

Kirche sind wir … « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

Innen Joseph Ratzinger, Papst Benedikt der Deutsche, außen Transite Ankunft in Deutschland 10:30

Weltbild

Die Klugheit des Feindes

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Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Spiegel-Online Artikel wird dargelegt, wie klug Al-Quaida es anzustellen meint, den Westen zu schädigen. Mich erinnert das ein wenig an die Erkan und Stefan Kino-Werbung für Hepatitis-Tests, wo sie sich als blödes Blutkörperchen und Virus treffen, um darüber nachzudenken, wie doof doch ihr Mensch sei, sich schädigen zu lassen.

Terrorismus: Al-Qaida feiert vereitelte Paketbomben-Anschläge – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

Natürlich ist das Unsinn. Der Westen hat eine Sicherheits-Industrie aufgebaut, die vom Terrorismus lebt: Blackwater als Extrem (soll sich `n anderen Namen gegeben haben … hm) Jede popelige Kamera an einer Straßenecke fördert das Wachstum des Ganzen.

Problematischer sind Gerüchte in der Informationskybernetik. Aber auch die fördern das Bruttosizialprodukt.

Mit diesem Wort – abgekürzt „Infokyb“ – verbinde ich den lebendigen Strom der relevanten Information, die dem kollektiven Bewußtsein mit oder ohne Absicht zur Verfügung gestellt wird: was ist warum Nachricht? Warum sind die anderen tausend Dinge, die ebenso Nachricht sein könnten im Welt-Informationssystem, eben jetzt nicht Nachricht?

Einerseits ist bei uns dieser Prozess einer Nachricht zur Top-Nachricht des Tages frei, andererseits kann dieser Prozess, gerade weil die Presse frei ist, sehr leicht gesteuert werden.

Solange es ab und an einen schrecklichen Anschlag gibt, ist gewissermaßen das Referenzmuster der Souveränität des Räuber-Banden Ethos erfüllt: nun reicht es, alle paar Jahre ein Gerücht zu verstreuen, um den Gegner mürbe und ernsthaft zu machen, und somit einen Grund für einen Kampf heraufzubeschwören, den die Frauen und Kinder ausbaden müssen.

Aber eben, der Terrorismus steht nicht isoliert da, sondern ist die andere Seite der Medaille Rüstungswirtschaft. Das Muster ist im Grunde so alt, wie die schriftliche Aufzeichnung seit Menschengedenken.

Die Schwäche, die das Christentum verletzlich macht, ist der offen zutage tretende Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Einerseits sind z.B. die Blöcke im kalten Krieg beide christlich gewesen von ihrer Hauptbevölkerung her (katholisch und orthodox z.B.), andererseits haben diese beiden christlichen Blöcke bis 1989 ein Bedrohungspotential gegeneinander aufgebaut, dessen logische Evidenz nahelegt, nahezu jeden daran konstruktiv Beteiligten reif zu halten für eine Einlieferung ins Irrenhaus, falls es noch steht.

Gemeint ist der kulturelle Hintergrund, den ja alle jetzt ebenfalls meinen, wenn „wir“ uns gegenüber anderen definieren; in diesem Sinn sind alle Russen orthodox gemäß des kulturellen Hintergrunds, mögen sie auch Atheisten sein, oder einer anderen Religion zugehörig …

Die Logik des Feindes ist unser eigener Schatten, der nicht erfüllte eigene Anspruch an Welt und Sein, aus dem wir eine Kultur  der Doppelbödigkeit gemacht haben. Wir haben eine Lehre, von der wir gar nicht daran denken, sie zu befolgen: im Gegenteil, jemandem, der ernsthaft an das Gute im Menschen glaubt, antworten wir gerne, daß es niemals ein Paradies auf Erden geben werde, was ja nicht hindere, das Beste zu versuchen: oder doch?!

„Der Feind“ kennt die moralischen Verwicklungen, in denen wir uns befinden, nicht so, und auf ein doppelmoralisches Leben, das er natürlich führt, läßt sich mit Milde blicken, solange die geistige Richtung klar und einfach auf eindeutige Gehirnwäsche ohne moralische Skrupel ausgelegt ist.

Unsere Doppelmoral und die seinsvergessene, orgiastische und offen verborgene Bedürfniserzeugungs- und Befriedigungs-Kultur macht das Hervordrängen eines grotesken spiegelbildlichen Gegenentwurfs aus der Projektion unserer eigenen Phantasie von Ali Baba und den 40 Räubern notwendig.

Und eben auch und nur mit Erkenntnis können wir uns dank solarthermischer Kraftwerke zusammen mit einer humanen Einwanderungspolitik davon befreien. Falls die Kanzlerin mein Astrologisches Journal liest (sie wäre ja nicht die einzige Physikerin mit heimlichem Interesse für Astrologie): die Idee ist zu begrüßen, den Franzosen und Spaniern die Maghreb-Politik abzunehmen. Italiener und Lybier spielen gern gemeinsam Theater, da geht nichts.

Die Ali-Baba Terroristen bräuchten wir mit einem solchen Ziel und bei dem Stand ihrer Intelligenz nicht zu fürchten: irgendwann, wahrscheinlich bei der zweiten Mondknotenopposition, finden sie heraus, daß sie selbst des Systems Teil sind, von dem sie doch glaubten, dagegen zu kämpfen.

Wenn wir aufhören, gegen uns selbst zu kämpfen, wird der Terrorismus zu einem dunklen Märchen der Vergangenheit.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

 

 

 

Personen, Poetry, Weltbild

Rudolf Steiner

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt zwei Geburtstage von Rudolf Steiner. Der andere hat einen Waage-Mond; beide würden passen, und optisch hat der Waage-Mond sehr viel für sich: wegen des feinen Gesichts. Das aber ebensogut auf einen Waage-Aszendenten und eine  ungenaue Geburtszeit – wenn schon das Datum nicht sicher ist – weisen könnte.

Rudolf Steiner 25.02.1861 23:15 Kraljewitza, Ungarn

Doch den Jungfrau-Mond kann man getrost für den Herausgeber Goethes wissenschaftlicher Schriften annehmen, der auch seine eigenen Werke fein zu strukturieren wußte und ein Meister der freien Rede war – was ebenso ein Talent zur präsentablen Wirklichkeit im Sinne nützlichsten Gebrauchs ist. Auch die Demeter Landwirtschaft gehört hier her – Mond im Zeichen der Ähre.

Neptun in den Fischen (wie heutigentags wieder)! Mit Merkur im Zeichen der Fische-Sonne. Beide Lebensgefährtinnen Fische. Mars-Pluto im Stier: Verwandler der materiellen Wirklichkeit. Jupiter im Löwen: wo die Römer ihn als Herrscher sahen, wie Manilius schreibt. Uranus in Zwillinge: Freiheit durch Wissen. Allen Kritikern zum Trotz: wie er selbst wußte, wird „Die Philosophie der Freiheit – Grundlage einer modernen Weltanschauung“ das definitiv Öffnende sein. Warum? Weil eben jener Gedanke darin aufgeht, der überhaupt erst einen richtigen Gedanken gibt. Und dann – ? – hat man´s auch schon vergessen, obwohl es der einzige Ausweg aus dem Hamsterrad ist – daß Wirklichkeit in Identität von Werkzeug und Gegenstand geschöpft wird, von Begriff und Wahrnehmung, und daher zutreffend ist, wenn Parmenides schreibt: „Denn daß Du es denkst und daß es ist, ist ein und dasselbe.“ Außer dem Denken gibt es nichts, was in dieser Identität stehen könnte. Und dieser Weg als lange Gedankenbahn von Aristoteles bis Thomas von Aquin … ?

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Personen

Immanuel Kant

22.04.1724 3:00 Königsberg

Liebe Leserinnen und Leser,

was würde wohl ein Graphologe zu dieser selbst durchstreichenden Unterschrift sagen? Der Wassermann-Aszendent passt in seiner weltlichen Ungeborgenheit dazu.

Wie nun Wesen (AC) und Sonnenselbst miteinander in tiefstem Widerspruch stehen, das zeigt uns die mit meiner Aspektscheibe eingestellte, ganz genaue Uranus-Sonnen Opposition.

Was ist nun mit diesem Kant, was hat er geleistet? Das Problem ist, um das beurteilen zu können, muß man immerhin mal die „Kritik der reinen Vernunft“ gelesen haben. Das ist nicht einfach, denn Kant hat die Spannung von Uranus und Sonne, von Daseinskraft im Stier und Freiheitsausdruck im Skorpion zwischen ein Wortgebirge gespannt, welches von den Lesern wahrscheinlich noch mehr Mühe verlangt, als der Autor in vermeintlicher Genialität aufzubringen in der Lage war.

Ich möchte nicht den Stab brechen über Kant als Moralisten und Ästhetiker, mag er hier etwas zu sagen haben: sein erkenntnistheoretisches Werk ist ein simpler Fehlschluss*, der sich durch gebildete Komplexität nur tarnt. In seinem Werk steht nichts drin, es ist – mit Verlaub – ein Irrtum.

Um dies jedoch zu erfahren, muß man es einmal: – gelesen haben,  und zum anderen: hernach – also nach der wortreichen Hirnwäsche – auch noch seinen Geist unbeeindruckt genug im Griff haben, um zu verstehen:

„So liegen in der Kantschen Fragestellung zwei Voraussetzungen: erstens, daß wir außer der Erfahrung noch einen Weg haben müssen, um zu Erkenntnissen zu gelangen, und zweitens, daß alles Erfahrungswissen nur bedingte Gültigkeit haben könne. Daß diese Sätze einer Prüfung bedürftig sind, daß sie bezweifelt werden können, dies kommt Kant gar nicht zu Bewusstsein.“ (Rudolf Steiner „Wahrheit und Wissenschaft“, S. 31)

Da aber kaum jemand dies unternimmt und wenn, sich nicht trauen wird, gegen die Autorität des eingebackenen Riesen-Missverständnisses den eigenen bescheidenen Verstand mit Argumenten zu stützen, passiert es, daß Kants erkenntnistheoretische Hohlformel von den „synthetischen Urteilen a priori“ die Zaubergrundlage für eine Naturwissenschaft hergibt, die fast wie Descartes Postulat der Schmerzunempfindlichkeit von Tieren eine „Metaphysik“ des Natur- und Weltmissbrauchs begründet, ein perfektes Alibi, das die Tür zur Erkenntnis nicht öffnet, sondern schließt.

Und dies natürlich um so mehr, als die eigentlichen Grundlagen dafür – eben das Kantsche Gedankengebäude – in Vergessenheit geraten. Nimmt man es also genau, so begründet Kant keine Erkenntnistheorie, sondern eine Geisteshaltung; den Knoten in unserem Hirn, den es zu lösen gilt.

* „Fragen wir uns nun: wie kommen wir zu einer solchen Überzeugung? Das Skelett des angestellten Gedankenganges ist folgendes: Wenn eine Außenwelt existiert, so wird sie von uns nicht als solche wahrgenommen, sondern durch unsere Organisation in eine Vorstellungswelt umgewandelt. Wir haben es hier mit einer Voraussetzung zu tun, die, konsequent verfolgt, sich selbst aufhebt. Ist aber dieser Gedankengang geeignet, irgendeine Überzeugung zu begründen?“ (Rudolf Steiner, „Wahrheit und Wissenschaft“, S. 44)

Warum? Weil auch das Urteil darüber, eben daß es nur eine Vorstellungswelt sei, diesem Gedankengang entsprechend Teil der Vorstellungswelt ist und sich daher darüber gar nichts mehr aussagen läßt.

Es wäre auch keine Rechtfertigung, zu sagen, Kant habe es damals nicht besser wissen können, die Bewusstseinsseele des Menschen erwacht eben gerade erst. Denn Parmendies wusste bereits, was Kant verdrängte, ignorierte, missverstand: nur aus diesem Grund schrieb Parmenides ein „Lehrgedicht“.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Personen

Bhagwan Shree Osho Rajneesh

Liebe Leserinnen und Leser,

heute hatte ich das erste Mal Gelegenheit, Bhagwan Buddha Osho zu hören. Nicht live, aber per YouTube-Video. (Kann jeder selbst googeln …): –  Wahnsinn! Dieser Mann hat ja die Poesie der Sprache wirklich gesprochen. Es klingt zunächst etwas aufgesetzt, als wollte uns ein freundlicher Herr aus dem fernsten Osten erklären, wie man das „Essss“ und das „Efffff“ spricht. Doch dann, nach einer Weile, beginnt man zu ahnen, daß dieser Professor – was er in der Tat auch war in jüngeren Jahren – mit höchster Konzentration vorträgt. Man erkennt es an den „Brüchen“. Es sind die des Humors und die der „Rede“, eine Art Innehalten, aber kein Kampf um den Gegenstand, sondern eine Schütze-Vorausschau auf das nächste Argument, I suppose.

Er erklärt sein Wandern zwischen der west-östlichen Philosophie (wie Goethe mit dem west-östlichen Divan!), und dahinter versinkt – auch hinter seiner märchenhaften Selbst-Inszenierung – die offenkundig super-magische Tatsache seines tatsächlichen Wanderns zwischen den Welten: mit seinen Anhängern – die, das muss man zugeben, doch auch schon eigenartig brain-washed daherkamen – von Indien nach Oregon und zurück.

Wofür muß ich ihm danken? Ja eben, für sein Ringen mit Gott. Witziger, ernster Mann. Die Verbindung der Sonne im „Du-Haus“ mit dem sprechenden Zwillings-Aszendenten ist seine Wesens-Achse. Und all die Planeten im Steinbock, im Haus des Wandels und der Magie: welch eine Kraft! Uranus wird, wie in Oshos Horoskop, seit langer Zeit wieder in den Widder gehen. Also werden Menschen des befreienden Anfangs geboren.

11.12.1931 17:13, Kutchwada, India

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Ereignis, Personen

Zukunft vorhersagen oder beeinflussen?

Liebe Leserinnen und Leser,

kann man mit Astrologie die Zukunft vorhersagen? Gehen wir zur Beantwortung dieser Frage einmal in die Vergangenheit. Sie wissen vielleicht, daß James Ussher den 23. Oktober 4004 v. Chr zum Schöpfungstag der Welt gemacht hat. Ussher war ein beinharter Protestant unter irischen Katholiken, die er allesamt für abergläubisch hielt. Was ja kein Wunder ist, denn durch die jahrhundertelange Assimilation mit dort keltischen, hüben z.B. toltekischen oder afrikanischen Glaubensformen und durch eigene Neigung zu Protz und Fetisch-Kult und den makaber anmutenden Knochen-, Schädel- und Reliquien-Handel war die katholische  und – Schwester des ersten Schismas: ebenso die orthodoxe – Christenheit nicht vernünftig.

Acht Jahrhunderte früher, als der heilige Fridolin aus Irland  nach Bad Säckingen kam, um die schwach romanisierten Heiden zu missionieren, da sah die Sache noch umgekehrt aus: Fridolin kam von der grünen Gelehrten-Insel, wo sich an Europas Rand die Inspiration durch Ornamentik kundgab. Und deren alte Verbindungen nach Griechenland durch Robert Graves „Die Weisse Göttin“ poetologisch nachvollzogen wurden.

James Ussher by Sir Peter Lely, Jupiter macht ihn im Steinbock „jovial“.

James Ussher 04.01.1581 Dublin, keine Zeit!

Usshers Schöpfungstag ist nicht so weit entfernt vom Weltbeginn-Tag der Maya, den 13. August 3113 a. Chr. greg. – Jupiter stand auf 6.42º Fische und war rückläufig mit einem Trigon zu Mars und Neptun im Skorpion. Und Pluto auf 22:54º Steinbock, wie heuer das Zeichen, rückläufig. Und die Maya wiederum – ich nenne ganz Mittelamerika einfach toltekische Kultur – sind so weit weg von Irland auch wieder nicht, wenn wir Plutarch (45 p.Chr.) in seinem Text: „Das Gesicht im Mond“ folgen. Dort steht nämlich, daß es seit vielen tausend Jahren einen kontinentalen Kult gab, ausgeübt im Rhythmus von Saturn im Stier, mit Booten ausgestattet  via Island in die Karibik zu rudern und zu segeln, wo ein Heiligtum des Saturn geführt wurde.  Die sogenannte Himmelsscheibe von Nebra läßt sich für eine solche regelmäßig wiederholte Tour als Kompass lesen.

Die wichtigste Auskunft ist die über den Inhalt: ein Heiligtum des Saturn: es war also ein Heiligtum des Chronos in dessen Zentrum die Zeit-Messung stand! Hier klingt schon etwas an.

Doch zurück zum Thema: Ussher als frühe Pluto-in Widder Persönlichkeit berechnet den plutonischen Anfang des Ganzen im Zeichen des Anfangs: Widder. Doch ist es nicht naiv, zu glauben, damit wäre aller Anbeginn gemeint? Hat nicht die katholische Kirche zu Weihnachten selbst ein Ritual eingeführt, nach dem unumwunden der Urknall besungen wird, gleich zu Beginn der Christmette?

Andererseits ist es wahr, daß unsere Quellen über die tiefsten Vergangenheiten, sofern sie mythologisch sind, also scheinbar erfundene Volks-Sinn-Erzählungen, alle – ungeachtet ihres Ursprungs auf der Welt – von periodisch neu geschöpften Welten sprechen und auch übereinstimmend von mindestens einer Sintflut, die Maya jedoch von – wenn ich richtig informiert bin – dreien, wurde doch die Welt laut Popol Vuh mehrmals durch Flut zerstört.

Wir wissen also nicht, auf welcher wahren Grundlage selbst Kreationisten ihre Welt-Beginn Theorie aufbauen, aber es liegt die Vermutung nahe, daß es Rhythmen unserer Erde gibt, die zu lange zurückliegen, als daß die Information und das Wissen darüber uns per SMS erreichen könnte: wir stehen vor ungelösten Rätseln und könnten doch mitten in einem uns unbekannten rhythmischen Zyklus sein.

Herodot  berichtet davon, wie ihm die ägyptischen Priester zu Sais während seiner Ägypten-Reise (noch bevor Alexander das Land besetzte und Griechen und Ägypter einander nicht mehr offen begegneten) freundlich versicherten – denn aus ihren exakten Aufzeichnungen ginge das genau hervor – daß innert 10 000 Jahren die Sonne zweimal im Westen auf und im Osten untergegangen sei. Ist dies ein solcher Rhythmus?

Nun erst kommen wir zur Frage einer möglichen Zukunftsvorhersage durch Astrologie: im Grunde genommen unterscheiden wir uns darin nicht von den Naturwissenschaften. Denn vor allem diese streben ja danach, die Zukunft vorherzusagen und zwar oftmals in jedem einzelnen Punkt ihres Prozesses. Die Ergebnisvorhersage – meist aufgrund von Berechnungen – gehört zum wissenschaftlichen Aufbau der Erkenntnisgewinnung. Je genauer ein Ergebnis vorhergesagt ist, um so besser muss das theoretische Gebäude der Berechnung sein, so wird angenommen, die daraus gewonnene „Formel“. Werden also zum Beispiel für uns äußerst nützliche Berechnungen über den Einschlag von Kometen angestellt, so ist sehr zu hoffen, daß wir ein Vorhersage und sogar Abwehr-System finden, bevor ein Präzedenzfall den Zusammenbruch der Zivilisation und damit wohl auch ein Ende unserer Berechnungs-Möglichkeiten für längere Zeit bedeutete, jedenfalls bis sich eine neue Zivilisation gebildet hätte.

Die Astrologie aber trachtet nach mehr, als nur die Zukunft vorherzusagen. Sie will die Zukunft beeinflussen. Denn sie setzt den sich seiner selbst bewussten Menschen dort hin, wohin er gehört, ins Zentrum des Kosmos. Sie ist nicht geozentrisch, sondern anthropozentrisch.

Eine umfassende Geschichte eingetroffener astrologischer Vorhersagen gibt es nicht, es ist aber schon vollkommen klar, daß alle historische Forschung, die in Unkenntnis der Astrologie einer Zeit diese historisch nicht als zentrales Analyse- und Codierungs-System betrachtet, sei es in Ägypten oder im England von Königin Elisabeth, historisch wenig wissen kann.

Der Ansicht, man könne Zukunft vorhersagen, liegt eine Voraussetzung zugrunde, die für gewöhnlich zu wenig bedacht wird: wir glauben, wir könnten wie beim TV Abstand nehmen vom Zeitgeschehen und uns die Zukunft anschauen, wie ein vorbeifahrendes Auto. Menschen, die sonst bereit wären, ihren Atheismus mit den Zähnen zu verteidigen, halten es – wenn es um Astrologie geht – plötzlich für „vermessen“, sich „anmaßen zu wollen“ die Zukunft vorherzusagen, als gehörte treue Demut nun zum Kodex des rechtgläubigen Atheisten, als täte irgend ein Wetterfrosch oder Virologe etwas anderes, und liegt oft genug daneben, weit entfernt davon, selbst die zuverlässigen Vorhersagen zu liefern, die er aber von der Astrologie per blanco-Scheck erwartet. „Wir“ haben den milden Verlauf der Schweingrippe (Steve Judd) ebenso vorhergesagt, wie die Finanzkrise und deren weiteren Verlauf (Merriman, Weiss), als die zuständige Wissenschaft, die Ökonomie, völlig überrascht wurde. (Das gilt jetzt wieder für die Plandämonie ab 2019 mit Saturn/Jupiter/Pluto Steinbock Konjunktion.)

Nun schaut die Astrologie seit alter Zeit die Umläufe der Siegel-Planeten Jupiter und Saturn: diese inspirierte Zeit-Beobachtung: was passiert wann in der Geschichte, wenn die beiden Planeten wie stehen, hat z.B. 1550 durch den Astrologen Richard Roussat zur Vorhersage der franz. Revolution 1789 geführt (er lag drei Jahre daneben) in seinem Buch „Le vivre de l`estat et mutantions de temps“, als wirklich inspirierte Geister mit hoher Kunst und unabgelenkt von Bogus Pomp arbeiten konnten. Die Beweise für die Vorhersage-Kraft der Astrologie im menschlich-historischen Zusammenhang sind also längst in vergangenen Epochen, ebenso wie heute (Mauerfall, Finanzkrise) erbracht. Das Verlangen nach „Beweisen“ lebt von schwacher Erinnerung: es ist für uns kein Thema mehr.

Nun wird es aber so nicht gehen, denn wenn nun einer – und ich mache das mal – für 2040 eine an diese franz. Revolution anknüpfende Revolution (nicht in Frankreich, sondern weltweit) vorhersagt, weil Pluto wieder im Wassermann steht, die Konjunktion von Jupiter und Saturn im Gegenzeichen Waage läuft und Uranus im Löwen den König stürzt … dann macht es Sinn, den Erfolg dieser Vorhersage daran zu messen, daß sie nicht eintrifft, oder wenn, sie sich doch erheblich gegen die Vorgängerin abgrenzt, woran bereits heute zu arbeiten ist:

31.10.2040

Dies beantwortet auch die Frage nach der Schicksalshörigkeit der Astrologie: nein, wir können den Lauf der Planeten wohl nicht steuern, aber wir können wissen, wie sich unser globales soziales Verhalten danach orientiert. Dies wird Aufgabe einer künftigen astrologisch-astronomischen Sozialwissenschaft, möglichst in einer Welt, die es gelernt hat, ohne Kriege auszukommen und dafür ihre Kräfte dahin zu bündeln, wo es Aufgaben zu bewältigen und neue/alte Bewußtseinsräume zu entdecken und wiederzuerobern gilt: … last not least: es war die Naturwissenschaft, die uns in die Verwirrung relativer Zeit verstrickt hat, und sie sagt selbst, daß sie sich selbst heute nicht versteht. Welchen Sinn Vorhersagen in einer vermeintlich „zeitlosen“ Quanten-Welt* machen, werden wir mit ihr zusammen klären müssen.

Im Kleinen beschäftigen wir uns damit im Bereich der Stundenastrologie: wie ich meine ein praktischer Kompass zur Entscheidungshilfe, ähnlich dem I Ging. Und hilfreich dabei, die linke Hand nicht wissen zu lassen, was die rechte tut.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

* Die Zeitlosigkeit der Quantenwelt, die Albert Einstein „spukhafte Fernwirkung“ nannte, ist nur ein Konstrukt, um die Relativitätstheorie zu ‚retten‘, ebenso, wie die „Räume ohne Zeit“, der sogenannte „Tunneleffekt“, das ’supraluminare Tunneln‘: um  zu vertuschen, dass Prof Günter Nimtz 1991 die Relativitätstheorien (Mozart bei 4,2 facher Lichtgeschwindigkeit übertragen) zur offenkundigen Widerlegung geführt hat. Auch die Paradoxien ‚Zwillingsparadoxon‘, ‚Schrödingers Katze‘, ‚Doppelspaltexperiment‘, ‚Dunkle Materie‘ und ‚Rotationsparadoxon‘, sind keine Bestätigung der physikalischen Mystik, sondern offenkundige Fehler im System. ‚Gravitationswellen‘ bei 10^-31 finden im atomaren Rauschen statt, beweisen nichts und sind darüber hinaus Betrug (wie auch das Higgs, ‚Gottesteilchen‘ Malen nach Zahlen ist, man fischt aus den Daten die vermeintliche Bestätigung der Theorie zwecks anhaltendem Geldfluss), es ist auch sehr still um sie geworden.

Personen, Poetry

Michel de Montaigne

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Bleiben wir noch ein wenig in dem Thema mit Pluto im Wassermann. Eine Runde vorher, also vor der Zeit der französischen Revolution (siehe gestriger Artikel) lebte Michel de Montaigne, 28 Februar 1533 um 11:30 AM in Chateau de St. Michel Frankreich:

montaigne

Berühmt und bekannt wurde de Montaigne nicht als Politiker oder Bürgermeister von Bordeaux – Würden und Ämter die er bekleidete – sondern durch seine Essays: eine Sammlung von Schriften, an denen er sein ganzes Leben lang feilte und verbesserte, und die auch heute noch eine Fundgrube tiefster Weisheit sind, ein ganzer Dachspeicher voller geistiger Schätze. Dabei stand er inmitten fürchterlicher Kämpfe seiner Zeit, Religionskriegen und wechselnden Allianzen und den Thron. Hier geht es ihm ebenso, wie Alphonse de Larmartine, unserem Pluto in Wassermann-Menschen von gestern. Auch Tycho de Brahe, ein paar Posts weiter unten, hatte den Pluto im Wassermann und gehörte also der selben Generation an, wie Montaigne.  Pluto ist  also der, der die Generationenfolge bestimmt, meine ich.

Ein „Pionier im Kampf um die Toleranz“, wird er genannt, ein „Dichter der Freiheit und Intelligenz.“ (Jean Lacouture)

Klingt das nicht nach Pluto im Wassermann? Und gar noch verbunden mit dem Mars, dem Inneren Krieger auf dem Feld der Intelligenz und des Geistes? Auffallend: fast alle Planeten in der Taghälfte. Die sind ihm also bewußt zugänglich, bis auf den Jupiter, der ihn dann auch praktisch (Haus 6) als Bürgermeister und Königsmacher in die erfolgreiche Pflicht genommen hat.

Richtig: die Sonne ist seit heut im Wassermann, im Zeichen des Jünglings! Und prompt wird Obama zum Präsidenten vereidigt: das timing stimmt also, schließlich ist er Wassermann-AC.

Liz Greene bringt den Wassermann klugerweise nicht nur mit Uranus und Saturn in Verbindung, sondern auch mit Prometheus: „Prometheus ist der kosmische Vertreter des sozialen Impulses, dessen Raub des Feuers aus den Händen des Zeus zum Wohle der Menschen eine Geisteshaltung verkörpert, die sich nicht mit dem Instinktleben zufrieden gibt, sondern immer noch weiter nach Vervollkommnung und Erleuchtung strebt.“ (Aus Schicksal und Astrologie, Chiron-Verlag, 2007 „Die Familie im Spiegel des Horoskops“, das bisher tiefste und ernsthafteste Buch dieser genialen Prosa-Stilistin und Astrologin).

Um einen neuen „Raub des Feuers“ wird es auch ganz Prometheus-gemäß in Amerika gehen, denn Energiegewinnung ist dem Feuer gleichzusetzen, das wir den Göttern stehlen. Wir brauchen, so der amerikanische Essayist Friedmann im aktuellen SPIEGEL eine grüne Revolution; zu Recht verlacht er die Europäer mit ihrer kalkulierten Rabattmarkenzählerei, um das Klima zu retten: „Dann gnade euch Gott!“

Es gibt ja die Sitte, dass der scheidende Präsident seinem Nachfolger einen handgeschriebenen Zettel in der Schublade hinterläßt. Ich würde einen Aphorismus von Montaigne für angemessen halten:

„Es gibt nur ein Zeichen für Weisheit:
gute Laune, die anhält …“

und vielleicht diesen noch:

„Das Meisterstück eines Menschen, auf das er besonders stolz sein kann, ist, sinnvoll zu leben; alles übrige, wie regieren, Schätze sammeln, Bauten errichten, sind Nebensachen.“

Wer noch mehr Lust und Zeit hat, den Wassermann-Merkur dieser Fische-Sonne schätzen zu lernen (und voller Faszination starre ich auch auf seinen Neptun in den Fischen!) kann sich auch hier noch lohnend durchlesen:

„In meiner Jugend hat es mich oft geärgert, sehen zu müssen, daß in den italienischen Komödien ein Schulmeister, dort pedante genannt, stets als dummer August dargestellt wurde und daß hierzulande der Titel Magister kaum von ehrenvollerer Bedeutung war; hätte ich mich denn, da ich den Lehrern ja zur Erziehung und Aufsicht anvertraut war, mit weniger begnügen dürfen, als eifersüchtig über ihr Ansehen zu wachen? Ich versuchte deshalb, sie mit dem natürlichen Mißverhältnis zu entschuldigen, wie es nun einmal zwischen dem gemeinen Volk und Männern von ungewöhnlicher, überragender Urteilskraft und Bildung bestehe, weil beider Wege völlig entgegengesetzt verliefen. Mein Latein ging mir aber plötzlich aus, als ich bemerkte, daß die Verachtung der Schulmeister gerade bei den gebildetsten Männern am größten war – unser guter Du Bellay mag als Zeuge hierfür dienen: Der Pedanten Wissen ist, da vorgefaßt, mehr als alles andre mir verhaßt. Dabei handelt es sich um eine antike Überlieferung, denn schon Plutarch sagt, Grieche und Schulgelehrter seien bei den Römern Wörter der Ablehnung gewesen, ja der Verachtung. Mit zunehmendem Alter habe ich dann gefunden, daß dies völlig ins Schwarze traf und tatsächlich die Gelehrtesten nicht die Gescheitesten sind. Wie es aber dazu kommen kann, daß eine an Kenntnis so vieler Dinge reiche Seele hiervon nicht aufgeweckter und lebendiger wird und ein gemeiner und dumpfer Geist die Gedanken und Urteile der hellsten Köpfe, die es auf der Welt je gegeben hat, in sich zu beherbergen vermag, ohne etwas daraus zu lernen und sich zu läutern, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Eine junge Dame, die erste unserer Prinzessinnen, sagte mir, als sie auf eine bestimmte Person zu sprechen kam, wer so viele große und denkstarke fremde Gehirne in sich aufnehmen wolle, müsse zwangsläufig das eigene verengen, zusammenziehen und verkleinern, um den anderen Platz zu machen. Ich wäre fast geneigt, dem zuzustimmen und zu sagen: Wie die Pflanzen an zu viel Nässe eingehen und die Lampen an zu viel Öl ersticken, kommt auch die Tätigkeit des Geistes durch zu viel Studium und Stoffhuberei zum Erliegen, weil er, von der ungeheuren Vielfalt der Dinge bis zur Verwirrung in Anspruch genommen, die Fähigkeit verliert, sich hiervon wieder freizumachen, so daß er unter der Last schließlich krumm und schief wird. In Wirklichkeit jedoch verhält es sich anders, denn unsere Seele weitet sich um so mehr, je mehr sie in sich aufnimmt, und aus den Beispielen des Altertums kann man ersehn, daß gerade umgekehrt die zur Führung der öffentlichen Angelegenheiten fähigen Männer, die großen Feldherrn und die großen Berater der Staatsmänner zugleich bedeutende Gelehrte waren. Was aber diejenigen Philosophen betrifft die sich jeder öffentlichen Beschäftigung enthielten, so wurden wie die Schulmeister auch sie zuweilen durch die ihre Narrenfreiheit nutzenden Komödiendichter der damaligen Zeit der Verachtung preisgegeben, weil sie sich mit ihren Auffassungen und ihrem Verhalten in der Tat lächerlich machten. Wollt ihr, heißt es bei Platon, daß sie über die Rechtslage in einem Prozess oder die Handlungen eines Menschen ihr Urteil abgeben? Sie tun’s, nichts lieber als das! Sie werden gleich noch untersuchen wollen, ob es überhaupt Leben, ob es Bewegung gebe, ob der Mensch sich vom Ochsen unterscheide, wie man Handeln und Leiden zu definieren habe und was für Wundertiere Gesetz und Gerechtigkeit seien. Ganz gleich, ob sie von oder zu einer Amtsperson sprechen, stets nehmen sie sich dabei ungebührliche und flegelhafte Freiheiten heraus. Hören sie, daß man einen König oder ihren eignen Fürsten preist, so ist er für sie nur ein Schafhirt, faul wie ein Schafhirt und ausschließlich damit beschäftigt, seine Herde zu melken und zu scheren, noch viel rücksichtsloser aber als ein Schafhirt. Findet ihr einen größer, weil er zwei Morgen Land besitzt? Gewohnt, die ganze Welt als ihren Besitz zu umfangen, können sie hierüber nur lachen. Rühmt ihr euch eures Adels, weil ihr sieben reiche Ahnherrn vorweisen könnt? Da schauen sie erst recht auf euch herab, denn offenbar wisst ihr euch keinen Begriff vom allumfassenden Wesen der Natur zu machen und vermögt nicht zu sehen, wie viele Vorfahren jeder von uns gehabt hat: Könige und Knechte, Reiche und Arme, Griechen und Barbaren; und wärt ihr der fünfzigste Nachfahr von Herkules, würden sie euch nur für eitel halten, wenn ihr ein solches Geschenk Fortunas ins Feld führtet. So wurden diese Philosophen der Antike vom gemeinen Volk als anmaßende und überhebliche Menschen verachtet, weil sie von den wichtigsten, nämlich alltäglichen Dingen keine Ahnung hätten. Aber das Bild, wie es Platon von ihnen zeichnet, ist weit davon entfernt, auf unsere Schulgelehrten zuzutreffen. Jene standen in Missgunst, weil man sie als dem gewöhnlichen Dasein Enthobene ansah, die jede öffentliche Tätigkeit gering schätzten und ein nach so veralteten wie hochgestochnen Grundsätzen geregeltes, nicht nachvollziehbares Privatleben führten. Diese hingegen verachtet man, weil man sie als unter das gewöhnliche Dasein Gesunkene ansieht, die zur Übernahme öffentlicher Aufgaben unfähig seien und mit ihrem nichtswürdigen Leben und Treiben noch hinter dem gemeinen Volk zurückblieben. Philosophisch reden, doch das Handeln lassen – solche Menschen finde ich fürwahr zum Hassen. Die anderen Philosophen der Antike jedoch waren, wie gesagt, nicht nur groß im Wissen, sondern größer noch in all ihrem Handeln. Von Archimedes, dem Syrakusischen Geometer, berichtet man folgendes: Als er eines Tages aus seinen tiefsinnigen Berechnungen weggeholt wurde, auf daß er davon etwas zur Verteidigung seines Landes in die Praxis umsetze, stellte er prompt ungeheuerliche Maschinen her und erzielte mit ihnen Wirkungen, die alle menschliche Vorstellung übertrafen; dennoch fand er selber solch handwerkliche Tätigkeit verächtlich, weil er meinte, damit die Würde seiner Kunst erniedrigt zu haben, für die seine Apparate nichts als Versuchsobjekte und Spielsachen seien. Genauso verhielt es sich mit jenen Philosophen: Wenn sie gelegentlich ihr Denken durch Handeln beglaubigen sollten, sah man sie einen derartigen Höhenflug nehmen, daß offenbar wurde, wie sehr die Erkenntnis der Dinge ihnen Herz und Seele auf wunderbare Weise geweitet und bereichert hatte. Manche freilich zogen sich, da sie die Zitadelle der politischen Macht von Unfähigen eingenommen sahen, daraus zurück. Als Krates gefragt wurde, wie lange man Philosophie treiben solle, antwortete er: »So lange, bis unsre Heere nicht mehr von Eseltreibern angeführt werden.« Heraklit trat die Königsherrschaft seinem Bruder ab, und den Ephesern, die ihn vorwurfsvoll fragten, warum er statt dessen seine Zeit damit verbringe, vorm Tempel mit Kindern zu spielen, stellte er die Gegenfrage: »Ist das denn nicht besser, als in eurer Gesellschaft die Staatsgeschäfte zu führen?« Diese Philosophen, deren Gedanken hoch über der Welt und ihren Glücksgütern schwebten, fanden Richterstühle und eben selbst Königsthrone niedrig und verachtenswert. So schlug Empedokles die ihm von den Agrigentinern angebotene Königsherrschaft aus; und weil Thales manchmal das Streben nach gewinnträchtigem Wirtschaften geißelte, warf man ihm vor, er verhalte sich wie der Fuchs in der Fabel zu den ihm unerreichbaren Trauben. Da packte ihn die Lust, spaßeshalber den Gegenbeweis anzutreten; zu diesem Zweck würdigte er seine Gelehrsamkeit zur Dienstmagd für die Mehrung von Hab und Gut herab und zog ein Geschäft auf, das ihm in einem einzigen Jahr so große Reichtümer einbrachte, wie sie selbst die in diesem Metier Erfahrensten in ihrem ganzen Leben kaum hätten anhäufen können. Aristoteles berichtet, manche hätten Thales, Anaxagoras und ihresgleichen, weil ihnen die einträglichsten Dinge kaum der Mühe wert gewesen seien, weise, aber nicht lebensklug genannt. Das aber kann (davon abgesehen, daß ich den Unterschied zwischen beiden Worten nicht recht zu begreifen vermag) unseren Schulmeistern keineswegs zur Entschuldigung dienen: Wenn man sieht, welch niedriges, armseliges Los sie in ihrer Unbedarftheit hinnehmen, hätten wir eher Anlass, ihnen beides abzusprechen – sie also weder weise noch lebensklug zu nennen. Jene erste Erklärungsmöglichkeit, nach der die Abstumpfung der Schulmeister von zu viel Studium und Stoffhuberei kommen könnte, lasse ich also fallen und glaube, es ist zutreffender zu sagen, daß sie von ihrer falschen Weise kommt, sich mit den Wissenschaften zu befassen, und daß man sich bei der Art, auf die wir unterrichtet werden, gar nicht zu wundern braucht, wenn weder Lernende noch Lehrer dabei gescheiter werden, sondern allenfalls gelehrter. In Wahrheit zielen Sorge und Aufwand der Väter bei uns auf nichts anderes ab, als den Kopf der Kinder mit Bücherschränken zu möblieren; von Urteilskraft und Tugend hingegen kaum ein Wort! Macht unsere Leute einmal auf einen Passanten mit dem Ruf »Seht, was für ein Gelehrter!« aufmerksam, auf einen andern aber mit dem Ruf »Seht, was für ein Ehrenmann!«, und unfehlbar werden sie Augen und Achtung dem ersten zuwenden. Da müßte ein dritter Ruf ihnen selbst gelten: »Was für Holzköpfe ihr seid!« Meistens fragen wir ja- »Kann er Griechisch oder Latein? Schreibt er Verse oder Prosa?« Ob er dadurch aber besser oder verständiger geworden sei, wäre doch das Wichtigste – und ebendas bleibt auf der Strecke. Erkundigen sollte man sich deshalb, wer das bessere, und nicht, wer das größte Wissen habe. Wir arbeiten ausschließlich daran, unser Gedächtnis vollzustopfen, -Verstand und Gewissen jedoch lassen wir leer. Wie die Vögel zur Brutzeit auf der Suche nach Körnern ausfliegen, die sie dann, ohne sie zu kosten, im Schnabel herbeitragen, um ihre Jungen damit zu füttern, klauben und klauen auch unsre Pedanten unaufhörlich ihr Wissen aus Büchern zusammen, nehmen es aber nur mit gespitzten Lippen auf und spucken es zudem gleich wieder in den Wind. (Überrascht muß ich plötzlich feststellen, wie sehr ich für solche Torheit selber ein Beispiel bin. Tue ich denn im größten Teil dieser Arbeit nicht genau das gleiche? Ich stibitze mir hier und da aus anderen Büchern die mir gefallenden Sentenzen, nicht um sie im Gedächtnis zu speichern, denn ich habe keinen Gedächtnisspeicher, sondern um sie in mein Werk einzubringen, wo sie mir wahrhaftig kein bißchen mehr gehören als an ihrem ersten Platz. Wir sind, davon bin ich überzeugt, Wissende nur des heutigen Wissens, des vergangenen jedoch ebensowenig wie des künftigen.) Das Schlimmste ist, daß auf diese Weise das Wissen unsrer Schulmeister auch ihren Nestlingen und Schülern nicht zum inneren Wachstum und Gedeihen dienen kann, da sie ihrerseits das Erlernte lediglich von Hand zu Hand weiterreichen – zu dem einzigen Zweck, damit zu prahlen und anderen zur Unterhaltung etwas vorzuschwätzen: Wertloses Klimpergeld, zu nichts zu gebrauchen denn zum Zählen und als Spielmarken. Mit anderen zu reden, haben sie gelernt, mit sich selber, nicht. Doch nicht zu reden gilt es, sondern das Steuer zu führen. Die Natur läßt, um zu zeigen, daß nichts Gestaltloses aus ihren Händen kommt, Völker von niedrigster Schulbildung oft geistige Schöpfungen hervorbringen, die es mit den höchsten Werken von Kunst und Wissenschaft aufnehmen können. Wie köstlich illustriert doch das Gascognische Sprichwort „Bouhaprou bouba, mas a remuda lous ditz qu’em“, worauf ich hinauswill: Feste blasen, das klappt, nur mit dem Fingerspiel hapert’s! (Es ist einem Schalmeienlied entnommen.) »So sagt Cicero«, »Dies ist die Ethik Platons«, »Aristoteles behauptet wortwörtlich« – all das kommt uns leicht über die Lippen. Aber wir, was sagen wir denn selbst? Wie urteilen wir selbst? Wie handeln wir selbst? Ein Papagei würde ebensogut daherreden. Unser Verhalten erinnert mich an jenen reichen Römer, der keine Kosten gescheut hatte, für jedes Wissensgebiet Fachleute in seine Dienste zu nehmen; sie mußten ständig um ihn sein, denn sie sollten, wenn sich ihm in der Unterhaltung mit seinen Freunden Gelegenheit zu einer Äußerung über dieses oder jenes Thema bot, sofort für ihn einspringen und ihm bald ein bestimmtes Argument, bald einen Vers von Homer liefern können, jeder aus seinem Jagdrevier. So wähnte er, dieses Wissen sei, da er es im Kopf seiner Leute habe, sein eignes. Das gleiche tun jene, die ihre prächtigen Bibliotheken für sich denken lassen. Ich kenne einen, der jedesmal, wenn ich etwas von ihm wissen will, ein Buch von mir verlangt, um mir die Antwort darin zu zeigen; und wenn er die Krätze im Hintern hätte, würde er sich nicht getrauen, mir das zu sagen, ohne vorher im Lexikon nachzusehen, was Krätze ist, und was Hintern. Wir nehmen die Meinungen und das Wissen anderer in Obhut, das ist alles. Es gilt aber, sie uns anzueignen. Wir gleichen insoweit einem Mann, der, wenn er Feuer brauchte, es sich bei seinem Nachbarn holen ginge und nun, da er dort ein schönes, großes brennen sähe, zum Aufwärmen daran sitzen bliebe und hierüber ganz vergäße, ein Stück Glut nach Hause zu tragen. Was nützt es, uns den Wanst vollzuschlagen, wenn wir’s nicht verdauen? Wenn die Speisen sich in uns nicht transformieren? Wenn sie uns nicht größer und stärker machen? Meinen wir denn, daß Lukullus, den nicht eigene Erfahrung, sondern das Lesen literarischer Werke zum großen Heerführer ausbildete, diese nach unserer Art aufgenommen habe? Wir verlassen uns derart auf die Kraft anderer Arme, daß wir die unsren entkräften. Will ich mich gegen die Todesfurcht rüsten? Gewiß – mit der Rüstung Senecas! Suche ich Trost für mich oder jemand anders? Rasch ist er von Cicero. Geborgt! Wäre ich aber darin eingeübt worden, hätte ich ,ihn aus mir selbst geschöpft. Dieses erschnorrte, aus zweiter Hand stammende Bescheidwissen liebe ich nicht. Auch wenn uns die Gelehrsamkeit anderer gelehrt machen sollte Weise sein können wir nur durch unsre eigene Weisheit. Den Weisen find‘ ich hassenswert, der Weisheit nicht sich selber lehrt….// Nichts weiß der Weise, wenn er nicht mit Fleiß, durch Weisheit selber sich zu läutern weiß…// …wenn haltlos er nach Mammon giert, und feige wie ein Lamm sich führt. Es ist nicht damit getan, uns Weisheit zu erwerben, wir müssen uns ihrer auch bedienen.“

„Essai Buch I – Über die Schulmeisterei – Erster Teil“

Geschichte

Plejaden wechseln das Zeichen

plejaden

Bild: Nasa (ohne copyright)

Manilius scheint die Plejaden für das weibliche im Stier gehalten zu haben. Wie immer, macht es Vergnügen, dem Text zu folgen:

„Wenn der Stier, verkehrt und nach vorn gesunken, emporkommt,

führt er im sechsten Grad die um Lichtstärke eifernden Schwestern

mit, die Plejaden. In ihrem Hauche erblickt der Sonne

nährendes Licht die Anhängerschaft von Baccus und Venus

und obendrein die bei Festmahl und Tafelgelagen frivolen

und auch im beißenden Witz die Fröhlichkeit suchenden Seelen.

Um ihre Kleidung sowie um den Schmuck ihrer Stirn werden diese

immer sich sorgen: die Kräuselhaare in Wellen zu legen …

… Lieben ist immer zu wenig: sie wollen als Liebhaber gelten.

Wenn dann der Zwilling verschwisterte Sterne zum Himmel emporträgt …“

Übersetzung Wolfgang Fels

Für Hesiod, der sechhundert Jahre früher schreibt, sind sie Teil eines Bauernkalenders:

„Wenn das Gestirn der Pejaden, der Atlastöchter, emporsteigt,

dann beginne die Ernte, doch pflüge, wenn sie hinabgehen.

Vierzig Tage und Nächte hindurch sind diese verborgen

Doch wenn im kreisenden Laufe des Jahres sie wieder erscheinen,

Dann beginn die Sichel zur neuen Ernte zu wetzen!

(Zitat aus Van der Waerden, Astronomie, Verse 609-611)

Abgebildet finden wir sie in Höhle von Lascaux – Wikipedia, und dort wurde schon Astrologie betrieben, das sind 30 000 Jahre. Sie spielten bei der Ausrichtung der Maya-Pyramiden eine zentrale Rolle, und ihre Lageveränderung durch die Präzession hat die Maya bewogen, ganze Städte aufzugeben. In Mesopotamien stand das Siebengestrin für den Monat „Gu(sisa)“ und wurde mit den „Großen Göttern“ in Verbindung gebracht, denen wir in der ältesten griechischen Mythologie auf Samothraki (Σαμoθράκη) begegnen. Die Beschreibung der „weiblichen“ Art der Plejaden bezieht Manilius auf den Aufgang des Subaru (japanisch) Gestirns am Osthorizont. Und nun sind wir Zeuge, wie die Plejaden ins Tierkreiszeichen Zwillinge wechseln. So wird es Zeit, sich ihrer Bedeutung neu anzunehmen, die die Astrologie all zu lange aus dem Blick verloren hat. Demnächst mehr dazu in diesem Blog.

Wer diesen Blog schon länger beobachtet, wird festgestellt haben, dass es eine rege Diskussion mit Wissenschaftlern und Astronomen gibt, die zwar nicht immer erfreulich ist, doch allein dass es sie gibt, kann schon als positives Zeichen gewertet werden. Hier möchte ich wiederholt besonders auf den Wissenschafts-Blog von Florian Freistetter hinweisen.

Dr. Freistetter hat einen lesenswerten Post zu den Sternbildern verfasst: Sternbilder und Sternzeichen | Astrodicticum Simplex | ScienceBlogs.de – Wissenschaft, Kultur, Politik

Seiner Anregung folgend hier dieser Post:

… – wie wärs mal mit einer Serie über deine „Theorie“ der Astrologie? Wäre sicher interessant.“

Dr. Freistetter stichelt immer gern auch ein wenig (Merkur ist im Skorpion), und hat auch konkrete Vorstellungen, auf die wir eingehen müssen:

„Und ich habe nie daran gezweifelt, dass die Astrologen sich Erklärungen zu dem Problem der Präzession ausgedacht haben. Vermutlich gibt es auch „gute“ astrologische Gründe, warum in den Horoskopen die Stellung der Planeten überhalb bzw. unterhalb der Ekliptik ignoriert wird?“

Ich nehme diese Anregung hier auf, denn gerade die Theorie der Astrologie interessiert mich sehr und mein Blog ist voll davon, es gibt diesen Blog gewissermaßen nur deshalb, weil mich genau das bewegt. Den einzigen mir bekannten Ansatz einer Philosophie der Astrologie hat der Karlsruher Professor Marc Jongen angekündigt, dessen äußerst lesenswertes Buch „Das Wesen spiritueller Erkenntnis“ vielversprechend ist. Es gibt auch wirklich in der Astrologie offene Fragen, und nicht zu knapp! Die Stellung der Planeten unterhalb und oberhalb der Ekliptik ist es nicht. Im Gegenteil, die ist sogar sehr bedeutend und in jedes gute Astrologieprogramm integriert. Man nennt es Planetenknoten, und der gebräuchlichste ist der Mondknoten. Ein Spezialist für Plantenknoten ist der Nürnberger Astroconsultant Peter Schübel. Gerade jetzt bei der Wahl Obamas schauen viele Astrologen auf die Konjunktion der Mondknotenachse mit Obamas Sonne. William Lillys Werk ist voll von weiteren Hinweisen über die Höhe der Planeten in Bezug auf die Ekliptik. Astrologen sind – sofern sie an Erkenntnis interessiert sind – Menschen, die staunend vor einem uralten und gewachsenen System stehen, das mit ihren Erfahrungen korreliert. Dies versuchen sie sich dann zu erklären und daraus Hinweise zu gewinnen. Es gibt aber in der Astrologie keinen „Papst“, der verbindliche Regeln bestimmte. Nostradamus betrieb eine ganz andere Astrologie als Kepler. Jeder Mensch, der sich damit beschäftigt, betritt ein Gebäude, an dem sie/er selbst weiterbauen muß, wenn Verständnis sich einstellen soll. Die Geschichte der Astrologie zeigt, dass die jeweilige Astrologie oft ein Portrait der Geisteshaltung der Zeit ist. Besonders interessant ist die Renaissance. Das System, welches Manilius in seiner von Kaiser Augustus in Auftrag gegebenen „Astronomica“ in Versen niedergelegt hat, unterscheidet sich dennoch nicht wesentlich von der Astrologie, die wir heute betreiben. Die „vedische“ Astrologie, die in Indien auf den Dörfern und Städten immer noch und wieder den Status einer allgemein anerkannten Institution hat, rechnet die Präzession um, braucht dafür jedoch den tropischen Tierkreis als Bezugssystem. Es gibt also mit ihr eine Differenz, aber es ist keine, mit der das System selbst in Frage gestellt würde, denn die Gemeinsamkeiten überwiegen bei weitem. Allerdings fehlen der „vedischen“ Astrologie die neuen Planeten Uranus, Neptun und Pluto, Chiron (der bei uns aus bestimmten Gründen Planetenstatus hat), die „unsere“ westliche Astrologie völlig revolutioniert haben. Dabei ist deren Integration in das „Lehrgebäude“ immer noch nicht abgeschlossen. Was jedoch dazu gekommen ist, hat um so bedeutendere Auswirkungen, weil die ältesten bekannten Tierkreise über 12000 Jahre alt sind, und wir können Zeuge und Mitgestalter einer unglaublichen Erweiterung und Veränderung sein. Der Astronom Herschel, der den Planeten zuerst „bewußt“ entdeckte, lebte fast auf den Tag genau so lang, wie dieser Planet braucht, um seine Runde durch den Tierkreis zu vollenden. Und fast ebenfalls auf den Tag genau eine Runde später wurde Neptun wiederentdeckt (denn schon Gallileo hatte ihn am 28.12.1612, 4:00h wahre Ortszeit, Florenz, höchstwahrscheinlich gesehen, jedoch nicht erkannt).

Die oben abgebildeten Plejaden kann man Mitte November besonders gut ohne optisches Werkzeug beobachten. „Der volle Mond geht am 13. um 15 Uhr 47 MEZ auf, die Sonne geht am gleichen Tag um 16 Uhr 14 unter. Rund zwei Stunden später um 18 Uhr sollten die ersten Sterne zu sehen sein. Zu dieser Zeit hat der Mond einen Abstand von 1,7 Grad zum Hauptstern der Plejaden: Alcyone. Um 21 Uhr bedeckt der Mond Alcyone, während um 24 Uhr der Abstand schon wieder 1,6 Grad beträgt. Der Mond geht am 14. um 9 Uhr 26 MEZ unter.“ Zitat aus: Der Himmel über Berlin

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Merkur in Zwillinge oder der doppelte Christoph

William-Adolphe Bouguereau („Charity“ – 1859)

Liebe Leser,

Nürnberg – 20:59, es gibt wegen des Wetters rein gar nichts auszusetzen. Jedenfalls hier nicht. Dafür ein anderes interessantes Thema: Namen und Magie. Folgendes hat sich zugetragen. Heute morgen rief eine Klientin an, die mit mir einen Termin ausmachen wollte, eben hatte sie ihre Geburtszeit gefunden. Ich kenne sie seit Jahren. Sie hat einen Sohn namens Christoph, der seit einiger Zeit bei seinem Vater lebt, der nun, obwohl er selbst nie einen Pfennig Unterhalt bezahlt hat, plötzlich, weil der Sohn bei ihm lebt, von ihr, der Mutter, Unterhalt verlangen kann, schlicht weil sie hat, was er nie hatte. Gut, wir machen also diesen Termin aus. Ich bin nachmittags unterwegs, um ein Fahrrad abzuholen, dass ich bei ebay für meinen Sohn erstand, und begegne, indem ich an der Merkur-Apotheke am Aufsessplatz vorbei radle einem alten Bekannten: Christoph, jedoch nicht dem Sohn meiner Klientin, sondern einem Musiker-Kollegen, mit dem ich vor Jahren einmal in einer Band gespielt habe. Ich radle also weiter, und treffe meinen jüngsten Sohn vor seiner Wohnung. Er hat natürlich schon vor Wochen und zum x-ten Mal seinen Haustürschlüssel verloren, Mama, Schwester, Bruder sind ausgeflogen, und er kommt nicht rein. Prima, denke ich mir, nehme ich den gleich mit zu mir. Er ist aber konkret pubertierend und es kostet Überredungskraft, ihn zu mir zu bringen, wo es frischen Apfelsaft, eventuell ein Mittagessen und unter Umständen ein Schach-Spiel gibt. Während wir also noch laufen, sehe ich plötzlich ein mir bekanntes Gesicht: „Kennen wir uns?“ Es ist Christoph, doch nun tatsächlich der Sohn meiner Klientin, mit der ich eben diesen Morgen telefoniert hatte, auf den Stufen einer Treppe sitzend, mit einem Freund, wo er den „Bund der Naturfreunde“ sucht. Hm … ? Christoph erkennt eher mich, als ich ihn; er hat sich sehr verändert, und zwar zu seinem Vorteil. Nun ist Nürnberg nicht klein genug, um alle Nasen lang den Kindern von Müttern zu begegnen, mit denen man am selben Morgen telefoniert hat. Was mir jedoch zu denken gibt, ist der doppelte Christoph. Dieses Rätsel – denn die beiden waren in der selben Straße – einer dritten Person vorgelegt, sagt ihr natürlich nichts, denn solche Koinzidenzen, obwohl sie jeder ständig erlebt, sind einem Dritten in ihrer Exklusivität nicht vermittelbar. Nun kommt aber zu all dem noch hinzu, dass ich mit einer lieben Klientin am Tag zuvor ein Gespräch hatte über vermehrt auftretende Dopplungen. Ihr sei, so berichtete sie, ihr Wagen zweimal an dem selben Teil kaputtgegangen, und auch sonst würden sich Dinge in zweifacher, gedoppelter Gestalt augenblicklich durchaus in ihr Leben drängen. Ich kann mir darauf durchaus einen Reim machen. In Bezug auf den doppelten Christoph ist es folgender: die Verbindung zu seiner Mutter am Morgen hat ein Feld ausgelöst, dass – wir könnten es nach Rupert Shelldrake morphogenetisches Feld nennen – die Energie „Christophs Mutter“ beinhaltet, zusammen mit der Vorstellung von familiärer Sorge und Freundschaft. Da dieses Feld stark ist (wir haben eine Subsistenz Beziehung, das heißt, ich ernte im Herbst bei ihr Mirabellen, sie bekommt dafür das Horoskop erklärt (Interessenten mit Obstbäumen bitte melden …!) fällt mein Freund Christoph, der Musiker, ebenso darunter, wie ihr Sohn, ebenfalls Christoph. Dem Vorgang kann also ein Hinweis auf die Funtionsweise der Sprach-Magie entnommen werden: es scheint weniger bedeutend zu sein, welcher Christoph in der Ansammlung dieser Buchstaben gefunden werden kann, sondern allein, dass es ein Christoph ist. Demnach hätte Platon recht, dass Namen eben mitnichten Schall und Rauch sind, sondern es eine höhere, wirklichkeitsgestaltende und lautempfängliche Ebene gibt, die auf bestimmte Lautfolgen in Kombination mit einer bestimmten emotionalen , authentischen Kraft auf eine kräftige, wirklichkeitsgestaltende Art reagiert. All dies sicherlich nicht zufällig, wenn Merkur in Zwillinge steht, mit einem Quadrat zu Uranus und einem Trigon zu Neptun. Und schließlich: auch unser gestriger Blick auf Jesus Christus gehört zu den potenzierenden Aspekten einer solchen Sicht.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Termin