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Neptun-Uranus Rezeption

erde-und-neptunFotomontage: NASA

“ … als Le Verrier damals die Bahn des Uranus untersucht hat, hat er auch festgestellt, dass Neptun sich nicht so bewegt, wie es die Gravitationstheorie vorhersagen würde. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Theorie falsch war. Sondern nur, dass da etwas war, dass man vorher noch nicht kannte und dessen Einfluss man deswegen auch nicht berücksichtigen konnte. In diesem Fall war das der Planet Neptun. Genau so war es mit der dunklen Materie. Die Astronomen können „sehen“ dass sie da ist – eben weil sie (auch wenn sie nicht leuchtet) gravitativ wirkt. Und diese gravitative Wirkung macht sich in der Bewegung der sichtbaren Sterne bemerkbar.“

So schreibt Dr. Florian Freistetter am 4.12.08 in seinem Sience-Blog. Nun müssen wir anfügen, dass jenes kleine Wörtchen „… war es mit der dunklen Materie …“ nicht zutreffend ist, sondern man forscht diesbezüglich, und abgesehen von einer großen Unwägbarkeit und einer Vermutung gibt es gar nichts. Solche Täuschungen sind jedoch typisch für das astrologische Wirken des Neptun.

Wirklich interessant ist, dass Neptuns Entdeckung aufgrund der Abweichungen von Uranus Umlaufbahn von zwei Mathematikern zeitgleich und unabhängig voneinander vorbereitet wurde. Gesichtet wurde Neptun wohl am 23. November 1846. Da stand er wie heute im Wassermann und pflegte eine Konjunktion zu Saturn, als hätte er den gebraucht, um in die Welt der festen Dinge hineinzukommen. (Wir kennen Neptun also noch keinen Umlauf lang durch den Tierkreis, und werden dies am 3. Mai 2009 zum ersten Mal erleben!) Die beiden Mathematiker, die damals die Vorarbeit zur Sichtung leisteten, hießen Urban Le Verrier, geboren am 11. März 1811 um 10:00 AM in Saint-Lô, Frankreich:

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le-verrier… und John Coach Adams (geb, 5. Juni 1819 in Leneast, Cornwall, GB). Wir können erkennen, dass Neptun zur Zeit seiner Entdeckung (Wassermann 25.20°) im Haus 10 von Le Verrier stand, und dazu im genauen Quadrat zu Jupiter im 12. Haus im Stier: dem Unendlichen Substanz (Jupiter, Stier, 12) geben, und dabei Wissen und Bewußtsein erweitern, allerdings in Form eines kollektiven Wettstreits. Dabei zeigt sein Geburtsbild, genau wie zur Entdeckung des Planeten Neptun, ebenfalls eine Konjunktion Neptun-Saturn.

Zeitgleiche Entdeckungen sind in der Wissenschaft keine Seltenheit. Das Periodensystem der Chemie selbst wurde 1869 nahezu gleichzeitig und unabhängig voneinander von Dmitri Ivanovitch Mendeleiev, 8. Februar 1834 in Tobolsk, Russland und Julius Lothar von Meyer (19. August 1830, Oldenburg) begründet. Ähnliches wird von der Entdeckung des Aids-Virus berichtet. Luc Montagnier (geboren am 18. August 1932 um 2:00 AM in Chabris, Frankreich) und Robert Gallo (geb. 23. März 1937 in Waterbury, CN) USA entdeckten das Virus zeitgleich.

Der Zusammenhang zwischen allen drei Entdeckungen (Virus, Chemie, Planet selbst) ist astrologisch als Neptun-Zuordnung eindeutig klassifiziert (das Penicillin könnte man auch noch benennen, doch da ist die Geschichte uneindeutig).

Merkwürdig genug sind diese „Zwillingsentdeckungen“, die von rein materiell denkenden naiven Realisten (als Denkrichtung, nicht als Beleidigung gemeint!) dem Zufall zugerechnet werden. Uns Astrologen ist dies – das scheinbar Zufällige – und weit mehr Forschungsmaterie. Interessant und bedeutungsvoll ist auch das Horoskop des Uranus Entdeckers William Herschel, welches ich in unterer Grafik mit seinem Todestag in ein Synastriebild kombiniert habe (zum Vergrößern zwei mal draufklicken):

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William Herschel, geb. am 15. November 1738 in Hannover, gest. am 25 August 1822 Sough

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Abgesehen davon, dass dieses Portrait optisch den Skorpion reinsten Wassers zeigt (Waage-AC scheint mir auch möglich), bietet das Horoskop seines Todeszeitpunkts die gradgenaue Konjunktion von Uranus zu Uranus Radix, eben jenes Planeten, den er entdeckt hat. Herschel wurde genau so alt, wie der von ihm entdeckte Planet Uranus für einen Umlauf braucht. Und auch die Neptun Korrelation zeigt sich im Horoskop, nämlich durch eine Opposition des laufenden Neptun zum Geburtsneptun. Was jedoch nicht verwunderlich ist, weil die beiden Planeten rhythmisch miteinander „tanzen“. Den Krebs-AC habe ich auf die rhythmische Auslösung (nach Döbereiner) seines Uranus erstellt, reine Spekulation, aber doch auch Forschung. Man/frau beachte auch die gradgenaue Mondknoten-Opposition zum Todestag.

Kommen wir zurück auf den Anfang unseres Posts, wo ein Astronom, Dr. Freistetter, versucht, die Neptun-Entdeckung anlog zur „Entdeckung“ der „dunklen Materie“ (Spekulation) zu setzen. Wer so etwas macht, wird dabei – wen wunderts – von Neptun beeinflußt, das bedeutet verwirrt. Denn Neptun ist astrologisch nicht nur Chemie, Viren, der Schleier und positiv der Regenbogen, sondern auch die Täuschung! Mit Herr Dr. Freistetter ist nun freilich nicht gut Kirschen essen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Esoterik zu bekämpfen. Sprechen wir jedoch von „dunkler Materie“, so sprechen wir von geschätzten 95% des gemessenen und gewogenen Universums! Abgesehen davon, dass das wirklich sehr spekulativ ist, müssen wir auch feststellen, dass ein Fehlerquotient von 95% wohl oder übel den kosmologischen Rechnungen zugrunde liegen muss, nach denen eben gerade die Existenz der sogenannten „dunklen Materie“ als Hypthese postuliert wird. Dies freilich kommt Naturwissenschaftlern mit der Hoffnung auf CERN-Ergebnisse nicht mehr selbstkritisch zu Sinn, weshalb sie einen erstaunlich großen Teil ihrer Zeit dem Kampf gegen die „Esoterik“ widmen. Auch glauben Sie, die quantenphysikalischen Messungen schon verstanden zu haben, und lassen sich gern zu einem jovialen Ton herab, wenn sie mitbekommen, dass man nicht in ihrem Sujet promoviert hat. Allein, dass namhafte Vertreter ihres eigenen Faches dies anders sehen, wird verdrängt:

„Viele Physiker hofften, dass die Welt in gewissem Sinne doch klassisch sei – jedenfalls frei von Kuriositäten wie großen Objekten an zwei Orten zugleich, doch solche Hoffnungen werden durch eine Serie neuer Experimente zunichte gemacht“, sagte der dieses Jahr verstorbene Physiker und Nobelpreisträger John Archibald Wheeler.

„Unsere Gedanken, unser Wille, Bewusstsein und Empfindungen weisen Eigenschaften auf, die als Merkmale des Geistigen bezeichnet werden können. Damit sind Intentionalität, Nicht-Lokalität, Nicht-Kopierbarkeit, Nicht-Kommunizierbarkeit usw. gemeint. Der Geist ist also im wahrsten Sinne »nicht zu fassen«. Geistiges lässt keine direkte Wechselwirkung mit den bekannten naturwissenschaftlichen Grundkräften – wie Gravitation, elektromagnetischen Kräften etc. – erkennen. Auf der anderen Seite aber entsprechen diese Eigenschaften des Geistigen haargenau denjenigen Charakteristika, die die äußerst rätselhaften und wunderlichen Erscheinungen der Quantenwelt auszeichnen“,

so schreibt Dr. Christian Hellweg, der praktischerweise Physik und Medizin studiert hat, und vielleicht etwas tiefer blicken kann. Und Dr. Hans-Peter Dürr, der ehemalige Leiter des Max-Planck-Instituts für Physik in München …

“ … vertritt heute die Auffassung, dass der Dualismus kleinster Teilchen nicht auf die subatomare Welt beschränkt, sondern vielmehr allgegenwärtig ist. Mit anderen Worten: Der Dualismus zwischen Körper und Seele ist für ihn ebenso real wie der “Welle-Korpuskel-Dualismus” kleinster Teilchen. Seiner Auffassung nach existiert ein universeller Quantencode, in der die lebende und tote Materie eingebunden ist. Dieser Quantencode soll sich über den gesamten Kosmos erstrecken.“ (Readers Edition)

All diese Dinge sind astrologisch gesehen Neptun-Phänomene: das Nicht-Wissen, ob es sich um Welle oder Teilchen handelt, die Veränderung der Ortsbestimmung von Photonen allein durch Beobachtung, Nicht-Lokalität, ect. Und dass sie so sehr in den Vordergrund rücken, mag der anhaltenden Neptun-Uranus Rezeption geschuldet sein (einer im Zeichen des anderen), die wie eine Durchdringung und Verstärkung wirkt.

Wir können uns darauf vorbereiten, wenn unsere Physiker endlich den objektiven Beweis ihrer Grenzen gefunden (bzw. begriffen) haben werden, ihnen freundlich und interessiert zur Seite zu stehen mit den erstaunlichen und fast unerforschten Tiefen der Astrologie und des Bewußtseins. Wir wissen als Astrologen sogar, wann dies sein wird: wenn „Butter bei die Fische geht“, also 2012 ff., wenn Neptun in die Fische geht!

Fotos, Fragen, Geschichte, Mond, Personen, Weltbild

Widder-Mond

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Foto Markus Termin © 08.12.08 0:25 NBG

Nürnberg 21:17 – untere Horoskope zeige ich ausnahmsweise nicht, um einen besonderen „Fall“ zu besprechen, sondern wegen der Übereinstimmung von Mond und Aszendent. Schon öfter habe ich hier erwähnt, wie bei der überwiegenden Mehrzahl meiner KlientInnen mindestens eine deutliche Übereinstimmung zwischen Geburtshoroskop und dem Zeitpunkt der Kontaktaufnahme zu beobachten ist. Sehr häufig (80%) ist es der eigene Aszendent. Wir sehen oben das Geburtsbild der Klientin, unten den Zeitpunkt ihres Anrufes, das sogenannte Stundenhoroskop. Die in diesem Fall vorliegende, doppelte Übereinstimmung, Mond und Aszendent, bestätigt denn auch den knappen Krebs-AC der Klientin.

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Ich kann noch verraten, dass es sich um eine Haus 5 Frage handelte, und Venus war gerade dabei, das Zeichen zu wechseln. Schon jetzt steht sie auf 1° Wassermann (dazu die Tage mehr, ich bin da Spezialist!).

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Foto Markus Termin © 08.12.08 16:26 NBG

Eine wirklich geniale Beschreibung zu Mond im Widder findet sich bei Randolf Schäfer. „Verweilen“ Mond im Widder-Menschen „in Passivität, meldet sich im Inneren eine bewertende Instanz, die ständig beobachtet, was sie jetzt gerade tun, und ob dies mit ihrem aktiven Persönlichkeitsempfinden konform geht. Das bedeutet, dass sie in Phasen der Erschöpfung sich selbst nicht annehmen können und sich unwert empfinden.“ … „denn sehr schnell kann es geschehen, dass sie sich energetisch vollkommen überfordern.“ Sie sind in ihrem Muster einsam, und es scheint ihnen, als würden sie gegen die ganze Welt antreten.“ Oskar Adler schreibt ausnahmsweise einfach und deutlich: „Sich nichts gefallen lassen, unter allen Umständen lieber Hammer als Amboß zu sein, ist der Lebensgrundsatz den der Mond im Widder vertritt.“ Der dritte Gewährsmann, Michael Roscher, spricht vom „auffälligen Bemühen, der Nativen, der Umwelt gegenüber keine Schwäche preiszugeben“, so wie von einem „ständig erhöhten Adrenalinspiegel.“ Daraus resultiert für Schäfer und Roscher eine erhöhte Neigung zum psychosomatisieren von Konflikten. Oftmals der einzige Ausweg, wenn die Gefühle im Dampfdrucktopf stecken. Freilich kommt es dann noch auf die Sonne und alle anderen Planeten an.


Fotos, Weltbild

Déjà-vu

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Foto Markus Termin ©

Nürnberg 22:40 – einer der bemerkenswertesten Wissenschaftler unserer Zeit ist sicherlich der Biologe Rupert Sheldrake, geboren am 28. Juni 1942 um 18:00 PM in Newark-upon-Trent (United Kingdom).

Rupert Sheldrake Online – Homepage

sheldrake
Sheldrake war bereits in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts aufgefallen, dass das Konzept der Evolution, wie es gegenwärtig gedacht wird: als das materielle Ergebnis geistlosen Zufalls nämlich, so nicht stimmen kann. Ein Dinosaurier, dessen Fossilien man entdeckte, war unserem Nashorn so auffällig ähnlich, dass es den Anschein hatte, es imitierte das Nashorn geradezu, oder dieses jenes. Man nennt einen solchen Vorgang Mimikry. Er ist in der Natur weit verbreitet, und ist oft dermaßen verblüffend exakt – Insekten, die aussehen, wie Kolibris, Wespen, die aussehen, wie Blumen, und Blumen, die aussehen, wie Wespen – dass man sich die Frage stellt: „Ja, woher weiß denn die Blume, dass sie sich evolutionär so zu entwickeln hat, dass sie perfekt der Optik eines Wespenweibchen ähnelt? Dies mit Mutation und Selektion und dem Faktor „Zeit“ allein zu erklären, wie es heute immer noch versucht wird, grenzt an Ignoranz gegenüber der Natur. Rupert Sheldrake führte deshalb in die Diskussion den Begriff der „Morphischen Resonanz“ oder der „Morphogenetischen Felder“ ein. Er versteht das Universum als ein schöpferisches, und Telepathie, deren Erforschung er sich widmet, seit Pluto über seinen AC ging, ist für ihn, wie für jeden anderen Besitzer eines Haustiers, eine Tatsache. Man kann sich auch über die Frage, was Zeit ist, nicht unterhalten, wenn man nicht die nahezu allen bekannten Phänomene des sogenannten Déjà-vu-Erlebnisses in Betracht zieht. Das kennt jeder: man/frau ist irgendwo, hat aber das Gefühl, die Szene schon zu kennen. Mir ging es am Wochenende mit einer Szene so, die unteres Bild nur sehr unvollkommen wiedergibt:

img_28492Foto Markus Termin ©

Wir sehen eine Kirche im Niederbayerischen. Dort aber kein Gottesdienst, sondern ein Konzert mit Bläsern – fünf Ärzte haben sich zusammengetan. Das ganze in Neuhaus am Inn in einer Klosterkirche auf einer Insel (also Haus 12 hoch drei!). Gegenstand meines Déjà-vu-Erlebnisses war nicht das Konzert selbst – die „Ärzte“ spielten durchaus keine Kirchenmusik, sondern Jazz, Klassiks, Beatles – sondern nur die unscheinbare Figur rechts neben dem Altar. Man kann es nicht erkennen, aber sie ist die professionelle Schlagzeugerin der Gruppe, eine Japanerin oder Chinesin. Ihr Auftritt in einer Kirche mit genialem Schlagzeugsolo passte überhaupt nicht in den Rahmen der Veranstaltung. Nun weiß jeder, dass Träume oft besonders absurde Szenen darstellen. Bei diesem Traum war ich mir absolut sicher, dass er vollkommen absurd war, etwas ganz Außerweltliches darstellte. Durch vorangegangene Déjà-vu-Erlebnisses geschult, habe ich mir jedoch angewöhnt, besonders absurde Träume aufzuzeichnen. Diesen, von der japanischen Schlagzeugerin in einer niederbayerischen Kirche, träumte ich vor fast genau einem Jahr. Die Aufzeichnungen sind recht detailiert: ihre schwarze Kleidung, den Standpunkt in der Ecke der Kirche, etc. Oft wird Déjà-vu geleugnet als besondere Form der vertrauten Nacherinnerung. Nun kann ich mir aufgrund der Aufzeichnung sicher sein: das ist mehr. Erkläre mir jemand: was ist Zeit, wenn es möglich ist, ein Jahr voraus in die Zukunft zu träumen? Wie schnell muss ein Bild, ein Gedanke, ein Gefühl aus der Zukunft sein, wenn es die Schranke der Vergangenheit überwindet? Fast alle Menschen haben solche Erlebnisse, es ist nicht Besonderes. Doch seit wir in einer Welt leben, in der nur das gelten soll, was man auch tatsächlich wiederholbar beweisen kann, haben die Menschen den Respekt vor der Wahrheit und dem Geist nicht mehr recht gepflegt. Sie sind eingeschüchtert, und trauen sich nicht, von dem zu sprechen, was sie wirklich erleben. Oder wenn, dann nur unter vorgehaltener Hand und im Umstand des „Wunders“.

Personen, Weltbild

Theodor W. Adorno


Liebe Leserinnen und Leser,

Nürnberg 14:43 – geboren am 11. September 1903 um 5:30 AM in Frankfurt am Main. Dieses Jahr wäre er hundertfünf geworden. Seinem Gedenken steht nun ein weltgeschichtlich sperriges Datum im Weg. Vielleicht auch daher eine etwas zu späte astrologische Würdigung.

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TWA, wie sie ihn nannten, hatte allerdings etwas gegen die Astrologie. Er schreibt ziemlich böse über den „Okkultismus“, wie er es nannte, und hatte dabei keine Ahnung, was Astrologie eigentlich ist. Auch, wenn er wirklich sehr böse über sie redet, kann man ihm verzeihen, denn man versteht sein Motiv und die immerhin ehrenvolle Absicht. Dabei offenbart er sich geradezu in jedem seiner Sätze – und fast alle kann man zitieren, denn er komponiert musikalisch – als doppelte und dreifache Jungfrau, unterwegs zu seinem Fische-Gegenpol:

„Keine Verbesserung ist zu klein oder geringfügig, als dass man sie nicht durchführen sollte. Von hundert Änderungen mag jede einzelne läppisch und pedantisch erscheinen; zusammen können sie ein neues Niveau des Textes ausmachen.“ (Minima Moralia, 51)

Die imposante Pluto-Uranus Opposition zwischen Haus 4 und 10 gibt einen trefflichen Eindruck des Spannungsfeld zwischen Herkunft und Berufung an, und zeigt, wie hoch das Niveau eines (magisch-tonal) kämpfenden Geistes (Mars im Skorpion) sein kann, wenn er in der Lage ist, starke Spannungen kreativ zu „disziplinieren“. Mit der persönlichen Achse Haus 1 – Haus 7 bekommen wir aber auch einen Einblick in die unsere gegenwärtige Zeit mit der Opposition Saturn-Uranus – eben die Zeichen Jungfrau und Fische bewegende Gegensätze, die sich mitten durch Adornos „Wesensachse“ zogen. Sie sind signifikant für seine Auseinandersetzung von Nutzen und Materialismus kontra Geist, den wir ebenfalls überaus real austragen! Seine durch Gustav Mahlers Musik gestiftete Freundschaft mit dem Fische-Geborenen Hans Wollschläger (17. März 1935 in Minden) kann als gelebte Sehnsucht nach dem persönlichen Gegenpol verstanden werden:

“ … es streifte durchaus manchmal das Groteske, nämlich wenn er auch auf Bagatellen in einer Weise ansprach, als müsse er sich fachgutachtlich äußern. Die Überführung in komplexe Syntax und Begriffe stellte in der Sache selber Ordnung her, Struktur; sein Formsinn war lebensbeherrschend. „Schaun Sie, da müssen wir akkurat sein“, sagte er öfter, und in Wien mit leicht wienerischem Tonfall, sich selbst ironisierend; …“ (Hans Wollschläger „Moments musicaux“ S.11)

Ihn als das Gewissen des intellektuellen Nachkriegsdeutschland zu bezeichnen, mag allenfalls auf Grund der Rollenzuweisung eine Zumutung für ihn gewesen sein; eine Tatsache war es gewiss.

Mit Max Horkheimer (14. Feb 1895, Zuffenhausen) schrieb er „Die Dialektik der Aufklärung“

„Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils. Das Programm der Aufklärung war die Entzauberung der Welt. Sie sollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen.“

Es scheine nur so, als ob das aufgeklärte Weltbild dem mythischen überlegen sei. In Wahrheit seien diese beiden Ansätze sehr eng miteinander verwandt. Das Ideal der Aufklärung ist die rationale Erklärung der Welt um die Natur zu beherrschen. In ihr werde der Begriff durch die Formel ersetzt. Durch die argumentative Verteidigung der mythischen Weltdeutung werde das Prinzip der Rationaliät der Aufklärung schon anerkannt. Dadurch werde sie in jeder Auseinandersetzung mächtiger. „Als Sein und Geschehen wird von der Aufklärung nur anerkannt, was durch Einheit sich erfassen lässt; ihr Ideal ist das System, aus dem alles und jedes folgt. Alle Götter und Qualitäten sollen zerstört werden. Dabei übersieht sie, dass die Mythen schon ein Produkt der Aufklärung sind.“ „Als Gebieter über Natur gleichen sich der schaffende Gott und der ordnende Geist.“ Sie haben die gleichen Wurzeln, denn „Mythen wie magische Riten meinen sich wiederholende Natur.“

Und sich wiederholende Natur – dürfen wir ergänzen, ist Astrologie.

„Nach Horkheimer/Adorno ist die Abstraktion das Werkzeug, mit der die Logik von der Masse der Dinge geschieden wird. Das Mannigfaltige wird quantitativ unter eine abstrakte Größe gestellt und vereinheitlicht, um es handhabbar zu machen. Das symbolisch Benannte wird formalisiert; in der Formel wird es berechenbar und damit einem Nützlichkeitsaspekt unterzogen, verfügbar und manipulierbar zu sein. Das Schema der Berechenbarkeit wird zum System der Welterklärung. Alles, was sich dem instrumentellen Denken entzieht, wird des Aberglaubens verdächtigt. Der moderne Positivismus verbannt es in die Sphäre des Unobjektiven, des Scheins.“ (Source: Wikipedia)

Bemerkenswert, wie diese treffende Kritik und die klare Erkenntnis der heute maßgeblichen dogmatischen Diktatur der Naturwissenschaften wiederum nicht in der Lage war, den inneren Widerspruch zu erkennen, der in der Feindschaft zum Esoterischen lag. Da wird dann – chaotischer Fische-Gegenpool mit Jupiter-Kaft – alles vom Faschismus bis zum Spiritismus, vom Okkulten bis zum Ätherleib eloquent und hilflos in einen Topf geworfen und zur Polemik verrührt, an der sich jene tränkten, die vom Leben außer Marx und Gesellschaftskritik ohnehin nichts wissen wollten. Adorno selbst entkam diesem staubtrockenen Wahnsinn durch seine Liebe zur Musik, durchs Klavierspiel, die Komposition. Man muß dies als Zeitgeisterscheinung begreifen: selbst Wolfgang Döbereiner, profundester Astrologe, wettert gegen die Esoterik und begreift sich keinesfalls als Teil derselben. Man hatte einerseits mitbekommen – was heute vergessen ist – daß Naturwissenschaft in Gebilden des technischen Wahns und der Zerstörung zu enden pflegt, wogegen antretend gerade Adorno auf´s gutmütigste mit den Technikern den Dialog suchte, andererseits jedoch ebenso erfahren, daß die Ideologen des Faschismus sich neben Nitzsche und Wagner auch gern und zeitweise die Kaputze des okkulten Priesters überzogen; dennoch wurden manche AstrologInnen in die Konzentrationslager geschickt.

Hier nun war es selbst so großen Geistern wie Adorno nicht gegeben, über ihren Schatten zu springen: der Weg des geringsten Widerstands führte dort hinaus, wo man ein undifferenziertes Gemenge des Unheimlichen vermutete, und wo der berechtigterweise „am beschädigten Leben“ erworbene Fatalismus, der sich durch fast das ganze Werk zieht, und der viel vom Trotz und den tabakverqualmten Buden einer „besseren“, moralisch gerechtfertigten Nachkriegs-Elite unter den Intellektuellen, die Adorno mit anführte, ausmachte – sich als Pathos – Thesen gegen den Okkultismus – Luft machen konnte.

Dabei wußte man eigentlich alles: „Aber gerade dieser Gedanke, gleich allem Wettern über die Lüge, hat eine verdächtige Neigung, selber zur Ideologie zu werden.“

Auf dass es uns selbst anders ergeht und wir von dem großen Lehrer lernen!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

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Wirklichkeit und Simulation

Nürnberg, 20:51 – Mars, Sonne und Merkur haben ein Trigon zu Uranus. Genau das passiert: Wandel. Stört das Sonne-Neptun Quadrat? Auf jeden Fall ist die Phantasie herausgefordert. Ein wenig muß ich meine LeserInnnen noch bitten, bei dem Thema von gestern zu verweilen.

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Foto Markus Termin ©

„Simulation“ ist nicht einfach nur die Imitation von Wirklichkeit. Sie ist in gewissem Sinn deren Verdopplung. Und mehr als das. Sie ist ein magisches Konzept. Als solches liegt sie unserer fleißigen Helferin für Alles zugrunde. Sie ist der Grund der Mathematik. Wieso das? Nehmen wir den Satz: A = A. Es ist der Satz von der Identität. A ist mit sich selbst identisch. Der Satz A = B ist falsch. A kann nicht mit B identisch sein. Tauschen wir den Begriff. A ist gleich A. Was sollte das bedeuten? „Damit etwas das Selbe sein kann, genügt jeweils eines“, schreibt Martin Heidegger, geboren am 26. September 1889 um 11:30 AM in Messkirch. Heidegger hat seinen Jupiter – ganz knapp – im Steinbock, wie er jetzt auch steht.

martin-heideggerNimmt man also den Satz den der Identitat A = A als Ausdruck einer Gleichheit? Eben nicht. Nur Identität kann damit ausgedrückt werden. Denn in Wahrheit gleicht kein A etwas anderem. Ein weiteres identisches A kann es nicht geben. Stillschweigend unterstellt die Mathematik aber genau dieses. Doch hier geht es nicht um eine Kritik dieses würdigen Hilfsmittels. Es geht um den Zusammenhang und den Ursprung der Mathematik aus dem Geist der Simulation. Und auch dies ist ein altägyptisches Geheimnis. Obelisk, ὀβελίσκος,



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Ausgesprochen werden die Hieroglyphen „techen“. Sie sind der Ursprung unserer „Technik“. Mathematik war für die Ägypter ein „techen“. Obelisken gab es, ebenso wie die Krone von Amun, „Hauch des Lebens für alle Dinge“, nur doppelt. Vielleicht ahnen Sie schon den möglichen Zusammenhang? Amuns Krone ähnelt dem Satz der Identität. Und aus solch magischer Verdopplung entsteht die „Simulation“. Sie beherrscht uns heute unterschwellig. Im wahrsten Sinne des Wortes. Imitation ist etwas anderes. Und doch Teil des Konzepts. Eine Wahrheit versteckt man am besten hinter ihrem offenen Ausdruck. Wie durch den Film Matrix. Neptun ist tief. Auch die Schrift selbst ist eine Simulation.

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Simulation und Wirklichkeit

Nürnberg 20:19 – Filme wie „Matrix“ haben dafür gesorgt, dass unser Verhältnis zur Wirklichkeit nicht mehr ganz klar ist. Doch war es das jemals? Der französische Philosph Jean Baudrillard (29. Juli 1929 in Reims) hat mit seinem Begriff der „Simulation“ eine Denkschublade geöffnet, die sich bislang wohl noch nicht schließen ließ. Simulation war für Baudrillard nicht einfach nur die Imitation von Wirklichkeit. Sie stellte die schleichende, unsere Wirklichkeit langsam überlangernde Schein-Wirklichkeit dar. Im Großen Maßstab vergleichbar mit der Landkarte, die eine Dimension einnimmt, so groß, wie das Land selbst. Baudrillard hatte wohl vorausgeahnt – er starb 2006 – dass es GPS und Google Earth geben würde, und dass dadurch tatsächlich sich langsam aber sicher über die „wahre“ Welt ein Netz der imitierten Welt spannt, die dieses, das „echte Leben“, aus bestimmten Gründen unterdrückt. Für Baudrillard hatte diese Unterdrückung ein Ziel. Wir sollten von der Wirklichkeit (z.B. in Darfur, oder den Klimawandel betreffend) abgelenkt werden, damit sich Herrschaft im Sinne einer technischen Unterdrückung möglichst lückenlos ihrer selbst gewiss sein konnte.

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Foto Markus Termin ©

In dem Film „Matrix“ von 1999 wird die Vision einer totalsimulierten und von Maschinen kontrollierten Wirklichkeit grauenerregend zuende gedacht. Da ist ein Mensch, der im Laufe der Handlung erfährt, dass er sich sein scheinbar reales Leben nur einbildet. In Wirklichkeit – die der Film enthüllt – ist dieser Mensch, genannt Neo, nur in einer geträumten, programmierten Welt. Von Menschen geschaffene Maschinen haben die Herrschaft übernommen, „simulieren“ Realität in praktisch allem und benutzen die Menschen als Energiespeicher. Man muß nur zu den Erfindungen von Jules Verne zurückgehen, um zu glauben, dass reine Imagination nicht existiert. Viel von seinem technischen Repertoire ist heute völlig normal. Wenn wir nun nach Japan schauen, und sehen, wie man sich dort bemüht, den wahren Haushaltsroboter funktionabel zu machen, dann könnte man meinen … Ich habe jedoch zwei Einwände. Astrologisch ist die Simulation der Technik Neptun, der ausgerechnet im Jahr des Matrix-Films in den Wassermann ging. Er bleibt dort bis 2012, jenem ominösen Jahr, indem sich auch der Maya-Kalender erfüllen soll, und seit unvorstellbar langen Zeiträumen auf Null zurückspringt. Maya im Sinn der fernöstlichen Sicht ist aber wieder Neptun, das Unwirkliche, die Fantasie, der Schleier, der Regenbogen, aber auch der Ozean, das Weltall und sogar die Chemie und die Drogen. Bezeichnenderweise ist es eine Pille, die Neo schluckt, um von der totalen Simulation in die Wirklichkeit zu kommen. Und – Zufall? – ein Künstler aus Ostdeutschland, Neo Rauch (18. April 1960. Leipzig), feiert kommerziell Malererfolge, man reißt ihm die noch nassen Leinwände förmlich aus den Händen – dies in der Wirklichkeit. Den anderen Einwand spare ich mir für einen Post morgen oder übermorgen. Vielleicht mag die/der ein oder andere noch vorher den Film gucken?

Weltbild

Verschränkte Teilchen

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Foto Markus Termin ©

Nürnberg 22:21 – „Sind zwei Quantenobjekte in einer bestimmten Weise miteinander verbunden, dann kann nachgewiesen werden, dass eine Änderung an dem einen eine gleichzeitige Änderung an dem anderen ist.“

Das ist eigentlich ein ziemlich einfacher Satz. Doch wir Laien stolpern schon über den Begriff „Quantenobjekt“. Was ist ein Quantenobjekt? Müssen wir das wissen? Müssen wir im Prinzip nicht, aber es ist doch so interessant, dass es sich lohnt, ein wenig informiert zu sein. Der Begriff „Quantenobjekt“ wurde nur deshalb eingeführt, weil man auf der Ebene der allerkleinsten Dinge nicht sicher sein kann, ob man es mit einem Teilchen oder mit einer Welle zu tun hat. Für unseren Gedankengang können wir einfach davon ausgehen, dass wir es mit Licht-Teilchen zu tun haben. Doch Licht-Teilchen haben die merkwürdige Eigenschaft, gleichzeitig durch zwei Spalte hindurchzuhuschen. In der oft unnötig verschlüsselten Sprache der Physiker heißt das (aufgeschnappt bei Wikipedia):

„Bei Quantenobjekten treten Phänomene auf, die im Widerspruch zu unserer Erfahrung stehen, die durch makroskopische Objekte geprägt wurde. Solche Phänomene sind beispielsweise, dass ein Objekt im Doppelspaltexperiment zugleich durch zwei Spalte zu gehen scheint und dabei mit sich selbst interferiert.“

Nun steht der Laie schon vor einem Problem, denn es treten gleich drei Fremdwörter in einem Satz auf: „Quantenobjekt“, „makroskopisch“ und „interferieren“, von denen jedes erklärungsbedürftig ist. Natürlich kann man das einfacher sagen:

„Bei kleinsten Dingen, von denen wir nicht wissen, ob sie Welle oder Teilchen sind, konnten wir Dinge beobachten, die man bei großen Dingen nicht beobachten kann, nämlich dass, obwohl sie doch eines sind, sie gleichzeitig durch zwei Öffnungen schlüpfen und sich dabei auch noch beeinflussen.“

Sagt man es so deutlich, wird auch offenbar, dass die Physik, insofern sie Anspruch erhebt, die Wirklichkeit zu beschreiben, hier ein Problem bekommt.

Dieses Problem wird noch deutlicher, wenn man den Begriff „Spukhafte Fernwirkungen“ hört. Was mag das sein? Ich werde das jetzt ganz einfach erklären. Stellen Sie sich vor, Sie schicken zwei kleine Teilchen durch einen Kristall, der die beiden im rechten Winkel umleitet und (nun käme etwas komplizierte Technik, die wir uns hier sparen, denn wir wollen eigentlich auf das Resümee hinaus) dann auf zwei Messplätzen ankommen läßt. Messplatz A und Messplatz B. „Die Messung bei A legt im selben Moment fest, was in B registriert wird – und zwar auch dann, wenn die Messplätze so weit auseinanderliegen, dass eventuelle Informationen über den Ausgang der Messung in A im Messzeitraum selbst mit Lichtgeschwindigkeit nicht nach B gelangen können“ (FAZ, 2. März 2008).

Hier liegt das zweite Problem für die Beschreibung der Wirklichkeit. Sie wird, sagt Anton Zeilinger, der diese Experimente in Wien leitet, zu einer „Neuformulierung unserer Ideen von Raum und Zeit“ führen, denn der Befund „widerspricht“, so wieder die FAZ, nicht Anton Zeilinger, aber er könnte es so gemeint haben, „einer realistisch interpretierten Relativitätstheorie“.

Warum? (Gibt es auch eine unrealistisch interpretierte Relativitätstheorie?): Weil laut dieser wichtigen Theorie eben nichts schneller sein darf, als Licht.

„Neuformulierung“ bedeutet jedoch für uns Laien, die wir die „alte“ Formulierung von Raum und Zeit noch gar nicht nachvollziehen konnten, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun.

Allerdings gehört es zum „Schatz“ der modernen Mythen, dass Raum und Zeit nach Einsteins berühmter Theorie relativ sind. Wäre es möglich, dass nun durch die „Neufomulierung“ unser Weltbild wieder ent-relativiert wird? Wir wissen es noch nicht. Aber die Physiker wissen es auch nicht. Sie haben keine Ahnung, doch das werden sie nicht so deutlich zugeben, wie der souveräne Anton Zeilinger, der hoch genug in der Autoritätsordnung steht, um nicht mehr an seiner Karriere basteln zu müssen. Denn: „Bring etwas Neues, und Du bekommst sofort den Nobelpreis!“, ist ein stehendes Credo der Wissenschafts-Gemeinde, mit dem sie einfache Leute mit klarem Verstand einzuschüchtern versuchen. „Dann hätten das ja schon viele gemacht.“ Die Wahrheit im Wissenschaftsbertieb sieht genau umgekehrt aus: nur sogenannte „Veröffentlichungen“ in Fachzeitschriften zählen dort der Menge nach, und die Entscheidung darüber, wer was warum veröffentlichen darf, verläuft nach einem für Aussenstehende uneinsichtigen Code, ungeschriebenen Gesetzen, in dem das Neue keinesfalls nur nach den Regeln der Logig oder gar des wissenschaftlichen Gehalts aufgenommen wird, sondern vielleicht auch danach, ob es konform ist.

Nun noch einmal den einfachen Satz von oben, der übrigens von Lothar Hill stammt:

„Sind zwei Quantenobjekte in einer bestimmten Weise miteinander verbunden, dann kann nachgewiesen werden, dass eine Änderung an dem einen eine gleichzeitige Änderung an dem anderen ist.“

Kennen sie das Spiel, das wir als Kind manchmal gespielt haben, wenn eine Gelenkpuppe an der Wand hing? Man zog am Bein und durch ein unsichtbares Fadensystem hintendran bewegte sich gleichzeitig ein Arm.  So ungefähr ist das. Die Betonung liegt auf gleichzeitig. Die einzige Bedingung ist die sogenannte „Verschränkung“, die man auch „gemeinsamer Ursprung“ nennen könnte.

Im Klartext: befindet sich eins der beiden Teile auf der Venus, das andere auf der Erde, so agieren beide zeitlos abgestimmt miteinander, ohne dass wir die geringste Ahnung haben, wie sie das tun, oder warum sie das tun.

Nun sind wir am Ende des kleinen Exkurses. Das Resümee: es gibt eine Welt jenseits der Lichtgeschwindigkeit, deren Wirkzusammenhang nicht durch diese Geschwindigkeit begrenzt ist, und das ist wissenschaftlich (sic!) bewiesen. Daher läßt sich auch unsere Welt (das Universum) nicht mit dieser Geschwindigkeit begrenzen, oder gar nach ihr beschreiben.

Alles kein Problem, wenn wir es bei Physikern mit bescheidenen Menschen zu tun hätten, die offenen Mundes vor den entdeckten Wundern stünden, und nicht glaubten, sie hätten bald die Theorie für Alles (Theorie Of Everything). Leider ist das aber der Fall, und leider halten viele der Vertreter dieser Zunft von der hohen Warte ihres Wissens aus jedes andere Wissen für entbehrlich, und nicht nur das: sie meinen sogar, es bekämpfen zu müssen. Statt nun wirklich anzufangen zu denken, lassen sie Teilchen mit irrsinniger Geschwindigkeit kollidieren, um die String-Theorie zu überprüfen. Zeilinger meint dazu:

„ich glaube nicht, dass die Lösung aus so einer Ecke kommen kann …“

Doch die Deutungshoheit zur Interpretation haben die Physiker – und das zeigt der kleine Exkurs oben – erstmal verloren. Bis sie das wirklich verstehen, werden sie sich jedoch mit Händen und Füßen wehren, und versuchen, die verloren gegangene Autorität im Gewand der Priesterlichkeit zu erhalten. Natürlich nicht alle. Ich freue mich auf die neuen Wissenschaftler, die wieder Kontakt zur Philosophie, zum Leben (also nicht zur Biologie, die wahrlich kaum vom Leben handelt) und auch zur Kunst aufnehmen. Ob die Religion folgen wird, werden wir erfahren.

Weltbild

Langsames Licht, schnelleres Licht

Gemälde von Raffael

Nürnberg 12:57 – wie ich heute in der Süddeutschen Zeitung gelesen habe, sind durch das Ausströmen von Helium am LHC (Störfall 19. Sep. 12:05, Genf) 20 bis 30 dieser einfamilienhausgroßen Magneten schockgefroren worden und kaputt gegangen. Man schätzt, dass es sich bis Sommer nächsten Jahres hinziehen wird, sie zu reparieren. Die Süddeutsche hält den Schaden für richtig schlimm. Könnt ihr euch noch an die Witzeleien von wegen der Angst vor dem Weltuntergang erinnern? Die FAZ bildete gar ein schwarzes Druckloch auf ihrer Titelseite ab. Da es im analogen Denken kein Ding gibt, welches nicht mit einem anderen zusammenhängt, ist zu hoffen, dass sich die Erde selbst wehrt, und wohl in der Lage zu sein scheint, das Experiment zu verzögern, vielleicht sogar zu verhindern. Die Hoffnung wächst, dass den Sponsoren schlicht das Geld ausgeht, und wir in ein paar Jahren vom größten mißlungenen Experiment der Weltgeschichte lesen können, einem Schrottplatz der Technikgeschichte. Natürlich, hier verziehen eingefleischte Nur-Materialisten grinsend das Gesicht. Die Erde soll ein Bewußtsein haben? So können sie aber nur denken, weil ihnen ihr eigenes Bewußtsein noch nicht als Erdfrucht zu Bewußtsein gekommen ist. Sie wollen wohl wissen, was ist, doch dass es ist, will ihnen, schlafenden Sinnes, nicht einleuchten. Sie wissen nicht einmal, was damit gemeint sein soll. Und naturgemäß sind daher auch ihre Ergebnisse frisiert. In ihren zynischen Überlegungen räumen sie die Möglichkeit eines „Nichts“ ein, die jedes kosmologische Modell impliziert. Nun, warum nur? Man muß an solchen Punkten ein wenig selbst werden, wie sie, um ihnen auf die Denk-Sprünge zu helfen. Denn vor dem Urknall oder jenseits des Universums, was war/ist da? Sie verlachen die sogenannten „Kreationisten“ in den USA, die eher an die biblische Schöpfungsgeschichte, denn an die Evolutionstheorie glauben. Solches ist unter Wissenschafts-Gläubigen ein wahres Sakrileg: man nennt es „Intelligent Design“; allein, merken sie nicht, dass sie an dem Ast sägen, auf dem sie selbst sitzen?

Der Irrtum

„Man soll es aussagen und erkennen, dass es Seiendes ist; denn es ist, dass es ist, nicht aber, dass Nichts ist; ich fordere dich auf, dies gelten zu lassen. Denn der erste Weg der Untersuchung, von dem ich dich zurückhalte, ist jener. Ich halte dich aber auch zurück von dem Weg, über den die nicht wissenden Menschen irren, die Doppelköpfigen. Denn Machtlosigkeit lenkt in ihrer Brust den irrenden Verstand; sie treiben dahin, gleichermaßen taub wie blind, verblüfft, Völkerschaften, die nicht zu urteilen verstehen, denen das Sein und Nichtsein als dasselbe und auch wieder nicht als dasselbe gilt und für die es von allem eine sich verkehrende Bahn gibt.“ (Parmenides, um 540/535 v. Chr.)

Ich habe über den LHC am 21. September 2008 in „Teilchenbeschleuniger und Finanzkrise“ bereits geschrieben, und den Zusammenhang zwischen beidem erläutert, soweit er sich mir zeigt. Im Wesentlichen geht es ja darum, dass die Herren Naturwissenschaftler gern wissen wollen, was „Zeit“ eigentlich ist. Manche erwarten tatsächlich von dem LHC-Experiment die Antwort auf „Alles“. Dazu schreibt Meister Eckhart: „Nehme ich ein Stück Zeit, so ist das weder der heutige noch der gestrige Tag. Nehme ich aber das „Nun“, so begreift das alle Zeit ins sich.“ Nanu? Sollte es wohl so sein, dass Zeit, ein Modellbegriff für den Fluss der Dinge, gar keine physikalische Größe sein kann? Und daher auch keine physikalische Größe aus ihr abgeleitet werden kann? Geschwindigkeit, Weg durch Zeit, folglich auch nicht. Mag es für den Hausgebrauch (Raketen, Satelliten, Bomben) hinreichend sein, für die letzten Fragen ist es bedeutend: messe ich mit der Lichtgeschwindigkeit vielleicht nur die Verzögerung der Wahrnehmung? Ob es einen Lichtäther gibt, in dem Licht sich als Welle bewegt, war noch vor Zeiten eine offen diskutierte Frage. Heute können solche Fragen nicht mehr ernsthaft diskutiert werden, weil das System der Naturwissenschaft so sehr in Abhängigkeit, Budgetverteilung und Veröffentlichungseitelkeiten verstrickt und verfilzt ist, dass wirklich revolutionäre Ansätze in den Bereich der Geisteskrankheit abgetan werden. Darin gleicht die moderne Naturwissenschaft erstaunlich der Finanzwelt. Der Physiker João Magueijo kann in seinem Buch „Schneller als die Lichtgeschwindigkeit – Hat Einstein sich geirrt?“, ein Lied davon singen. Es ist nicht so, dass es nicht Experimente gibt, die behaupten, zweifelsfrei die konstante Lichtgeschwindigkeit zu beweisen. Da wäre allem voran das Michelson-Morley Experiment zu nennen. Der Ansatzpunkt für Michelson und Morley war, die Relativgeschwindigkeit, mit der sich die Erde durch einen als ruhend angenommenen Äther bewegt, zu messen. Ruht der Äther nicht – und warum sollte er das tun? – macht dieses Experiment keine gültigen Aussagen.

Aus Spektrum der Wissenschaft 9/2001: „Bekanntlich vermag nichts sich schneller zu bewegen als das Licht, und seine Geschwindigkeit im Vakuum – rund 300000 Kilometer pro Sekunde – gehört als Naturkonstante zu den grundlegenden Eigenschaften des Universums. Dennoch ist es uns am Rowland Institute for Science in Cambridge (US-Bundesstaat Massachusetts) unter großem experimentellem Aufwand gelungen, Lichtpulse drastisch zu verlangsamen.

Unsere ersten Versuche mit gebremstem Licht dauerten in der Regel jeweils 27 Stunden ohne Pause. Statt zum Essen in die Kantine zu gehen, gewöhnten wir uns an, in einer Hand ein Stück Pizza zu balancieren, während wir mit der anderen Hand Spiegel auf dem optischen Tisch verschoben – in den entscheidenden Versuchsphasen 38 Sekunden lang bei völliger Dunkelheit. Die ersten Erfolge sahen wir im März 1998, und zwar wie so oft bei einem komplizierten Experiment erst in den frühen Morgenstunden. Im Juli konnten wir unsere Lichtstrahlen auf das Tempo von Flugzeugen bremsen. Damals sollte ich Vorlesungen am Niels-Bohr-Institut für Astronomie in Kopenhagen halten. Im Flugzeug genoss ich das Gefühl, „schneller als Licht“ unterwegs zu sein: Einer unserer verlangsamten Lichtpulse wäre in Dänemark eine volle Stunde später angekommen als ich.“

Hier sieht man, dass es ein Fehler war, die Naturwissenschaftler nicht auch Philosophie als Pflichtfach belegen zu lassen. Es ist also gelungen, Licht abzubremsen? Nun wird fleißig wegerklärt und das Dogma bestätigt: „Bekanntlich vermag nichts sich schneller zu bewegen als das Licht …“ Aber langsamer offensichtlich schon, und die konstante Lichtgeschwindigkeit gilt nur unter besonderen Bedingungen, nämlich im Hochvakuum. Aber wo gibt es sowas? Richtig: nirgendwo. Man hat also nichts anderes gemessen, wie eine bestimmte Geschwindigkeit unter besonderen, niemals wirklich vorhandenen Bedingungen. Da sogar Einstein dem Vakuum Gravitation und Masse zubilligt, handelt es sich auch keineswegs um das „Nichts“, sondern um die uns im Prinzip unbekannte Natur des Raumes. Wenn man Licht verlangsamen kann, so ist damit natürlich auch bewiesen, dass die Lichtgeschwindigkeit vom Medium abhängig ist. Demnach ist die Lichtgeschwindigkeit nicht konstant.

Ich muß hier aus gegebenem Anlass hinzufügen, dass ich weder gegen Naturwissenschaftler, noch auch ihre Methode etwas habe: ihren verholzten Betrieb hassen sie selbst am meisten, da brauche ich nicht zu kritisieren. Die Methode der Naturwissenschaft ist unentbehrlich. Nur müssten sie einfach genauer anwenden, ihre Grundlagen kritischer hinterfragen, den Autoristätsglauben ablegen. Und wirklich: es schadet nichts, ein wenig Platon, Heidegger, Derrida oder von mir aus auch Robert Musil zu lesen – die Grenze zwischen Philosophie und Literatur ist fließend – um einfach große Irrtümer und die Einschränkung der Scheuklappen zu vermeiden, die der Betrieb so mit sich bringt. In den Anfängen, zur Zeit der wahrhaft genialen Entdeckungen, war es auch gewiss, dass ein wenig humanistische Bildung nicht schaden kann, vielleicht auch ein wenig Piano. Wichtig ist einfach, zu bedenken: wir arbeiten naturwissenschaftlich mit Modellen der Wirklichkeit, nicht mit dieser selbst. Also gilt es, immer wieder nachzufragen, ob nicht diese Modelle ideologisch unterwandert sind. Das sind sie heute zweifellos. Zu fragen ist also: wem dienen sie, und was soll erreicht werden?

Poetry, Weltbild

Nachtschatten

Nürnberg 20:51 – Solanum Nigrum, schwarzer Nachtschatten: schwarz wegen seiner schwarz werdenden Beeren (auf der Abbildung sind sie noch grün, also unreif, wird in vielen Kulturen medizinisch verwendet.

Das während der Blütezeit gesammelte und getrocknete Kraut wird in der Volksheilkunde als Medizin gegen Magen- und Blasenkrämpfe und Keuchhusten eingesetzt, eine äußerliche Anwendung wird bei Ekzemen, nässenden Flechten, Juckreiz, Hämorrhoiden, Schrunden, Prellungen und Abszessen empfohlen. In der Homöopathie wird die gesamte, frische, blühende Pflanze bei Erkrankungen des Zentralnervensystems eingesetzt.

Durch das Vorkommen von Solanin und anderen Alkaloiden, vor allem in den unreifen Früchten, werden immer wieder Vergiftungen beschrieben. Bei Kleinkindern ist zum Teil auch der eigentlich geringe Solaningehalt reifer Früchte ausreichend, um Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Die Symptome können dabei Erbrechen, Durchfall, Atembeschwerden, erhöhte Herzfrequenz und Nierenreizung sein. Zudem treten Angstzustände, Krämpfe und Lähmungen auf, ebenso ein Ansteigen der Körpertemperatur mit anschließendem Abfallen unter den Normalwert. Bei starken Vergiftungen tritt der Tod durch Lähmung des zentralen Atemsystems ein.“ (Wikipedia)

„Die Römer nannten die Pflanze solanum, von lateinisch sol, „Sonne“, und solatium „Trostmittel, Linderungsmittel“. Etymolgisch korrekt ist Solanum also ein Licht bringendes Trostmittel (nach Rätsch, Liebesmittel, S. 513). Der germanische Name „Nachtschatten“ nimmt Bezug auf eine im Volksmund „Nachtschaden“ genannte Krankheit, die sich in nächtlicher Unruhe, Schweißausbrüchen und Albträumen äußert. „Die Pflanze Nachtschaden (nicht Nachtschatten) ist diejenigen, welche gegen die Krankheit hilft …“ (Rätsch/Höfler; ebenda)

Fotos Markus Termin ©

Dem Prinzip der Homöopathie entsprechend, kann die Pflanze gegen genau dieselben Beschwerden eingesetzt werden, die sie hervorruft. Natürlich ist solches von mutigen Forschern im Selbstversuch bereits oft erprobt worden, und sie fanden heraus, dass die Wirkung um so größer sein kann, je geringer die Dosis – also weit unter der chemischen Nachweisgrenze. Nun gibt es Menschen, die haben zwar kein Problem damit, über den Rand des Universums (und darüber hinaus!) zu gucken, von „Dunkler Materie“ zu fabeln und uns das Märchen von der Zeitdilatation zu erzählen, doch die Idee, dass eine Sache ihre Wirksamkeit noch steigern sollte, wenn die Verdünnung materiell unauffindbar gering ist, kommt ihnen absurder vor, wie ihr mathematisches Spiegelkabinett. Nachtschattengewächse sind auch der Stechapfel, die Tomate, Kartoffel und Chili, die Engelstrompete und der Korkbaum, und ebenso das Bilsenkraut, welches unserem Pilsener Bier den Namen gab (weil´s früher drin war), und last not least der Tabak. All diese Pflanzen haben zwar oft völlig unterschiedliche Blüten, aber bemerkenswert ähnliche Blätter. Der Zusammenhang mit den kosmischen Kräften kann vor allem in der Blütenform erkannt werden. Sie gleicht nicht von ungefähr dem Venus-Pentagramm:

Diese Form einer rhythmischen Figur ist nicht ohne weiteres am Himmel sichtbar. Sie bedarf einer Beobachtung von ca. 8 Jahren. Es stellt die achtjährige Periode der fünf oberen und unteren Konjunktionen der Venus mit der Sonne dar. Doch auch die Winkelbildung von 144° zwischen Saturn und Jupiter bildet nach fünf Jupiterumläufen eine Petagrammstellung des Saturn (immer geozentrisch gesehen).

Wie an Leonardo da Vincis Menschenbild leicht zu erkennen, sind wir selbst auch nach einem solchen rhythmischen Prinzip gebaut. Lilly ordnet die Nachtschattengewächse dem Saturn zu. Doch nach Meinung anderer sind sie Saturn-Venus Gewächse. Schließlich gehören sie in viele Aphrodisiaka und Hexenflugsalben. Beim Stechapfel z.B. könnte die Differenz zwischen den Astma lindernden, doch frisch geradezu stinkenden Blättern (Saturn) und den süßlich unglaublich intensiv duftenden Blüten (Venus) nicht größer sein. Auch den Eichbaum, den Salbei und das Kümmelgewürz ordnet Lilly dem Saturn zu. Wir sehen, dass es tatsächlich Sphären gibt, die ihre Gestaltkraft sehr konkret auf die Erde „übersetzen“, „projizieren“, oder besser, die sich untrennbar in eines mit den irdischen Kräften zum Ausdruck ihrer Lebewesen verbinden. Wer davon eine Ahnung hat, der stellt nicht mehr die Frage nach der Möglichkeit oder Unmöglichkeit der Einflussnahme von Planeten auf das menschliche Leben, denn ihm käme diese Frage vor, wie die eines Schwimmers im Wasser, der fragte, was denn, um Himmels Willen H²O sei? Vorsicht vor dem Gebrauch dieser Pflanzen. Sie sind in großen Dosen gefährlich, und was eine kleine Dosis ist, ist unbekannt. Keinesfalls will dieser Post zum Gebrauch verbotener Mittel auffordern!

Ereignis, Weltbild

Teilchenbeschleundiger und Kreditkrise

Nürnberg 14:15 – auf vielfachen Wunsch bringe ich hier nun das exakte Horoskop des Starts vom Teilchenbeschleundiger in Genf, der laut Spiegel-Online: Überhitzter Supermagnet: Das teuerste Experiment der Welt ist kaputt – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft schon wieder kaputt ist. Eine Interpretation des Geschehens findet sich auch bei archaeus – so sehr jedoch mich die Rhythmenlehre fasziniert, so wenig kann ich mich auf ihre Wertungen einlassen, die mir zu sehr von der mystischen Philosophie der Nachkriegszeit abgeleitet ist. Dennoch gehört sie, die Rhythmenlehre, zu den wirklich interessanten Ansätzen, und es lassen sich manigfaltige und sehr gültige Anregungen dort finden. Was haben denn der Defekt des Teilchenbeschleunigers und die Kreditkrise miteinander zu tun?

Foto Markus Termin ©

Inbetriebnahme CERN

Zweiter Störfall CERN

Naturgemäß werden die Naturwissenschaftler, die diesen Blog freundlicherweise ab und an lesen, abwinken, und sagen: nichts haben diese Dinge miteinander gemein, außer dass sie zur selben Zeit passieren. Für uns Astrologen ist aber genau dieses interessant und wesentlich, und wir fühlen uns darin sogar bestärkt durch jene „spukhaften Fernwirkungen“, der Verschränkung eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen beispielsweise Photonen (die es nicht gibt, es gibt nur deren Modell), die jenseits jeder Lichtgeschwindigkeit eine Verabredung ihrer Befindlichkeit getroffen zu haben scheinen, unabhängig von dem, was man als „Raumzeit“ zu definieren versucht. Philosophisch ist die Conclusio gar nicht so schwer, und würden sie nicht ständig mit ihren ach so bedeutenden mathematischen Wichtigtuertheorien ihr kleines geistiges Claim verdunkeln, könnten wir normalen Menschen auch leicht Einblick gewinnen. Das Experiment, welches verschoben wurde, weil etwas (die Kühlanlage) kaputt gegangen ist, das mit austretendem Gas (Helium) zu tun hat, versucht kosmologische Modelle zu bestätigen und zu etablieren, deren offensichtliche Widersprüchlichkeit nur weniger gebildeten Menschen auffallen, beispielsweise dem Milchmädchen mit seiner berühmten Rechnung. Der Dreh- und Angelpunkt ist dabei eine konstante und begrenzte Lichtgeschwindigkeit, die überall und im gesamten Universum gelten soll. Aus dieser Annahme, die als bewiesen betrachtet wird, gehen alle kosmologischen Modelle einschließlich des Urknalls und der „Schwarzen Löcher“ hervor. Alles wird daraufhin zurechtgebogen. Diese Annahmen tragen den Stallgeruch scholastischer Rechthaberei und auch deren logischer Begriffsverwirrung. Es wäre ebenso möglich, dass es eine menschliche Geist-Einflusssphäre gibt, in der die Lichtgeschwindigkeit dem, was die Veden „Maya“ nennen, Gestalt gibt. Existierte – beispielsweise – eine proportional zum Beobachter und dem sich entfernenden Objekt bei sehr großen Entfernungen zunehmende Lichtgeschwindigkeit, wäre das gesamte Modell des Urknalls hinfällig, doch das Phänomen eines homogenen Universums, wie es auch tatsächlich sich offenbart, sehr viel plausibler. Die „Raum-Zeit“ müßte eine andere, umgekehrte Definition finden, die Hubbelsche Konstante und Friedmanns Modell des expandierenden, und doch sich niemals substantiell voneinander entfernenden Universums wären eine Illusion. Tatsächlich versucht man im LHC den Urknall weitmöglichst zu simulieren, um zwei Theorien zu vereinen, die sich widersprechen, insbesondere im angenommenen Urknall, wo die Krümmung der (angenommenen) Raum-Zeit unendlich würde, was nun gar nicht ginge, weil es wieder der Theorie einer konstanten und endlichen Lichtgeschwindigkeit zuwiderläuft. Hier steigen dann die Naturwissenschaftler aus und behelfen sich mit Mystik. Das nennen sie dann „Singularitäten“ und erschaffen ein Universum mit 64 Dimensionen. So beißt sich der Drachen in den Schwanz, und wir finden uns, gar nicht zufällig, an das Modell der Alchimisten erinnert, deren Opus Magnum jedoch von der Existenz geistiger Durchdringung der Materie beseelt war, was den heutigen Wissenschaftlern, außer vielleicht privat, leider in der Regel fehlt. Und das genau ist es auch, was sich zeigt in einem scheinbar zufällig sich ereignenden Fehler des Kühlsystems. Es greift hier, für uns Astrologen erkennbar, nicht der Zufall ein – „nothing happens at random!“ – sondern der Geist selbst beweist die Kontinuität seiner Anwesenheit durch die Unterbrechung der Kette von Folgerichtigkeiten einzig materieller Anordnungen, die seiner nicht gedenken. Das Prinzip ist allen bekannt: eine große Verdrängung führt zu gewaltiger Einflussnahme des Verdrängten. Im Falle der Bankenkrise ist dies schlicht die Erinnerung daran, dass Geldwerte und überhaupt alle materiellen Dinge nur eine menschliche Übereinkunft sind, deren Existenz außerhalb der Übereinkunft nun in der Tat relativ ist. Ich gehe, wohlgemerkt, davon aus, dass alle Lebewesen auf Erden vom Menschen abstammen, nicht umgekehrt. Genau dieselbe Hybris in Bezug auf rein materielle, also artifiziell reduzierte Sichtweisen – denn in Wahrheit gibt es keine Materie ohne Geist, und keinen Geist ohne Materie, wie jeder Kabbalist weiß – zeitigt das LHC-Experiment. Und so kommt der Zusammenbruch beider Systeme, deren Entstehung zeitsynchron entwickelt wurde, unzufällig gleichzeitig. Im Grunde wäre es überflüssig, die Zeitsynchronizität von Ereignissen immer wieder explizit zu erwähnen, weil sie selbstverständlich ist, aber in unserer von Blockadedenken künstlich frakturierten Gegenwart muß man das dazu sagen. Zu hoffen ist, dass das große Experiment insgesamt scheitert, wie der ganze Neoliberalismus. Dass offensichtlich der Wurm drin ist, wissen wir bereits. Sicher werden wir jedoch, parallel zum Zusammenbruch der wirtschaftsliberalen Weltphilosophie, auch wenn Teile des Experiments gelingen werden, einen gleichwertigen Zusammenbruch alt versiegelter Pseudo-Gewissheiten des Wissenschaftsgebäudes erleben, sehr viel Ratlosigkeit und in Folge davon vielleicht größere Demut und Bescheidenheit.

Schauen wir uns zunächst einmal das Horoskop für die Inbetriebnahme an. Wir finden Mars, Venus und Merkur direkt am AC. Merkur ist gerade an Mars vorbeigezogen, Venus wird ihn und Mars in Zukunft erreichen. Außerdem ist sie Herrscherin des Aszendenten, außerordentlich stark in der Waage und fällt doch, wenn auch ganz knapp, ins 12 Haus, in die Unbestimmtheit (Döbereiner) oder geistige Realität zurück! Sie haben richtig gehört: sie fällt zurück, denn in der Stundenastrologie, die im Prinzip funktioniert, wie die Ereignisastrologie, wird ein Planet nicht ins folgende Haus gezählt, wenn er an der Grenze steht, denn wenige Minuten später ist Venus schon ganz im Haus 12. Wir haben es mit der Luft-Venus zu tun, der Waage-Venus, die im Bereich der Kunst und der Logik zuhause ist, weniger im Bereich der materiellen Wirklichkeit. Waage zieht Widder an, das ist also der Störfall, der durch Mars Haus 7 beherrscht. In der materiellen und kalten Wirklichkeit steht jedoch der Steinbock-Mond, der, auch das bemerkenswert, ein gradgenaues Trigon zur Sonne in der Jungfrau bildet, die in Haus 11 sich vorgenommen hat, die Ordnung der Freiheit (Haus 11) auf eine analytische und materielle Basis zu stellen. Venus von Mars zu Merkur ist ausnahmsweise schneller als Merkur, und übernimmt dessen Botenfunktion. Merkur vertritt Haus 9 und 12, Venus den AC und Haus 8, Mars Haus 7 und 2.

Nun zum Horoskop des Störfalles. Venus hat ihre Botschaft beiden überbracht, doch nun wendet sich das Blatt: Merkur, bereits im Begriff in die Rückläufigkeitsschleife einzutreten, verändert seinen Abstand zu Mars, und wird von diesem, obwohl bereits vorbeigezogen, erneut eingeholt. Dies geschieht am 23. September, also noch bevor Merkur am 25. September selbst rückläufig wird.

Dies ist die auffälligste Konstellation der Ereignisse, ganz abgesehen von den allgemeinen, bereits an anderer Stelle erwähnten Parametern der am 4. November kommenden Opposition von Saturn und Uranus, die sich im Horoskop des Störfalles auch folgerichtig von der noch nicht ganz Achse 11/6 auf die bedeutende Ebene 4/10 eingelagert hat, und so, neben Pluto, der in den Steinbock vorrückt, den allgemeinen Zeiten- und Paradigmawechsel anzeigt, der auch für die große Geldgierkrise den Bruch mit dem alten Saturn in der Jungfrau vorankündigt, indem aber genau dieser für die Neuregelungen herangezogen wird.

Im Ereignishoroskop für den Start des LHC beherrscht Merkur Haus 9 und 12, also den Raum des Unbestimmten (12) und den Platz der hohen Lehre, das Haus Gottes (9). Im zweiten, dem Ereignishoroskop für den Störfall, beherrscht Merkur Haus 8 und 10, also die Bereiche Wandlung (8) und Ziel (10). Dabei fällt natürlich das gradgenaue Trigon zu Neptun auf, der im Haus 3 in Konjunktion mit Chiron und Mondknoten steht, und zwar eingeschlossen. Helium, nach griech. „Sonne“ ἥλιος hélios, ist nicht nur ein Edelgas, sondern macht auch einen erheblichen Anteil (man schätzt 20%) der Substanz des Planeten Neptun selbst aus, zu dem eben Merkur exakt bei Auftreten des Störfalles und der sogenannten Bankenkrise ein gradgenaues Trigon bildet, und dies nochmal am 28. September und am 30. Oktober. Uns Astrologen fällt daher auf, daß es Neptun-Entsprechungen gibt, die von Merkur übermittelt werden und mit Merkur zu tun haben. Denn Neptun steht sowohl für Gas in seiner Flüchtigkeit, als auch für sich verflüchtigende, bzw. bestenfalls fließende Geld-Mengen. Wollte man die Analogien weiter verfolgen, so ist bemerkenswert, dass Helium gewissermaßen ans Sonnenlicht zurück will (die Feuerwehr musste auf´s CERN-Gelände vorfahren), und sich also mit Hilfe von Merkur tatsächlich aus seiner astrologisch interessanten Eingeschlossenheit im Haus 3 (Bewegung) im Wassermann (Technik) befreit.

Weiterhin ist bemerkenswert, wie der Mond in beiden Horoskopen in Erdzeichen steht. Beide Male an einer Achse, beide Male in Trigonalstellung zur Sonne. Im zweiten Horoskop jedoch im warmen Stier. Im ersten Horoskop ist der Steinbock-Mond, wenn wir ihn für das Bewusstsein des „Volkes“ nehmen, „unbewußt“, er steht in Haus 4, beherrscht aber Haus 10, also das Ziel. Demnach wäre also das Ziel des LHC (diesem und den daran Beteiligten ebenso unbewußt) ein Prozess der Gewahrwerdung von Emotionen; etwas völlig anderes also, als das, was die Wissenschaftler meinen. Beim Störfall, wie wir am Quadrat des Mondes zu Neptun sehen, ist dieses Gewahrwerden aktuell geworden und hat durch das kollektive Unbewußte und wohl auch mit magischen Mitteln (Mond beherrscht das Haus 8 der Magie) in seiner ganzen Stärke den Störfall wohl ausgelöst, ebenso wie die zugespitzte „Finanzkrise“, denn Mond vertritt in Haus 7 im Stier sowohl die materiellen Interessen der anderen, als auch das neu erwachte Interesse der aufgeschreckten Weltgemeinschaft, denen der offen zur Schau getragene Zynismus oder im besten Fall die Oberflächlichkeit der Wissenschaftsgemeinde (oder auch der Banker) wohl doch zu denken gab. Mond ist nun nicht mehr unbewußt, sondern bewußt. Die materiellen Interessen der anderen sind im Falle der Finanzkrise ja eigentlich nicht allein die der geschädigten Steuerzahler, sondern vor allem die der Armen in der „Dritten Welt“, die seit ca. 1990 zunehmend unter der Frechheit und Verschwendungssucht doppelmoralisch abgesicherter Killer leidet, die mit einem Mausklick über Menschenleben entscheiden, indem sie z.B. die Rohstoffpreise spekulierend in die Höhe treiben, und vieles mehr. Wer hier unkundig ist, lese Jean Ziegler, Uno-Sonderbotschafter, „Das Imperium der Schande“. Das LHC ist eben, und deshalb ist die Parallelsetzung hier statthaft, ein signifikanter Ausdruck dieser Verschwendung, denn zu Recht wird gefragt, ob das Geld nicht besser zum Nutzen der Hungernden dieser Welt eingesetzt würde. Und an potentieller Gefährdung geht es hier nicht mehr um Einzelne, sondern um die ganze Welt.

Ich habe bisher noch nicht erwähnt, was der Tanz von Venus, Mars und Merkur in der Waage mit all diesen Dingen zu tun hat. Allgemein kann man davon sprechen, dass das Zeichen Waage für Schönheit und Ausgleich steht, doch insbesondere, wenn Merkur Abendstern ist, hat Waage als Übergangszeichen der Tag- und Nachtgleichen im Herbst den Charakter der Vertiefung, die zum Skorpion als Unterweltszeichen überleitet. Der LHC ist die Unterwelt, er ist in der Unterwelt. Dies zeigt der Skorpion-AC des Störfalles deutlich. Wenn man sieht, wie genau Venus und Mars den Aszendenten einrahmen beim ersten Start des LHC, so kann man nicht umhin, dies als Hinweis zu sehen, dass hier eine riesige Potenz-Ersatz Maschine bemüht ist, Teilchen zu ejakulieren, um ein göttliches Kind (in diesem Fall Haus 9 Weisheit und Haus 12 Unbestimmtheit) zu zeugen, welches nun aber offensichtlich widerstrebt, und ernsthaft vorhat, den Weg in der Waage so weit zurückzugehen, bis es am 4. September angelangt ist, also vor der Inbetriebnahme des LHC. Die ganze Summe der sexuellen Verdrängungssymbolik einer solchen Mega-Maschine steckt in diesem Mars-Venus-Merkur Bild.

http://www.mosaikgestaltung.de von Iris Raun