Geschichte, Weltbild

Urzahl des Raumes

Nürnberg 20:13 – Warum, mag man sich fragen, ist die Uhr in zwölf Stunden aufgeteilt? Hat das etwas mit Astrologie zu tun?

Foto Markus Termin ©

Hat es, ebenso, wie die Einteilung der Woche nach den sieben alten astrologischen Planeten. Die Uhr ist ein idealisierter Sonnenstandsanzeiger. Idealisiert deswegen, weil sie zwölf Tagstunden und zwölf Nachtstunden anzeigt, die tatsächlich in Äquartornähe auch genau so zutreffen.

Doch ist die Zwölf keinesfalls willkürlich gewählt, sondern entspricht kosmischen Rhythmen, allem voran dem Jupiter-Rhythmus mit seiner 12-jährigen Wiederkehr am Ausgangspunkt. Doch auch der Venus-Tag, von dem die hellsehenden Babylonier und Ägypter sicherlich wußten, trägt den Rhythmus der 12 in sich, dauert er doch genau dreißig Tage, die mit 12 multipliziert den 360 Grad-Kreis ergeben, der wiederum genau dem alten Sonnenjahr entspricht. Denn die fünf zusätzlichen Tage sind das Ergebnis einer kosmischen Katastrophe. Wer weiß, vielleicht sind ja die Bewohner der Venus diejenigen, von denen wir wirklich die 12 haben, die Urzahl des kosmischen Erd-Raumes?

Für die Ägypter waren die zwölf Knoten im Seil das einfachste System zur jährlich immer wieder nach den Nilüberschwemmungen notwendigen Landvermessungen. Man mußte lediglich gleiche Knotenabstände waren, und schon hatte man einen Massstab für den rechten Winkel. Drei war ihnen Isis, vier Osiris und fünf der Sohn Horus. Zusammen 12. Unschwer erkennen wir in diesem Dreieck auch jenes des Pythagoras, der seine Kenntnisse aus Ägypten hatte. Mit weniger Konten als zwölf wäre kein rechter Winkel zu haben gewesen! Daß man jedoch diesen Winkel als Göttergeschenk betrachtete, dessen Herkunft, wie alle Mess- und Regeltechnik, auf Toth, den Ibis-köpfigen zurückgeführt wurde, ist einfach Zeichen einer tiefen und hellsichtigen Verbundenheit mit den lebendigen Kräften des Alls, dessen bloße Sichtbarkeit für uns Menschen bereits eine Offenbarung ist. Schon im Corpus Hermetikum – überliefert nach der Zeitenwende, tatsächlich aber viel älter – wird von der Schamlosigkeit gesprochen, zu versuchen, das Weltall forschend zu durchdringen, und im selben Buch wird erstaunlich genau vorausgesagt, was uns heute Realität ist. Nun brauchen wir, um zur 12 zurückzukehren, nur noch die Verbindung von rechtem Winkel und der allgemeinen Gerechtigkeit, die dem Jupiter als Regenten des Schützen (und der Fische) zu eigen ist, und wir haben die Brücke von den Landvermessern mit ihren zwölf Knoten und dem Umlauf des Planetengottes Jupiter-Zeus um die Sonne (und die Erde). Das öfter mal wieder, auch im TV gegen die Astrologie vorgebrachte Argument, sie arbeite nicht schon immer mit 12 Tierkreiszeichen, ist – schaut man sich den wirklich ältesten Tierkreis an – er findet sich in den Tierkreisbüchern von Michael Roscher – einfach nicht alt genug. Die dortige Zeichnung ist 12000 Jahre alt, und zeigt eine klare 12-Einteilung.

„Wenn wir nun den Menschen betrachten, stellen wir fest, dass sein Körper in voller Entsprechung zum Kosmos steht. Die Zahl 12 ist auch hier gegenwärtig. Von seinem Gehirn aus gehen 12 Paare Nervenstränge, 7 Halswirbel und 5 Lendenwirbel, 12 Brustwirbel, 12 Töne entwickeln eine harmonische Stimme. Auch ist der menschliche Körper ein genaues Spiegelbild des kosmischen Tierkreises“, schreibt Günther Harms, „auch hat im Leben des Menschen die Zahl 12 ihre Bewandtnis. Die Medizin spricht vom „Siebenjahre“, d.h. dass sich die Zellen des Menschen alle 7 Jahre erneuern. 12 x 7 Jahre ergeben somit 84 Jahre. In diesem Alter hat der Mensch alle Stufen des Lebens durchwandert. Nach den Zahlengesetzen ergeben 84 = 8 + 4 wiederum 12.“

„Auch sei erwähnt, dass der allgemein gebräuchliche Ausdruck „Tierkreis“ nicht richtig ist. Denn von den 12 Symbolen haben z. B. die Waage, die Jungfrau, der Wassermann, der Zwilling nichts mit einem Tier zu tun. Es heißt richtig“ Tyr-Kreis“. Dieses Wort stammt aus der nordischen Mythologie und bedeutet Tyr-Tri-Drei, also „Drei-Gott“. Hier sehen wir die Bedeutung von Werden, Sein, Vergehen. Die 12 Asen (Götter) sind die einzelnen Tierkreiszeichen, die unter der Herrschaft Odins die Lebenswelten regieren. Aber jede kosmisch-geistige Kultur hatte ihre eigenen Namen für diese Dinge. Doch der Sinn und die ewig wirkende Kraft hinter den wirbelnden Atomen der Schöpfung bleibt bestehen. „Das wussten alle Eingeweihten,“ schreibt ebenfalls Günther Harms.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus Termin

Poetry, Weltbild

Zauberlehrlinge

Nürnberg 18:56 – „Wir arbeiten seit hundert Jahren mit der Relativitätstheorie und der Quantenmechanik – aber seit 20 Jahren stecken wir fest“, sagt im SPIEGEL der Physiker Jürgen Schukraft, der am CERN arbeitet, wo man nun anfängt, die Monstermaschine langsam hochzufahren. Immer wieder wird davon gesprochen, dass es ja so schauerlich schwer sei, moderne Physik zu verstehen. Ist es eigentlich nicht. Das Problem ist die sprachliche Kompetenz der Physiker, und natürlich die Irrationalität, die sie in Formeln gepresst haben, nach denen ihrer Meinung nach die Welt funktioniert, wie jenes Zwillingsparadoxon, wonach zwei Zwillinge unterschiedlich schnell altern würden, je nach Geschwindigkeit, mit der ihre Raumschiffe im All unterwegs wären. Freilich läßt solcher Wahnsinn sie nicht nach Fehlern im System suchen, sondern sie sind begeistert von ihrem Hokuspokus. Um die dimensionale Verschachtelung zu erklären, wird auch immer wieder gern auf eine Scheibenwelterklärung zurückgegriffen, um uns weiszumachen, es gäbe x-Dimensionen, wenn wir nur bereit wären, dass Modell einer zwei-dimensionalen Welt als Analogieschluß zu akzeptieren. Diese Dinge sind alle jedoch hoch töricht, und machen Physik kompliziert, weil man sich ähnlich betrogen fühlt, wie beim Hütchentrick, von dem dies auch gar nicht weit entfernt ist. Der Betrug ist jedoch so fundamental, dass man meint, all diese Genies hätten es ja selbst merken müssen. Der springende Punkt ist dabei die Zeit, die nun mal keine physikalische Größe ist, und erst durch eine angeblich fixe und konstante Lichtgeschwindigkeit in diesen Status erhoben wird. Um aber die Lichtgeschwindigkeit zu definieren, die erst wieder Raum und Zeit definiert, werden sowohl Raum als auch Zeit von vornherein vorausgesetzt. Hier zieht sich Münchhausen am eigenen Schopf aus dem Sumpf. Das potentiell Unendliche bedient sich der Mathematik zum Zweck seiner Begrenzung. Das Wesen, welches erkennbar wird, ist ein mathematisches, das Universum wird statt physikalisch mathematisch. Unzweifelhaft bringen jedoch diese mathematischen Formeln Ergebnisse von dinglicher Qualität hervor, die die Gültigkeit des Systems zu bestätigen scheinen, und so vergißt man leicht – ein Handy funktioniert ja, und es scheint ihm egal, ob mit Welle oder Teilchen, das Feld ist überall und läßt sich mit quantenphysikalischen Formeln berechnen – dass es nur Bilder der Wirklichkeit sind, derer man anhand von mathematischen Zauberformeln habhaft geworden ist. Diese Formeln sind jedoch viel älter, als die Quantenphysik. Sie haben einen Geist, der in ihnen steckt, wie der Geist in der Flasche, und dieser bringt auch die Gewalt der Kernexplosion hervor, wenn er entfesselt wird. Fragen Sie mal einen Mathematiker, und sei´s einen Oxford geprüften, was Zahlen eigentlich sind? Er wird sich über Sie lustig machen, denn er kennt die Antwort nicht, und findet es allenfalls höchst verwunderlich, wie man solche Fragen stellen kann. Dennoch aber ist es so: dass diese Systeme vor Urzeiten, als man sie als göttliche Offenbarung erträumte, mit magischer Kraft geladen wurden, und diese Kraft auch von ihnen ausgeübt wird.

Der Versuch am CERN ist denkbar einfach. Man läßt ein paar Teilchen mit einer Geschwindigkeit, die fast der Lichtgeschwindigkeit (oder dem, was man dafür hält) entspricht, aufeinander prallen. Nun sollte man denken: klar: prallen zwei Autos aufeinander, und sie haben eine Geschwindigkeit von 100 km pro Stunde dann ist die Aufprallgeschwindigkeit 200 km pro Stunde. Nicht so bei Lichtgeschwindigkeit! Denn sie soll ja schon die schnellste denkbare sein, läßt man hier Teilchen kollidieren, muß was anderes dabei rauskommen, als noch mehr Geschwindigkeit: da muß sich die Raumzeit selbst verändern! Wir sehen also, was hier für Zauberlehrlinge am Werk sind. Derweil feiert man in Genf – es sind Angestellte des CERN – mit viel Bier „Weltuntergangspartys“, was selbst der Spiegel makaber findet. Andere Wissenschaftler berichten, dass ja auch bei der Entwicklung der Atombombe der Weltenbrand befürchtet wurde, der ja dann nicht eingetreten sei, als lebten wir seitdem nicht in permanenter Angst, dass irgendein Wahnsinniger auf den roten Knopf drückt. Heisenberg, dem Mitbegründer der Quantenphysik selbst (05. Dezember, 04:45 in Würzburg), geboren unter der königlichen Konjunktion von Saturn und Jupiter im Steinbock, war zunächst mal Hitlers Atombombenentwickler. Jetzt bekommt er posthum den Pluto in den Steinbock:

Der Zauberlehrling

Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu ich Wunder auch.
Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen,
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!
Bist schon lange Knecht gewesen:
Nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!
Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder;
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser füllt!
Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! –
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen.
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach! und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein!
Nein, nicht länger
Kann ich’s lassen;
Will ihn fassen.
Das ist Tücke!
Ach, nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

O du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!
Willst’s am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten.

Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich! brav getroffen!
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!
Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
Wird’s im Saal und auf den Stufen.
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister! hör mich rufen! –
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.
In die Ecke,
Besen! Besen!
Seid’s gewesen.
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister.

Johann Wolfgang von Goethe

Poetry, Weltbild

Astrologie in Griechenland

Nürnberg 18:32 – Hermes hat viele Ausdrucksformen, und eine davon ist schlicht die kantige Säule. Man kann dies an Wegkreuzungen und Grenzsteinen sehen, die nichts anderes, als stilisierte „Hermen“ sind, Zeichen, die dem Gott des Handels und der Handelswege entsprechen.Herme (ἕρμα herma) bezeichnet in der antiken Kunst einen Pfeilerschaft mit aufgesetztem Kopf, als Kultbild des bärtigen Wegegottes Hermes. Die obere Mini-Säule stammt sogar aus Griechenland. Sie ist aus weißem Marmor, und ich hab sie dort, auf der Insel Samothrake, es ist ein paar Jahre her, am Strand gefunden. Nun hatte ich, verbunden mit unterem Stundenbild, folgende Idee (zwei mal anklicken, dann wird´s groß und klar):


Es gibt auf Korfu einen ‚Club‘, der sich Ouranos nennt. Dort war ich noch nicht, aber sie haben ein schönes Seminarhaus. Mein Gedanke war: ich biete ihnen Astrologiekurse für ihre Gäste an, und sie gewähren mir für diesen Vorteil, den sie dann haben, freie Kost und Logis und vielleicht noch was oben drauf. Doch so ist es nicht angelegt: naiv, wie ich wohl zu sein scheine, habe ich nicht bedacht, dass man natürlich den schönen Seminarraum an Leute wie mich gegen Geld zu vermieten gedenkt, und es wohl als besonderen Service betrachtet, dass die eventuellen Kursteilnehmer gleich im Club wohnen können; vielleicht ist das Haus ja sowieso immer ausgebucht, so daß man sich um attraktive Kurs-Angebote nicht weiter bemühen muß? Obiges Stundenbild gibt die Situation wieder: ich selbst bin Jupiter, denn Schütze steigt auf. Merkur und Venus bilden im Haus 9 eine gerade voll werdende Konjunktion. Doch diese beiden und mein Einkommen (Saturn) sind im Haus 9 in der Jungfrau eingeschlossen, und also von der Sonne abhängig, die klar an der Spitze zu Haus 9 steht. Es gibt eine positive, zunehmende Verbindung zwischen Jupiter und Saturn, die am Dienstag, den 9. September exakt wird, genau an dem Tag, wenn Jupiter wieder direkt geht. Daher rechne ich damit, dass doch irgendwas zustandekommt, das mein, wenn auch karges (Saturn) Einkommen begünstigt, und zumindest mit dieser Idee zusammenhängt. Merkur gibt mir dazu jedoch keinen Anlass, und er ist der Herr von Haus sieben, in diesem Fall mein Verhandlungspartner. Statt zu hoffen, hätte ich mir lieber das Stundenbild angucken müssen. Mit Zwillinge im Haus 7 haben die anderen Glück, während ich mit Schütze am AC an Aufbruch denke. Der Glückspunkt im Haus des Einkommens meiner Verhandlungspartner gibt ihnen auch Recht. Dass Ihr Einkommen durch meinen Wunsch, oder vielleicht sogar meine Gefühle mit bestimmt würde, sieht man dem Mond an, der das Haus 8 regiert, und relativ stark in einem Eck-Haus, in Haus vier steht. Mars, Dispositor vom Mond, steht oben in der Himmelsmitte, aber noch in Haus 9 und hat keine Zukunftsaspekte; später wird er ein Quadrat zu Jupiter bilden; hat also keinen Zweck, zu verhandeln, obwohl Mars in der Waage zu Verhandlungen aufgelegt ist. Was mich ermutigt, zumindest an der Idee dranzubleiben, ist das Trigon zwischen Jupiter und Saturn. Denn Saturn in der Jungfrau ist geradezu archetypisch für Griechenland, dem beide Zeichen zugeordnet werden. Vielleicht hat jemand von euch Verbindungen nach Hellas? Was mir vorschwebt sind forschende Kurse, nicht nur einmal, sondern jedes Jahr, vielleicht sogar ein Zentrum für Astrologie. Mit Himmelsbeobachtung und viel Muße. Der Herme unten fehlt übrigens der Phallos, den die Athener Frauen in einer Nacht- und Nebelaktion als Protest gegen einen hasardeurhaften Kriegszug ihrer Männer abschlugen, welcher Feldzug denn 413 v. Chr. auch mit einer vernichtenden Niederlage der Athener endete. 7000 Athener wurden gefangen genommen und mussten in den Steinbrüchen von Syrakus schuften, ganz zu schweigen von denen, die auf der Strecke blieben.

Mundan, Poetry, Weltbild

Gründungshoroskop von Baghdad

Nürnberg 17:59 – Mashalla und Naubakht hießen die beiden Astrologen des Kalifen Abu Ja’far Al-Mansur, die die Gründung der Stadt als sogenannte Elektion genau berechneten, und zwar für den 2. August 762 p. Chr. um 09:40 vormittags:

Ohne Zweifel werden die beiden, denen eine ganzes Team von Schülern zur Seite stand, dabei an den Wohlstand der Stadt und des Kalifen gedacht haben: Venus regiert nicht nur das Zeichen im Aufstieg, den sogenannten Aszendenten, sondern auch das zweite Haus, Besitz und Substanz. Dabei steht sie noch in der Himmelsmitte und ist sehr weit von der Sonne entfernt, so daß sie in ihrem diamantenen Glühen als Morgenstern dem Sonnenaufgang voraus schon sichtbar war und Glück verhieß, wenn der Kalif sich das erste mal an diesem Tag gen Mekka wandte. Er selbst ist natürlich die Sonne im Löwen im Haus 11, dem der Gönner und Freunde, auch seinem eigenen Besitz, denn das Haus 11 ist der Besitz des Königs. Und Jupiter im eigenen Zeichen Schütze im dritten Haus, also dem Bereich, wo es um die Geltung dessen, was das zweite Haus verspricht, geht, könnte besser nicht stehen, denn er bildet den Jupiter-Aspekt, das Trigon zur Sonne. Perfekte Arbeit! Mond-Pluto zweites Haus im Skorpion – : mit magischen Mittel ans Geld kommen, werter Kalif-Storch! – Und auch das Volk ist der Mond und hilft also mindestens mit guten Wünschen. Den Regeln der Kunst entsprechend landet Saturn im achten Haus, dem Besitz der anderen, denen man nichts gönnen braucht, und irgendwo muß Saturn – Ninurta, wie er bei den Babyloniern hieß – ja stehen, bzw. laufen. Und die Konjunktion des Uranus mit Saturn gibt auch kund, dass der Besitz der anderen ganz schön gestaut und geschleudert wird, wie es jetzt den Amerikanern geht, seitdem sie in der Stadt „in Immobilien investieren“; Verzeihung den Sarkasmus, er ist unangebracht, ich geb´s zu. Nun erfährt aber die stolze Löwe-Sonne von Baghdad die Auswirkungen der Sonnenfinsternis von gestern. Und nicht nur die „abergläubischen Chinesen waren fest davon überzeugt“, wie die Neue Zürcher von heute schreibt, „dass eine sichtbare totale Sonenfinsternis Unheil ankündige und oft das Ende einer Kaiserdynastie einläute.“ Und „Feng-Shui-Meister aus Hongkong erklärten noch letzte Woche, wegen der Sonnenfinsternis vom Freitag sei an den Olympischen Sommerspielen zumindest mit kleineren Turbulenzen zu rechnen.“ Nun müssen wir schauen, wie sich das auf die Machthaber in Peking auswirkt. Es muß aber nicht immer ein Unglück sein, wenn eine Herrscher-Dynastie ihren Abgang findet, auch wenn es das früher meist war. Denn ruhige Zeiten waren gute Zeiten für´s Volk. Und wer regiert in Baghdad? Sind die Amerikaner noch Haus 7, also die Feinde, die Anderen, oder haben sie sich an die Sonnen-Position gestellt? Insofern erlaubt es diese Sonnenfinsternis für Baghdad eine Veränderung der Herrschaft vorauszusagen, und Obama, der seine Sonne ein paar Grad vor dem Sonnenfinsternisgrad hat, denn er ist am 4. August geboren, bekommt wahrscheinlich die Autorität, dies durchzuführen.

Fotos, Weltbild

Lavendel und Schmetterling

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Nürnberg 17:00 – kurz vor dem Gewitter. Ist das untere Bild nicht zauberhaft? Es war ein Pärchen Schmetterlinge, die um den Lavendel-Strauch heut morgen im Vorgarten herumtanzten. Schmetterlinge sind Hermes Tiere, dem Zeichen Zwillinge mit seiner Luft-Qualität zugeordnet. Lavendel, wen wundert es, ist mit Venus in Verbindung. Die Venus steht gerade im Krebs und pflegt dort ein Trigon zu Uranus. Im Krebs mag sie Gefühl und Harmonie in familiären Bindungen. Das Trigon zu Uranus begünstigt Befreiung mit wahrlich kosmischen Aussichten. „Wer seinen Vater und seine Mutter nicht ablehnt wie ich wird nicht mein Schüler werden können. Und wer seinen Vater und seine Mutter nicht liebt wie ich wird nicht mein Schüler werden können.“ So steht es im Thomas Evangelium Spruch 101, der vielleicht ältesten christlichen Sprüchesammlung. Dieser paßt hervorragend zum Trigon zwischen Venus im Krebs und Uranus in den Fischen. Man kann da viel rumdeuteln, zumal Jesus ja auch sagte, alle Gebote Moses sollten gewahrt bleiben, also auch das von der Ehre, die man den Eltern schuldet. Doch zieht eine zornige Widersprüchlichkeit sich durchs ganze neue Testament, und ich glaube sehr wohl, dass es Jesus um die Auflösung der traditionellen Familie ging, die der einen Menschheitsfamilie im Weg steht. Denn wir sind ja erst dann angekommen, wenn jeder Erwachsene jedes Kind für seine Verantwortung hält, und nicht, in Erfüllung seines Egozentrismus, bemüht ist, gar durch künstliche Schwangerschaft, den Stempel seines „Ich, Ich, Ich“ in der Welt zu lassen. Das hat übrigens nichts mit jener zarten Pflanze zu tun, die „Ich“ zu nennen, wir das größte Recht haben. Jenes würde vielleicht besser Ego geheißen: dieses ist noch kaum bekannt. Außer einem sehr zaghaften „Ich bin“ weiß es noch nichts, und selbst dieses kann nur in glücklichen Ausnahmemomenten empfunden werden. Wer weiß, wovon ich rede, wird mir zustimmen. Die Konstellation von Venus im Krebs steht, daran sei erinnert, nicht isoliert! Wenn man den post von gestern kombiniert, und die Opposition von Jupiter mit bedenkt, die sich anbahnt, eigentlich schon ist, erklärt sich auch das obige Bild!

Foto Markus Termin

Poetry, Weltbild

Der Glückspunkt

Liebe Leserinnen und Leser,

Nürnberg 13:50 – die ganzen Wolken, die sich vor den Alpen stauen, machen so einen Wassermenschen wie mich morgens doch recht schläfrig (im besten Fall).

Ich glaube, von Nietzsche (15. Okt. 1844 Röcken bei Lützen) stammt der Satz: „Renne deinem Glück nicht hinterher, vielleicht verfolgt es dann ja dich?“

Foto Markus Termin

Käfer sind Merkur-Wesen. Dieser Marienkäfer auf meinem Basilikum sowieso. Der Glückspunkt ist einer der alten arabischen Punkte, den wir einfach noch gern benutzen. Der Glückspunkt, schreibt Lilly, „wirft keine Aspekte, aber Planeten strahlen ihre Aspekte auf ihn.“ Dieser Punkt ist soviele Grade vom Aszendenten enfernt, wie die Sonne vom Mond. „Wird der Glückspunkt an einem Neumond errechnet, so wird dieser am AC liegen“, denn der Abstand zwischen Sonne und Mond sind gering oder null. „Im ersten Viertel im 4. Haus, bei Vollmond im 7. Haus, im letzten Viertel im 10. Haus.“ Besonders günstig steht der Glückspunkt in Konjunktion mit dem Fixstern Regulus. „Jeder Mensch“, schreibt Martin Schulmann, „weiß von Natur aus, dass es irgendwo einen ‚Goldschatz‘ gibt, der ihn am Ende seines Regenbogens erwartet. Um ihn zu erreichen, ist der Mensch bereit, durch die Stürme des Lebens zu gehen, aus denen er als ‚Kapitän seines eigenen Schiffes‘ wieder hervorkommt.“ Alle arabischen Punkte, wie auch der Glückspunkt, sind Konstrukte der Geometrie, aber sie haben Gültigkeit, weil die Geometrie aus der Astrologie hervorgegangen ist. Astrologie ist die Mutter aller Wissenschaften. Doch freilich: der Glückspunkt selbst ist kein eigentlicher Formfaktor im Horoskop! Wird er, siehe oben, bestrahlt, so empfängt er – doch selbst bestrahlt er nicht, denn er ist ja nur die Stelle, wo die Energien anderer Planeten – Sonne und Mond – zusammengeführt wird. Martin Schulmann hat das schönste Buch über den Glückspunkt geschrieben, es ist sehr zu empfehlen, und auch jemand, die/der nicht tiefer in die Astrologie einsteigen will, kann mit einer einfachen Glückspunktastrologie viel erkennen. „Der Glückspunkt symbolisiert die Stelle im Horoskop, an der Sonne und Mond und Aszendent in bester harmonischer Beziehung zueinander stehen und zum besten Vorteil des Menschen ausgedrückt werden können.“

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Mundan, Weltbild

Peter und Judith Toths Schiffbruch

Naufragio » Untergang der Assalama, Armas Naviera, Kanarische Inseln

Nürnberg, 12:10 – Der „Club“ ist abgestiegen, und gestern gab es dazu passend genau zum Spielende ein kräftiges Gewitter. Man möge es mir verzeihen, aber ich sehe diesen Abstieg als Mentalitätsproblem der Stadt. Da hatte man – Einblick in die Denkweise der Beteiligten – einen sehr erfolgreichen Trainer, Hans Mayer, mit dem in der letzten Saison ein Titel zu holen war, von dem man sich einfach mitten in der nun beendeten Saison trennte. So was macht man nicht. Mein Problem ist: ich liebe Fußball, aber ich mag keine Pöbeleien, Sauf-Orgien und andere völkischen Blödheiten. Seit durch die WM und die PR-Arbeit des smarten Oliver Bierhoff – geb. 1. Mai 1968 – ein wenig Geist in die Szene geweht ist, bin ich gern dabei. Der Abstieg des „Clubs“ ist weiter nichts als ein Abstieg der ewig Gestrigen. Und die Möglichkeit, neu anzufangen, und schöne Spiele gegen den ewigen Rivalen Greuther Fürth sehen zu dürfen.

Am 30. April 2008 knallte die Fähre Assalama gegen den Beton-Pier der kleinen Hafenstadt Tarfaya die zur spanischen Sahara unter marokkanischer Verwaltung gehört.

Ich habe selbst mal ein halbes Jahr auf der Canaren-Insel Fuerteventura verbracht, und wir wunderten uns nicht wenig darüber, warum es bei der geringen Entfernung zum afrikanischen Festland keine Fährverbindung gab? Zu dieser Zeit waren allerdings auch noch keine Flüchtlings-Boote auf hoher See, Fuerteventura war eine vergleichsweise leere Wüsteninsel. Nun hat sich das Ehepaar Peter und Judith Thot Geimer mit drei Kindern von Fuerteventura aus aufgemacht, sich auf einer ganz anderen Canaren-Insel, nämlich La Palma, niederzulassen, und wahrscheinlich hat man einen Abstecher über die Schweiz nach Küssnacht machen müssen, um den Pkw, den Caravan und all die Erinnerungsstücke und Manuskripte herbeizuholen, die man auf solchen Inseln auch wohl haben will, wenn man sich dort niederläßt. Doch, wie gesagt, die Fähre havarierte und in der Folge haben die Toth Geimers wohl fast ihren ganzen Besitz verloren. Die Reederei fühlt sich nur sehr begrenzt verantwortlich, und will diesen Besitz weder bergen, noch ersetzen. Sogar, als dies noch möglich gewesen wäre, denn das Schiff hatte erstmal „nur“ Schlagseite, hat man eine Bergung insbesondere wertvollen geistigen Eigentums des Schriftstellers und Philosophen Peter Toth abgelehnt. Die Familie sieht sich in Marokko, wo man inzwischen hungerstreikend ausharrt, einer für schweizer Verhältnisse fassungslosen Ignoranz ausgeliefert. Nun versucht man – eben durch Hungerstreik – wenigsten an die Computerfestplatten zu kommen, die das Salzwasser vielleicht noch nicht geschluckt hat. Natürlich ist das Schiff, knapp vor der Küste dümpelnd, längst geplündert, denn ein Land, von dem aus die Menschen unter Lebensgefahr den Ozean überqueren, um nach Fuerteventura zu kommen, hat auch genügend Piraten, die sich einen solchen „Glücksfall“ nicht werden entgehen lassen. Schauen wir uns das Horoskop für die Abfahrtszeit der Assalama an:

30.04.2008

Die Familie steigt tatsächlich als Krebs am Osthorizont auf, und sie steht in den Fischen als Mond in Haus 9, dem Haus der Seereisen. Passender könnte es nicht sein. Was auffällt, ist die Anwesenheit von Mars in Haus 1, der eine latente Gewaltmöglichkeit immer hergibt. Mars hat ein Quadrat zum Glückpunkt, der ganz an der Spitze zu Haus 11 und in genauer Konjunktion zu Venus steht, im Widder: dies sind die Plünderer, die Hab und Gut einfach durch Glück in die Hände bekommen, indem sie Initiative ergreifen, und das Schiff plündern. Was jedoch das Ehepaar am meisten aufbringt, ist die Ignoranz der Reederei und der Behörden, die weder ein Interesse zu haben scheinen, das Schiff zu bergen, noch Hab und Gut der Passagiere zu retten. Wer sind sie im Horoskop? Sie werden vertreten durch die Herrscher von 10: Jupiter, Neptun. Wenn man nun bedenkt, dass die Familie Toth Geimers durch den Mond dargestellt ist, so ist eben der Mond in den Fischen wahrlich abhängig von Neptun und Jupiter. Jupiter steht schwach im Steinbock, doch stark in einem Eckhaus: die Position der Reederei ist stur und unverrückbar, also steinbockmäßig. Neptun bildet eine schicksalhafte Konjunktion zum Mondknoten: das ganze seefahrerische Konzept der Reederei und der Behörden wird letztlich durch die Havarie verändert werden. Dies bezieht sich nicht nur auf den einen Unfall der Fähre. Neptun steht im Haus 8, dem Haus der Veränderung und vielleicht des Todes. Demnach, und gemäß der Politik des Verschweigens, wird sich die Reederei in Existenznöte bringen, wenn sie nicht schon längst darin ist. Und auch auf den Canaren werden neuerdings Entscheidungen von Provinzfürsten und Bürokratie – in Spanien, gelinde gesagt, nicht besser, als bei uns – nicht einfach mehr so hingenommen. Der Mond, den wir als die Familie sehen, steht in Opposition zu Saturn, der aber auch Herrscher von Haus 7, also Herrscher des Hauptsignifikanten der Reederei ist. Und er steht – zum x-ten Male betont an dieser Stelle – am Punkt der Mondfinsternis vom 21. Februar 2008, der bekanntlich „Vertuschungen und Intrigen“ bedeutet. All dies ist hier zutreffend und anschaulich durch das Horoskop geschildert. Peter Toth hält trotz seines Namens scheinbar wenig von Esoterik. Das ist für einen Philosophen schade, denn er entäußert sich damit der Möglichkeit, seine Lage als den Beginn von etwas Neuem aufzufassen, aus dem ihm Freiheit erwachsen kann, die viel mehr wert sein könnte, als aller materieller Besitz oder Erinnerungsstücke. Speziell an diesem Punkt, beim Jammern wegen verlorener Erinnerungsstücke, fehlt mir das Verständnis. Sollte man doch froh sein, von ihnen befreit zu sein. Freilich bedarf es vielleicht eines solchen Paares, um die Reederei letztlich das Fürchten zu lehren. Denn sie scheinen entschlossen zu sein, ihr Leben diesem Kampf zu widmen. Dass die Reederei und die Behörden durch Neptun in Haus acht vertreten sind, zeigt auf, wie hier der Betrug überhaupt Ursache einer Taktik der Verschleierung ist. Irgendwo versucht einer die Hand aufzuhalten und viel Geld von einer Versicherung zu kassieren. Uranus zeigt jedoch mit einem Sextil zu Jupiter an, dass die scheinbar Unbeweglichen sich werden bewegen müssen. Die Versicherung verspricht auch für die Familie Toth Geimer der Hebel zu werden, bei dem sie ansetzen können. Immerhin geht auch der Mond eine Konjunktion mit Uranus ein, der das Haus 8 regiert, also die Versicherung. Bleibt zu wünschen, dass die Toth Geimers ihren Hungerstreik rasch beenden und sich trotz des Kampfes gegen das betrügerische Monster, das die Reederei zu sein scheint, der Botschaft des Glücks im Unglück nicht gänzlich verschließen. Das Sextil von Uranus zu Jupiter, dem auch der Mond, also die Familie begegnen wird, deutet darauf hin, dass man sich irgendwie doch einigen wird. Wer mehr lesen will, suche unter dem ganz unten angegebenen Link in der Blogroll von La Palma Aktuell – Frische Nachrichten aus La Palma.

Mundan, Weltbild

Uranus Trigon Sonne (und Sextil zu Jupiter)

Nürnberg – 12:31 – Pfingsten ist das Fest der Christenheit, bei dem ich am Tiefsten empfinde. Natürlich passt das Wetter: alle Vögel sind schon da, ihr Jubel und die Schönheit ihrer Botschaften kann Feiertags sogar die share houlder value Gesellschaft toppen. Jesus, wie er da am Feuer sitzt, den befremdeten Jüngern zum dritten Mal erscheinend, Brot und Fische röstend. Das ist ein Bild, wie es durch das Medium Film sehr gut wiedergegeben werden kann, weil sich hier Gleiches mit Gleichem begegnet: das Geisterhafte den Schein-Bildern, die doch, auf den Kopf gedreht, überall in der Luft stehen, denn unsere ganze optische Wirklichkeit ist eine Camera Biobscura, ein lebendiges Abbild des Abbildes vom Abbild … In dieser Wirklichkeit vermittelt der Heilige Geist die Möglichkeit einer Verständigung überhaupt. Indem wir mit einem Mal merken, „dass es ist, und nicht vielmehr, dass es nicht ist.“ (Parmenides). Jesus und Sokrates waren die beiden, die nicht geschrieben haben, und von deren Geist doch die ganze Menschheit getragen wird, ohne, dass es ihr recht bewußt ist. Schreibt man, so stellt dies immer einen Münchhausen-Akt dar. Nur ein mal schreibt Jesus, und zwar in den Sand. Und Sokrates schreibt auch einmal, nämlich Lieder – zwischen Gefangennahme und Urteilsvollstreckung – By the way: hat sich jemand mal überlegt, warum Simon Petrus vom Fischerboot aus sich erst bekleiden muss, bevor er zum Herrn ans Ufer schwimmt, „denn er war nämlich nackt“? Eine andere Wasser-Überquerung fällt dazu ein: als Jesus eben über das Wasser wandelt: „Fürchtet euch nicht!“, sagt er. Warum wird dies extra erwähnt, wenn es doch selbstverständlich war, als Fischer nackt zu fischen, damals? Macht euch keine Sorgen um die Leiblichkeit … Auch als Auferstandene werdet ihr weder hungern, noch der Schönheit des Leibes entbehren. Petrus hält die Scham-Grenze der Kultur ein; es wird, zum dritten Mal, nach einer leiblichen Stärkung die Begegnung mit Jesus in einem kulturellen, bekleideten Kontext wiedergefunden. Das Normale im Ungeheuerlichen wiederhergestellt durch diese Bekleidungsgeste. Sie ist ein winziges Komma an einer Stelle, wo es gilt, die Differenz von Jesus Lehre in die Wirklichkeit eingehen zu lassen. Petrus legt den Weg schwimmend im Element zurück, bekleidet, den Weg, welchen Jesus auch schon gegangen ist, seine Kleider jedoch hat er bekanntlich im Grab zurückgelassen. All diese Dinge sind viel zentraler, als wir glauben, und der Tag, an dem die Religionen allesamt die Natürlichkeit der Körper anerkennen und das Tabu der Nacktheit ebenso fällt, wie das Diktat der Mode, wird vielleicht auch ein Tag sein, an dem Uranus ein gradgenaues Trigon zur Sonne bildet. An diesem Tag wird das Wort „Anmut“ wieder einen Sinn bekommen, und die Perversionen werden verschwinden.

Poetry, Weltbild

Die Wahrheit tun*

Nürnberg 19:34 Regen, Regen, und wegen der Kälte wollen auch die Blüten nicht lange am Baum bleiben. Dafür bekommen die Aktien Schwung, DAX und Dow Jones. Beim DAX geht die Venus auf den Jupiter zu, der im zweiten Haus steht. Den Dow Jones weiss ich erst, wenn das betreffende Buch kommt von Claudia von Schierstedt. Demnach würde sich der aktuelle Transit von Neptun über DAX-Venus, die das dritte Haus beherrscht, weniger auswirken. Doch die laufende Venus, die ja für Geld steht über dem Jupiter im Haus des Wertes, dabei Jupiter als Herrscher dieses Hauses: das bringt`s wohl! Der Papst ist/war in den USA und hatte dort seinen Auftritt vor der UNO. Wenn ich Papst wäre, würde ich mir einen Sack anziehen, und demonstrativ in einen Orden mit Armutsgelübte eintreten. Warum nur fallen so wenig öffentliche Würdenträger zum Wohle der Menschheit aus der Rolle? Jesus ist auch aus der Rolle gefallen. Ich frage mich aber auch langsam, ob wir nicht selbst etwas tun sollten. Sind alle Wege schon gegangen? Aus dem revolutionären Geist der 70ger Jahre wurde Joschka Fischer. Wir haben gelernt, dass jede Organisationsform ein Problem ist: sie produziert Außenseiter, Leitfiguren und Werte, die letztlich dafür sorgen, dass die Idee, wegen der man ja gerade angetreten war, ins Gegenteil verkehrt wird. Deswegen sagt Lao Tse:

Wenn einer begehrt, das Reich zu nehmen

um an ihm zu tun –

Ich sehe voraus, dass er scheitert,

Denn das Reich ist ein Geist-Gerät:

Es darf an ihm nichts getan werden.

Wer ihm antut, zerstört es;

Wer es festhält, verliert es.

Wenn Lao Tse, der Weise Chinese (möge er den heutigen Chinesen Weisheit schenken!), von Reich spricht, dann meint er durchaus dasselbe, wie Jesus, wenn er vom Himmelreich spricht. Doch es gibt einen Unterschied in der Conclusio: Jesus mischt sich ständig ein. Er sieht, die Pächter des Weinbergs haben den Weinberg mißbraucht. Deswegen ist er gekommen, um das Schwert zu bringen. „Ich werde dieses Haus zerstören und niemand wird es ein weiteres Mal aufbauen können“, wird er im Thomas Evangelium zitiert. Zwischen Lao Tse und Jesus besteht eine große Übereinstimmung hinsichtlich des Reiches: „Wenn ihr euch nicht der Welt enthaltet, werdet ihr das Reich nicht finden …“, doch Jesus Lehre ist so wenig friedlich, wie die Mohameds. Freilich interessiert Jesus nicht das weltliche, er denkt nicht daran, mit Gewalt zu missionieren. Will er überhaupt überzeugen? Für Lao Tse wäre Jesus vielleicht gerade der gewesen, der versucht hätte, etwas „an ihm“, dem Reich zu tun, es also irgendwie zu beeinflussen. Er meinte: im Nicht-tun liegt die Kraft. Use the force, Luc! Soll ich nun neunmalklug meine Meinung dazu sagen? Lao Tse hat Recht. Doch sein Sinn kann nicht ganz gründen, denn auch er tut ja. Was? Er schreibt, er äußert, er sagt. Das ist sogar das eigentliche tun, denn tief betrachtet ist Denken tun. Er ist also in einem Widerspruch gefangen. Er hat Recht, also fehlt ihm das Reich. Jesus ist Recht. Denn er kennt „die Pächter des Weinbergs“, das sind die, denen die Atzteken Opfer brachten. Möge Gott uns erleuchten, das Richtige zu tun. Die Wahrheit tun*.

* Die Wahrheit tun, Titel von Georg Kühlewind

Personen, Weltbild

Quantenphysik und Unio Mystica

Nürnberg, 15:21. wolkig und mild, etwas Wind …

Es ist nicht leicht, für einen Laien wie mich, die Quantenphysik zu verstehen. Albert Einstein, bekanntlich Fische, hat die neue Physik der Quanten einmal mit zwei „Quantenwürfeln“ verdeutlicht: Der eine Würfel befindet sich in Wien, der andere in Budapest. Wann immer gleichzeitig mit beiden Quanten gewürfelt wird, sei zwar das Resultat völlig zufällig – sie zeigten aber jeweils die gleiche Zahl. Außerdem gibt es zwischen den Ergebnissen keinerlei zeitliche Verzögerung, selbst wenn ein dritter Würfel tausende Lichtjahre entfernt wäre, würde er zur selben Zeit dasselbe Ergebnis zeigen. Dieses Beispiel entnehme ich Kocku von Stuckrads „Geschichte der Astrologie“. Sowas gibt natürlich zu denken:

Foto Vazul Termin

Hier sehen Sie den Denker vor der Nürnberger Burg, eingepackt, wie von Christo. Die Burg, nicht der Denker. Das Laub auf dem Baum zeigt, all dies geschah schon letzten Herbst. Doch spielt das quantenphysikalisch eine Rolle? Der Turm im Hintergrund war übrigens Kaspar Hausers „Herberge“. Werner Heissenberg, der die Quantenphysik begründet, die heute in jedem CD-Player Anwendung findet, obwohl wir sie nicht verstehen, war ein Skorpion-Aszendent mit Schütze Sonne. Sonne im zweiten Haus in Konjunktion mit Uranus macht ihn zu einem „Substanzveränderer“. Er verändert und befreit (Uranus) mit seiner Sonne als weiser Lehrer (Schütze) die greifbare Realität (Haus 2) der Wirklichkeit. Außerdem ist er nicht weit von hier 1901 in Würzburg unter der königlichen Konjunktion von Jupiter und Saturn im Steinbock geboren. Klassische Astrologie gibt auch zu denken. Quantenphysik und Astrologie gehören zusammen, denn sie führen beide zu einer Einheit in der Betrachtung aller Dinge. Natürlich kann man sich dem „Warum?“ nähern. Doch die Erklärung steht dann in Distanz zum Phänomen und begründet wiederum eine neue, offenbar künstliche Spaltung der Realität. Wird uns letztendlich die „Kernspaltung“ zur neuerlichen Unio Mystica führen, zu einer Einheit des Seins, weil, wo das Äußere gespalten wird, das Innere wieder zusammenkommt? Ein US-Bürger hat dieser Tage gegen den Teilchenbeschleuniger in der Schweiz geklagt, jene neue super-super Beschleunigung (unter der Erde werden winzige Partikel durch Magnetfelder auf kilometerlangen „Teststrecken“ bis kurz vor die Lichtgeschwindigkeit gebracht, oder vielleicht darüber), man wisse nicht, ob damit nicht ein künstliches „Schwarzes Loch“ produziert werde. Tatsächlich lauern die Monster der Vergangenheit an allen Ecken und Enden. Das gibt zumindest zu denken, oder nicht? „Wo Gefahr ist,“ schreibt Hölderlin, „da wächst das Rettende auch.“ Er scheint die Gleichzeitigkeit des quantenphysikalsichen „Zufalls“ poetisch durchschaut zu haben.

Horoskop von Werner Heissenberg