Fragen, Personen

Sonne in Konjunktion mit dem Mondknoten!

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Skulptur und Foto Martin Rolke © „Moche“

Nürnberg, 22:56 – Ich muss gestehen, ich mache für alles und jedes Stundenhoroskope, machmal mehrmals am Tag. Und es wird immer interessanter. Gestern war mein Vater in München und hatte dort einen Prozess wegen seiner Rente. Sollte sich jemand mal mit der Rentenanstalt herumschlagen müssen: Vorsicht! Die können weder rechnen, noch darf man ihnen trauen. Der Ausgang des Prozesses entspricht dem rückläufigen Merkur in Haus 10. Mein Vater hat – auf Anraten des Richters, der im Prinzip auf seiner Seite war – die Klage zurückgezogen, wird sie aber auf anderem Wege – der Richter hat gesagt, wie, nochmals einreichen:

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Dass Mars und Saturn, Mars mein Vater, Saturn der Richter, sich einigen würden, sieht man kraft des applikativen Trigons. Die Schwäche der Gengenpartei im Haus 12. – Gerechtigkeit hingegen ist im Haus 10, wo Mars stark in seiner Erhöhung steht. Die schwache Position des Richters zeigt sein Haus 6. Die Stärke meines Vaters Haus 10, die zurückgezogene Klage der rückläufige Merkur.

Das Geburtstagskind für heute ist Nicolas Sarkozy, 28. Januar 1955 22:00 in Paris, unten mit zwei-mal Klick zu vergrößern mit seiner Gattin Carla Bruni Sarkozy (außen), 23 Dezember 1967 um 18:19 in Turin, Italien. Sie zieht also dort einen Mann an, wo sie ihren Saturn hat, und er nimmt eine Frau, die Saturn auf seine Venus-Neptun Konjunktion legt. Dazu noch der Wassermann-Mars, natürlich … Und sein maximaler, d.h. erhöhter Jupiter auf ihrem AC. Seine Traum-Frau müsste aber Schütze-Venus Eigenschaften haben. Hmm …

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Und noch ein Horoskop: ein guter Freund aus alten Zeiten mailt mir. Das Horoskop zeigt die Sonne im Haus 5 in Konjunktion mit dem Mondknoten, wo sie heute wohl steht. Sonne ist aber Freund, Herrin von 11. Also prima, ich antworte, denn es geht wohl nicht darum, alte Zeiten aufzubereiten, sondern neue Perspektiven zu eröffnen. Ich selbst bin in diesem Bild die Venus in Haus 6 bei der Arbeit, und das stimmt ja auch. Der frühe Aszendent ist eine Deutungseinschränkung, aber auch ein Beginn:

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Die Sonne in Konjunktion mit dem Mondknoten ist die Ernte der Sonnenfinsternis am 26. Januar: time for change! Neues kommt in die Welt.

Personen, Poetry

Michel de Montaigne

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Bleiben wir noch ein wenig in dem Thema mit Pluto im Wassermann. Eine Runde vorher, also vor der Zeit der französischen Revolution (siehe gestriger Artikel) lebte Michel de Montaigne, 28 Februar 1533 um 11:30 AM in Chateau de St. Michel Frankreich:

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Berühmt und bekannt wurde de Montaigne nicht als Politiker oder Bürgermeister von Bordeaux – Würden und Ämter die er bekleidete – sondern durch seine Essays: eine Sammlung von Schriften, an denen er sein ganzes Leben lang feilte und verbesserte, und die auch heute noch eine Fundgrube tiefster Weisheit sind, ein ganzer Dachspeicher voller geistiger Schätze. Dabei stand er inmitten fürchterlicher Kämpfe seiner Zeit, Religionskriegen und wechselnden Allianzen und den Thron. Hier geht es ihm ebenso, wie Alphonse de Larmartine, unserem Pluto in Wassermann-Menschen von gestern. Auch Tycho de Brahe, ein paar Posts weiter unten, hatte den Pluto im Wassermann und gehörte also der selben Generation an, wie Montaigne.  Pluto ist  also der, der die Generationenfolge bestimmt, meine ich.

Ein „Pionier im Kampf um die Toleranz“, wird er genannt, ein „Dichter der Freiheit und Intelligenz.“ (Jean Lacouture)

Klingt das nicht nach Pluto im Wassermann? Und gar noch verbunden mit dem Mars, dem Inneren Krieger auf dem Feld der Intelligenz und des Geistes? Auffallend: fast alle Planeten in der Taghälfte. Die sind ihm also bewußt zugänglich, bis auf den Jupiter, der ihn dann auch praktisch (Haus 6) als Bürgermeister und Königsmacher in die erfolgreiche Pflicht genommen hat.

Richtig: die Sonne ist seit heut im Wassermann, im Zeichen des Jünglings! Und prompt wird Obama zum Präsidenten vereidigt: das timing stimmt also, schließlich ist er Wassermann-AC.

Liz Greene bringt den Wassermann klugerweise nicht nur mit Uranus und Saturn in Verbindung, sondern auch mit Prometheus: „Prometheus ist der kosmische Vertreter des sozialen Impulses, dessen Raub des Feuers aus den Händen des Zeus zum Wohle der Menschen eine Geisteshaltung verkörpert, die sich nicht mit dem Instinktleben zufrieden gibt, sondern immer noch weiter nach Vervollkommnung und Erleuchtung strebt.“ (Aus Schicksal und Astrologie, Chiron-Verlag, 2007 „Die Familie im Spiegel des Horoskops“, das bisher tiefste und ernsthafteste Buch dieser genialen Prosa-Stilistin und Astrologin).

Um einen neuen „Raub des Feuers“ wird es auch ganz Prometheus-gemäß in Amerika gehen, denn Energiegewinnung ist dem Feuer gleichzusetzen, das wir den Göttern stehlen. Wir brauchen, so der amerikanische Essayist Friedmann im aktuellen SPIEGEL eine grüne Revolution; zu Recht verlacht er die Europäer mit ihrer kalkulierten Rabattmarkenzählerei, um das Klima zu retten: „Dann gnade euch Gott!“

Es gibt ja die Sitte, dass der scheidende Präsident seinem Nachfolger einen handgeschriebenen Zettel in der Schublade hinterläßt. Ich würde einen Aphorismus von Montaigne für angemessen halten:

„Es gibt nur ein Zeichen für Weisheit:
gute Laune, die anhält …“

und vielleicht diesen noch:

„Das Meisterstück eines Menschen, auf das er besonders stolz sein kann, ist, sinnvoll zu leben; alles übrige, wie regieren, Schätze sammeln, Bauten errichten, sind Nebensachen.“

Wer noch mehr Lust und Zeit hat, den Wassermann-Merkur dieser Fische-Sonne schätzen zu lernen (und voller Faszination starre ich auch auf seinen Neptun in den Fischen!) kann sich auch hier noch lohnend durchlesen:

„In meiner Jugend hat es mich oft geärgert, sehen zu müssen, daß in den italienischen Komödien ein Schulmeister, dort pedante genannt, stets als dummer August dargestellt wurde und daß hierzulande der Titel Magister kaum von ehrenvollerer Bedeutung war; hätte ich mich denn, da ich den Lehrern ja zur Erziehung und Aufsicht anvertraut war, mit weniger begnügen dürfen, als eifersüchtig über ihr Ansehen zu wachen? Ich versuchte deshalb, sie mit dem natürlichen Mißverhältnis zu entschuldigen, wie es nun einmal zwischen dem gemeinen Volk und Männern von ungewöhnlicher, überragender Urteilskraft und Bildung bestehe, weil beider Wege völlig entgegengesetzt verliefen. Mein Latein ging mir aber plötzlich aus, als ich bemerkte, daß die Verachtung der Schulmeister gerade bei den gebildetsten Männern am größten war – unser guter Du Bellay mag als Zeuge hierfür dienen: Der Pedanten Wissen ist, da vorgefaßt, mehr als alles andre mir verhaßt. Dabei handelt es sich um eine antike Überlieferung, denn schon Plutarch sagt, Grieche und Schulgelehrter seien bei den Römern Wörter der Ablehnung gewesen, ja der Verachtung. Mit zunehmendem Alter habe ich dann gefunden, daß dies völlig ins Schwarze traf und tatsächlich die Gelehrtesten nicht die Gescheitesten sind. Wie es aber dazu kommen kann, daß eine an Kenntnis so vieler Dinge reiche Seele hiervon nicht aufgeweckter und lebendiger wird und ein gemeiner und dumpfer Geist die Gedanken und Urteile der hellsten Köpfe, die es auf der Welt je gegeben hat, in sich zu beherbergen vermag, ohne etwas daraus zu lernen und sich zu läutern, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Eine junge Dame, die erste unserer Prinzessinnen, sagte mir, als sie auf eine bestimmte Person zu sprechen kam, wer so viele große und denkstarke fremde Gehirne in sich aufnehmen wolle, müsse zwangsläufig das eigene verengen, zusammenziehen und verkleinern, um den anderen Platz zu machen. Ich wäre fast geneigt, dem zuzustimmen und zu sagen: Wie die Pflanzen an zu viel Nässe eingehen und die Lampen an zu viel Öl ersticken, kommt auch die Tätigkeit des Geistes durch zu viel Studium und Stoffhuberei zum Erliegen, weil er, von der ungeheuren Vielfalt der Dinge bis zur Verwirrung in Anspruch genommen, die Fähigkeit verliert, sich hiervon wieder freizumachen, so daß er unter der Last schließlich krumm und schief wird. In Wirklichkeit jedoch verhält es sich anders, denn unsere Seele weitet sich um so mehr, je mehr sie in sich aufnimmt, und aus den Beispielen des Altertums kann man ersehn, daß gerade umgekehrt die zur Führung der öffentlichen Angelegenheiten fähigen Männer, die großen Feldherrn und die großen Berater der Staatsmänner zugleich bedeutende Gelehrte waren. Was aber diejenigen Philosophen betrifft die sich jeder öffentlichen Beschäftigung enthielten, so wurden wie die Schulmeister auch sie zuweilen durch die ihre Narrenfreiheit nutzenden Komödiendichter der damaligen Zeit der Verachtung preisgegeben, weil sie sich mit ihren Auffassungen und ihrem Verhalten in der Tat lächerlich machten. Wollt ihr, heißt es bei Platon, daß sie über die Rechtslage in einem Prozess oder die Handlungen eines Menschen ihr Urteil abgeben? Sie tun’s, nichts lieber als das! Sie werden gleich noch untersuchen wollen, ob es überhaupt Leben, ob es Bewegung gebe, ob der Mensch sich vom Ochsen unterscheide, wie man Handeln und Leiden zu definieren habe und was für Wundertiere Gesetz und Gerechtigkeit seien. Ganz gleich, ob sie von oder zu einer Amtsperson sprechen, stets nehmen sie sich dabei ungebührliche und flegelhafte Freiheiten heraus. Hören sie, daß man einen König oder ihren eignen Fürsten preist, so ist er für sie nur ein Schafhirt, faul wie ein Schafhirt und ausschließlich damit beschäftigt, seine Herde zu melken und zu scheren, noch viel rücksichtsloser aber als ein Schafhirt. Findet ihr einen größer, weil er zwei Morgen Land besitzt? Gewohnt, die ganze Welt als ihren Besitz zu umfangen, können sie hierüber nur lachen. Rühmt ihr euch eures Adels, weil ihr sieben reiche Ahnherrn vorweisen könnt? Da schauen sie erst recht auf euch herab, denn offenbar wisst ihr euch keinen Begriff vom allumfassenden Wesen der Natur zu machen und vermögt nicht zu sehen, wie viele Vorfahren jeder von uns gehabt hat: Könige und Knechte, Reiche und Arme, Griechen und Barbaren; und wärt ihr der fünfzigste Nachfahr von Herkules, würden sie euch nur für eitel halten, wenn ihr ein solches Geschenk Fortunas ins Feld führtet. So wurden diese Philosophen der Antike vom gemeinen Volk als anmaßende und überhebliche Menschen verachtet, weil sie von den wichtigsten, nämlich alltäglichen Dingen keine Ahnung hätten. Aber das Bild, wie es Platon von ihnen zeichnet, ist weit davon entfernt, auf unsere Schulgelehrten zuzutreffen. Jene standen in Missgunst, weil man sie als dem gewöhnlichen Dasein Enthobene ansah, die jede öffentliche Tätigkeit gering schätzten und ein nach so veralteten wie hochgestochnen Grundsätzen geregeltes, nicht nachvollziehbares Privatleben führten. Diese hingegen verachtet man, weil man sie als unter das gewöhnliche Dasein Gesunkene ansieht, die zur Übernahme öffentlicher Aufgaben unfähig seien und mit ihrem nichtswürdigen Leben und Treiben noch hinter dem gemeinen Volk zurückblieben. Philosophisch reden, doch das Handeln lassen – solche Menschen finde ich fürwahr zum Hassen. Die anderen Philosophen der Antike jedoch waren, wie gesagt, nicht nur groß im Wissen, sondern größer noch in all ihrem Handeln. Von Archimedes, dem Syrakusischen Geometer, berichtet man folgendes: Als er eines Tages aus seinen tiefsinnigen Berechnungen weggeholt wurde, auf daß er davon etwas zur Verteidigung seines Landes in die Praxis umsetze, stellte er prompt ungeheuerliche Maschinen her und erzielte mit ihnen Wirkungen, die alle menschliche Vorstellung übertrafen; dennoch fand er selber solch handwerkliche Tätigkeit verächtlich, weil er meinte, damit die Würde seiner Kunst erniedrigt zu haben, für die seine Apparate nichts als Versuchsobjekte und Spielsachen seien. Genauso verhielt es sich mit jenen Philosophen: Wenn sie gelegentlich ihr Denken durch Handeln beglaubigen sollten, sah man sie einen derartigen Höhenflug nehmen, daß offenbar wurde, wie sehr die Erkenntnis der Dinge ihnen Herz und Seele auf wunderbare Weise geweitet und bereichert hatte. Manche freilich zogen sich, da sie die Zitadelle der politischen Macht von Unfähigen eingenommen sahen, daraus zurück. Als Krates gefragt wurde, wie lange man Philosophie treiben solle, antwortete er: »So lange, bis unsre Heere nicht mehr von Eseltreibern angeführt werden.« Heraklit trat die Königsherrschaft seinem Bruder ab, und den Ephesern, die ihn vorwurfsvoll fragten, warum er statt dessen seine Zeit damit verbringe, vorm Tempel mit Kindern zu spielen, stellte er die Gegenfrage: »Ist das denn nicht besser, als in eurer Gesellschaft die Staatsgeschäfte zu führen?« Diese Philosophen, deren Gedanken hoch über der Welt und ihren Glücksgütern schwebten, fanden Richterstühle und eben selbst Königsthrone niedrig und verachtenswert. So schlug Empedokles die ihm von den Agrigentinern angebotene Königsherrschaft aus; und weil Thales manchmal das Streben nach gewinnträchtigem Wirtschaften geißelte, warf man ihm vor, er verhalte sich wie der Fuchs in der Fabel zu den ihm unerreichbaren Trauben. Da packte ihn die Lust, spaßeshalber den Gegenbeweis anzutreten; zu diesem Zweck würdigte er seine Gelehrsamkeit zur Dienstmagd für die Mehrung von Hab und Gut herab und zog ein Geschäft auf, das ihm in einem einzigen Jahr so große Reichtümer einbrachte, wie sie selbst die in diesem Metier Erfahrensten in ihrem ganzen Leben kaum hätten anhäufen können. Aristoteles berichtet, manche hätten Thales, Anaxagoras und ihresgleichen, weil ihnen die einträglichsten Dinge kaum der Mühe wert gewesen seien, weise, aber nicht lebensklug genannt. Das aber kann (davon abgesehen, daß ich den Unterschied zwischen beiden Worten nicht recht zu begreifen vermag) unseren Schulmeistern keineswegs zur Entschuldigung dienen: Wenn man sieht, welch niedriges, armseliges Los sie in ihrer Unbedarftheit hinnehmen, hätten wir eher Anlass, ihnen beides abzusprechen – sie also weder weise noch lebensklug zu nennen. Jene erste Erklärungsmöglichkeit, nach der die Abstumpfung der Schulmeister von zu viel Studium und Stoffhuberei kommen könnte, lasse ich also fallen und glaube, es ist zutreffender zu sagen, daß sie von ihrer falschen Weise kommt, sich mit den Wissenschaften zu befassen, und daß man sich bei der Art, auf die wir unterrichtet werden, gar nicht zu wundern braucht, wenn weder Lernende noch Lehrer dabei gescheiter werden, sondern allenfalls gelehrter. In Wahrheit zielen Sorge und Aufwand der Väter bei uns auf nichts anderes ab, als den Kopf der Kinder mit Bücherschränken zu möblieren; von Urteilskraft und Tugend hingegen kaum ein Wort! Macht unsere Leute einmal auf einen Passanten mit dem Ruf »Seht, was für ein Gelehrter!« aufmerksam, auf einen andern aber mit dem Ruf »Seht, was für ein Ehrenmann!«, und unfehlbar werden sie Augen und Achtung dem ersten zuwenden. Da müßte ein dritter Ruf ihnen selbst gelten: »Was für Holzköpfe ihr seid!« Meistens fragen wir ja- »Kann er Griechisch oder Latein? Schreibt er Verse oder Prosa?« Ob er dadurch aber besser oder verständiger geworden sei, wäre doch das Wichtigste – und ebendas bleibt auf der Strecke. Erkundigen sollte man sich deshalb, wer das bessere, und nicht, wer das größte Wissen habe. Wir arbeiten ausschließlich daran, unser Gedächtnis vollzustopfen, -Verstand und Gewissen jedoch lassen wir leer. Wie die Vögel zur Brutzeit auf der Suche nach Körnern ausfliegen, die sie dann, ohne sie zu kosten, im Schnabel herbeitragen, um ihre Jungen damit zu füttern, klauben und klauen auch unsre Pedanten unaufhörlich ihr Wissen aus Büchern zusammen, nehmen es aber nur mit gespitzten Lippen auf und spucken es zudem gleich wieder in den Wind. (Überrascht muß ich plötzlich feststellen, wie sehr ich für solche Torheit selber ein Beispiel bin. Tue ich denn im größten Teil dieser Arbeit nicht genau das gleiche? Ich stibitze mir hier und da aus anderen Büchern die mir gefallenden Sentenzen, nicht um sie im Gedächtnis zu speichern, denn ich habe keinen Gedächtnisspeicher, sondern um sie in mein Werk einzubringen, wo sie mir wahrhaftig kein bißchen mehr gehören als an ihrem ersten Platz. Wir sind, davon bin ich überzeugt, Wissende nur des heutigen Wissens, des vergangenen jedoch ebensowenig wie des künftigen.) Das Schlimmste ist, daß auf diese Weise das Wissen unsrer Schulmeister auch ihren Nestlingen und Schülern nicht zum inneren Wachstum und Gedeihen dienen kann, da sie ihrerseits das Erlernte lediglich von Hand zu Hand weiterreichen – zu dem einzigen Zweck, damit zu prahlen und anderen zur Unterhaltung etwas vorzuschwätzen: Wertloses Klimpergeld, zu nichts zu gebrauchen denn zum Zählen und als Spielmarken. Mit anderen zu reden, haben sie gelernt, mit sich selber, nicht. Doch nicht zu reden gilt es, sondern das Steuer zu führen. Die Natur läßt, um zu zeigen, daß nichts Gestaltloses aus ihren Händen kommt, Völker von niedrigster Schulbildung oft geistige Schöpfungen hervorbringen, die es mit den höchsten Werken von Kunst und Wissenschaft aufnehmen können. Wie köstlich illustriert doch das Gascognische Sprichwort „Bouhaprou bouba, mas a remuda lous ditz qu’em“, worauf ich hinauswill: Feste blasen, das klappt, nur mit dem Fingerspiel hapert’s! (Es ist einem Schalmeienlied entnommen.) »So sagt Cicero«, »Dies ist die Ethik Platons«, »Aristoteles behauptet wortwörtlich« – all das kommt uns leicht über die Lippen. Aber wir, was sagen wir denn selbst? Wie urteilen wir selbst? Wie handeln wir selbst? Ein Papagei würde ebensogut daherreden. Unser Verhalten erinnert mich an jenen reichen Römer, der keine Kosten gescheut hatte, für jedes Wissensgebiet Fachleute in seine Dienste zu nehmen; sie mußten ständig um ihn sein, denn sie sollten, wenn sich ihm in der Unterhaltung mit seinen Freunden Gelegenheit zu einer Äußerung über dieses oder jenes Thema bot, sofort für ihn einspringen und ihm bald ein bestimmtes Argument, bald einen Vers von Homer liefern können, jeder aus seinem Jagdrevier. So wähnte er, dieses Wissen sei, da er es im Kopf seiner Leute habe, sein eignes. Das gleiche tun jene, die ihre prächtigen Bibliotheken für sich denken lassen. Ich kenne einen, der jedesmal, wenn ich etwas von ihm wissen will, ein Buch von mir verlangt, um mir die Antwort darin zu zeigen; und wenn er die Krätze im Hintern hätte, würde er sich nicht getrauen, mir das zu sagen, ohne vorher im Lexikon nachzusehen, was Krätze ist, und was Hintern. Wir nehmen die Meinungen und das Wissen anderer in Obhut, das ist alles. Es gilt aber, sie uns anzueignen. Wir gleichen insoweit einem Mann, der, wenn er Feuer brauchte, es sich bei seinem Nachbarn holen ginge und nun, da er dort ein schönes, großes brennen sähe, zum Aufwärmen daran sitzen bliebe und hierüber ganz vergäße, ein Stück Glut nach Hause zu tragen. Was nützt es, uns den Wanst vollzuschlagen, wenn wir’s nicht verdauen? Wenn die Speisen sich in uns nicht transformieren? Wenn sie uns nicht größer und stärker machen? Meinen wir denn, daß Lukullus, den nicht eigene Erfahrung, sondern das Lesen literarischer Werke zum großen Heerführer ausbildete, diese nach unserer Art aufgenommen habe? Wir verlassen uns derart auf die Kraft anderer Arme, daß wir die unsren entkräften. Will ich mich gegen die Todesfurcht rüsten? Gewiß – mit der Rüstung Senecas! Suche ich Trost für mich oder jemand anders? Rasch ist er von Cicero. Geborgt! Wäre ich aber darin eingeübt worden, hätte ich ,ihn aus mir selbst geschöpft. Dieses erschnorrte, aus zweiter Hand stammende Bescheidwissen liebe ich nicht. Auch wenn uns die Gelehrsamkeit anderer gelehrt machen sollte Weise sein können wir nur durch unsre eigene Weisheit. Den Weisen find‘ ich hassenswert, der Weisheit nicht sich selber lehrt….// Nichts weiß der Weise, wenn er nicht mit Fleiß, durch Weisheit selber sich zu läutern weiß…// …wenn haltlos er nach Mammon giert, und feige wie ein Lamm sich führt. Es ist nicht damit getan, uns Weisheit zu erwerben, wir müssen uns ihrer auch bedienen.“

„Essai Buch I – Über die Schulmeisterei – Erster Teil“

Ereignis, Geschichte, Personen

Der mit dem Elefant

Nürnberg – 19:00, Mit Tycho Brahe, geboren am 14. Dezember 1546 um 10:47 AM in Knutstorp, Scania Schweden, wird dieser Tage in seiner Prager Gruft ein Mann exhumiert und ein Kriminalfall aufgerollt, der auf einen bösen Giftmord deutet. In gewohnt flappsiger Manier und dem Anlass nicht angemessen berichtet der Spiegel: Geschichte: Giftspur ins Sternenschloss – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft

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Tycho de Brahe wird von Kepler „der Phöenix“ unter den Astrologen/nomen genannt. Er war wohl sein Lehrer und Kollege, auf dessen äußerst aufwendigen Berechnungen Kepler seine Gesetze aufbauen konnte. Im Alter von 20 Jahren verlor Brahe bei einem Duell, dessen Grund der Streit um eine mathematische Formel mit einem Kommilitonen war, einen Teil seiner Nase und trug deswegen mittig, wo die Kugel eine Ecke herausgerissen hatte, eine Prothese. „Als man jedoch 1901 sein Grab öffnete und den Schädel untersuchte, um Hinweise auf die besagte Prothese zu finden“, heißt es bei Wikipedia, „fand man Reste von Kupfersalzen an der entsprechenden Stelle, die eher auf eine dünne Kupferfolie hindeuteten als auf eine schwerer zu tragende Prothese aus einer Goldlegierung.“ Auf einem zeitgenössischen Stich (siehe Spiegel-Artikel) ist dieses Plättchen zu sehen. Es scheint nicht abstoßend ausgesehen zu haben, zumindest, wenn es angeklebt war.

Jedenfalls hat man hat also schon einmal seine Grabesruhe gestört, der Mann scheint nicht zur Ruhe zu kommen. Schauen wir einmal auf das Sekundärprogressive Horoskop für heute:

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Wir sehen hier, Mars hat es seit vierhundertacht Jahren fast ums ganze Horoskop geschafft und er steht im genauen Quadrat zum progessiven Mondknoten, sowie in nahezu genauer Konjunktion zum Radix-Jupiter. Die Sonne, inzwischen einmal progressiv durch das ganze Horoskop gewandert, läuft in die Konjunktion zum Mars und Neptun in den Stier, nachdem er sich selbst überholt hat: eine „Geistseele“ materialisiert sich.

Der „Spiegel“ geht von einem Mord aus ödipalen Gründen aus (etwas anderes passt auch seit 1959 nicht in sein Weltbild, indem Religion durch Psychoanalyse ersetzt wurde), und will sogar ahnen, Brahe hätte eine Affäre mit Konig Christians Mutter gehabt. Da hatte aber Brahe gerade vor einem Jahr sein Loch in der Nase bekommen, und wird schlicht nicht attraktiv genug gewesen sein, um eine Liaison mit der Königin zu wagen.

Wie es nun der Spiegel gewohnt ignorant schafft, den eigentlich wahrscheinlichen Grund für den Gift-Mord gar nicht in Betracht zu ziehen, ist an sich schon bemerkenswert. Tycho de Brahe war nämlich nicht nur Astronom, sondern bezog selbstverständlich die Vorgänge des Himmels auch auf das Menschenleben, wie jeder gute Astrologe. Und als solcher sagte er leichtsinnig zwanzigjährig in Rostock den Tod des Sultans Soliman voraus und wurde so berühmt, dass der Vater des Mordauftraggebers, Friedrich II von Dänemark, Horoskope für seine drei Söhne erstellen ließ. Das Horoskop für Prinz Hans, des Christian IV jüngsten Bruders, war „ungünstig“ und Brahe wies auf eine gefährliche Zeit im Alter von 19 Jahren hin, die nur mit Gottes Hilfe überstanden werden konnte. Nun entwickelte sich das Leben des von Brahe als gebrechlich bezeichneten Prinzen ganz genau so, wie Brahe es vorausgesagt hatte: er sprach von kriegerischen Verwicklungen, denen Prinz Hans in früher Jugend ausgesetzt sein würde, aber da in Bezug auf diese Konstellation über dem Mars die Venus noch günstig stünde, so konnte man hoffen, dass er über diese Zeit hinwegkommen würde. „Aber dann käme“, so berichtet Rudolf Steiner über den weiteren Verlauf, „jene ungünstige gefährliche Konstellation, die durch den für den Hans feindlichen Saturn hervorgerufen sei, und die zeige, dass er einer feuchten, melancholischen Krankheit ausgesetzt sei, die namentlich von der betreffenden fremdartigen Umgebung kommen müsse, in die dieser Mensch dann versetzt sein würde.

Wie war der Verlauf des Lebens dieses Herzogs Hans? Er wurde als junger Mann in die damaligen politischen Verhältnisse verwickelt, wurde in den Krieg geschickt, machte eine Schlacht mit, die Schlacht bei Ostende, und hatte dann in Anknüpfung daran – das hatte Tycho de Brahe besonders vorhergesagt – große Seestürme zu bestehen. Er war nahe daran zugrunde zu gehen. Dann wurden Verhandlungen angeknüpft von befreundeter Seite über eine Ehe des Herzogs Hans mit der Zarentochter, und er selbst wurde aus diesem Grund nach Dänemark zurückberufen. Das konnte Tycho de Brahe so auslegen, dass Mars hart herangetreten sei an den Herzog, dass die von den ungünstigen Marseinflüssen herrührenden Verwicklungen aber zurückgehalten wurden durch die Einflüsse, die von der Venus kamen, so dass die Venus, welche die Beschützerin der Liebesverhältnisse ist, zunächst den Herzog Hans geschützt hat. Dann aber kam in seinem achtzehnten, neunzehnten Jahre der feindliche Saturneinfluss. Er wurde abgeschickt nach Moskau. Bis Petersburg kam er. Man kann sich eine Vorstellung davon machen, in welcher Stimmung der dänische Hof auf den jungen Herzog hinblickte. Alle Vorbereitungen zur Heirat wurden gemacht, man erwartete stündlich die Nachricht von dem Zustandekommen dieser Verbindung, statt dessen kam zuerst eine Meldung, dass die Heirat verzögert wurde, dann kamen Nachrichten von der Erkrankung des Herzogs und schließlich die Todesnachricht.“ (Rudolf Steiner, 9. November 1911: „Vom Sinn des Prophetentums“)

uraniborg

Kaum aber kam Christian IV an die Macht, der älteste Bruder des verstorbenen Hans, ging für Brahe die gute Zeit zu Ende. Sein Observatorium auf einer Insel (Bild oben) wurde so geschleift, dass kein Ziegel davon übrig blieb. Wenn wir uns die Transite für Brahes Todeshoroskop anschauen, sind wir nicht verblüfft, vor allem Saturn in Haus 8 zu sehen und – es war ein Quecksilbermord (wie bei Mozart) – Merkur in Opposition zu Pluto, durch den Mond verstärkt, sowie Neptun Konjunktion Chiron, und das in Haus 7, also Gift aus dem 7. Haus. Brahe starb qualvoll (wohl an einer zweiten Giftdosis, weil er die erste überlebt hatte) am 24. Oktober 1601 in Prag, ein Jahr, nachdem Giordano Bruno in Rom auf dem Campo di fiori verbrannt worden war:

transite-todestag-brahe

Personen

Frank Zappa

Lieber Leser,

leider starb dieser Mann viel zu früh. Auf dem unteren Bild sehen wir die kongeniale Illustration Calvin Schenkels zur Veröffentlichung von „One Size Fits  All“:


zappaGeboren am 21. Dezember 1940 um 6:22 AM in Baltimore Corner, MD (USA) zeigt dieses Horoskop das Signum royalistischer Herrschaft – die Konjunktion von Jupiter (also dem Geburtsherrscher) und Saturn im Haus der Kreativität. Leider starb Zappa viel zu früh am 4. Dezember 1993 an Prostata-Krebs.

Michèle Montrelay, Philosophin, Psychoanalytikerin und Feministin schrieb: „Nehmen sie sich vor der Musik in acht. (…) Sie singt, tanzt, lädt zum Feiern ein, erlaubt zu leben; aber wenn man sich zuviel mit ihr beschäftigt, dann tötet sie wie Kali. Deswegen muß man ihr einige Grenzen setzen …“

Ich hoffe, das stimmt nicht. Zappas Tod war auch deswegen so fatal im wahrsten Sinne des Wortes, weil die Forderung nach „freier Sexualität“ sich durch sein Werk zieht, wie ein roter Faden (Mars in Skorpion). Dieser Libertinismus sollte also in Persona widerlegt werden?!

Dieses Jahr habe ich ihn nochmal live gehört! – Kevin John Edusei, 1973 geboren, als „One Size fits them all“ mit der unvergleichlichen, lebensrettenden Arroganz des Till Eulenspiegel gerade herauskam, dirigierte das EnsembleKontraste mit zwei Stücken, die es ihm (Zappa) noch vergönnt war 1992 in der Alten Oper in Frankfurt zur Uraufführung zu bringen. „Oper?“, mögen manche fragen: „Der Mann sieht doch aus, wie ein Rock-Spinner?“ Und genau das ist es: Zappa hat Musik gemacht ohne den geringsten Respekt für Genregrenzen. Dabei bastelte er – Mond in der Jungfrau als fleißiges Helferlein – an einem musikalischen Kosmos aus ein paar Dutzend unglaublichen Melodien – und ein paar Tausend durch die reinen Gitarrensoli dazu:

http://www.ensemblekontraste.de/

Musik beschreiben – Mondknoten in der Waage, Haus 10! Sie ist dermaßen prägend und eigen, dass sich aus Zappas Namen sogar ein Duden-bestätigtes Wort: „zappaesk“, gebildet hat. Es sind die Melodien – müssen sein – mein Lieblingslied ist „Village of the Sun“ – Kevin John Edusei hat die Stücke würdig präsentiert. Er ist Kapellmeister in Würzburg und übernimmt andere kreative Aufgaben in der Region hingebungsvoll und mit Freuden. Ich war überrascht, wie die Profis es hinkriegen, nach nur zwei Proben, zusammengewürfelt aus den Orchestern in München und Nürnberg, absolut unterbezahlt, dennoch eine solche Aufführung hinzukriegen. Aus Zappas magischem Musikkosmos, wenn man ergriffen ist, kommt man nur durch Musik heraus. Sein Mond/Neptun in Jungfrau machte ihn zum Zauberlehrer, Autorität  für eine ganze Generation Freaks.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Mundan

Pluto in den Wassermann

Nürnberg 16:38 – unten nochmal der wunderbare Vollmond, subjektiviert zwischen Technik und Augenblick.

Seit heute nähern sich Jupiter und Saturn wieder einem Trigon. Doch es wird erst am 21. November um 13:11 exakt. Jupiter fördert, immer noch, ein Wachstum der Strukturen und Gesetze, des Sinnes für ungeschönte Wirklichkeit; Saturn trägt gleichzeitig und in Zusammenarbeit mit ihm dazu bei, alles, was mit den Jungfrau-Themen der Verwertbarkeit und des praktischen Nutzens zu tun hat, erst schwer erscheinen zu lassen, um es dann nach neuen Regeln effizienter zu gestalten. Gemäß der Dispositor-Lehre ist Saturn der Dispositor von Jupiter, …

Foto Markus Termin ©

… Merkur jedoch der Dispositor von Saturn, denn er beherrscht die Jungfrau. Daher wirkt sich die Rückläufigkeit von Merkur so stark auf den Finanzmarkt aus. Und Merkur, der immer noch in der Waage steht, hat zur Dispositorin die Venus im Skorpion, die, wir erwähnten es, gern anderen in die Tasche greift und überhaupt für Pekuniäres steht. Sie selbst freilich wird wieder von Mars und Pluto dispositioniert, und an Pluto bleibts dann hängen, denn der wechselt ja gerade in den Steinbock, bzw. schließt den Kreis über Jupiter (und Chiron), sein eigener Dispositor.

Hätte jemand vor Monaten geglaubt, dass sich der Zeichenwechsel des degradierten Zwerg-Planeten als Verstaatlichung nahezu aller großen Geldhäuser in den USA bemerkbar machen wird? Mit dem Zusammenbruch des Banken-Systems und seiner de facto Verstaatlichung** gehen aber noch andere Dinge einher, die uns die nächsten sechzehn bis siebzehn Jahre beschäftigen werden. Denn die Hybris der Banken war/ist ja eine Sache, die die ganze Welt durchstrukturiert hat/hatte.

Auf einer ganz einfachen Ebene geht es um den Wert der wirklichen Dinge. Der Verlust von Qualität war/ist überall dort bemerkbar, wo reine Gewinnmaximierung zum Ziel aller Ziele erklärt wurde. Qualität ist unter diesen Umständen nur noch das Resultat missbrauchter Leidenschaften von Menschen, die gar nicht anders können, als Qualitätsarbeit zu leisten, egal in welchem Bereich. Die große Sehnsucht danach, „etwas richtig zu machen“ und sich dadurch erfüllt und sinnvoll zu fühlen, wurde/wird missbraucht und pervertiert. Dies geschah unter Pluto im Schützen naturgemäß anders, als unter Pluto im Krebs, wo man eben jenen menschlichen Ur-Instinkt für Blut und Bodenkriege missbrauchte.

In unserer jüngsten Vergangenheit ging es um den Missbrauch des Glaubens und der Religion, von Zielvorstellungen ganz allgemein. Die Jugend, die immer ein guter Spiegel der wahren gesellschaftlichen Werte ist, reflektiert/e diese Hohlformel durch Knochen- und Schädelkult und Selbstzerstörungswahn. Denn sie spürt die Unaufrichtigkeit: die Aufforderung, etwas Sinnvolles zu machen, ist unglaubwürdig, wenn das einzig anerkannt Sinnvolle in Wahrheit die Maximierung von materiellen Werten ist. Dies wird von allen Medien reflektiert, selbst der geliftete Gesichtsausdruck wird ein materieller Wert. Auch die materielle Hybris der Naturwissenschaft – deutlichster Ausdruck jener gar nicht zufällig heiß diskutierte LHC in Genf, um den es, seit er ebenfalls unzufällig parallel zu den Banken kaputtgegangen ist, zunächst mal still geworden ist – gehört in diesen Wahn-Bereich. Nun wird zurückgerudert und an Regeln gebunden.

Einen tiefen, sinnvollen gesellschaftlichen Umbau kann man den Verantwortlichen, die immer nur reagieren, wie sich die letzten zwei Wochen gezeigt hat, leider wohl nicht zutrauen.* (Hier wieder bemerkenswert die Bewährung der Fische-Sonne Haus 12 Gordon Brown beim Management des vermeintlichen Untergangs. Plötzlich ist der Schatzkanzler in seinem Element, dem Fische-Zeichen als Zeichen des Geldflusses.) Daher wird dieser Umbau von uns als Ausstieg aus der materiellen Diktatur selbst vollzogen werden müssen. Veränderung und Gefühl, brüderliches Miteinander wird dem Krebs-Gegenzeichen gemäß jenseits der rigiden Regelwerke wachsen, wie einst im Sozialismus, der nun, den Kapitalismus erwartungsgemäß in sich selbst überholend, zur heimlichen Staatsdoktrin werden muß, wenn man unterstellt, dass das alte System sich nicht freiwillig verabschieden wird.

Dennoch steht in Aussicht, dass es das tun wird und muß, wenn Pluto zwischen 2023 und 2025 in den Wassermann geht, und später mit Uranus im Löwen dazu eine Konstellation sich wiederholt, wie einst zur französischen Revolution. Es ist Aufgabe der Astrologie im Sinne einer Entwicklung der Bewusstseinsseele diese Übergänge vorausschauend und friedlich mitzugestalten. Wir können jetzt schon viel dafür tun, dass es gut wird. Wir können sagen, wann es kommt: wie es wird, daran werken wir selbst mit.

Foto Markus Termin ©

* 23.11.2020 23:03 – hier liegt die Betonung auf sinnvoll – das Böse dieser 2020 entfesselten Plandämonie ist nur für Teufel von Teufeln – nicht für Menschen.

Es gab schon Leute, die wollten das Mittelmeer trockenlegen und schrumpfen, zur Landgewinnung. Technokratien sind immer faschistisch. Mit Technik muss man umgehen, wie mit einer Flamme: man benutzt sie, aber verbrennt sich besser nicht.

Christus ist der, der die Technik beherrscht.

** „Banken-Systems und seiner de facto Verstaatlichung“ – müsste eigentlich lauten: Staaten-Systems und seiner de facto Verbankung – wohl eher eine Enthüllung der lang schon herrschenden Verhältnisse.

Personen

René Descartes: „Cogito ergo sum!“

Liebe Leser,

Nürnberg 14:00 – Durs Grünbein (9. Oktober 1962 in Dresden) hat sich tiefer in René Descartes (31.03.1596 02:00 AM La Hage en Touraine, FR) hineingearbeitet, wie wohl irgendeiner vor ihm. Er ist eine Waage, und ich gäbe was drum, zu wissen, was ihn karmisch mit Descartes verbindet, dem Widder, seinem Gegenteil. Jenes hineinarbeiten in die Seele Descartes geschah bei Grünbein poetisch, denn Grünbein ist Dichter, wie er im Buche steht, und wenn man seine Verse liest, kann man wahrlich getröstet werden, dass die Welt, die er beschreibt, vor allem aber die dazugehörige Natur – zwischen Autobahn und Autobahn – heute nicht mehr existiert. Gerade darum aber sind Grünbeins Verse wie gute Fotografien von alten Ruinen: kalt holen sie heran, was längst vorbei ist, und frieren es mit dem unerbittlichen Charme und der klaren Logik der Waage ein, und die daraus sich ergebende Melancholie verbinden sie mit der schmachtenden Hoffnung einer neuen, alten Liebe.

Portrait von Franz Hals

Wer aber ist Descartes und warum kommt er hier zu Ehren? Es ist nicht sein Geburtstag, sondern sein Saturn in der Jungfrau, der mir aufgefallen ist, denn den haben wir heuer eben auch. Jenes „Ich denke, also bin ich“, mit dem Descartes quasi mit einem Satz einen Strich unter die barocken Stilblüten seiner Zeit zog, um sich der genauen Beobachtung und der nüchternen Analyse anzuvertrauen, ist sein berühmtester und nahezu allen bekannter Satz. Wer Steinbock-Aszendenten kennt, wird in seinem Gesicht einen Anklang davon finden, gemischt mit dem Widder und der Sanftmut von Stier-Venus und Mond. Dreht man das um und schaut sich Bilder eines Steinbocks mit Widder-AC an (geeignet: der ältere Richard Widmark, Bild kann ich hier aus copyright-Gründen nicht einfügen), bemerkt man leicht die Verschiebung der Prioritäten. Dem Saturn jedoch in der Jungfrau wollen wir beschreibend beikommen durch ein paar Sätze aus Durs Grünbeins in der edition unseld erschienenen Sammlung „Der Cartesische Taucher“:

„Der Laie verbindet mit dem Namen Descartes die Vorstellung von logischer Strenge, kaltblütigem Ordnungssinn, rasiermesserscharfem Verstand, usw. Jedes Lexikon hält seinen Steckbrief bereit: erster systematischer Denker der Neuzeit, Vertreter einer mechanistischen Weltanschauung, Mitbegründer der analytischen Geometrie, überzeugt davon, dass alle Naturerscheinungen rational fassbar sind.“ Und: „So spricht der Philosoph, der um die Grenzen seines Philosophierens jederzeit weiß. Sein Gespür für das Machbare, das allein von ihm zu Leistende, verdankt sich gerade solcher Wahrnehmung für das schlechthin andere (gemeint ist die Poesie M.T.), dass sich ihm entzog.“

Wird sie hier nicht klar dargestellt, die Jungfrau-Eigenschaft der Trennung, des Sortierens und der klaren Unterscheidung von brauchbar und unbrauchbar? Ob sich das aber auf Kartoffeln oder Gedanken bezieht, oder gar auf Töne, das hängt nur davon ab, womit sich die Jungfrau beschäftigt. Für Descartes stand Saturn als Geburtsherrscher zur Verfügung, so dass sich in dessen Wirken, in also seiner natürlichen Regelhaftigkeit, der Sinn seiner Existenz zusammenfassen ließ, vom Privaten abgesehen. Doch Saturn ist ja nicht privat.

Nun macht es nicht Wunder, wenn ein Steinbock-Aszendent seinen Saturn lebt, und dies leistet in Haus 8, dem der Verwandlung der Seele durch den Anderen, und wenn diese Person eine solch gewaltige (Pluto) und revolutionäre (Uranus) Widder Natur hat, dann kommt – mit Glück – ein Descartes heraus. Es macht jedoch – Saturn in der Jungfrau – auch für nicht Steinbock-AC Inhaber Sinn ihren Saturn anzuschauen, und sich zu prüfen auf die Regeln, nach denen sie ihr Leben gestalten. Man setzt Saturn gleichzeitig um, und doch steht er einem im Weg, wie ein Ding in der Wohnung, an dem man sich permanent stößt, ohne es wegzuräumen.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Geist

Tilia, die Linde

Der Autor unterwegs ohne Auto

Nürnberg 13:32 – „Tilia“ heißt Linde auf lateinisch, und tatsächlich ist unser Fremdwort „sub-til“ von diesem wundersamen Baum abgeleitet. Es ist ein Hinweis darauf, dass wohl unter der Linde in den dörflichen Gemeinschaften die eher milderen Dinge verhandelt wurden, wie Markus Sommer in „a tempo“ schreibt. Unter der Linde wurde getanzt – und tatsächlich sind die Blüten dieses Baumes geeignet, als Tee getrunken viele Leiden zu lindern. Wer sie sammelt und kocht, merkt schnell, dass sie schleimig sind, also gegen Husten eingesetzt werden können. Doch auch gegen Verbrennungen und Augenentzündungen soll der Schleim gute Wirkung zeitigen.

Foto Markus Termin

Gestern Nacht begegnete mir ein älteres türkisches Paar, die Dame trug Kopftuch. Sie wunderten sich über den lieblichen Duft in der warmen Nacht. Beide schnupperten in Bodennähe nach den Blumen, von denen der Duft wohl kam? Dass es die Linden sind, war ihnen nicht bekannt. Natürlich ist die Linde ein Jupiter-Baum. Unteres Gewächs jedoch wird ebenfalls dem Jupiter zugeordnet! Aus dem, was die beiden gemeinsam haben, läßt sich viel begreifen vom der Art des Planeten, wie die Alten ihn empfahlen:

Foto Markus Termin, Gänseblümchen

Ereignis, Geschichte, Mundan

Merkur mit Hilfe von Löwe-Mars auf dem Mars

Nürnberg, 14:07 um das Gewitter betrogen, und jetzt scheint hier Ἀπόλλων Apollo, die Sonne, so wie vor Tagen schon im Norden. Von Phönix, dem terrestrischen Mars Menschen Roboter hört man, es sei nun gelungen, den Greifarm instand zu setzen, während andere Nachrichten verwirrend darüber informieren, die Sonne habe sich aus Protest gegen das Artensterben auf der Erde in den Stand-by Modus geschaltet, bevor sie bereit sei, auf dem Mars nach Arten zu suchen. Dieses, und dass der Arm zunächst nicht funktionieren wollte, schieben wir auf den rückläufigen Merkur. Zu Hermes, dem Mond und der Sonne unterhält Mars gegenwärtig gute Beziehungen, die sich in nächster Zeit erfüllen wollen. Die sich annähernde Opposition allerdings, die Mars zu Chiron betreibt, will sich auch in naher Zukunft äußern. Sie wird am 16. Juni um 6:44 exakt, und ist potentiell verletzend. Also Vorsicht, bitte! Mars im Löwen ist dort nicht in besonderen Würden. Seine eigenen Zeichen sind Widder und Skorpion. Widder ist sein Taghaus und Skorpion sein Nachthaus. Als Triplizitätsherrscher regiert er die Wasser-Zeichen. Die Astrologie ist doch immer für eine Überraschung gut, doch es ist wahr: auch das Wasser hat Gewalt. Die psychischen Eigenschaften eines Löwe-Mars sind unverbesserlicher Eigenwille und persönlicher Stolz. Beide Eigenschaften sind nur bedingt sozial tauglich, das finden die Nativen spätestens um die zweiten Mondknoten Wiederker – also zwischen 37 und 38 heraus. Der Tierkreis von Dendara im Hathor-Tempel zeigt Mars, wie alle anderen Planeten, im Zeichen ihrer Erhöhung, wodurch das Alter dieses Konzepts bestätigt ist, und die Erhöhung geadelt wird, scheinbar noch vor dem Domizil, als hätte sie größere Bedeutung. Die Sonne ist erhöht im Widder, der Mond im Stier, Venus in den Fischen, Merkur nach Dendara in den Jungfrau, nach Lilly im Löwen. Jupiter ist im Krebs erhöht und Saturn in der Waage. Das Zeichen der Erhöhung von Mars ist Steinbock. Steht er dort im Geburtshoroskop, so sieht man es oft genug auch im Gesicht. Wie das? Die Heiligung von Tieren war im alten Ägypten wohl doch nicht einfach nur eine Phanatsie, und vielleicht mußten die Ägypter etwas von der gegenseitigen Durchdringung der Wesen, was wir heute vergessen haben? Steinbock-Mars jedenfalls ist heftig als Rechthaber, und nicht selten ist das auch sichtbar. Man nehme das optische Konzept „Steinbock“ und mache sich zunächst damit vertraut. Dann wird man sehen. Zu den Tieren des Mars gehört – man staune! – die Stechmücke. So wäre ein Heilmittel für die Malaria zu erwarten von einer Persönlichkeit mit Mars-Chiron Konjunktion in der Jungfrau. Seine Bäume sind alle Bäume, „die stachelig sind, oder Dornen haben, Kastanie.“ (W.Lilly) Dazu gehört ganz eindeutig die Akazie:

Bild Markus Termin

Wie die Akazie, so blühen die Mars Pflanzen alle, wenn Mars im Löwen steht. Denn das heißt in erster Linie: Mars hat sich mit der Sonnenkraft verbunden. Mars regiert den Dienstag – tuesday – also Ziu, Tiu, Tiuz´ Tag, der Tag des Stammgottes der Tius-Leute, also der Deutschen, weswegen Deutschland zum Widder und damit Mars gehört. Noch heute sprechen die Leute im Schwarzwald von „Zieschtig“, wenn sie Dienstag meinen. Dieser „Ziu“ ist aber, lautabgewandelt, kein anderer, wie jener „Tyr“, der dem „Tyrkreis“ seinen Namen gab, ein Himmelsgott, der mehr dem Jupiter, als dem Mars verwandt ist. Von den Kräutern regiert Mars alle die, „die durch Mitgefühl Jähzorn anziehen“, wie Lilly dunkel und weise schreibt, als wären Mitgefühl und Jähzorn eine Einheit. Auch die Zwiebel mit ihren antibiotischen Eigenschaften und ihrer Schärfe ist eine Mars-Pflanze. Und so reift die Erkenntnis: zur rechten Zeit geerntete Mars-Kräuter konnten auch die Verwundungen heilen, die durch Mars´ geschmiedete Eisen-Waffen geschlagen wurden. Die Dornenbildung der Pflanzen ist ein Vorgang, dessen durchdringendes Verständnis zum Verstehen der astralen Welt führt, denn von den vier ausgebildeten Körpern, die der Mensch und alle Wesen haben: Körper, Äther-Leib, Astral-Körper und Ich, ist der Astral-Körper der geheimnisvollste. Demnächst dazu mehr!

Fragen

Verlorene Gegenstände durch Astrologie finden

Nürnberg, 15:56 – nun war eben ein Donnergrollen am Himmel. Zeus ist rückläufig und bildet für kurze Zeit, solange der Mond in der Jungfrau ist, mit Sonne und Mond ein großes Erd-Trigon zwischen den Zeichen Stier, Jungfrau und Steinbock. Das klingt nach viel Energie, und so ist es auch. Bisweilen kommt es bei mir vor, dass ich Dinge vor mir selbst verstecke. Nicht absichtlich, sondern unbewußt; ohne Grund freilich nicht. So kam es gestern mit meiner Bankkarte. Und sowas natürlich ausgerechnet dann, wenn man sie eigentlich braucht. In solchen Fällen hilft Astrologie beim Auffinden verlorener Gegenstände meist hervorragend. Nach verzweifelter Suche setzte ich mich an den Computer, um das Stundenhoroskop für die Frage: „Wo ist meine Bankkarte?“ einzugeben:

Wir sehen hier die Jungfrau aufsteigen. Das hat also etwas mit Ordnung, Struktur, Analyse zu tun: eindeutig. Es geht um die Bewältigung praktischer Lebensfragen. Und das ist richtig, wollte ich doch ein Fahrrad kaufen. Wo ist aber nun die Karte? In diesem Fall bin ich Merkur, der Fragende, und der Mond, direkt am AC: eine Herzensangelegenheit also. Merkur ist aber auch, wie könnte es anders sein, die Bankkarte, denn das hat etwas mit Handel zu tun. Merkur steht, so fiel mir sofort auf, oben im Haus 10, im Berufsbereich. Mit einer solchen Hilfe war klar: irgendwo in der Astrologie muß sie verborgen sein, denn das ist mein Beruf. Sodann – nächste Schlussfolgerung: Merkur ist stark und steht im Zwilling, also in der Luft. Es ist bekannt, dass dieser Gott geflügelte Sandalen besitzt, doch konnte es das nicht sein. Schließlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: „Im Regal muß die Karte sein,“ denn dies ist der Ort in meiner Wohnung, der sich „In der Luft“ befindet. Doch wo? Nach kurzen Nachdenken kam mir in den Sinn, dass sie wohl in einem Buch stecken müßte, denn auch Bücher sind Merkur und haben – Zwilling -. Und so war es tatsächlich. Sie steckte in Thomas Rings „Astrologischer Menschenkunde“ im Kapitel Jupiter-Neptun zwischen Seite 352 und 353 „Entfaltung und Weite“. Die Aspekte von Merkur, das Quadrat zum Mond, geben auch die unbewußten Regungen an, die mich veranlaßt haben, die Karte vor mir zu verstecken. Ich wollte wohl eigentlich mein schwer verdientes Geld behalten. Doch Merkur hat ein zunehmendes Trigon zu Neptun: es würde mir also, denn Merkur beherrscht auch knapp das Haus 2 (Besitz, Eigentum) des Stundenhoroskops, dennoch durch die Finger fließen, so ist es halt …