Astrologie, Astronomie

Professor Lesch

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https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/faszination-universum-im-bann-der-astrologie-100.html

Liebe Leserinnen und Leser,

Harald Lesch – dieser wackere Streiter für die Wissenschaft – beschäftigt sich immer wieder mit der Astrologie, und diesmal besonders gründlich mit sehr schönen und aufwändig gemachten Animationen im Film. Natürlich enthält seine Darstellung die üblichen Fehler und vor allem Auslassungen. Eine Kollegin tritt auf, die wirklich allgemeines Blahbah von sich gibt (ihr zu Ehren möglicherweise gerade der flache Ausschnitt ihrer Beratung) – Kepler wird – wie üblich – falsch gewürdigt – und natürlich dürfen Barnum-Effekt und die Präzession nicht fehlen – es hätten sich (wie Lesch wirklich glaubt) die Sterne bewegt und die Astrologen das noch im 17. Jahrhundert nicht mitbekommen, und daher sei er ja kein Löwe, sondern ein Krebs, Fische hingegen Wassermänner, usw, usf …

Erstaunlich viel Zeit nahm sich die Sendung für die Darstellung der Wichtigkeit der Astrologie zur Reformationszeit – und während über Luthers Horoskop gesprochen wird, kippt die Sendung sogar in eine Akzeptanz von Luthers Charaktereigenschaften aus dem chart gelesen, denen das ideale Horoskop von Melanchton oder dem wetteifernden Papst angepasst werden sollte.

Und das gilt gleichfalls für die sehr gut zeitgeistig unterlegte Ronald Reagan Astrologie-Verbindung bis hin zu dem Eingeständnis – und das ist eigentlich sensationell – dass Astrologie ursächlich die Maueröffnung begleitet hat. Natürlich hat keiner dem Lesch die damalige Saturn/Uranus/Neptun Konjunktion als Mauerbrecheraspekt erklärt. Oder gar Liz Greenes´Voraussage von 1985 der Implosion der Sowjetunion. Aber im Grunde bleibt das Geheimnis gewahrt und offen: das ist mehr, als wir bisher erwarten durften.

Auch die Idee, Astrologie stamme aus Babylonien (im Film und allen Astrologiegeschichten von Astrologen selbst) ist so plausibel, wie die Annahme, Dinos stammen vom Brocken im Harz, weil man dort einen Knochen gefunden hat. Sehr wahrscheinlich ist hingegen, dass Astrologie aus Atlantis stammt und wesentlich älter ist, die Menschheit sich bereits seit mehreren platonischen Jahren von ca. 26000 Jahren mit ihr beschäftigt. Für diese Annahme gibt es auch historische Indizien.

Schlimm ist freilich, dass selbst Astrologen sich in diesem Gewirr oft nicht auskennen: und es ist ja auch gar nicht so leicht. Daher hier nochmal zum Mitschreiben: Hipparchos (Ἵππαρχος) hat die Präzession – also das Kreiseln der Erdachse – schon um 150 vor Christi wiederentdeckt – diese muss aber den Ägyptern längst bekannt gewesen sein. Tierkreiszeichen verschieben sich damit jedoch weder in der Astrologie, noch in der Astronomie. Beide haben nur einen einzigen gemeinsamen Maßstab: „First Point of Aries“ genannt – von der Royal Astronomical Society – und ohne diesen fixen Punkt (Siehe auch Paul Feyerabend: „Das Gespenst des Relativismus“) – kann man gar nichts messen, weder in Astrologie noch Astronomie: genau das ist der Grund, warum Regulus, das Herz des Löwen, jetzt in der Jungfrau läuft:

https://markustermin.com/2011/11/30/regulus-in-die-jungfrau/

Astrologie interessiert sich gar nicht für die (veränderlichen) Sternbilder – sondern nur für das Verhältnis von Sonne & Erde, das anschließend nach dem Jupiter- oder Sonnenfleckenzyklus aus gutem Grund in 12 gleiche Felder eingeteilt wird:

https://markustermin.com/2012/08/30/philosophie-der-astrologie-8/

Auch die Astronomie könnte ohne die Bestimmung dieses Punktes – der Tag/Nachtgleichen auf Erden – nichts messen. Die vorgebliche Super-Genauigkeit der Atomuhren ist ein Märchen. Atomuhren ändern ihre Gangart je nach Höhe: sie sind von der Gravitation abhängig und bieten daher gar keinen sicheren Maßstab.

Aber, wie gesagt, das wissen selbst viele AstrologInnen nicht – wie soll man das dem lieben Wissenschaftsonkel Lesch übel nehmen, der jetzt auch noch so famose Werbung für die Astrologie macht?

Um so bemerkenswerter ist sein Horoskop zur „Tatzeit“ – also heute, als die Sendung nicht gemacht, aber ausgestrahlt wurde. Mit bloßem Auge können wir erkennen, dass Mars laufend auf Leschs Neptun in Skorpion, Neptun laufend hingegen auf seinem Drachenschwanz tatsächlich steht, denn Neptun bewegt sich nicht, er ist gerade stationär direktläufig. Beides bezieht sich auf Haus 3 = Wissen, Information, denn Neptun ist Herr von seinem 3. Haus. Er hat Neptun zum Beruf gemacht (wie auch die Kanzlerin) – zur Weisheit hat es noch nicht gereicht – doch wer weiß, vielleicht kommt das mit Jupiter/Venus über seinem Aszendenten?

Neptun auf seinem Südknoten jedoch ist es, der ihn in die intensive Beschäftigung mit der Astrologie hineinzwingt – „Die Sonne – unser kosmisches Schicksal“ und ähnliche Munkeleien kommen dabei heraus. Wer weiß, was Lesch in der karmischen Vorexistenz war?!

Lesch weiß jedoch nicht, dass es sich gerade umgekehrt verhält: nicht die Astrologie ist das falsche System, sondern seine Astronomie mit ihrem Urknallphantasma – der Schöpfung aus dem Nichts – und die geradezu perverse Erfindung von „Schwarzen Löchern“ oder „Dunkler Materie“* ist der unseriöse, der dunkel magische Teil der Wissenschaft, von dem sich unsere moderne westliche Astrologie zu ihrem offensichtlichen Vorteil abgespalten hat:

Dass Neues in Leschs Leben durch Lilith von der „anderen“ Seite, dem 7. Haus kommt, während der Mondknoten im Zeichen Krebs diese Lilith exakt transitiert, mag ihn bewogen haben, sein penetrantes und immer nur halb informiertes Astrologie-bashing wenigstens etwas abzumildern und sich ein klein wenig kundiger zu machen: und das ist ja schon mal was.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Innen Harald Lesch (nach eigenen Angaben im ZDF) 28.07.1960 18:10 Gießen, außen Sendetermin 28.11.2019 12:00

* Es gibt keine „Schwarzen Löcher“ – nirgendwo „steht die Zeit still“.

 

Vollmond

Vollmond Oktober 2019

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13.10.2019 23:09 Prag

Liebe Leserinnen und Leser,

dieser Vollmond ist heftig: schon mit bloßem Auge sieht man das T-Quadrat zwischen den kardinalen Zeichen. Es gibt jede Menge genauer, aber widerstreitender Aspekte: Venus in Uranus Opposition (Geld oder Liebe?) – Chiron Opposition des (schwachen, exilierten) Mars: fiese Gemeinheiten auf dem Schlachtfeld (und in den Diskos) – dazu Jupiter im exakten Sonnen-Sextil: das ist zwar gut, hilft aber auch den Bösen … überhaupt sind Merkur & Venus in Skorpion untergründig und gefährlich (außer, man hat sie selbst im Horoskop) – die Konjunktion kommt erst nach dem Neumond am 30. Oktober.

So ist es mit vielen exakten Aspekten: it´s „heavy business“, sogar (Löwe) Harald Lesch spricht heute in seinem Terra-X von „Unser kosmisches Schicksal“ und bestätigt mit der Erläuterung des Sonnensturmzyklen das astrologische Modell, von dem er sich gleichzeitig wie üblich dummdreist eifernd distanziert.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Dear readers,

this full moon is heavy business: see the T-square in between kardinal signs with plain eyes. And there is a whole lot of exact but conflicting aspects: Venus in opposition to Uranus (money or love?) – Chiron opposition to (the weak, exile) Mars: nasty vulgarities on the battlefield (and in the discos) – add Jupiter in an exact sextile to the sun: which is good, but also helps the bad … anyway are Venus & Mercury in Scorpio deep and dangerous (unless you have it in the own chart) – the conjunction will be after next new-moon on October 30th.

Ahoj,

Markus