Philosophie der Astrologie 8

Liebe Leserinnen und Leser,

wie läßt sich Raum messen? Es gibt dafür nur eine einzige Möglichkeit: das sogenannte „Ägyptische Dreieck“, oder „Satz des Pythagoras“, der bekanntlich in Ägypten war, und es dort gelernt hat:

a^2 + b^2 = c^2

Wir haben zwei Strecken des rechtwinkligen Dreiecks und können darüber die dritte berechnen, sofern wir nur etwas „raumartiges“ aus allen drei Strecken machen, geometrische Figuren. „raumartig“, weil das Quadrat ja nur eine Vorstufe des Würfels ist, der eine Raumfigur* wäre.

So einfach dieser Satz ist, ist er doch ein Wunder – weil eine bestimmte Harmonie, die jederzeit reproduzierbar und nachprüfbar ist anhand der Methode, es erlaubt, etwas zu überblicken, das nicht direkt gegeben ist, sondern jenseits des zu beeinflussenden Umkreises, ähnlich dem Pfeil, den der Bogen schießt; allerdings prinzipiell unbegrenzt in der Möglichkeit der zu überwindenden Strecke (mit dem Geist). Aus zwei gegeben Dingen folgt ein drittes, das eben nicht mit der Hand zu greifen ist, sondern mit dem Geist.

Was bedeutet das? Daß es möglich ist, einen Kontakt in den Himmel zu haben, einen Kontakt in den Raum.

Was für die Ägypter/Chaldäer zunächst eine Feldvermessungesmethode gewesen sein mag, führt ganz allgemein zur Entdeckung des „messbaren“ Raumes.

30px-Babylonian_digit_12.svg

Man/frau braucht dafür nicht mehr, als eine Schnur mit zwölf Konten, wie sie vor allem die Feldvermesser nach der Nilflut mit sich getragen haben dürften, um den fruchtbaren Boden, nachdem das Wasser abgelaufen war, jährlich neu zu vermessen und einzuteilen, sofern man in der Lage ist, einen rechten Winkel zu finden.

Daher wird – aus der einfachsten nur möglichen Raum-Erfassunges Methode – auf der Grundlage der Zahl 12 – die gültige Einteilung der Sektoren/Felder in der Astrologie. Fast ist dieser Anklang noch direkter, als in unserem 12-teiligen Kreis im alten Horoskop-Quadrat ausgedrückt:

Daher ist die 12 die wahre Raum-Maß-Zahl. Weil es prinzipiell keine einfachere Methode gibt, unbekannte Distanz zu ermessen, ohne körperlich selbst dort gewesen zu sein. Der Geist bekommt eine dritte Hand, die prinzipiell bis in den Himmel reicht.

Dies ist die eine Annäherung an die 12-Teilung des Tierkreises; die andere ist die, daß uns von außen – gleichsam auf halber Strecke – echte Wesen entgegenkommen – Götter, Archetypen – die anzugeben scheinen, daß der Zauber der Hypotenuse nicht zufällig existiert, sondern auf der Spur eines Geheimnisses liegt, die ihrem wahren Wesen tatsächlich entgegenkommt.

Zusammengefasst ist das im Zodiak, der gebündelten Menschenweisheit, dem Grundprinzip – Fernrohr und Mikroskop zugleich – das unsere Astrologie darstellt: der „Alten Dame“, die sich – wenn einmal der Wahnsinn der Relativität allgemein erkannt ist –  als junges Mädchen erweisen wird, deren Testament zu früh geschrieben wurde.

Nun stellen Sie sich vor, daß die Entdeckung der Raum-Dimension als echte Handhabe der Entfernungsmessung einhergeht mit der Entdeckung der Zahlen selbst.

Gleichzeitig erlebt das Bewußtsein des Menschen die Erfahrung der Ganzheit des Seins, der Ungeteiltheit der Existenz selbst – weshalb Zahlen natürlich nur als Teile der Einheit verstanden wurden, und nicht – wie heute – die verlorene Einheit als Bruchstück und Lücke aus Zahlen unauffindbar gesucht werden muss.

Die Verbindung zur Astrologie und der heiligen Zahl 12 werden Sie auch leicht im physikalischen Standardmodell der Elementarteilchen wiederfinden:

      Quelle: Standard_Model_of_Elementary

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

*genau genommen ist ein Würfel immer im Raum, und kann ihn also letztlich nicht vermessen, aber das ist eine andere Baustelle …

Ein Gedanke zu “Philosophie der Astrologie 8

  1. Cheironos

    Auf der griechischen Insel Samos, der Geburtsinsel von Pythagoras, gibt es ein bemerkenswertes Bauwerk: den Tunnel des Efpalinos (Eupalinos). Der Tunnel für eine Wasserleitung durch einen Berg wurde von beiden Seiten gleichzeitig begonnen!

    Mehr dazu und zu den damals (550 v. Chr.) verwendeten Vermessungsmethoden basierend auf dem Satz des Pythagoras z.B. hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Tunnel_des_Eupalinos
    http://www.samoshilfe.net/galerie/popup/eupalinos.htm
    http://www.samostour.dk/Eupalinos/index.htm

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