Philosophie

Neptun verpeilt – Komplexität des Systems

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Liebe Leserinnen und Leser,

woher kommt all die Wut? Wenig wird bedacht, wie das Aggressionspotential von Gesellschaften ansteigt durch die Komplexität technischer Systeme. Das fängt damit an, dass die Leute nicht wissen, was technische Systeme sind; – immer noch glauben, es handle sich „nur“ um Apparate, Maschinen. Die sind aber nicht die Technik, nicht ihr Wesen, das viel umfassender ist und Verfahren und Verwaltung (Stichwort: Technokratie) einschließt.

Ihr Wesen sei die „ständig rotierende Wiederkehr des Gleichen“ *1 – oder, komplizierter ausgedrückt: „… das in sich gesammelte Stellen, das seiner eigenen Wesenswahrheit mit Vergessenheit nachstellt, welches Nachstellen sich dadurch verstellt, daß es sich in das Bestellen alles Anwesenden als den Bestand entfaltet, sich in diesem einrichtet und als dieser herrscht.“ *2

Sie haben nur „Bahnhof“ verstanden? Das wundert kaum, denn die Vergessenheit, mit der „das Wesen der Technik“ seiner eigenen „Wesenswahrheit“ nachstellt, hat den Charakter einer hermetischen Dichtung (hier im doppelten Wortsinn als Fiktion und Abdichtung).

Ihnen ist vielleicht noch nicht mal geläufig, dass die Dinge ein Wesen haben (Wesen des Baums ist nicht der Baum, Wesen des Menschen ist nicht der Mensch, usw.) – weil im Zuge der aktiv betriebenen Vergessenheit zwar nicht die Klugheit, nicht die Raffinesse, nicht die Intelligenz (oder auch Verschlagenheit), aber doch leider das Denken nahezu vollständig abhanden kommt – so es jemals vorhanden war: es wird ersetzt durch im Wesentlichen ideologisch motivierte und emotional massenmanipulativ gestützte Schlussfolgerungen, die nur den Anschein des Denkens erwecken, Denken simulieren, aber des Denkens entscheidende Wesenszüge vermissen lassen: Inspiration und streng logische Selbst- und Gegenkontrolle.

Was nun eigentlich „Inspiration“ ist, lässt sich nur dann annähernd erahnen, wenn man & frau in Rechnung stellt: Menschen sind nicht die einzigen vernunftbegabten Wesen im Kosmos – es gibt andere. Trotz respektabler Versuche, über diese Wesen etwas in Erfahrung zu bringen – sei´s ufologisch oder spirituell – tappen wir weitgehend im Dunklen und verwundern uns allenfalls über die uns absurd erscheinende Folklore unserer Vorfahren, deren Sinn wir nicht verstehen, weswegen wir unsere Vorfahren für blöd halten, während wir selbst in unserem hilflosen Zustand es tatsächlich sind.

Am Wenigstens denken die Naturwissenschaften, denn sie können nur messen (wenn sie´s denn könnten!) – was natürlich fatal ist – es fehlt ihnen die Selbstkorrekturmöglichkeit, obwohl sie glauben, gerade dies gehöre zu ihren Präsidial- oder Primärtugenden. Naturwissenschaften sind also – mit Verlaub – nicht blöd, aber dumm. Im Vergleich: ein Esel (viele Menschen haben noch nie einen gesehen) ist nicht dumm, aber blöd.

Noch ist aber nichts verloren, ein jeder kann sich das Denken relativ rasch durch die äußerst preiswerte Reclam-Lektüre eines beliebigen Platon-Stückes 3* wieder aneignen! Nur Mut, es tut kaum weh und ist ganz leicht! Die Einzigen, die Platon immer missverstehen, sind akademisierte Welterklärer.

Wir befinden uns in einem Dilemma – einerseits ist die Entwicklung des „Netzes“ so weit fortgeschritten, dass außer einer großen Naturkatastrophe (nein, nicht der „Klimawandel“ – der wird nur instrumentalisiert, um die technische Kontrolle jenseits moralischer Bedenken im Namen des unabweislich Guten: „Die Welt retten“ – wie Hollywood das seit Jahrzehnten ideologisch vorbereitet hat) wird nichts den Verlauf der Ereignisse aufhalten können. Des Zauberlehrlings Besen ist entfesselt und die Formel zum Unterbinden seines Eigenlebens nicht nur gänzlich unbekannt, sondern noch gar kein Bewusstsein dafür vorhanden, wie nötig dieser Gegenzauber gebraucht werden wird.

Beispiele für Versagen der Gesellschaften sind augenfällig: Berliner Flughafen, Maut-Debakel, Wahl-Kapriolen, EU reformunfähig, Boing 737, Corona-Virus (von dem Ai Weiwei – der „seine“ Parteikader einzuschätzen weiß aus bitterer Erfahrung – den Verdacht äußert, er sei nicht von Fledermäusen, sondern einem Labor entsprungen), etc. pp.

Wut aber entsteht verstärkt, wo Menschen sich hilflos fühlen und einer Aggression ausgesetzt sind, gegen die sie sich nicht – organisch begleitet von natürlichem Adrenalinabbau – zur Wehr setzen können, weil deren Urspung/Ursache unbekannt ist.

Es versagen aber diesbezüglich alle Ränge der Gesellschaft: weil man der Ente unserer Scientisten (die auch nur ideologisch gelenkt sind, ohne das zu ahnen) aufgesessen ist, – Technik sei im Prinzip etwas Wertfreies, Neutrales, zumindest aber ohne Eigengeist.

Aber das stimmt nicht – denn hinter der Technik steckt ein Wesen – ein lebendiges. Die Alten nannten solche Wesen Dämonen. Dämonen müssen nicht erschreckend sein. Sokrates sprach ganz offen von seinem Daimonion (δαιμόνιον) – die römische Variante ist der Genius, die christlich/römische der Schutzengel.

Und tatsächlich ist das richtig: Technik – vielleicht gerade diejenige, die ihrer eignen „Wesenswahrheit mit Vergessen nachstellt“, ist auch ein Schutz – dennoch glaube ich – oft schon gesagt an dieser Stelle – dass der Schutz auf der Kippe steht, weil wir – man beobachte nur das vermeintlich irrationale Verlangen nach Versklavung durch KI – es nicht lernen wollen, den Drachen zu reiten: was letztlich daran liegt, dass wir vergessen haben: es handelt sich tatsächlich um einen Drachen. Und der Drache tarnt sich dadurch, dass er ein Meister darin ist, uns zu soufflieren, er sei gar keiner, sondern vielmehr der Kollege KI, unser bester Freund. Und wenn wir dann k.o. sind, haben wir die blaue Pille aus Matrix (der Film) geschluckt – und all das vergessen, dienen fortan als Rohmaterial für Maschinen. Besonders vertrackt wird diese Betrachtung dadurch, dass auch gerade die Darstellung einer wahrscheinlichen Wirklichkeit als Fiktion (Matrix) die unwahrscheinlich erscheinende, aber reale Realität am allerbesten verschleiert – denn die Wahrheit versteckt man perfekt hinter der Simulation, der Imitation von Wahrheit selbst: Neptun, Neptun – jetzt mit Merkur rückläufig und ab morgen früh mit Sonne im Zeichen Fische.

Gibt es einen Ausweg in die unkomplizierte, wahre Realität? Wer diesen Blog schon jahrelang begleitet, sollte wissen: die Bildersprache wird hier ganz hieroglyphisch und niemals zufällig mit dem Text verwoben. So ist die Gegensätzlichkeit der Bilder in diesem Post Program: oberes steht für Technik, unteres für das Gegenmittel. Wir Menschen müssen die Mitte suchen und die Balance wahren.

Heidegger – der von den Zeitgenossen am tiefsten über Technik dachte (und deshalb, genau wie Freud, auch entsorgt werden soll) meinte, nur ein Gott könne uns noch helfen. Ich meine mit Meister Eckhart – der von den Religiösen am tiefsten dachte – „dazu helfe uns Gott“ – dann werden wir auch die anschwellende Wut in den Griff bekommen, die so gar nichts zu tun hat mit Politik und Wirtschaft (nicht, dass man darüber nicht in Wut geraten könnte!) …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

*1 Martin Heidegger, „Was heißt Denken?“, Reclam, S. 76

*2 Martin Heidegger, „Die Technik und die Kehre“, Reclam S. 37

*3 Platon, „Gorgias“ Reclam – um den gewaltigsten Dialog zu nennen.

Freiheit

Schütze Mond, Uranus rückläufig im Stier – die Wassermann-Energie dazu

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Liebe Leserinnen und Leser,

wenn wir wissen wollen, was auf uns zukommt, wenn bestimmte Planeten Zeichen wechseln, ist es hilfreich, sich die Persönlichkeiten anzuschauen, die mit einem Planten in jeweils diesem Zeichen geboren wurden. Sie tragen die Kraft dieses Planeten im jeweiligen Zeichen mit sich und – so Gott will – haben die Möglichkeit zu seiner Verwirklichung. Wir sprechen also hier über 2 Ebenen: die erste Ebene ist diejenige, die sich direkt äußert. Bestes aktuelles Beispiel ist die rückläufige Venus in Skorpion (Geld der anderen, Haus 8) und der (kleine) Crash der Aktien: wurde so vorausgesagt, ist so passiert, setzt sich um. Dann aber gibt es eine weitere Wirkung, die erst viel später von den Persönlichkeiten umgesetzt wird, die selbige Signatur im Geburtsbild tragen. Die Beobachtung legt nahe, dass dies insbesondere für die Langsamläufer zutrifft, also Chiron, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto.

In diesem Sinn ist es äußerst interessant, was die 1989er Generation in der Mauerbrecherwirkung mit ihrer Konjunktion Saturn/Uranus/Neptun (Venus) in Steinbock anfangen wird? Wenn es jemandem gelingt, aus dieser Generation „Luft zu schnappen“, dann sind es die geborenen Shiva-Leute, die bekanntlich mit dem aktuellen Saturn-Transit durch den Steinbock gerade in unseren Tagen astrologisch gesehen erwachsen werden.

Viele unserer Kollegen haben für Uranus im Stier eine Revolution der Sicht auf die materielle Welt vorausgesagt. Und wenn man sich das Horoskop des genialen Friedrich von Schelling anschaut, könnten sie damit richtig liegen:

Schellings philosophisches System des transzendentalen Idealismus harrt immer noch darauf, geistig aufgenommen, verstanden und in die Realität umgesetzt zu werden. Wer glaubt, die Philosophie von 1800 wäre bereits verstanden, überholt oder umgesetzt, hat den struggle der Zeiten nicht begriffen. Man kann mit Fug & Recht behaupten, dass die ganze Weltentwicklung seit der Philosophie (und der Musik!) des deutschen Idealismus ein Aufbäumen der „Widersacherkräfte“ gegen das „unerschütterliche Herz der Wahrheit“ ist/war – die aber nur im Dornröschenschlaf liegt und auf eine blitzwache Generation wartet, um für die menschliche Freiheit triumphal zur Oberfläche des allgemeinen Bewusstseins vorzudringen. Gerade das Sackgassenhafte, das Müde, das Ausgelaugte unserer Gegenwart kündigt einen neuen Morgen an.

Die Müdigkeit der letzten Befreiungsgeneration auf der Welt und ihrer Nachfolger/zügler hat zum Großteil damit zu tun, dass die hervorragendsten Individuen als Prozess der Bewusstwerdung kollektiv verstanden haben, dass dem Drang zum Guten, Wahren & Schönen – je stärker es zutage tritt – unweigerlich eine Vernichtungswelle folgt, die versucht, die Freiheit mit Stumpf und Stil auszurotten. Davon handelt dieses Lied:

 

Bob Marley war, wie Schelling, Wassermann (Freiheit, Gesellschaft, Freundschaft), wo aktuell Mars, Südknoten (Ketu) und Lilith wandern. Aber die innere Emigration der FreiheitskämpferInnen, die von einem scheinbar ewigen Widerspruch bedrückt werden, den Goethe im Faust so ausdrückt:

„Und freilich ist nicht viel damit getan.
Was sich dem Nichts entgegenstellt,
Das Etwas, diese plumpe Welt
So viel als ich schon unternommen
Ich wußte nicht ihr beizukommen
Mit Wellen, Stürmen, Schütteln, Brand –
Geruhig bleibt am Ende Meer und Land!
Und dem verdammten Zeug, der Tier- und Menschenbrut,
Dem ist nun gar nichts anzuhaben:
Wie viele hab ich schon begraben!
Und immer zirkuliert ein neues, frisches Blut.
So geht es fort, man möchte rasend werden!
Der Luft, dem Wasser wie der Erden
Entwinden tausend Keime sich,
Im Trocknen, Feuchten, Warmen, Kalten!
Hätt ich mir nicht die Flamme vorbehalten,
Ich hätte nichts Aparts für mich.“

… haben für diese Fatalität noch keine Lösung gefunden. Die Klügsten der 1968 – so sie nicht tot sind und aus dem Himmel wirken – haben sich für´s Tao entschieden: „Wer sich einmischt, ist der Welt nicht gewachsen.“ Unvernünftige Christen unter diesen oder anderen Generationen hingegen hegen den begründeten Verdacht, dass letztlich das Gute siegen wird. Und das muss stark sein, unserer Tage, sonst würde das Böse sich nicht dermaßen ins Geschirr legen …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus