Nürnberg, 20:53 – Karlheinz Böhm, geboren am 16. März 1928 um 18:55 in Darmstadt. Seine Geburtszeit wird normalerweise mit 18:45 angegeben, doch bei diesem Mann kann frau/man sicher sein: er ist ein Waage-Aszendent, kein Jungfrau-AC! Es gibt ja sogar Astrologen, die es für wenig möglich erachten, das Gesicht aus den Tierkreiszeichen heraus zu beschreiben. Dabei ist nichts offensichtlicher. Nur spielen viele Faktoren eine Rolle, nicht nur die Sonne. Man vergleiche Böhms Gesicht mit dem von Alain Delon, der auch einen Waage-AC hat, dazu einen Widder-Mond und eine Skorpion-Sonne. Es ist diese edle, lange Gesichts-Form mit dem wohlgefügten Kinn. Natürlich habe ich mir dazu ein paar mehr Waage-Aszendenten angeschaut. Und Ausnahmen bestätigen die Regel. Zu Böhms Leben ist nicht viel anzumerken. Er wird hoffentlich bald die Uranus-Wiederkehr erleben. Für einen Fisch gibt es keine größere Verwirklichung, als das, was Böhm geleistet hat: sich und seine Haus 6 Sonne in den praktischen Dienst für andere zu stellen. Die Fische-Sonne findet sich selbst, indem sie sich verschenkt. Das hindert der Steinbock-Mond nicht. Oskar Adler schreibt treffend: „Es tritt (bei Steinbock-Mond und Fische-Sonne) der Missionsgedanke mit besonderer Intensität auf den Plan. Indem man seine Fische-Natur auslebt, glaubt man gleichzeitig eine höhere Pflicht im Auftrag der Schicksalsmächte zu erfüllen, die dem Geborenen sein Los erteilt haben.“
Schlagwort: Fische
Albert Einstein
„Astrologie ist eine Wissenschaft für sich. Aber eine wegweisende. Ich habe viel aus ihr gelernt und vielen Nutzen aus ihr ziehen können.“
Albert Einstein
Nürnberg, 15:34 – oben finden wir das Horoskop des berühmten Mannes, unten ist gleichfalls sein Horoskop mit den aktuellen Transiten (außen) zu besichtigen. (Diese Bilder lassen sich nach Bedarf auch noch vergrößern.) Dabei fällt natürlich auf, dass es einige zeitliche Übereinstimmungen zu heute gibt. Freilich weilt Einstein jetzt in einer anderen Dimension. Dennoch mag anhand der aktuellen Transite im äußeren Kreis eine Bewegung seines öffentlichen Wirkens angezeigt sein? Da ist vor allem der befreiende Uranus über der Sonne. Jupiter im Wassermann und Venus im Widder, wie auch in seinem Geburtsbild. Jupiter im Zeichen des Geistes in Haus 9 macht ihn zum geborenen Professor. Bemerkenswert: der zähe Steinbock-Mars! Und Schütze-Mond als Anlage in Haus 6; setzt sich praktisch um. Und praktisch ist es auch, wenn Sonne und Ziel, also das Haus 10, in einer Richtung liegen. Mit Venus im Widder in Haus 11 ist er öffentlich beliebt und kann sich durchsetzen. Neptun im Stier löst die öffentlichen, bzw. ursprünglichen (Haus 11) Vorstellungen von Materie (Stier) auf. Er könnte aber auch bedeuten: die Öffentlichkeit täuschen.
Als 1932 der Mondknoten über seine Geburts-Sonne ging, wanderte Einstein in die USA aus. Pluto im Krebs, also in seinem AC-Haus begleitete die Nobelpreiszeit, die Bestätigung seiner Theorie während einer Sonnenfinsternis in Brasilien am 29. Mai 1919 als Beobachtungen Arthur Eddingtons zeigen konnten dass das Schwerefeld der Sonne Licht genau so ablenkt, wie es die allgemeine Relativitätstheorie vorhersagt.
Sonnenfinsternis 29.05.1919 Santo Antonio, Principe, 13:08
Es mag Lesern meines Blogs nicht entgangen sein, dass ich mit der Gültigkeit seiner Relativitätstheorie hadere. Ob denn wirklich die Lichtgeschwindigkeit die gültige Raum/Zeit-Norm ist? Ursache dieses Haderns ist aber nicht der Versuch, es besser wissen zu wollen, sondern das Unbehagen wegen einer unvollständigen Welterklärung, die sich in ihrer scheinbaren Kompliziertheit zunehmend verknotet. Dieses Unbehagen hatte Einstein bekanntlich selbst auch: „Das Unverständlichste an der Welt ist, dass wir sie verstehen können.“ Einstein war ein Meister paradoxer Schlüsselsätze, die immer einen Hinweis auf die mysteriöse Kraft des Geistes enthielten.
Uns fehlt im Augenblick ein widerspruchsfreies Wissen davon, wo unser Ort in dieser Welt ist. Wir sind gezwungen, die Einheit von Bewußtsein, Ort und Zeit aufzugeben. Und zwar sowohl in Folge der Relativitätstheorie, die uns klar macht, Zeit ist relativ zur Geschwindigkeit, als auch durch die Quantenphysik, die uns andererseits klar macht, daß es Zusammenhänge jenseits der Einheit von Ursache und Wirkung in Bezug auf die Übereinstimmung des Ortes gibt. Beides sprengt jedoch den Rahmen unserer Vorstellungskraft. Wir – und das sind auch die Physiker mit ihren Zauberknoten, aus denen der Urknall entsprungen sein soll – sind bislang daran gescheitert, die Welt als Anschauung von Materie oder deren Umschreibungen – z.B. „Feld“ – plausibel erklären zu können. Wir verstricken uns in Widersprüche. „Können wir den Materiebegriff nicht einfach fallen lassen und eine reine Feldphysik entwickeln?“, fragte Einstein.
Für eher philosophisch veranlagte Naturen ist der große Münchhausen-Trick bei der Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit die Frage nach der Objektivität der Messung. Denn jede Messung muß ja auf menschlich nachvollziehbare Erdenverhältnisse heruntergerechnet werden. Irgendwo brauchen wir, wenn wir messen wollen, einen Maßstab, einen Eichpunkt, der Gültigkeit hat. Doch welcher Maßstab kann in einer Welt, in der sich alles relativ zueinander bewegt, absolute Gültigkeit beanspruchen?
Hier setzt der Einsteinsche Trick an: wir nehmen das Licht (und von einem gewissen Standpunkt aus ist alles Licht) und setzen es als absolute Bezugsgröße für Alles. Und schon haben wir den Stillstand, den Punkt, um den sich die Raumzeit herumbiegen muß: denn ob Licht (im Vakuum, welches es de facto nicht gibt) immer gleich schnell ist, egal, ob es von einem sich mir mit nahezu Lichtgeschwindigkeit entgegenkommenden Gegenstand, oder von einem sich mir mit nahezu Lichtgeschwindigkeit entfernenden Gegenstand ausgesandt wird, oder ob es gar stillsteht, das macht bei einer absoluten Bezugsgröße in einem relativen Raum, welcher gleichwohl durch diese Absolutheit des Lichts in seiner statischen Maximalgeschwindigkeit aller Dinge überhaupt erst gebildet wird, keinen Unterschied.
Einstein hat damit auf geniale Weise den Kosmos vom Mittelpunkt der Welt nicht, wie Nicolaus Copernicus (auch eine Fische Sonne mit Schütze-Mond!) zum Sonnenmittelpunkt verlegt, sondern aus diesem Mittelpunkt eine statische absolute Bezugsgröße für das ganze All gemacht.
Es liegt auf der Hand, dass dies nicht der letzte Schritt war. Und die Entwicklung der Physik in zwei entgegengesetzte Richtungen legt nahe, daß der nächste Schritt, vielleicht erst sehr viel später, den Geist selbst in seine „Rechnung“ wird integrieren müssen.
Zwar lassen sich viele Erkenntnisse in ihrer praktischen technischen Umsetzung bewundern, woraus umgekehrt die Gültigkeit der zugrunde liegenden Theorie geschlossen wird, doch dies hebt die gleichzeitig existierenden Widersprüche leider nicht auf. Und läßt gerade jene technischen Anwendungen zu magischen Spielen werden, deren Grundlage Dogma und Zeremonie eher zu sein scheinen, als das ersehnte, in sich geschlossene und logisch nachvollziehbare Welterklärungsgebäude, dem man schon einmal den absurden Namen: „Theory of Everything“ gegeben hat.
Vielleicht kann uns ja der Uranus über Einsteins Sonne dieser Tage einen Schritt weiter bringen?
„Die große Frage WARUM hat die „moderne“ Physik überhaupt nicht beantwortet. Nachfolgende fundamentale Fragen nach dem Warum nicht nach dem Wie sind völlig offen:
1) Was ist Massenträgheit ?
2) Was ist Gravitation ?
3) Was ist ein Atom in Wirklichkeit ?
4) Was ist eine elektromagnetische Welle ?
5) Wie können die 4 Kräfte aus einer Kraft entstehen ?“
H. Joswig
Zusammenbruch des Stadtarchivs Köln astrologisch
Nürnberg, 22:32 – anhaltender Regen, ernste Themen.
Zusammenbruch des Stadtarchivs Köln am 03.03.2009 14:00 (innen) und Gründung des Deutschen Reiches am 18.01.1871 um 13:00 in Versailles.
Liebe Leser,
Die Außenminister des Zwei-plus-Vier Prozesses unterzeichnen ein Dokument, mit dem die alliierten Vorbehaltsrechte suspendiert werden. BRD war faktisch souverän geworden (01.10.1990 18:34 New York, außen) – Zusammenbruch des Stadtarchivs Köln (innen)
Die schicksalhaften Ereignisse dieses Spätwinters zeigen sich unter anderem durch die Wiederkehr der Mondknoten.
Oberes Horoskop vergleicht den Zusammenbruch des Kölner Stadtarchivs mit der Gründung des Deutschen Reiches – widerstrebend nahm Wilhelm I die Kaiserkrone in Versailles – unteres Horoskop vergleicht den Zusammenbruch des Kölner Stadtarchivs mit der Wiedervereinigung, als sie faktisch hergestellt war, nämlich in New York.
Es hat, meine ich, etwas für sich, das Schicksal Deutschlands jeweils aus dem Ausland zu bestimmen.
Mars, Neptun, Chiron und Merkur im Haus 8 zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs, Mars Quadrat Mars und eben Mars, Neptun, Chiron und Merkur in Konjunktion zum Mondknoten, der ebenfalls im Wassermann steht – bezogen auf die Gründung des Deutschen Reiches – sprechen für sich. Für den Zusammenbruch selbst: Mars (Gewalt), Neptun (Unterspülung), Merkur (Archiv) und Chiron (Verletzung) in Haus 8, dem Pluto-Haus. Pluto selbst in gradgenauem Quadrat zum MC.
Dieses alte Horoskop wird hier verwendet, weil es meines Erachtens den tiefen historischen Bezug, um den es hier geht, anschaulich macht.
Ich habe mit dieser Horoskopbesprechung gewartet, weil Menschen dabei gestorben sind, und die Pietät es gebietet, zumindest nicht gleich eine astrologische Analyse vorzulegen. Mir persönlich wären alle Dokumente inklusive des Nachlasses von Heinrich Böll gänzlich egal (und ihm auch, das weiß ich von ihm selbst), wenn dabei nur keine Menschen gestorben wären.
Astrologisch sind die Ereignisse durch die Mondknotenwiederkehr auf den Mondknoten der Wiedervereinigung bestimmt. Wir haben es also tatsächlich erneut mit einem Schicksalsjahr zu tun. Der Zusammenbruch des Stadtarchivs zu Köln war nicht einfach nur die Zerstörung des Gedächtnisses des Rheinlands. Das Stadtarchiv, ein unglaublich häßliches Gebäude, wurde regelrecht vom Erdboden verschluckt. Deutschland, Land der führerlosen U-Bahnen: (U-Bahn Linie 3 astrologisch) verschluckt beim U-Bahn-Bau sein Gedächtnis.
Im Leben eines Individuums würde man dies als dringende Aufforderung zum bewussteren Umgang mit den eigenen Ressourcen verstehen. Die letzte aller möglichen Aufforderungen, der sogenannte physische Plan, offenbart durch ein mächtiges Ereignis, dass unserem Land das Bewusstsein für seine Rolle in der Welt fehlt. Ich muß zugeben, dass meine Aggressionen gegenüber unserer meines Erachtens allen Ereignissen hinterherlaufenden Kanzlerin zunehmen. Und das gefällt mir nicht, denn Aggressionen machen dumm.
Die Welt braucht eine radikale Veränderung. Sie kann von unserem Land ausgehen. Doch hierzulande setzt man auf verschlafene Routine. Wir brauchen etwas anderes. Und kommt es nicht von den Regierenden – und das ist nicht zu erwarten – muß jeder Einzelne sich dessen gewiss sein. Es geht um einen bewußten Wechsel von einer verschwenderischen, vernichtenden Profitwirtschaft ohne Sinn und Aber hin zu einer offenen, intelligenten, friedensgestaltenden Teilhaber-Wirtschaft, die möglichst wenig Menschen ausschließt.
Warum eigentlich hat Deutschland hier eine größere Verantwortung, als jedes andere Land der Welt? Warum müssen wir – und das ist im Kern die Botschaft dieser Katastrophen – als Erste den Wandel vollziehen, der ein echter und kein simulierter und retardierter Systemwandel ist? Die Antwort: weil von uns auch die Denkbegriffe gefunden wurden und werden, die die Welt in den letzten zweihundert Jahren maßgeblich bestimmt haben. Die Chinesen wissen, Karl Marx war ein Deutscher. Man schaut auf uns und bemerkt: die kollektive Aggression in Deutschland entlädt sich nach dem Loch-im-Schlauch Prinzip in einem Wahnsinns-Opfer als Amok-Lauf. Man schaut auf uns und bemerkt: unser Gedächtnis wird vom Erdboden aufgesaugt, und unsere Pseudo-U-Bahn-Technik made in Germany ist alles andere als zuverlässig.
Wir können diese Veränderung nicht von der Politik oder dieser Wahl erwarten und nicht von der Wissenschaft. Wir müssen es selber machen. Auf geht´s!
Diese Bundestags-Wahl kann nur dann ein Erfolg sein, wenn möglichst viele Menschen aus der Politik aussteigen. Wir müssen uns wieder treffen, diskutieren, gestalten, singen, tanzen, Ideen haben. So, wie es ist, reicht es nicht. Das ist die Botschaft.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Sonne in den Fischen
Nürnberg, 13:52 – also gut, die Sonne tritt in die Fische, der Mond orakelt aus dem Schützen. Nach dem Sextil zum Mond wird die Sonne ein Sextil zu Pluto bilden, und wenn wir uns für diesen Sonne-Fische Ingres Uranus an der Spitze zum zehnten Haus anschauen, dann geht es um die befreite Autorität mit absolut praktischen Ergebnissen, die der Mond via Pluto zur Sonne trägt. Die Sonne ist im Haus 9 am Ort ihrer Freude! So knapp, wie Uranus im Haus 10 stark steht, so knapp steht Saturn im Haus 3 schwach. Alles, was die Sonne im Wassermann zurückläßt, hat Haus 8 Qualität. Also Wandel, geheim, gesellschaftlich. Und dazu der Glückspunkt in Haus 11, dem gesellschaftlichen. Venus im Widder am höchsten Punkt und im Sextil zu Mars sagt: „Athene bin ich, Streiterin für das Wahre, Schöne und Gute.“
(Abbildung vergrößern via 2 mal Klicken)
Nürnberg, 18.02.2009 13:47
Dem ist auch Dipl. Ing. Hartmut Warm zugeneigt, der in seinem Buch „Die Signatur der Sphären – Von der Ordnung im Sonnensystem – schöne Träumerei und doch Realität“, Hrsg. Franz Pichler – schreibt: „So durchforschte ich zunächst die Literatur zu diesem Thema und mußte überraschenderweise feststellen, dass es zwar Beführworter und Gegner der Spährenharmonie gibt, dass aber niemand bisher – auf der Grundlage moderner astronomischer und mathematischer Verfahren – seriös geprüft hat, was von den alten Vorstellungen tatsächlich zu halten ist. So machte ich mich an die Arbeit. Nach der Analyse der bisherigen Vorstellungen begann die eigene Suche nach der Ordnung im Sonnensystem; und was sich dabei an verborgener Harmonie und Schönheit enthülle, verschlug mir manchmal regelrecht den Atem. Die vorgefundene Spährenharmonie (in einem weit gefaßten Sinne) offenbart sich in verschiedenen planetarischen Strukturebenen. Sie zeigt sich in der geometrischen Anordnung der Himmelskörper, in den Bewegungsfiguren zwischen zwei und mehreren Planeten, und als „Spährenmusik im eigentlichen Sinn, das heißt in der Übereinstimmung zwischen musikalischen Intervallen und bestimmten planetarischen Verhältnissen. Um diese Ordnung zu ergründen, müssen die Himmelskörper offenkundig miteinander in Beziehung gesetzt werden, oder mit andern Worten, wir müssen untersuchen, wie ihre Beziehungen sich gestalten.“
Bemerkenswert, wie hier in einer Person Fähigkeiten zusammenkommen, die erst in ihrer Verschmelzung etwas wirklich Kreatives ergeben: Herr Warm bündelt für sein Werk ein Bauingenieursstudium, Programmierer, und die Ausbildung zum Dozenten für bewußtes Musikhören. Das entspricht dem klassischen Ideal des universell gebildeten Menschen. Mehr davon! Würden unsere Naturwissenschaftler allesamt immer auch ein Instrument erlernen müssen, bevor sie ihr Diplom bekämen, wir hätten eine tiefere, eine menschliche Wissenschaft.
Michel de Montaigne
Bleiben wir noch ein wenig in dem Thema mit Pluto im Wassermann. Eine Runde vorher, also vor der Zeit der französischen Revolution (siehe gestriger Artikel) lebte Michel de Montaigne, 28 Februar 1533 um 11:30 AM in Chateau de St. Michel Frankreich:
Berühmt und bekannt wurde de Montaigne nicht als Politiker oder Bürgermeister von Bordeaux – Würden und Ämter die er bekleidete – sondern durch seine Essays: eine Sammlung von Schriften, an denen er sein ganzes Leben lang feilte und verbesserte, und die auch heute noch eine Fundgrube tiefster Weisheit sind, ein ganzer Dachspeicher voller geistiger Schätze. Dabei stand er inmitten fürchterlicher Kämpfe seiner Zeit, Religionskriegen und wechselnden Allianzen und den Thron. Hier geht es ihm ebenso, wie Alphonse de Larmartine, unserem Pluto in Wassermann-Menschen von gestern. Auch Tycho de Brahe, ein paar Posts weiter unten, hatte den Pluto im Wassermann und gehörte also der selben Generation an, wie Montaigne. Pluto ist also der, der die Generationenfolge bestimmt, meine ich.
Ein „Pionier im Kampf um die Toleranz“, wird er genannt, ein „Dichter der Freiheit und Intelligenz.“ (Jean Lacouture)
Klingt das nicht nach Pluto im Wassermann? Und gar noch verbunden mit dem Mars, dem Inneren Krieger auf dem Feld der Intelligenz und des Geistes? Auffallend: fast alle Planeten in der Taghälfte. Die sind ihm also bewußt zugänglich, bis auf den Jupiter, der ihn dann auch praktisch (Haus 6) als Bürgermeister und Königsmacher in die erfolgreiche Pflicht genommen hat.
Richtig: die Sonne ist seit heut im Wassermann, im Zeichen des Jünglings! Und prompt wird Obama zum Präsidenten vereidigt: das timing stimmt also, schließlich ist er Wassermann-AC.
Liz Greene bringt den Wassermann klugerweise nicht nur mit Uranus und Saturn in Verbindung, sondern auch mit Prometheus: „Prometheus ist der kosmische Vertreter des sozialen Impulses, dessen Raub des Feuers aus den Händen des Zeus zum Wohle der Menschen eine Geisteshaltung verkörpert, die sich nicht mit dem Instinktleben zufrieden gibt, sondern immer noch weiter nach Vervollkommnung und Erleuchtung strebt.“ (Aus Schicksal und Astrologie, Chiron-Verlag, 2007 „Die Familie im Spiegel des Horoskops“, das bisher tiefste und ernsthafteste Buch dieser genialen Prosa-Stilistin und Astrologin).
Um einen neuen „Raub des Feuers“ wird es auch ganz Prometheus-gemäß in Amerika gehen, denn Energiegewinnung ist dem Feuer gleichzusetzen, das wir den Göttern stehlen. Wir brauchen, so der amerikanische Essayist Friedmann im aktuellen SPIEGEL eine grüne Revolution; zu Recht verlacht er die Europäer mit ihrer kalkulierten Rabattmarkenzählerei, um das Klima zu retten: „Dann gnade euch Gott!“
Es gibt ja die Sitte, dass der scheidende Präsident seinem Nachfolger einen handgeschriebenen Zettel in der Schublade hinterläßt. Ich würde einen Aphorismus von Montaigne für angemessen halten:
„Es gibt nur ein Zeichen für Weisheit:
gute Laune, die anhält …“
und vielleicht diesen noch:
„Das Meisterstück eines Menschen, auf das er besonders stolz sein kann, ist, sinnvoll zu leben; alles übrige, wie regieren, Schätze sammeln, Bauten errichten, sind Nebensachen.“
Wer noch mehr Lust und Zeit hat, den Wassermann-Merkur dieser Fische-Sonne schätzen zu lernen (und voller Faszination starre ich auch auf seinen Neptun in den Fischen!) kann sich auch hier noch lohnend durchlesen:
„In meiner Jugend hat es mich oft geärgert, sehen zu müssen, daß in den italienischen Komödien ein Schulmeister, dort pedante genannt, stets als dummer August dargestellt wurde und daß hierzulande der Titel Magister kaum von ehrenvollerer Bedeutung war; hätte ich mich denn, da ich den Lehrern ja zur Erziehung und Aufsicht anvertraut war, mit weniger begnügen dürfen, als eifersüchtig über ihr Ansehen zu wachen? Ich versuchte deshalb, sie mit dem natürlichen Mißverhältnis zu entschuldigen, wie es nun einmal zwischen dem gemeinen Volk und Männern von ungewöhnlicher, überragender Urteilskraft und Bildung bestehe, weil beider Wege völlig entgegengesetzt verliefen. Mein Latein ging mir aber plötzlich aus, als ich bemerkte, daß die Verachtung der Schulmeister gerade bei den gebildetsten Männern am größten war – unser guter Du Bellay mag als Zeuge hierfür dienen: Der Pedanten Wissen ist, da vorgefaßt, mehr als alles andre mir verhaßt. Dabei handelt es sich um eine antike Überlieferung, denn schon Plutarch sagt, Grieche und Schulgelehrter seien bei den Römern Wörter der Ablehnung gewesen, ja der Verachtung. Mit zunehmendem Alter habe ich dann gefunden, daß dies völlig ins Schwarze traf und tatsächlich die Gelehrtesten nicht die Gescheitesten sind. Wie es aber dazu kommen kann, daß eine an Kenntnis so vieler Dinge reiche Seele hiervon nicht aufgeweckter und lebendiger wird und ein gemeiner und dumpfer Geist die Gedanken und Urteile der hellsten Köpfe, die es auf der Welt je gegeben hat, in sich zu beherbergen vermag, ohne etwas daraus zu lernen und sich zu läutern, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Eine junge Dame, die erste unserer Prinzessinnen, sagte mir, als sie auf eine bestimmte Person zu sprechen kam, wer so viele große und denkstarke fremde Gehirne in sich aufnehmen wolle, müsse zwangsläufig das eigene verengen, zusammenziehen und verkleinern, um den anderen Platz zu machen. Ich wäre fast geneigt, dem zuzustimmen und zu sagen: Wie die Pflanzen an zu viel Nässe eingehen und die Lampen an zu viel Öl ersticken, kommt auch die Tätigkeit des Geistes durch zu viel Studium und Stoffhuberei zum Erliegen, weil er, von der ungeheuren Vielfalt der Dinge bis zur Verwirrung in Anspruch genommen, die Fähigkeit verliert, sich hiervon wieder freizumachen, so daß er unter der Last schließlich krumm und schief wird. In Wirklichkeit jedoch verhält es sich anders, denn unsere Seele weitet sich um so mehr, je mehr sie in sich aufnimmt, und aus den Beispielen des Altertums kann man ersehn, daß gerade umgekehrt die zur Führung der öffentlichen Angelegenheiten fähigen Männer, die großen Feldherrn und die großen Berater der Staatsmänner zugleich bedeutende Gelehrte waren. Was aber diejenigen Philosophen betrifft die sich jeder öffentlichen Beschäftigung enthielten, so wurden wie die Schulmeister auch sie zuweilen durch die ihre Narrenfreiheit nutzenden Komödiendichter der damaligen Zeit der Verachtung preisgegeben, weil sie sich mit ihren Auffassungen und ihrem Verhalten in der Tat lächerlich machten. Wollt ihr, heißt es bei Platon, daß sie über die Rechtslage in einem Prozess oder die Handlungen eines Menschen ihr Urteil abgeben? Sie tun’s, nichts lieber als das! Sie werden gleich noch untersuchen wollen, ob es überhaupt Leben, ob es Bewegung gebe, ob der Mensch sich vom Ochsen unterscheide, wie man Handeln und Leiden zu definieren habe und was für Wundertiere Gesetz und Gerechtigkeit seien. Ganz gleich, ob sie von oder zu einer Amtsperson sprechen, stets nehmen sie sich dabei ungebührliche und flegelhafte Freiheiten heraus. Hören sie, daß man einen König oder ihren eignen Fürsten preist, so ist er für sie nur ein Schafhirt, faul wie ein Schafhirt und ausschließlich damit beschäftigt, seine Herde zu melken und zu scheren, noch viel rücksichtsloser aber als ein Schafhirt. Findet ihr einen größer, weil er zwei Morgen Land besitzt? Gewohnt, die ganze Welt als ihren Besitz zu umfangen, können sie hierüber nur lachen. Rühmt ihr euch eures Adels, weil ihr sieben reiche Ahnherrn vorweisen könnt? Da schauen sie erst recht auf euch herab, denn offenbar wisst ihr euch keinen Begriff vom allumfassenden Wesen der Natur zu machen und vermögt nicht zu sehen, wie viele Vorfahren jeder von uns gehabt hat: Könige und Knechte, Reiche und Arme, Griechen und Barbaren; und wärt ihr der fünfzigste Nachfahr von Herkules, würden sie euch nur für eitel halten, wenn ihr ein solches Geschenk Fortunas ins Feld führtet. So wurden diese Philosophen der Antike vom gemeinen Volk als anmaßende und überhebliche Menschen verachtet, weil sie von den wichtigsten, nämlich alltäglichen Dingen keine Ahnung hätten. Aber das Bild, wie es Platon von ihnen zeichnet, ist weit davon entfernt, auf unsere Schulgelehrten zuzutreffen. Jene standen in Missgunst, weil man sie als dem gewöhnlichen Dasein Enthobene ansah, die jede öffentliche Tätigkeit gering schätzten und ein nach so veralteten wie hochgestochnen Grundsätzen geregeltes, nicht nachvollziehbares Privatleben führten. Diese hingegen verachtet man, weil man sie als unter das gewöhnliche Dasein Gesunkene ansieht, die zur Übernahme öffentlicher Aufgaben unfähig seien und mit ihrem nichtswürdigen Leben und Treiben noch hinter dem gemeinen Volk zurückblieben. Philosophisch reden, doch das Handeln lassen – solche Menschen finde ich fürwahr zum Hassen. Die anderen Philosophen der Antike jedoch waren, wie gesagt, nicht nur groß im Wissen, sondern größer noch in all ihrem Handeln. Von Archimedes, dem Syrakusischen Geometer, berichtet man folgendes: Als er eines Tages aus seinen tiefsinnigen Berechnungen weggeholt wurde, auf daß er davon etwas zur Verteidigung seines Landes in die Praxis umsetze, stellte er prompt ungeheuerliche Maschinen her und erzielte mit ihnen Wirkungen, die alle menschliche Vorstellung übertrafen; dennoch fand er selber solch handwerkliche Tätigkeit verächtlich, weil er meinte, damit die Würde seiner Kunst erniedrigt zu haben, für die seine Apparate nichts als Versuchsobjekte und Spielsachen seien. Genauso verhielt es sich mit jenen Philosophen: Wenn sie gelegentlich ihr Denken durch Handeln beglaubigen sollten, sah man sie einen derartigen Höhenflug nehmen, daß offenbar wurde, wie sehr die Erkenntnis der Dinge ihnen Herz und Seele auf wunderbare Weise geweitet und bereichert hatte. Manche freilich zogen sich, da sie die Zitadelle der politischen Macht von Unfähigen eingenommen sahen, daraus zurück. Als Krates gefragt wurde, wie lange man Philosophie treiben solle, antwortete er: »So lange, bis unsre Heere nicht mehr von Eseltreibern angeführt werden.« Heraklit trat die Königsherrschaft seinem Bruder ab, und den Ephesern, die ihn vorwurfsvoll fragten, warum er statt dessen seine Zeit damit verbringe, vorm Tempel mit Kindern zu spielen, stellte er die Gegenfrage: »Ist das denn nicht besser, als in eurer Gesellschaft die Staatsgeschäfte zu führen?« Diese Philosophen, deren Gedanken hoch über der Welt und ihren Glücksgütern schwebten, fanden Richterstühle und eben selbst Königsthrone niedrig und verachtenswert. So schlug Empedokles die ihm von den Agrigentinern angebotene Königsherrschaft aus; und weil Thales manchmal das Streben nach gewinnträchtigem Wirtschaften geißelte, warf man ihm vor, er verhalte sich wie der Fuchs in der Fabel zu den ihm unerreichbaren Trauben. Da packte ihn die Lust, spaßeshalber den Gegenbeweis anzutreten; zu diesem Zweck würdigte er seine Gelehrsamkeit zur Dienstmagd für die Mehrung von Hab und Gut herab und zog ein Geschäft auf, das ihm in einem einzigen Jahr so große Reichtümer einbrachte, wie sie selbst die in diesem Metier Erfahrensten in ihrem ganzen Leben kaum hätten anhäufen können. Aristoteles berichtet, manche hätten Thales, Anaxagoras und ihresgleichen, weil ihnen die einträglichsten Dinge kaum der Mühe wert gewesen seien, weise, aber nicht lebensklug genannt. Das aber kann (davon abgesehen, daß ich den Unterschied zwischen beiden Worten nicht recht zu begreifen vermag) unseren Schulmeistern keineswegs zur Entschuldigung dienen: Wenn man sieht, welch niedriges, armseliges Los sie in ihrer Unbedarftheit hinnehmen, hätten wir eher Anlass, ihnen beides abzusprechen – sie also weder weise noch lebensklug zu nennen. Jene erste Erklärungsmöglichkeit, nach der die Abstumpfung der Schulmeister von zu viel Studium und Stoffhuberei kommen könnte, lasse ich also fallen und glaube, es ist zutreffender zu sagen, daß sie von ihrer falschen Weise kommt, sich mit den Wissenschaften zu befassen, und daß man sich bei der Art, auf die wir unterrichtet werden, gar nicht zu wundern braucht, wenn weder Lernende noch Lehrer dabei gescheiter werden, sondern allenfalls gelehrter. In Wahrheit zielen Sorge und Aufwand der Väter bei uns auf nichts anderes ab, als den Kopf der Kinder mit Bücherschränken zu möblieren; von Urteilskraft und Tugend hingegen kaum ein Wort! Macht unsere Leute einmal auf einen Passanten mit dem Ruf »Seht, was für ein Gelehrter!« aufmerksam, auf einen andern aber mit dem Ruf »Seht, was für ein Ehrenmann!«, und unfehlbar werden sie Augen und Achtung dem ersten zuwenden. Da müßte ein dritter Ruf ihnen selbst gelten: »Was für Holzköpfe ihr seid!« Meistens fragen wir ja- »Kann er Griechisch oder Latein? Schreibt er Verse oder Prosa?« Ob er dadurch aber besser oder verständiger geworden sei, wäre doch das Wichtigste – und ebendas bleibt auf der Strecke. Erkundigen sollte man sich deshalb, wer das bessere, und nicht, wer das größte Wissen habe. Wir arbeiten ausschließlich daran, unser Gedächtnis vollzustopfen, -Verstand und Gewissen jedoch lassen wir leer. Wie die Vögel zur Brutzeit auf der Suche nach Körnern ausfliegen, die sie dann, ohne sie zu kosten, im Schnabel herbeitragen, um ihre Jungen damit zu füttern, klauben und klauen auch unsre Pedanten unaufhörlich ihr Wissen aus Büchern zusammen, nehmen es aber nur mit gespitzten Lippen auf und spucken es zudem gleich wieder in den Wind. (Überrascht muß ich plötzlich feststellen, wie sehr ich für solche Torheit selber ein Beispiel bin. Tue ich denn im größten Teil dieser Arbeit nicht genau das gleiche? Ich stibitze mir hier und da aus anderen Büchern die mir gefallenden Sentenzen, nicht um sie im Gedächtnis zu speichern, denn ich habe keinen Gedächtnisspeicher, sondern um sie in mein Werk einzubringen, wo sie mir wahrhaftig kein bißchen mehr gehören als an ihrem ersten Platz. Wir sind, davon bin ich überzeugt, Wissende nur des heutigen Wissens, des vergangenen jedoch ebensowenig wie des künftigen.) Das Schlimmste ist, daß auf diese Weise das Wissen unsrer Schulmeister auch ihren Nestlingen und Schülern nicht zum inneren Wachstum und Gedeihen dienen kann, da sie ihrerseits das Erlernte lediglich von Hand zu Hand weiterreichen – zu dem einzigen Zweck, damit zu prahlen und anderen zur Unterhaltung etwas vorzuschwätzen: Wertloses Klimpergeld, zu nichts zu gebrauchen denn zum Zählen und als Spielmarken. Mit anderen zu reden, haben sie gelernt, mit sich selber, nicht. Doch nicht zu reden gilt es, sondern das Steuer zu führen. Die Natur läßt, um zu zeigen, daß nichts Gestaltloses aus ihren Händen kommt, Völker von niedrigster Schulbildung oft geistige Schöpfungen hervorbringen, die es mit den höchsten Werken von Kunst und Wissenschaft aufnehmen können. Wie köstlich illustriert doch das Gascognische Sprichwort „Bouhaprou bouba, mas a remuda lous ditz qu’em“, worauf ich hinauswill: Feste blasen, das klappt, nur mit dem Fingerspiel hapert’s! (Es ist einem Schalmeienlied entnommen.) »So sagt Cicero«, »Dies ist die Ethik Platons«, »Aristoteles behauptet wortwörtlich« – all das kommt uns leicht über die Lippen. Aber wir, was sagen wir denn selbst? Wie urteilen wir selbst? Wie handeln wir selbst? Ein Papagei würde ebensogut daherreden. Unser Verhalten erinnert mich an jenen reichen Römer, der keine Kosten gescheut hatte, für jedes Wissensgebiet Fachleute in seine Dienste zu nehmen; sie mußten ständig um ihn sein, denn sie sollten, wenn sich ihm in der Unterhaltung mit seinen Freunden Gelegenheit zu einer Äußerung über dieses oder jenes Thema bot, sofort für ihn einspringen und ihm bald ein bestimmtes Argument, bald einen Vers von Homer liefern können, jeder aus seinem Jagdrevier. So wähnte er, dieses Wissen sei, da er es im Kopf seiner Leute habe, sein eignes. Das gleiche tun jene, die ihre prächtigen Bibliotheken für sich denken lassen. Ich kenne einen, der jedesmal, wenn ich etwas von ihm wissen will, ein Buch von mir verlangt, um mir die Antwort darin zu zeigen; und wenn er die Krätze im Hintern hätte, würde er sich nicht getrauen, mir das zu sagen, ohne vorher im Lexikon nachzusehen, was Krätze ist, und was Hintern. Wir nehmen die Meinungen und das Wissen anderer in Obhut, das ist alles. Es gilt aber, sie uns anzueignen. Wir gleichen insoweit einem Mann, der, wenn er Feuer brauchte, es sich bei seinem Nachbarn holen ginge und nun, da er dort ein schönes, großes brennen sähe, zum Aufwärmen daran sitzen bliebe und hierüber ganz vergäße, ein Stück Glut nach Hause zu tragen. Was nützt es, uns den Wanst vollzuschlagen, wenn wir’s nicht verdauen? Wenn die Speisen sich in uns nicht transformieren? Wenn sie uns nicht größer und stärker machen? Meinen wir denn, daß Lukullus, den nicht eigene Erfahrung, sondern das Lesen literarischer Werke zum großen Heerführer ausbildete, diese nach unserer Art aufgenommen habe? Wir verlassen uns derart auf die Kraft anderer Arme, daß wir die unsren entkräften. Will ich mich gegen die Todesfurcht rüsten? Gewiß – mit der Rüstung Senecas! Suche ich Trost für mich oder jemand anders? Rasch ist er von Cicero. Geborgt! Wäre ich aber darin eingeübt worden, hätte ich ,ihn aus mir selbst geschöpft. Dieses erschnorrte, aus zweiter Hand stammende Bescheidwissen liebe ich nicht. Auch wenn uns die Gelehrsamkeit anderer gelehrt machen sollte Weise sein können wir nur durch unsre eigene Weisheit. Den Weisen find‘ ich hassenswert, der Weisheit nicht sich selber lehrt….// Nichts weiß der Weise, wenn er nicht mit Fleiß, durch Weisheit selber sich zu läutern weiß…// …wenn haltlos er nach Mammon giert, und feige wie ein Lamm sich führt. Es ist nicht damit getan, uns Weisheit zu erwerben, wir müssen uns ihrer auch bedienen.“
„Essai Buch I – Über die Schulmeisterei – Erster Teil“
Notwasserung auf dem Hudson
Nürnberg, 19:59 – Der richtige Mann zur richtigen Zeit im richtigen Flugzeug, so heißt es überall.
Chelsey Burnett Sullenber III wurde am 23. Jan 1951 in Danville, Kalifornien geboren. Die Geburtszeit kenne ich noch nicht, deshalb ist 12 Uhr mittags eingestellt. Oben ist das Horoskop des Flugkapitäns, mit Transiten außen, unten das Horoskop für die Notwasserung, 15.01.09 15:31 New York.
Man muß es einmal sagen, denn Omen gibt es: es hätte kein besseres geben können für den Amtsantritt von Obama in drei Tagen: endlich einmal eine gute Nachricht aus Amerika, aus New York! Ein Wunder sogar. Es läuft als Nachricht durchs globale Dorf. Es ist eine Nachricht, die etwas mit einem Flugzeug zu tun hat; Flugzeuge waren es, die diese Stadt verwundet haben, nun gibt es Heilung durch ein Flugzeug, das in Europa gebaut wurde! Ein Wunder ist es, wir brauchen`s, um mit „unserer“ Wirtschaft Not zu landen.
Das Horoskop des Kapitäns zeigt uns eine Wassermann-Sonne mit gradgenauem Jupiter-Transit: soll noch mal einer sagen, Jupiter wirkte nicht! Ich komm hier gar nicht raus aus den Ausrufungszeichen. Im Klartext und für solche, die ein Problem mit der Astrologie haben: Jupiter muß dort nicht stehen. Er braucht für eine Runde zwölf Jahre, eine gradgenaue Konjunktion ist in diesem Zeitraum ein paar Tage, mehr nicht. Jupiter, das „Große Glück“ auf der Sonne: offensichtlich stirbt man an so einem Tag nicht. Und dann noch in Konjunktion mit dem rückläufigen Merkur: das ganze vollzieht sich im Sinne eines mißlungenen Ablugs, einer Rückkehr.
Doch das ist nicht alles: wer genau hinschaut, bemerkt auch Uranus in gradgenauer Konjunktion mit dem nördlichen Mondknoten: „Yes, we can!“
Dass dieser Mann notwassern kann, erkennt man übrigens nicht nur an seiner Wassermann-Sonne: der geniale Einzelkämpfer für die Freiheit der Menschheit. Eher noch an seinem Mars in den Fischen. An dieser Stelle mögen einige ausrufen: „Was für ein Schabernack!“; in einer Welt jedoch, in der Arsène Wenger Trainer des Fussballvereins Arsenal London wird, da gibt es einen magischen Kontext absolut direkter Entsprechungen. Ich erinnere mich in diesem Zusammenhang an eine Frau mit Neptun im vierten Haus, deren Vater „Kapitän zu hohen See“ war.
Das untere Horoskop ist nun das des genauen Augenblicks der Notwasserung. Und da sehen wir auch, wer die Prioritäten setzt: es ist tatsächlich der Uranus, der in der Himmelsmitte steht. Im „Handbuch der astrologischen Zuordnungen“ von Hannelore Goos (Books on Demand, ISBN 3-8211-3116-3) sind Flugzeuge dem Uranus, den Zwillingen und dem Wassermann zugeordnet. Das ist verständlich: Uranus ist Freiheit, Zwillinge Verkehr und Wassermann Technik. By the way: sehr empfehlenswertes Buch (Danke, Elisabeth!).
Gänse sind Mond, Mars und Neptun (und „goose“ heißt auf englisch Gans). Nun kann jeder selbst das Horoskop unten analysieren: einmal haben wir rückläufigen Merkur im Wassermann: das Flugzeug (Merkur, Zwillinge, Verkehr) wird aufgehalten, muß wieder auf den „Boden“, bzw. ins Wasser). Merkur geht als Abendstern auf den Jupiter zu, und zwar im Haus acht, dem des Todes: das ist das Opfer der Gänse/Enten in den Düsen, denn Jupiter ist Herr von Haus 6, dem der kleinen Tiere, und er steht in 8, dem des Todes; gleichzeitig ist genau dies der Jupiter-Sonnen Aspekt von Kapitän Sullenberger. Die Gänse haben sich für sein Glück „geopfert“. Gemäß dem Buch von Frau Goos sind die Gänse aber auch der Mars und der Neptun. Man sieht: Neptun hat eine Konjunktion mit dem verletzenden Chiron und Mars steht im Haus 7 im Steinbock und ist dort Gegenkraft, Aufprall. Und dann sind die Gänse noch Mond in Haus 4 in Konjunktion mit dem rückläufigen Saturn: nochmal Ende, aber für die Gänse. Es hätten auch, siehe Krebs-Aszendent, die Passagiere sein können; daher ein wahres Opfer.
Chiron/Neptun in Haus 9 ist außerdem die kaputte Reise (Haus 9), die im Wasser (Neptun) endet.
Zwischenzeitlich mag man die philosophische Frage stellen, was denn dieses Horoskop für alle anderen Menschen zum selben Zeitpunkt bedeutet, denen aber nichts zustößt und die nicht gerettet werden in dieser Stadt zur selben Zeit. Darüber gern ein andermal.
„sullen“ bedeutet im englischen, insbesondere in Bezug auf einen Fluss: träge fließend; ergo hat dieser Mann Sullenberger auch tatsächlich den Namen, um den Fluß mit einer bravourösen Entschleunigungsaktion – dem Aufsetzen und damit Bremsen des Flugzeugs – in Nutzanwendung zum Werkzeug des Schicksals zu machen: Hudson der Held durch den Verzögerer des Flusses, „sullen“, aus dessen Verzögerung ein Berg wird: ein Nachrichtenberg, der um die Welt geht!
Nun bin ich mir sicher, dass Uranus schon bei der nächsten Opposition mit Saturn am 05.02.09 (es ist die zweite von vieren) den Sieg über die Vergangenheit kundtun wird: doch Saturn ist wie ein alter morscher Baum: es braucht noch zwei Oppositionen, um ihn zu fällen, aber es gibt Hoffnung seit dem 15.o1.09!
P.S.: Die Horoskope lassen sich vergrößern, indem man einmal und dann noch einmal draufklickt (kein Doppelklick!).
Schnee
Schneeflocken sind ziemlich eigenartige Gebilde. „Neben den astronomischen Untersuchungen verfasste Kepler einen Aufsatz zur Symmetrie von Schneeflocken. Er entdeckte, dass natürliche Kräfte – nicht nur in Schneeflocken – das Wachstum regulärer geometrischer Strukturen bewirken. Konkret bemerkte er, dass zwar jede Schneeflocke ein einzigartiges Gebilde ist, andererseits Schneeflocken bei einer Drehung um jeweils 60 Grad ihr Aussehen behalten (sechszählige Symmetrie).“ (Zitat aus Wikipedia)
Über Schneeflocken, wie und warum sie entstehen, weiß man heute ebensowenig, wie über „Schwarze Löcher“. Man kann also ungefähr angeben, unter welchen Temperaturbedingungen sie entstehen, hat aber nicht die geringste Ahnung, warum eigentlich. Und vor allem: warum niemals eine Schneeflocke der anderen zu gleichen scheint. Für uns Astrologen, und damit auch für Johannes Kepler (27. Dezember 1571 um 14:37 in Weil Der Stadt):

… waren die Schneekristalle vor allem deshalb von Bedeutung, weil sie für ihn mikrokosmisch wiederspiegelten, was er an makrokosmischen Rhythmen der Planeten erlebte. Er sah dieselben Strukturen im Himmel und in der Kristallbildung. Dies wird freilich nur dem ersichtlich, der den Lauf der Planeten über längere Zeit beobachtet und dann aufzeichnet. Es sind die Kardinalpunkte, die, miteinander verbunden, jene Figuren ergeben, die stark an die Schneekristalle erinnern. Kardinalpunkte sind Konjunktionen, Oppositionen, Trigone und Quadrate. Also genau die Punkte, die für uns in der Astrologie von großer Bedeutung sind.
An Keplers Horoskop beeindruckt mich persönlich vor allem seine Jupiter-Pluto Konjunktion. Sie liegt an der Spitze zum Haus 11 und erklärt – dies ist im geistigen Quadranten – wunderbar seine gewaltige Wirkung mit Echo durch die Zeit hindurch.
Gerne würde man man von naturwissenschaftlicher und rosenkreuzerischer Seite her Kepler zum Pflichtastrologen machen, der nur widerwillig und gegen Geld Horoskope erstellt hat. Und in der Tat, es ist ein Ringen um den Gegenstand in seinem Werk bemerkbar. Doch dieses Ringen finden wir bereits 1550 Jahre früher bei Claudius Ptolemäus.
Betrachten wir jedoch die Schneeflocken, so macht es Sinn, wenn wir bei dem heiligen Gefühl, das ihr Sinken und die Stille hervorruft, die mit ihrem Auftreten einhergeht, uns auch erfüllt mit der tiefen Verbundenheit zu allem Lebendigen und den bislang unentdeckten Weisheiten des Lebens, die sich auch im Horoskop lesen lassen. Denn auffallend ist das schon: wie diese Schneeflocken dem Horoskop mit seiner Häuseraufteilung gleichen, nur dass es sechs statt zwölf sind. Vielleicht sollten wir mit einem sechs-Häuser Horoskop experimentieren?
Frank Zappa
Lieber Leser,
leider starb dieser Mann viel zu früh. Auf dem unteren Bild sehen wir die kongeniale Illustration Calvin Schenkels zur Veröffentlichung von „One Size Fits All“:
Geboren am 21. Dezember 1940 um 6:22 AM in Baltimore Corner, MD (USA) zeigt dieses Horoskop das Signum royalistischer Herrschaft – die Konjunktion von Jupiter (also dem Geburtsherrscher) und Saturn im Haus der Kreativität. Leider starb Zappa viel zu früh am 4. Dezember 1993 an Prostata-Krebs.
Michèle Montrelay, Philosophin, Psychoanalytikerin und Feministin schrieb: „Nehmen sie sich vor der Musik in acht. (…) Sie singt, tanzt, lädt zum Feiern ein, erlaubt zu leben; aber wenn man sich zuviel mit ihr beschäftigt, dann tötet sie wie Kali. Deswegen muß man ihr einige Grenzen setzen …“
Ich hoffe, das stimmt nicht. Zappas Tod war auch deswegen so fatal im wahrsten Sinne des Wortes, weil die Forderung nach „freier Sexualität“ sich durch sein Werk zieht, wie ein roter Faden (Mars in Skorpion). Dieser Libertinismus sollte also in Persona widerlegt werden?!
Dieses Jahr habe ich ihn nochmal live gehört! – Kevin John Edusei, 1973 geboren, als „One Size fits them all“ mit der unvergleichlichen, lebensrettenden Arroganz des Till Eulenspiegel gerade herauskam, dirigierte das EnsembleKontraste mit zwei Stücken, die es ihm (Zappa) noch vergönnt war 1992 in der Alten Oper in Frankfurt zur Uraufführung zu bringen. „Oper?“, mögen manche fragen: „Der Mann sieht doch aus, wie ein Rock-Spinner?“ Und genau das ist es: Zappa hat Musik gemacht ohne den geringsten Respekt für Genregrenzen. Dabei bastelte er – Mond in der Jungfrau als fleißiges Helferlein – an einem musikalischen Kosmos aus ein paar Dutzend unglaublichen Melodien – und ein paar Tausend durch die reinen Gitarrensoli dazu:
http://www.ensemblekontraste.de/
Musik beschreiben – Mondknoten in der Waage, Haus 10! Sie ist dermaßen prägend und eigen, dass sich aus Zappas Namen sogar ein Duden-bestätigtes Wort: „zappaesk“, gebildet hat. Es sind die Melodien – müssen sein – mein Lieblingslied ist „Village of the Sun“ – Kevin John Edusei hat die Stücke würdig präsentiert. Er ist Kapellmeister in Würzburg und übernimmt andere kreative Aufgaben in der Region hingebungsvoll und mit Freuden. Ich war überrascht, wie die Profis es hinkriegen, nach nur zwei Proben, zusammengewürfelt aus den Orchestern in München und Nürnberg, absolut unterbezahlt, dennoch eine solche Aufführung hinzukriegen. Aus Zappas magischem Musikkosmos, wenn man ergriffen ist, kommt man nur durch Musik heraus. Sein Mond/Neptun in Jungfrau machte ihn zum Zauberlehrer, Autorität für eine ganze Generation Freaks.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Stelle wechseln? Oder bleiben?
Nürnberg 19:44 – diese Frage kam von einer Klientin, die im Medienwesen arbeitet. Sie hat eine leitende Position, doch – wie so oft – macht der Chef einem das Leben zur Hölle. Gleichzeitig denkt die Klientin doch auch an die Gründung der eigenen Familie mit Kind und allem. Denn das – da mag einem der Papst in Rom anderes erzählen – ist das Größte, wenn es denn Menschen gegeben ist, was sie leisten können. So gesehen ist ja der Katholizismus nur eine Abspaltung der Orthodoxie, wo die Popen Familie haben und verheiratet sind:
Foto Markus Termin ©
Gemeinsam auf des Lebens Gaul unter dem Tempeldach des Himmels voranzureiten. Das Stundenhoroskop für die Frage sieht so aus:
Das Geburtshoroskop der Klientin so:
Ich weiß nicht, ob andere Astrologen wie ich mit beiden Bildern zugleich arbeiten. Manchmal hat man ja kein Geburtshoroskop. Doch beide zugleich sind immer eine Offenbarung!
Nehmen wir ihren Skorpion AC: sie neigt dazu, die Dinge hinzuschmeißen. Der Bandleader, der nach einer mißlungenen Probe die Gruppe auflöst: hier haben wir ihn! Skorpion-AC hat genaue Vorstellungen von der Welt und er will sie magisch herbeiwundern, klappt das nicht, droht die Kriese, die aber auch droht, wenn es klappt. Die Klientin arbeitet im Medienbereich in leitender Position, sie ist jedoch in der Probezeit. Ihr Geburtshoroskop macht dem Aszendenten ein Angebot: „Sieh her, sagt es, Du hast den Saturn in Haus 10, Dein Chef läßt Dich wie einen Ochsen das Joch schleppen und den Wagen ziehen. Dann schau auf Uranus in Haus 4: befreihe Dein Unbewußtes! Vor allem aber: zieh um!“ Da die Opposition Saturn/Uranus bekanntlich am 4. November das erste von fünf Malen komplett ist, könnte es hier krachen, und sie fliegt mehr oder weniger freiwillig aus dem Job.
Was zeigt nun das Stundenhoroskop? Dort steigt Stier auf. Die Botschaft ist eindeutig: Beständigkeit. Bleib, wo Du bist, zumindest einstweilen. Stier ist ja ihr Deszendenten-Gegenzeichen! Ihr Wunsch, eine Familie zu gründen, zeigt uns der Mond, welcher just in den Löwen gewechselt hat: die Familie ist eine Herzensangelegenheit.
Wechseln wir wieder ins Geburthoroskop: wo steht die Fische-Sonne? Genau, in Haus 4. Sie will sich also als Familiensonne erfüllen.
Nun, leider bekommen Fische, Fische-Aszendenten und Fische-Monde selten das, was sie wollen. Es schwimmen ihnen gewissermaßen naturgemäß alle Felle davon. Oder sie werden der Patriarch, die Matriarchin, welche die Sonne in Haus 4 verspricht, aber nicht so, wie sie sich das vorstellen.
Gemäß den rhythmischen Auslösungen nach Döbereiner wird der Mond nach 36 Jahren und drei Monaten durch einen Trigonalaspekt ausgelöst; bis dahin also wird sie wohl Mutter, und wahrscheinlich bekommt sie zu ihrem Schutz ein Widder-Kind.
Man weiß also – und das entspricht ihren Plänen – dass sie diese Stelle nicht ewig innehaben wird.
Mein Rat: bleib (gemäß dem Stier-AC im Stundenbild) auf jeden Fall bis nach der Probezeit. Schließlich läuft der Mond auf die Venus ins Trigon, und Venus steht im Partnerhaus: das beste kommt also noch, und es kann durchaus, wie bei Fischen üblich, von selbst passieren.
René Descartes: „Cogito ergo sum!“
Liebe Leser,
Nürnberg 14:00 – Durs Grünbein (9. Oktober 1962 in Dresden) hat sich tiefer in René Descartes (31.03.1596 02:00 AM La Hage en Touraine, FR) hineingearbeitet, wie wohl irgendeiner vor ihm. Er ist eine Waage, und ich gäbe was drum, zu wissen, was ihn karmisch mit Descartes verbindet, dem Widder, seinem Gegenteil. Jenes hineinarbeiten in die Seele Descartes geschah bei Grünbein poetisch, denn Grünbein ist Dichter, wie er im Buche steht, und wenn man seine Verse liest, kann man wahrlich getröstet werden, dass die Welt, die er beschreibt, vor allem aber die dazugehörige Natur – zwischen Autobahn und Autobahn – heute nicht mehr existiert. Gerade darum aber sind Grünbeins Verse wie gute Fotografien von alten Ruinen: kalt holen sie heran, was längst vorbei ist, und frieren es mit dem unerbittlichen Charme und der klaren Logik der Waage ein, und die daraus sich ergebende Melancholie verbinden sie mit der schmachtenden Hoffnung einer neuen, alten Liebe.
Portrait von Franz Hals
Wer aber ist Descartes und warum kommt er hier zu Ehren? Es ist nicht sein Geburtstag, sondern sein Saturn in der Jungfrau, der mir aufgefallen ist, denn den haben wir heuer eben auch. Jenes „Ich denke, also bin ich“, mit dem Descartes quasi mit einem Satz einen Strich unter die barocken Stilblüten seiner Zeit zog, um sich der genauen Beobachtung und der nüchternen Analyse anzuvertrauen, ist sein berühmtester und nahezu allen bekannter Satz. Wer Steinbock-Aszendenten kennt, wird in seinem Gesicht einen Anklang davon finden, gemischt mit dem Widder und der Sanftmut von Stier-Venus und Mond. Dreht man das um und schaut sich Bilder eines Steinbocks mit Widder-AC an (geeignet: der ältere Richard Widmark, Bild kann ich hier aus copyright-Gründen nicht einfügen), bemerkt man leicht die Verschiebung der Prioritäten. Dem Saturn jedoch in der Jungfrau wollen wir beschreibend beikommen durch ein paar Sätze aus Durs Grünbeins in der edition unseld erschienenen Sammlung „Der Cartesische Taucher“:
„Der Laie verbindet mit dem Namen Descartes die Vorstellung von logischer Strenge, kaltblütigem Ordnungssinn, rasiermesserscharfem Verstand, usw. Jedes Lexikon hält seinen Steckbrief bereit: erster systematischer Denker der Neuzeit, Vertreter einer mechanistischen Weltanschauung, Mitbegründer der analytischen Geometrie, überzeugt davon, dass alle Naturerscheinungen rational fassbar sind.“ Und: „So spricht der Philosoph, der um die Grenzen seines Philosophierens jederzeit weiß. Sein Gespür für das Machbare, das allein von ihm zu Leistende, verdankt sich gerade solcher Wahrnehmung für das schlechthin andere (gemeint ist die Poesie M.T.), dass sich ihm entzog.“
Wird sie hier nicht klar dargestellt, die Jungfrau-Eigenschaft der Trennung, des Sortierens und der klaren Unterscheidung von brauchbar und unbrauchbar? Ob sich das aber auf Kartoffeln oder Gedanken bezieht, oder gar auf Töne, das hängt nur davon ab, womit sich die Jungfrau beschäftigt. Für Descartes stand Saturn als Geburtsherrscher zur Verfügung, so dass sich in dessen Wirken, in also seiner natürlichen Regelhaftigkeit, der Sinn seiner Existenz zusammenfassen ließ, vom Privaten abgesehen. Doch Saturn ist ja nicht privat.
Nun macht es nicht Wunder, wenn ein Steinbock-Aszendent seinen Saturn lebt, und dies leistet in Haus 8, dem der Verwandlung der Seele durch den Anderen, und wenn diese Person eine solch gewaltige (Pluto) und revolutionäre (Uranus) Widder Natur hat, dann kommt – mit Glück – ein Descartes heraus. Es macht jedoch – Saturn in der Jungfrau – auch für nicht Steinbock-AC Inhaber Sinn ihren Saturn anzuschauen, und sich zu prüfen auf die Regeln, nach denen sie ihr Leben gestalten. Man setzt Saturn gleichzeitig um, und doch steht er einem im Weg, wie ein Ding in der Wohnung, an dem man sich permanent stößt, ohne es wegzuräumen.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus























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