Ereignis, Länder

„No Problem“ auf Jamaika

Liebe Leserinnen und Leser,

Nürnberg, 20:17 – unten das Wappen Jamaikas, das auch auf den Münzen zu finden ist. Das erste Mal seitdem Usian Bolt (Löwe) in Peking alle hinter sich gelassen hat, taucht die Insel wieder in den internationalen Schlagzeilen auf:

Jamaica Gleaner News Online – Monday | April 20, 2009

Allerdings negativ. Ein zwanzig Jahre alter dummer Junge wurde nach acht Stunden Geiselnahme auf dem Flughafen von der Polizei überwältigt. Grund für uns, sich mal das Horoskop dieses schönen Landes anzugucken.

wappen-jamaikas

Außen die aktuellen Transite, im inneren Kreis das „Geburtsbild“ Jamaikas vom 6.8.1962 9:38 EST Kingston:

jamaica

Schon mal bemerkenswert, dass Jamaika eine Löwe-Sonne ist. Es gibt auf Jamaika, soweit ich weiß, im Papine-Tiergarten, einem Stadtteil von Kingston, einen altersschwachen Löwen, ansonsten aber ist der jamaikanische Löwe eher dieses Symbol:

flagge-ethiopia

Dies ist die Flagge Äthiopiens und der letzte Kaiser Äthiopiens, Haile Selassie …

haile-selasie1

… der 1975 von seinem kommunistischen „Nachfolger“ oder dessen Schergen ermordet wurde, ohne dass dies zu nennenswerten Verbesserungen für das äthiopische Volk geführt hätte, wird von einer für unsere Begriffe merkwürdigen Minderheit/Mehrheit (so ganz gewiss ist das nicht) als Gott verehrt.

Im Horoskop Jamaikas ist deutlich die markante Venus-Opposition. Und natürlich die Mondknotenopposition. Venus im 12. Haus in der Jungfrau eines Landes steht für Schwarzgeld. Tatsächlich beläuft sich der Schuldendienst des Landes auf 60% (!) des Staatshaushalts. Bei uns vielleicht auch bald, wenn wir eine Jamaika-Koalition bekommen? Das heißt im Klartext, dass dem Land 40% der Einnahmen übrig bleiben, um alles zu bezahlen: Straßenbau, Schulen, Beamte, etc. Wenn das Alles wäre, dann wären die klugen Jamaikaner längst verhungert. Doch der kurze Auftritt des „armen Schweines“ von jungem Burschen (der jetzt wohl für Jahrzehnte unter üblen Bedingungen im Knast verschwinden wird) ist symptomatisch für die show-biz-Qualitäten des ganzen Landes: im Prinzip wurde Jamaika als Ganzes schon lange gekidnappt. Und zwar von seinen Schuldnern und den Kriminellen in Amt und Würden, die sich mit diesen den Reibach teilen. Die einfachen Leute – der tägliche Lohn einer Kaffee-Pflückerin reicht nicht für ein Toastbrot made in the USA – haben sich in einer Schattenwirtschaft eingerichtet, welche de facto wohl den eigentlichen Staatshaushaushalt ausmacht. Der Waage-AC des Landes scheint dafür zu sorgen, dass es insgesamt recht friedfertig bleibt. Waage-AC jedoch wiegelt vielleicht den halben Globus auf, und wenn einer fragen sollte, wer den Rhythmus macht, nach dem auf der Welt die Puppen tanzen – Staatsverschuldung hin oder her – dann wird ihm jeder mit Durchblick antworten: der stammt aus Jamaika. Wie ein brodelnder Vulkan bedient die Insel die Welt preisgünstig mit Rhythmen (die geheime Botschaften enthalten). Und immer wieder wird Babylon (das Synonym für die Unmoral unseres westlichen Systems) in Flammen gesungen. Ein anderer Agitator, der heute Geburtstag hat – ebenfalls mit Waage-AC – hat dies auch getan. Kann man diese Fertigkeit mit Mars in Haus 9 im Zwilling in Verbindung bringen? (Lehrer im sprachakrobatischen Underground-Dub?) …

Sicher ist, dass die Sonnenstellung in Haus 11 so etwas ist, wie ein angeborener Public-Relations-Manager. Mit Venus und Mars aktuell in Opposition zur eigenen verborgenen (in Haus 12) Venus allerdings ist voll daneben gegangen: negative  Pe-Err.  Venus als Herrscherin des Waage-AC ist damit auch – glimpflich – oppositionell herausgefordert.

Grund genug, sich auf den Neuanfang einzustellen, den das Land braucht, wenn Saturn in die Waage geht.

Doch ist auf Jamaika die Hauptsaison zur Regenzeit, wenn bei uns Winter ist. Alle Dinge laufen daher fast auf dem Kopf. Regen ersetzt dort zwei mal täglich die Dusche: „No Problem“ – war bis vor kurzer Zeit ein stehender Begriff des optimistischen Weltbilds, was aber, wie Andy Jefferson, ein bekannter Maler, schreibt, leider der Vergangenheit angehöre: „One Love is a thing of the past.“ Hoffen wir, daß das nicht stimmt, und wenn, daß sich bald wieder Freundlichkeit ausbreitet.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Mundan

Erdbeben in Italien

Nürnberg,  21:05 – es ist nicht immer so, dass Mars und Saturn zu Erdbeben eine Opposition bilden, wie am 06.04.09 um 3:32. Allerdings habe ich sofort ein Erdbeben gefunden, welches ebenso eine Mars-Saturn Opposition aufweist:

1755_lisbon_earthquake

Erdbeben in Italien:

erdbeben-italien

Jenes verheerende in Lissabon vom 01.11.1755 um 09:40:

erdbeben-lissabon

Beim Tsunami in Thailand (nicht abgebildet) war es die Opposition Chiron- Saturn gradgenau und beim Erdbeben in San Francisco vom 18.04.1906 um 05:12 die Opposition von Uranus und Neptun:

erdbeben-san-franciscoWas läßt sich daraus verstehen? Nicht nur der Mond, sondern alle Planeten und Himmelskörper üben eine Kraft aus. Auf unterschiedliche Weise ziehen, dehnen, strecken, pressen sie an der Erde und diese an ihnen je nachdem wie das kosmische Uhrwerk rhythmisch gelagert ist.

Im Grunde genommen wäre dies ein klassisches Betätigungsfeld für die Astronomie als Hilfwissenschaft der Geologie, doch die tut sich  schon schwer, dem Mond einen Einfluss auf unseren Körper zuzubilligen.

Sie hütet sich jedoch, diese Aufgabe zu besorgen, denn die Mittel ihrer Vorhersage sind begrenzt: sobald sich mehr als zwei Körper zueinander im Raum verhalten, werden die Berechnungen kompliziert bis unausführbar.

Nirgendwo sonst, als bei dem Anliegen, Katastrophen vorherzusagen und zu begegnen, vermißt man so schmerzlich eine intakte Wissenschaft. Eine Wissenschaft, die frei von Dünkel und Arroganz die Weisheit alter Zeiten ebenso ernst nimmt, wie die Informationen der neuen Zeit. Die es nicht als Hauptaufgabe betrachtet, andere Sonnensysteme zu erforschen, sondern erst mal unser eigenes zu verstehen. Die bereit und in der Lage wäre, mit Tieren keine Versuche anzustellen, sondern sie mit ihren Fähigkeiten, Dinge vorauszusehen ernst nimmt und wenigstens versucht, sie zu verstehen. Man hat in Freiburg im Breisgau im Stadtpark einer Gans ein Denkmal gesetzt, weil sie Fliegerangriffe voraussah, lange bevor irgendein Warnsystem anschlug. Kein Mensch bei klarem Verstand zweifelt an der Realität solcher und Unmengen ähnlicher Phänomene, unsere Wissenschaftler tun es meist. Oft hilft es schon, wenn sie einen Hund haben, dass sie kein ganz so hohes Ross reiten.

Für die Astrologie ist klar, welche Kräfte bei solchen Ereignissen nicht nur am Erdball arbeiten, sondern an unserm Körper und Astralleib ebenso. Es sind  körperliche und geistige gleichermaßen. Das eine gibt es nicht ohne das andere. Statt die künstliche Spaltung von Geist und Materie auf  immer zementieren zu wollen, wäre es mehr als wünschenswert, wenn Wissenschaft und Astrologie gemeinsam daran arbeiten würden, sie zu überwinden.

Dies setzte ein neues Bewußtsein einer „Harmonia Mundi“ voraus und ist nur zu leisten mit dem Wissen und der Kraft, dass Menschen nicht nur materielle Körper, sondern spirituelle Wesen sind. Geist ist Realität. „Das denkende Staubkorn“ Fiktion.

Wir begegnen also in unserer Zeit dem absurden Phänomen einer zwar detailverliebten, aber in manch entscheidenden Menschheitsfragen mut- und kraftlosen Naturwissenschaft, die sich den wahren Problemen aus Unkenntnis des Zusammenhangs von Allem mit Allem nicht stellen kann. Die sich in Simulation und Fiktion verliert (man betrachte nur mal den Mix aus Realität und Animation bei der Präsentation der Hubble-Aufnahmen).

Das hindert sie jedoch nicht, im Herbst wieder den LHC anzuschmeißen, um zu schauen, ob sie nicht doch – Zauberlehrlinge – ein kleines Schwarzes Loch basteln können? Und das wahrscheinlich zum Pluto-Saturn Quadrat. Ich hoffe nur, beim nächsten Versuch ist der Kasten Schrott und kein Politiker hat mehr Milliarden für diesen Menschen verachtenden Leichtsinn übrig.

Zur Erinnerung: alle Körper des Weltenraumes schweben „frei“, ihre gegenseitige „Beeinflussung“ ist die Bedingung ihrer Bahn. Daher kann auch von „Beeinflussung“ von z.B. Mars und Saturn gar keine Rede sein. Denn während üblicherweise Naturwissenschafter rundheraus leugnen, dass so etwas sein kann, ist dem manchmal doch nicht so üblen gesunden Menschenverstand klar: es handelt sich nicht um „Beeinflussung“ sondern um sensibelste Bedingtheit; um ein Miteinander der Planeten und Himmelskörper, für welches uns Metaphern fehlen, weil wir selbst, ganz anders, wie diese, auf vermeintlich festem Grund stehen. Gibt es ein Erdbeben, werden wir daran erinnert, dass dem nicht so ist. Der „Grund“ auf dem die Planeten und Himmelskörper stehen, ist ihr eigenes Sich-zueinander-Befinden. Die Kraft „zu sein“ und „zu beeinflussen“ ist eines. Daher können, so gewaltig die Massen sein mögen, kleinste Verschiebungen riesige Wirkungen haben und jedes Teil verschiebt logischerweise in seiner Bewegung alles andere mit, wenn auch mitunter unmerklich.

Ereignis, Mundan

Sehr alte Diskussion

Nürnberg,  15:30 – Unten das Horoskop der Expedition Sir Arthurvans Eddington vom 29.05.1919 auf der Afrika vorgelagerten und damals noch zu Portugal gehörenden  Insel „Principe“.  Ich möchte anhand dieses Horoskops einmal darstellen, wie synchron die Sternenwissenschaften wirklich arbeiten, obwohl sich die Astrophysiker – meines Erachtens zu Unrecht – darüber beschweren, wenig zu verdienen und auch – zu Recht – sich darüber beschweren, in prekären Verhältnissen leben zu müssen.

Wer glaubt, diese Diskussion sei neu, lese  bei Claudius Ptolemäus (ca. 100 n. Chr.) …

claudius-ptolemaus

… – Κλαύδιος Πτολεμαῖος – seine Verteidigungsschrift gegen die   Gegner der Astrologie:

„Ich stehe also auf der Behauptung: Vorhersagung – zwar oft täuschend, ist möglich und der eifrigen Hingebung wert. Ebenso ist die Lehre von Abwendung des Übels, weil sie zwar nicht alles, doch einiges, sei es groß oder klein, abwehrt, mit Fleiß aufzunehmen und für großen Gewinn zu achten.

Dieser Meinung waren auch die Ägypter, welche diese Kunst am eifrigsten getrieben. Sie haben mit astronomischen Vorhersagungen immer die Arzneikunst verbunden. Nimmermehr hätten sie Sühnungen, heilige Abwehrungsgebräuche und Gegenmittel angewandt gegen zukünftiges und gegenwärtiges, allgemeines und besonderes Ungemach, wenn sie die Meinung gehabt, es lasse sich nicht abwehren, nicht wegbringen. So aber galten ihnen die Mittel, so nach der Veranstaltung der Natur eine gegenwirkende Eigenschaft besaßen, als ein zweites Fatum und ihnen gesellten sie die Vorbedeutung bei: dies war die Wissenschaft, genannt Jatro-Mathematik, Verbindung der Arznei-  und Messwissenschaft, aus dem Gestirn Temperament, Erfolg und Ursache zu finden. Ohne diese Kenntnis wirkt oft auch die Arznei nicht, (als nicht gleichmäßig auf alle Körper und in allen Krankheiten wirkend); aus der Arzneikunst zur Abwehrung kommender Krankheiten und gegenwärtiger, sichere, soviel als möglich, wie es dem einzelnen dient oder zuwider ist.“

Ihr seht als, schon vor knapp zweitausend Jahren bedurfte es einer streitbaren Einleitung für das „Tetrabiblos“, wohl auf Umwegen über die maurischen Andalusier zu uns gelangt. Für Kepler war es nicht anders, so dass er sich genötig sah, eine Streitschrift mit dem Titel „Von den gesicherten Grundlagen der Astrologie“ (Chiron-Verlag) zu verfassen. Und so weiter. Bemerkenswert ist aber an obigem Ptolemäus-Zitat sein Verweis auf wesentlich älteres Wissen astrologischer Art, als sein eigenes, welche manche geneigt sind, für ursprüngliches astrologisches Wissen zu halten. Selbst im Nazi-Deutschland spielte die Astrologie eine umstrittene Rolle, einerseits wurde sie bennutzt, andererseits AstrologInnen auch verfolgt.

Diese Sonnenfinsternis belegt sehr gut den ursprünglichen Zusammenhang der Astrologie mit der Naturwissenschaft Astronomie, Physik, Kosmologie. Was ist der Hergang? Einstein hat nach der Allgemeinen Relativitätstheorie – schon das verwirrende Wortspiel „speziell“ und „allgemein“ ist ein Stolperstein am Eingang dieses Tempels,  wo wie damals in Delphi eine Formel in den Stein gemeißelt ist:

E =Masse mal Beschleunigung Quadrat

relativitatstheorie-bestatigende-sonnenfinsternis1

In Plutarchs Essay „Was bedeutet das „E“ über dem Eingang des Apollon-Tempels zu Delphi“ berichteten späte Priester des Heiligtums, also Eingeweihte, über  tastenden Versuche, den Sinn dieser Inschrift zu begreifen.

„Erkenne Dich selbst“, ist das, was Apollon über dem Eingang zum Tempel bekanntlich noch empfiehlt. Bei Einstein wird aus dem „E“ des Sonnentempels die Formel von der Äquivalenz einer Masse und Energie. Daraus entstand als erste konkrete Anwendung die Atombombe.

Völlig unzufällig wird der “Beweis” für die Theorie, Licht lasse sich durch Raumkrümmung ablenken, bzw gehe diese mit in einer messbaren Kurve um die Sonne, während einer Sonnenfinsternis bewiesen, wo eben Venus sichtbar war und es parallaxenmäßig nicht sein sollte.  Zumindest ergibt sich ein Hinweis., der im Rahmen dieser Theorie interpretiert werden kann. Nun sind Sonnenfinsternisse seit alters her starke astrologische Indikatoren. Schauen wir uns die Beweis-Sonnenfinsternis genau an:

Erst mal sehen wir die Achse Haus 3/9 in die Finsternis integriert, und aufsteigen tut Waage, so daß die Venus maximal verstärkt wird durch Jupiter, der in seiner Erhöhung steht. Daraus läßt sich ersehen, wie groß die Bedeutung dieser Finsternis ist.

Doch nun kommt hinzu: Pluto bildet ein Quadrat zu Chiron. Und Pluto ist der höchste Planet! Dies ist die Verletzung in Haus 7 durch Chiron. Die Verletzung der Menschheit durch die Bombe. Der Waage AC ganz am Anfang zeigt den Beginn einer langen Phase, die diplomatische Bemühungen erfordert, wie das der Waage entspricht. Allem voran aber spiegelt die Sonnenfinsternis selbst in ihrer Apollon-Analogie eine starken astrologische Aussage – den König zu stürzen, der hier im Haus 9, dem des Wissens und der Weisheit steht. Und es soll ein neues Wissen – Mondknoten Haus 3 im Schützen daraus hervorgehen, bei dem Weisheit (Schütze) auf der Kommunikationsebene des dritten Hauses stattfindet. Wir werden auch in diesem Jahr eine starke Sonnenfinsternis haben, die beispielsweise über China sichtbar sein wird, hier jedoch fast ebenso wirkt. Traditionell sehen die Chinesen eine Dynastie wechseln. Dies aber nur bei starken Aspekten zum Horoskop. Dazu die Tage mehr!!

Es wird also für den Beweis der Formel ganz intuitiv magisch ein astrologisch gültiger Schlüsselzeitpunkt gesucht, der dem Ereignis der Schöpfung eines neuen Weltbildes angemessen ist. Hier sehen wir an diesem Sonnenfinsternispunkt, wie die Königin – die Physik –  sich von der Druidin Astrologie krönen läßt. Als Sonnenfinsternisereignis findet der Entsatz des Alten statt; das neue Wirklichkeitsbild wird an der Quelle alles Bildhaften, der Sonne, Maß genommen. Und logged sich wie von selbst dabei in den Bedeutungs-Kanon der astrologischen  Tradition ein. Natürlich haben sich Astrologen und Astronomen dazu nicht verabredet. Ebenso wenig, wie zur Benennung der Planeten. Doch es hier vielleicht, wie bei Pluto. Man hat ihn in der alten Alchimisten Metropole Prag aus dem Planetenstatus verbannt, und seitdem ist immer wieder zu hören, er sei ja auch gar kein so großes Objekt in diesem Planetoiden-Gürtel, die nun nach Pluto benannt sind. Es wird dabei jedoch nie erwähnt, dass Pluto gar kein Einzelkörper ist, sondern einen dermaßen großen Begleitkörper – Mond – um sich hat, dass er eigentlich ein Doppelplaneten-System ist, welches permanent und sehr regelmäßig um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreist. Daher muß man die Gesamtgröße dieses Planetensystems Pluto – Charon anders veranschlagen.

Fotos, Geschichte, Weltbild

Planeten sind Lebewesen

img_1699Foto Markus Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

was kann ich mir darunter vorstellen? Was soll es bedeuten, dass Planeten lebendig sind? Können sie gebähren? In der alten Mythologie, das heißt in den Erzählungen von GöttInnen und Heroen und Königinnen und göttergeleiteten Helden und natürlich der Menschen und Tiere, sogar der Zeichen aus den Weissagungen – die der spannendste Teil von der Geschichtserzählung des Herodot sind, da können sie tatsächlich gebären. In der Mythologie der Hellenen gebären leibhaftige Götter-Wesen aus merkwürdigen Schöpfungsmythen göttliche Kinder. Götter-Wesen, die Planeten-Namen sind. Hermes zum Beispiel ist ein Sohn des Zeus, und daher astrologisch dem Jupiter nahe. Seine Mutter war bezeichnenderweise Maia, eine Titanen-Tochter! Die Wesen aus der alten Welt in „Herr der Ringe“. Für uns ist er der römische Merkur, eine ganz andere Wesensfarbe desselben wandlungsfähigen Gottes.  Dieser Herodot nun, ein gelehrter griechischer Schreiber der Historie, der tatsächlich noch selbst – barfuß gleichsam – nach Ägypten reiste, als Ägypten noch ägyptisch war, erzählt uns die Geschichte der Perserkriege.

Ein Herakles-Held ist eben im Kino auferstanden. Es ist Mr. Manhatten, ein blauer menschlicher Superheld – er strahlt blau wie lichternde Energie. Die Figur entstammt den Comics Allan Moores und Dave Gibbons, die eben ganz besonders coole Geschichten geschrieben und gezeichnet haben. Sie übertreiben sowohl die Geschichte, als auch die Emotionen drastisch. Doch das gehört zum Genre.

Dr. Manhatten, der melancholische Superheld, der durch ein Experiment verändert wurde: Albtraum eines jeden Wissenschaftlers: er wird während eines flüchtigkeitsfehlerhaften Versuchs in einer Experimentalkammer eingesperrt – als normales Wesen, das nicht mehr entkommen kann, denn die Uhr läuft. Da verwandelt er sich im Energiegewitter durch eine  schmerzhaften Prozedur, bei der er zunächst in alle blauen Einzelteile zerlegt wurde, sich aber dann nach drei Tagen, wie durch Auferstehung, zu einem neuen blauen Superhelden zusammensetzt. Das klassische Bild einer Einweihung durch Tempelschlaf.

Dieser Superheld hat einige der Attribute, die auch in 300, dem Film über die Spartaner bei den Thermophylen, zu Frank Millers, Allan Moores und Dave Gibbons Comic-Code, seiner wiedererkennbaren und beeindruckenden Phantasie-Sprache gehören: die Darstellung von Riesen-Wesen mit Kräften und Proportionen, wie der Koloss von Rhodos, als hätte es, dermaleinst, Riesen gegeben?

Dr. Manhatten, der geistverwandelte Wissenschaftler, der als makelloser, superblau strahlender, unverletzlicher Held mit weißen Augen und einem dritten Auge auf der Stirn, welches sich Dr. Manhatten, der Über-Held, als  einen perfekten Kreis sich selbst auf die Stirn zieht, mit einem perfekten Punkt in der Mitte, erleben wir erleuchtet und stark, aber auch irgendwie überdrüssig.

Dieses Kreis-ziehen auf der Stirn ist die erste Geste eines durch Metamorphose neu-geborenen Wissenschaftler-Wesen, dessen Kraft-Entfaltung viel von Herkules und viel von Hermann Hesses „Glasperlenspieler“ hat. Ein Buch übrigens, dass es sich zu filmen lohnte!

Nun geht aber die Handlung weiter: Dr. Manhatten ist umgeben von einer ganzen Bande aufregender Superhelden, die jeder für sich eine bestimmte Stärke haben. Miss Jupiter, das perfekte Pin-Up-Girl: kann gut Karate. Mir als Astrologen gefällt natürlich der Name! Ein Problem hat man mit „The Commedian“ – spätestens, wenn er gezeigt wird als der Kennedy-Mörder. Hier greift ein Element des Fiktionalen: ein riesiger blauer Orgon-Superheld-Herkules, den die Liebe auf dem Planeten hält, obwohl er den Mars schöner findet. Tolle Liebesszenen mit ihm und der Tochter von Miss Jupiter. Und er ist dabei blau und splitternackt, und man sieht alles, wobei der Körper übermenschlich perfekt dargestellt ist. Jüngere Menschen, die den Verlauf der Geschichte nicht wirklich kennen, werden in diesem Film auch nicht wirklich durchblicken.

Jedoch: als dieser Dr. Manhatten einmal – wie jetzt Barack Obama – in eine Fernsehshow geholt wird, da ist er in der Lage, sich zu kleiden, alles fliegt ihm – telepathisch gesteuert, wie einem Zauberer zu. Dieser Mann kann alles: er ist superstark, er baut magische Maschinen, trägt und hält – vielleicht ist er deshalb nackt und potenzgestört – das moralische Gleichgewicht der atomaren Abschreckung aufrecht, wie Atlas das Gewicht der Welt.

Und wird dabei auf sehr amerikanische Art zynisches Opfer eines Tricksers, der ebenfalls zur Superheldenrige gehört, und ganz offensichtlich Hermes ist, der Dieb – und: Merkur, der Händler. Hermes alias Mr. Superschlau ist ein Mega-Geschäftsmann geworden. Doch ganz allein Dr. Manhatten ist ein wahrer Held, der – wegen enttäuschter Liebe – die Galaxie wechselt.

Immer findet mißglückte Wissenschaft („I am Legend“, düstere Fiktion als Vorwegnahme der Finanzkrise) in Manhatten Boden: es gibt ein Manhatten-Projekt, und auch King-Kong muß dort sterben. Dr. Manhatten hat ein Glasmandalaspiel auf dem Mars. In einem barbarischen Akt öffentlicher Kastrationsmetapher hat man dann das WTC geopfert: in Manhatten. Große Wellen kommen dort am „The Day after“ an. Manhatten bleibt also, obwohl es längst höhere Türme gibt, der Mythos der aufstrebenden Menschheit.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Mundan, Personen

Albert Einstein

foto-albert-einstein14. März 1879 11:30 Ulm

„Astrologie ist eine Wissenschaft für sich. Aber eine wegweisende. Ich habe viel aus ihr gelernt und vielen Nutzen aus ihr ziehen können.“


Albert Einstein

albert-einstein

einstein-transite

Nürnberg, 15:34 – oben finden wir das Horoskop des berühmten Mannes, unten ist gleichfalls sein Horoskop mit den aktuellen Transiten (außen) zu besichtigen. (Diese Bilder lassen sich nach Bedarf auch noch vergrößern.) Dabei fällt natürlich auf, dass es einige zeitliche Übereinstimmungen zu heute gibt. Freilich weilt Einstein jetzt in einer anderen Dimension. Dennoch mag anhand der aktuellen Transite im äußeren Kreis eine Bewegung seines öffentlichen Wirkens angezeigt sein? Da ist vor allem der befreiende Uranus über der Sonne. Jupiter im Wassermann und Venus im Widder, wie auch in seinem Geburtsbild. Jupiter im Zeichen des Geistes in Haus 9 macht ihn zum geborenen Professor. Bemerkenswert: der zähe Steinbock-Mars! Und Schütze-Mond als Anlage in Haus 6; setzt sich praktisch um. Und praktisch ist es auch, wenn Sonne und Ziel, also das Haus 10, in einer Richtung liegen. Mit Venus im Widder in Haus 11 ist er öffentlich beliebt und kann sich durchsetzen. Neptun im Stier löst die öffentlichen, bzw. ursprünglichen (Haus 11) Vorstellungen von Materie (Stier) auf. Er könnte aber auch bedeuten: die Öffentlichkeit täuschen.

Als 1932 der Mondknoten über seine Geburts-Sonne ging, wanderte Einstein in die USA aus. Pluto im Krebs, also in seinem AC-Haus begleitete die Nobelpreiszeit, die Bestätigung seiner Theorie während einer Sonnenfinsternis in Brasilien am 29. Mai 1919 als Beobachtungen Arthur Eddingtons zeigen konnten dass das Schwerefeld der Sonne Licht genau so ablenkt, wie es die allgemeine Relativitätstheorie vorhersagt.

relativitatstheorie-bestatigende-sonnenfinsternisSonnenfinsternis 29.05.1919 Santo Antonio, Principe, 13:08

Es mag Lesern meines Blogs nicht entgangen sein, dass ich mit der Gültigkeit seiner Relativitätstheorie hadere. Ob denn wirklich die Lichtgeschwindigkeit die gültige Raum/Zeit-Norm ist? Ursache dieses Haderns ist aber nicht der Versuch, es besser wissen zu wollen,  sondern das Unbehagen wegen einer unvollständigen Welterklärung, die sich in ihrer scheinbaren Kompliziertheit zunehmend verknotet. Dieses Unbehagen hatte Einstein bekanntlich selbst auch: „Das Unverständlichste an der Welt ist, dass wir sie verstehen können.“ Einstein war ein Meister paradoxer Schlüsselsätze, die immer einen Hinweis auf die mysteriöse Kraft des Geistes enthielten.

Uns fehlt im Augenblick ein widerspruchsfreies Wissen davon, wo unser Ort in dieser Welt ist. Wir sind gezwungen, die Einheit von Bewußtsein, Ort und Zeit aufzugeben. Und zwar sowohl in Folge der Relativitätstheorie, die uns klar macht, Zeit ist relativ zur Geschwindigkeit, als auch durch die Quantenphysik, die uns andererseits klar macht, daß es Zusammenhänge jenseits der Einheit von Ursache und Wirkung in Bezug auf die Übereinstimmung des Ortes gibt.  Beides sprengt jedoch den Rahmen unserer Vorstellungskraft. Wir – und das sind auch die Physiker mit ihren Zauberknoten, aus denen der Urknall entsprungen sein soll – sind bislang daran gescheitert, die Welt als Anschauung von Materie oder deren Umschreibungen – z.B. „Feld“ – plausibel erklären zu können. Wir verstricken uns in Widersprüche. „Können wir den Materiebegriff nicht einfach fallen lassen und eine reine Feldphysik entwickeln?“, fragte Einstein.

Für eher philosophisch veranlagte Naturen ist der große Münchhausen-Trick bei der Bestimmung der Lichtgeschwindigkeit die Frage nach der Objektivität der Messung. Denn jede Messung muß ja auf menschlich nachvollziehbare Erdenverhältnisse heruntergerechnet werden. Irgendwo brauchen wir, wenn wir messen wollen, einen Maßstab,  einen Eichpunkt, der Gültigkeit hat. Doch welcher Maßstab kann in einer Welt, in der sich alles relativ zueinander bewegt, absolute Gültigkeit beanspruchen?

Hier setzt der Einsteinsche Trick an: wir nehmen das Licht (und von einem gewissen Standpunkt aus ist alles Licht) und setzen es als absolute Bezugsgröße für Alles. Und schon haben wir den Stillstand, den Punkt, um den sich die Raumzeit herumbiegen muß: denn ob Licht (im Vakuum, welches es de facto nicht gibt) immer gleich schnell ist, egal, ob es von einem sich mir mit nahezu Lichtgeschwindigkeit entgegenkommenden Gegenstand, oder von einem sich mir mit nahezu Lichtgeschwindigkeit entfernenden Gegenstand ausgesandt wird, oder ob es gar stillsteht, das macht bei einer absoluten Bezugsgröße in einem relativen Raum, welcher gleichwohl durch diese Absolutheit des Lichts in seiner statischen Maximalgeschwindigkeit aller Dinge überhaupt erst gebildet wird, keinen Unterschied.

Einstein hat damit auf geniale Weise den Kosmos vom Mittelpunkt der Welt nicht, wie Nicolaus Copernicus (auch eine Fische Sonne mit Schütze-Mond!) zum Sonnenmittelpunkt verlegt, sondern aus diesem Mittelpunkt eine statische absolute Bezugsgröße für das ganze All gemacht.

Es liegt auf der Hand, dass dies nicht der letzte Schritt war. Und die Entwicklung der Physik in zwei entgegengesetzte Richtungen legt nahe, daß der nächste Schritt, vielleicht erst sehr viel später, den Geist selbst in seine „Rechnung“ wird integrieren müssen.

Zwar lassen sich viele Erkenntnisse in ihrer praktischen technischen Umsetzung bewundern, woraus umgekehrt die Gültigkeit der zugrunde liegenden Theorie geschlossen wird, doch dies hebt die gleichzeitig existierenden Widersprüche leider nicht auf. Und läßt gerade jene technischen Anwendungen zu magischen Spielen werden, deren Grundlage Dogma und Zeremonie eher zu sein scheinen, als das ersehnte, in sich geschlossene und logisch nachvollziehbare Welterklärungsgebäude, dem man schon einmal den absurden Namen: „Theory of Everything“ gegeben hat.

Vielleicht kann uns ja der Uranus über Einsteins Sonne dieser Tage einen Schritt weiter bringen?

„Die große Frage WARUM hat die „moderne“ Physik überhaupt nicht beantwortet. Nachfolgende fundamentale Fragen nach dem Warum nicht nach dem Wie sind völlig offen:

1) Was ist Massenträgheit ?
2) Was ist Gravitation ?
3) Was ist ein Atom in Wirklichkeit ?
4) Was ist eine elektromagnetische Welle ?
5) Wie können die 4 Kräfte aus einer Kraft entstehen ?“

H. Joswig


Geschichte, Länder

Zusammenbruch des Stadtarchivs Köln astrologisch

versaillesVersailles vor dem Ausbau

Nürnberg,  22:32 – anhaltender Regen, ernste Themen.

reichsgrundung-und-stadtarchiv

Zusammenbruch des Stadtarchivs Köln am 03.03.2009 14:00 (innen) und Gründung des Deutschen Reiches am 18.01.1871 um 13:00 in Versailles.

wiedervereinigung-in-new-york-stadtarchiv

Liebe Leser,

Die Außenminister des Zwei-plus-Vier Prozesses unterzeichnen ein Dokument, mit dem die alliierten Vorbehaltsrechte suspendiert werden. BRD war faktisch souverän geworden (01.10.1990 18:34 New York, außen) – Zusammenbruch des Stadtarchivs Köln (innen)

Die schicksalhaften Ereignisse dieses Spätwinters zeigen sich unter anderem durch die Wiederkehr der Mondknoten.

Oberes Horoskop vergleicht den Zusammenbruch des Kölner Stadtarchivs mit der Gründung des Deutschen Reiches – widerstrebend nahm Wilhelm I die Kaiserkrone in Versailles – unteres Horoskop vergleicht den Zusammenbruch des Kölner Stadtarchivs mit der Wiedervereinigung, als sie faktisch hergestellt war, nämlich in New York.

Es hat, meine ich, etwas für sich, das Schicksal Deutschlands jeweils aus dem Ausland zu bestimmen.

Mars, Neptun, Chiron und Merkur im Haus 8 zum Zeitpunkt des Zusammenbruchs, Mars Quadrat Mars und eben Mars, Neptun,  Chiron und Merkur in Konjunktion zum Mondknoten, der ebenfalls  im Wassermann steht – bezogen auf die Gründung des Deutschen Reiches – sprechen für sich. Für den Zusammenbruch selbst: Mars (Gewalt), Neptun (Unterspülung), Merkur (Archiv) und Chiron (Verletzung) in Haus 8, dem Pluto-Haus. Pluto selbst in gradgenauem Quadrat zum MC.

Dieses alte Horoskop wird hier verwendet, weil es meines Erachtens den tiefen historischen Bezug, um den es hier geht, anschaulich macht.

Ich habe mit dieser Horoskopbesprechung gewartet, weil Menschen dabei gestorben sind, und die Pietät es gebietet, zumindest nicht gleich eine astrologische Analyse vorzulegen. Mir persönlich wären alle Dokumente inklusive des Nachlasses von Heinrich Böll gänzlich egal (und ihm auch, das weiß ich von ihm selbst), wenn dabei nur keine Menschen gestorben wären.

Astrologisch sind die Ereignisse durch die Mondknotenwiederkehr auf den Mondknoten der Wiedervereinigung bestimmt. Wir haben es also tatsächlich erneut mit einem Schicksalsjahr zu tun.  Der Zusammenbruch des Stadtarchivs zu Köln war nicht einfach nur die Zerstörung des Gedächtnisses des Rheinlands. Das Stadtarchiv, ein unglaublich häßliches Gebäude, wurde regelrecht vom Erdboden verschluckt. Deutschland, Land der führerlosen U-Bahnen: (U-Bahn Linie 3 astrologisch) verschluckt beim U-Bahn-Bau sein Gedächtnis.

Im Leben eines Individuums würde man dies als dringende Aufforderung zum bewussteren Umgang mit den eigenen Ressourcen verstehen. Die letzte aller möglichen Aufforderungen, der sogenannte physische Plan, offenbart durch ein mächtiges Ereignis, dass unserem Land das Bewusstsein für seine Rolle in der Welt fehlt. Ich muß zugeben, dass meine Aggressionen gegenüber unserer meines Erachtens allen Ereignissen hinterherlaufenden Kanzlerin zunehmen. Und das gefällt mir nicht, denn Aggressionen machen dumm.

Die Welt braucht eine radikale Veränderung. Sie kann von unserem Land ausgehen. Doch hierzulande setzt man auf verschlafene Routine. Wir brauchen etwas anderes. Und kommt es nicht von den Regierenden – und das ist nicht zu erwarten – muß jeder Einzelne sich dessen gewiss sein. Es geht um einen bewußten Wechsel von einer verschwenderischen, vernichtenden Profitwirtschaft ohne Sinn und Aber hin zu einer offenen, intelligenten, friedensgestaltenden Teilhaber-Wirtschaft, die möglichst wenig Menschen ausschließt.

Warum eigentlich hat Deutschland hier eine größere Verantwortung, als jedes andere Land der Welt? Warum müssen wir – und das ist im Kern die Botschaft dieser Katastrophen – als Erste den Wandel vollziehen, der ein echter und kein simulierter und retardierter Systemwandel ist? Die Antwort: weil von uns auch die Denkbegriffe gefunden wurden und werden, die die Welt in den letzten zweihundert Jahren maßgeblich bestimmt haben.  Die Chinesen wissen, Karl Marx war ein Deutscher. Man schaut auf uns und bemerkt: die kollektive Aggression in Deutschland entlädt sich nach dem Loch-im-Schlauch Prinzip in einem Wahnsinns-Opfer als Amok-Lauf. Man schaut auf uns und bemerkt: unser Gedächtnis wird vom Erdboden aufgesaugt, und unsere Pseudo-U-Bahn-Technik made in Germany ist alles andere als zuverlässig.

Wir können diese Veränderung nicht von der Politik oder dieser Wahl erwarten und nicht von der Wissenschaft. Wir müssen es selber machen. Auf geht´s!

Diese Bundestags-Wahl kann nur dann ein Erfolg sein, wenn möglichst viele Menschen aus der Politik aussteigen. Wir müssen uns wieder treffen, diskutieren, gestalten, singen, tanzen, Ideen haben. So, wie es ist, reicht es nicht. Das ist die Botschaft.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Ereignis, Geschichte, Weltbild

Astrologie und Computer

antikythera-potamos

Urheber: AlMare

YouTube – 2000-year-old computer recreated

Antikythera-Mechanismus: Forscher startet 2000 Jahre alten Computer – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft

Antikythera, oder hellenisch Αντικύθηρα, so heißt eine kleine Insel zwischen Kreta und dem griechischen  Festland vor der Schwammtaucher 1900  ein gesunkenes Schiff der Antike fanden. Valerios Stais, hellenisch Βαλέριος Στάης, entdeckte darauf am 17. Mai 1902 in Athen im Museum in einem Klumpen aus korrodiertem Material aus diesem Fund ein Zahnrad. Bitte zum Vergrößern zwei mal anklicken:

antikythera-mechanismus

Der Aszendent auf diesem Bild darf uns nicht allzusehr beeindrucken, denn wir kennen die Zeit nicht, wann der Archäologe das Zahnrad entdeckte. Merkur jedoch, Pluto und Neptun im Zeichen Zwilling, dabei Merkur im gradgenauen Trigon zu Jupiter, das sind gültige Informationen für uns Astrologen! Nimmt man an, der astrologisch-mechanische Apparat wäre wirklich etwa 150 v. Chr. gebaut worden, finden wir zu dieser Zeit Pluto in den Fischen und Uranus auf genau dem Grad der Sonnenfinsternis von 1900 (Bild unten, Sonnenfinsternis vom 28.05.1900). Doch nicht nur das. Denn als Herr Stais das Zahnrädchen fand, war, siehe Bild oben, Merkur ebenfalls in Pluto-Nähe auf seiner Zwillings-Wanderung, also unterwegs im eigenen, starken Haus. Finsternisse – besonders die starken, wie jene totale Sonnenfinsternis im Zeichen Zwillinge im Jahr 1900, dem Fund-Jahr des astrologischen Computers, sind Tunnelphänomene (Johann Hjelmborg). Man macht die Erfahrung von Verschwinden und wieder Auftauchen. Bedenken wir die Beteiligung von Pluto und Neptun im Zwilling zusätzlich, so erweist sich das neuerliche Auftauchen dieses Mechanismus als unzufälliges, Zeit-überbrückendes Phänomen. Und dies gilt auch, wenn die Finsternis nicht bei uns sichtbar ist/war, denn die Tag- und Nachtgleichen beziehen sich ebenso auf die ganze Welt.

Freilich nun, wie es möglich ist, dass Wissenschaftler Jahrzehnte darüber rätseln, wozu denn der Apparat gedient haben möge, und auch heute noch nicht viel mehr einfällt, als Sonnen- und Mondfinsternisse anzuzeigen und die allseits beliebten Sportveranstaltungen, das ist schon richtig krass. Wer sich mit nur geringem astrologischen Wissen ausgestattet den YouTube-Film des Rekonstrukts oben anschaut, dem wird eine andere, als astrologische Verwendung als Hauptzweck des obskuren „Antikythera Mechanismus“ gar nicht in den Sinn kommen. Wozu denn wohl sonst all die Zeiger? In diesem Zusammenhang bemerkenswert: die gegenwärtige Renaissance der Astrologie durch Computertechnik ist demnach nichts neues, sondern nahezu eine Rückkehr zu den Ursprüngen, soweit diese in Hellas und Kemet (Ägypten) liegen.

sonnenfinsternis-28051900Sonnenfinsternis 28.05.1900 15:51 für Nürnberg

Fotos, Geschichte, Weltbild

Neulich in Freiburg …

img_3286

goldhut

Dies ist der sogenannte Berliner Goldhut, ein Kalender-Hut aus der Bronzezeit. Bemerkenswert daran ist, dass vergleichbare Hüte in Spanien (zwei) Irland und Frankreich, sowie drei weitere in Deutschland gefunden wurden. Es handelt sich bei diesen Hüten also um ein kultisches Insignium einer astrologischen Religion, die in ganz Europa zur Bronzezeit gepflegt wurde. Dem gegenüber sind wir mit dem Versuch, Europa in der EU zusammenzubringen, nicht gerade modern.

goldhut-kalenderFree GUP License aus Wikipedia für die Grafik (anklicken und vergrößern)

Geschichte

Hong Kong

26. Januar 1841 um 12:01 in Victoria, Hong Kong wird der Geburtstag der ehemals britischen Kronkolonie Hang Kong begangen. Das Datum geht zurück auf die Okkupation der Britten im sogenannten ersten Opium-Krieg. In der Flagge finden wir die Venus als fünstrahligen Stern, der auch sinnbildlich den botanischen Zusammenhang mit einer fünfblättrigen Blüte augenfällig macht, der durch die Venus mit ihrer Wirkung auf die Erde auch tatsächlich erreicht wird:

flagge-hong-kong1
Diese Opiumkriege basierten auf dem merkwürdigen Ansinnen der Briten, ihre negative Handelsbilanz mit China auszugleichen. Denn da man aus China Tee und Seide importierte, die Chinesen aber selbst vom britischen Empire nichts brauchten, sah die Situation ähnlich aus, wie heute. So verfiel man skrupellos auf die Idee, den Chinesen Opium zu verkaufen, um die Handelsbilanz auszugleichen, ganz ähnlich, wie sich heute Afghanistan und die Terroristen mit oder ohne Billigung/Organisation der CIA durch das aus Schlafmohn ebenso wie Opium erzeugte Heroin finanziert.

hong-kong1

Das Horoskop (durch zwei mal Klicken vergrößern!) zeigt innen das Gründungschart der Kronkolonie, außen aber die Transite zum Tag der Wiedereingliederung zur Volksrepublik China. Dies ist nun 12 Jahre her und wir sehen Jupiter im Wassermann, wie dieser Tage auch, was vermuten läßt, dass Hong Kong auch heute im 12-Jahres Zyklus einem Höhepunkt der Erfolgsaussichten entgegengeht. Uranus steht im obigen Bild genau über der Sonne: diese Wiedereingliederung war also tatsächlich eine uranische Befreiung. Neptun steht nahezu bogensekundengenau über dem Merkur des Stadtstaates, wobei Merkur den Besitz anzeigt, denn er regiert das zweite Haus und das fünfte (während Lilith durchs fünfte läuft, und sagt, dass es in Hinsicht auf die Landeskinder – Staatsbürgerschaft wäre ein Thema – nicht mit rechten Dingen zugeht).

Doch tatsächlich hat sich der territoriale Besitz, den dieser Merkur anzeigt, ja auch wirklich aufgelöst, wie man es von Neptun erwartet. Hong Kong gehört sich nicht mehr selbst. Dass es aber mal „dem Ausland“ gehörte, dieses zeigt wunderbar Merkur in Haus 9, dem der Fremde. Venus geht 1997 entsprechend dem Wesen der Stadt auf der Flagge in Haus 4, also zurück zum Ursprung, nach China.

Die Venus in der Flagge finden wir in der Mond-Uranus und eben Venus- Konjunktion in den Fischen in Haus 11, sowie durch das erste und das sechste Haus. Mond und Mohn, gar noch in den Fischen, mag ein weiterer Hinweis sein. Das Wesen der Stadt, vertreten durch Venus, ist also wahrlich gesellschaftlich und kollektiv, und es ist bemerkenswert hierzu einen Satz zur frühen Wohnsituation jn Hong Kong zu zitieren, denn man/frau/kind wohnt praktisch im Haus 11, also in der Öffentlichkeit:

„Dies (nach einem Brand) war praktisch der Beginn des public-housing-Programms in Hongkong. Die ersten Mark-I-Häuser waren bereits Ende 1954 fertig gestellt. Sie boten jeder Familie eine Wohnung von etwa 20 Quadratmetern, die Sanitäreinrichtungen mussten mit anderen Familien geteilt werden und Kochgelegenheiten befanden sich außerhalb der Wohnungen. Bis Ende der 1960er Jahre wurden zahlreiche derartige Häuser errichtet, wobei die verbesserten Versionen Mark II und Mark III nur wenig mehr Komfort boten. Praktisch spielte sich alles Leben auf den Straßen ab, wobei diese für die zahlreichen Verkaufsbuden benutzt wurden.“ (Wikipedia)

hong-kong-brand

Brand, Weihnachten 1953

Das Horoskop des Brandes zeigt eine Mars-Mars Konjunktion kurz vorher und dann Neptun genau auf dem Mars. Also erst voll in der eigenen Kraft und dann nur noch die Auflösung übrig. Das riecht ja regelrecht nach Zündelhölzern. Außerdem steht die Sonne über dem Saturn in Haus 8. Sonne und Mars sind aber Feuer, und Sonne über Saturn ist Feuer über der Struktur, dem Halt. Und Haus 8 braucht man nicht erklären. Dass dies aber letztlich ein Glück war, weil man endlich neue Wohnungen baute, zeigen Jupiter und Glückspunkt.

hong-kong-historische-karte

Bei einer Stadt, die quasi mit hochoffiziellen Drogengeldern erschaffen wurde, wogegen gerechterweise die Chinesen Krieg führten, den die Britten ungerechterweise auch noch gewannen, interessiert natürlich vor allem die Neptun-Stellung. Neptun steht auch tatsächlich in Haus 10 zusammen mit der Sonne ( nahe verknüpft ist ebenso Merkur in Haus 9, Geld mit dem oder sogar im Ausland verdienen, was Hong Kong Chinesen im In- und Ausland ständig tun). Alles in allem und wenn man sich´s genau überlegt, hat unser westliches Imperium ganz offensichtlich als Junkie angefangen, und der Kreislauf wurde außer mit Opium, durch Öl ergänzt, während es noch vorher Sklaven und Gold waren.

Nun hat Neptun zeitgerecht die Regierung in Hong Kong aufgelöst (das ist die Sonne) und dann (2003) den Stadtstaat selbst im Neptun-Neptun Transit der Auflösung entgegengeführt.

Personen, Poetry

Michel de Montaigne

bild-montaigne

Bleiben wir noch ein wenig in dem Thema mit Pluto im Wassermann. Eine Runde vorher, also vor der Zeit der französischen Revolution (siehe gestriger Artikel) lebte Michel de Montaigne, 28 Februar 1533 um 11:30 AM in Chateau de St. Michel Frankreich:

montaigne

Berühmt und bekannt wurde de Montaigne nicht als Politiker oder Bürgermeister von Bordeaux – Würden und Ämter die er bekleidete – sondern durch seine Essays: eine Sammlung von Schriften, an denen er sein ganzes Leben lang feilte und verbesserte, und die auch heute noch eine Fundgrube tiefster Weisheit sind, ein ganzer Dachspeicher voller geistiger Schätze. Dabei stand er inmitten fürchterlicher Kämpfe seiner Zeit, Religionskriegen und wechselnden Allianzen und den Thron. Hier geht es ihm ebenso, wie Alphonse de Larmartine, unserem Pluto in Wassermann-Menschen von gestern. Auch Tycho de Brahe, ein paar Posts weiter unten, hatte den Pluto im Wassermann und gehörte also der selben Generation an, wie Montaigne.  Pluto ist  also der, der die Generationenfolge bestimmt, meine ich.

Ein „Pionier im Kampf um die Toleranz“, wird er genannt, ein „Dichter der Freiheit und Intelligenz.“ (Jean Lacouture)

Klingt das nicht nach Pluto im Wassermann? Und gar noch verbunden mit dem Mars, dem Inneren Krieger auf dem Feld der Intelligenz und des Geistes? Auffallend: fast alle Planeten in der Taghälfte. Die sind ihm also bewußt zugänglich, bis auf den Jupiter, der ihn dann auch praktisch (Haus 6) als Bürgermeister und Königsmacher in die erfolgreiche Pflicht genommen hat.

Richtig: die Sonne ist seit heut im Wassermann, im Zeichen des Jünglings! Und prompt wird Obama zum Präsidenten vereidigt: das timing stimmt also, schließlich ist er Wassermann-AC.

Liz Greene bringt den Wassermann klugerweise nicht nur mit Uranus und Saturn in Verbindung, sondern auch mit Prometheus: „Prometheus ist der kosmische Vertreter des sozialen Impulses, dessen Raub des Feuers aus den Händen des Zeus zum Wohle der Menschen eine Geisteshaltung verkörpert, die sich nicht mit dem Instinktleben zufrieden gibt, sondern immer noch weiter nach Vervollkommnung und Erleuchtung strebt.“ (Aus Schicksal und Astrologie, Chiron-Verlag, 2007 „Die Familie im Spiegel des Horoskops“, das bisher tiefste und ernsthafteste Buch dieser genialen Prosa-Stilistin und Astrologin).

Um einen neuen „Raub des Feuers“ wird es auch ganz Prometheus-gemäß in Amerika gehen, denn Energiegewinnung ist dem Feuer gleichzusetzen, das wir den Göttern stehlen. Wir brauchen, so der amerikanische Essayist Friedmann im aktuellen SPIEGEL eine grüne Revolution; zu Recht verlacht er die Europäer mit ihrer kalkulierten Rabattmarkenzählerei, um das Klima zu retten: „Dann gnade euch Gott!“

Es gibt ja die Sitte, dass der scheidende Präsident seinem Nachfolger einen handgeschriebenen Zettel in der Schublade hinterläßt. Ich würde einen Aphorismus von Montaigne für angemessen halten:

„Es gibt nur ein Zeichen für Weisheit:
gute Laune, die anhält …“

und vielleicht diesen noch:

„Das Meisterstück eines Menschen, auf das er besonders stolz sein kann, ist, sinnvoll zu leben; alles übrige, wie regieren, Schätze sammeln, Bauten errichten, sind Nebensachen.“

Wer noch mehr Lust und Zeit hat, den Wassermann-Merkur dieser Fische-Sonne schätzen zu lernen (und voller Faszination starre ich auch auf seinen Neptun in den Fischen!) kann sich auch hier noch lohnend durchlesen:

„In meiner Jugend hat es mich oft geärgert, sehen zu müssen, daß in den italienischen Komödien ein Schulmeister, dort pedante genannt, stets als dummer August dargestellt wurde und daß hierzulande der Titel Magister kaum von ehrenvollerer Bedeutung war; hätte ich mich denn, da ich den Lehrern ja zur Erziehung und Aufsicht anvertraut war, mit weniger begnügen dürfen, als eifersüchtig über ihr Ansehen zu wachen? Ich versuchte deshalb, sie mit dem natürlichen Mißverhältnis zu entschuldigen, wie es nun einmal zwischen dem gemeinen Volk und Männern von ungewöhnlicher, überragender Urteilskraft und Bildung bestehe, weil beider Wege völlig entgegengesetzt verliefen. Mein Latein ging mir aber plötzlich aus, als ich bemerkte, daß die Verachtung der Schulmeister gerade bei den gebildetsten Männern am größten war – unser guter Du Bellay mag als Zeuge hierfür dienen: Der Pedanten Wissen ist, da vorgefaßt, mehr als alles andre mir verhaßt. Dabei handelt es sich um eine antike Überlieferung, denn schon Plutarch sagt, Grieche und Schulgelehrter seien bei den Römern Wörter der Ablehnung gewesen, ja der Verachtung. Mit zunehmendem Alter habe ich dann gefunden, daß dies völlig ins Schwarze traf und tatsächlich die Gelehrtesten nicht die Gescheitesten sind. Wie es aber dazu kommen kann, daß eine an Kenntnis so vieler Dinge reiche Seele hiervon nicht aufgeweckter und lebendiger wird und ein gemeiner und dumpfer Geist die Gedanken und Urteile der hellsten Köpfe, die es auf der Welt je gegeben hat, in sich zu beherbergen vermag, ohne etwas daraus zu lernen und sich zu läutern, ist mir nach wie vor ein Rätsel. Eine junge Dame, die erste unserer Prinzessinnen, sagte mir, als sie auf eine bestimmte Person zu sprechen kam, wer so viele große und denkstarke fremde Gehirne in sich aufnehmen wolle, müsse zwangsläufig das eigene verengen, zusammenziehen und verkleinern, um den anderen Platz zu machen. Ich wäre fast geneigt, dem zuzustimmen und zu sagen: Wie die Pflanzen an zu viel Nässe eingehen und die Lampen an zu viel Öl ersticken, kommt auch die Tätigkeit des Geistes durch zu viel Studium und Stoffhuberei zum Erliegen, weil er, von der ungeheuren Vielfalt der Dinge bis zur Verwirrung in Anspruch genommen, die Fähigkeit verliert, sich hiervon wieder freizumachen, so daß er unter der Last schließlich krumm und schief wird. In Wirklichkeit jedoch verhält es sich anders, denn unsere Seele weitet sich um so mehr, je mehr sie in sich aufnimmt, und aus den Beispielen des Altertums kann man ersehn, daß gerade umgekehrt die zur Führung der öffentlichen Angelegenheiten fähigen Männer, die großen Feldherrn und die großen Berater der Staatsmänner zugleich bedeutende Gelehrte waren. Was aber diejenigen Philosophen betrifft die sich jeder öffentlichen Beschäftigung enthielten, so wurden wie die Schulmeister auch sie zuweilen durch die ihre Narrenfreiheit nutzenden Komödiendichter der damaligen Zeit der Verachtung preisgegeben, weil sie sich mit ihren Auffassungen und ihrem Verhalten in der Tat lächerlich machten. Wollt ihr, heißt es bei Platon, daß sie über die Rechtslage in einem Prozess oder die Handlungen eines Menschen ihr Urteil abgeben? Sie tun’s, nichts lieber als das! Sie werden gleich noch untersuchen wollen, ob es überhaupt Leben, ob es Bewegung gebe, ob der Mensch sich vom Ochsen unterscheide, wie man Handeln und Leiden zu definieren habe und was für Wundertiere Gesetz und Gerechtigkeit seien. Ganz gleich, ob sie von oder zu einer Amtsperson sprechen, stets nehmen sie sich dabei ungebührliche und flegelhafte Freiheiten heraus. Hören sie, daß man einen König oder ihren eignen Fürsten preist, so ist er für sie nur ein Schafhirt, faul wie ein Schafhirt und ausschließlich damit beschäftigt, seine Herde zu melken und zu scheren, noch viel rücksichtsloser aber als ein Schafhirt. Findet ihr einen größer, weil er zwei Morgen Land besitzt? Gewohnt, die ganze Welt als ihren Besitz zu umfangen, können sie hierüber nur lachen. Rühmt ihr euch eures Adels, weil ihr sieben reiche Ahnherrn vorweisen könnt? Da schauen sie erst recht auf euch herab, denn offenbar wisst ihr euch keinen Begriff vom allumfassenden Wesen der Natur zu machen und vermögt nicht zu sehen, wie viele Vorfahren jeder von uns gehabt hat: Könige und Knechte, Reiche und Arme, Griechen und Barbaren; und wärt ihr der fünfzigste Nachfahr von Herkules, würden sie euch nur für eitel halten, wenn ihr ein solches Geschenk Fortunas ins Feld führtet. So wurden diese Philosophen der Antike vom gemeinen Volk als anmaßende und überhebliche Menschen verachtet, weil sie von den wichtigsten, nämlich alltäglichen Dingen keine Ahnung hätten. Aber das Bild, wie es Platon von ihnen zeichnet, ist weit davon entfernt, auf unsere Schulgelehrten zuzutreffen. Jene standen in Missgunst, weil man sie als dem gewöhnlichen Dasein Enthobene ansah, die jede öffentliche Tätigkeit gering schätzten und ein nach so veralteten wie hochgestochnen Grundsätzen geregeltes, nicht nachvollziehbares Privatleben führten. Diese hingegen verachtet man, weil man sie als unter das gewöhnliche Dasein Gesunkene ansieht, die zur Übernahme öffentlicher Aufgaben unfähig seien und mit ihrem nichtswürdigen Leben und Treiben noch hinter dem gemeinen Volk zurückblieben. Philosophisch reden, doch das Handeln lassen – solche Menschen finde ich fürwahr zum Hassen. Die anderen Philosophen der Antike jedoch waren, wie gesagt, nicht nur groß im Wissen, sondern größer noch in all ihrem Handeln. Von Archimedes, dem Syrakusischen Geometer, berichtet man folgendes: Als er eines Tages aus seinen tiefsinnigen Berechnungen weggeholt wurde, auf daß er davon etwas zur Verteidigung seines Landes in die Praxis umsetze, stellte er prompt ungeheuerliche Maschinen her und erzielte mit ihnen Wirkungen, die alle menschliche Vorstellung übertrafen; dennoch fand er selber solch handwerkliche Tätigkeit verächtlich, weil er meinte, damit die Würde seiner Kunst erniedrigt zu haben, für die seine Apparate nichts als Versuchsobjekte und Spielsachen seien. Genauso verhielt es sich mit jenen Philosophen: Wenn sie gelegentlich ihr Denken durch Handeln beglaubigen sollten, sah man sie einen derartigen Höhenflug nehmen, daß offenbar wurde, wie sehr die Erkenntnis der Dinge ihnen Herz und Seele auf wunderbare Weise geweitet und bereichert hatte. Manche freilich zogen sich, da sie die Zitadelle der politischen Macht von Unfähigen eingenommen sahen, daraus zurück. Als Krates gefragt wurde, wie lange man Philosophie treiben solle, antwortete er: »So lange, bis unsre Heere nicht mehr von Eseltreibern angeführt werden.« Heraklit trat die Königsherrschaft seinem Bruder ab, und den Ephesern, die ihn vorwurfsvoll fragten, warum er statt dessen seine Zeit damit verbringe, vorm Tempel mit Kindern zu spielen, stellte er die Gegenfrage: »Ist das denn nicht besser, als in eurer Gesellschaft die Staatsgeschäfte zu führen?« Diese Philosophen, deren Gedanken hoch über der Welt und ihren Glücksgütern schwebten, fanden Richterstühle und eben selbst Königsthrone niedrig und verachtenswert. So schlug Empedokles die ihm von den Agrigentinern angebotene Königsherrschaft aus; und weil Thales manchmal das Streben nach gewinnträchtigem Wirtschaften geißelte, warf man ihm vor, er verhalte sich wie der Fuchs in der Fabel zu den ihm unerreichbaren Trauben. Da packte ihn die Lust, spaßeshalber den Gegenbeweis anzutreten; zu diesem Zweck würdigte er seine Gelehrsamkeit zur Dienstmagd für die Mehrung von Hab und Gut herab und zog ein Geschäft auf, das ihm in einem einzigen Jahr so große Reichtümer einbrachte, wie sie selbst die in diesem Metier Erfahrensten in ihrem ganzen Leben kaum hätten anhäufen können. Aristoteles berichtet, manche hätten Thales, Anaxagoras und ihresgleichen, weil ihnen die einträglichsten Dinge kaum der Mühe wert gewesen seien, weise, aber nicht lebensklug genannt. Das aber kann (davon abgesehen, daß ich den Unterschied zwischen beiden Worten nicht recht zu begreifen vermag) unseren Schulmeistern keineswegs zur Entschuldigung dienen: Wenn man sieht, welch niedriges, armseliges Los sie in ihrer Unbedarftheit hinnehmen, hätten wir eher Anlass, ihnen beides abzusprechen – sie also weder weise noch lebensklug zu nennen. Jene erste Erklärungsmöglichkeit, nach der die Abstumpfung der Schulmeister von zu viel Studium und Stoffhuberei kommen könnte, lasse ich also fallen und glaube, es ist zutreffender zu sagen, daß sie von ihrer falschen Weise kommt, sich mit den Wissenschaften zu befassen, und daß man sich bei der Art, auf die wir unterrichtet werden, gar nicht zu wundern braucht, wenn weder Lernende noch Lehrer dabei gescheiter werden, sondern allenfalls gelehrter. In Wahrheit zielen Sorge und Aufwand der Väter bei uns auf nichts anderes ab, als den Kopf der Kinder mit Bücherschränken zu möblieren; von Urteilskraft und Tugend hingegen kaum ein Wort! Macht unsere Leute einmal auf einen Passanten mit dem Ruf »Seht, was für ein Gelehrter!« aufmerksam, auf einen andern aber mit dem Ruf »Seht, was für ein Ehrenmann!«, und unfehlbar werden sie Augen und Achtung dem ersten zuwenden. Da müßte ein dritter Ruf ihnen selbst gelten: »Was für Holzköpfe ihr seid!« Meistens fragen wir ja- »Kann er Griechisch oder Latein? Schreibt er Verse oder Prosa?« Ob er dadurch aber besser oder verständiger geworden sei, wäre doch das Wichtigste – und ebendas bleibt auf der Strecke. Erkundigen sollte man sich deshalb, wer das bessere, und nicht, wer das größte Wissen habe. Wir arbeiten ausschließlich daran, unser Gedächtnis vollzustopfen, -Verstand und Gewissen jedoch lassen wir leer. Wie die Vögel zur Brutzeit auf der Suche nach Körnern ausfliegen, die sie dann, ohne sie zu kosten, im Schnabel herbeitragen, um ihre Jungen damit zu füttern, klauben und klauen auch unsre Pedanten unaufhörlich ihr Wissen aus Büchern zusammen, nehmen es aber nur mit gespitzten Lippen auf und spucken es zudem gleich wieder in den Wind. (Überrascht muß ich plötzlich feststellen, wie sehr ich für solche Torheit selber ein Beispiel bin. Tue ich denn im größten Teil dieser Arbeit nicht genau das gleiche? Ich stibitze mir hier und da aus anderen Büchern die mir gefallenden Sentenzen, nicht um sie im Gedächtnis zu speichern, denn ich habe keinen Gedächtnisspeicher, sondern um sie in mein Werk einzubringen, wo sie mir wahrhaftig kein bißchen mehr gehören als an ihrem ersten Platz. Wir sind, davon bin ich überzeugt, Wissende nur des heutigen Wissens, des vergangenen jedoch ebensowenig wie des künftigen.) Das Schlimmste ist, daß auf diese Weise das Wissen unsrer Schulmeister auch ihren Nestlingen und Schülern nicht zum inneren Wachstum und Gedeihen dienen kann, da sie ihrerseits das Erlernte lediglich von Hand zu Hand weiterreichen – zu dem einzigen Zweck, damit zu prahlen und anderen zur Unterhaltung etwas vorzuschwätzen: Wertloses Klimpergeld, zu nichts zu gebrauchen denn zum Zählen und als Spielmarken. Mit anderen zu reden, haben sie gelernt, mit sich selber, nicht. Doch nicht zu reden gilt es, sondern das Steuer zu führen. Die Natur läßt, um zu zeigen, daß nichts Gestaltloses aus ihren Händen kommt, Völker von niedrigster Schulbildung oft geistige Schöpfungen hervorbringen, die es mit den höchsten Werken von Kunst und Wissenschaft aufnehmen können. Wie köstlich illustriert doch das Gascognische Sprichwort „Bouhaprou bouba, mas a remuda lous ditz qu’em“, worauf ich hinauswill: Feste blasen, das klappt, nur mit dem Fingerspiel hapert’s! (Es ist einem Schalmeienlied entnommen.) »So sagt Cicero«, »Dies ist die Ethik Platons«, »Aristoteles behauptet wortwörtlich« – all das kommt uns leicht über die Lippen. Aber wir, was sagen wir denn selbst? Wie urteilen wir selbst? Wie handeln wir selbst? Ein Papagei würde ebensogut daherreden. Unser Verhalten erinnert mich an jenen reichen Römer, der keine Kosten gescheut hatte, für jedes Wissensgebiet Fachleute in seine Dienste zu nehmen; sie mußten ständig um ihn sein, denn sie sollten, wenn sich ihm in der Unterhaltung mit seinen Freunden Gelegenheit zu einer Äußerung über dieses oder jenes Thema bot, sofort für ihn einspringen und ihm bald ein bestimmtes Argument, bald einen Vers von Homer liefern können, jeder aus seinem Jagdrevier. So wähnte er, dieses Wissen sei, da er es im Kopf seiner Leute habe, sein eignes. Das gleiche tun jene, die ihre prächtigen Bibliotheken für sich denken lassen. Ich kenne einen, der jedesmal, wenn ich etwas von ihm wissen will, ein Buch von mir verlangt, um mir die Antwort darin zu zeigen; und wenn er die Krätze im Hintern hätte, würde er sich nicht getrauen, mir das zu sagen, ohne vorher im Lexikon nachzusehen, was Krätze ist, und was Hintern. Wir nehmen die Meinungen und das Wissen anderer in Obhut, das ist alles. Es gilt aber, sie uns anzueignen. Wir gleichen insoweit einem Mann, der, wenn er Feuer brauchte, es sich bei seinem Nachbarn holen ginge und nun, da er dort ein schönes, großes brennen sähe, zum Aufwärmen daran sitzen bliebe und hierüber ganz vergäße, ein Stück Glut nach Hause zu tragen. Was nützt es, uns den Wanst vollzuschlagen, wenn wir’s nicht verdauen? Wenn die Speisen sich in uns nicht transformieren? Wenn sie uns nicht größer und stärker machen? Meinen wir denn, daß Lukullus, den nicht eigene Erfahrung, sondern das Lesen literarischer Werke zum großen Heerführer ausbildete, diese nach unserer Art aufgenommen habe? Wir verlassen uns derart auf die Kraft anderer Arme, daß wir die unsren entkräften. Will ich mich gegen die Todesfurcht rüsten? Gewiß – mit der Rüstung Senecas! Suche ich Trost für mich oder jemand anders? Rasch ist er von Cicero. Geborgt! Wäre ich aber darin eingeübt worden, hätte ich ,ihn aus mir selbst geschöpft. Dieses erschnorrte, aus zweiter Hand stammende Bescheidwissen liebe ich nicht. Auch wenn uns die Gelehrsamkeit anderer gelehrt machen sollte Weise sein können wir nur durch unsre eigene Weisheit. Den Weisen find‘ ich hassenswert, der Weisheit nicht sich selber lehrt….// Nichts weiß der Weise, wenn er nicht mit Fleiß, durch Weisheit selber sich zu läutern weiß…// …wenn haltlos er nach Mammon giert, und feige wie ein Lamm sich führt. Es ist nicht damit getan, uns Weisheit zu erwerben, wir müssen uns ihrer auch bedienen.“

„Essai Buch I – Über die Schulmeisterei – Erster Teil“