Europa

Moon & Lilith & Chiron in Aries – hurting & healing

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Liebe Leserinnen und Leser,

Lilith kämpft im Widder auch mit „unlauteren“ Mitteln – ein Beispiel ist das Horoskop von China mit Sonne in Waage (Seide) und Lilith in Widder (China-Horoskop demnächst hier im Logbuch) – bekannt sind Produktpiraterie und Internet-Spionage, wo China initiativ (Widder) und wenig legal (Lilith) die Welt meines Erachtens nach allen Regeln der Kunst verarscht. Dennoch sind wir fasziniert vom Reich der Mitte. Nach dem Johannes-Evangelium und dem „Corpus Hermeticum“ kommen gleich Lao Tse und Zhuāngzǐ („Das wahre Buch vom westlichen Blütenland“).

Widder-Mond löst das heute aus – d.h., bringt es in eine besondere Aktualität. Der Mond ist schnell und kommt in 28 Tagen wie ein Mönch an den Gebetsmühlen in dieser Periode überall mal vorbei und öffnet die jeweilige Spähre in ihrer Anwesenheit.

Aber – wie immer – Chiron hat zwei Möglichkeiten: tiefe Verletzung und tiefe Heilung – wie es früher in der Antike üblich war, mit Kauterisation (Widder = Feuer, Mars, Herrscher des Widder auch im Feuerzeichen Schütze) tatsächlich auch zu heilen.

Dennoch setzt Heilung immer ein höheres Bewusstsein voraus – wo das fehlt, richten Lilith & Chiron schwer heilbare Wunden an, man wird nicht nur gebissen, sondern der Biss ist auch giftig.

Die Polarität der Welt läuft darauf hinaus, dass wir uns auch für die Heilung der Seele entscheiden können. Wir werden zu Gelegenheiten geführt, unseren Sinn zu öffnen. Wenn uns das höhere Wissen treu bleibt, fühlen wir auch die Überlegenheit des Guten. Doch unser Körper gehört uns nicht allein – er ist Kampfplatz und Arena für verschiedene Wesen – dass wir unangefochten Herr oder Frau im eigenen Körperhaus – dem einzig wahren Tempel – bleiben, ist eine Rechnung, die wir ohne die Dämonen gemacht haben, die sich immer (fies, fies!) den schwächsten Punkt suchen.

Symbol der Heilung der Welt bleibt Christus, der heilige Widder als „Lamm Gottes“ – der Lilith (Salome) erfahren hat durch die Enthauptung Johannes des Täufers.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

 

29.01.2020 13:20 Praha

Europa

Drei Könige aus dem Morgenland

Peter Paul Rubens, Prado

Liebe Leserinnen und Leser,

Gold, Weihrauch und Myrrhe brachten die Μάγοι ἀπὸ ἀνατολῶν – die Magier, Sterndeuter, Astrologen aus dem Morgenland, um den neuen Weltherrscher zu ehren. Und tatsächlich hat er sich – von der Gegenwart unbemerkt – durchgesetzt: die Welt rechnet alle Zeit ab Christi Geburt; abweichende Kalender müssen sich anpassen, wenn sie den Zug der Zeit nicht verpassen wollen.

Erst seit Christi Geburt entsteht unsere wahrhafte, heilige und individualisierte Astrologie, die mehr und mehr der alten Magie entwächst, deren schwarzmagische Schlacke die Plutonium-Industrie und ihr naturwissenschaftlich „aufbereiteter“ Anhang ist.

Alles noch da also – und mehr denn je – man braucht sich auf die Moderne und die Postmoderne nicht besonders viel einbilden. Da Weihrauch der Myrrhe ähnlich ist, hat man fast den Eindruck, es wird hier doppelt gemoppelt – dazu aber waren die Alten viel zu klug – sie kannten die Differenz der Trinität der Gaben und die Bedeutung der Trinität der heiligen Könige, Magier, Magierkönige aus der Zeit, da Astrologen das Königtum innehatten in Ur, Chaldäa – dem heutigen Irak, wo früher – wo heute Wüste ist – ein fruchtbarer Garten lag.

Gold steht für materiellen Reichtum, Weihrauch für Bewusstseinserweiterung und Verbindung zu den Göttern*1 und Myrrhe für Gesundheit, Heilung. Das also ist die differenzierte Bedeutung der trinitarischen Gaben an das Jesus-Kind, den späteren Christus, der nicht am (Welten)-Kreuz starb – und gerade daher das Licht der Welt ist.

Der Name Chaldäa stammt von dem Gott Chaldi, den wir hier abgebildet sehen:

Aufmerksame LeserInnen werden bemerken, dass in oberer Abbildung (von einem der zahlreichen Rollsiegel) insbesondre der Kopf des auf dem Löwen stehenden (surfenden?) Gottes grafisch außerordentlich stark den Maya Hieroglyphen aus Mittelamerika gleicht. Das „Te“ welches oben abgebildet ist, steht für Gott selbst (siehe auch das chinesische „Tao“) – thau – im weiteren Sinn für Baum (tree, tower, town) – und auch das Kreuz der Christen ist weiter nichts, als ein Baum, der eben auch (Milchstrasse) ein Weltenbaum sein kann*2. Mit sehr wenig Phantasie – wenn man die Symbolik des Rollsiegels in eine einzige Darstellung „amalgamiert“ – erkennen wir die Sphinx.

Den Kontakt nach oben hält Gott Chaldi in Form eines Zapfens (vom Baum) in der Hand, den er wohl in das Gefäß getunkt haben könnte, das er in seiner rechten Hand hält und der so – wie ein Schlüssel – mit Zedern-Duft? – den Weg auf magische, offenbar beflügelte Weise öffnet und so wohl frei gibt.

Folgt man den Ausführungen Rudolf Steiners*3, der zwar nicht alles, aber doch ungeheuer viel weiß, dann ist´s kein Zufall, wie gerade im Irak und Iran entlang der Linien der arabischen Kontinentalplatte das Böse sich seinen scheinbar unentrinnbaren Weg sucht.*4

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

* 1 Wir können davon ausgehen, dass Weihrauch eben nicht „nur“ die Weihrauchpflanze war – das wäre, wie gesagt, doppelt gemoppelt – sondern, wie ja auch beim Wein üblich (mit dem der Weihrauch unzufällig die ersten drei Buchstaben gemein hat)  – eine Harzmischung aus verschiedenen psychoaktiven Duftkräutern.

* 2  Alfred Kallir, Robert Ranke-Graves

* 3 „Ein Wesen, das etwa überall das Gleiche auf seine Bewohner hinaufstrahlt, ist unsere Erde durchaus nicht, sondern auf den verschiedensten Gebieten der Erde wird ganz Verschiedenes hinaufgestrahlt. Und dabei gibt es verschiedene Kräfte: magnetische, elektrische, aber auch viel mehr in das Gebiet des Lebendigen hinaufgehende Kräfte, die aus der Erde heraufkommen und die den Menschen beeinflussen und in der mannigfaltigsten Weise in den verschiedensten Punkten der Erde, also nach den geographischen Richtungen in verschiedener Weise den Menschen beeinflussen.“ (Rudolf Steiner, 16. Nov 1917, St. Gallen)

* 4 Beide – USA und Iran – leiden unzufällig gerade in der letzten Dekade unter einer Opium-Epedemie neuerdings der Mittelschicht. In den USA hervorgerufen durch leichtsinnige oder absichtliche Verschreibung von Opium-haltingen Schmerzmitteln, im Iran durch Tradition und die Tatsache begünstigt, dass man auf der Handelsroute von Afghanistan liegt. Es ist schwer vorstellbar, dass es in beiden Ländern keine Verwicklung von militärischen Kreisen in dieses illegale Geschäft gibt, denn dazu läuft es zu glatt, offen und ungehindert ab (bei drakonischen, aber Marktwert steigernden Strafen für die kleinen Fische).

Astronomie

Jupiter in den Steinbock – Jupiter in Sagittarius

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Liebe Leserinnen und Leser,

Sie sehen unten zwei Horoskope, die jeweils Jupiter zeigen: oben das gestrige Datum, zu dem Jupiter nach einem Aufenthalt von ca. einem Jahr aus dem Schützen ins Zeichen Steinbock wechselte. Und unten das Horoskop der Zukunft – wieder ein Jahr später, wenn Jupiter sich mit Saturn auf 0-Grad Wassermann treffen wird. Venus ist zeitgleich im Steinbock und dort in Konjunktion mit dem Südknoten, dem alten Karma – und das wird auch Jupiters Aufgabe im Steinbock sein, das alte Karma der Ziele und Vorstellungen groß zu machen, bedeutend, aber auch aufgeblasen, wie der Klima-Hype, zumindest bis zum 05.05.2020, wenn der Südknoten ins Zeichen Schütze wechselt: die Knoten gehen ja meist retrograd. Jupiter wird am 01.04. – am 01.07 und am 11.11 Pluto begegnen, das ist also eine starke Transformationsphase, wie zuletzt am 11.12.2007, als Jupiter aber nur einmalig, ohne die Schleife der Rückläufigkeit, eine Konjunktion mit Pluto auf 28.30° Schütze hatte. Wie wir wissen, war und ist die folgende Finanzkrise eine letztlich beispiellose Bereicherung der großen Kapitalvermögen und eine Umverteilung der Risiken auf den breiten Rücken der Gesellschaft – man kann nicht sagen: gewesen – denn man hat ja in der Minus-Zins Welt ein Mittel gefunden, die Staaten unmerklich zu refinanzieren. Ein plutonischer Raubzug, letztlich.

Etwas ähnlichen werden wir 2020 wieder erleben, nun jedoch als autoritären Maßnahmenkatalog zur Klimabekämpfung, strenge Regeln und Gesetze, die gleichfalls wieder innert 12 Jahren gewaltige finanzielle Umverteilungen zu den großen Gesellschaften und Fonds bringen werden, und zwar über eine sich langsam aber gewiss aufbauende Wissenschaftsdiktatur.

Um so spannender daher Ende 2020, am 19. Dezember, der Übergang von Jupiter in den Wassermann. Zeitgleich mit der Saturn-Konjunktion eben dort: zuletzt trafen sich Jupiter und Saturn im Zeichen Stier am 30.05.2000 – als die Welt noch in Ordnung war – und begründeten eine neue Ära des Materialismus – in jeder Hinsicht – mögen die nächsten 20 Jahre den Wassermann-Geist der Freiheit atmen.

Aber erst müssen wir – den Zyklus abschließend – altes Steinbock-Karma transformieren, je nachdem, wo das bei Ihnen im Horoskop liegt. Die Anwesenheit von Venus zum Jupiter-Ingres im selben Zeichen gibt immer Anlass zur Hoffnung. Dennoch dürfen wir das Gewicht der Zeit nicht unterschätzen. Neptun und Lilith aus dem Zeichen Fische ergänzen die Steinbock-Kräfte „Transformation durch Diktatur“ aus dem Exil mit jeder Art von Täuschung (die gerade da täuscht, wo sie vorgibt, besonders selbstlos und aufrichtig zu sein) – und Chiron rückläufig im Widder beherrscht den MC – der Lehrer, der Christus-Schlüssel – heimliche Selbstlosigkeit und sogar im Gedenken daran, dass sie gar keine ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

02.12.2019 19:21 Prag

19.12.2020 14:08 Prag

 

Europa

Sonne in Jungfrau

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23.08.2018 06:09 Praha

Liebe Leserinnen und Leser,

Vollmond ist Sonntag um Zwei. Jungfrau / Fische, wie alle gegenüberliegenden Zeichen, eine Geschichte von Hass-Liebe, in Gemeinschaft und Gegensatz, beides absolut und unüberbrückbar, – scheinbar. Nun kommt ja der Jungfrau-Fische Vollmond – noch nicht, noch ist Wassermann-Mond – (die Energie wechselt zuerst in Fische-Mond Sonntag 7:30) –

– Jungfrau-Fische: Goethe, z.B. – Fische-Jungfrau Steiner – oberes Horoskop zeigt schön die 2 großen, bestimmenden Trigone: Uranus/Saturn (ordnen und regeln nach alter Weisheit)  und Neptun/Jupiter – die ganze schwere Energie konzentriet sich Steinbock, Wassermann, Neptun steht dazu in Halbsumme zu Uranus im Stier (Träume sind entscheidend; – dass die Sonne den Aszendenten zum Jungfrau-Ingres gerade auf diesem Breitengrad küsst, ist ein Hinweis … Jungfrau : Jungfrau – und dazu Venus mitten in der Waage: Mars verzagt rückläufig, noch immer … Christus, der über´s Wasser geht: Jungfrau/Fische in Gemeinschaft. Und (!) man bekommt Jungfrau-Sachen, praktische Dinge erledigt. Gute Ernte mit Merkur im Löwen, gute Ernte für´s 12. Haus = die Welt.

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Venus in Waage ist die Blüte, ganz oben.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Europa

Vollmond als Neumond

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Liebe Leserinnen und Leser,

was passiert, wenn wir mit unserer Liebsten oder dem Liebsten streiten? Wir tun nicht, was wir wollen. Wir sind fremdbestimmt – Wer bestimmt uns oder was? Das ist offensichtlich die Frage. In modernen Therapieformen wird gern auf den konstruktiv reinigenden, klärenden Aspekt des Streits verwiesen. θεραπευτής – Therapeut übernimmt, wie ein Hirte – die Sicht von oben – welche Erwartungen an welches Missverständnis gekoppelt sein können. θεραπευτής – eigentlich „Diener“ – geht mit uns um, wie mit gestressten Tieren, denen die so oder so hingeschobene Vernunft im Wege steht. Er weiß, dass wir die Vernunft nur benutzen. Er weiß, dass beide Recht haben. Es stimmt jeweils alles, was der eine dem anderen vorwirft. Wie könnte es auch nicht? – : schließlich wirft uns das genau der Mensch vor, den wir uns am nächsten wissen, und der uns deshalb wahrscheinlich besser kennt, als wir uns selbst. Die Vernunft sichert unser Recht. Wir haben sicherlich Recht. Und der andere auch: er hat auch Recht. Nur ist eben „Recht“ keine Kategorie der Liebe. Es ist eine gesellschaftliche Kategorie, in der die Liebe heute noch nicht vorkommt: in der Liebe geht es um Ergänzung, Verständnis, Spiel. Gerade das Liebesspiel im absolut vielfachen Wortsinn des Wortes, steht dem Recht diametral entgegen und auch deswegen ist es an den Übergangslinien bis hin zur Geburt so schwierig, wenn Probleme auftauchen, die alte Gesellschaften und mitunter auch neue rituell ver-mittelten, wieder in die Mitte brachten.

Bedeutet das nun, wenn wir streiten, dass sich gesellschaftliche Kategorien – also solche, in denen Recht wichtig ist – zwischen uns und unsere/n Liebste/n geschlichen haben, wie Diebe in der Nacht – dort, wo sie nichts zu suchen haben? Das gegenwärtige astrale Bild dafür ist Lilith im Zeichen Steinbock – eben dabei in den Wassermann zu wechseln.

Der Vollmond im Zeichen Wassermann und die Sonne im Zeichen Löwe, Mond in unmittelbarer Konjunktion mit Mars rückläufig, dazu Merkur drei Wochen rückläufig seit gestern! – und jetzt dazu die Mondfinsternis – das spielt sich – mundan betrachtet – für die Allgemeinheit gemäß der vereinfachten Sonnenstandsastrologie – zwischen Freundschaft (Wassermann) und Liebe (Löwe) ab. Hier geht ein Reset. Venus im Zeichen Jungfrau ist gekommen, um zu heilen, sie ist mächtig im Trigon zu Pluto und im Erdzeichen trotzdem realistisch. Mars im Wassermann beim Südknoten weiß von alten Konzepten: z.B. dem Choleriker, Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker … Merkur rückläufig in Löwe kann es – positiv betrachtet – auf eine spielerische Ebene schaffen … Katzen spielen gerne … Und Neptun/Jupiter machen den Strom der möglichen Bewegung  – der bewegten und veränderten Gefühle – nachhaltig …

 

 

Mögen streitende Paare in sich gehen und einen „Reset“ wagen: eventuell durch die oben angedeutete Erkenntnis, dass wir es gar nicht selber sind, die streiten. Wer aber dann? Die Empörung und das Gewahrsein einer Fremdbesetzung im eigenen Wesen – ohne sich dessen normalerweise bewusst zu sein – könnte Empörungs-Energie genug freisetzen, die Kraft aufzubringen, gerade in den problematischen Situationen – Angst, Stress, Weh – die Contenance zu wahren. Wir wissen von Grabreden der alten Ägypter, wie man es damals im Strom der Ereignisse für besonders würdig hielt, erwähnenswert zumindest, wenn jemand dennoch und im Sturm ein angenehmes und freundliches Gemüt wahrte. Und das sollten wir für unsere Liebste/unseren Liebsten nicht schaffen?

So, oder wir hätten uns schon lange entschieden, nicht für sie oder ihn einzustehen und unseren Weg allein zu gehen, der Streit nur als Anlass, durchzusetzen, was eine der zwei Seiten in unserer Brust zu unternehmen zu schwach ist, weil er oder sie ja doch liebe Seiten hat, und wir eigentlich alles haben möchten, am Besten gleichzeitig: Freiheit, Freundschaft, Bindung, Ehe, Sex, Geborgenheit Vaterschaft/Mutterschaft, Abenteuer, Sicherheit, gutes Essen und Gesundheit, frische Wäsche und/oder erledigte Aufgaben und auch Romantik …

Das sind sich summierende Erwartungen – auch für den/die stärkste/n PartnerIn ziemlich viel auf einmal. Besonders, wenn sie mit der Zeit nicht einfacher, sondern schwerer werden. Dafür wollen wir, wenn besonders chronischer Streit ein dunkler, verwirrter Abschnitt aus der Vergangenheit werden soll – uns auf die guten Seiten unserer Liebe mit Absicht konzentrieren und ihm/ihr Luft für Veränderungen geben, die auch eine Überraschung für uns zulassen – wie das Wesen von ihm weicht, das in ihm/ihr gestritten hat: und – anders ist es nicht möglich – Christus an seine Stelle tritt.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

 

Gedanken

Die Liebe – zum Venus/Saturn Quincunx

Pierre Auguste Cot: „Spring“

Friedrich Hölderlin

Die Liebe

Wenn ihr Freunde vergesst, wenn ihr die Euern all,
O ihr Dankbaren, sie, euere Dichter schmäht,
Gott vergeb‘ es, doch ehret
Nur die Seele der Liebenden.

Denn o saget, wo lebt menschliches Leben sonst,
Da die knechtische jezt alles, die Sorge zwingt?
Darum wandelt der Gott auch
Sorglos über dem Haupt uns längst.

Doch, wie immer das Jahr kalt und gesanglos ist
Zur beschiedenen Zeit, aber aus weißem Feld
Grüne Halme doch sprossen,
Oft ein einsamer Vogel singt,

Wenn sich mälig der Wald dehnet, der Strom sich regt,
Schon die mildere Luft leise von Mittag weht
Zur erlesenen Stunde,
So ein Zeichen der schönern Zeit,

Die wir glauben, erwächst einziggenügsam noch,
Einzig edel und fromm über dem ehernen,
Wilden Boden die Liebe,
Gottes Tochter, von ihm allein.

Sei geseegnet, o sei, himmlische Pflanze, mir
Mit Gesange gepflegt, wenn des ätherischen
Nektars Kräfte dich nähren,
Und der schöpfrische Stral dich reift.

Wachs und werde zum Wald! eine beseeltere,
Vollentblühende Welt! Sprache der Liebenden
Sei die Sprache des Landes,
Ihre Seele der Laut des Volks!

 

Liebe Leserinnen und Leser,

kaum ein Thema bewegt uns mehr und kaum ein Thema wird durch die Astrologie besser beschrieben und abgebildet, als die Liebe. Wer, wann, warum und mit wem. Grundsätzlich ist es wichtig, ein paar Kleinigkeiten zu wissen. Frau & Mann begegnet sich nicht in erster Linie individuell, sondern es gibt eine tiefere, fundamentalere Ebene der – nennen wir sie – archetypischen – Begegnung. Das bedeutet, für jede Frau ist „ihr“ Mann erstmal ein Vertreter aller Männer, der Männlichkeit insgesamt. Und für jeden Mann ist „seine“ Frau genauso erstmal eine Vertreterin aller Frauen, der Weiblichkeit überhaupt. Und es herrscht, da kann man gewiss sein, kein Friede zwischen Mann und Frau. Das gegenseitige aufeinander Angewiesensein – das uns vor allem der Götter Erster – wenn wir Hesiods Theogonie (Θεογονία) folgen – Eros (ἔρωςs) schenkt – führt zu einer Begrenzung des jeweils anderen Geschlechts, zu einer im wahrsten Sinn des Wortes naturgegebenen Limitation der jeweiligen Selbstentfaltung. Und grundsätzlich finden Frau & Mann naturgemäß innerhalb der eigenen geschlechtlichen Gruppe mehr Verständnis für die ureigensten Anliegen, als jeweils konkret bei der oder dem Liebsten. Liebe ist also ein Stück weit ent-individualisierend, und so erscheint es nur folgerichtig, dass sie in Zeiten der Ich-Werdung, der Individualisierung schwieriger wird, denn die Kränkung, als Nicht-Ich behandelt zu werden, muss durchaus geschluckt und kompensiert werden.

Nun kommt in der persönlichen Biografie dazu, dass sich in Zeiten wechselfälliger Treue die Verletzungen, die man/frau durch unter Umständen traumatisch beendete Partnerschaften zwangsläufig erlitten haben, immer auf den/die jeweilig aktuellen Partner/in summieren: denn jetzt ist ja sie oder er dran, die erlittenen Kränkungen beheben oder gar steigern zu müssen – und wieder zeigt sich, dass sich der/die ent-individualisiert fühlt – sei es offen, sei es unterschwellig – denn wer kann schon Erwartungen/Kränkungen kompensieren, die gar nicht von ihm oder ihr stammen?

Aus diesem Grund haben es stark individualistische Personen in der Liebe schwerer, selbst, wenn sie gut aussehen. Die Männer haben Recht, den Frauen gegenüber ein gewisses Misstrauen zu bewahren, denn an den entscheidenden Entwicklungspunkten, die immer einen ganze Lawine von Gefühlen mit bewegen, verwandelt sich das potentiell schwangerschafts-fähige Wesen Frau in die – nennen wir sie: All-Frau, die ganz auf ihre Instinkte angewiesen ist – er hingegen kann sie nun schützen, versorgen – oder eben nicht – und in einer arbeitsteiligen Zivilisation kann er das eben – selbst Fähigkeit und guten Willen vorausgesetzt – nicht immer. Es gibt also, biologisch bedingt, eine weibliche Tendenz, den genialen Revolutionär eher abzulehnen und sich dem Normgeflecht der Gemeinschaft anzudienen – was zum Beispiel ein Grund seien mag für regressive Gesellschaftformen unserer Tage, in ihrer kollektiven Unterdrückung zu verharren, selbst wenn dabei die Frauen sowieso und zu allererst unterdrückt werden: lieber noch so, als einem Mann (als Individuum) trauen – könnte die Devise lauten. Und sie stimmt ja auch – denn was nützt der Held, wenn er tot ist?

Umgekehrt gilt die Gleichung aber auch: Männer können sich – zumindest prinzipiell – mit ihren Samen frei bewegen und rein theoretisch eine Vielzahl von Frauen begatten und sie schlicht im Stich lassen, wenn es um die Verpflichtungen und Folgen geht – und, wie bekannt, tun das ja auch viele. Frauen tun also gut daran, sich nicht allzuweit von der Anbindung an ihre persönliche Gruppe zu entfernen – „ihrem“ Mann gegenüber eben nicht bis zum Letzten hin offen zu sein – und wären sie´s und verlören dadurch den Rückhalt der Gruppe/Gemeinschaft, so gibt es gruppendynamische Reflexe der übergeordneten seelischen Kollektivebene, der sich niemand entziehen kann: und gerade deshalb, weil Frauen sich selbst kennen und die Gesellschaft – ihr gleichzeitig angehörend – durchschauen – tragen sie den größeren Teil zum Funktionieren einer Gemeinschaft bei, die letztlich immer stärker sein wird – im Guten oder Bösen – wie ihr einzelner, individueller Held – Ausnahmen bestätigen die Regel und sind Inhalt der alten & neuen Mythen – die neuen nur eine Anlehnung an die alten.

Als wäre das alles nicht schon genug, müssen wir eine weitere, heute kaum mehr bekannte Klippe ins Auge fassen: die Last der Geschichte im Wechsel der Herrschaft von Frauen und Männern als Gesellschaftsmodell insgesamt: vor einigen Jahrtausenden war alles Matriarchat, Mütter-„Herrschaft“ – das Gewicht der Umkehrung macht den Abgrund der getilgten Erinnerung in der absurden Unumkehrbarkeit des Worten „Herrschaft“  frei sichtbar. Wir können das – einmal mit dem Gedanken vertraut – ziemlich leicht aus den aktuellen Verhältnissen, die scheinbar umgekehrt sind, ableiten. Viele unserer kulturellen Hervorbringungen in Mode, Sitte und sogar politischer Ordnung sind „Wälle“, „Arrangements“, „Sicherheitsvorkehrungen“ und Konventionen zum Erhalt des gegenwärtigen kollektiven Machtzustands, ein gemeinschaftliches Stemmen gegen den immer drohenden Rückfall des Pendels der Entwicklung in uralte Zeiten, der naturgemäß durch die Existenz des morphogenetischen Feldes (siehe dazu Rupert Sheldrake) der alten Ordnung im nahen Bereich des Möglichen lauert. Schiller spricht unverholen davon in seiner „Glocke“.

Wir leben in einer Zeit, wo Frauen prinzipiell und kollektiv im Grunde ihres Wesens noch immer der Machtlosigkeit und Lächerlichkeit preisgegeben sind, aber wehe dem Mann, der glaubt, sich auf ihre unterdrückte Seite schlagen zu können! Es ist kein Zufall, dass Christus am Kreuz von 3 Marien beweint wurde – aber eben doch ans Kreuz musste. Eine echte Befreiung beider Geschlechter – denn, wenn die Frauen prinzipiell kollektiv unterdrückt sind, sind´s die Männer im Grunde auch – könnte nur ein echtes, neues Geschichtsbewusstsein bringen: doch nirgendwo sind die Kräfte des Vergessens und der Verhinderung stärker, als gerade an diesem Punkt und besonders in unseren Tagen. Frauen müssten Verantwortung für „ihre“ kollektive Vergangenheit übernehmen – von der sie nichts wissen und auch nicht wissen wollen. Nirgendwo findet sich ein Ansatz, der über eine Schuldzuweisung ans männliche Geschlecht hinausgeht. Es gibt ein Denkverbot.

Dass bei all diesen Verwicklungen die grossen „geheimgesellschaftlichen“ Bewegungen der Aufklärung auf die Idee verfallen sind, das jeweils andere Geschlecht einfach abzuschaffen und wir wieder einen androgynen Mischzustand erreichen (nach: Rudolf Steiner, Berlin 1905) wird aktuell durch den Gender-Wahn dokumentiert und begleitet – und noch mehr: denn jene „Geheimgesellschaften“, die vormals Widerstand vor allem gegen die katholische Kirche waren, sind heute selbst die Herren und die konsequente Anwendung ihrer letztlich magischen Methoden – ein anderes Wort für „science“ – hat dazu geführt, dass die Gesellschaften technisch im Prinzip zur Abschaffung des männlichen Geschlechts in der Lage sind. Die Befruchtung und Vermehrung, auch das Klonen aus nur weiblichen Eizellen ist technisch möglich. Allerdings bedarf es dazu einer komplexen, funktionierenden technischen Zivilisation, so, wie sie im Prinzip jetzt gegeben ist. Dass diese Linie übertreten wurde, haben viele noch nicht mitbekommen. Und wem man es erzählt, der kann es oft nicht glauben. Wir spüren aber – und daher das Gedicht von Hölderlin als frühreife Warnung aus einer Zeit, die den Wahn der unsrigen eigentlich noch nicht ahnen konnte, und es doch tat:

„Wenn ihr Freunde vergesst, wenn ihr die Euern all,
O ihr Dankbaren, sie, euere Dichter schmäht,
Gott vergeb‘ es, doch ehret
Nur die Seele der Liebenden.“

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S.: Gedanken – klar – bei Jupiter rückläufig in Skorpion.

 

 

 

 

 

 

 

Gedanken

Der menschliche Spielraum

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Liebe Leserinnen und Leser,

groß, anonym und die Leute sofort mit Forderungen vor sich her treibend, ein Heer von Anwälten hinten dran, für die jede Bearbeitungsnummer tägliche Routine ist. Geschützt durch eine Mauer aus Call-Centre-Mitarbeitern, keiner kennt den „Fall“ ganz. Kaum läuft was nicht nach Routine, schnappt die Falle auf beiden Seiten zu: wie in Kafkas Schloss. Wir hingegen: klein, schwach, noch nicht mal in der Lage – selbst, wenn wir ganz gut Deutsch können – den Inhalt der grammatikalisch oft völlig verwinkelten Amtsschreiben (und Vergleichbares, Krankenkasse, Rente, etc. … ) überhaupt vollständig zu verstehen (wenn man sonst nicht besseres vor hätte) während gleichzeitig unten der post-pubertäre 1-Raum-Bewohner es als sein tiefstes Recht empfindet, das komplette Haus in eine Hip-Hop Bass-Reflex-Box zu verwandeln – und das dauerhaft, manchmal mitten in der Nacht, dass man Herzklopfen davon bekommt (Mars/Pluto) …

Jetzt, wo Pluto & Saturn rückläufig, Lilith und Mars im Zeichen Steinbock sind, können wir davon ausgehen: im Bürokratismus – der zum Würde-Zeichen Steinbock als Form der Entartung gehört – siehe Korruption bei Asylanträgen – werden wirklich aber oft willkürlich alle 5 grade sein gelassen – Recht? – Völkerrecht? – brechen immer nur die anderen.

Aber ist Bürokratie nicht notwendig? Ist es nicht vollkommen schwachsinnig, dagegen aufzubegehren, bei all den auch architektonisch scharf aufgestellten Forderungen nach Herrschaft im Zeitgeist? Viele haben sich auch bereits persönlich eine Neurose zugezogen und haben einfach wirklich Angst vor jedem Brief im Kasten – persönlich schreiben ist bis auf Postkarten sowieso out – und ich muss zugeben, es hat es mich erwischt. Jeder Amtsbrief macht mir Angst – obwohl ich eigentlich nach einiger Anstrengung und Aufopferung meiner Kreativitätskraft nach irgendeinem Schreiben von z.B. irgendeinem Amt oder einer Kasse doch gut in der Lage bin, mich gesetzlich zu orientieren – es zeigt der „Dauerlauf“ nervliche Abnutzungserscheinungen, die sich selbst in meinem Charakter auswirken: eine Tatsache – und Teil meiner Bürokratismus-Neurose. Mit dem Südknoten im Zeichen Steinbock bin ich ganz gewiss selber schuld, andere Inkarnationen kämpfen mit anderen Drachen …

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Tröstlich ist das Lukas-Evangelium: 2, 1-7

Es geschah aber in jenen Tagen, dass eine Verordnung vom Kaiser Augustus ausging, den ganzen Erdkreis einzuschreiben. Die Einschreibung selbst geschah erst, als Kyrenius Landpfleger von Syrien war. Und alle gingen hin, um sich einschreiben zu lassen, ein jeder in seine eigene Stadt.“ 

… die astrologisch legitime inhaltliche Verbindung außerhalb Weihnachtens ist Stier, der dem Evangelisten Lukas aus gutem Grund zugeordnet wird, weil es das „Realitäts“-Evangelium zu sein scheint – „real estate“ im Geistigen – und die Botschaft ist deutlich: im Anfang zur Geburt – dort der Cäsar, hier der Christus. Beides in einem ist nicht vorgesehen – und es wird – so Gott will – auch dermaleinst wieder eine Welt ohne Bürokratie geben, auch, wenn das heute fern und merkwürdig erscheint. Die Tapferen, das weiss ich, kommen dort eines Tages an … „Home of the Brave“* …

Und natürlich: die MitarbeiterInnen können in der Regel nichts dafür – die meisten nutzen sogar ihren „menschlichen Spielraum“ …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

*Laurie Anderson