Mundan, Poetry, Weltbild

Gründungshoroskop von Baghdad

Nürnberg 17:59 – Mashalla und Naubakht hießen die beiden Astrologen des Kalifen Abu Ja’far Al-Mansur, die die Gründung der Stadt als sogenannte Elektion genau berechneten, und zwar für den 2. August 762 p. Chr. um 09:40 vormittags:

Ohne Zweifel werden die beiden, denen eine ganzes Team von Schülern zur Seite stand, dabei an den Wohlstand der Stadt und des Kalifen gedacht haben: Venus regiert nicht nur das Zeichen im Aufstieg, den sogenannten Aszendenten, sondern auch das zweite Haus, Besitz und Substanz. Dabei steht sie noch in der Himmelsmitte und ist sehr weit von der Sonne entfernt, so daß sie in ihrem diamantenen Glühen als Morgenstern dem Sonnenaufgang voraus schon sichtbar war und Glück verhieß, wenn der Kalif sich das erste mal an diesem Tag gen Mekka wandte. Er selbst ist natürlich die Sonne im Löwen im Haus 11, dem der Gönner und Freunde, auch seinem eigenen Besitz, denn das Haus 11 ist der Besitz des Königs. Und Jupiter im eigenen Zeichen Schütze im dritten Haus, also dem Bereich, wo es um die Geltung dessen, was das zweite Haus verspricht, geht, könnte besser nicht stehen, denn er bildet den Jupiter-Aspekt, das Trigon zur Sonne. Perfekte Arbeit! Mond-Pluto zweites Haus im Skorpion – : mit magischen Mittel ans Geld kommen, werter Kalif-Storch! – Und auch das Volk ist der Mond und hilft also mindestens mit guten Wünschen. Den Regeln der Kunst entsprechend landet Saturn im achten Haus, dem Besitz der anderen, denen man nichts gönnen braucht, und irgendwo muß Saturn – Ninurta, wie er bei den Babyloniern hieß – ja stehen, bzw. laufen. Und die Konjunktion des Uranus mit Saturn gibt auch kund, dass der Besitz der anderen ganz schön gestaut und geschleudert wird, wie es jetzt den Amerikanern geht, seitdem sie in der Stadt „in Immobilien investieren“; Verzeihung den Sarkasmus, er ist unangebracht, ich geb´s zu. Nun erfährt aber die stolze Löwe-Sonne von Baghdad die Auswirkungen der Sonnenfinsternis von gestern. Und nicht nur die „abergläubischen Chinesen waren fest davon überzeugt“, wie die Neue Zürcher von heute schreibt, „dass eine sichtbare totale Sonenfinsternis Unheil ankündige und oft das Ende einer Kaiserdynastie einläute.“ Und „Feng-Shui-Meister aus Hongkong erklärten noch letzte Woche, wegen der Sonnenfinsternis vom Freitag sei an den Olympischen Sommerspielen zumindest mit kleineren Turbulenzen zu rechnen.“ Nun müssen wir schauen, wie sich das auf die Machthaber in Peking auswirkt. Es muß aber nicht immer ein Unglück sein, wenn eine Herrscher-Dynastie ihren Abgang findet, auch wenn es das früher meist war. Denn ruhige Zeiten waren gute Zeiten für´s Volk. Und wer regiert in Baghdad? Sind die Amerikaner noch Haus 7, also die Feinde, die Anderen, oder haben sie sich an die Sonnen-Position gestellt? Insofern erlaubt es diese Sonnenfinsternis für Baghdad eine Veränderung der Herrschaft vorauszusagen, und Obama, der seine Sonne ein paar Grad vor dem Sonnenfinsternisgrad hat, denn er ist am 4. August geboren, bekommt wahrscheinlich die Autorität, dies durchzuführen.

Geist

Tilia, die Linde

Der Autor unterwegs ohne Auto

Nürnberg 13:32 – „Tilia“ heißt Linde auf lateinisch, und tatsächlich ist unser Fremdwort „sub-til“ von diesem wundersamen Baum abgeleitet. Es ist ein Hinweis darauf, dass wohl unter der Linde in den dörflichen Gemeinschaften die eher milderen Dinge verhandelt wurden, wie Markus Sommer in „a tempo“ schreibt. Unter der Linde wurde getanzt – und tatsächlich sind die Blüten dieses Baumes geeignet, als Tee getrunken viele Leiden zu lindern. Wer sie sammelt und kocht, merkt schnell, dass sie schleimig sind, also gegen Husten eingesetzt werden können. Doch auch gegen Verbrennungen und Augenentzündungen soll der Schleim gute Wirkung zeitigen.

Foto Markus Termin

Gestern Nacht begegnete mir ein älteres türkisches Paar, die Dame trug Kopftuch. Sie wunderten sich über den lieblichen Duft in der warmen Nacht. Beide schnupperten in Bodennähe nach den Blumen, von denen der Duft wohl kam? Dass es die Linden sind, war ihnen nicht bekannt. Natürlich ist die Linde ein Jupiter-Baum. Unteres Gewächs jedoch wird ebenfalls dem Jupiter zugeordnet! Aus dem, was die beiden gemeinsam haben, läßt sich viel begreifen vom der Art des Planeten, wie die Alten ihn empfahlen:

Foto Markus Termin, Gänseblümchen

Mundan, Weltbild

Peter und Judith Toths Schiffbruch

Naufragio » Untergang der Assalama, Armas Naviera, Kanarische Inseln

Nürnberg, 12:10 – Der „Club“ ist abgestiegen, und gestern gab es dazu passend genau zum Spielende ein kräftiges Gewitter. Man möge es mir verzeihen, aber ich sehe diesen Abstieg als Mentalitätsproblem der Stadt. Da hatte man – Einblick in die Denkweise der Beteiligten – einen sehr erfolgreichen Trainer, Hans Mayer, mit dem in der letzten Saison ein Titel zu holen war, von dem man sich einfach mitten in der nun beendeten Saison trennte. So was macht man nicht. Mein Problem ist: ich liebe Fußball, aber ich mag keine Pöbeleien, Sauf-Orgien und andere völkischen Blödheiten. Seit durch die WM und die PR-Arbeit des smarten Oliver Bierhoff – geb. 1. Mai 1968 – ein wenig Geist in die Szene geweht ist, bin ich gern dabei. Der Abstieg des „Clubs“ ist weiter nichts als ein Abstieg der ewig Gestrigen. Und die Möglichkeit, neu anzufangen, und schöne Spiele gegen den ewigen Rivalen Greuther Fürth sehen zu dürfen.

Am 30. April 2008 knallte die Fähre Assalama gegen den Beton-Pier der kleinen Hafenstadt Tarfaya die zur spanischen Sahara unter marokkanischer Verwaltung gehört.

Ich habe selbst mal ein halbes Jahr auf der Canaren-Insel Fuerteventura verbracht, und wir wunderten uns nicht wenig darüber, warum es bei der geringen Entfernung zum afrikanischen Festland keine Fährverbindung gab? Zu dieser Zeit waren allerdings auch noch keine Flüchtlings-Boote auf hoher See, Fuerteventura war eine vergleichsweise leere Wüsteninsel. Nun hat sich das Ehepaar Peter und Judith Thot Geimer mit drei Kindern von Fuerteventura aus aufgemacht, sich auf einer ganz anderen Canaren-Insel, nämlich La Palma, niederzulassen, und wahrscheinlich hat man einen Abstecher über die Schweiz nach Küssnacht machen müssen, um den Pkw, den Caravan und all die Erinnerungsstücke und Manuskripte herbeizuholen, die man auf solchen Inseln auch wohl haben will, wenn man sich dort niederläßt. Doch, wie gesagt, die Fähre havarierte und in der Folge haben die Toth Geimers wohl fast ihren ganzen Besitz verloren. Die Reederei fühlt sich nur sehr begrenzt verantwortlich, und will diesen Besitz weder bergen, noch ersetzen. Sogar, als dies noch möglich gewesen wäre, denn das Schiff hatte erstmal „nur“ Schlagseite, hat man eine Bergung insbesondere wertvollen geistigen Eigentums des Schriftstellers und Philosophen Peter Toth abgelehnt. Die Familie sieht sich in Marokko, wo man inzwischen hungerstreikend ausharrt, einer für schweizer Verhältnisse fassungslosen Ignoranz ausgeliefert. Nun versucht man – eben durch Hungerstreik – wenigsten an die Computerfestplatten zu kommen, die das Salzwasser vielleicht noch nicht geschluckt hat. Natürlich ist das Schiff, knapp vor der Küste dümpelnd, längst geplündert, denn ein Land, von dem aus die Menschen unter Lebensgefahr den Ozean überqueren, um nach Fuerteventura zu kommen, hat auch genügend Piraten, die sich einen solchen „Glücksfall“ nicht werden entgehen lassen. Schauen wir uns das Horoskop für die Abfahrtszeit der Assalama an:

30.04.2008

Die Familie steigt tatsächlich als Krebs am Osthorizont auf, und sie steht in den Fischen als Mond in Haus 9, dem Haus der Seereisen. Passender könnte es nicht sein. Was auffällt, ist die Anwesenheit von Mars in Haus 1, der eine latente Gewaltmöglichkeit immer hergibt. Mars hat ein Quadrat zum Glückpunkt, der ganz an der Spitze zu Haus 11 und in genauer Konjunktion zu Venus steht, im Widder: dies sind die Plünderer, die Hab und Gut einfach durch Glück in die Hände bekommen, indem sie Initiative ergreifen, und das Schiff plündern. Was jedoch das Ehepaar am meisten aufbringt, ist die Ignoranz der Reederei und der Behörden, die weder ein Interesse zu haben scheinen, das Schiff zu bergen, noch Hab und Gut der Passagiere zu retten. Wer sind sie im Horoskop? Sie werden vertreten durch die Herrscher von 10: Jupiter, Neptun. Wenn man nun bedenkt, dass die Familie Toth Geimers durch den Mond dargestellt ist, so ist eben der Mond in den Fischen wahrlich abhängig von Neptun und Jupiter. Jupiter steht schwach im Steinbock, doch stark in einem Eckhaus: die Position der Reederei ist stur und unverrückbar, also steinbockmäßig. Neptun bildet eine schicksalhafte Konjunktion zum Mondknoten: das ganze seefahrerische Konzept der Reederei und der Behörden wird letztlich durch die Havarie verändert werden. Dies bezieht sich nicht nur auf den einen Unfall der Fähre. Neptun steht im Haus 8, dem Haus der Veränderung und vielleicht des Todes. Demnach, und gemäß der Politik des Verschweigens, wird sich die Reederei in Existenznöte bringen, wenn sie nicht schon längst darin ist. Und auch auf den Canaren werden neuerdings Entscheidungen von Provinzfürsten und Bürokratie – in Spanien, gelinde gesagt, nicht besser, als bei uns – nicht einfach mehr so hingenommen. Der Mond, den wir als die Familie sehen, steht in Opposition zu Saturn, der aber auch Herrscher von Haus 7, also Herrscher des Hauptsignifikanten der Reederei ist. Und er steht – zum x-ten Male betont an dieser Stelle – am Punkt der Mondfinsternis vom 21. Februar 2008, der bekanntlich „Vertuschungen und Intrigen“ bedeutet. All dies ist hier zutreffend und anschaulich durch das Horoskop geschildert. Peter Toth hält trotz seines Namens scheinbar wenig von Esoterik. Das ist für einen Philosophen schade, denn er entäußert sich damit der Möglichkeit, seine Lage als den Beginn von etwas Neuem aufzufassen, aus dem ihm Freiheit erwachsen kann, die viel mehr wert sein könnte, als aller materieller Besitz oder Erinnerungsstücke. Speziell an diesem Punkt, beim Jammern wegen verlorener Erinnerungsstücke, fehlt mir das Verständnis. Sollte man doch froh sein, von ihnen befreit zu sein. Freilich bedarf es vielleicht eines solchen Paares, um die Reederei letztlich das Fürchten zu lehren. Denn sie scheinen entschlossen zu sein, ihr Leben diesem Kampf zu widmen. Dass die Reederei und die Behörden durch Neptun in Haus acht vertreten sind, zeigt auf, wie hier der Betrug überhaupt Ursache einer Taktik der Verschleierung ist. Irgendwo versucht einer die Hand aufzuhalten und viel Geld von einer Versicherung zu kassieren. Uranus zeigt jedoch mit einem Sextil zu Jupiter an, dass die scheinbar Unbeweglichen sich werden bewegen müssen. Die Versicherung verspricht auch für die Familie Toth Geimer der Hebel zu werden, bei dem sie ansetzen können. Immerhin geht auch der Mond eine Konjunktion mit Uranus ein, der das Haus 8 regiert, also die Versicherung. Bleibt zu wünschen, dass die Toth Geimers ihren Hungerstreik rasch beenden und sich trotz des Kampfes gegen das betrügerische Monster, das die Reederei zu sein scheint, der Botschaft des Glücks im Unglück nicht gänzlich verschließen. Das Sextil von Uranus zu Jupiter, dem auch der Mond, also die Familie begegnen wird, deutet darauf hin, dass man sich irgendwie doch einigen wird. Wer mehr lesen will, suche unter dem ganz unten angegebenen Link in der Blogroll von La Palma Aktuell – Frische Nachrichten aus La Palma.

Astrologie

Der Kaiser ist nackt, oder: Das Composit

Nürnberg, 12:20 – herrlich draußen. Bevor ich joggen gehe, hier ein paar Gedanken zu Composit-Horoskopen. Ein Composit ist ein Horoskop, in dem aus zwei (oder mehr) Geburtshoroskopen die genauen Zwischensummen der jeweils einzelnen Planetenpositionen berechnet werden, um dann ein drittes Horoskop zu erstellen. Nun könnte man einwenden: dies sei ja Unsinn, denn die so errechneten Planetenstände entsprächen ja keiner Wirklichkeit am Himmel. Das ist richtig. Doch Unsinn ist das nicht: im Gegenteil. Nichts zeigt das Wesen einer Partnerschaft besser und tiefer, als solch ein zusammengerechnetes Horoskop. Und dies gilt auch für Transite und damit bedingte Auslösungen. Wie kann das aber sein? Das kommt vom Wesen der Astrologie, die aus der Zahl geboren wurde, genauer: aus dem Rhythmus der Zahlen, der Verhältnismäßigkeit von Zahlen zueinander. Und diese ist nichts anderes, als die Verhältnismäßigkeit der ganzen Natur. Wenn wir dann einen winzigen Schritt weiter gehen, so begreifen wir schnell: es gibt in Wirklichkeit nur Verhältnismäßigkeiten. Ein Ding verhält sich zu einem anderen. Beide sind in Bewegung, stehen wieder in einem Verhältnis zu einem dritten. Dieses selbst ist wieder in Bewegung. Insofern ist unser Bewusstsein, selbst auch in Bewegung, der einzige annähernd feste Maßstab und der erste, denn von ihm sind alle anderen Methoden abgeleitet. Das Wort „ist“, ist eine Illusion, das Wort „wird“ die Wahrheit. Das läuft freilich auf eine universelle Paradoxie hinaus, mit der sich schon Heraklit und Parmenides auseinandergesetzt haben. Wo alles „wird“, sagt Parmenides, oder läßt er durch den Mund der Göttin (!) sagen, muß es ein einheitliches, unveränderliches Sein geben. Und Heraklit, auch ca. 500 bis 600 vor Christus, hält mit seinem panta rei, πάντα ῥεῖ, „Alles fließt“, dagegen. Der Geist selbst, der Logos, ein Wunder, offensichtliche Emanation Gottes. Und deshalb machen sich die Zweifler – in aller Vernunft – auf´s Ganze gerechnet, so lächerlich, wie die Möwe vielleicht sich lächerlich macht, die meint, die Welt dreht sich, weil sie mit dem Flügel schlägt, was ja noch nicht einmal falsch ist. Genau genommen gibt es also keine absoluten Zahlen im Sinne einer Realität, und alle Zahlen gehen aus der Einheit hervor, die die Eins ist. So praktisch Mathematik ist, sie muss sich philosophisch sagen lassen, dass sie nicht nur eine rein spekulative Wissenschaft ist, sondern gar keinen festen Grund haben kann. Dies war unseren Vorfahren noch selbstverständlich. Wenn man heute mit mathematischer Hilfe den Kern der Materie bloßstellen will, so ist es wenig verwunderlich, dass sich die Materie quantenphysikalisch als russische Puppe Babuschka entpuppt, als Tunnel, durch den am Ende der Heilige Geist winkt. Ich benutze die Mathematik ja selbst, doch es wird Zeit, ihr den aufgeplusterten Habitus der Weisheit zu nehmen, den sie sich mit String-Theorie und Weltallberechnungen der angeblich letzten Grenzen zuzulegen versucht: denn der Kaiser ist nackt. Für die Konvention der Rechnung, wie man sagen muß, hat man sich darauf geeinigt, Zahlen zu addieren und alles Mögliche mit ihnen anzustellen. Das ist schon ein magischer Trick, eine Transzendenz. Denn wie könnte man die Eins verdoppeln? Alle Harry Potters dieser Welt vermuten tiefen Zauber in Hoghwards, doch fällt keinem mehr auf, dass sie von Montag bis Freitag Zauberei im Mathe-Unterricht im G8 betreiben, wobei freilich größter Wert darauf gelegt wird, niemanden hinter den Sinn sehen zu lassen, den man selbst gar nicht kennt. Sokrates wusste, dass ein zu viel an Mathematik zur Verblödung führt und empfahl, sich zu beschränken auf das praktisch Brauchbare. Hier – wie überall – liegt der Urgrund des Irrtums, die Spaltung unseres Bewusstseins verborgen. Doch da wir dies nunmal tun, so sei es auch erlaubt, die Dinge zum Ursprung zurückzuführen. Das geht prächtig durch Astrologie, deren Wesen immer nur ein Vielfaches der Eins darstellt, und wo es darum bestellt ist, harmonische und weniger harmonische Gewohnheiten der Natur als Teilbarkeit und Verhältnismäßigkeit der Zahl Eins, der Grundeinheit zu sehen. Dies ist einerseits exakt, andererseits kommt es aber nur auf die Exaktheit des Drittels (Trigon), des Viertels (Quadrat), der Hälfte (Opposition), dem Sechstel (Sextil), usw. an.

Wer hätte sich noch nicht gewundert über Angleichungen sogar physiologischer, körperlicher Merkmale lange zusammenlebender Paare? „Was wir in Beziehungen wahrnehmen“, schreibt die geniale Liz Greene, „sind häufig nicht die einzelnen Persönlichkeiten, sondern die verschiedenen Dimensionen des Composits.“

Astrologie, Uncategorized

Die Hermeswaage

Liebe Leserinnen und Leser,
Es gibt keine gesetzlich formulierte Schweigepflicht für Astrologen. Das liegt daran, dass Astrologie gar keine gesetzlich anerkannte Wissenschaft ist, sonst wäre sie sicher, wie alles im Staate, auf bestimmte Weise geregelt und kontrolliert. Doch etwas kontrollieren, von dem man eigentlich meint, dies gäbe es nicht? Freilich kam auch solche Paradoxie schon vor: in den USA für Wilhelm Reichs Orgon-Energie, doch das ist ein anderes Thema. Obwohl es keine Schweigepflicht gibt, nehme ich das Schweigen dennoch als Pflicht, einfach, weil ich das für selbstverständlich halte. Da hilft es, wenn man zur Freundin eine Frau hat, die in der medizinalen Welt zuhause ist, nämlich Hebamme. Auch sie unterliegt der Schweigepflicht. Freilich gibt es Interessengebiete, die uns zusammenführen, und ohne private Geheimnisse preiszugeben, ist auf diesen Gebieten eine Zusammenarbeit fruchtbar. Wir tauschen nur Daten, keine Personalien. Es interessiert meine Freundin, wann genau die Fische zur Welt kommen oder die Zwillinge, ob wir eine Mond-Saturn Konjunktion haben, oder in welchem Mond ein Kind geboren ist. Mich hingegen interessiert seit gestern eine Sache, die in der Astrologie „Hermeswaage“ genannt wird. Da schreibt Claudius Ptolemäus, der ägyptische Urvater der westlichen Astrologie:
„Das Zeichen, in dem der Mond bei der Geburt sich befindet, mache es zum Aszendenten der Konzeption. Und das Zeichen, indem er sich bei der Konzeption befindet, oder das Gegenüberliegende, mache es zum Aszendenten der Geburt.“
Dies ist nun, trotz Schweigepflicht, der Vorteil einer Verbindung zwischen Hebamme und Astrologe. Die Hebamme kommt an Daten heran, die normalerweise schwer zu haben sind. Die genaue Konzeptionszeit. Das ist sehr intim, denn es geht um die Zeugung und die Empfängnis. So hatte ich die Möglichkeit, das oben zitierte Gesetz der „Hermeswaage“ gleich nachzuprüfen, und siehe da, es stimmt! Drei mal stand bei unseren Nachforschungen der Mond zur Konzeptionszeit genau in dem Zeichen, in dem zur Geburt der Aszendent aufstieg! Statistisch waren das 100%, denn wir haben nur drei genau nachprüfbare Beispiele vorliegen. Andere Autoren (Rafael Gil Brand „Lehrbuch der Klassischen Astrologie“) jedoch haben dies an viel mehr Beispielen ebenfalls bestätigt. Da kann man nun sich nur ehrfürchtig vor einem Geheimnis neigen, das den Weg beschreibt, den die Seele zurücklegt in den neun Monaten, den sie braucht, um sich vom Mond und der jenseitigen Welt zu lösen, und Platz zu finden in einem neuen Körper.
Und gleichfalls wirft dies ein Licht wiederum auf die tiefen Zusammenhänge, aus denen die Astrologie sich das Muster ihrer Regeln entworfen hat: „Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als eure Schulweisheit sich träumen läßt.“ (Shakespeare)
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Weltbild

Sonnenaufgang

NBG 15.02.08 10:52

Am meisten erfahren wir über die Gegenwart, zumindest solange wir des Lesens in den Annalen der „geistigen Welt“ unkundig sind, aus den Schriften der Vergangenheit. Da gibt es den griechischen Historiker Herodot, von dem heutige, die es besser wissen, meinen, er sei ein Märchenonkel. Er hat Ägypten bereist und davon berichtet, als es noch Pharaonen gab.

In einem mehr als lesenswerten Textabschnitt (Buch II 140 ff) über die Geschichte der Menschen und Götter findet sich folgender Satz:

„In einem Zeitraum von elftausenddreihundertvierzig Jahren haben nur menschliche Könige, nicht Götter in Menschengestalt, in Ägypten geherrscht. Ja auch bei den vor und nach diesem Zeitraum lebenden Königen sei es nicht anders, meinten sie.

Während dieser Zeit sei die Sonne viermal an ihrem gewohnten Ort aufgegangen. Wo sie jetzt untergeht, dort sei sie zweimal aufgegangen, und wo sie jetzt aufgeht, sei sie zweimal untergegangen.

In Ägypten hätte sich dadurch nichts verändert,“ so der Bericht der Hephaistos-Priester , „weder in Bezug auf die Pflanzenwelt noch in Bezug auf die Tätigkeit des Flusses, weder in Bezug auf die Krankheiten noch in Bezug auf den Tod der Menschen.“

Und weiter: „Vor diesen Menschen allerdings hätten Götter über Ägypten geherrscht, die zusammen mit den Menschen gelebt; und einer von ihnen sei immer der Mächtigste gewesen.“

Wenn wir uns den Satz über Sonnenuntergang und Aufgang anschauen, entdecken wir schnell den Übersetzungsfehler: „Während dieser Zeit sei die Sonne viermal an einem ungewohnten Ort aufgegangen,“ muß es wohl logischerweise heißen.

Hier liegt einer jener Verdrehungen vor, derer sich auch in der Bibel etliche finden, nach dem Motto: „Denn die Menschen schreiben um so besser ab, je weniger sie verstehen, was sie abschreiben. Sie verderben es dann nicht durch ihre eigene Weisheit.“ (R. Steiner in „Wie verhält sich die Theosophie zur Astrologie?“)

Die Übersetzer haben es schlichtweg für unmöglich gehalten, die Sonne könnte folgenlos mehrmals an einem anderen Ort aufgehen. In Wahrheit haben wir hier die einzig bekannte Aufzeichnung eines weiteren, bisher unbekannten rhythmischen Weltgeschehens vor uns. Neben der Drehung der Erde um die Sonne, um sich selbst und in sich selbst (Kreiseln der Erdachse) und dem Umrunden des Mondes gibt es – dieser Aufzeichnung zufolge – auch eine Bewegung, wonach, wie bei einem Kreisel, eine plötzliche Umkehrung der Achse vorkommt. Die ägyptischen Priester haben es zweimal aufgezeichnet, und es scheint nichts zu sein, wovor wir Angst haben müßten.

Dennoch eine signifikante Veränderung allen Bewußtseins, nicht wahr?