Personen

René Descartes: „Cogito ergo sum!“

Liebe Leser,

Nürnberg 14:00 – Durs Grünbein (9. Oktober 1962 in Dresden) hat sich tiefer in René Descartes (31.03.1596 02:00 AM La Hage en Touraine, FR) hineingearbeitet, wie wohl irgendeiner vor ihm. Er ist eine Waage, und ich gäbe was drum, zu wissen, was ihn karmisch mit Descartes verbindet, dem Widder, seinem Gegenteil. Jenes hineinarbeiten in die Seele Descartes geschah bei Grünbein poetisch, denn Grünbein ist Dichter, wie er im Buche steht, und wenn man seine Verse liest, kann man wahrlich getröstet werden, dass die Welt, die er beschreibt, vor allem aber die dazugehörige Natur – zwischen Autobahn und Autobahn – heute nicht mehr existiert. Gerade darum aber sind Grünbeins Verse wie gute Fotografien von alten Ruinen: kalt holen sie heran, was längst vorbei ist, und frieren es mit dem unerbittlichen Charme und der klaren Logik der Waage ein, und die daraus sich ergebende Melancholie verbinden sie mit der schmachtenden Hoffnung einer neuen, alten Liebe.

Portrait von Franz Hals

Wer aber ist Descartes und warum kommt er hier zu Ehren? Es ist nicht sein Geburtstag, sondern sein Saturn in der Jungfrau, der mir aufgefallen ist, denn den haben wir heuer eben auch. Jenes „Ich denke, also bin ich“, mit dem Descartes quasi mit einem Satz einen Strich unter die barocken Stilblüten seiner Zeit zog, um sich der genauen Beobachtung und der nüchternen Analyse anzuvertrauen, ist sein berühmtester und nahezu allen bekannter Satz. Wer Steinbock-Aszendenten kennt, wird in seinem Gesicht einen Anklang davon finden, gemischt mit dem Widder und der Sanftmut von Stier-Venus und Mond. Dreht man das um und schaut sich Bilder eines Steinbocks mit Widder-AC an (geeignet: der ältere Richard Widmark, Bild kann ich hier aus copyright-Gründen nicht einfügen), bemerkt man leicht die Verschiebung der Prioritäten. Dem Saturn jedoch in der Jungfrau wollen wir beschreibend beikommen durch ein paar Sätze aus Durs Grünbeins in der edition unseld erschienenen Sammlung „Der Cartesische Taucher“:

„Der Laie verbindet mit dem Namen Descartes die Vorstellung von logischer Strenge, kaltblütigem Ordnungssinn, rasiermesserscharfem Verstand, usw. Jedes Lexikon hält seinen Steckbrief bereit: erster systematischer Denker der Neuzeit, Vertreter einer mechanistischen Weltanschauung, Mitbegründer der analytischen Geometrie, überzeugt davon, dass alle Naturerscheinungen rational fassbar sind.“ Und: „So spricht der Philosoph, der um die Grenzen seines Philosophierens jederzeit weiß. Sein Gespür für das Machbare, das allein von ihm zu Leistende, verdankt sich gerade solcher Wahrnehmung für das schlechthin andere (gemeint ist die Poesie M.T.), dass sich ihm entzog.“

Wird sie hier nicht klar dargestellt, die Jungfrau-Eigenschaft der Trennung, des Sortierens und der klaren Unterscheidung von brauchbar und unbrauchbar? Ob sich das aber auf Kartoffeln oder Gedanken bezieht, oder gar auf Töne, das hängt nur davon ab, womit sich die Jungfrau beschäftigt. Für Descartes stand Saturn als Geburtsherrscher zur Verfügung, so dass sich in dessen Wirken, in also seiner natürlichen Regelhaftigkeit, der Sinn seiner Existenz zusammenfassen ließ, vom Privaten abgesehen. Doch Saturn ist ja nicht privat.

Nun macht es nicht Wunder, wenn ein Steinbock-Aszendent seinen Saturn lebt, und dies leistet in Haus 8, dem der Verwandlung der Seele durch den Anderen, und wenn diese Person eine solch gewaltige (Pluto) und revolutionäre (Uranus) Widder Natur hat, dann kommt – mit Glück – ein Descartes heraus. Es macht jedoch – Saturn in der Jungfrau – auch für nicht Steinbock-AC Inhaber Sinn ihren Saturn anzuschauen, und sich zu prüfen auf die Regeln, nach denen sie ihr Leben gestalten. Man setzt Saturn gleichzeitig um, und doch steht er einem im Weg, wie ein Ding in der Wohnung, an dem man sich permanent stößt, ohne es wegzuräumen.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Personen

Fritz und Claus Riemann

Foto Markus Termin ©

„Wir wollen auch nicht unterschätzen, dass ein gewichtiges Motiv für die Ablehnung der Astrologie die Trägheit und ein Mangel an Zivilcourage ist. Vielen ist es zu unbequem, einmal aus erlernten Denkgewohnheiten herauszutreten und für eine Sache so viel Zeit und Mühe aufzuwenden, die von der akademischen Diktatur verketzert wird; viele wagen es noch nicht, sich zur Astrologie zu bekennen, auch wenn sie eigene positive Erfahrungen mit ihr gemacht haben, aus Angst, für »unseriös« gehalten zu werden. Autoritätsgläubig oder autoritätsabhängig, können viele es sich auch nicht leisten, und kaum einmal bekommt jemand im Rahmen seiner Ausbildung die Möglichkeit, sich mit diesem Stiefkind der Wissenschaft zu befassen.“ Fritz Riemann; Lebenshilfe Astrologie – Gedanken und Erfahrungen (Einwände gegen die Astrologie), 1976 Fritz Riemann (15. September 1902 03:45 AM in Chemnitz) war nicht nur Astrologe, sondern vor allem Psychologe und Psychoanalytiker, der eine heute noch in jeder Buchhandlung erhältliche Abhandlung geschrieben hat:

Sein Sohn, Claus Riemann (17. März 1951 04:24 München), ist ebenfalls Astrologe, von ihm stammt das wunderbare Buch „Der tiefe Brunnen“. Riemann Senior war Pionier und damit Wiederentdecker einer Methode, derer sich jeder weise Arzt im Mittelalter bediente: dem Horoskop als Wegweiser zur Gesundheit. Dass Fritz Riemann dies mit der seelischen Gesundheit verbinden konnte, macht ihn zum revolutionären Erneuerer der Astrologie. Bemerkenswert an diesem Jungfrau-Horoskop ist für mich vor allem die Verteilung der Planeten auf das erste und das sechste Haus, und wie er wahrhaft sein Leben danach eingerichtet hat. Und mit seinem Sohn, dem Fisch, bekam Riemann Senior eine Ergänzung, die auch in dem völlig eigenen und doch verwandten Stil ein wunderbar stimmiges Bild ergibt. So, wie der Vater Saturn im Haus der Kinder hat, hat der Sohn Saturn in der Jungfrau: geht es klarer? Die Jungfrau ist übrigens der klassische Arzt und Heiler. Am besten nachzuvollziehen in „Asterix und der Avernerschild“.

Poetry, Weltbild

Astrologie in Griechenland

Nürnberg 18:32 – Hermes hat viele Ausdrucksformen, und eine davon ist schlicht die kantige Säule. Man kann dies an Wegkreuzungen und Grenzsteinen sehen, die nichts anderes, als stilisierte „Hermen“ sind, Zeichen, die dem Gott des Handels und der Handelswege entsprechen.Herme (ἕρμα herma) bezeichnet in der antiken Kunst einen Pfeilerschaft mit aufgesetztem Kopf, als Kultbild des bärtigen Wegegottes Hermes. Die obere Mini-Säule stammt sogar aus Griechenland. Sie ist aus weißem Marmor, und ich hab sie dort, auf der Insel Samothrake, es ist ein paar Jahre her, am Strand gefunden. Nun hatte ich, verbunden mit unterem Stundenbild, folgende Idee (zwei mal anklicken, dann wird´s groß und klar):


Es gibt auf Korfu einen ‚Club‘, der sich Ouranos nennt. Dort war ich noch nicht, aber sie haben ein schönes Seminarhaus. Mein Gedanke war: ich biete ihnen Astrologiekurse für ihre Gäste an, und sie gewähren mir für diesen Vorteil, den sie dann haben, freie Kost und Logis und vielleicht noch was oben drauf. Doch so ist es nicht angelegt: naiv, wie ich wohl zu sein scheine, habe ich nicht bedacht, dass man natürlich den schönen Seminarraum an Leute wie mich gegen Geld zu vermieten gedenkt, und es wohl als besonderen Service betrachtet, dass die eventuellen Kursteilnehmer gleich im Club wohnen können; vielleicht ist das Haus ja sowieso immer ausgebucht, so daß man sich um attraktive Kurs-Angebote nicht weiter bemühen muß? Obiges Stundenbild gibt die Situation wieder: ich selbst bin Jupiter, denn Schütze steigt auf. Merkur und Venus bilden im Haus 9 eine gerade voll werdende Konjunktion. Doch diese beiden und mein Einkommen (Saturn) sind im Haus 9 in der Jungfrau eingeschlossen, und also von der Sonne abhängig, die klar an der Spitze zu Haus 9 steht. Es gibt eine positive, zunehmende Verbindung zwischen Jupiter und Saturn, die am Dienstag, den 9. September exakt wird, genau an dem Tag, wenn Jupiter wieder direkt geht. Daher rechne ich damit, dass doch irgendwas zustandekommt, das mein, wenn auch karges (Saturn) Einkommen begünstigt, und zumindest mit dieser Idee zusammenhängt. Merkur gibt mir dazu jedoch keinen Anlass, und er ist der Herr von Haus sieben, in diesem Fall mein Verhandlungspartner. Statt zu hoffen, hätte ich mir lieber das Stundenbild angucken müssen. Mit Zwillinge im Haus 7 haben die anderen Glück, während ich mit Schütze am AC an Aufbruch denke. Der Glückspunkt im Haus des Einkommens meiner Verhandlungspartner gibt ihnen auch Recht. Dass Ihr Einkommen durch meinen Wunsch, oder vielleicht sogar meine Gefühle mit bestimmt würde, sieht man dem Mond an, der das Haus 8 regiert, und relativ stark in einem Eck-Haus, in Haus vier steht. Mars, Dispositor vom Mond, steht oben in der Himmelsmitte, aber noch in Haus 9 und hat keine Zukunftsaspekte; später wird er ein Quadrat zu Jupiter bilden; hat also keinen Zweck, zu verhandeln, obwohl Mars in der Waage zu Verhandlungen aufgelegt ist. Was mich ermutigt, zumindest an der Idee dranzubleiben, ist das Trigon zwischen Jupiter und Saturn. Denn Saturn in der Jungfrau ist geradezu archetypisch für Griechenland, dem beide Zeichen zugeordnet werden. Vielleicht hat jemand von euch Verbindungen nach Hellas? Was mir vorschwebt sind forschende Kurse, nicht nur einmal, sondern jedes Jahr, vielleicht sogar ein Zentrum für Astrologie. Mit Himmelsbeobachtung und viel Muße. Der Herme unten fehlt übrigens der Phallos, den die Athener Frauen in einer Nacht- und Nebelaktion als Protest gegen einen hasardeurhaften Kriegszug ihrer Männer abschlugen, welcher Feldzug denn 413 v. Chr. auch mit einer vernichtenden Niederlage der Athener endete. 7000 Athener wurden gefangen genommen und mussten in den Steinbrüchen von Syrakus schuften, ganz zu schweigen von denen, die auf der Strecke blieben.

Personen

Helena Blavatsky

Nürnberg, 20:10 – heute will ich einmal pünktlich sein mit den Geburtstagen, nachdem ich neulich den von Andy Warhol schon verpaßt hatte. Am 12. August ist Madame Blavatsky geboren, und wohl weil sie Angehörige des russischen Adels war, kennen wir sogar ihre genaue Geburtszeit, den 12. August 1831 um 02:17 in Ekaterinslav, RU.

Ich meine, man sieht ihr den Krebs-Aszendenten an. Was ihre Wirkung in der Welt betrifft, spricht für mich die Jupiter-Uranus Konjunktion im Wassermann Bände. Zur Stürmung der Bastille als Beginn der französischen Revolution 42 Jahre vorher hatten wir auch eine Jupiter-Uranus Konjunktion, und die Venus stand damals ebenfalls im Löwen, wie diese beiden. Das ist bei Helena Blavatsky nicht der Fall, ihre Venus läuft beim Mond in der Waage, veredelt im eigenen Zeichen, und ich finde, man sieht beides ebenfalls im Gesicht. Mit dieser Sonnen-Mond Kombination wird das Leben zum Fest. Venus/Mond in Waage gibt ihr einen Ausdruck, wie von grünem Samt und Burgunder-Rotwein. Doch Jupiter-Uranus in Haus sieben sind in jedem Fall geeignet, ihr Gegenüber geradezu revolutionär zu verwandeln. Die Mars-Saturn Konjunktion hatten wir heuer in der Jungfrau auch, und es war, gelinde gesagt, heftig (11. und 12. Juli), die Leute gerieten aneinander, wer diesen Aspekt im dritten Haus hatte, durfte sich über Blechschaden nicht wundern. Wer in Haus 10 im Job, ect. Frau Blavatsky trug diesen Aspekt im zweiten Haus durchs Leben, und man geht nicht fehl in der Annahme, dass das Thema „Wert, Eigenwert, Selbstwert“ bei ihr ein Lebensthema war. Doch so etwas brauchte es auch, um eine Frau hervorzubringen, die kaum ein anderer Mensch überflügeln konnte, was die Tiefe ihres medialen Wesens betraf. „Isis entschleiert“ ist ihr Hauptwerk. Sie hat es nachts geschrieben, Unmengen von Zigaretten dabei geraucht und es wird gesagt, es sei ihr – gelenktes Schreiben – in die Feder geflossen. Denn von Kapitel zu Kapitel ändert sich der Stil, und sie kam mitunter aus Nächten mit einer Arbeitsleistung hervor (sie lebte bei Freunden), die gar nicht zu schaffen war. Als eine der ersten Frauen bereiste sie unverfrohren die Welt, und holte sich die Weisheit, wo sie zu finden war: in Tibet, Agypten, Griechenland. Man will ihr das ein oder andere gefälschte Wunder nachgewiesen haben; allein, ich ignoriere Kritik an einer so mutigen Frau. „Isis entschleiert“ kann man nicht lesen, es ist zu viel für uns heutzutage; jedoch: mal reingeschaut haben sollte man schon. Es steht nämlich was drin. Ein dickes, dickes Buch, angereichert mit Wissen aus einer Zeit, als Neptun gerade erst entdeckt worden war (1846). Und doch ist es das neptunische Buch par excellence. Was den einen Schleier und Regenbogen, der Schein und das Mediale sind, ist den anderen die wahre Realität.

164,79 Jahre braucht Neptun, um einmal durch den Tierkreis oder die Sonne herum zu wandern. bei seiner Entdeckung stand er im Wassermann, und den Punkt, an dem er damals weilte, wird er erst im März 2010 wieder erreicht haben. Das wird spannend! Frau Blavatsky hatte ihren Neptun im Steinbock in Haus 7. Das ist sowas, wie die Quadratur des Kreises: das Prinzip der Traumwelt am Ort der blanken Realität, dargestellt durch den anderen, das Du. Menschen mit Neptun in Haus 7 fehlt in diesem Haus ein Fenster, bzw. eine Tür. Das bedeutet nicht: sie sind dort verschlossen, sondern es bedeutet, die Tür steht immer offen, jeder meint, dort ganz selbstverständlich Zutritt haben zu dürfen, und findet es unverschämt, wenn der/die mit Neptun in Haus 7 für sich denselben Schutz der Privatsphäre veranschlagt, wie er bei allen anderen für völlig legtim erachtet wird.

Mundan, Poetry, Weltbild

Gründungshoroskop von Baghdad

Nürnberg 17:59 – Mashalla und Naubakht hießen die beiden Astrologen des Kalifen Abu Ja’far Al-Mansur, die die Gründung der Stadt als sogenannte Elektion genau berechneten, und zwar für den 2. August 762 p. Chr. um 09:40 vormittags:

Ohne Zweifel werden die beiden, denen eine ganzes Team von Schülern zur Seite stand, dabei an den Wohlstand der Stadt und des Kalifen gedacht haben: Venus regiert nicht nur das Zeichen im Aufstieg, den sogenannten Aszendenten, sondern auch das zweite Haus, Besitz und Substanz. Dabei steht sie noch in der Himmelsmitte und ist sehr weit von der Sonne entfernt, so daß sie in ihrem diamantenen Glühen als Morgenstern dem Sonnenaufgang voraus schon sichtbar war und Glück verhieß, wenn der Kalif sich das erste mal an diesem Tag gen Mekka wandte. Er selbst ist natürlich die Sonne im Löwen im Haus 11, dem der Gönner und Freunde, auch seinem eigenen Besitz, denn das Haus 11 ist der Besitz des Königs. Und Jupiter im eigenen Zeichen Schütze im dritten Haus, also dem Bereich, wo es um die Geltung dessen, was das zweite Haus verspricht, geht, könnte besser nicht stehen, denn er bildet den Jupiter-Aspekt, das Trigon zur Sonne. Perfekte Arbeit! Mond-Pluto zweites Haus im Skorpion – : mit magischen Mittel ans Geld kommen, werter Kalif-Storch! – Und auch das Volk ist der Mond und hilft also mindestens mit guten Wünschen. Den Regeln der Kunst entsprechend landet Saturn im achten Haus, dem Besitz der anderen, denen man nichts gönnen braucht, und irgendwo muß Saturn – Ninurta, wie er bei den Babyloniern hieß – ja stehen, bzw. laufen. Und die Konjunktion des Uranus mit Saturn gibt auch kund, dass der Besitz der anderen ganz schön gestaut und geschleudert wird, wie es jetzt den Amerikanern geht, seitdem sie in der Stadt „in Immobilien investieren“; Verzeihung den Sarkasmus, er ist unangebracht, ich geb´s zu. Nun erfährt aber die stolze Löwe-Sonne von Baghdad die Auswirkungen der Sonnenfinsternis von gestern. Und nicht nur die „abergläubischen Chinesen waren fest davon überzeugt“, wie die Neue Zürcher von heute schreibt, „dass eine sichtbare totale Sonenfinsternis Unheil ankündige und oft das Ende einer Kaiserdynastie einläute.“ Und „Feng-Shui-Meister aus Hongkong erklärten noch letzte Woche, wegen der Sonnenfinsternis vom Freitag sei an den Olympischen Sommerspielen zumindest mit kleineren Turbulenzen zu rechnen.“ Nun müssen wir schauen, wie sich das auf die Machthaber in Peking auswirkt. Es muß aber nicht immer ein Unglück sein, wenn eine Herrscher-Dynastie ihren Abgang findet, auch wenn es das früher meist war. Denn ruhige Zeiten waren gute Zeiten für´s Volk. Und wer regiert in Baghdad? Sind die Amerikaner noch Haus 7, also die Feinde, die Anderen, oder haben sie sich an die Sonnen-Position gestellt? Insofern erlaubt es diese Sonnenfinsternis für Baghdad eine Veränderung der Herrschaft vorauszusagen, und Obama, der seine Sonne ein paar Grad vor dem Sonnenfinsternisgrad hat, denn er ist am 4. August geboren, bekommt wahrscheinlich die Autorität, dies durchzuführen.

Deutschland, Geist, Personen, Poesie

Angela und die Technik

Nürnberg 18:07 – Was man so alles findet, beim Gang durch die Stadt in Zeiten der Eventkultur: dieses Plakat zum Beispiel, wo zumindest ich mich hinterm Ohr kratzte, und frage: „Ja, stimmt denn das?“ Eben so gut könnte man behaupten, es gäbe keinen Unterschied zwischen einem Auto und einem Esel, sind doch beides Fortbewegungsmittel:

Foto Markus Termin ©

Solchermaßen wäre es natürlich interessant, herauszufinden, wie tief unsere Bundeskanzlerin, die gestern Geburtstag hatte, über solche Dinge nachdenkt. Soweit ich es verstanden habe, war ihre Reise nach Algerien von einem Zwischenfall im Bereich der Technik beeinflusst: jemand hatte mit der Gangway unvorsichtigerweise ein Loch in ihren Airbus gerammt, so dass unsere Kanzlerin mit einer ihr von der Algerischen Regierung zur Verfügung gestellten Maschine zurückfliegen mußte. Auf diese Weise hat sie den Mars-Saturn Einfluss an der Spitze zu Haus 9, dem Auslands-Haus, tatsächlich ins Ausland transferiert, und wir können froh sein, solch einen Aspekt auf dem physischen Plan so glimpflich realisiert zu sehen (zwei mal klicken!):

Bundeskanzlerin Merkel hat einen Schütze-Aszendenten, und so wird sie auf jeden Fall die Weisheit mit Löffeln „gefressen“ haben. Schaut man sich ihren Regierungsstil an, so erinnert der schon sehr an Kohl. Sie scheint bald gemerkt zu haben, wie gering ihr Handlungsspielraum ist, und dass sie wirklich souverän fährt, wenn sie zuletzt in jedem Konflikt einen Satz losläßt, der dem Niveau dessen entspricht, was jeder Bildzeitungsleser versteht, und sich ansonsten darauf besinnt, was sie als Physikerin gelernt hat: die Entwicklung der Technik vorantreiben. Und für die Wiederwahl ist es ohnehin wichtiger, mit Bastian Schweinsteiger öffentlich über Fußball zu diskutieren, als wirkliche Reformen zu bieten. Ihre Sonne im Haus 8 deutet auf einen verborgenen Plan: vielleicht ist sie die oberste Agentin der Republik, und trägt ihre Identität – vergleichbar mit Miss Marple – nur zur Tarnung. Sollte sie tatsächlich mit dem Ansinnen nach Algerien gefahren sein, dort in der Wüste Solarkraftwerke gemeinsam mit Horst Köhler, der dort auch schon war, auf den Weg zu bringen, und nicht nur Öl-Gas-Verträge unter die Haube, so hätte sie wohl schon ein Optimum geleistet. Da aber nun solche Dinge, wie der beschädigte Airbus, zufällig nicht sein können, mach es auch Sinn, nach einem tieferen Grund zu fragen. Erfolgreiche Verhandlungen versprach in Algerien Merkur über ihrem erhöhten Krebs-Jupiter in Haus 7. Sollte es ihr wirklich gelungen sein, ein Abkommen zwischen den beiden Ländern über den Ausbau der Solarkraft unter Dach und Fach zu bringen, dann wäre dieses schon der Grund für´s Loch im Blech, denn die Hinwendung der Technik zur Sonne ist weit mehr, als nur ein Wechsel innerhalb eines Metiers. Das wäre wie ein Wechsel von der Evolutionstheorie zum Intelligent Design. Sonne ist wahrhaft nachhaltig. Das bedeutet, Energie würde nicht wirklich „verbraucht“. Da nun aber das Wesen von Technik selbst nichts Technisches ist (Heidegger, Arendt), sondern in meinen Augen eine dämonische Macht, um deren Beherrschung die Menschheit ringt, muß man sich nicht wundern, wenn, ob eines solchen „Durchbruchs“ die Macht – wahrlich durchbrechend – nämlich die Flugzeugwand, zurückschlägt. Technik, wie wir sie jetzt haben, dient tendenziell nicht den Menschen, sondern zerstört die Welt und versklavt die Menschen. Solarenergie könnte das ändern. Denn es macht einen Unterschied, ob man für Bewegungsimpulse stinkenden Rauch produziert, oder ob man das Prinzip umdreht, und die Technik nicht gegen uns, sondern für uns arbeiten läßt, und dabei das Feng Shui der Sonne nutzt. Doch ist solches eben nicht einfach eine Frage der Entscheidung, die Kräfte der Beharrung sind geistiger Natur, und sie haben, wie immer, alles zu verlieren, denn sie besitzen kein direktes, sondern nur ein indirektes Daseinsrecht: das Salz der Erde sind wir selbst. Diejenige Macht, der genau das nicht passt, Pächter des Weinbergs, schlägt ein Loch in den Airbus der Kanzlerin. Insofern ist der Mix entscheidend: Öl- und Gasverträge sind ja auch dabei. Das ist dann wie ein Trick: man kauft etwas Übles und versteckt darin das Gute. Der Airbus als umgedrehtes trojanisches Pferd. Hier genau liegt der Unterschied zu Gazprom Gerhard. Sollten meine zugegeben abenteuerlichen Überlegungen (die aber meiner tiefsten Überzeugung durchaus entsprechen) stimmen, dann erwartet uns noch mehr Spuk dieser Art. Warum aber, und woher er kommen mag, dazu morgen mehr!

P.S. 30.10.2015: wie am 24. August 2014 bekannt gegeben wurde, dient die Reise 2008 dem Verkauf einer Fabrik für Panzer:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-08/panzerfabrik-algerien-rheinmetall-gabriel

Erstaunt stelle ich fest, wie naiv ich war.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Geist

Tilia, die Linde

Der Autor unterwegs ohne Auto

Nürnberg 13:32 – „Tilia“ heißt Linde auf lateinisch, und tatsächlich ist unser Fremdwort „sub-til“ von diesem wundersamen Baum abgeleitet. Es ist ein Hinweis darauf, dass wohl unter der Linde in den dörflichen Gemeinschaften die eher milderen Dinge verhandelt wurden, wie Markus Sommer in „a tempo“ schreibt. Unter der Linde wurde getanzt – und tatsächlich sind die Blüten dieses Baumes geeignet, als Tee getrunken viele Leiden zu lindern. Wer sie sammelt und kocht, merkt schnell, dass sie schleimig sind, also gegen Husten eingesetzt werden können. Doch auch gegen Verbrennungen und Augenentzündungen soll der Schleim gute Wirkung zeitigen.

Foto Markus Termin

Gestern Nacht begegnete mir ein älteres türkisches Paar, die Dame trug Kopftuch. Sie wunderten sich über den lieblichen Duft in der warmen Nacht. Beide schnupperten in Bodennähe nach den Blumen, von denen der Duft wohl kam? Dass es die Linden sind, war ihnen nicht bekannt. Natürlich ist die Linde ein Jupiter-Baum. Unteres Gewächs jedoch wird ebenfalls dem Jupiter zugeordnet! Aus dem, was die beiden gemeinsam haben, läßt sich viel begreifen vom der Art des Planeten, wie die Alten ihn empfahlen:

Foto Markus Termin, Gänseblümchen

Poetry, Weltbild

Der Glückspunkt

Liebe Leserinnen und Leser,

Nürnberg 13:50 – die ganzen Wolken, die sich vor den Alpen stauen, machen so einen Wassermenschen wie mich morgens doch recht schläfrig (im besten Fall).

Ich glaube, von Nietzsche (15. Okt. 1844 Röcken bei Lützen) stammt der Satz: „Renne deinem Glück nicht hinterher, vielleicht verfolgt es dann ja dich?“

Foto Markus Termin

Käfer sind Merkur-Wesen. Dieser Marienkäfer auf meinem Basilikum sowieso. Der Glückspunkt ist einer der alten arabischen Punkte, den wir einfach noch gern benutzen. Der Glückspunkt, schreibt Lilly, „wirft keine Aspekte, aber Planeten strahlen ihre Aspekte auf ihn.“ Dieser Punkt ist soviele Grade vom Aszendenten enfernt, wie die Sonne vom Mond. „Wird der Glückspunkt an einem Neumond errechnet, so wird dieser am AC liegen“, denn der Abstand zwischen Sonne und Mond sind gering oder null. „Im ersten Viertel im 4. Haus, bei Vollmond im 7. Haus, im letzten Viertel im 10. Haus.“ Besonders günstig steht der Glückspunkt in Konjunktion mit dem Fixstern Regulus. „Jeder Mensch“, schreibt Martin Schulmann, „weiß von Natur aus, dass es irgendwo einen ‚Goldschatz‘ gibt, der ihn am Ende seines Regenbogens erwartet. Um ihn zu erreichen, ist der Mensch bereit, durch die Stürme des Lebens zu gehen, aus denen er als ‚Kapitän seines eigenen Schiffes‘ wieder hervorkommt.“ Alle arabischen Punkte, wie auch der Glückspunkt, sind Konstrukte der Geometrie, aber sie haben Gültigkeit, weil die Geometrie aus der Astrologie hervorgegangen ist. Astrologie ist die Mutter aller Wissenschaften. Doch freilich: der Glückspunkt selbst ist kein eigentlicher Formfaktor im Horoskop! Wird er, siehe oben, bestrahlt, so empfängt er – doch selbst bestrahlt er nicht, denn er ist ja nur die Stelle, wo die Energien anderer Planeten – Sonne und Mond – zusammengeführt wird. Martin Schulmann hat das schönste Buch über den Glückspunkt geschrieben, es ist sehr zu empfehlen, und auch jemand, die/der nicht tiefer in die Astrologie einsteigen will, kann mit einer einfachen Glückspunktastrologie viel erkennen. „Der Glückspunkt symbolisiert die Stelle im Horoskop, an der Sonne und Mond und Aszendent in bester harmonischer Beziehung zueinander stehen und zum besten Vorteil des Menschen ausgedrückt werden können.“

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Mundan, Weltbild

Peter und Judith Toths Schiffbruch

Naufragio » Untergang der Assalama, Armas Naviera, Kanarische Inseln

Nürnberg, 12:10 – Der „Club“ ist abgestiegen, und gestern gab es dazu passend genau zum Spielende ein kräftiges Gewitter. Man möge es mir verzeihen, aber ich sehe diesen Abstieg als Mentalitätsproblem der Stadt. Da hatte man – Einblick in die Denkweise der Beteiligten – einen sehr erfolgreichen Trainer, Hans Mayer, mit dem in der letzten Saison ein Titel zu holen war, von dem man sich einfach mitten in der nun beendeten Saison trennte. So was macht man nicht. Mein Problem ist: ich liebe Fußball, aber ich mag keine Pöbeleien, Sauf-Orgien und andere völkischen Blödheiten. Seit durch die WM und die PR-Arbeit des smarten Oliver Bierhoff – geb. 1. Mai 1968 – ein wenig Geist in die Szene geweht ist, bin ich gern dabei. Der Abstieg des „Clubs“ ist weiter nichts als ein Abstieg der ewig Gestrigen. Und die Möglichkeit, neu anzufangen, und schöne Spiele gegen den ewigen Rivalen Greuther Fürth sehen zu dürfen.

Am 30. April 2008 knallte die Fähre Assalama gegen den Beton-Pier der kleinen Hafenstadt Tarfaya die zur spanischen Sahara unter marokkanischer Verwaltung gehört.

Ich habe selbst mal ein halbes Jahr auf der Canaren-Insel Fuerteventura verbracht, und wir wunderten uns nicht wenig darüber, warum es bei der geringen Entfernung zum afrikanischen Festland keine Fährverbindung gab? Zu dieser Zeit waren allerdings auch noch keine Flüchtlings-Boote auf hoher See, Fuerteventura war eine vergleichsweise leere Wüsteninsel. Nun hat sich das Ehepaar Peter und Judith Thot Geimer mit drei Kindern von Fuerteventura aus aufgemacht, sich auf einer ganz anderen Canaren-Insel, nämlich La Palma, niederzulassen, und wahrscheinlich hat man einen Abstecher über die Schweiz nach Küssnacht machen müssen, um den Pkw, den Caravan und all die Erinnerungsstücke und Manuskripte herbeizuholen, die man auf solchen Inseln auch wohl haben will, wenn man sich dort niederläßt. Doch, wie gesagt, die Fähre havarierte und in der Folge haben die Toth Geimers wohl fast ihren ganzen Besitz verloren. Die Reederei fühlt sich nur sehr begrenzt verantwortlich, und will diesen Besitz weder bergen, noch ersetzen. Sogar, als dies noch möglich gewesen wäre, denn das Schiff hatte erstmal „nur“ Schlagseite, hat man eine Bergung insbesondere wertvollen geistigen Eigentums des Schriftstellers und Philosophen Peter Toth abgelehnt. Die Familie sieht sich in Marokko, wo man inzwischen hungerstreikend ausharrt, einer für schweizer Verhältnisse fassungslosen Ignoranz ausgeliefert. Nun versucht man – eben durch Hungerstreik – wenigsten an die Computerfestplatten zu kommen, die das Salzwasser vielleicht noch nicht geschluckt hat. Natürlich ist das Schiff, knapp vor der Küste dümpelnd, längst geplündert, denn ein Land, von dem aus die Menschen unter Lebensgefahr den Ozean überqueren, um nach Fuerteventura zu kommen, hat auch genügend Piraten, die sich einen solchen „Glücksfall“ nicht werden entgehen lassen. Schauen wir uns das Horoskop für die Abfahrtszeit der Assalama an:

30.04.2008

Die Familie steigt tatsächlich als Krebs am Osthorizont auf, und sie steht in den Fischen als Mond in Haus 9, dem Haus der Seereisen. Passender könnte es nicht sein. Was auffällt, ist die Anwesenheit von Mars in Haus 1, der eine latente Gewaltmöglichkeit immer hergibt. Mars hat ein Quadrat zum Glückpunkt, der ganz an der Spitze zu Haus 11 und in genauer Konjunktion zu Venus steht, im Widder: dies sind die Plünderer, die Hab und Gut einfach durch Glück in die Hände bekommen, indem sie Initiative ergreifen, und das Schiff plündern. Was jedoch das Ehepaar am meisten aufbringt, ist die Ignoranz der Reederei und der Behörden, die weder ein Interesse zu haben scheinen, das Schiff zu bergen, noch Hab und Gut der Passagiere zu retten. Wer sind sie im Horoskop? Sie werden vertreten durch die Herrscher von 10: Jupiter, Neptun. Wenn man nun bedenkt, dass die Familie Toth Geimers durch den Mond dargestellt ist, so ist eben der Mond in den Fischen wahrlich abhängig von Neptun und Jupiter. Jupiter steht schwach im Steinbock, doch stark in einem Eckhaus: die Position der Reederei ist stur und unverrückbar, also steinbockmäßig. Neptun bildet eine schicksalhafte Konjunktion zum Mondknoten: das ganze seefahrerische Konzept der Reederei und der Behörden wird letztlich durch die Havarie verändert werden. Dies bezieht sich nicht nur auf den einen Unfall der Fähre. Neptun steht im Haus 8, dem Haus der Veränderung und vielleicht des Todes. Demnach, und gemäß der Politik des Verschweigens, wird sich die Reederei in Existenznöte bringen, wenn sie nicht schon längst darin ist. Und auch auf den Canaren werden neuerdings Entscheidungen von Provinzfürsten und Bürokratie – in Spanien, gelinde gesagt, nicht besser, als bei uns – nicht einfach mehr so hingenommen. Der Mond, den wir als die Familie sehen, steht in Opposition zu Saturn, der aber auch Herrscher von Haus 7, also Herrscher des Hauptsignifikanten der Reederei ist. Und er steht – zum x-ten Male betont an dieser Stelle – am Punkt der Mondfinsternis vom 21. Februar 2008, der bekanntlich „Vertuschungen und Intrigen“ bedeutet. All dies ist hier zutreffend und anschaulich durch das Horoskop geschildert. Peter Toth hält trotz seines Namens scheinbar wenig von Esoterik. Das ist für einen Philosophen schade, denn er entäußert sich damit der Möglichkeit, seine Lage als den Beginn von etwas Neuem aufzufassen, aus dem ihm Freiheit erwachsen kann, die viel mehr wert sein könnte, als aller materieller Besitz oder Erinnerungsstücke. Speziell an diesem Punkt, beim Jammern wegen verlorener Erinnerungsstücke, fehlt mir das Verständnis. Sollte man doch froh sein, von ihnen befreit zu sein. Freilich bedarf es vielleicht eines solchen Paares, um die Reederei letztlich das Fürchten zu lehren. Denn sie scheinen entschlossen zu sein, ihr Leben diesem Kampf zu widmen. Dass die Reederei und die Behörden durch Neptun in Haus acht vertreten sind, zeigt auf, wie hier der Betrug überhaupt Ursache einer Taktik der Verschleierung ist. Irgendwo versucht einer die Hand aufzuhalten und viel Geld von einer Versicherung zu kassieren. Uranus zeigt jedoch mit einem Sextil zu Jupiter an, dass die scheinbar Unbeweglichen sich werden bewegen müssen. Die Versicherung verspricht auch für die Familie Toth Geimer der Hebel zu werden, bei dem sie ansetzen können. Immerhin geht auch der Mond eine Konjunktion mit Uranus ein, der das Haus 8 regiert, also die Versicherung. Bleibt zu wünschen, dass die Toth Geimers ihren Hungerstreik rasch beenden und sich trotz des Kampfes gegen das betrügerische Monster, das die Reederei zu sein scheint, der Botschaft des Glücks im Unglück nicht gänzlich verschließen. Das Sextil von Uranus zu Jupiter, dem auch der Mond, also die Familie begegnen wird, deutet darauf hin, dass man sich irgendwie doch einigen wird. Wer mehr lesen will, suche unter dem ganz unten angegebenen Link in der Blogroll von La Palma Aktuell – Frische Nachrichten aus La Palma.

Astrologie

Der Kaiser ist nackt, oder: Das Composit

Nürnberg, 12:20 – herrlich draußen. Bevor ich joggen gehe, hier ein paar Gedanken zu Composit-Horoskopen. Ein Composit ist ein Horoskop, in dem aus zwei (oder mehr) Geburtshoroskopen die genauen Zwischensummen der jeweils einzelnen Planetenpositionen berechnet werden, um dann ein drittes Horoskop zu erstellen. Nun könnte man einwenden: dies sei ja Unsinn, denn die so errechneten Planetenstände entsprächen ja keiner Wirklichkeit am Himmel. Das ist richtig. Doch Unsinn ist das nicht: im Gegenteil. Nichts zeigt das Wesen einer Partnerschaft besser und tiefer, als solch ein zusammengerechnetes Horoskop. Und dies gilt auch für Transite und damit bedingte Auslösungen. Wie kann das aber sein? Das kommt vom Wesen der Astrologie, die aus der Zahl geboren wurde, genauer: aus dem Rhythmus der Zahlen, der Verhältnismäßigkeit von Zahlen zueinander. Und diese ist nichts anderes, als die Verhältnismäßigkeit der ganzen Natur. Wenn wir dann einen winzigen Schritt weiter gehen, so begreifen wir schnell: es gibt in Wirklichkeit nur Verhältnismäßigkeiten. Ein Ding verhält sich zu einem anderen. Beide sind in Bewegung, stehen wieder in einem Verhältnis zu einem dritten. Dieses selbst ist wieder in Bewegung. Insofern ist unser Bewusstsein, selbst auch in Bewegung, der einzige annähernd feste Maßstab und der erste, denn von ihm sind alle anderen Methoden abgeleitet. Das Wort „ist“, ist eine Illusion, das Wort „wird“ die Wahrheit. Das läuft freilich auf eine universelle Paradoxie hinaus, mit der sich schon Heraklit und Parmenides auseinandergesetzt haben. Wo alles „wird“, sagt Parmenides, oder läßt er durch den Mund der Göttin (!) sagen, muß es ein einheitliches, unveränderliches Sein geben. Und Heraklit, auch ca. 500 bis 600 vor Christus, hält mit seinem panta rei, πάντα ῥεῖ, „Alles fließt“, dagegen. Der Geist selbst, der Logos, ein Wunder, offensichtliche Emanation Gottes. Und deshalb machen sich die Zweifler – in aller Vernunft – auf´s Ganze gerechnet, so lächerlich, wie die Möwe vielleicht sich lächerlich macht, die meint, die Welt dreht sich, weil sie mit dem Flügel schlägt, was ja noch nicht einmal falsch ist. Genau genommen gibt es also keine absoluten Zahlen im Sinne einer Realität, und alle Zahlen gehen aus der Einheit hervor, die die Eins ist. So praktisch Mathematik ist, sie muss sich philosophisch sagen lassen, dass sie nicht nur eine rein spekulative Wissenschaft ist, sondern gar keinen festen Grund haben kann. Dies war unseren Vorfahren noch selbstverständlich. Wenn man heute mit mathematischer Hilfe den Kern der Materie bloßstellen will, so ist es wenig verwunderlich, dass sich die Materie quantenphysikalisch als russische Puppe Babuschka entpuppt, als Tunnel, durch den am Ende der Heilige Geist winkt. Ich benutze die Mathematik ja selbst, doch es wird Zeit, ihr den aufgeplusterten Habitus der Weisheit zu nehmen, den sie sich mit String-Theorie und Weltallberechnungen der angeblich letzten Grenzen zuzulegen versucht: denn der Kaiser ist nackt. Für die Konvention der Rechnung, wie man sagen muß, hat man sich darauf geeinigt, Zahlen zu addieren und alles Mögliche mit ihnen anzustellen. Das ist schon ein magischer Trick, eine Transzendenz. Denn wie könnte man die Eins verdoppeln? Alle Harry Potters dieser Welt vermuten tiefen Zauber in Hoghwards, doch fällt keinem mehr auf, dass sie von Montag bis Freitag Zauberei im Mathe-Unterricht im G8 betreiben, wobei freilich größter Wert darauf gelegt wird, niemanden hinter den Sinn sehen zu lassen, den man selbst gar nicht kennt. Sokrates wusste, dass ein zu viel an Mathematik zur Verblödung führt und empfahl, sich zu beschränken auf das praktisch Brauchbare. Hier – wie überall – liegt der Urgrund des Irrtums, die Spaltung unseres Bewusstseins verborgen. Doch da wir dies nunmal tun, so sei es auch erlaubt, die Dinge zum Ursprung zurückzuführen. Das geht prächtig durch Astrologie, deren Wesen immer nur ein Vielfaches der Eins darstellt, und wo es darum bestellt ist, harmonische und weniger harmonische Gewohnheiten der Natur als Teilbarkeit und Verhältnismäßigkeit der Zahl Eins, der Grundeinheit zu sehen. Dies ist einerseits exakt, andererseits kommt es aber nur auf die Exaktheit des Drittels (Trigon), des Viertels (Quadrat), der Hälfte (Opposition), dem Sechstel (Sextil), usw. an.

Wer hätte sich noch nicht gewundert über Angleichungen sogar physiologischer, körperlicher Merkmale lange zusammenlebender Paare? „Was wir in Beziehungen wahrnehmen“, schreibt die geniale Liz Greene, „sind häufig nicht die einzelnen Persönlichkeiten, sondern die verschiedenen Dimensionen des Composits.“