Geschichte, Personen, Weltbild

„Von den gesicherten Grundlagen der Astrologie“

chiron

Durch alle Wesen reicht der eine Raum

Weltinnenraum. Die Vögel fliegen still

durch uns hindurch. O der ich wachsen will,

ich seh hinaus, und in mir wächst der Baum.

Rainer Maria Rilke (Es winkt Fühlung zu fast aus allen Dingen, III Strophe 1914)

Ein Astronom möchte gerne wissen: wie wirken denn die Planeten und auf welche Weise? Er hält dies für eine einfache Frage, auf die er auch eine einfache Antwort haben möchte. In seinem Sinn verlangt er danach, über eine materielle Ursache belehrt zu werden, die zweifelsfrei belegt: hier kann man quasi etwas anfassen und messen, welches eine Wirkung auf uns sicher belegt.

Dabei reicht es ihm nicht, sich den Mond zu betrachten und seinen Einfluss auf jedes bewegliche Molekül auf Erden: Wasserwesen, die wir sind (Chemiker sagen, wir bestehen zu 90% aus Wasser), gibt es keinen Grund anzunehmen, warum Ebbe und Flut nicht auch in uns stattfinden sollten und daher eine kräftige Wirkung haben (dies freilich eine Binsenweisheit).

Da wäre zum Beispiel die Quadratur des Mars mit dem Saturn, bezogen auf die Erde. Die Strahlen der beiden treffen in einem 90 Grad-Winkel aufeinander und dieser Winkel verursacht eine disharmonische Wirkung. Das lässt sich leicht nachvollziehen, wenn man nur zwei Flüsse in diesem Winkel ineinander überfließen lässt. Dass Sextil und das Trigon benehmen sich anders, harmonisch: sie erlauben eine nicht konfrontative, sondern eben eine harmonische Verbindung der beiden Gewässer. Dies lässt sich objektiv nachweisen anhand der Wasserkristallfotos von Emoto, entnommen an der Stelle des Zusammenflusses, um ein Beispiel zu erwähnen. Es wird aber auch im Strömungsinstitut in Herrischried im Hotzenwald schon lange mit diesen Prinzipien geforscht und gearbeitet.

Die Antwort des Astronomen wäre wohl: „Das kann aber nicht sein, denn das wenige reflektierte Licht dieser beiden Planeten kann unmöglich menschliches Tun und Befinden solchermaßen beeinflussen.“ Dabei wird aber vergessen, dass wir mit der Erde, auf die diese Wirkungen ausgeübt werden und auf die sich diese Winkel – harmonisch oder disharmonisch – beziehen – in einem gravitativen Raum befinden, bzw. diesen laut allgemeiner Relativitätstheorie sogar bilden, in dem alle Himmelkörper ständig miteinander umfassend interagieren. Wäre der Saturn nicht da, würde also in seiner Bahn fehlen, so hätte die Erde eine ganz andere „Figur“ zu den verbleibenden Planeten. Dieses Maß ist auch die Gewalt seines Einflusses auf alles Lebendige auf der Erde und die ganze Materie, und ebenso bei den anderen Planeten.

Der Astronom fragt weiter, und er tut dies aus dem Wissen heraus, selbst bereits Abermilliarden von Sternen da draußen zählen zu können, warum wir Astrologen denn ausgerechnet 7 alte und drei plus x neue Planeten in unserem astrologischen „System“ haben, und keine anderen?

Diese Frage impliziert allerdings ein merkwürdiges Verhältnis zum gewachsenen menschlichen Bewusstsein. Die sieben alten Planeten (mit Sonne und Mond) sind diejenigen, deren Präsenz und Bedeutung den Menschen zu allen Zeiten relativ einfach offenbar war, ohne, dass sie ein Hilfsmittel brauchten. Sie sind also in das, was wir mit C.G. Jung kollektives Bewusstsein nennen könnten, hineingewachsen.

Zuallererst interessiert sich die Astrologie für die Sonne und ihre vier kardinalen „Punkte“ im Jahreslauf: Herbst- und Frühlings Tag- und Nachtgleiche und der längste und kürzeste Tag. Um ein Bild zu gebrauchen: wir schauen aus dem Fenster vor unser Haus am Meer und sehen zwar unendlich viele Gegenstände, aber jahrtausendelang nur sieben verschieden große und farbige Fische vor unserem Fenster regelmäßig, und einem jeweils eigenen Muster folgend, vorbeiziehen. Naturgemäß haben diese für uns eine ebenso größere Bedeutung, wie der Speisefisch, den wir auf dem Teller haben, eine größere Bedeutung für uns hat, als alles, was im Ozean sonst noch schwimmt.

Davon abgesehen hat sich die Bedeutung des Fixsternhintergrunds für die Menschen gewandelt und wird sich sicher wieder wandeln, worauf gesondert einzugehen ist.

Dennoch ist die Bedeutung der „alten“ Planeten mit dem sich entwickelnden Bewusstsein des Menschen selbst verwachsen und gewachsen: es gab des Nachts kein anderes „Kino“, als dieses, und das über unvorstellbar lange Zeiträume hinweg, wo die Menschen nachfühlbar beobachten konnten, was einer bestimmten Gestirn*-Stellung gemäß in ihnen selbst, als emotionale und geistige Korrespondenz von statten ging.

*sic, Stern.

Wer nun meint, daraus den Umkehrschluss ziehen zu können, dass man sich also dies wieder nur aus historischen Gründen einbilde – der nächste Einwand des aufmerksamen Astronomen wohl – dem fehlt der Sinn für die Realität gewachsener lebendiger Bewußtseinsstrukturen. Diese sind, obwohl nicht materiell, anfassbar, berührbar, dennoch eine so felsenfeste Realität, wie irgendein gewachsenes Gebirge: zum Beweis kann allein ihre Existenz zum Jetzt-Punkt der Gegenwart dienen, denn eben dies ist der Beweis, dass sie bisher alle Zeiten überstanden haben. Aus diesem Grund sind auch gesellschaftliche Veränderungen nur sehr langsam zu haben. Um wieder einen passenden Vergleich zu finden: auch die menschlichen Körperteile haben sich – wie das Bewußtsein – aus Formen entwickelt, die mit Sicherheit anders waren, als heute sie es sind. Im „Gebrauch“ unseres Körpers nutzen wir jedoch auch gleichzeitig die Geschicklichkeit der Vergangenheit und müssen sie gleichermaßen respektieren und einsetzen, ohne uns davon lossagen zu können. Dies gilt um so mehr vom Bewußtsein und vom gültigen Wissen der Vergangenheit.

Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, wie wir unsere Ahnen sehen in Bezug zu unserem heutigen Zustand. Ob wir sie als vergleichsweise „unfertig“ betrachten, oder aber sogar uns gegenüber zumindest teilweise ausgestattet mit brauchbaren, sinnvollen und realitätsbezogenen Fertigkeiten, die wir heute so nicht mehr haben. Speziell dieser Punkt ist für Esoteriker bedeutend und wird gesondert zu betrachten sein, denn er ist ebenso bedeutend bei der Betrachtung des Himmels und der Planeten. Um nur ein Beispiel vorwegzunehmen, berichtet der französische Antropologe Claude Lévi-Strauss von einem Stamm in Südamerika, der in der Lage war, die Position der Venus am Taghimmel zu sehen und damit absolut korrekt zu bestimmen.

Um nun den weiteren Gedankenweg zu verstehen, ist es sinnvoll, sich mit den Feldern morphogenetischer Resonanz eines berühmten Wissenschaftlers namens Rupert Sheldrake auseinanderzusetzen. Demnach sind Bedeutungsfelder tatsächlich und im materiellen Sinn formbildend. Sheldrakes von einigen seiner Wissenschaftler-Kollegen angefeindete, aber gut dargestellte Theorie, könnte einmal wahrhaft erprobt die Evolutionstheorie in ihrer unbefriedigenden Zufallslösung um einen Anteil ergänzen, der auch durchaus in der Lage wäre, der menschlichen Intelligenz ein Stück ihrer Würde wieder zu geben, das ihr durch jene genommen wurde.

Mit anderen Worten: aus dem bereits Gesagten geht hervor, dass die Bedeutungen der Planeten (oder, wie man früher treffender sagte: der Planetenspähren) ein solches Feld „morphischer Resonanz“ sind. Dies gilt gleichermaßen für die Tierkreiszeichen. In diesem Wort steckt mehr als „Tier“: das germanische „Tyr“, der Himmelsgott. Obwohl diese Verbindung leider durch Verbrecher kompromittiert wurde, bleibt sie als historischer Schlüssel relevant. Wieder müssen und wollen wir auf eine tiefere esoterische Ebene verweisen, die jenseits des Begriffs „Morphogenetisches Feld“ mit lebendigen und lebendig erfahrbaren Wesen zu tun hat, deren Zwölfzahl sich einerseits durch die Geometrie, andererseits damit korrespondierend und in eines fallend, mit den geometrische Muster in den Raum malenden Planetengottheiten zu tun hat.

Denn bei allem Versuch, Astrologie zu „materialisieren“ und zu „belegen“ wird nur ein lebloses All vorfinden, wer nicht spürt, was Kepler schreibt:

These VIII:

„Alles nämlich, was am Materiellen teilhat, ist, soweit es daran teilhat, seiner Natur nach kalt. Alles dagegen, was seiner Potenz nach warm ist, verdankt diese Qualität einer lebendigen Kraft, sei diese nun seine eigene, oder die Kraft dessen, aus dem es hervorging.“

Nun mag der Astronom ausrufen: „Wie, so simpel?“ Nun, freilich, dies zur einen Seite. Der materiellen. Um diese Seite ganz zu ergründen bedarf es einer Zusammenarbeit mit hervorragenden Naturwissenschaftlern auf Keplers Pfaden, die das Leben selbst und die Astrologie als weise Lehre anerkennen und ergründen wollen. Dr. Masaru Emoto und Dr. Rupert Sheldrake sind schon mal vorausgegangen.

Tatsächlich ist aber der geistige Weg, der zu einer „Harmonia Mundi“ führt, nicht abzukürzen: es geht bei der Astrolgie um die Frage, was denn Geometrie und Bewusstsein miteinder zu tun haben, und ob es dieselben Prinzipien sind, nach denen der Mensch gebildet ist, und nach dem die Planeten ihre rhythmischen Bahnen ziehen. Dies ist der eine Teil einer astrologischen Geheimwissenschaft, die jedoch nur insofern geheim ist, als dass sie voraussetzt, dass man/frau in der Lage ist, Keplers These XXXVI (Von den gesicherten Grundlagen der Astrologie) nachzuvollziehen:

kepler

Johannes Kepler, 27. December 1571 um 14:37 in Weil Der Stadt

„Es folgt ein anderer Gesichtspunkt, der alle Planeten in gleicher Weise betrifft, weitaus bedeutender als der erste, und einer, der um vieles mehr Bewunderung findet. Denn dieser hat nichts Materielles an sich, sondern gehört in den Bereich der Form, und zwar nicht einfacher Form, sondern einer, die geistige Fähigkeit, Intelligenz und das Studium der Geometrie erfordert. Er leitet nämlich nicht in geraden Linien von einzelnen Himmelskörpern ihre Kraft ab, sondern versucht das Zusammentreffen von jeweils zwei Strahlen auf der Erde einzuschätzen, mögen sie nun nach den Regeln der Geometrie oder unregelmäßig zusammentreffen. … Obwohl dies von der Erfahrung aufs Nachdücklichste bestätigt ist, waren mir folgende grundsätzliche Überlegungen dafür hinreichend genug.“

Pythagoras hat nach denselben Prinzipien, entnommen der Harmonie der Planetenbewegungen als geometrische Form, die Musiktheorie begründet.

Kepler selbst ist im obigen Abschnitt nicht ganz konsequent. Er spricht zunächst davon, dieser „Gesichtspunkt hätte nichts Materielles an sich“ und meint dies auch, um dann aber von „Strahlen“ zu sprechen, die aufeinander treffen. Wahrscheinlich waren diese für ihn nicht materiell.

Was er jedoch genau meint, führt er in seiner These XLIII aus:

„Und es ist dabei nicht abwegig, dass mit Leben begabte Wesenheiten, die nicht über die Fähigkeiten logischen Denkens verfügen, Verständnis haben für die Geometrie und durch sie wie nach einem Muster sich bewegen lassen. Es liegen Beispiele, die das kundtun, auf der Hand. Es stellt der Baum mit seiner plastischen Bildekraft keine Berechnungen an, und dennoch führt er soweit wie möglich den Willen des Schöpfers aus: mit Bezug auf die Anordnung der Blätter, im Hinblick auf die Früchte und auf einen bestimmten Zweck. Ja sogar seine Schönheit, die sich aus seinem Zahlenverhältnis ergibt, tragen alle Samen in sich. Der Fünfzahl bedienen sich die meisten Pflanzenarten, und das nicht aufgrund eines unausweichlichen Gesetzes der Materie, das sich vom Baum auf die Frucht überträgt – wobei diese Bewahrung der Fünfheit unmöglich ist -, sondern aufgrund der Kommunikation der plastischen Bildekraft, mit der diese schöne Anordnung von vornherein verbunden ist. …“ (1602)

Es geht also – wir verbinden den Gedanken von oben – um formbildende, geometrische Genetik. Ein Prinzip ist es also, nach dem die Natur (Edelstein, Pflanze, Mensch, Ton) sich bildet und nach dem die Astrologie – in meinen Augen ein Geschenk der Götter als Seelenkompass – die seelische Entfaltung des Menschen beschreibt und beobachtet.

Zum voraussehbaren Einwand des Astronomen in Bezug auf die DNS verweisen wir daraufhin, dass damit die Sache nicht weniger begründet ist und weitere Gesichtspunkte hinzukommen.

Aus dem oben Gesagten geht wie von selbst die Erklärung für die Bedeutung der neu hinzugekommenen Planeten hervor, ob man sie nun vorher schon kannte, oder nicht. Es geht dabei um einen zentralen Begriff in der Astrologie: dem der Entsprechnung. Die Planeten bedeuten eben dies, was dem Gehalt und der Stimmung ihrer Entdeckung und der Zeit entspricht. Insbesondere Uranus, dessen Umlaufbahn nahezu exakt die Länge des Lebens seines Entdeckers markiert, war für die Astrologie eine gewaltige Erneuerung und Revolution. Tatsächlich kann man Uranus, wenn er in Opposition zur Sonne steht und man seine Position kennt, als matten Schimmer und entsprechender Lichtarmut auch sehen. Seine Entdeckung kam für die Astrologie genau zur richtigen Zeit und geht naturgemäß mit einer Bewußtseinsveränderung der Menschheit Hand in Hand. Auf den zu erwartenden Einwand können wir deshalb erwidern: mit jedem neuen Planeten hat sich die Menschheit gewaltig verändert. Wie sich sich verändert hat, dass zeigen gerade die Bedeutungen der Planeten.

Allein schon deren Namensfindung, die ja immer quasi unter Ausschluss astrologischer Einflussnahme allein von Astronomen vorgenommen wurde (die Geschichte der Namensfindung von Uranus könnte ein Buch füllen), zeigt, dass sich außerdem Bedeutungsinhalte aus dem kollektiven Unbewussten der Menschheit, ihrer Mythologie, mit gewaltiger Kraft einen Weg an die Oberfläche des Bewusstseins gebahnt haben. Daher ist die Befragung von planetaren Qualitäten unter Assistenz der mythologischen Vorgaben in Verbindung mit tiefenpsychologischen Erkenntnissen des letzten Jahrhunderts so ungeheuer fruchtbar.

Dieser Abschnitt der revolutionären Veränderung der Menschheit ist offensichtlich nach der Entdeckung Chirons 1977 zu einem vorläufigen Abschluss gekommen, so dass nachfolgende oder parallele Himmelskörper uns nicht mehr so intensiv ansprechen, einmal abgesehen von Pollux oder Vesta, die bereits Eingang in die astrologische Literatur gefunden haben. Das bedeutet aber nicht, dass nicht unter den oben angedeuteten Gesichtspunkten einer universellen Geometrie des Lebendigen nicht prinzipiell jeder Himmelskörper von einem Astrologen beobachtet und in seinen Wirkungen beschrieben werden könnte. Denn in dem Augenblick, wo er das tut, nimmt er ja de facto Verbindung zu diesem Körper der Schwerkraft auf und hat die Möglichkeit, die Natur dieser Verbindung zu beschreiben. Ob die anderen Astrologen oder die Menschheit ihm darin folgen wird, ist eine andere Sache.

Dasselbe gilt natürlich für astronomische Punkte, wie Lilith. Anderer Natur sind die „arabischen Punkte“, deren Zusammenhang mit dem Horoskop aus dem Gedanken der Geometrie aber ebenso und dennoch gegeben ist. Dieser Gedanke ist es auch, der alle astrologischen Schulen miteinander verbindet, auch den siderischen mit dem tropischen Tierkreis, die beide eine 30 Grad Einteilung haben und brauchen, wobei der siderische, den die Inder benutzen, ebenfalls zunächst auf den tropischen Kreis (den Widder 0-Grad-Punkt der Tag- und Nachtgleiche im Frühling) Bezug nimmt, auf diesen umgerechnet wird.

Astrologie ist also, wie Robert Zoller schreibt, „die Lehre, wie die verschiedenen Formen, die im Licht des Bewußtseins … enthalten sind, die Substanz des Geistes beeinflussen und die vielfältigen Erscheinungsinhalte des Lebens hervorrufen.“

Daher, aus dem Gesetz und dem Geist dieser Formen – sie zeigen sich anschaulich als salomonisches Siegel, Pentagramm, gleichschenkliges Dreieck, Quadrat, ect. “wird deutlich,“ schreibt Zoller weiter, „dass die prognostische Astrologie nichts weiter ist als die praktische Anwendung metaphysischer Gesetze.“

Um dies anzuerkennen ist freilich erstmal ein Bewusstsein dafür nötig, dass es Geist gibt, am tiefsten beschrieben durch die Frage: „Warum ist überhaupt etwas?“

Wenn das schon alles wäre, hätten wir nicht viel gesagt. Im Lichte der modernen Geistesforschung kommt jedoch noch etwas hinzu, was wir den eigentlich esoterischen Inhalt der Astrologie nennen können. Gegeben wurde uns dieser Inhalt durch Rudolf Steiner, der aus seiner Forschung und in seiner astrologischen Ausrichtung uns den Weg gezeigt hat, nach dem die Seelen, einschließlich unser eigenen, nicht nur hier auf der Welt leben und nicht nur eine einzige Existenz im materiellen Bereich mit- und durchmachen. Dadurch, als Kompass dieser Reise durch die Welten, bekommt die Astrologie überhaupt erst ihren tieferen Sinn. Nach seiner Lehre haben wir vor unserer Geburt auf der Erde eine Reise durch das Sonnensystem und darüber hinaus gemacht, und bringen daher die „Wirkungen“ der Planeten außerdem noch als Nachempfindung unserer eigenen Erfahrung mit. Steiner schreibt:

„Das Sternensystem zu dem wir Menschen gehören, ist ein Ganzes. Und der Mensch hängt mit allen Kräften dieses Sternensystems zusammen. Nur grober Materialismus kann glauben, dass der Mensch allein mit der Erde im Zusammenhang stehe. Man braucht sich nur anzusehen, was für ein Verhältnis zwischen Mensch, Sonne und Mond in den Ergebnissen der „Akasha-Chronik“ festgestellt wird. Daraus wird man sehen, dass es eine urzeitliche Entwicklung des Menschen gegeben hat, in der sein Wohnplatz ein Weltkörper war, der aus Sonne, Mond und Erde noch gemeinschaftlich bestand. Daher hat auch heute noch der Mensch in seiner Wesenheit Kräfte, die verwandt mit denjenigen der genannten Weltkörper sind. Nach diesen Verwandtschaften regelt sich auch heute noch bestehender Zusammenhang zwischen Wirkungen der ausgewählten Weltkörper und dem, was im Menschen vorgeht. Allerdings sind diese Wirkungen sehr verschieden von denen rein materieller Art, von denen ja die heutige Wissenschaft spricht. Die Sonne wirkt zum Beispiel noch durch etwas ganz anderes auf die Menschen als durch das, was die Wissenschaft Anziehungskraft, Licht und Wärme nennt. Ebenso gibt es Beziehungen übersinnlicher Art zwischen Mars, Merkur und den anderen Planeten und dem Menschen. Von da ausgehend kann, wer dazu Veranlagung hat, sich eine Vorstellung machen von dem Gewebe übersinnlicher Beziehungen zwischen den Weltkörpern und den Wesen, welche sie bewohnen. Aber diese Beziehungen zur klaren, wissenschaftlichen Erkenntnis zu erheben, dazu ist die Entwicklung eines ganz hohen übersinnlichen Schauens notwendig.“ (Aufsatz von 1905)

Zuletzt also noch der Einwand, man müsse ja doch wieder dran glauben oder irgendwie anders denken und fühlen. Dem kann aber nicht statt gegeben werden. Denn wenn wir die Objekte jenseits von Saturn und Uranus „beobachten“ wollen, dann brauchen wir, ganz unabhängig von Übersinnlichkeit, dafür auch eine Art Übersinnlichkeit: technisches Gerät nämlich, das über unsere Sinne hinausführt. Genauso, nur unter der Schulung des feinsten und letztlich einzigen „Mess- Apparates“, über den wir verfügen, unserem Bewusstseins nämlich, „funktioniert“ übersinnliche Schulung, und funktionierte sie schon immer, seit es Menschen gibt, die ihrer bedürfen. Und die Ergebnisse der Forschung aus diesem Bereich, verglichen von Personen, die über ein solches Wahrnehmungsvermögen verfügen, decken sich durchaus und lassen sich objektiv und logisch weitervermitteln.

Personen

Saturn in der Jungfrau

saturntempel

Foto Berthold Werner

Saturn rückläufig, oder – etwas feiner – retrograd – kann man vergleichen mit einer alten Galleone, die gegen den Wind kreuzt, während sie dennoch, von einer Strömung getrieben, statt voranzukommen, zurückfällt.

Doch was bedeutet Saturn? Es sind zwei Wege, durch die wir sein Wirken erkennen: der eine effektive, ist: Saturns Zusammenspiel mit Mars in Betracht zu ziehen. Besonders die Konjunktion oder das Quadrat, aber auch die Opposition offenbart uns eine Stimmung und Ereignisse, die dem feindlichen Zusammentreffen zweier miteinander ringender Prinzipien entsprechen.

Diese Zeiten sind nicht ignorierbar. Das letzte Quadrat auf der mundanen Ebene war am 16.12.2008, am 28 Dez. dann die Pluto-Mars Konjunktion im Steinbock mit dem Krieg in Palästina, vorher Straßenschlachten inGriechenland, das dem Steinbock und der Jungfrau zugeordnet ist.

Wir mögen erst anfangen, darüber nachzudenken, warum das so ist, aber nicht bei Trost kann genannte werden, wer glaubt, dieses Zusammenspiel würde auf Erden keine Wirkung haben. Dass so viele Wissenschaftler sich von diesen Dingen abgewandt haben, liegt wohl auch daran, dass es eines kleinen Studiums bedarf, das nicht von heute auf morgen geleistet werden kann, um diese Dinge erkennen zu können.

Dies jedoch der erste Weg. Der zweite ist: einen Menschen zu kennen, der Saturn in dem Zeichen hat, in dem er eben gerade läuft. Da Saturn wenig mehr als zwei Jahre braucht, hat man für diese Meditation etwas Zeit. Der Philosoph René Descartes hat Saturn z.B. in der Jungfrau. Sie finden einiges über sein Horoskop in diesem Blog. Nützlichkeit der Gedankenordnung, Trennung von Bewußtsein und Naturwissenschaft, das sind die Stichworte des Denkers, der seine Sonne im Zeichen Skorpion hat. Hier tritt eine „subtile Einsicht in die Kompliziertheiten des menschlichen Geistes (zu Tage). diese Fähigkeiten müssen aber ans Licht gebracht und auf Hochglanz geputzt werden, um brauchbar zu sein“, schreibt witzigerweise – wegen des Brauchbarkeits-Diktums – die Sonnen-Jungfrau Liz Greene, die ihren Saturn selbst im Zeichen Löwe führt.

Dann sucht man sich einen zweiten und einen dritten Menschen mit Saturn in der Jungfrau, und langsam wird klar: diese Menschen ordnen Resourcen. Viele tun dies beruflich, andere privat. Um die praktischen Dinge auf die Reihe zu kriegen, müssen sie einen starken Widerstand überwinden. Doch eben daraus kann Kompensation und Meisterschaft erwachsen, wie nur Saturn sie ermöglicht. Vorsichtig und ruhig möchte man den Bedingungen des Alltags begegnen; gelingt dies nicht, droht aber auch oft einfach Angst und Kurzschlussreaktion.

Bild oben: Rom, Saturntempel

Fotos, Mond, Personen

Mond im Zwilling und Sonne im Steinbock

img_3288

Foto Markus Termin ©

Nürnberg, 21:58 – bringt perfekte Diplomaten hervor.  Eine mit mit dieser Kombination geborene ist mit Mond im Zwilling und Sonne im Steinbock Joan Baez, 9. Januar 1941 at 10:45 AM in Staten Island (NY) (USA):

joan-baez

„Die Frau mit dieser Mond Thematik im Geburtsmuster hegt die Sehnsucht nach einer freundschaftlich fröhlichen Gemeinschaft mit ihrem Partner. Sie ist für den Mann die Kameradin, mit der man Pferde stehlen kann“, schreibt Randolf Schäfer. Mond-Merkur ist ein sehr bewegliches Prinzip. Joan Baez zu ihrer Freundschaft mit Bob Dylan (Robert Zimmermann): „Ich werde ihn nie verstehen.“ Der hat eine Zwillings-Sonne, einen Steinbock-AC und den Mond im Stier. Und natürlich Angst um seine Männlichkeit, wenn seine Sonne auf ihren Mond trifft, statt umgekehrt, wie es für ihn wohl angenehm wäre.

Mundan, Personen

Frau zwischen zwei Männern

lilith

Nürnberg, 20:09 – vor einiger Zeit hatte ich hier schon mal einen Post zum Thema Dreierbeziehung: Mann mit drei Bindungen « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

Allein schon aus paritätischen Gründen geht es hier um eine Frau. Doch die Parallelen sind auffällig: hatten dort alle drei Horoskope eine Mars-Venus Konjunktion aufzuweisen, so ist es hier die Lilith-Mond Kombination, die sofort ins Auge fällt: das obere Horoskop ist ihr eigenes. Sie hat also sehr dominat Lilith-Mond im ersten Haus in der Jungfrau.

frau-zwischen-zwei-mannern

mann-eins

mann-zwei

Ich möchte hier also auf die bemerkenswerte Übereinstimmung von Planeten bzw. Wirkpunktverbindungen (denn Lilith ist der zweite Brennpunkt der Mond-Elypse) aufmerksam machen, die einem Wiederholungsmuster zu folgen scheinen: dort Mars-Venus, hier Mond-Lilith. Das bedeutet, die beiden Männer ziehen eine Frau an, die genau ihrem Mutter-Bild der vertrauten mütterlichen und der geheimen verführerischen Energie entspricht. Und die Frau (oberstes Horoskop, zwei mal klicken, und es wird größer!) hat durch die Pluto-Verstärkung, die das Jungfrau-Thema enorm übersteigert, das Bedürfnis, ihr Ego über genau diese Mond-Lilith Verbindung bei ihren Freunden zum Tragen zu bringen.

Welcher der Männer für sie wohl passender wäre? Eine Beratung, die diplomatisches Geschick verlangt. Denn man/frau sieht anhand dieser Konstellation sofort, dass sie stark Ego-gebunden ist und Partner anzieht, die ihr Durchsetzungs- und Wirkbedürfnis im Sinne der Sicherheit und Nützlichkeit scheinbar bestätigen. Doch dies kann nicht das Ziel ihres Weges sein, und es liegt auch kein Glück darin. Sie müßte vielmehr – schwer für Pluto am oder beim AC – sich der Sonne zuwenden und ihr Wesen emotional begründen, die Sprache des Herzens erlernen (eventuell über eine Gemeinschaft). Beide Männer kommen aber nicht unbedingt ihrem Sonnen-Kern entgegen, sondern dem Macht-Zentrum am AC, sind also Weggefährten einer Selbstentdeckung, die dazu führen könnte, sich der eigenen zwiespältigen Mütterlichkeit und Mutterbeziehung bewußt zu werden. Dies um so mehr, als dass Saturn am AC eine Schicksalswende anbietet und fordert. Beim ersten Mann passt sicherlich die Aszendentenspiegelung Jungfrau/Fische und die Wasser-Sonne, beim zweiten die Venus im Krebs: er mag sie. Doch sie selbst will eigentlich eine Stier-Männlichkeit im Leben, und das sagt sie auch. Er soll zuverläßig sein und familiengründungswillig. Die Idee, das ganze als Mutter-Problem zu sehen, obwohl es sich doch um Männer handelt, geht auch auf den Fische-Mond des ersten Mannes zurück, der damit das, was sie im Partnerhaus anzieht (das Fische-Zeichen), mit Anima-Kraft aufläd. Er hat also, was sie will, aber eher auf einer weiblichen, als auf einer männlichen Ebene. Sie will einen Mann und bekommt einen Mutter-Ersatz hinzu. Eigentlich ideal, andererseits jedoch auch ein exaktes Bild ihres gegenwärtigen Befindlichkeitsstandes. Käme sie mal dahin, diesen Mutterersatz nicht mehr zu brauchen, fällt auch der Mann weg. Und sie müßte – was sie (Pluto, Pluto!) auf keinen Fall will – über ihren Schatten (Lilith) springen, und ihr Sicherheitsbedürfnis für einen Mann opfern, der Sicherheit nicht bietet, sondern mit seinem Fische-AC ein Nähe-Ferne Problem hat, und eigentlich gerade in ihr Sicherheit zu finden hofft. Ob sein Mars in der Jungfrau (immerhin Erde, also trigonal zum Stier-Mars) ihren AC angreift oder auf Trab bringt, ist nicht ausgemacht: wahrscheinlich beides. Und dann die Venus in Haus 12 im Löwen bei ihr: will sie, was sie will? Ganz Frau sein im Löwen und sich damit verstecken müssen (Haus 12) passt zu einer einsamen Bucht in Kroatien.

Was Lilith eigentlich bedeutet, erfährt man an einer Vielzahl von Horoskopen durch sehr direkte Lebensentsprechungen: die Dame mit Lilith in Haus 5 arbeitet als Domina, der Mann mit Lilith in 3 hat eine Schwester, die als Prostituierte arbeitet. Und Lilith im Haus 7 zieht Geschlechtskrankheiten an. Dennoch ist auch dieses geheimnisvolle Prinzip – Lilith ist, während ich das schreibe auf 00:28º Steinbock und hat also eben das Zeichen gewechselt, acht Jahre und etwas mehr als zehn Monate wandert der/die Lilith Punkt durch den Tierkreis – nicht nur negativ, sondern die notwendige Verbindung zur „dunklen Seite der Macht“. Lilith in der Jungfrau erntet demnach vielleicht auch Mutterkorn, Lilith im Steinbock verstärkt jetzt Pluto – so manche Verirrung gesetzgeberischer Norm mag hier ihren Anfang nehmen: der Mißbrauch von Regeln allenthalben: auch Astrologen sind davon nicht ausgenommen.

Personen

Depardieu

Nürnberg, 23:51 – Gérard Xavier Marcel Depardieu, der Schütze-AC in voller Gustav Gans (Schütze AC) Manier „ich liebe das Leben, das Leben liebt mich“: geboren am 27: Dezember 1948 um 8:00 AM in Chateauroux (France):

depardieu

Hier sieht man ganz gut, was der unten erwähnte 60-Jahre Rhythmus von Jupiter und Saturn bedeutet. Depardieu wird heute 60; Jupiter und Saturn stehen wieder dort, wo sie ungefähr zum Zeitpunkt seiner Geburt auch standen. Der Sohn, Guillaume Depardieu, geboren am 7. April 1971 um 11:35 AM in Paris, starb vor drei Monaten an einer Infektion im Krankenhaus:

sohn-d
Beide haben/hatten, auffällig, einen sturen Steinbock-Mars. Kinderhaus des Vaters ist Sohnes Sonne. Vaters Mond ist Sohnes Vater-Haus.

Geschichte, Personen

Zwillinge

hase

Signet nach Joseph Beuys: Friedenshase mit Zubehör

Nürnberg 15:21 – eines der Argumente, oft gegen die Astrologie vorgebracht, ist die Geburt zum selben Zeitpunkt, die sich ja wohl in nichts unterscheide. Dies mag – in ganz seltenen Fällen – vorkommen. Wie jedoch selbst bei Zwillingen eine astrologische Differenz eindeutig ist, zeigen untere Zwillinge, am 16.02.2008 um 02:44 und um 02:50 in Nürnberg geboren. Wie es meist der Fall ist, zeigt selbst bei sechs Minuten Unterschied die Spitze des Hauses 10 (oder eines anderen), also des Mutterhauses, einmal knapp auf Krebs und einmal, beim jüngeren, bereits deutlich auf Löwe. Damit unterscheidet sich das Lebensziel der beiden beträchtlich (jeweils durch Klick 2 mal vergrößern):

zwilling-1

zwilling-2

Krebs an der Spitze des Hauses 10 bringt Menschen hervor, die eher keine Kämpfer-Natur sind, sondern man entwickelt, so Oskar Adler, „eine elastische Resistenz  …  er ist ein Meister der Rückzugs- und Defensivtaktik“. Mit Löwe an dieser Häuserspitze „entwickelt sich ein weit stärkeres Überlegenheitsgefühl. … Das Selbstvertrauen, das hier zutage tritt, imponiert und wird so zu einer wesentlichen Hilfe im Kampf um den Erfolg.“

Bemerkenswert und auffällig an beiden Horoskopen – es sind zwei-eiige Zwillinge, der eine etwas kleiner, als der andere mit ganz unterschiedlicher Haarfarbe, natürlich geboren – ist die Betonung des Hauses 3, also dem Haus der Geschwister. Dort steht sogar Merkur, der Zwillings-Planet selbst. Ebenfalls auffällig die Sonnen-Mars Konjunktion (als wäre der Bruder auch der natürliche Partner) und die Stellung des Mondes zur Mondknotenachse bei gleichzeitiger Mond-Venus Opposition, wodurch das Frauenbild nicht selten sich auf zwei diametral entgegengesetzte Wünsche (archetypisch) verteilt.

Glück und Gesundheit diesen Brüdern auf ihrem Weg!

Was aber soll der Beuyssche Hase mit Sonne da oben, zumal an Weihnachten? Der Antropologe Claude Lévi Strauss (Horoskopbesprechung in diesem Blog) stellt die Frage: „Warum haben die Ojibwa und andere Indianer aus der Sprachfamilie der Algonkin zur höchsten Gottheit, an die sie glauben gerade den Hasen gewählt?“ Dies wird, so Lévi-Strauss, auf dem gesamten amerikanischen Kontinent durch Mythen erklärt, in denen es eine Verbindung zwischen Hasen und Zwillingen gibt (C.L-S.: „Mythos und Bedeutung“, SV).

Gemäß den Lehren Rudolf Steiners gab es zwei Jesus-Knaben. Einen aus der salomonischen Abstammungslinie und einen aus der Linie Davids. Dies geht unter anderem aus der in den Evangelien geschilderten Abstammungslinie hervor. Außerdem wird immer wieder von einem Zwilling berichtet, und Thomas wird im Evangelium „der Zwilling“ genannt.

Eine weitere Verbindung zu Zwilling ist das ägyptische Hermopolis, die Hasen-Stadt im Hasen-Gau, wo die Hasengöttin Junot verehrt wurde (und Hermes, Thoth = Merkur). Und es gibt natürlich ein Sternbild des Hasen, das die ganze Sache noch vertiefen kann und wesentlich spannender macht: da muß ich noch weiter forschen …

Noch ein Argument: Albrecht Dürer, zu dessen Quasi-Signet der Hase wurde, war Zwillinge.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Personen

Heinrich Böll

heinrich-boll-fotoFoto: Bundesarchiv

Er wurde am 21. December 1917 um 8:00 AM in in Köln geboren, einer Schütze-Stadt, die perfekt war für diesen Schützen. An ihn habe ich eine persönliche Erinnerung, die ich hier zum Besten geben möchte: es war 1985, also ganz kurz vor seinem Tod am 16. Juli, wohl drei Wochen vorher, dass ich mit meiner jungen Familie von Basel nach Freiburg in der ersten Klasse fuhr. Nein, leisten konnte ich mir das nicht, aber der Kinderwagen passte nicht in die zu schmalen Gänge der zweiten. Da saß er dann, uns gegenüber im Abteil. Ich erkannte ihn sofort, meine Frau nicht: und ich sagte (einer seiner Buchtitel) kein Wort. Schließlich – er mußte etwas geahnt und beobachtet haben, ging er in den Gang um dort zu rauchen, und ich ihm nach, denn ich rauchte damals ja auch. Er gab mir zuvorkommend Feuer: „Na“, sagte er, „auch Schriftsteller?“ Ich war zu jung und wohl auch zu voreingenommen, um diese Auszeichnung des Nobelpreisträgers als das zu verstehen, was sie war. Vielleicht eine Anerkennung für ausbleibende Aufdringlichkeit? Nie werde ich ihm das vergessen, schließlich sind wir beide Kölsche Jong.

heinrich-boll
Im Horoskop steht der Fische-Mond im Haus des Schreibens: kein Wunder, dass er sich mit einer Fische-Sonne verstand. Dass dieser Mond auch medial veranlagt ist, bestätigt mir die Anekdote nur. Mit Mars in der Jungfrau wird ihm auch die Fleißarbeit leicht gefallen sein. Sein bedeutendstes Werk ist/sind – so Hans Wollschläger – die Kriegstagebücher. Jupiter im Zwilling macht ihn zum praktischen Wortarbeiter in Haus 6. Neptun-Saturn als Nikotion-Lebenslage ist bekannt.

Der Soldat Heinrich Böll: „Der Krieg, jeder Krieg ist ein Verbrechen; für immer bin ich absoluter Antimilitarist geworden.“; „ich hasse den Krieg, ich hasse ihn und alle diejenigen, die Freude an ihm finden, hasse ich noch mehr“; „ich hasse, hasse diesen Militarismus wie nichts auf der Welt“, „diese Knechtschaft, diese vollkommene Unterdrückung und Abhängigkeit von den primitivsten Kreaturen“; „es gibt nichts Brutaleres und Verbrecherisches“; „ich hasse den Krieg, hasse ihn aus tiefster Seele, den Krieg und jedes Lied, jedes Wort, jede Geste, jeden, der irgend etwas anderes für den Krieg kennt als Haß. Er ist so föllig sinnlos und die Politik ist so maßlos infam und verdorben, dass es niemals berechtigt sein kann, einen solchen Krieg zu beginnen.“

Personen

Frank Zappa

Lieber Leser,

leider starb dieser Mann viel zu früh. Auf dem unteren Bild sehen wir die kongeniale Illustration Calvin Schenkels zur Veröffentlichung von „One Size Fits  All“:


zappaGeboren am 21. Dezember 1940 um 6:22 AM in Baltimore Corner, MD (USA) zeigt dieses Horoskop das Signum royalistischer Herrschaft – die Konjunktion von Jupiter (also dem Geburtsherrscher) und Saturn im Haus der Kreativität. Leider starb Zappa viel zu früh am 4. Dezember 1993 an Prostata-Krebs.

Michèle Montrelay, Philosophin, Psychoanalytikerin und Feministin schrieb: „Nehmen sie sich vor der Musik in acht. (…) Sie singt, tanzt, lädt zum Feiern ein, erlaubt zu leben; aber wenn man sich zuviel mit ihr beschäftigt, dann tötet sie wie Kali. Deswegen muß man ihr einige Grenzen setzen …“

Ich hoffe, das stimmt nicht. Zappas Tod war auch deswegen so fatal im wahrsten Sinne des Wortes, weil die Forderung nach „freier Sexualität“ sich durch sein Werk zieht, wie ein roter Faden (Mars in Skorpion). Dieser Libertinismus sollte also in Persona widerlegt werden?!

Dieses Jahr habe ich ihn nochmal live gehört! – Kevin John Edusei, 1973 geboren, als „One Size fits them all“ mit der unvergleichlichen, lebensrettenden Arroganz des Till Eulenspiegel gerade herauskam, dirigierte das EnsembleKontraste mit zwei Stücken, die es ihm (Zappa) noch vergönnt war 1992 in der Alten Oper in Frankfurt zur Uraufführung zu bringen. „Oper?“, mögen manche fragen: „Der Mann sieht doch aus, wie ein Rock-Spinner?“ Und genau das ist es: Zappa hat Musik gemacht ohne den geringsten Respekt für Genregrenzen. Dabei bastelte er – Mond in der Jungfrau als fleißiges Helferlein – an einem musikalischen Kosmos aus ein paar Dutzend unglaublichen Melodien – und ein paar Tausend durch die reinen Gitarrensoli dazu:

http://www.ensemblekontraste.de/

Musik beschreiben – Mondknoten in der Waage, Haus 10! Sie ist dermaßen prägend und eigen, dass sich aus Zappas Namen sogar ein Duden-bestätigtes Wort: „zappaesk“, gebildet hat. Es sind die Melodien – müssen sein – mein Lieblingslied ist „Village of the Sun“ – Kevin John Edusei hat die Stücke würdig präsentiert. Er ist Kapellmeister in Würzburg und übernimmt andere kreative Aufgaben in der Region hingebungsvoll und mit Freuden. Ich war überrascht, wie die Profis es hinkriegen, nach nur zwei Proben, zusammengewürfelt aus den Orchestern in München und Nürnberg, absolut unterbezahlt, dennoch eine solche Aufführung hinzukriegen. Aus Zappas magischem Musikkosmos, wenn man ergriffen ist, kommt man nur durch Musik heraus. Sein Mond/Neptun in Jungfrau machte ihn zum Zauberlehrer, Autorität  für eine ganze Generation Freaks.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

Personen

Steven Spielberg

spielberg-foto

Nürnberg 19:55 – Steven Spielberg wurde geboren am 18. Dezember 1946 um 18:16 in Cincinnati (OH) (USA): der Schütze als solcher:

spielberg
Muss er nun tatsächlich eine Jupiter-Venus Konjunktion im Haus 5, dem des Spiels und des Abendteuers haben? Steven Spielberg gehört mit einem Vermögen von etwa drei Milliarden Dollar (2007) zu den reichsten Männern der Welt. Im Trigon zu Venus und Jupiter in Haus 5 macht Pluto so etwas offensichtlich. Sonne, Merkur und Mars sagen: work, work, work. Neptun in Haus 4 ist ein bemerkenswertes Vaterbild. Soweit sich Spielbergs Biografie verstehen läßt, hat der Vater sein Filmtalent frühzeitig nach allen Kräften untestützt. Sein Vater ermöglichte es als Kriegsveteran, dass Steven unter anderem mit ausrangierten Militärflugzeugen drehen konnte. Für Firelight von 1964 mietete sein Vater einen Kinosaal in Scottsdale, bei Produktionskosten von 500 Dollar erzielte er damit 600 Dollar Einnahmen.

All dies passt zum Film. Denn Neptun ist auch Film, die Schein-Welt. Er hat also wahrhaft das väterliche Erbe angetreten.

Von seiner Mutter wissen wir, dass sie Konzertpianistin ist/war. Für sie wäre das Fische-Haus 10 maßgebend. Doch in der Verschränkung von Haus 10 und 4 können wir nur von Elternachse sprechen. Warum? Weil gerade Neptun, Herr, vom Haus 10 in Haus 4 steht. So erkennt man zwischen den Eltern eine Verschränkung und auch Übereinstimmung. Und die Verbindung der Venus mit Jupiter in Haus 5 plus Mond im Skorpion liefert Erfolg und Glück, vom Mond her sogar magische „Durchdringungskraft“ tatsächlich von beiden Eltern. Pluto-Venus Quadrat ist dann einer dieser Kreativaspekte, der ihn zu Höchstleistungen antreibt.

Ich glaube nicht ganz daneben zu liegen, wenn ich vermute, dass Spielberg in „Catch me if you can“ mit Leonardo DiCaprio …

Kate Winslet (und Leonardo) « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

… auch seine Jugenderinnerungen verarbeitet hat. DiCaprio spielt dort einen jugendlichen Hochstapler, dessen Perfektion im Prinzip dadurch angetrieben wird, dem Vater und den Eltern zu beweisen, dass er mit Geld die Familie flicken kann, bzw. des Vaters verletzte Seele heilen kann. Der Vater ist, wie bei Spielberg, Kriegsveteran. Wahrscheinlich rauchte er ebensoviel, denn der blaue Dunst ist allgegenwärtig (ebenfalls Neptun). Die Mutter, wie biographisch bei ihm, ist im Film eine der Kunst (oder der Künstlichkeit?) eher zugeneigte Person, eine Lebefrau vielleicht. Und DiCaprio wird – wie Spielberg – mit seinem Schein-Leben (einem dem Schein gewidmeten Leben) unermesslich reich. Wie in dem Film, so zeigt auch das Horoskop den Vater als wichtigere Person. Denn Haus 4 übernimmt den Neptun, welcher Haus 10, das Mutterhaus beherrscht. Dies trifft man oft, wenn einer der beiden Elternteile beides, Mutter- und Vaterrolle übernehmen muß. Natürlich fragt man zurecht und philosophisch, wie es denn angeht, dass ein solches Schicksal bereits im Horoskop des Kindes steht? Eine Klientin, darauf angesprochen, ob wegen Neptun in ihrem vierten Haus der Vater einen Beruf am Wasser habe, antwortete verblüfft, dieser sei Kapitän zur Hohen See, und so gut, wie nie zuhause. Er hätte eben genausogut Filmregisseur sein können, doch lag meine Intuition in diesem Fall genau richtig. Kritikern der Astrologie sind solche Entsprechungen nicht zu beweisen, denn sie sind zwar so gut, wie immer zu finden, aber sie lassen sich nicht „beweisen“, weil es mitdenkender Phantasie bedarf, um ein Horoskopbild stimmig zu entschlüsseln. Dann allerdings findet sich ein oft so genau skizzierter Pfad auf dem die Persönlichkeit, bezeichnet durch Planeten und Aspekte, wandelt und sich und ihrer Biographie entspricht, dass Zweifel an der Stimmigkeit der Astrologie selbst unangebracht erscheinen. Allerdings bedarf es dazu tieferer Kenntnisse, als nur den des eigenen Geburtstags und Sonnenstands.

Nun sind das alles Parallelen, für die Spielberg nicht den Psychoanalytiker braucht, die er sicher selbst ganz absichtsvoll inszeniert, weil es eben sein biografisches Materiel ist. Für mich bemerkenswert an diesen Regisseur ist, dass er sich niemals auf ein Sujet festlegen läßt, sondern für Überraschungen gut ist. Ebenfalls scheint es ihm egal zu sein, ob er nun eine Tragik-Komödie (Terminal), einen historischen Film mit politischer Intention (München) oder einen Sience-Fiktion Film (Krieg der Welten) dreht. Auch, wenn mir nicht alles gefällt, was er macht, bin ich gespannt auf das nächste Projekt.

Wenn ich Verschwörungstheoretiker wäre, hätte ich Spielberg auf der Liste der Illuminaten.

Fragen, Personen

Ein Partnervergleich

partnervergleich-m

Lieber Markus,

das würde ich dann gerne machen. Meine Daten 2 9. Januar 1 9 6 3 um 02:37 in Koblenz und er 2 5 Juli 1 9 5 9 ca 02:50 in der Nacht, Sofia. Er trennt sich derzeit von seiner Frau, sucht viel Kontakt mit mir und hat außer freundschaftliche Zuneigung nix für mich, was meine Intuition aber irgendwie anders wahrnimmt. Will mir aber auch nichts vormachen. Aber ist ein wirklich wertvoller Mensch. Nur platzt mir der Kragen, wenn er sagt, ich werde bestimmt wie Du alleine bleiben. Hallo! Was bin ich denn für den bzw. kann der bzw. wird der sich noch öffnen und ist eine leidenschaftliche Beziehung überhaupt möglich? Mir ist schon klar, dass ich Geduld haben müsste in seinem Fall, aber wenn der nix fühlt und sieht zu mir, muss ich es lassen. Deshalb wäre es mir wichtig zu wissen, was in der nächsten Zeit an Dynamik und Anziehung, Interesse und Bewegung von ihm ansteht, weil ich kann und werde auch nichts tun. Diese Rolle gefällt mir natürlich auch nicht, aber ich würde es tun, wenn es Sinn machen würde. Gibt es einen eindeutigen Zeitpunkt, wo eine Beziehung fix wäre bzw. „nur“ intim?

Bin gespannt.

Lieben Gruß

M.

Liebe M.,

Im Vergleich eurer Horoskope muß man ein wenig nach Gemeinsamkeiten suchen. Wenn Du mir folgen magst:

Die Venus, Plante der Liebe, steht bei Dir im Zeichen Schütze, bei ihm in der Jungfrau. Das bedeutet: er liebt das nützliche, praktische und einfache, Du hingegen strahlst mit dem Planeten Deiner Weiblichkeit eher Kühnheit aus. Die Schütze-Venus liebt Ziele und mag auch an Dinge glauben, insbesondere in der Zukunft. Die Jungfrau-Venus steht im Erd-Zeichen, die Schütze-Venus im Feuer. Das verträgt sich zwar gut mit seinem Merkur im Löwen (reden, Intelligenz mit Herz und über sich selbst), aber nicht mit Deiner und seiner Venus: ihr liebt unterschiedliche Dinge.

Mars, ebenfalls wichtig für die Anziehung ist bei Dir im Zeichen Löwe, bei ihm im Zeichen Jungfrau. Das ist der Grund, warum er Dir überhaupt gefällt, denn mit dem Löwe-Mars suchst Du eine Löwe-Entsprechung. Das passt zu seiner Sonne. Eure Sonnen stehen im Gegenzeichen: Wassermann und Löwe-Sonne sind diametral entgegengesetzt. Das gilt auch für Deine Sonne und Deinen Mars. Fazit: durch ihn gelingt es Dir, Dich mit Deiner eigenen Kraft (Mars) zu verbinden, also das Gegenzeichen Löwe heranzuholen, Dich also geschlossener, als ein Ganzes zu fühlen.

Sein Mars, also seine Männlichkeit, steht jedoch in der Jungfrau, verstärkt durch Pluto. Da neigt er zur Analyse und zur Selbstquälerei. Nicht einfach für einen Löwe-Mann. Selbstquälerei wegen Pluto. Durch die starke Besetzung des Jungfrau-Hauses ist er sicherheitsorientiert und vorsichtig. Du hingegen bist mutig und extravagant. Natürlich ziehen sich Gegensätze an. Doch brauchst Du auch einen mutigen Mann (wegen Löwe-Mars).

Dein Aszendent, also das Ausdruckswesen, ist Skorpion. Bedeutet: Du gestaltest die Welt magisch nach Deinem Wunsch-Bild (klappt nicht immer).

Sein Aszendent ist im Krebs. Bedeutet: er tritt gefühlvoll auf, ist aber egozentriert. Gleichzeitig steht der Mond bei ihm im Haus zehn. Das ist das Mutter-Haus. Diese Mond-Stellung kündet von einer widersprüchlichen Hass-Liebe zur Mutter. Dabei ist der Mond bei ihm wichtig, denn er ist ja Geburtsherrscher (weil bestimmend für den Aszendenten).

Dein Mond steht im Zeichen Fische. Nicht leicht für eine Wassermann-Sonne, die sehr gern individualistisch ist, doch mit diesem Mond gezwungen ist, sich zu öffnen. Während der Widder-Mond eine Tendenz zum Kampf und vielleicht sogar zur Streitsucht hat, ist der Fische-Mond absolut offen und manchmal ein wenig leidend an seiner Offenheit. Doch im Grunde genommen sollte diese Mond-Stellung mit dieser Sonne ihn zum Lebensoptimisten machen. Eine Haltung, die er als Löwe anderen großzügig weiter vermitteln sollte. Wenn er das nicht tut, stimmt was nicht.

Durch seinen Saturn im Steinbock im Partnerhaus neigt er einmal zu älteren Partnerinnen, sowie dann auch zu extremem Konservativismus bezogen auf die Ehefrau. Man kann es auch „anhängen“ und Beharrungsvermögen nennen. Eine Steinbock-geprägte Partnerin wäre richtig.

Seine Lilith fällt in Dein Partnerhaus: er agiert hier seine Lilith-Natur aus. Lilith im Stier hat ein „merkwürdiges“ Verhältnis zur Sinnlichkeit.

Dein Partnerhaus im Stier sagt: Du brauchst einen sinnlichen, geerdeten Partner. Er sollte Feuer haben! Das hat er – obwohl Löwe-Sonne – nur bedingt, denn sein Mars steht in der Erde. Es ist aber nicht die sinnliche, sondern die nützliche Erde, in der sein Mars steht. Stier (Dein Partnerhaus) ist sinnlich, Jungfrau (sein Mars) ist nützlich.

Sein Partnerhaus im Steinbock sagt: er braucht eine strenge und gebieterische Partnerin, sie sollte ebenfalls geerdet sein, vor allem aber nützlich (Venus in der Jungfrau).

Fazit, auch nachdem ich dazu ein Stundenhoroskop als Frage gemacht habe: es wäre absolut schade, den wunderbaren Jupiter, der zur Zeit und noch für einige Wochen im Trigon zu Deinem Partnerhaus steht, nicht zu nutzen und jemand kennenzulernen, der wirklich zu Dir passt. Für Dich ist das nächste Jahr ein Jahr des persönlichen Wachstums, denn Jupiter geht im Januar in den Wassermann. Für ihn ist das nächste Jahr ein Jahr der Weisheit und vielleicht der Reisen, übernächstes Jahr erwartet ihn ein beruflicher Höhepunkt.

Wenn Du das Glück ein wenig auf den Plan rufen willst, welches Jupiter Dir verspricht (man sieht, dass Du dieses Jahr und auch nächstes noch im Berufshaus ziemlich hart rangenommen wirst, also zusätzliche Pflichten und Einschränkungen, Verantwortung eventuell), dann gehe in den Stier-Gegenpol zu Deinem Skorpion-Wesen. Das könnte sogar der Besuch auf einem Bauernhof und dort im Kuhstall sein. Ich meine das als Bild und doch auch ernst: die ruhige, sanfte und sinnliche Energie, die diese Tiere ausstrahlen, ist genau das, was Dir zur Ganzheit und daher zur hoffentlich bald erfüllenden Partnerschaft verhilft.

Liebe Grüße!

Markus

stundenbild-m