Ereignis

Laufzeitverlängerungsdeal

Liebe Leserinnen und Leser,

ist schon interessant, warum all die Leute, die eigentlich nicht „an Astrologie glauben“ (als sei das Glaubenssache) – Wert legen auf minutengenaue Zeitangaben: in der Regel bei Naturereignissen (wo doch die Minutenangabe vorgeblich irrelevant sein sollte), wie auch bei Kungel-Schummel Gemeinheiten in der exakten Merkur R/Lilith Opposition. Es wird nicht dabei bleiben!

Das ist mein Problem mit diesen Regierungen: Seilschaften aus ältester Zeit, wie sie eigentlich nur korrekt in Hans Wollschlägers Herzgewächsen beschrieben werden und ab und an Klar-Heinz-Schreiber mäßig an die Oberfläche karlen …

Mit freundlichen Grüßen!

Markus

07.09.2010 05:23 Berlin

Geschichte, Personen

„Ein Licht mir aufgegangen“ – Leo Tolstoi

Liebe Leserinnen und Leser,

Prof. Johanna Renate Döring-Smirnov hat im Literaturhaus München (- hier klicken: Austellungen) über Tolstois Bezug zu Deutschland und umgekehrt eine mehr als sehenswerte Umsicht zusammengestellt.  Tolstoi wurde zu einem Jungfrau Neumond, wie wir ihn heute haben, geboren. Seine spirituelle Weisheit erwachte – genial und geistreich war er vorher schon – als er 1882 die Volkszählung mit organisieren half, eine dem damaligen Adel obliegende administrative Aufgabe.

Diese schlagartig eintretende Befreiung dokumentiert das erste untere Horoskopbild mit Uranus direkt über der Sonne! Ich sage nicht, daß es sich um genau dieses Datum handeln muss; aus der Zeit davor wird von einer Verdunkelung des Gemüts berichtet, die mit der gesamten Periode von Saturn durch Tolstois Pluto-Zeichen Widder (und besonders den genauen Transit Saturns über Pluto) einhergeht: 1882 findet jedoch – Uranus in der Jungfrau immer näher an der Sonne – der entscheidende Wandel vom genialen, erfolgreichen Aristokraten zum mitfühlenden anarchistischen und urreligiösen Volkstribun statt. Jupiter stand nicht lange vorher im 10. Haus und bescherte ihm unglaublichen weltweiten Erfolg (Anna Karenina 1877).

Tolstoi 1856

Natürlich eignen sich Tolstois Bücher wunderbar zum verfilmen – denkfaul, wie „Filmemacher“ (ein Wort, wie ein Holzklotz) oft sind, können sie die szenische Grundlage fast 1:1 umsetzen – indem sie schlicht alles streichen, was  detailliert nicht passt. Bedauerlicherweise geht dabei verloren, was die Lektüre Tolstois eigentlich ausmacht. Was ist das?

Es ist ein gleichzeitiges innen wie außen stehen in der Seele seiner Charaktere. Wir bekommen anhand seiner Charakterstudien gleichzeitig eine Introspektive, feinfühliger und exakter als es die Psychoanalyse vermöchte, und haben doch die an Jean-Jacques Rousseau (den Tolstoi zum Teil auswendig kannte) geschulte radikal-humanstische Außenansicht der menschlichen Makel, die sich eben deshalb klassisch tragödisch entfalten, weil es ihnen an genau dem fehlt, was der Leser durch diese Doppelperspektive vom Autor zum Geschenk erhält.

Dies ist für den Krebs-Aszendenten Tolstoi (ich glaube der AC stimmt wegen des Bartes) die Lebensleistung vom Krebs zum Steinbock Deszendenten. Eine optimal austarierte Leistung – von subjektiv zu objektiv – absichtsvoll und mit beharrlicher Energie (Mars im Steinbock) vorangetrieben.

Und der Intellektuelle, der Geistesmensch – er wird zum Gläubigen, dessen Radikalität und Tiefe sich nicht nur mit der russischen Volksseele solidarisiert; es wird Tolstoi oft nachgesagt, er hätte der Oktoberrevolution den geistigen Boden bereitet. Das ist Unsinn: wären die Aristrokraten Russlands und der Welt seinem Ruf gefolgt, dann hätte es keine Oktoberrevolution gegeben.

Dies sollte – und ist es nicht – der Zukunft eine Lampe sein. Ob Gates Tolstoi gelesen hat: vielleicht Melinda Gates? Sind diese Leute intelligent genug für so etwas?! Ein Teil der Tragödie der Kunst ist es jedoch, daß sie eben nur dann Kunst ist, wenn sie die Menschen zwar porträtiert, aber in ihrer Entscheidung ungehindert Tragödien der Wirklichkeit produzieren lässt. Insofern hat sich Tolstoi für die Kunst entschieden, das Ehepaar Gates vielleicht für die platte, blöde aber effektive Einfalt (von der wir freilich nichts wüßten, ohne Tolstoi):

„Es war ihm in diesem Augenblick ergangen, wie es nicht selten Leuten ergeht, die unversehens auf einer recht schmählichen Tat ertappt werden. Er hatte es nicht verstanden, seine Miene der Lage anzupassen, in die er seiner Frau gegenüber durch die Aufdeckung seines Vergehens geraten war. Anstatt den Gekränkten zu spielen, zu leugnen, sich zu rechtfertigen, um Verzeihung zu bitten oder auch einfach nur gleichgültig zu bleiben (alles dies wäre besser gewesen als das, was er in Wirklichkeit getan hatte), statt dessen hatte sein Gesicht ganz unwillkürlich (›Reflexe des Gehirns‹, dachte Stepan Arkadjewitsch, der sich gern ein bißchen mit Physiologie abgab) sich zu seinem gewohnten gutmütigen und daher in diesem Falle dummen Lächeln verzogen.

Dieses dumme Lächeln konnte er sich nicht verzeihen. Beim Anblicke dieses Lächelns war Dolly wie infolge eines körperlichen Schmerzes zusammengezuckt, hatte mit der ihr eigenen Heftigkeit einen Strom scharfer Worte hervorgesprudelt und war aus dem Zimmer geeilt. Seitdem hatte sie ihren Mann nicht mehr sehen wollen.

An alledem ist dieses dumme Lächeln schuld‹, dachte Stepan Arkadjewitsch.

Aber was ist zu machen? Was ist zu machen?‹ fragte er sich in seiner Verzweiflung und fand keine Antwort darauf.“

Wir können also mit Fug und Recht sagen: alle Filme – die Film-Sprache selbst – sind letztlich Tolstoi-Immitate, Abkömmlinge, dem Original unterlegen, bis auf die natürlich, die Jean-Luc Goddart oder vielleicht Fellini auch (und deren Gefolgsleute) in den 80ger und 90ger Jahren des letzten Jahrhunderts mit einer eigenen Filmsprache vorstellten.

Ich freue mich auf die Zeit des interaktiven TV-Internets, dem gar nichts anderes übrig bleiben wird, wie den hartbackenen Teig der Imitate zu dekonstruieren und neue Formen zu finden – womit die Originale: Tolstoi plus die filmbegleitenden verballhornten Klassiker der Musik wieder einen sehr modernen Glanz bekommen werden.

Mit freundlichen Grüßen!

Markus

Tolstoi 1908


Innen Leo Tolstoi 09.09.1828 22:30 Tula, außen 18.08.1882

Innen Leo Tolstoi 09.09.1828 Tula, außen Todestag 20.11.1910

Mond

Vollmond Neumond Vollmond

Vollmond 24.08.2010 17:04 Nürnberg

Lieber Markus,
ich spinne Deinen Faden jetzt mal weiter:
Neumond ist die Bündelung, die Aussaat – Vollmond die Ernte.
Geht man das Jahr so durch, fällt auf: Bei Vollmond, also dem Ergebnis von Neumond, ist vor allem gefühlsmässig der Gegenpol miteinzubeziehen. Der Mond blickt aus ganz anderer Perspektive auf das Resultat.
Der nächste Neumond: Jungfrau, mit Fischeanteil – den Fisch integriert, seine Gefühlsanteile „dienstverpflichtet“ usw.

mit freundlichen Grüssen, Isa.

Neumond 08.09.2010 10:29 Nürnberg

Liebe Isa,

klasse, das ist wirklich wunderbar ausgedrückt … hol ein den Fische-Traum und fang was Praktisches damit an!

Und beim Vollmond am 23.09.2010 ganz knapp in der Waage geht es nach Deinem Gedanken um emotionalen Aufbruch/Widerstand angesichts all des schönen Spiels, den Feierlichkeiten, die in der Waage der Ernte folg(t)en, um daraus bei Neumond am 07.10.2010 ein neues (künstlerisches?) Konzept zu gewinnen … ?!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Vollmond 23.09.2010 09:17 Nürnberg

Verschlagwortet mit
Ereignis, Mundan

Des Pudels CERN II

Schopenhauer mit Pudel von W. Busch

Liebe Leserinnen und Leser,

Gute Nachricht, die uns freilich aus den USA (siehe Link zur Washington Post: In Europe, science collides with the bottom line) erreicht: dem LHC wird das Budget beschnitten, große Teile werden für länger eingemottet. In vielen Dingen ist es fruchtbarer und objektiver, über D-Land und Euro-Land aus dem Ausland sich Infos einzuholen, wir haben es nicht so mit der Objektivität und manche große Medien erfahren sich eher als privilegierte Regierungssprecher, der Spiegel z.B. redet die verlängerten Laufzeiten hübsch.

Auch, wer gar nichts von Astrologie versteht, wird sich bei diesem Horoskop, das den Zeitpunkt markiert, als der LHC zum  ersten Mal hochgefahren wurde, mindestens am Kopf kratzen dürfen. Da sehen wir Venus und Mars direkt am wichtigsten Punkt, und Merkur, den Flügelschuhbotschafter vom einen zum anderen laufend … dazu noch einen Waage-Aszendenten mit dem natürlichen Widder-Gegenstück, also HänseL und CreteL zusammen unterwegs. Soweit im Prinzip alles roger …

hier auch klicken: Teilchenbeschleundiger und Kreditkrise « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

Langsames Licht, schnelleres Licht « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

LHC-Start: 10.09.2008 09:28, Genf

… doch was habe wir nicht schon an Kuriositäten mit dem Ding erlebt. Gleich am Anfang feierten die Herren und Damen Wissenschaftler in Genf „Weltuntergangsparties“ – Ei, da mußte sogar die  Genfer Polizei einschreiten, wurde gesagt … dann lag ein Baguette auf `m Lüftungsschacht … wieder aus! Zwischenzeitlich wurde uns von Dan B. gezeigt, wie man an die „Dunkle Materie“, eine Sience-Fiktion Vision der Science-oh!-Logen, rankommt: ein Auge muß es sein, auf dem anderen sind Sie leider blind. Und – last not least – irgendwann gingen sogar mal, so behauptete jedenfalls der rührige Astronom („Steine sind cool“, „Weltall ist cool“, „Astronomie ist cool“ … wow! – alles cool!) Florian Freistetter – der jetzt auch den Saturn im AC-Zeichen hat und bald einem zünftigen Neubeginn zustrebt – die Protonen seien alle.

Aber allem Spott zum Trotz: es brauchte die Simulation des Geschehens, den Film, um mal einen echten Versuch in Gang zu bringen. Vorher aber noch das Gas-Unglück – und da spätestens konnten wir erleben, warum Merkur das Ding kontrolliert.

Ihr seht hier unten das genaue Merkur-Neptun Trigon zum Störfall, beides bekanntlich astrologisch für Gas, Helium … daher also Merkur der offensichtliche Taktgeber …

Innen LHC-Start, außen Gas-Störfall 19.09.2008 12:05

… und so ist es nur billig, wenn jetzt bei rückläufigem Merkur (und fortscheitendem Saturn über den AC) die Washington Post schreibt, der LHC würde aus Kostengründen zu großen Teilen – so wörtlich – eingemottet.

Da kann man schon ein wenig befreit aufatmen: die Erde selbst wehrt sich offensichtlich gegen die Hybris der kalten Monstermaschine. Vielleicht fährt Europa nur deshalb den im Prinzip unsinnigen Sparkurs, weil es gilt, diese Maschine still zu legen ( … der Sparkurs einen Sinn bekäme).

Die Forscher sitzen auf Datenbergen, die, wie erwartet, gar nichts bedeuten, und es steht zu hoffen, daß mit Saturn über dem AC für lange Zeit Schluss ist für unsere Zauberlehrlinge. Stillgelegte Maschinen verlieren ja rapide an Wert und vielleicht kann man den Tunnel dafür nutzen, einige unsere Naturwissenschaftler in ein intra-terrestrisches Lauftraining einzubinden, sich das Rauchen abzugewöhnen und abzuspecken …

Mit freundlichen Grüßen!

Markus


Verschlagwortet mit
Ereignis, Länder

Erdbeben in Neuseeland

Liebe Leserinnen und Leser,

dieser Artikel stammt vom 06. September des letzten Jahres, wird aber aus aktuellem Anlass viel besucht, die aktuelle Ergänzung  22.02.2011, findet sich hier:

Auf Vollmond zu; Erdbebenwarnung « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

unten die AstroCartoGrafische Darstellung der Linien von Planeten an Hauptachsen zum Zeitpunkt des jüngsten Erdbebens in Neuseeland. Und gleich darunter die normale Horoskopansicht. Wie auch bei den Erdbeben in Haiti und Chile dieses Jahr, steht Pluto um die AC/DC-Achse. Klick here for further Information:

Mit freundlichen Grüßen!

Markus

Erdbeben in Haiti – Was schafft Zeit? « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

Chile Erdbeben « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

Nachbeben Haiti « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

Zum Vergrößern draufklicken!

Christchurch 04.09.2010 04:36, Neuseeland

Innen Neusseland chart: 17.01.1853 00:00 Wellington, außen Erdbeben 04.09.2010 04:36 Christchurch

Ereignis, Personen

Goethe und Newton

J.W. Goethe ©

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt ein 200-jähriges Jubiläum des Erscheinens von Goethes Farbenlehre und dazu gleich zwei Ausstellungen von Universitäten, die sich einem Vergleich der Farbenlehre von Goethe und Newton widmen. Bemerkenswert genug. Ich bin da drauf gekommen durch einen wunderbaren Artikel in der FAZ vom Samstag, also heute, von Professor Olaf L. Müller, Mathematiker, Philosoph, Informatiker und Volkswirtschaftler aus Göttingen, der einem die Differenz zwischen Goethe und Newton wunderbar erklärt, bzw. warum beide Lehren richtig sind und komplementär zueinander … und noch einiges mehr. Also: ausnahmsweise FAZ vom Samstag lesen (den innenpolitischen Schwachsinn kann man ja übersehen). Er schreibt:

„Goethe hat überaus sorgfältig experimentiert und wichtige Schlüsse aus seinen Versuchen gezogen. Einer dieser Versuche hat es in sich. Statt einen Lichtstrahl durchs Prisma zu werfen (in einer dunklen Umgebung) wirft Goethe einen Schatten hindurch (umgeben von Sonnenlicht). Er vertauscht die Rollen von Helligkeit und Dunkelheit in Newtons Versuch, alles andere ändert er nicht. Große Überraschung: Wieder zeigt sich ein längliches Spektrum – aber das glatte Gegenteil von Newtons Spektrum, sein Komplement (gelb, purpur, türkis).“

Der eine argumentiert aus dem Licht und erzeugt schwarz, der andere aus der Dunkelheit und erzeugt weiß: der Newtonsche Ansatz wird von Goethe regelrecht auf den Kopf gedreht!

Natürlich geht der Gegensatz tiefer! Goethe ist im Kommen, weil Newton in letzter Konsequenz am Ende ist. Und wir werden Zeiten haben, zu denen wir eine Synthese zwischen beiden (es geht da um eine grundsätzliche Auffassung von Wissenschaft und Wirklichkeit – ganzheitlich oder analytisch) erleben werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Interessante Links:

Farben – Colours Symposium 2010 – University Hamburg – Institute for History of Science and Technology

Das Newton-Spektrum und sein poetisches Gegenteil — Humboldt-Universität zu Berlin

Farbenlehre (Goethe) – AnthroWiki

Johann W. Goethe, 28.08.1749 12:01, Frankfurt am Main, Pluto gerade noch im Skorpion, wie auch bei unserer Skull-geilen Piercing-Generation! Kein Wunder, daß sich der Herr Geheimrat mit aller Macht den plutonischen Dingen, Wandel und „Dunkelheit, die sich das Licht gebar … “ widmete!

links Newton, rechts Goethe

Isaac Newton, 04.01.1943, 01:38, Woolsthorpe, England, Pluto in den Zwillingen, wie während der Vorkriegsgeneration, einem der produktivsten Zeiträume für Wissenschaftler, die gern in Formeln und Zahlen machen, aber auch Schriftsteller, die informelle Mega-Werke schufen!

Hier die Synastrie zwischen beiden. Ich hatte (Merkur ist rückläufig) mich zunächst aus irgendeinem Grund geirrt und eine Saturn-Opposition gesehen. Die ist da nicht drin, im Gegenteil: auffallend ist, wie beide Horoskope in nahezu vollkommener Harmonie zu einander stehen, bis auf: den Pluto! Und – vielleicht – Venus (unterschiedlicher Geschmack) und – wichtig – die Quadratstellung der Mondknotenachse. Harmonisch Hand in Hand arbeiten jedoch: Jupiter und Jupiter, Saturn und Saturn, Sonne und Sonne, Mars und Mars, Merkur und Merkur …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Personen, Weltbild

Physiker und Katzen

Liebe Leserinnen und Leser,

auf folgendem Gebiet mag es für manche von euch ebenso langweilig sein, wie für andere der Fußball. Mich aber zieht es immer wieder zur Physik, und ich empfehle ein ganz besonders offen geschriebenes Fachbuch vom Wassermann Brian Greene: „Der Stoff, aus dem der Kosmos ist“.

Unteres Horoskop ist jenes von Martin Bäker, der für die Science-Blogs schreibt und einen sehr verständlichen Post über das Thema: „Kann die Physik die Welt erklären?“ (hier klicken) geschrieben hat, eine Diskussion, an der ich mich ebenfalls beteiligt habe.

Sein Horoskop stelle ich hier nicht rein, um ihn zu ärgern, sondern, weil er um Erklärung gebeten hat. Es zeigt – ohne Geburtszeit, also auf 12:00 Uhr Mittags gestellt – wunderbar die Rezeption von Jupiter rückläufig und Merkur: einer im Zeichen des anderen. Eine starke Verbindung für einen philosophisch orientierten Menschen, von dem wir vielleicht noch Großes erwarten können (vielleicht, wenn Pluto über die Sonne geht?).

Thema des aktuellen Diskurses ist die Kausalitätsfrage. Vulgo: „Was passiert warum?“ Es ist Martin Bäker – und anderen vor ihm – aufgefallen, daß Physik, sofern sie auf mathematischen Gleichungen beruht, nicht jeweils einen Grund klären kann, sondern nur einen Vergleich – eine Korrelation – liefert. Er erklärt das recht anschaulich, warum es unmöglich ist, aus der Korrelation abzuleiten, ob wirklich schon eine Ursache für ein Phänomen gefunden ist, oder ob dieses Phänomen mit der Ursache, welche wir annehmen, noch eingebettet ist in eine andere Folge von Ursache und Wirkung, die uns selbst nicht bekannt ist. Hört sich jetzt kompliziert an, ist aber gar nicht so schwierig, also bitte für Interessierte einfach oben mal lesen.

An diesem Punkt kommt die Philosophie ins Spiel. Was ist Grund, was Kausalität? Martin Bäker ist sich darüber im Klaren, daß aus den jeweiligen Korrelationen (letztlich Gleichungen) nur dann brauchbare Beschreibungen der Wirklichkeit resultieren können, wenn man diesen eine Theorie zugrunde legt. Für diese Theorie braucht man Kausalität – die Erklärung warum was passiert – welche – und da kommt der Zirkelschluss – wieder aus den Gleichungen, also letztlich den Korrelationen „gewonnen“ wird.

Nun hat man sich dermaßen daran gewöhnt, in der Physik herum zu wurschteln, daß es offenbar gar nicht so leicht ist, einzusehen, daß dieser Aufbau in seiner Selbstbezogenheit gar keinen festen Grund liefert. Und sobald diese Erkenntnis dämmert, neigen Physiker wohl dazu, ihren Geist einem Doppelspaltexperiment zu unterziehen, und zwei Realitäten zu postulieren:

die eine, die Ihnen in den Kram passt und deshalb mal so ein wenig zu philosophieren, für den Hausgebrauch quasi. Dem entsprechend ist Kausalität das, was sich praktisch verwenden läßt. Jeder weitere philosophische Gedankengang wird andererseits gern professionell mit „Hirnwichserei“ (diese Aussage geht nicht auf Martin Bäker zurück!) attributiert. Man verträgt gerade soviel Causa, Grund, Kausalität, daß sie sich nicht störend ins schlafende Bewußtsein drängt.

Dies entspricht der schizophrenen Vorstellungswelt des „naiven Realismus“. Doch er verkennt, daß sich kategorielle Fragen grundsätzlich nur mit logischer Genauigkeit lösen lassen, und die Philosphie keine Unschärferelation kennt.

Damit könnten Naturwissenschaftler ganz gut leben, und das versuchen sie auch. „Warum“, fragen sie, „sollten wir für das Atommodell die Kausalität diskutieren?“, bzw. „verstehe nicht genau, warum man für das Atommodell Kausalität braucht?“

Doch ist es das Atommodell selbst, das diese Fragen aufwirft, und zwar immer dann, wenn man versucht, seiner Natur durch ein Experiment auf die Spur zu kommen. Weil es sich als unmöglich erwiesen hat, den Experimentator vom Ergebnis des Experiments im Bereich der Quantenphysik zu entkoppeln. Messen bedeutet dort: beeinflussen. Und zwar beweisbar!

Hier rückt schizoides Verhalten von Physikern auf die zweite Stufe, gewissermaßen, denn den Anlass, nach dem tieferen Grund – eben der Kausalität – in einem Erklärungsmodell der Wirklichkeit zu fragen, haben sie uns mit ihren eigenen Forschungsergebnissen geliefert, und sie möchten sich jetzt gern abwechselnd als kompetente Zauberer der Quantenwelt in technischer Hinsicht, aber bei deren Interpretation als eben naive Ignoranten präsentieren, die – nicht alle, beileibe nicht! – so tun, als ergäbe sich aus den bewiesenen Schlussfolgerungen der experimentellen Quantenphysik keine Beteiligung des Beobachters am Experiment!

Und das funktioniert so, wie jedermann am kurios weltbekannten Beispiel von Schrödingers Katze nachvollziehen kann:

„Wir bringen unser System, also das uns interessierende Teilchen oder vielleicht auch eine Katze, in eine Überlagerung von Zuständen. Solange es uns gelingt, dieses System vom Rest der Welt abzukoppeln, bleibt diese Überlagerung erhalten.“ („Quantentheorie“, Gert Luwig Ingold, S. 120)

Foto Termin © Die hier lebt jedenfalls!

Überlagerung bedeutet in Bezug auf die eingeschlossene Katze: zwischen tot und lebendig, weder das eine, noch das andere. Schaut man jedoch nach, dann wird die Katze in entweder dem einen, oder dem anderen Zustand sein, jedoch – und das ist entscheidend – „Interessant ist dabei, daß es überhaupt nicht wichtig ist nachzusehen, welchen Weg das Teilchen genommen hat (Hinzufügung M.T.: in welchem Zustand sich die Katze befindet). Entscheidend ist nur, dass die Information darüber zumindest im Prinzip vorhanden ist. Schon das reicht aus, um die Gleichberechtigung der verschiedenen Wege zu stören.“ („Quantentheorie“, GLI, S. 109).

Katzen, Quanten? „Wir hätten damit entsprechend dem gerade eingeführten Sprachgebrauch ein Gemisch von Katzen vorliegen. Es widerspricht dagegen unseren klassischen Vorstellungen, daß sich jede dieser Katzen in einem reinen Zustand befindet, der aus einer Überlagerung von lebendiger und toter Katze besteht. Dabei ist allerdings zu bedenken, daß es gar nicht so einfach festzustellen ist, ob sich die Katzen in einer Überlagerung befunden haben. Wie wir am Beispiel von polarisierten Photonen gesehen haben, kann eine Messung in der Quantentheorie den Zustand verändern.“ („Quantentheorie, GLI)

Was bedeutet das? Ist die Physik ein Tollhaus? Nicht in Bezug auf die Quantentheorie. All dies sind bewiesene Tatsachen, weit klarer nachzuvollziehen, wie die obskure Behauptung einer konstanten Lichtgeschwindigkeit im Vakuum, die keiner genauen Prüfung standhält. Es bedeutet vor allem, daß mit einer Messung der Zustand dessen, was gemessen wird, verändert wird. Die Physik selbst gibt dem Experimentator damit eine Rolle, die ihrer eigenen Forderung danach, daß … „bei der Interpretation physikalischer Versuche … der einzelne Experimentator samt seiner Geisteshaltung eigentlich keine Rolle spielen (darf) … “ gar nicht mehr möglich ist.

Hier tun sich nun allerdings jede Menge philosophischer Fragen auf, von denen offensichtlich im Augenblick die Physik und die Philosophie überfordert sind. Wobei die erstere noch kaum zu begreifen begonnen hat, was sie mit ihren quantenphysikalischen Experimenten eigentlich entdeckt hat. Dazu gehört unter anderem die Aufhebung von Ursache und Wirkung als zeitgebundenes Grundgesetz allen Daseins.

Technisch schon im dritten Jahrtausend, philosophisch noch nicht einmal im Mittelalter. Es ist schwer genug, die relevanten Versuche überhaupt zu verstehen, aber ich finde, jeder sollte es versuchen. Wir dürfen die Interpretation ihrer Versuche nicht mehr den Physikern selbst überlassen, Ihnen fehlen dafür offenbar manche Voraussetzungen.

Mit freundlichen Grüßen!

Markus

Martin Bäker 02.01.1966

Fussball EM 2012

Belgien vs. Deutschland

Liebe Leserinnen und Leser,

die Fussball EM-Qualifikation beginnt, und wir folgen weiter den Pfaden von Meister John Frawley. Für alle, die Fußball schrecklich finden: ihr habt hier nichts zu suchen! Es kommen andere Posts! Bald … morgen! Die anderen, bitte mitdenken! Ich sehe es so: jetzt geht es nicht um Favorit oder Herausforderer, sondern um Gastgeber (Belgien) und Gast (Schland). Gastgeber ist Haus 1 und 10, also Belgien. Das wären Jupiter und Mars gegen Merkur und Venus. Viele Hinweise gibt es nicht, Glückspunkt und Antiszie des Glückspunktes helfen nicht weiter. Nur einer: Mars, Mitherrscher von 1 steht in Haus 7: Gastgeber wird von Herausforderer beherrscht. Frawley gibt nicht viel auf Cazimi, aber wir haben Merkur in Cazimi während des Spiels. Und da unser schönes, schlecht regiertes Deut-Land Merkur ist in diesem Horoskop (obwohl eigentlich Belgien das Zwillings-Land schlechthin ist, siehe Schulze und Schultze bei Tim und Struppi), werden wir ziemlich hoch gewinnen, schließlich steht der Mond in Haus 4 und macht ein zunehmendes Sextil zu Merkur R (Rückläufigkeit ist Frawley egal).

Nach dem Spiel: 1:0 für uns, gewonnen ja, hoch nein … eigentlich eine zähe Partie mit wenig echten spielerischen Höhepunkten. Demnach bringt Cazimi tatsächlich nicht viel und die anderen Faktoren sind insgesamt wenig zu- oder abgeneigt. Mal sehen, ob es mir das nächste Mal gelingt, die Feinheiten besser zu bestimmen.

Mit freundlichen Grüßen!

Markus

Deutschland vs. Belgien 03.09.2010 20:45 in Brüssel