Rudolf Steiners Astrologie

51hyo48wniL._Liebe Leserinnen und Leser,

wenn wir bedenken, wie Rudolf Steiner in (und kurz nach) diesem Kurs sagt:

„Am Pflanzenwachstum ist der ganze Himmel mit seinen Sternen beteiligt! Das muss man wissen. Das muss in die Köpfe nun wirklich einmal hineinkommen.“

20. Juni 1924, Dornach:

Steiner LandwirtschaftInnnen Rudolf Steiner 25.02.1861 23:09, außen 20.06.1924

… vor allem eine wahre Neptun-Haus-10-Aussage! – dann kann ich mich nur wundern, wie schwer sich die Antroposophie mit der Astrologie tut. Als wäre sie irgendwie protestantisch – die Astrologie aber katholisch …

Chiron in harmonischem Aspekt aus Haus 6 = Landwirtschaft  – zu den Mondknoten heilt in Schlesien den unheilbaren Goetheanum-Brand auf einem alten Schloss, wo sich das Neue eben darum wandelnd ereignete …

Tropisch/siderisch?! Sonne oder Sterne? Die wenigsten Antroposophen begreifen die kosmische Kongruenz allen Geschehens in der Gegenwart. Es gelingt, antroposophisch/bürgerlich die Astrologie auszugrenzen, obwohl Rudolf Steiners Werk so sehr astrologisch durchwachsen ist, daß eine Trennung in dieser Art eigentlich nicht möglich sein dürfte.

Der tropische Tierkreis ist der Christus Tierkreis – denn eine Festlegung auf 0-Grad Widder war vor der Zeitenwende so wenig gegeben, wie danach.

Natürlich ist das ein starkes Stück: über all die Monate hinweg beobachten wir in der ersten Nachthälfte der nördlichen Hemisphäre Jupiter mitten in dieser geometrisch faszinierenden Figur des stellaren Zwillinge-Zeichens, aber de facto befindet sich Jupiter im „Sektor“ Krebs – gemessen am gleichmäßig durch 12 aufgeteilten Tierkreis des tropischen Sonnenlaufs, zu dem sich die Sterne im Hintergrund mit 1. Grad in 72 Jahren verschieben …

Daß uns nun freilich der Sonnenlauf seit Christi Geburt näher ist, denn der stellare Hintergrund der Nacht, beweist die menschliche Physiognomie – die sich sehr genau an die geometrisch gezogenen Grenzen des Zeichens hält.

Das ist – je nach Toleranz und Offenheit –  für die naturwissenschaftlich verbunkerte Anwendungs-Geometrie – bzw., wer sie vertritt – aus Borniertheit und Nischen-Existenz:  Skandal und Zumutung. Es spukt nicht nur bei Einstein, das Grundgebäude der Geometrie selbst narrt uns mit einer Gestaltung unseres Antlitzes, je nach Planeten&Zeichen auf´s Genaueste.

Es ist immer das Selbst, von dem wir erkennend ausgehen …

41wasB0ZeiL._Für die Gestaltung antroposophischer Literatur ist diese Gegensätzlichkeit zwischen feuerrot und mausgrau untypisch.

Aber was ganz klar ist: auch Steiner rang zwischen Tradition und einem reinen Ursache/Wirkungs-Denken. Er wußte nur eben, daß es damit nicht getan war, allein. Doch darin zu oszillieren verstand er meisterlich, indem er Ursache/Wirkung auf eine höhere, geistige Ebene hob – womit er das gesamte Renaissance-Gebäude der Mensch/Kosmos Proportion der Aufklärung (sic!) für die wahrhaft wissenschaftliche Moderne barg und eigentlich rettete.

Freilich: wir merken davon noch nicht viel. Doch die Wissenschaft hat keine andere Zukunft, als die der Realität. Irgendwann verliert die dimensional reduzierte Abstraktion an Faszination.

Wenn dann noch Lust zum Beobachten da ist: sei´s drum! …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

19 Gedanken zu “Rudolf Steiners Astrologie

  1. Hubert Siegfried

    Robert Powell hat eindeutig belegt, dass Rudolf Steiner bei seinen Vorträgen sich immer auf den authentischen siderischen babylonischen bzw. astronomischen Tierkreis bezog. („Robert Powell: Hermetische Astrologie I“ u. „Die astrologische Revolution“).

    Authentisch siderisch – real – ist Rudolf Steiner ein Wassermann-Geborener, ASC Waage. Wer als Steiner-Kenner unbefangen eine Auslegung seines Horoskops unternimmt, wird vielfach überrascht werden…

    1. markustermin

      Hallo Hubert,

      in seinen Vorträgen vom 9.-16. Mai 1920 in Dornach, die unter dem Titel „Entsprechungen zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos“ erschienen sind, legt Rudolf Steiner sehr genau dar, was er meint. Das tut er auch an vielen anderen Stellen: er bezieht sich immer auf den tropischen Tierkreis (in den oben erwähnten landwirtschaftlichen Vortragen wörtlich) – und er erklärt auch warum: weil die Tierkreisbilder nach den Jahreszeiten benannt sind, nicht umgekehrt. Der sogenannte „siderische“ Tierkreis wird am tropischen Tierkreis geeicht – es gäbe ihn gar nicht, hätten wir nicht den einzig gültigen Massstab der Tag/Nachtgleiche. Tragisch und sehr bedauerlich ist die aus manigfaltigen Gründen entstandene Verwirrung um die Tierkreise, weil dadurch der wahre Zugang zum Kosmos, ein Grundpfeiler der Anthroposophie, verschüttet ist und sich in unbedarften anthroposophischen Gemütern nicht entfalten kann. Jeder, der sich intensiv beruflich mit der astrologischen Charakterkunde beschäftigt, kann Rudolf Steiners Skorpion-Aszendent allein schon in seinen Augen erkennen.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Markus

      P.S.: Ein anderes Thema ist natürlich die Verwirrung, die von Meister Steiner selbst ausgeht, wenn er von der realen zur „geistigen“ Astrologie kommt, wie z.B. in „Der menschliche und der kosmische Gedanke“ – da wird dann „geistig“ das Sextil zu einem ungünstigen Aspekt, oder Hegel hat seine Venus im Widder – das kann man aber angesichts des grandiosen kosmischen Zugangs, den Rudolf Steiner in „Entsprechungen zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos“ (und tausend anderen Stellen) eröffnet, durchaus bei Seite schieben.

  2. Hubert Siegfried

    Robert Powell hat den Hinweis Steiners, wonach zwischen den Todes- und den folgenden Geburts-Konstellationen einer Individualität „große Übereinstimmungen“ bestehen, beim Wort genommen und auch hierüber geforscht. Er kam zu dem Ergebnis, dass sämtliche(!) von Steiner beispielhaft erwähnten Inkarnationsfolgen dessen obige Aussage bestätigen…

  3. Hubert Siegfried

    Hallo, Markustermin!

    Vielen Dank für Ihren Kommentar.

    Mir sind jene Vorträge wohl bekannt. Vielleicht kommen wir einander näher, wenn Sie sich mit der Bio-Dynamischen Landwirtschaftsweise näher befassen: Dort arbeitet man (noch) ausschließlich mit dem realen astronomischen Tierkreis, und nach vieljähriger Erfahrung bestätigt Maria Thun (+), die „Grande Dame“ der landwirtschaftlichen Konstellationsforschung, dass den Mäusen und anderem „Ungetier“ am besten abgeholfen werden kann durch Beachtung des Sternbildes Skorpion* – wie Steiner es in jenem Vortrag auch empfahl…

    *Astronomischer und siderisch-babylonischer Skorpion sind fast deckungsgleich.

    Ich kann hier das umfangreiche Werk Robert Powells nicht auseinandernehmen, lege Ihnen aber zumindest die „Hermetische Astrologie I“ ans Herz, wo er auch auf die landwirtschaftlichen Angaben Steiners ausführlich eingeht und nachweist, dass hierbei nur vom siderischen bzw. astronomischen Tierkreis ausgegangen wird. In diesem Buch werden auch die meisten Reinkarnationsbeispiele Steiners veranschaulicht und anhand des siderischen Tierkreises auf ihre Authentizität hin bestätigt.

    Lieben Gruß

    Hubert

      1. Hubert Siegfried

        Ich kenne die Methode und halte sie für eine der zuverlässigsten, die wir augenblicklich anwenden können.

        Aber auch sie zeigt, dass der siderische Tierkreis gebraucht wird, um ihre Ergebnisse zu bestätigen.

    1. markustermin

      „Man weiß ja gar nicht, was die Sonne für ein spezialisiertes Geschöpf
      ist. Die Sonne ist eigentlich nicht dasselbe, ob sie vom
      Stier her auf die Erde scheint im Jahres- oder Tageslaufe, oder
      ob sie scheint vom Krebs aus und so weiter. Sie ist immer was
      anderes. Und es ist sogar ein ziemlicher Unsinn, den man aber
      verzeihen kann, von der Sonne im allgemeinen zu sprechen.
      Man sollte eigentlich sagen: Widdersonne, Stiersonne, Krebssonne,
      Löwensonne und so weiter. Das ist immer ein ganz anderes
      Wesen, und das richtet sich sowohl nach – es kommt eine
      kombinierte Wirkung heraus – dem täglichen Lauf, wie nach
      dem Jahreslaufe, die bestimmt werden durch das Stehen der
      Sonne im Frühlingspunkte
      .“ (Rudolf Steiner, 14. Juni 1924)

      Hallo Hubert Siegfried,

      das obige Zitat aus dem landwirtschaftlichen Kurs müsste eigentlich alle Missverständnisse ausräumen. In Anbetracht dessen, ist gerade die Arbeit der Thuns ein hauptsächlicher Faktor der Verwirrung um die „Tierkreise“ – schon allein die Diskussion darum ist extrem schädlich, weil sie den Zugang zum einzig wahren, dem tropischen, der – bereits gesagt – sowieso Maßstab für alle anderen ist – versperrt, der für die Selbsterkenntnis eines jeden Anthroposophen und Menschen überhaupt unerlässlich ist. Die Thuns sind erfolgreich nicht wegen ihres verzerrten Tierkreises (sie benutzen eine dritte Variante mit unterschiedlich großen Tierkreissektoren), sondern weil Mondphasen und Aspekte allein schon mächtige Faktoren sind.

      Es ist auch auffallend, dass alle, die den tropischen Tierkreis kritisieren, keinen Rückhalt in der täglichen astrologischen Arbeit haben, wo es um Persönlichkeitsmerkmale geht, bei denen mitunter Minuten unterschiedlicher Geburtszeit von Bedeutung sind – bei Mond und Aszendent beispielsweise – da können Sie einen Zwillinge-Mond von einem Krebs-Mond ganz real im Verhalten eindeutig zuordnen (außer, wenn zusätzlich noch Zwillinge oder Krebs Aszendent sind).

      Noch einmal: die sogenannte siderische Tierkreiserei ist der Versuch, die chaldäische, babylonische Betrachtung des Himmels zu konservieren – ein ganz böser, ahrimanischer Trick, das Wertvollste aus der Astrologie zu bannen, die Astrologie zu entkernen.

      Die echte, wahre Astrologie beginnt mit Christi Geburt und legt von da ab dem permanent kreisenden Fixsterngeschehen einen menschlichen Maßstab an: und das ist das Wesentlich. Ab Christi Geburt zählt die Sonne, nicht der Mond oder die Nacht. Selbst der sogenannte vedische Tierkreis (ein hellenisches Relikt aus der Zeit Alexanders) braucht die tropische Markierung zunächst, um überhaupt gebildet zu werden …

      Wie gesagt, es ist tragisch, dass gerade diejenigen, die sich mit voller Kraft zu einem neuen Sinn von Mensch, Welt und Kosmos bekennen sollten lahmgelegt sind in wahrer Erkenntnis durch die epochale und – meines Erachtens absichtlich gestreute – Verwirrung um dem Zodiak.

      Um es ganz klar zu sagen: Regulus ist seit 2013 ein Fixstern im Zeichen Jungfrau. Die Welt ändert sich!

      Mit freundlichen Grüßen,

      Markus

  4. Hubert Siegfried

    P.S.:

    Was den tropischen Tierkreis angeht, so muss dieser als eine Widerspiegelung des realen Tierkreises angesehen werden. Dieser existierte bereits, als die Erde noch in ihrem „Keimzustand“ war, bzw. aus diesem heraus wurde die Erde erst der Planet, der sie heute ist. Die Hierarchien der Schöpfer-Geister haben ihr eigenes Wesen der Erde eingehaucht und sie damit zum mikro-kosmischen Abbild des Makro-Kosmos gemacht.

    Dass die differenzierten Charaktere und Stimmungen der einzelnen Tierkreis-Monate sich mit den realen Tierkreis-Wesenszügen decken, ist also durchaus kosmologisch(!) begründet. Sicher kennen Sie den „Seelen-Kalender“, welcher 52 Meditationen enthält, die sich ganz an den wöchentlichen seelisch-geistigen Natur-Stimmungen der Erde im Jahreslaufs orientieren. Der Meditationszyklus beginnt immer am Oster-Sonntag, orientiert sich also an einem spezifischen Sonne-Mond-Verhältnis vor dem tropischen Tierkreis. Diese Eintrittskonstellationen sind jährlich unterschiedlicher Art. Hieraus ergibt sich die äußerst erstaunliche Erkenntnis, dass jene Natur-Stimmungen bestimmt werden durch die jährlich und ca. wöchentlich wechselnden Konstellationen zwischen Sonne und Mond! Der tropische Tierkreis spielt dabei lediglich die Rolle einer Orientierungsmarke. Wäre dieser hingegen richtungsweisend, würden auch konkrete Tierkreis-Positionen in Frage kommen, welche dann Sonne und/oder Mond jährlich einnehmen müssten. – Damit hätten wir ein Beispiel für die Tatsache, dass Steiners „Seelen-Kalender“ mit dem tropischen Tierkreis nahezu nichts zu tun hat, da er sich ausschließlich an dem spezifischen Sonne-Mond-Erde-Verhältnis ausrichtet, das als eigenes Bezugssystem vom übrigen Sternenkosmos emanzipiert ist.

    Der tropische Tierkreis ist rein faktisch auch kein Kreis, sondern eine Zeiten-Messskala, die sich als Meridianachse mit der Horizontalachse verbindet. Der „Gang“ der Sonne durch die Ekliptik ist in Wirklichkeit ein Auf- und Absteigen der Sonne an der Meridianachse, bzw. eine Erhöhung und Absenkung ihres Tagesbogens im Jahreslauf.
    Es ist nicht nur astronomisch unsinnig, dass die realen Planeten, abhängig von der Bewegung der Erde um die Sonne, jeweils sich ändernde Einflüsse von der Erd-Ekliptik empfangen sollen; schließlich geht umgekehrt von der Erde auch keine Wirkung auf die Umlaufbahnen anderer Planten aus. Die Erd-Ekliptik ist faktisch unsichtbar und substanzlos, enthält also keinerlei stellare Materie; er ist ein rein fiktives Konstrukt. Aber die Planeten-Geister müssen sich mit den Tierkreis-Wesen verbinden können, um reale Wirkungen zu erzielen, und diese „wohnen“ in den wirklichen materiellen Sternenformationen des authentischen Tierkreises, worin sie ihr Medium haben, um sich zu offenbaren. –

    Wenn man überzeugter Anthroposoph sein will, kann man diesen geistigen Tatsachen nicht entkommen…

    Lieben Gruß

    Hubert

  5. Hubert Siegfried

    Die Diskussion geht ins Uferlose…

    Wer hier zurückgeblieben ist und eine alte Anschauung konserviert, das sind die Jünger des Ptolemäus, welcher der Menschheit jene Verwirrung ungewollt eingebrockt hat.

    Alte ägyptische uns persische Weistümer, die uns von hohen Eingeweihten überbracht sind, zu verteufeln, zeugt von geistiger Blindheit. Rudolf Steiner hat sie immer wieder herangezogen, um uns zu zeigen, dass ihre Lehren von fundamentaler Bedeutung auch für unsere spirituelle Zukunft sind.

    Wenn Sie die Sideriker als ahrimanisch bezeichnen, so muss man das Gegenteil von den Tropikern sagen, welche noch immer dem luziferischen Trug unterliegen, einem Schein-Baren Realitätscharakter zuzuschreiben.

    Ich habe viele Jahre in einem Bio-Dynamischen Landwirtschaftsbetrieb mitgearbeitet und die Verhältnisse durchaus kritisch beobachtet. Auch habe ich dort die zahlreichen Aussat- und Pflanzversuche mitbegleitet, welche, die Einflüsse der realen Tierkreis-Zeichen, planeten-unabhängig, eindeutig konstatierten. Hierzu gibt es auch veröffentlichte Studien: Maria Thun, Hans Heinze – Anbauversuche über Zusammenhänge zwischen Mondstellungen im Tierkreis(!) und Kulturpflanzen“, I u. II.

  6. markustermin

    Hallo Hubert Siegfried,

    nun, die Götter, die man damals angebetet hat, waren Teufeln nicht ganz unähnlich. Jede Erkenntnis hat ihre Zeit und der tropische Tierkreis ist eine genuin christliche Festlegung nach der nicht umsonst alle aktuelle Zeit auf der Erde gemessen wird (selbst das Cäsium-Atom muss sich danach richten – nicht, wie behauptet wird, umgekehrt).

    Ihre landwirtschaftliche Arbeit in Ehren – wenn man sich nur an den Mond hält, sagt Rudolf Steiner, kann man gar nicht soviel falsch machen – nur: wenn Sie sich ein Urteil über die Gültigkeit der Tierkreise erlauben wollen, sind jahrelange Arbeit in der astrologischen Charakterkunde unerlässlich. Dann werden Sie auch keinen Fische-Geborenen, wie Rudolf Steiner, mit einem Wassermann-Geborenen mehr verwechseln.

    Gleichwohl ist Ihre Verwirrung verständlich – es gibt durchaus missverständliche Aussagen von Rudolf Steiner. Diese gehört aber nicht dazu:
    „… schließlich geht umgekehrt von der Erde auch keine Wirkung auf die Umlaufbahnen anderer Planten aus“

    Vielmehr erklärt Steiner in „Mikrokosmos/Makrokosmos“ warum genau das Gegenteil richtig ist.

    Ich muss hier dazu anmerken, dass es mir sehr leid tut, in dieser wesentlichen Frage keine Kompromisse machen zu können – und manches randet an die persönliche Beleidigung – bitte nehmen Sie das ausnahmsweise als nicht soo persönlich gemeint. Ihnen gebührt das Verdienst, dass hier überhaupt über die Frage diskutiert wird.

    Es ist tragisch, wirklich …

    Mit freundlichen Grüßen,

    Markus Termin

  7. Hubert Siegfried

    Zitat: „Keinen Rückhalt in der täglichen astrologischen Arbeit…“ –

    ?? –

    Vorurteil, Hochmut, Empfindlichkeit und beleidigende Diffamation: Das ist die Domaine Luzifers.

    Wie wollen Sie denn jenes zitierte beurteilen können? Kennen Sie nur einen einzigen „siderischen“ anthroposophisch orientierten Astrologen, der t a t s ä c h l i c h unentwegt am Lernen und Erfahren in der Praxis ist und ganz im Geiste der Anthroposophie Rudolf Steiners arbeitet? Zumindest kennen Sie m i c h n i c h t.

    Die zahlreichen positiven Bestätigungen und Zustimmungen ernsthaft an geistigen Dingen interessierter nicht-anthroposophischer(!) Landwirte, Gärtner, Ärzte und Pädagogen meiner Arbeit gegenüber lasse ich für sich selbst sprechen. Auf Belege für Sie verzichte ich, das Sie ohnehin (noch) nicht (mehr) „sehen“ (wollen/können)…

    Vielen Dank für die für mich lehrreiche Lektion!

    Alles Gute

    Hubert

  8. Hermann

    Mensch Leute,

    Ihr schmeißt da mit Sachen umher, das ist tragikomisch. Aber wie heißt es bei Schillern in der Ode an die Freude: Freunde, nicht diese Töne, lasst uns angenehmere anstimmen.

    Wie auch immer, ich will mich ganz sicher nicht als Schiedsrichter aufspielen, aber wie bei Euch die Anthroposophie oder die Astrologie behandelt wird, da kann ich mich nur wundern. Ihr seid wie zwei Boxer, wo keiner des anderen Schlag spürt und trotzdem torkelt ohne es zu bemerken.
    Natürlich sind Eure Erfahrungen – in jeder Hinsicht – wertvoll und zu beachten. Aber keiner hat die Anthroposophie verarbeitet bzw. verdaut. Mit Besserwisserei und Oberklugheiten kommt man der höchsten Menschheitsgabe für diese und die nächste Kulturepoche nicht nahe.
    Wir sind alle Lernende und noch lange keine Meister oder irgendwas in der Art. Dem Leser – mir z.B. – geht das nicht ein, wie hier – blind – Umherschlagende ihre Argumente verteilen.
    Ich habe Eure – zugegebenermaßen – gut durchdachten Schlaglichter versucht zu verstehen. Manches ist mir geläufig, manches kann ich nicht unterbringen mit meinen schlichten Erfahrungen.
    Ob Landwirtschaft oder Sternenkunde: wenn man die, durch Rudolf Steiner, gegebenen Angaben aus dem ganzen Ideenkosmos den er uns geschenkt hat, betrachtet, dann kann doch zuvorderst nur Ehrfurcht und Demut die Folge sein. Und schon keine Irrungen und Wirrungen die da sein sollen bei ihm.
    Das ist alles viel größer als wir es sind. Bleiben wir beim eigenen Leisten und offen für alles.
    Eine Übung heißt doch: zuerst die Dinge als wahr hinnehmen – der schiefe Turm von Pisa ist gerade – und dann zur Prüfung übergehen. Das geschieht aber nicht mit den eigenen Erfahrungen allein, sondern durch objektives Denken, das sich den Phänomenen hingibt, um dann mit dem Trio Sinn-Ich-Idee das Wahre zu finden sucht. Die Idee zum Ideal gestalten heißt, sich in moralischer Phantasie üben, sprich, der Idee erlebend gegenüberstellen, das dem Ganzen immanent Enthaltende entdecken und entwickeln wollen.
    Die Zusammenhänge sind auch bei Euch auffindbar, wenn Ihr Euch – gefälligst – darum bemühtet, zuerst einmal einander gelten zu lassen in Euren Erfahrungen und Erkenntnissen. Nichts ist falsch, aber zu oft einseitig (auch Powell stellt Behauptungen auf in seinen Büchern, die ich nicht mitgehen kann. Blankenhorn u.a. stellen auch Thesen auf, die zu bedenken sind, und doch stellt sich mir oft die Frage, ob wir dazu überhaupt Astrologie brauchen).
    Ja, wie sagte doch Wilhelm Busch treffend:
    Welch ein wirr Geweb‘ wir weben, wenn wir nach der Wahrheit streben.
    Für mich steht Rudolf Steiner in sicherster vorderer Linie. Ohne ihn hätten wir nichts, gar nichts, was die Sachen, über die wir streiten, erhellen könnte. Wir sind doch alle lange genug schon auf der Erde um uns anders zu verhalten. Bescheidener vor allem. Die Welt ist so wunderbar, dass wir kleinen Menschen uns doch nichts derart erlauben dürften, dass wir bereits Schöpfer seien. Dass das noch kommen wird – wie Rudolf Steiner auch mitteilt – können wir doch jetzt noch nicht erwarten, wo doch das dunkle Zeitalter erst 118 Jahre vorbei ist. Und es hat uns doch vor allem die Dunkelheit erhalten. Das Licht ist nicht leicht zu finden. Im Märchen Goethes heißt es: Erquicklicher als Licht ist das Gespräch. – Und weiter führt es in Liebe getan.
    Seien wir also vor allem eines: wachsam.
    Die Wissenschaften aller Art meint zwar, Schöpfer sein zu dürfen, aber was richten sie an? Freuen wir uns doch als Suchende die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners haben zu dürfen, die andere nicht zu finden wissen, oder verleugnen, ja, eigentlich nur aus einer unbegründeten Angst dem Geistigen gegenüber in riesiger Anzahl verweigern. Wie auch immer. Wir tun es nicht und sollten für die (karmische) Gnade dankbar sein. Und darum ist Streit jedweder Art kontraproduktiv und wird uns den Christus nicht gut zu öffnen wissen.
    Und lasst bitte – im Streite – Luzifer und Ahriman draußen, denn Ihr wisst – das behaupte ich – gar nicht wirklich, was die beiden Engelgruppen eigentlich für uns sind. Das sind doch spirituelle Ökonomien, deren Geheimisse uns nur langsam offenbar werden. Dazu gehört ebenso Demut wie die Akzeptenz, dass beide uns haushoch überlegen sind. Die Anthroposophie will helfen, dass jeder seinen individuellen Zugang zur Sache, zu den hierarchischen Kräften, in Erkenntnis, findet und sich eingliedern lernt als Schüler des Geistes und der Freiheit, und die Gnade erwartet, in dem was sich uns – individuell – offenbaren will, wenn wir uns bescheiden vorbereiten und keine Erwartungen haben.

    Viele Grüße
    Hermann

    1. markustermin

      Lieber Hermann,

      netter Versuch – aber machmal muss man auch als Waage-Aszendent eindeutig Stellung beziehen. Wer sowas schreibt: „Die Erd-Ekliptik ist faktisch unsichtbar und substanzlos, enthält also keinerlei stellare Materie; er ist ein rein fiktives Konstrukt“ – also de facto rein materialistisch argumentiert, wo doch der Herr Doktor immer und immer wieder betont, dass astral nunmal astral sei – und es dazu noch in der Astrologie ausschließlich ums Astrale geht, dem muss ganz entschieden entgegengetreten werden. Ich darf Dich außerdem auf Deine eigene Literatur aufmerksam machen: es ist absolut nicht in Steiners Sinn, sich selbst für jemand zu halten, der zu keinem Urteil fähig ist – aus welchen Gründen auch immer: dazu hat Archiati alles Nötige gesagt. Wer hat eigentlich dazumal Elisabeth Vreede, Rudolf Steiners Astrologin (auch Waage-AC), aus der Gesellschaft ausgeschlossen und warum? Mir scheint, die Gesellschaft braucht eine historisch kritische Bestandsaufnahme – andernfalls ist zu vermuten, dass offenbar bestimmte Kräfte, die daran arbeiten, die Anthroposophie in den Materialismus einzubetten, die Oberhand gewonnen haben und den Namen der alterehwürdigen Gesellschaft – möglicherweise ohne es selbst zu wissen – missbrauchen*. Das aktuelle und langsam versandende a-tempo spricht auch diese Sprache. Der Geistgehalt wird immer dünner. Ich teile dieses Gefühl mit einigen anderen am Geist der Sache Interessierten (auch) Nicht-Astrologen. Steiners Aussagen zum Tierkreis sind eindeutig genug, dass sie keinen „siderischen Tierkreis“ im Gebrauch erlauben. Diese Frage ist zentral und kann nicht per Kompromiss entschieden werden, wie alles, was die Wahrheit betrifft. Christus bringt auch das Schwert.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Markus

      * Bemerkenswert bleibt, dass in Prag der Geistbegriff weiter gefasst zu sein scheint, dafür Toleranz und Wissen größer …

  9. Hermann

    Lieber Markus,

    da kann ich Dir nur beipflichten.
    Ich habe die Aussage nicht gleich gefunden, aber die Argumentation ist für einen geisteswissenschaftlich Forschenden einfach nicht ausreichend, kann es auch nicht sein. Wenn also die Erdekliptik so ist wie sie ist, stellt sich doch sofort die Frage, warum so und so.
    Es ist für so einen Menschen, der das genauer kennt aus der Anthroposophie, doch unabdingbar, dass die Hierarchien es selber sind, die es darstellen. Seraphime stellten das Sonnensystem in diese ‚Ecke‘ eines sichtbaren ‚Raumes‘ und machen gleich den Tierkreis, stellen Planeten und den Arbeitsplatz Erde da hin, wo wir sind. Einfachst ausgedrückt.
    Wenn die Erde einst selbst Tierkreis wird, ist das doch ein grandioses Bild für den unsrigen, der sich aus derselben ‚Art‘ entwickelt hat. Wir sind wieder beim Staunen und der Ehrfurcht.

    Also jetzt, nach vielen Jahrtausenden und der ‚Erstarrung‘ des Sichtbaren ist es ein uns berechenbarer Platz geworden. Gehen wir da tiefer, dann lässt sich das Erstarrte durch das Lebendige wieder ergreifen. Christus bringt unseren Tierkreis in Bewegung, aber er lässt die Berechnung zu, weil … es für uns unabdingbar ist, unseren Kosmos kennenzulernen, auch in der Astronomie. Schwierig wird es erst, wenn Dogmen auftreten. Natuwissenschaftler sind inzwischen so, weil ihnen die Beweglichkeit des Geistigen fehlt und sie nur erstarrt denken können.
    Christus lässt uns aus dem 0°-Widder heraus beweglich im Horoskop denken.
    Es wird die Mondenwelt Jahwes und die von Ihm gebrachte Sonnenwelt in Bezug gebracht. Deine Annahme, dass die Tag-und Nachtgleiche der alleinige Bezugspunkt sei, macht einen Schuh draus. Hier ist die Welt der Finsternis (Mond-Jahwe), der Welt des Lichts, der Sonne, die ihn bestrahlt, erhöht zur Wandlung, zur Heilung durch Ihn.
    Also, dadurch, dass der Hintergrund sich ändert, haben wir es nötig einen festen Bezugspunkt zu wählen um unsere Individualität zu erkennen und zu erleben. Dafür ist Er ja gestorben, abgestiegen und auferstanden.

    Die Hinauswürfe 1935 waren getragen von Eitelkeit und der Schläfrigkeit des Michaelgedankens geschuldet. Es hätte niemals passieren dürfen. Heute bemüht man sich es besser zu verstehen, teils sogar mit Aufhebung der Ausschlüsse. Aber das kann nur der Beginn einer Wiedergutmachung sein.
    Die Anbiederung an die Wissenschaft hat Archiati schon deutlich gemacht in seinen Beiblättern.
    Auch hier hat Rudolf Steiner unmißverständlich gesagt, daß es nicht angeht, die Position der Anthroposophie zugunsten einer Akzeptanz mit Fußwassersaufen – das ist nicht die Fußwaschung -, zu untergraben. Das war gegen sehr bekannte Mitglieder gerichtet gewesen.
    Nein, ganz im Gegenteil. Wenn man es ganz ernst nimmt mit der Geisteswissenschaft, dann muß man sehr deutlich sagen: im allerbedeutsamsten Sinne ist das auch eine der Sünden, die nicht vergeben werden: nämlich die Sünden wider den Heiligen Geist.

    Herzlichst
    Hermann

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