Foto Termin © nach Gabriele Münter
Liebe Leserinnen und Leser,
in dem Bild von Gabriele Münter – einer Fische-Persönlichkeit mit Pluto/Stier-Mond und Mars/Jupiter Konjunktion im Schützen – daher ihr Idealismus und ganze Kraft bei Kandinsky, dem zu Recht eingebildeten Superhelden der Kunst. Dazu der meist sehr gutmütige Stier-Mond.
Oberes Gabriele Münter-Bild erinnert eher an Neo Rauchs Bewußtseinstreppen. Der Kranz der Madonna – die aber bitter schaut – auch auch die Astrologie dieser Fische-Persönlichkeit wunderbar bekränzt … in Gabriele Münters Bild repräsentiert das Ich der kleine Vogel, wie mir scheint – in der davon unverschämterweise als neues Kompositions-Kunstwerk genommenen Fotografie kommt ein anderes Punktum (nach Roland Barthes, der zuerst bemerkte, daß es in wertvollen Bildern immer etwas gibt, was in Bezug auf die Komposition des Bildes aus dem Rahmen fällt – und das nannte er „Punktum“ – siehe, Roland Barthes 5.11.1915 Cheerburg) in seinem wunderbaren Buch: „Die Helle Kammer“) fast unbemerkt in die Mitte: das gespiegelte Fenster-Vorderglasmalerei. Aber auch das ist ein Symbol für das Ich.
Gabriele Münters Zeichnungen und Wandmalereien sind wahrhaft verzaubert:
© Gabriele Münter
Was ist denn ein „Ich“? Das Ich zu entdecken, meine ich, ist ganz einfach – und doch wieder nicht so ohne weiteres gegeben. Eine Grundvoraussetzung ist, daß Sie damit vetraut sind, zu wissen – nein, – nicht zu wissen, nichts zu wissen, nach dem Motto; „Ich weiß, daß ich nichts weiß … “ – sondern – und darum geht es: daß Sie damit vertraut sind, zu wissen, daß kaum einer Ihrer Gedanken selbstbstimmt ist, sondern die allermeisten zu einer flexibel geprägten Form gehören, der einem großen „Pool“ ähnlich Gesinnter gleichfalls angehört.
Und jetzt kommt der entscheidende Gedanke: diejenige Instanz, die nun zurücktreten kann, und sich sagen kann: „Moment mal, ich denke ja gar nicht meine Gedanken, sondern eine Vielzahl meiner Gedanken sind Gedanken, in denen Dämonen oder Götter durch mich oder dich hindurchsprechen, während wir reden oder auch nur zu denken glauben.“ Dies einmal entdeckt wird aber wieder vergessen – zumindest prinzipiell – wird es trotzdem nicht leicht sein, sich aus dem Abhängigkeitsgeflecht einer codierten Selbstwahrnehmung zu befreien – zur Entdeckung des Ichs.
Nochmal im Klartext: das Ich ist das, was beobachtend erkennt, wie die Gedanken durch Dich selbst hindurchfließen, Dich u.U. sogar benutzen und von Dir Besitz ergreifen. Das Ich ist Kraft seiner Neutralität der erkennende Spiegel der Welt. Es erinnert an Hermes. Weil das Ich erkennt, daß scheinbare Gedanken nicht selbst sind, sondern vorgefertigte Moralvorstellungen – ist es naturgemäß der natürliche Feind des Militärs. Echte Gedanken hingegen sind die Sache des Ichs – I and I, sind selbstgemachte Moralvorstellungen aus philosophischer Erkenntnis. Und so fand ich zum Glauben: über die Philosophie, deren Meistert Jesus ist im Neuen Testament.
Daher ist so ein „Ich“ nur mit Frömmigkeit zu haben, es ist im Bilde. Die Erkenntnis, so gar nichts machen zu können – weil es tatsächlich Götter oder Dämonen sind, die unseren Körper benutzen, wie eine Marionette – ist ja eben gerade die Erkennniskraft des Ichs. Dadurch – im Sinne des Tao – versammelt es durch Nicht-Tun alle Kraft für sein Ziel – möge sein Ziel gut sein.
Nur Einer konnte diese Verhältnisse umkehren: der Christus Jesus. Daher ist Nachfolge in Christi im reinen Tao nicht (mehr) möglich, denn die Regeln des Geistigen integrieren wahre Taten in den „Kanon“ der Wirklichkeit. In Christus erfährt die Naturkraft eine menschliche Aktivität. Christus Jesus hatte das Tao optimal ausbalanciert, und konnte trotzdem im Folgerichtigen seines Weges zu einer Tat durch Unterlassung kommen – die Unterlassung, Widerstand geleistet zu haben, war die Tat: und gebiert neue Taten.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
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