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Wien und Delfin
Am 26. Februar treffen sich Venus und Merkur – Venus ist gerade schneller und überholt den vor kurzen noch rückläufigen Merkur – im Zeichen Wassermann auf etwas 10 Grad und die beiden, die liebliche und der neutrale, bleiben ein paar Tage in einem Orbis von ca. einem Grad beieinander. Merkur hat auf diesem Grad bestimmte „Würden“, wie die Alten sagen: er regiert das Dekanat und hat dort „seinen Grad“, und die Triplizitäts-Würde des Wassermanns gehört ihm bei Nacht auch. Er ist daher der stärkere von beiden Planeten.
Diese Begriffe: „Würden, Triplizität, Dekanat“, entstammen einer Sprache, die Johannes Kepler noch verstand und auch Paracelsus. Kaiser Augustus wird sie so oder ähnlich gekannt haben, und wahrscheinlich auch Columbus, Aristoteles und Moses. Nach solchen Begriffen – gehoben aus dem Erfahrungsschatz einer uralten Beobachtung, die weit in vorgeschichtliche Zeiten zurückreicht – wurden die „Zeitqualitäten“ bestimmt. Heute glaubt man, Zeit sei eine neutrale, messbare und linear verlaufende Sache. Damals wußte man: Zeit ist eine metaphysische, rhythmische und auch ereignishafte Qualität, deren sichtbare Komponente, die Bewegung (der Planeten) bestimmte Rückschlüsse auf unsere Befindlichkeit erlaubt.
Die Befindlichkeit bei einer „Konjunktion“, also einer Verbindung der Venus-Merkur Kraft im Wassermann deutet auf Freiheit (Wassermann), Energie (Wassermann) und Polarität (Wassermann) mit Geld (Venus), Liebe (Venus), Harmonie (Venus), sowie Witz (Merkur), Wissen (Merkur) und Zauber (Merkur). Wo sich diese Konjunktion in Deinem Horoskop auswirkt, hängt von der Haus-Position ab, in der diese Konjunktion stattfindet.
Grundsätzlich bedeutet sie aber für die mundane (auf die ganze Welt bezogene) Astrologie, dass wir in diesen heftigen Zeiten (der rückläufige Saturn wird allmählich für viele den A … auf Grundeis setzen, und zwar in Gebieten, die etwas mit Dienst an Kranken und allerlei andere Töpfchen-Kröpfchen Notwenigkeiten und auch eventuell Verdauungsproblemen (Jungfrau) zu tun haben) … dass wir also in diesen heftigen Zeiten auch endlich mal etwas geschenkt bekommen.
Majoran, Haselnuss und Lungenkraut werden Merkur zugeordnet, der Papagei, die Schwalbe, der Affe, Griechenland, Ägypten und Paris.
Die Venus regiert Polen, Arabien, Österreich und Zypern, den heißen und feuchten Südwind. Ihr Fisch ist der Delfin, ihr Wochentag ist Freitag, die weiße Rose, Oliven und Feige. Im Winter allerdings kündigt sie Regen und Schnee an, während sie im Sommer Ruhe und klares Wetter voraussagt. (nach William Lilly)
Fidel, der Löwe
Fidel Castro ist Löwe. Während dieser Tage der Mond über seine Sonne ging, dankt er endgültig ab. Viele sagen: endlich. Wenn wir darüber diskutieren, hält man mir vor, dieser Mann sei ein die Menschenrechte verachtender Diktator, sonst nichts. Blut klebe an seinen Fingern (oder Reißzähnen). Dass nun der Mond gleich eine Station weiter in der Jungfrau seine Finsternis in Konjunktion mit Regulus, dem Stern im Herzen des Sternbilds Löwen und mit Saturn rückläufig haben wird, alles also Symbole der zurückgenommenen Herrschaft, macht diesen Rückzug astrologisch zum Lehrstück. Castro hätte keinen passenderen Zeitpunkt finden können. Aus seinem Geburtshoroskop (2 mal anklicken bitte) …
… klar ersichtlich ist auch Uranus in den Fischen an der Spitze zum zehnten Haus. Er will dort einen Umbruch und Wechsel der Autorität und des Lebensziels. Dass dieser Wechsel für ihn lebensbedrohlich ist, mag die Quadratstellung von Pluto zu Uranus veranschaulichen. Interssant ist auch, hier das Geburtsbild eines lebenden Mannes zu sehen, der seine Uranus-Wiederkehr mit etwas mehr als 83 Jahren erleben kann. Und vielleicht sogar die Opposition Pluto – Pluto, was wohl daran liegt, dass Pluto von Krebs bis Saturn schneller läuft, als von Saturn zu Krebs. Fidel Castros Geburtszeit ist natürlich alles andere, als sicher. Dennoch glaube ich, Zwillings-Aszendent könnte stimmen, denn reden kann er wirklich über Stunden und Stunden, und laut Oskar Adler ist der Zwillingsaszendent jemand, der all seine Zuhörer durch sprachliche Netze verwirrt, damit – zu seiner eigenen Sicherheit – nur er sich noch auskennt.
Dennoch
Wenn ich ein „dennoch“ anfüge, so nicht deshalb, weil mir Diktatur sympathisch wäre. Wer sich in der Karibik auskennt, weiß, dort ist kein Wirtschaftswunder zu machen: es ist zu heiß, es ist zu magisch. Die Nächte sind dunkler als hier, man lebt in der Nacht, der ganze Tag ist Siesta; es geht nicht anders. Warum muß die ganze Welt die Qualität eines Landes in Einfuhr- und Ausfuhrquten messen? Weil die Kubaner Autos, Kühlschränke und Handys wollen, CDs, bedruckte T-shirts und Designer-Klamotten? Castro hat sich bislang nicht zuletzt deshalb halten können, weil wir alle tief im Inneren wissen: das kann`s nicht sein. Wir Menschen sind mehr, als Bauleute am Turm zu Babel. Nicht, als hätte Castro eine wirkliche Alternative geboten. Sein oft zitierter Ausspruch, als man ihm vorwarf, Cubanische Frauen könnten ihre Familie nur durch Prostitution ernähren, obwohl sie doch studiert hätten, war: „Nun, bei uns sind die Nutten wenigstens gebildet.“ Das ist Zynismus. Und dennoch ist dieser Mann ein Sinnbild für den Mangel an Sinn in einer rein kapitalistischen Welt. Könnte doch diese Welt das Geld wieder freiwillig dort investieren, wo es sinnvoll ist. Der Weg, den Bill und Melinda Gates gehen, ist zehnmal erfolgreicher, als jedes gleichfalls zynische Wirtschaftsembargo.
Himmel Spiegel Geist
Ganz feine Linien
NBG 13.02.2008 22:45
Es gibt Phänomene. An sehr sternklaren Nächten. Man betrachtet den dunklen Himmel. Was ist da? Zwischen den Sternen sind hauchdünne, spinnwebenfeine Linien gezogen, wie man sie auf Sternkarten sieht. Sind diese Linien da? Stellen sie eine Art Projektion der Karten auf den Himmel dar? Aber nein: ich schwöre, sie sind da! Traue Deinen Sinnen und schau Dir den Himmel an: hauchdünne, weiße, sehr feine Verbindungen auf dem jeweils direktesten Weg zwischen Licht und Licht. Wir leben in einer Welt, die wir nicht kennen. Hinter der Welt ist noch eine Welt.
