Geschichte, Personen, Poetry, Weltbild

Neptun-Uranus Rezeption

erde-und-neptunFotomontage: NASA

“ … als Le Verrier damals die Bahn des Uranus untersucht hat, hat er auch festgestellt, dass Neptun sich nicht so bewegt, wie es die Gravitationstheorie vorhersagen würde. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Theorie falsch war. Sondern nur, dass da etwas war, dass man vorher noch nicht kannte und dessen Einfluss man deswegen auch nicht berücksichtigen konnte. In diesem Fall war das der Planet Neptun. Genau so war es mit der dunklen Materie. Die Astronomen können „sehen“ dass sie da ist – eben weil sie (auch wenn sie nicht leuchtet) gravitativ wirkt. Und diese gravitative Wirkung macht sich in der Bewegung der sichtbaren Sterne bemerkbar.“

So schreibt Dr. Florian Freistetter am 4.12.08 in seinem Sience-Blog. Nun müssen wir anfügen, dass jenes kleine Wörtchen „… war es mit der dunklen Materie …“ nicht zutreffend ist, sondern man forscht diesbezüglich, und abgesehen von einer großen Unwägbarkeit und einer Vermutung gibt es gar nichts. Solche Täuschungen sind jedoch typisch für das astrologische Wirken des Neptun.

Wirklich interessant ist, dass Neptuns Entdeckung aufgrund der Abweichungen von Uranus Umlaufbahn von zwei Mathematikern zeitgleich und unabhängig voneinander vorbereitet wurde. Gesichtet wurde Neptun wohl am 23. November 1846. Da stand er wie heute im Wassermann und pflegte eine Konjunktion zu Saturn, als hätte er den gebraucht, um in die Welt der festen Dinge hineinzukommen. (Wir kennen Neptun also noch keinen Umlauf lang durch den Tierkreis, und werden dies am 3. Mai 2009 zum ersten Mal erleben!) Die beiden Mathematiker, die damals die Vorarbeit zur Sichtung leisteten, hießen Urban Le Verrier, geboren am 11. März 1811 um 10:00 AM in Saint-Lô, Frankreich:

leverrier_l11

le-verrier… und John Coach Adams (geb, 5. Juni 1819 in Leneast, Cornwall, GB). Wir können erkennen, dass Neptun zur Zeit seiner Entdeckung (Wassermann 25.20°) im Haus 10 von Le Verrier stand, und dazu im genauen Quadrat zu Jupiter im 12. Haus im Stier: dem Unendlichen Substanz (Jupiter, Stier, 12) geben, und dabei Wissen und Bewußtsein erweitern, allerdings in Form eines kollektiven Wettstreits. Dabei zeigt sein Geburtsbild, genau wie zur Entdeckung des Planeten Neptun, ebenfalls eine Konjunktion Neptun-Saturn.

Zeitgleiche Entdeckungen sind in der Wissenschaft keine Seltenheit. Das Periodensystem der Chemie selbst wurde 1869 nahezu gleichzeitig und unabhängig voneinander von Dmitri Ivanovitch Mendeleiev, 8. Februar 1834 in Tobolsk, Russland und Julius Lothar von Meyer (19. August 1830, Oldenburg) begründet. Ähnliches wird von der Entdeckung des Aids-Virus berichtet. Luc Montagnier (geboren am 18. August 1932 um 2:00 AM in Chabris, Frankreich) und Robert Gallo (geb. 23. März 1937 in Waterbury, CN) USA entdeckten das Virus zeitgleich.

Der Zusammenhang zwischen allen drei Entdeckungen (Virus, Chemie, Planet selbst) ist astrologisch als Neptun-Zuordnung eindeutig klassifiziert (das Penicillin könnte man auch noch benennen, doch da ist die Geschichte uneindeutig).

Merkwürdig genug sind diese „Zwillingsentdeckungen“, die von rein materiell denkenden naiven Realisten (als Denkrichtung, nicht als Beleidigung gemeint!) dem Zufall zugerechnet werden. Uns Astrologen ist dies – das scheinbar Zufällige – und weit mehr Forschungsmaterie. Interessant und bedeutungsvoll ist auch das Horoskop des Uranus Entdeckers William Herschel, welches ich in unterer Grafik mit seinem Todestag in ein Synastriebild kombiniert habe (zum Vergrößern zwei mal draufklicken):

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William Herschel, geb. am 15. November 1738 in Hannover, gest. am 25 August 1822 Sough

herschel-bild

Abgesehen davon, dass dieses Portrait optisch den Skorpion reinsten Wassers zeigt (Waage-AC scheint mir auch möglich), bietet das Horoskop seines Todeszeitpunkts die gradgenaue Konjunktion von Uranus zu Uranus Radix, eben jenes Planeten, den er entdeckt hat. Herschel wurde genau so alt, wie der von ihm entdeckte Planet Uranus für einen Umlauf braucht. Und auch die Neptun Korrelation zeigt sich im Horoskop, nämlich durch eine Opposition des laufenden Neptun zum Geburtsneptun. Was jedoch nicht verwunderlich ist, weil die beiden Planeten rhythmisch miteinander „tanzen“. Den Krebs-AC habe ich auf die rhythmische Auslösung (nach Döbereiner) seines Uranus erstellt, reine Spekulation, aber doch auch Forschung. Man/frau beachte auch die gradgenaue Mondknoten-Opposition zum Todestag.

Kommen wir zurück auf den Anfang unseres Posts, wo ein Astronom, Dr. Freistetter, versucht, die Neptun-Entdeckung anlog zur „Entdeckung“ der „dunklen Materie“ (Spekulation) zu setzen. Wer so etwas macht, wird dabei – wen wunderts – von Neptun beeinflußt, das bedeutet verwirrt. Denn Neptun ist astrologisch nicht nur Chemie, Viren, der Schleier und positiv der Regenbogen, sondern auch die Täuschung! Mit Herr Dr. Freistetter ist nun freilich nicht gut Kirschen essen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Esoterik zu bekämpfen. Sprechen wir jedoch von „dunkler Materie“, so sprechen wir von geschätzten 95% des gemessenen und gewogenen Universums! Abgesehen davon, dass das wirklich sehr spekulativ ist, müssen wir auch feststellen, dass ein Fehlerquotient von 95% wohl oder übel den kosmologischen Rechnungen zugrunde liegen muss, nach denen eben gerade die Existenz der sogenannten „dunklen Materie“ als Hypthese postuliert wird. Dies freilich kommt Naturwissenschaftlern mit der Hoffnung auf CERN-Ergebnisse nicht mehr selbstkritisch zu Sinn, weshalb sie einen erstaunlich großen Teil ihrer Zeit dem Kampf gegen die „Esoterik“ widmen. Auch glauben Sie, die quantenphysikalischen Messungen schon verstanden zu haben, und lassen sich gern zu einem jovialen Ton herab, wenn sie mitbekommen, dass man nicht in ihrem Sujet promoviert hat. Allein, dass namhafte Vertreter ihres eigenen Faches dies anders sehen, wird verdrängt:

„Viele Physiker hofften, dass die Welt in gewissem Sinne doch klassisch sei – jedenfalls frei von Kuriositäten wie großen Objekten an zwei Orten zugleich, doch solche Hoffnungen werden durch eine Serie neuer Experimente zunichte gemacht“, sagte der dieses Jahr verstorbene Physiker und Nobelpreisträger John Archibald Wheeler.

„Unsere Gedanken, unser Wille, Bewusstsein und Empfindungen weisen Eigenschaften auf, die als Merkmale des Geistigen bezeichnet werden können. Damit sind Intentionalität, Nicht-Lokalität, Nicht-Kopierbarkeit, Nicht-Kommunizierbarkeit usw. gemeint. Der Geist ist also im wahrsten Sinne »nicht zu fassen«. Geistiges lässt keine direkte Wechselwirkung mit den bekannten naturwissenschaftlichen Grundkräften – wie Gravitation, elektromagnetischen Kräften etc. – erkennen. Auf der anderen Seite aber entsprechen diese Eigenschaften des Geistigen haargenau denjenigen Charakteristika, die die äußerst rätselhaften und wunderlichen Erscheinungen der Quantenwelt auszeichnen“,

so schreibt Dr. Christian Hellweg, der praktischerweise Physik und Medizin studiert hat, und vielleicht etwas tiefer blicken kann. Und Dr. Hans-Peter Dürr, der ehemalige Leiter des Max-Planck-Instituts für Physik in München …

“ … vertritt heute die Auffassung, dass der Dualismus kleinster Teilchen nicht auf die subatomare Welt beschränkt, sondern vielmehr allgegenwärtig ist. Mit anderen Worten: Der Dualismus zwischen Körper und Seele ist für ihn ebenso real wie der “Welle-Korpuskel-Dualismus” kleinster Teilchen. Seiner Auffassung nach existiert ein universeller Quantencode, in der die lebende und tote Materie eingebunden ist. Dieser Quantencode soll sich über den gesamten Kosmos erstrecken.“ (Readers Edition)

All diese Dinge sind astrologisch gesehen Neptun-Phänomene: das Nicht-Wissen, ob es sich um Welle oder Teilchen handelt, die Veränderung der Ortsbestimmung von Photonen allein durch Beobachtung, Nicht-Lokalität, ect. Und dass sie so sehr in den Vordergrund rücken, mag der anhaltenden Neptun-Uranus Rezeption geschuldet sein (einer im Zeichen des anderen), die wie eine Durchdringung und Verstärkung wirkt.

Wir können uns darauf vorbereiten, wenn unsere Physiker endlich den objektiven Beweis ihrer Grenzen gefunden (bzw. begriffen) haben werden, ihnen freundlich und interessiert zur Seite zu stehen mit den erstaunlichen und fast unerforschten Tiefen der Astrologie und des Bewußtseins. Wir wissen als Astrologen sogar, wann dies sein wird: wenn „Butter bei die Fische geht“, also 2012 ff., wenn Neptun in die Fische geht!

Personen, Poetry

Rainer Maria Rilke

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4. Dezember 1875 um 23:50 PM in Prag

rilke

Daraus, daß einer dich einmal gewollt hat…

Daraus, daß einer dich einmal gewollt hat,
weiß ich, daß wir dich wollen dürfen.
Wenn wir auch alle Tiefen verwürfen:
wenn ein Gebirge Gold hat
und keiner mehr es ergraben mag,
trägt es einmal der Fluß zutag,
der in die Stille der Steine greift,
der vollen.

Auch wenn wir nicht wollen:
Gott reift.

R.M. Rilke

Dies ist das achte Gedicht aus dem „Buch vom mönchischem Leben“, 1899. Es ist Teil einer Kompilation, die Rilke „Das Stundenbuch“ nannte, und schon dies allein verpflichtet mich, dem großen Dichter zu huldigen. Ich komme etwas zu spät für den Jubilar, aber immer noch steht die Sonne im Schützen, also laut indianischer Astrologie im Zeichen der Eule. Zum Wassermann-Mond sagt Oskar Adler ein paar eulenweise Worte: „Es entsteht so das Bild eines Menschen, der zeitlebens in dem Glauben befangen ist, vor allen anderen ausgezeichnet und etwas danz und gar einmaliges zu sein, aber nicht begreift, um wessentwillen er eigentlich diese Auszeichnung genießt.“ „Mit Mond in Wassermann ist man entweder die unverstandene Frau, oder der verkannte Mann.“ Wenden wir diese Zeilen auf obiges Gedicht an, so begreifen wir schnell, dass einfache Psychologie beim Genie an eine Aussagegrenze stößt. Denn das Unverstandene und Unverständliche, das Einzigartige, das Hervorgehobene ist hier, wie bei allen Rilke Gedichten in Worte gegossen, die es eben doch – dies das tiefe Geheimnis der poetry (um nicht „Poesie“ zu sagen) verständlich ist, und zwar so sehr, dass Rilkes Gedichte gleich denen des nicht minder genialen Hölderlin sogar über kurz oder lang absolut praktische und brauchbare Wegweiser für den einzigen Weg, den es sich zu gehen lohnt, sind: den Weg der Seele zu sich selbst. Sein Wassermann-Mond wird ihn auch an Lou Andreas-Salome gebunden haben (12. Feb. 1861 St. Petersburg), eine Wassermann-Frau mit unendlich offenem Fische-Mond. Lou Albert-Lasard, Skorpion mit wahrscheinlich Schütze-Mond (10. November 1885 in Metz) hatte, wie Rilke, eine Steinbock-Venus. Warum er sich vom Namen Lou angezogen fühlte, hab ich noch nicht rausgefunden. Ob es mit der verstorbenen Schwester zu tun hatte? Dass sich der Dichter in der bohème heimisch fühlte, zeigt uns die Lilith in vierten Haus. Und seine Unstetigkeit bei der Wohnortwahl mag dem Trigon von Uranus und Sonne geschuldet sein. Bei einem Dichter muß ich wohl nicht eigens auf Jupiter und Merkur in Haus 3, dem des Schreibens und der Intelligenz hinweisen?

Personen

Mann mit drei Bindungen

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Nun, was meint ihr? Schwarz als Hintergrund zu deftig? Ich hatte versprochen, von meiner Wassermann-Venus zu schreiben. Voilà! Das liebt die Wassermann-Venus. Das Besondere, das Andere, das Ungezähmte, das Freie! Und wenn sie dies dann genug geliebt hat, dann mag sie wieder lieber das Einfache, Klare, Eindeutige, Gebundene, weil sie doch erkennt, dass Freiheit nur existieren kann in gegenseitigem Halt. Doch diese Erkenntnis ist ihr Kopf-Geburt, sie steht im Geist-Luft-Zeichen.

Das oberste Horoskop zeigt einen Mann, der dreifach gebunden ist: Einmal an seine Ehefrau. Deren Horoskop sieht man hier nicht. Doch die beiden haben lange nichts mehr miteinander zu tun, sind aber verheiratet. Wir sehen seine Mars-Venus Konjunktion im Krebs, dem Familienzeichen. Ein Mutter-gebundener Mensch also. (Und die starb dann leider letztes Jahr.)

Bindung Nummer 1 ist die Ehefrau. Bindung Nummer 2 ist das unterste Horoskop. Dies ist seine Lebensgefährtin. Aber o.k., ich sag schon mal, worauf ich hinauswill: alle drei Horskope haben eine Venus-Mars Konjunktion, wenn auch in unterschiedlichen Zeichen! Denn Bindung Nummer 3, das ist meine Klientin, die ebnfalls Mars-Venus hat, jedoch in der Waage (mittleres Bild).

Solche Bilder lassen sich nicht nach festen Regeln kombinieren, Statistik scheidet da aus. Und doch sieht man sofort das übereinstimmende Muster. Bei den beiden Frauen (mittig und unten) wird dies außerdem durch den Skorpion-Mond bestätigt. Das Horoskop der Ehefrau und das der Mutter kenne ich leider nicht, aber sicher werden die eine Skorpion-Bedingung mitbringen. Alle drei Horskope sind übrigens ohne Geburtszeit, 12:00 ist daher nur eingesetzt und der AC stimmt nicht!

Fotos, Fragen, Geschichte, Mond, Personen, Weltbild

Widder-Mond

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Foto Markus Termin © 08.12.08 0:25 NBG

Nürnberg 21:17 – untere Horoskope zeige ich ausnahmsweise nicht, um einen besonderen „Fall“ zu besprechen, sondern wegen der Übereinstimmung von Mond und Aszendent. Schon öfter habe ich hier erwähnt, wie bei der überwiegenden Mehrzahl meiner KlientInnen mindestens eine deutliche Übereinstimmung zwischen Geburtshoroskop und dem Zeitpunkt der Kontaktaufnahme zu beobachten ist. Sehr häufig (80%) ist es der eigene Aszendent. Wir sehen oben das Geburtsbild der Klientin, unten den Zeitpunkt ihres Anrufes, das sogenannte Stundenhoroskop. Die in diesem Fall vorliegende, doppelte Übereinstimmung, Mond und Aszendent, bestätigt denn auch den knappen Krebs-AC der Klientin.

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Ich kann noch verraten, dass es sich um eine Haus 5 Frage handelte, und Venus war gerade dabei, das Zeichen zu wechseln. Schon jetzt steht sie auf 1° Wassermann (dazu die Tage mehr, ich bin da Spezialist!).

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Foto Markus Termin © 08.12.08 16:26 NBG

Eine wirklich geniale Beschreibung zu Mond im Widder findet sich bei Randolf Schäfer. „Verweilen“ Mond im Widder-Menschen „in Passivität, meldet sich im Inneren eine bewertende Instanz, die ständig beobachtet, was sie jetzt gerade tun, und ob dies mit ihrem aktiven Persönlichkeitsempfinden konform geht. Das bedeutet, dass sie in Phasen der Erschöpfung sich selbst nicht annehmen können und sich unwert empfinden.“ … „denn sehr schnell kann es geschehen, dass sie sich energetisch vollkommen überfordern.“ Sie sind in ihrem Muster einsam, und es scheint ihnen, als würden sie gegen die ganze Welt antreten.“ Oskar Adler schreibt ausnahmsweise einfach und deutlich: „Sich nichts gefallen lassen, unter allen Umständen lieber Hammer als Amboß zu sein, ist der Lebensgrundsatz den der Mond im Widder vertritt.“ Der dritte Gewährsmann, Michael Roscher, spricht vom „auffälligen Bemühen, der Nativen, der Umwelt gegenüber keine Schwäche preiszugeben“, so wie von einem „ständig erhöhten Adrenalinspiegel.“ Daraus resultiert für Schäfer und Roscher eine erhöhte Neigung zum psychosomatisieren von Konflikten. Oftmals der einzige Ausweg, wenn die Gefühle im Dampfdrucktopf stecken. Freilich kommt es dann noch auf die Sonne und alle anderen Planeten an.


Fotos, Fragen, Personen

Mars in Cazimi

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Foto Markus Termin ©

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neptun-freundschaftNürnberg 21:20 –  es erreicht mich der Anruf einer lieben Klientin, die um die Freundschaft zu ihrer besten Freundin fürchtet. Wir machen beides, ein Stundenhoroskop (oben) und den Vergleich der Synastrie (unten). Das Stundenbild gibt die Frage perfekt wieder, denn nach den astrologischen Zuordnungen von Hannelore Goos ist Jupiter-Venus das Signum für Frauenfreundschaft. Aber wir müssen uns auch das Haus 11 angucken, wo Saturn herrscht und Chiron steht, ebenfalls ein Signifikant für die Freundschaft. In allen Fällen ist es aber bei diesem Bild gehupft wie gesprungen: nehmen wir Venus (Herrin von 7) für die Freundin, so steht sie im Quadrat zum AC meiner Klientin. Nehmen wir Saturn als Herrn von 11 für die Freundin, so steht dieser im applikativen Quadrat zum Mars, der selbst – Hauptsignifikant meiner Klientin, im Haus des Verlustes, dem Haus 8 residiert und der dort – Mars in Cazimi – sehr stark ist, die Sache vehement vertritt. Saturn wäre in Haus 6, eingeschlossen in der Jungfrau.

Wenn wir in die persönlichen Radixe gehen, sehen wir: die Freundin ist eine Jungfrau und sie hat darüber hinaus die Saturn-Wiederkehr gerade dieses Jahr durchgemacht. Und genau Saturn steht immer noch nahe genug auf dem Mars meiner Klientin in der Jungfrau, während er deren Freundin wohl weiter einer Prüfung ihrer Fassungskraft unterzieht.

Die Freundin meiner Klientin ist Skorpion-AC. Jedes Jahr um diese Zeit, so sagt meine Klientin, wird die Freundin bissig. Das sind Sonne und Mars im ersten Haus.

Wenn wir nach dem Wesen der Freundschaft suchen, fällt der gradgenaue Neptun-Neptun Kontakt auf, der sich – absolut passgenau – auf Haus 1 meiner Klientin und Haus 7 ihrer Freundin bezieht. Und tatsächlich sind Spannungen zwischen den Frauen, seitdem meine Klientin das Rauchen aufgegeben hat. Neptun ist eben auch eine Tabak-Freundschaft. Der aktuelle Streit bezieht sich sogar genau auf dieses Thema, der durch Mars in Cazimi angeheitzt wird, wie auf einer heißen Platte. Darüber hinaus sehen wir eine brillante Jupiter-Merkur Konjunktion zwischen den beiden in der Synastrie: kein Wunder, dass sie sich gegenseitig bereichern konnten.

Ob dies auch in Zukunft so sein wird? Meine Klientin macht eben eine berufliche Erfolgsphase durch, die gerade erst einmal angefangen haben dürfte und sich noch steigern wird, wenn Jupiter Anfang nächsten Jahres in den Wassermann geht. Ihre Freundin erlebt das Gegenteil: Saturn zieht – langsamer als Jupiter – zäh über ihr Haus 10. Eine solche Differenz zu verkraften, ist nicht leicht.

Das Stundenhorskop spricht mit den applikativen Quadraten von künftigen Konflikten. Vielleicht können sie sich später einmal wiederfinden? Dem Mars in Cazimi entsprechend redet meine Klientin von „eftig entflammtem Widerstand“, sogar von „Wut“, obwohl sie als Super Krebs (Jupiter ist im Krebs mehr als Zuhause) zur Sanftmut neigt.

Personen

Britney Spears und Wassermann-Mond

foto-bsFoto: Navy

Nürnberg 15:24 – geboren am 2. Dezember 1981 um 1:30 AM in Kentwood (LA) (USA). In weniger als zehn Jahren verkaufte die Sängerin mehr als 83 Millionen Alben (Jupiter Spitze Haus 2, in den Progressionen durch Pluto verstärkt). Fast alle kennen die Geschichte dieser Frau, insbesondere die Tragik um ihre beiden Söhne, die auffälligerweise beide Jungfrauen sind, der eine 14. Sept. 2005 und der andere 12. Sep. 2006.

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Zwei Geburten so kurz hintereinander, dass muß man doch auch im Horoskop sehen. Und tut man auch mit absoluter Deutlichkeit. Der erste Sohn hat, so wie sie, einen Wassermann-Mond. Beim zweiten steht er zwischen Stier und Zwilling. Beide Kinder werden in einer Rückläufigkeitsphase des Neptun und in Konjunktion zu ihrem Mond im Wassermann im Haus 5 – dem Haus der Kinder – geboren. Nach der Rhythmenlehre ist Spears in der Mond-Phase im Haus 9. Jeweils um die Zeit der Geburten stand die Sonne fast gradgenau über ihrem Mars, dem Herrn des Partnerhauses 7 in Haus 12. In Haus 12 ist dieser Partner sehr schwer zu halten. Gleichzeitig ging Jupiter bei der ersten Geburt über Saturn: was Freude für den Vater in Haus 4 bedeuten kann, denn dort herrscht Saturn. Pluto laufend bildet eine Konjunktion mit ihrem Geburts-Neptun in Haus 3 im Schützen, so dass nicht nur ihr Verhältnis zu den Geschwistern völlig verändert und vielleicht sogar aufgelöst wird (wichtig für eine Sonne in Haus 3), sondern auch die Lebensbedingungen, die das Fische-Haus mit dem Herrscherplaneten Neptun beschreibt, vollkommen verändert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass beide Söhne Jungfrauen sind. Damit liegt ihre Sonne genau dort, wo der Mutter fast kein Zugang möglich ist: im Haus 12. Sie empfindet ihre Kinder als „Heimliche Feinde“. Kevin Earl Federline (geb. 21. März 1978), der Vater der beiden Söhne, hat höchstwahrscheinlich den Mond und auch den AC in der Jungfrau. Er kann also mit diesem Mond, obwohl er schon zwei Kinder hat und seine vorhergehende Frau in der Schwangerschaft verließ, die Mutter für seine Jungfrau-Söhne ersetzen. Unter diesen Umständen das Sorgerecht entzogen zu bekommen, ist sehr sehr hart. Doppelt hart für einen Wassermann-Mond im Haus der Kinder: es hat sie förmlich innerlich zerrissen zwischen Mutterliebe und der Angst, sich emotional an ihre Söhne zu binden. Mit Schütze Sonne und Wassermann-Mond, schreibt Oskar Adler, macht man/frau sich selbst mit allen Fehlern und Vorzügen zum moralischen Maßstab der Dinge.

Fragen, Personen

Neptun-Mond im Berufshaus

Hartkirchen 21:52 – heute wieder ein interessantes Horoskop aus der Praxis. Es erreicht mich der Anruf einer Frau, die eine Frage zum Stellenwechsel hat. Sie ist von Beruf Meeresbiologin:

meeresbiologin

Schaut man sich nun die Mond-Neptun Konjunktion im Haus 10 an, wird schnell klar, wie sie hier Neptun selbst zum Beruf gemacht hat. Ist ein Horoskop so stimmig, dann führt die Fährte oft schnurstraks weiter in die richtige Richtung. Die Elternachse Haus 10 – Haus 4 ist klassisch in Bezug auf den Vater mit Widder besetzt. Und der Vater war ein Widder. Nun wird er anhand des Mars im Haus 12 – dem Haus des Familienkarma – astrologisch lesbar. Es wird ein intensives Gespräch voller Bestätigungen und Entdeckungen, das Horoskop ein Brunnen der Erkenntnis. Als weitere Entsprechung entdecken wir den Bruder, der dem Haus 3, also dem Wasserman-Haus der Geschwister zukommt: er hat einen Wassermann-Mond und ist ein Krebs. So ein Horoskop voller Übereinstimmungen ist nicht Ausnahme, sondern Regel. Doch der eher seltene Beruf mit einer so deutlichen Neptun-Bestimmung – „Die Liebe zum Meer“: sowas begeistert mich jeden Tag auf´s Neue.

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Das Stundenhoroskop für den Stellenwechsel ist auch sehr deutlich. Stier steigt auf, die Venus kurz vor der Konjunktion mit Jupiter. Venus im Trigon mit Saturn, der neuen Leitung. Da kann ich nur anspornen: do it!

Fotos, Mundan, Personen

Merkur – Mars im Schützen

Hartkirchen 20:56 – heute die Konjunktion von Mars und Merkur im Schützen. So läßt sich trefflich mit Worten über Glaubensfragen streiten. Ich selbst bin unterwegs, auch eine Merkur-Sache. Die Wagen waren „schlecht gekoppelt“, wie der Schaffner sagte. Es knallte ab und an, aber sonst war alles o.k. Was man von Indien nicht sagen kann, und da hat man denn auch diesen Mars in den Apix-Punkt zum T-Quadrat von Saturn-Uranus zulaufen. Dies nur als Hinweis am Rande, für solche, die nach astrologisch Gründen suchen wollen. Trauer und Scham sind jedoch – gleich wie die Konstellation sein mag – angebrachter.

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                                                              Foto Markus Termin ©

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Da die Konjunktion (bitte zweimal zum Vergrößern draufklicken!) im Sextil zum Mondknoten stattfindet, wird bei diesen Auseinandersetzungen gewiss auch Neues zu erwarten sein. Terror kann nicht neu sein, mehr schon Kreativität. Dessen Gegenteil. In oberem Horoskop stehen viele Planeten und die Sonne im fünften Haus. Man nennt dies ein „Stellium“. Maßgebend für so ein Gebilde ist immer der Herrscher des aufsteigenden Zeichen: hier Löwe als Sonnenzeichen. Erstmals ist es gelungen, Elektrizität über eine kleine Distanz hinweg gezielt durch die Luft einem Nutzgerät zukommen zu lassen. Bzw. gelungen ist das schon länger, aber man bringt es nun doch tatsächlich zur Anwendung!

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Jules Verne, geboren am 8. Februar 1828 um 12:00 in Nantes (France), hätte seine Freude daran gehabt: unter der Überschrift „Strom auf Schwingen“ schreibt gestern die SZ: „Dem US-Physiker Marin Soljacic ist es gelungen, elektrische Energie durch die Luft zu übertragen. Nun steht die Industrie bei ihm Schlange.“ „Er braucht keine Kabel, um Strom zu übertragen, er kann ihn drahtlos durch die Luft schicken.“ „Bei aller Bescheidenheit ist mir natürlich klar, dass diese Technologie die Möglichkeit hat, die Welt zu verändern“, sagt der Physiker.“

Jules Verne, dessen elekrtische Welt voller Visionen steckt, der gewissermaßen die Welt literarisch auf ein elekrtrisches Zeitalter hin ausgerichtet hat, hatte seinen Mars im Schützen! Und die imponierende Mond-Jupiter Konjunktion als Herrscherpaar über das dritte Haus (wo erstaunlicherweise auch Saturn steht). Sonne-Merkur in Haus 10 macht den Beruf deutlich, noch dazu im Wassermann. Er ist nicht der einzige Wassermann-„Großschriftsteller“. Ein anderer ist James Joyce geboren am 2. Februar 1882 um 6:24 AM in Dublin, Irland:

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Wer die Werke von Joyce kennt, der darf bei seinem Mars im Zwilling und dem Merkur in den Fischen das Wesen seiner Dichtung bemerken. Und natürlich die volle Besetzung des dritten Hauses (ebenfalls mit Saturn drin!).

Fotos, Personen

Claude Levi-Strauss

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Foto Vazul Termin © (Venus und Jupiter)

Nürnberg 22:40 – geboren am 28 November 1908 um 1:00 AM in Brüssel, wird heute 100 Jahre alt. Wer noch nie von ihm gehört hat, interessiert sich wahrscheinlich weder für Ethnologie noch für den Strukturalismus.

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YouTube – Interview with Claude Lévi Strauss (1972), part 1

Ich werde hier aus Zeitgründen ausnahmsweise nicht über ihn schreiben, denn es gibt in allen Tageszeitungen genug über ihn zu lesen: Ethnologe Claude Lévi-Strauss: Der wilde Denker – taz.de

Doch eine Stelle aus seinem Werk will ich hier geschlossen zitieren:

„Heutzutage benutzen wir unsere geistigen Fähigkeiten weniger und zugleich mehr als in der Vergangenheit; außerdem sind es auch nicht mehr genau die gleichen geistigen Fähigkeiten, wie früher. Von unseren Sinnesorganen machen wir beispielsweise sehr viel weniger Gebrauch. Als ich die erste Fassung der ‚Mythologica‘ schrieb, fand ich mich einem Problem gegenüber, das mir völlig rätselhaft war. Es schien so, als ob ein bestimmter Stamm den Planeten Venus bei vollem Tageslicht sehen konnte, etwas, das ich für ganz unmöglich und unglaubhaft hielt. Berufsastronomen, denen ich diese Frage vorlegte, bestätigten mir natürlich, dass wir ihn nicht sehen. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen, dass einige Völker, die die vom Planeten tagsüber ausgestrahlte Lichtmenge kennen, ihn sehen können. Später sah ich alte Navigationsbücher durch, die unserer eigenen Zivilisation entstammen, und es scheint, als seien die früheren Seefahrer sehr wohl in der Lage gewesen, den Planeten bei vollem Tageslicht zu erkennen. Mit geschulten Augen könnten wir das wahrscheinlich heute noch.“