Personen

Ansel Adams

adams-snake-riverAnsel Adams: The Tetons and the Snake River, 1942

Nürnberg 21:48 – Ansel Adams. 20 Februar 1902 um 03:00 AM in San Francisco (CA) (USA), hatte eigentlich nicht vor, Fotograf zu werden. Er kam zu dem Beruf, wie Fische des öfteren: das Schicksal wies ihm diese Aufgabe zu. So ist es eine höhere Fische-Weisheit, sich am besten um nichts zu bemühen. Entweder die Dinge fliegen dir zu, oder aber sie fliehen dich, wenn du dich darum bemühst. Loa Tse ist daher ein Fische-Weiser („nicht zuviel tun“). Man sollte überhaupt bei jedem Philosophen das Tierkreiszeichen (oder die stärkste Prägung) kennen, und danach erst seine Weisheit einstufen, die für die anderen Zeichen möglicherweise unbrauchbar ist? Ansel Adams galt uns Studierenden der Fotografie  relativ kurz vor Erfindung der Digitalität als der Fotograf schlechthin. Er schaffte es durch Meisterschaft in Belichtung und Fotolabor Bilder zu erzeugen, die so sehr von innen leuchteten, dass sie sogar die der Fotografie sonst eigene Morbidität zu überwinden scheinen. Wieder ist es die Musik – Adams spielte zeitweilig mit dem Gedanken, Pianist zu werden – aus der ihm der Sinn für Harmonie und Rhythmus erwuchs, der in seiner Bildgestaltung (ja, auch Bilder und Skulpturen haben einen Rhythmus) so unglaublich ist. Obwohl es sich meist um Naturaufnahmen handelt, erzählt jedes Bild einen menschlichen Mythos.

adams-canyonAnsel Adams Canyon de Chelly 1941

„Bilder der Vorstellung“ nennt Wolfgang Döbereiner das Haus 7, und die werden bei Adams im Fügungsrhythmus vom Mond regiert, der in der Sonne steht (im Löwen) und Neptun (Fotografie) residiert hier in den Zwillingen im Zeichen der Kommunikation – Bildkommunikation. Nach einer anderen – klassisch astrologischen Logik – ist das Haus 10 in Waage das Haus des Zieles im Bereich Kunst/Schönheit und die ihn regierende Venus im Wassermann technisch gesinnt und materiell bezogen (Haus 2). Adams kannte Georgia O’Keeffe (die wunderbare Skorpion-Malerin). Und viele andere seiner Generation. Es gibt nichts Fruchtbareres, wie Künstlergemeinschaften.

adams-chart

kirche-admas

Ansel Adams: Kirche, Taos Pueblo, 1942

Personen

Paris Hilton

paris-wappen

Nürnberg,  17:51 – es gibt keine copyright-freien Bilder von der jungen Dame kurz vor ihrer ersten Saturn-Wiederkehr. Aber man kennt sie ja, und so wird uns das Stadtwappen von Paris auch erfreuen. Ich habe eine Wassermann-Freundin, die sieht tupfegleich aus, wie Frau Hilton. Wer dieses Wässermännische – insbesondere bei einer Wasserfrau – einmal erkannt hat, findet es als Element im Gesicht wieder, je nach „Prägung“. Nicht genug kann man betonen, wie müßig die Frage danach ist, ob es so ist, sondern nur die, warum denn bloß? Denn in der Tat ist diese Frau eine perfekte Wassermann-Löwe und Schütze-Mischung. Wassermann sind Augen, Mund und spöttisches Lächeln, Schütze ist das Gemmen-hafte, zum Oval neigende Gesicht und den Löwe-Mond kann man ganz leicht rausfiltern, indem man ein Portrait von ihr neben das einer Sonnen-Löwin legt. Diese Mischung passt auch charakterlich. Denn weder der Schütze-AC, noch der Mond im Löwen sind dazu geneigt, irgendwelche Weisheiten von außen anzunehmen.  Stichelnd will ich anmerken, dass die Kanzlerin auch einen Schütze-AC hat.  Was natürlich nicht ausschließt, dass dieser Feuer-Aszendent in seiner Hans-im-Glück Pose auch die Umgebung beglücken kann.

Ein wenig ärgerlich ist die deutliche Signatur von Reichtum und Herrschaft im Horoskop von Paris Hilton: Jupiter-Saturn in enger Konjunktion in der Waage; Sonne, Merkur, Venus Haus 2 in schönem Trigon zum MC. Es ist zum Mäuse-melken: muss es denn immer so deutlich sein? Wenn die Transite stimmen, ist sie z.Zt. auch dick am dazuverdienen, krisenfest, zunächst. Immerhin hat dieses junge weibliche Wesen den Pluto laufend in Haus 1, da wundert all die Turbulenz nicht, mit der sie  unfreiwillig Furore und cash macht, mal mit Porno, mal mit der entzogenen drivers-license und dem Knast. Sie wird schon lange gemerkt haben, was Jack Sparrows in „Pirates of the Carribean“ äußert: „Es geht hier nur ums Geschäft.“ Habe ich schon erwähnt, dass dieser Film, insbesondere der dritte Teil mit dem Malstrom, das perfekte Menetekel zu Krise war und ist?

Paris Hilton, 17. Februar 1981 um 03:00 AM in New York (NY) (USA):

paris-hilton

Ereignis, Personen

Galileo Galilei

galileo-bild

Bild von Justus Susterman 1636

Nürnberg –  23:07, Galileo Galilei, geboren am 15. Februar 1564 um  15:31 in Pisa (Italien),  „Zwei Horoskope, die für Galilei zu seinen Lebzeiten (1564-1642) erstellt wurden, zeigen, dass die Sonne bei seiner Geburt nahe sechs Grad im Sternzeichen (Tierkreiszeichen) Fische stand. Seine Geburt am 15. Februar in Pisa sollte ihn eigentlich zu einem Wassermann machen, doch  durch die Kalenderreform von 1582 verschob sich sein Geburtstag auf den 25. Februar.“ Eigentlich sollte man also sagen: nicht Geburtstag am 15. Februar, denn offensichtlich werden dann und wann die Daten recht willkürlich verschoben, sondern Geburtstag auf  6º Fische. Damit ist Galilei ein astreiner Fisch nach tropischem Tierkreis, und der allein zählt. Man beachte auch, wie sehr der Mond das Gesicht (und die Psyche „… und Sie bewegt sich doch …“; Streitsucht …) prägte (Widder-Nase und Stirn, jedoch Fische-Augen. Auch den Löwe-AC sieht man, jedoch verhüllt der Bart und der traurige Blick).

galileo

„Wären Astronomie und Astrologie nicht schon vor so langer Zeit getrennte Wege gegangen“, schreibt Dava Sobel („The Planets“, Viking, 2005), „dann wären einige Probleme der Galileo-Mission vorhersehbar gewesen. Ein „Geburtshoroskop“ für die Raumsonde Galileo, die gewissermaßen am Tag ihres Starts, dem 18. Oktober 1989 auf Cape Canaveral „geboren“ wurde, deutet auf ein starkes, gar aggressives Raumgefährt hin, denn die Sonne, die zu diesem Zeitpunkt im Sternbild (Tierkreiszeichen) Waage stand, gab ihm die Ausgewogenheit und Mars, in Konjunktion mit der Sonne am Himmelsmeridian, schenkte ihm Ehrgeiz.“

sonde-galileo

„Dieses tapfere Raumfahrzeug, das von Anfang an von zahllosen Pannen heimgesucht wurde, die seinen Start verzögerten und die Funktionstüchtigkeit seiner Instrumente gefährdeten, entwickelte eine ganz eigene Persönlichkeit, die es den Ingenieuren, die es bauten und den Astronomen, die es benutzten, lieb und teuer machte. Irgendwann zwischen 1982 (dem Jahr, in dem der Start geplant war) und 1989 (dem Jahr, in dem der Start erfolgte) wurde Galileo beschädigt, was man jedoch erst bemerkte, als die Sonde bereits auf dem Weg zu Jupiter war.“

Uns fällt dabei auf, daß die Sonde und Galileo ihren Jupiter im Krebs haben, wo er erhöht steht. Der Entdecker als königliche Konjunktion im Haus des kollektiven Unbewußten. Dies zeigt die Leistung an. Für eine Sonde mit dem Ziel Jupiter steht Jupiter im Haus 7 gut, doch seine Konjunktion mit Chiron zeigt die Probleme auf. Ebenso Merkur in Haus 10  im Quadrat zum AC-Herrn Jupiter, aber eben als Nachrichtenplanet gut gestellt. Nun schauen wir uns einmal das Horoskop zur Entdeckung der Jupitermonde an (zwei mal Klicken zum Vergrößern!):

jupiter-entdeckung28.12.1612 4:00 wahre Ortszeit, Florenz

„In diesem Zusammenhang ist ein bemerkenswertes Detail, das den in der Geschichte oft einbegriffenen Humor widerspiegelt, die Tatsache, daß es ausgerechnet Galileo Galilei war, eben jener Mann, der das religiöse Weltbild seiner Zeit, und damit unglückseligerweise auch das Bewußtsein des Göttlichen wie kaum ein anderer zerstörte, der wahrscheinlich als erster Neptun durch ein Fernrohr sah. Er zeichnete diese Sichtung auf, jedoch ohne zu wissen, daß es sich um einen weiteren noch unbekannten Planeten des Sonnensystems handelte.“ (Viktoria Mosmann-Möller, „Die Himmelskönigin, Traktat über Wesen, Bedeutung und Hintergründe von Marienerscheinungen im Lichte der Rhythmenlehre“)

Nun betrachten wir einmal das Horoskop als Synastrie (Vergleich) zwischen Galileis Geburtshoroskop und dem Zeitpunkt der Entdeckung der Jupitermonde (und wohl auch Neptuns):

galileo-entdeckung-synastrie

Nicht nur ist es die gradgenaue Konjunktion Jupiter-Neptun zum Glückspunkt von Galileo, die zum Zeitpunkt der Entdeckung auffällt, sondern auch die Sonne in Konjunktion zum Mondknoten und die Chiron-Chiron Konjunktion. Praktisch immer, „when it´s heavy business“, ist der Mondknoten auf diese Weise integriert (die Sonne bringt wahrlich große Dinge hervor). Sucht man in diesen Horoskopen weiter, findet sich auch gleich die dritte Symmetrie, die hier in einer Konjunktion von Venus und Mondknoten mit der AC/DC-Achse des Entdeckungshoroskops zusammenfällt. Mondknoten im Stier ist das Neue in materieller Hinsicht, also die vier Monde des Jupiter, die Galilei entdeckte, sowie das daraus folgende Weltbild mit der Sonne im Mittelpunkt.

Vor allem aber sind Neptun und Jupiter im Horoskop der Sonde (erste blaue Zeichnung) in einer genauen Opposition, ebenso, wie sie zum Zeitpunkt der Entdeckung durch den Astrologen-Astronom Galileo Galilei in einer genauen Konjunktion waren! Als Opposition beherrschen sie beide Haus 3, jenes der Information und Bewegung. Schließlich hier noch das Horoskop der letzten Signale der Sonde, als sie auf dem Jupiter ihren Geist aufgab (außen) in einer Synastrie, einem Vergleich zur Entdeckungsstunde der Jupiter Monde (innen):

ende-sonde-und-entdeckung

„In der letzten Stunde der Odyssee Galileos, schreibt wieder Dava Sobel, „zeigte ihr Horoskop Saturn, den „Hüter der Schwelle“ und Planeten der Begrenzung, mitten im achten Haus, dem Haus des Todes.“

Doch nicht nur das. Merkur, Psychopompos, Seelenführer, steht gradgenau über dem Glückspunkt, und, was geradezu unbeschreiblich ist: die Mondknotenachse steht ebenfalls gradgenau in Konjunktion mit eben der Achse vor 400 Jahren! Wieder, wie vor fast 400 Jahren ist Mars rückläufig und bildet mit Uranus eine Konjunktion genau zwischen Fische und Wassermann (dies die Zerstörung des technischen Apparates). Jupiter ist, wie zur Entdeckung, in der Jungfrau und die Sonne steht nahezu genau über jener Entdeckungskonstellation Jupiter-Neptun von 1612.

Fotos, Personen, Weltbild

Weltzeit und Sein

img_30302Foto Markus Termin ©

Alfred Nobel wurde am 21. Oktober 1833 um 6:40 AM in Stockholm geboren.

alfred-nobel

Bekannt ist dieser Mann vor allem durch den Nobel-Preis, der wohl zu den anerkanntesten Auszeichnungen der Welt gehört, und den Ruf unbestechlicher Neutralität genießt. Weniger bekannt ist er für die Erfindung des Dynamits, einer Weiterentwicklung des sehr schwer handhabbaren Nitroglycerins (entdeckt 1847 von Ascanio Sobrero). Das Mars-Neptun Quadrat in seinem Horoskop mag dieses Patent befördert haben, zumal, wenn man bedenkt, dass sein jüngerer Bruder bei einem Unglück mit diesem Stoff in der Produktion ums Leben kam, und Neptun auch im Haus der Geschwister steht. Pluto im Macher-Haus 6 kann auch kein Hinderungsgrund gewesen sein!

Wer die Diskussion um die Einführung des Krebs-Impfstoffes gegen zwei von 16 bekannten Pappiloma-Viren (HPV) verfogt hat, wird auch mitgekommen haben, dass es Wissenschaftler gibt, die sich gegen die massenhafte Impfung junger Mädchen wehren, die mit einem in ihren Augen beispiellosen Public-Relations-Aufwand durch die Herstellerfirma des Impfstoffs durchgezogen wurde. Nicht nur, dass man seitens der kritischen Wissenschaftler deren Nutzen in Frage stellt, es wird auch davon gesprochen,  dies sei eigentlich ein Experiment an der Bevölkerung auf Krankenkassenkosten. Insgesamt wäre die Wirkung der Impfung zweifelhaft, zusätzlich schreckten zwei Todesfälle – gesunde junge Frauen starben wenige Tage nach der Impfung – die Bevölkerung auf. Nun kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass es eine Verbindung gab zwischen der Verleihung des Nobelpreises für Medizin an den Entdecker der Papilloma-Viren (der dies vor dreißig Jahren erreicht hat) und der Verleihung des Medizin-Nobelpreises an Professor Harald zur Hausen:

AstraZeneca row as corruption claims engulf Nobel prize – Times Online

Mißtrauisch gemacht hat vor allem die parallele Einführung des Impfstoffes und die Verleihung des Nobelpreises für eben die Entdeckung desselben, während doch der Nutzen dieser Impfung bislang nur völlig unzureichend nachgewiesen ist, und durchaus bezweifelt werden kann. Nach wie vor ist es nicht statthaft, hier von Korruption als gesichertem Tatbestand zu sprechen, oder gar Herrn zur Hausen dafür verantwortlich zu machen. Doch die Zusammenballung von Lobby-Arbeit, die Kostspieligkeit der Markteinführung und auch die Gewohnheit von Verantwortlichen, sich einfach die Aussagen der Herstellerfirma zu eigen zu machen, wenn es gilt, den Impfstoff zu beurteilen, sind an sich schon beängstigend.

Ein weiteres Thema aus den relativ aktuellen Nachrichten betrifft Weltsicht und Astrologie:

Uhr der Welt wird neu gestellt – Der späte Sieg eines Anarchisten? – Wissen – sueddeutsche.de

Im Grunde genommen geht es „nur“ um die Frage einer exakten Zeitmessung. Dies ist sicherlich bedeutend im Bereich der kleinsten Zeiteinheiten, die ja gern als Beweis für das unumschränkte „Funktionieren“ der Relativitätstheorien herhalten müssen, Stichwort „GPS“ – näturlich kann, wenn immer wieder Schaltsekunden dazwischengelegt werden müssen, von der gewünschten und behaupteten Exaktheit im Nanosekundenbereich, um den es geht, wenn von Beweisen gesprochen wird,  gar keine Rede sein, sondern wohl eher von ständigem Korrigieren und Nachjustieren, wie das ja auch wirklich der Fall ist. Dies aber wird seitens der gipfelstürmerischen Naturwissenschaft gern verschwiegen, wer spuckt sich schon gern in die eigene Suppe? Wenn nun angeregt wird, die Zeitmessung der Welt von der Sonne zu lösen, und sie stattdessen synchron zu atomaren Zerfallsprozessen zu messen, dann mag der Unterschied in der Sache gering sein, dem Wesen nach ist dies eine Wende vom Erhabenen – dem Blick zur Sonne – zum Destruktiven. Ein Unterschied in der Qualität selbst. Die Sonne, Kraft und Quelle des Lebens, wird aus dem Zentrum des Seidenden verbannt, um stattdessen einen Zerfallsprozess zur Norm aller Differenz zu machen.

Es fällt nicht schwer, hinter beiden Beispielen – der „Konfektionierung“ von Menschen als quasi Gebrauchsgegenstand einer flächendeckenden Experimentalmedizin einerseits, und anderesseits dem sicherlich bald erfolgreichen Versuch, die Sonne aus dem Zentrum der Wirklichkeitsorietierung zu verbannen – einen werkenden Un-Geist zu erkennen, dessen Bestreben es ist, das Wesen des Seins selbst zu verhüllen, als wären Nutzen und Verwendbarkeit selbst bereits des Lebens Sinn. In anderen Disziplinen geht man unverschämt – im wahrsten Wortsinn – so weit, den Sinn selbst als Produkt neurologischer Verknüpfungen aufzufassen.

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„Denken“, schreibt Martin Heidegger, der auch im Zeichen der Waage geboren wurde (26 September 1889  11:30 in Messkirch), „ist die Achtsamkeit auf das Wesenhafte. In ihr besteht das „wesentliche Wissen“ . Was man gewöhnlich „Wissen“ nennt, ist das Sichauskennen in einer Sache und ihren Sachverhalten. Kraft dieser Kenntnisse „meistern“ wir Sachen. Dieses meisternde „Wissen“ geht auf das jeweils Seiende, seine Einrichtung und Nutzung. Solches „Wissen“ bemächtigt sich des Seienden, „beherrscht“ es und ist dadurch darüber hinaus und überholt es so ständig. Ganz anderer Art ist das „wesentliche Wissen“. Es geht auf das, was das Seiende in seinem Grunde ist – auf das Sein. Das wesentliche „Wissen“ meistert nicht das von ihm zu Wissende, sondern wird von diesem angegangen. Alle „Wissenschaft“ z.B., aber auch anderes, ist eine kenntnismäßige Meisterung, ein Übertrumpfen und ein Überholen, wenn nicht gar ein Überrennen des Seienden. Das alles vollzieht sich in der Weise der Vergegenständlichung. Das „wesentliche Wissen“ dagegen,  die Achtsamkeit, ist das Zurücktreten vor dem Sein. Bei diesem Zurücktreten sehen wir und vernehmen wir wesentlich mehr, nämlich ganz anderes als bei dem merkwürdigen Vorgehen der neuzeitlichen Wissenschaft, das immer ein technischer Angriff auf das Seiende und ein Eingriff ist zu Zwecken der handelnden, „schaffenden“, geschäftigen und „geschäftlichen“ „Orientierung“.“

(Martin Heidegger in der Einleitung zu:  Die Göttin „Wahrheit“, Parmenides, Wintervorlesung 1942/43, Vittorio Klostermann)

Personen, Poetry

Bertold Brecht

Bertold Brecht, 10. Februar 1898 um 4:30 in Augsburg, aktueller denn je. Es hat nur wenig genützt, dass die Germanisten in den Gymnasien ihre Schüler vor dreißig Jahren mit Brecht erziehen wollten. Heute glauben sie wieder an Propaganda.

Geglaubt wird, wie bräuchten ein Bildungswesen der Auslese und nicht der Förderung. Comic-Strip mäßig wird der Übervater der Selektion – Darwin – gefeiert, als könnte eine Hohlformel sich der Qualität des Lebens auch nur einen Millimeter nähern: „Staub“ denkt darüber nach, wie es wohl dazu kam, dass er per Zufall  darüber nachzudenken in die Lage versetzt wurde, wie lebendig organisierter Staub denken kann.

Sie schauen zu, wie Milliarden und Abermilliarden durch erpresserische Bankenbankrotte für das Gedeihen der Wirtschaft und den Erhalt der Arbeitsplätze „geopfert“ werden, während es in Wirklichkeit nur darum geht, ein System der Weltsklaverei aufrecht zu erhalten, in dem die protektionistisch orientierten Überflussländer die Armen auspressen bis zum letzten Tropfen Wasser, während sie gleichzeitig stetig davor warnen, diese armen Länder könnten ihre Märkte abzuschotten.

Sie wollen uns glauben machen, die armen Bauern in Afganistan wären mit unseren Soldaten zu retten, während offensichtlich der Heroin-Handel durch dunkle Kanäle zur Finanzierung des Krieges auf beiden Seiten dient, und unsere Rüstungsindustrie Familienvätern (und Müttern!) Arbeitsplätze garantiert, die für die Bundeswehr am Hindukush allenfalls ein Nachschubproblem sind.

Weiss machen wollen sie uns auch, dass wir eine Gesundheitsreform brauchen, während doch gleichzeitig die großen Pharmakonzerne von der Krise nichts spüren und offensichtlich die Einzigen sind, die von steigenden Kosten des Gesundheitssystems nichts merken, dafür jedoch jährlich exorbitant steigende Einnahmen zu verbuchen haben.

Wir hätten Demokratie, wie behauptet, doch gleichzeitig verweigert man dem angeblichen Souverän in Europa selbst über seine Verfassung zu entscheiden und dirigiert lieber in endlosen undurchsichtigen bürkratischen Schleifen quasi feudalistisch Macht von oben.

Und sie wollen uns weiss machen, dass es eine Forschung gibt, die Millarden verschlingt, und Jahr für Jahr Abermillionen von Versuchstieren dem Foltertod preisgibt, dass aber dies der Gesundheit von allen dient, und es keinen anderen Weg gibt, endlich von Krankheiten erlöst zu werden.

Dass wir, während wir hier noch nicht einmal unsere Brüder und Schwestern ernähren können, doch Milliarden und Abermilliarden brauchen, um einen Teilchenbeschleuniger zu bauen, mit dem man hofft, die Energie der Sonne zu erzeugen, um letztendlich zu erfahren, ob Materie aus Energie, oder doch nur aus Geist besteht.

brecht

Jupiter-Mond in der Waage (Theater!), Haus des Veröffentlichens, Neptun, Herr des Schreib-Hauses 3 im Feld der praktischen Arbeit …

Bertold Brecht

Notwendigkeit der Propaganda


1

Es ist möglich, daß in unserem Land nicht alles so geht, wie es gehen sollte.
Aber niemand kann bezweifeln, daß die Propaganda gut ist.
Selbst Hungernde müssen zugeben
Daß der Minister für Ernährung gut redet.

2

Als das Regime an einem einzigen Tage
Tausend Menschen erschlagen ließ, ohne
Untersuchung noch Gerichtsurteil

Pries der Propagandaminister die unendliche Geduld des Führers
Der mit der Schlächterei so lange gewartet
Und die Schurken mit Gütern und Ehrenstellen überhäuft hatte
In einer so meisterlichen Rede, daß
An diesem Tage nicht nur die Verwandten der Opfer
Sondern auch die Schlächter selber weinten.

3

Und als an einem andern Tage das größte Luftschiff des Reiches
In Flammen aufging, weil man es mit entzündbarem Gas gefüllt hatte
Um das nicht entzündbare für Kriegszwecke zu sparen
Versprach der Luftfahrtminister vor den Särgen der Umgekommenen
Daß er sich nicht werde entmutigen lassen, worauf
Sich lauter Beifall erhob. Selbst aus den Särgen
Soll Händeklatschen gekommen sein.

4

Und wie meisterhaft ist die Propaganda
Für den Abfall und für das Buch des Führers!
Jedermann wird dazu gebracht, das Buch des Führers aufzulesen
Wo immer es herumliegt.
Um das Lumpensammeln zu propagieren, hat der gewaltige Göring
Sich als den größten Lumpensammler aller Zeiten erklärt und
Um die Lumpen unterzubringen, mitten in der Reichshauptstadt
Einen Palast gebaut
Der selber so groß wie eine Stadt ist

5

Ein guter Propagandist
Macht aus einem Misthaufen einen Ausflugsort.
Wenn kein Fett da ist, beweist er
Daß eine schlanke Taille jeden Mann verschönt.
Tausende, die ihn von den Autostraßen reden hören
Freuen sich, als ob sie Autos hätten.
Auf die Gräber der Verhungerten und Gefallenen
Pflanzt er Lorbeerbüsche. Aber lange bevor es soweit war
Sprach er vom Frieden, wenn die Kanonen vorbeirollten.

6

Nur durch vortreffliche Propaganda gelang es
Millionen davon zu überzeugen
Daß der Aufbau der Wehrmacht ein Werk des Friedens bedeutet
Jeder neue Tank eine Friedenstaube ist
Und jedes neue Regiment ein neuer Beweis
Der Friedensliebe.

7

Allerdings: vermögen gute Reden auch viel
So vermögen sie doch nicht alles. Manchen
Hat man schon sagen hören: schade
Daß das Wort Fleisch allein noch nicht sättigt, und schade
Daß das Wort Anzug so wenig warm hält.
Wenn der Planminister eine Lobrede auf das neue Edelgespinst hält
Darf es nicht dabei regnen, sonst
Stehen seine Zuhörer im Hemd da.

8

Und noch etwas macht ein wenig bedenklich
Über den Zweck der Propaganda: je mehr es in unserem Land Propaganda
Desto weniger gibt es sonst.

Länder, Personen

Löwe-Vollmond mit Wassermann-Sonne

Nürnberg,  22:15 – man kann mit dieser Stellung lernen, auf dem Umweg der theoretischen Menschenliebe die konkrete zu finden,“ schreibt Oskar Adler. Und, wer hat so eine Komposition? Jack Lemmon zum Beispiel: „Ich mache euch den Spaßvogel“. Ich fand ihn aber gar nicht so lustig: Jack Lemmon, 8. Februar 1925 um 14:00 in Waltham, MA (USA):

jack-lemmonDie Ausnahme ist „Some like it hot“, wo Lemmon seinen Anima-Part spielt. Dass mir der gefällt ist auch kein Wunder, denn Lemmon hatte die Venus auf dem tupfegleichen Platz, wie ich. Lemmon wurde zur partiellen Mondfinsternis 1925 geboren, wie die Nähe des Vollmondes zum Mondknoten nahelegt. Man sieht also, dass Finsternisse bedeutende Persönlichkeiten hervorbringen.

Heut mach ich´s mir mal ganz einfach und verweise auf meine liebe Kollegin Nicola Herbort mit ihrer Astro Teestunde. Sie schreibt dort einen bemerkenswerten Artikel über Israel und Palästina, und ich, der ich sonst nicht mit Combin- sondern nur mit Composit-Horoskopen arbeite, habe etwas dazugelernt:

Astro-Teestunde: Israel – Palästina: Das Combin

Der Unterschied von Combin und Composit ist der: das Combin errechnet einen zeitlichen Mittelpunkt aus den beiden Horoskopen (was immer man vergleichen will). Nicola betrachtet Israel und Palästina als Zwillingsgeburt, und ich finde, da macht es tatsächlich Sinn. Das Composit hingegen rechnet jede einzelne Planetenposition für sich und erstellt daraus ein Mittel. Funktioniert meines Erachtens besser bei Partnerhoroskopen. Dann kann man nämlich sehen, was denn wirklich für die Partnerschaft ansteht.

Personen

Caos Calmo

Nanni Moretti wurde am 19. August 1953 in Bruneck, Südtirol Italien geboren. Er ist daher ein Löwe mit einem Schütze-Mond:

nanni-moretti„Wirklichkeit und Fantasie“ lautet die Kurzformel Thomas Rings für die Konjunktion von Saturn mit Neptun. Kommt dies in der kunstsinnigen Waage zustande, dann mag eine glückliche Fügung aus diesem Menschen einen Schauspieler, Schriftsteller, Filmemacher machen. Auch die Sonne im Löwen mit dem Mond im Schützen sichert eine selbstbezogene und erfolgreiche Biographie. Das Taschenorakel des Schütze-Mondes hilft über Selbstzweifel hinweg.  Jupiter (Gott des Theaters schlechthin) im Zwilling ist nicht für auf´s Maul gefallen, das Stellium im Löwen gewinnt immer und immer vorab.

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Der Weg aus dem Kino gestern

Der Film heißt „Caos Calmo“, STILLES CHAOS, und Nanni Moretti hat sich das Drebuch für die Hauptrolle, die er selbst spielt, auf den Leib geschrieben. Antonello Grimaldi, 14 August 1955 in Sassari (Italien) geboren hat jedoch Regie geführt. Der nun ist auch ein Löwe (aber was für einer!), und die Geburtszeit des Romanautors auf den die Geschichte zurückgeht, konnte ich noch nicht rausfinden. Würde mich nicht wundern, wenn Sandro Veronesi , der Autor, ebenfalls Löwe wäre. Hier das Horoskop des zweiten Löwen, Grimaldi:

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Ich sags mal gleich. Was mir nicht gefällt, ist die überflüssige Sex-Szene. Zu lang, zu überflüssig. Eine Andeutung hätte gereicht. Oder was anderes. Nun gut. Doch ansonsten ist der Film richtig nett. Ich mag entweder gute action  mit filmgerechter Wirklichkeit (d.h. gerne: Fantasie, Scheinwelt, Märchen, denn Realität hab ich selbst), oder stille, nette Filme, wie diesen, die dem Leben etwas intelligentes abgewinnen. Die ganze Zeit über bleibt der Ball des Interesses bei diesem Film im Spiel, der epsisodische Aufbau hält sich insgeheim an die griechische Tragödie, und dies ohne dass man ständig heutzutage leider übliche (bis auf die überflüssige Sex-Szene) Schock-Kröten schlucken muß. Wer also Lust auf einen schönen Löwen-Abend hat: Geld hier nicht rausgeworfen. Ganz o.k., kein genialer Fellini, sehr viel modernes, gutsituiertes Italien der heilen Welt (was für Moretti, der sich links dünkt, etwas verwunderlich ist …  (aber ist halt ein Löwe, dann passt es wieder), eine überzeugende Jung-Schauspielerin und keine Vampire, Gruselmonster, keine Pyromanie, keine Folterszenen … was will man denn mehr, wenn man heut ins Kino geht?

Personen

Gertrude Stein

foto-gertrude-stein

Van Vechten’s photographs

Gertrude Stein, 3. Februar 1874 um 08:00 AM in Allegheny Co (PA) (USA)

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„My dear dear doctor Faustus …“, Getrude Stein, fast hätte ich sie heut vergessen. Sie schreibt ohne Interpunktion, was durchaus der Venus als Herrin des Schreib-Hauses 3 in Haus 12 (grenzenlos) entspricht. „Gertrude Stein gehörte mit ihrer extrovertierten Art zu den Kultfiguren der Kunst- und Literaturszene ihrer Zeit.“ Kein Wunder: bei einer Wassermann-Sonne in Haus 12. Wieder mal die Wirkungs auf das Kollektiv durch das 12. Haus. Bemerkenswert.

gertrude-stein1

Außen sind die Transite vom 27.07.1947, ihrem Todestag. Man/frau sieht die Saturn-Opposition, Mondknoten Konjunktion Uranus in Haus 4 und, wenn man will, die Pluto-Auslösung nach Döbereiner (nicht ganz genau, aber das ist die Geburtszeit sicher auch nicht, demnach wäre sie etwas später geboren).

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„I write for myself and for strangers“

STANZAS IN MEDITATION LXXXIII

Why am I if I am uncertain reasons may inclose.
Remain remain propose repose chose.
I call carelessly that the door is open
Which if they can refuse to open
No one can rush to close.
Let them be mine therefor.
Everybody knows that I chose.
Therefor if therefor before I close.
I will therefor offer therefor I offer this.
Which if I refuse to miss can be miss is mine.
I will be well welcome when I come.
Because I am coming.
Certainly I come having come.
These stanzas are done.

Gertrude Stein.

Personen

Bob Marley

nine-miles1Fotograf Sevenage: Datei:Nine Mile – the neighbourhood.jpg – Wikipedia

Nürnberg, 19:41 – Falls jemand Zeit hat, mal kurz rüberzufliegen: in Negril gibt´s `ne tolle Feier zu Bob Marleys Geburtstag. Obiges Bild täuscht. Es ist nicht kalt in Nine Miles, wo Bob Marley aufwuchs, und es gibt kein luxuriöseres und schöneres Wohnzimmer für Kinder, als diese idyllischen Örtchen in den Jamaicanischen Bergen und Hügeln. Außerdem ist die Luft angefüllt mit Duft und warmen Regenschauern, und trotz des harten Lebens fast ohne Geld lachen die Menschen recht gern und oft. Nicht weit weg von dort hat Keith Richards sein Haus, und man würde staunen, wer sich dort alles herumtreibt mit seiner „Reggae Company“. Es handelt sich auch gar nicht um eine Naturkulisse, sondern um eine durch und durch begärtnerte Landschaft. Fast der gesamte Baumbestand Jamaicas wurde eingeführt! Und vergleicht man alte Stiche, so wundert man sich über die Kargheit, die früher herrschte. Tatsächlich macht Jamaica – von Hurricane zu Hurricane – die umgekehrte Bewegung, wie die Cap Verden auf der anderen Seite des Atlantiks, von wo die Wirbelwinde zumeist ihren Ausgang nehmen: es wird immer grüner und üppiger mit der Zeit, trotz natürlich üblicher Raubholzerei.

Ein Zauberland, fürwahr: „Und das Beste kommt…“, schreibt Hans Wollschläger in den Herzgewächsen, „… immer aus Jamaika.“ Freilich, dies sagt Mephistopheles!

Bob Marley, geboren am 6. Februar 1945 um 2:30 AM in Kingston, Jamaica. Doch nicht nur, dass Bob Marley in vier Tagen 64 Jahre alt geworden wäre, sondern er hat die Venus auch im Widder. Und dort wird sie laufen ab dem 4. Februar 09, dann rückläufig werden ab 8. März auf 15° Widder, um Mitte April tatsächlich nochmal in den Fischen vorbeizuschauen. Ein bemerkenswerter Lauf, den wir genau beobachten sollten.

„Man kann leicht verstehen“, sagte Liz Greene, „dass sich Widder von körperlicher Aktivität, wie beispielsweise Sport, angezogen fühlt, obwohl es kein Erdzeichen ist. Es ist nicht der Körper selbst, um den es bei Widder geht, sondern die Erfahrung des inneren Feuers und der Kraft, die mit Wettbewerb und Eroberung einhergeht. Daher konzentriert sich Venus in Widder auf dieses Gefühl innerer Potenz als Kern der eigenen Liebesfähigkeit – die Eigenschaft, die einem das Gefühl gibt, wertvoll und schön zu sein. … Venus in Widder hat sicherlich einen Don Juan-Ruf bei beiden Geschlechtern …“ Selbstredend sind die Fische davon das andere Ende: weniger darauf aus, zu erobern, als vielmehr erobert zu werden. Daher ist diese Venus-Rückläufigkeit ein Wandel zwischen den Extremen, und ich bin jetzt schon gespannt, wie sich die Stimmung danach richtet: auch und insbesondere an der Börse, denn Venus ist auch Geld.

Bob Marley nun war tatsächlich ein rechter Don Juan; er hinterließ einen ganzen Kindergarten und einige Frauen, die um ihn trauerten. Sein Lied „Buffalo Soldier“ erklärt mir die Venus (Stier) nach dem Mars-Prinzip (soldier). Überhaupt liebte er die Eroberung und eroberte auf seine Weise – dem väterlichen Vorbild nacheifernd – die Welt. Man nennt ihn den ersten cross-over-star. Jemand der gleichzeitig in der dritten Welt und in der ersten aufstieg, nachdem Chris Blackwell einmal das Marketing übernommen hatte und Lee Perry ihn produzierte.

Jamaica Gleaner News – Bunny Wailer for Bob Marley Bash – Entertainment – Monday | February 2, 2009

bob-marley

Allerdings gilt zu bedenken, wie der Jamaican Gleaner auch schreibt:

„Jamaica’s competitiveness was downgraded for the second year in a row by the World Economic Forum, dropping eight places to 86th on the Global Competitiveness Index in the 2008/2009 index published last week.

According to the World Economic Forum, crime and theft are the major problems facing businesses in Jamaica with 22.4 per cent of the respondents acknowledging that it is the major challenge.“

In Davos in der Schweiz beim Weltwirtschaftsgipfel wird also eine Liste erstellt, nach der die Länder hinsichtlich ihrer Attraktivität gestaffelt werden: ob es dort sicher ist, ob man gut investieren kann. Und das kann man auf Jamaica nicht. Die Leute sind ja arm, da kommt man in Versuchung, sich zu nehmen, was einem nicht gehört (wenn eine Caffee-Pflückerin pro Tag nicht ganz den Gegenwert eines Fabrik-Toastbrotes verdient …). Das ist zum einen Teil tragisch, zum anderen ein großes Glück. Genau das, was Bob Marley „Hippocracy“ nannte, frei übersetzbar mit „Falschheit“, hat ja gerade den in Davos teilnehmenden Staaten ihre augenblicklich unlösbaren Probleme beschert. Das scheint sie aber nicht zu hindern, in alter Manier an ihrem ranking festzuhalten. Richtig wäre, die Liste umzudrehen, denn wahrhaft kriminell sind ja die Bankleute und alle, deren Raffgier uns soweit getrieben hat. Doch in Jamaica hält man gewohnheitsmäßig still: wie sollte es auch anders gehen, unter dem Würgegriff der Korruption und es IWF mit seiner Politik des Ausblutens der schwachen Länder?

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Oberes Bild zeigt innen das Geburtshoroskop Bob Marleys und außen den Todestag, den 11. Mai 1981. Da hat eben jene Radix-Venus im vierten, also dem Vater-Haus höchstwahrscheinlich, eine Opposition von Saturn, der zeitgleich seine ständigen Quadrate zum Radix-Saturn erneuerte; hier gerade mit Jupiter rückläufig zwischen zwei königlichen Konjunktionen, wie es sich für einen Nachfahren Salomons geziemt. Love & respect!

Personen

James Joyce

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Photo by C. Ruf, Zürich, ca. 1918

Wer war denn dieser Joyce? Muss man den gelesen haben? Für mich jedenfalls gab es mal eine Zeit, da bin ich 17-jährig nach Dublin gepilgert, um herauszufinden, was es auf sich hat, mit den dichtenden Iren und ihrem Joyce. Und tatsächlich, es hatte was auf sich: da traf man ein Volk von Mythos-Verrückten, die in der Lage waren, obwohl oder weil voll alkoholisiert, seitenweise Prosa-Texte auswendig zu rezitieren. Entweder man liest Joyce so, oder gar nicht. Mein Lieblings-Kapitel ist das dritte im Ulysses. In gewissem Sinn war Joyce auch der Nationaldichter unserer guten alten Bundesrepublik. Und seinem Übersetzer, dem genialen Hans Wollschläger, gelang es lange kaum mit eigenen Werken aus dem Schatten der Übersetzung zu treten, die eigentlich naturgemäß eine Nachdichtung ist: denn Joyce ist nicht übersetzbar. Sei auch da – bei immer noch rückläufigem Merkur – ein wenig Nostalgie erlaubt. Denn zu dieser Zeit war man sich unter Schriftstellern und Kritikern einig, dass Joyce einfach der König war. Warum? Auch in Paris bei Shakespeare & Company, seiner Verlagsbuchhandlung, wo man einem jungen Dichter eine Mansarde hinter der Bibliothek im ersten Stock eingerichtet hatte, ging ich selbst dem meditierend nach und fand so manches magische Geheimnis auf diesem Weg: James Joyce spricht insbesondere im Ulysses zu unserer Seele so, dass sie sich selbst beim Denken zuschauen kann. Es ist, und das war das Neue, ein völlig anderer Standpunkt in der Dichtung, eine höhere Form von Intelligenz. Dazu passend wählte er seine Sujets aus dem platten Alltag. Kein Drama. Der Held war vielleicht komisch, aber doch auch total gewöhnlich. Und dennoch gerade deswegen transzendent. Im letzten, dem Penelope-Kapitel des Ulysses, erweist sich Joyce als wahrer Poet der Großen Weißen Göttin selbst, wie es einem matriarchal-patriarchalisch hellenistisch gesinnten Europa-Iren geziemt. Zeit seines Lebens hatte er mit den Augen Probleme, und oft genug sah es danach aus, als wollte er seinem blinden Blaupaus-Vorbild, Homer selbst entsprechen. Eine Wiedergeburt Homers?

Fische herrschen in Haus 2 und Neptun steht im dritten. Tatsächlich war sein Verhältnis zu Geld so ausufernd, wie sein Schreiben: er hinterließ über eine Millionen Franc Schulden, denn er war ein Meister im „Geld organisieren“.

Das vierte Haus der Heimat  hat den Pluto: da mußte er weg, das war Vergangenheit.

Imposant sind Jupiter, Saturn und Neptun im Haus 3 des Schreibens. Deutlicher könnte ein solcher König der Feder nicht charakterisiert sein, denn die Jupiter-Saturn Konjunktion, die sich im Rhythmus von etwa 20 Jahren ereignet, findet sich zum Todesjahr im selben Zeichen, wie zur Geburt wieder ein.

Dem Schriftsteller ohne Grenzen entspricht Merkur in den Fischen als Herr von Haus 5 und 6, und auch Mars im Zwilling. Sein nächstes Werk, Finnengans Wake, brach konsequent für diesen Merkur alle Sprachbarrieren ab. Es ist ein großes Gedicht, unlesbar, auf mehreren Ebenen das Maximum verlangend: an Bildung, Intuition, Sprachgeist. In mehr als einer Sprache geschrieben. Ein wahres Welt-Epos: und – Wasserman-typisch. Denn Wassermänner und Frauen, wenn sie mal loslegen, sind als einzige in der Lage gegen den Strom schwimmend ein solches Labyrinth zu erbauen. Sie geben unumwunden zu, alles sei nur für Ariadne geschrieben, die den roten Faden mit Spucke befeuchtet, und als Zwirn einnadelt, um weiter am Schicksalsteppich zu weben, aber – und deshalb sind Wassermänner Helden – das ist ihnen egal: „You can´t stop `em“, auch nicht, wenn Neptun ins zehnte Haus geht. Doch trinken sie dann vielleicht mehr.

James Joyce, 2. Februar 1882 um 06:24 in Dublin, Irland, gest. 13. Jan 1941 in Zürich:

Unteres Bild, welches sich auch ganz groß machen läßt, wenn man nur einmal und dann noch einmal draufklickt, zeigt sein Horoskop innen und den Todestag außen. Wieder einmal stimmt Döbereiners Pluto-Auslösung ziemlich genau.

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