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Weltzeit und Sein

img_30302Foto Markus Termin ©

Alfred Nobel wurde am 21. Oktober 1833 um 6:40 AM in Stockholm geboren.

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Bekannt ist dieser Mann vor allem durch den Nobel-Preis, der wohl zu den anerkanntesten Auszeichnungen der Welt gehört, und den Ruf unbestechlicher Neutralität genießt. Weniger bekannt ist er für die Erfindung des Dynamits, einer Weiterentwicklung des sehr schwer handhabbaren Nitroglycerins (entdeckt 1847 von Ascanio Sobrero). Das Mars-Neptun Quadrat in seinem Horoskop mag dieses Patent befördert haben, zumal, wenn man bedenkt, dass sein jüngerer Bruder bei einem Unglück mit diesem Stoff in der Produktion ums Leben kam, und Neptun auch im Haus der Geschwister steht. Pluto im Macher-Haus 6 kann auch kein Hinderungsgrund gewesen sein!

Wer die Diskussion um die Einführung des Krebs-Impfstoffes gegen zwei von 16 bekannten Pappiloma-Viren (HPV) verfogt hat, wird auch mitgekommen haben, dass es Wissenschaftler gibt, die sich gegen die massenhafte Impfung junger Mädchen wehren, die mit einem in ihren Augen beispiellosen Public-Relations-Aufwand durch die Herstellerfirma des Impfstoffs durchgezogen wurde. Nicht nur, dass man seitens der kritischen Wissenschaftler deren Nutzen in Frage stellt, es wird auch davon gesprochen,  dies sei eigentlich ein Experiment an der Bevölkerung auf Krankenkassenkosten. Insgesamt wäre die Wirkung der Impfung zweifelhaft, zusätzlich schreckten zwei Todesfälle – gesunde junge Frauen starben wenige Tage nach der Impfung – die Bevölkerung auf. Nun kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass es eine Verbindung gab zwischen der Verleihung des Nobelpreises für Medizin an den Entdecker der Papilloma-Viren (der dies vor dreißig Jahren erreicht hat) und der Verleihung des Medizin-Nobelpreises an Professor Harald zur Hausen:

AstraZeneca row as corruption claims engulf Nobel prize – Times Online

Mißtrauisch gemacht hat vor allem die parallele Einführung des Impfstoffes und die Verleihung des Nobelpreises für eben die Entdeckung desselben, während doch der Nutzen dieser Impfung bislang nur völlig unzureichend nachgewiesen ist, und durchaus bezweifelt werden kann. Nach wie vor ist es nicht statthaft, hier von Korruption als gesichertem Tatbestand zu sprechen, oder gar Herrn zur Hausen dafür verantwortlich zu machen. Doch die Zusammenballung von Lobby-Arbeit, die Kostspieligkeit der Markteinführung und auch die Gewohnheit von Verantwortlichen, sich einfach die Aussagen der Herstellerfirma zu eigen zu machen, wenn es gilt, den Impfstoff zu beurteilen, sind an sich schon beängstigend.

Ein weiteres Thema aus den relativ aktuellen Nachrichten betrifft Weltsicht und Astrologie:

Uhr der Welt wird neu gestellt – Der späte Sieg eines Anarchisten? – Wissen – sueddeutsche.de

Im Grunde genommen geht es „nur“ um die Frage einer exakten Zeitmessung. Dies ist sicherlich bedeutend im Bereich der kleinsten Zeiteinheiten, die ja gern als Beweis für das unumschränkte „Funktionieren“ der Relativitätstheorien herhalten müssen, Stichwort „GPS“ – näturlich kann, wenn immer wieder Schaltsekunden dazwischengelegt werden müssen, von der gewünschten und behaupteten Exaktheit im Nanosekundenbereich, um den es geht, wenn von Beweisen gesprochen wird,  gar keine Rede sein, sondern wohl eher von ständigem Korrigieren und Nachjustieren, wie das ja auch wirklich der Fall ist. Dies aber wird seitens der gipfelstürmerischen Naturwissenschaft gern verschwiegen, wer spuckt sich schon gern in die eigene Suppe? Wenn nun angeregt wird, die Zeitmessung der Welt von der Sonne zu lösen, und sie stattdessen synchron zu atomaren Zerfallsprozessen zu messen, dann mag der Unterschied in der Sache gering sein, dem Wesen nach ist dies eine Wende vom Erhabenen – dem Blick zur Sonne – zum Destruktiven. Ein Unterschied in der Qualität selbst. Die Sonne, Kraft und Quelle des Lebens, wird aus dem Zentrum des Seidenden verbannt, um stattdessen einen Zerfallsprozess zur Norm aller Differenz zu machen.

Es fällt nicht schwer, hinter beiden Beispielen – der „Konfektionierung“ von Menschen als quasi Gebrauchsgegenstand einer flächendeckenden Experimentalmedizin einerseits, und anderesseits dem sicherlich bald erfolgreichen Versuch, die Sonne aus dem Zentrum der Wirklichkeitsorietierung zu verbannen – einen werkenden Un-Geist zu erkennen, dessen Bestreben es ist, das Wesen des Seins selbst zu verhüllen, als wären Nutzen und Verwendbarkeit selbst bereits des Lebens Sinn. In anderen Disziplinen geht man unverschämt – im wahrsten Wortsinn – so weit, den Sinn selbst als Produkt neurologischer Verknüpfungen aufzufassen.

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„Denken“, schreibt Martin Heidegger, der auch im Zeichen der Waage geboren wurde (26 September 1889  11:30 in Messkirch), „ist die Achtsamkeit auf das Wesenhafte. In ihr besteht das „wesentliche Wissen“ . Was man gewöhnlich „Wissen“ nennt, ist das Sichauskennen in einer Sache und ihren Sachverhalten. Kraft dieser Kenntnisse „meistern“ wir Sachen. Dieses meisternde „Wissen“ geht auf das jeweils Seiende, seine Einrichtung und Nutzung. Solches „Wissen“ bemächtigt sich des Seienden, „beherrscht“ es und ist dadurch darüber hinaus und überholt es so ständig. Ganz anderer Art ist das „wesentliche Wissen“. Es geht auf das, was das Seiende in seinem Grunde ist – auf das Sein. Das wesentliche „Wissen“ meistert nicht das von ihm zu Wissende, sondern wird von diesem angegangen. Alle „Wissenschaft“ z.B., aber auch anderes, ist eine kenntnismäßige Meisterung, ein Übertrumpfen und ein Überholen, wenn nicht gar ein Überrennen des Seienden. Das alles vollzieht sich in der Weise der Vergegenständlichung. Das „wesentliche Wissen“ dagegen,  die Achtsamkeit, ist das Zurücktreten vor dem Sein. Bei diesem Zurücktreten sehen wir und vernehmen wir wesentlich mehr, nämlich ganz anderes als bei dem merkwürdigen Vorgehen der neuzeitlichen Wissenschaft, das immer ein technischer Angriff auf das Seiende und ein Eingriff ist zu Zwecken der handelnden, „schaffenden“, geschäftigen und „geschäftlichen“ „Orientierung“.“

(Martin Heidegger in der Einleitung zu:  Die Göttin „Wahrheit“, Parmenides, Wintervorlesung 1942/43, Vittorio Klostermann)