Poetry, Weltbild

Die Wahrheit tun*

Nürnberg 19:34 Regen, Regen, und wegen der Kälte wollen auch die Blüten nicht lange am Baum bleiben. Dafür bekommen die Aktien Schwung, DAX und Dow Jones. Beim DAX geht die Venus auf den Jupiter zu, der im zweiten Haus steht. Den Dow Jones weiss ich erst, wenn das betreffende Buch kommt von Claudia von Schierstedt. Demnach würde sich der aktuelle Transit von Neptun über DAX-Venus, die das dritte Haus beherrscht, weniger auswirken. Doch die laufende Venus, die ja für Geld steht über dem Jupiter im Haus des Wertes, dabei Jupiter als Herrscher dieses Hauses: das bringt`s wohl! Der Papst ist/war in den USA und hatte dort seinen Auftritt vor der UNO. Wenn ich Papst wäre, würde ich mir einen Sack anziehen, und demonstrativ in einen Orden mit Armutsgelübte eintreten. Warum nur fallen so wenig öffentliche Würdenträger zum Wohle der Menschheit aus der Rolle? Jesus ist auch aus der Rolle gefallen. Ich frage mich aber auch langsam, ob wir nicht selbst etwas tun sollten. Sind alle Wege schon gegangen? Aus dem revolutionären Geist der 70ger Jahre wurde Joschka Fischer. Wir haben gelernt, dass jede Organisationsform ein Problem ist: sie produziert Außenseiter, Leitfiguren und Werte, die letztlich dafür sorgen, dass die Idee, wegen der man ja gerade angetreten war, ins Gegenteil verkehrt wird. Deswegen sagt Lao Tse:

Wenn einer begehrt, das Reich zu nehmen

um an ihm zu tun –

Ich sehe voraus, dass er scheitert,

Denn das Reich ist ein Geist-Gerät:

Es darf an ihm nichts getan werden.

Wer ihm antut, zerstört es;

Wer es festhält, verliert es.

Wenn Lao Tse, der Weise Chinese (möge er den heutigen Chinesen Weisheit schenken!), von Reich spricht, dann meint er durchaus dasselbe, wie Jesus, wenn er vom Himmelreich spricht. Doch es gibt einen Unterschied in der Conclusio: Jesus mischt sich ständig ein. Er sieht, die Pächter des Weinbergs haben den Weinberg mißbraucht. Deswegen ist er gekommen, um das Schwert zu bringen. „Ich werde dieses Haus zerstören und niemand wird es ein weiteres Mal aufbauen können“, wird er im Thomas Evangelium zitiert. Zwischen Lao Tse und Jesus besteht eine große Übereinstimmung hinsichtlich des Reiches: „Wenn ihr euch nicht der Welt enthaltet, werdet ihr das Reich nicht finden …“, doch Jesus Lehre ist so wenig friedlich, wie die Mohameds. Freilich interessiert Jesus nicht das weltliche, er denkt nicht daran, mit Gewalt zu missionieren. Will er überhaupt überzeugen? Für Lao Tse wäre Jesus vielleicht gerade der gewesen, der versucht hätte, etwas „an ihm“, dem Reich zu tun, es also irgendwie zu beeinflussen. Er meinte: im Nicht-tun liegt die Kraft. Use the force, Luc! Soll ich nun neunmalklug meine Meinung dazu sagen? Lao Tse hat Recht. Doch sein Sinn kann nicht ganz gründen, denn auch er tut ja. Was? Er schreibt, er äußert, er sagt. Das ist sogar das eigentliche tun, denn tief betrachtet ist Denken tun. Er ist also in einem Widerspruch gefangen. Er hat Recht, also fehlt ihm das Reich. Jesus ist Recht. Denn er kennt „die Pächter des Weinbergs“, das sind die, denen die Atzteken Opfer brachten. Möge Gott uns erleuchten, das Richtige zu tun. Die Wahrheit tun*.

* Die Wahrheit tun, Titel von Georg Kühlewind

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Stundenastrologie once again

Nürnberg, 12:00 – gutes Wetter, diesig, für die Jahreszeit zu kalt. Doch halten wir uns damit nicht auf, es gibt interssanteres. Ich habe versprochen, die ein oder andere Frage aus der Praxis hier zu besprechen, und so soll es sein. Eine Klientin ruft mich an. Sie arbeitet selber als coach und bietet eine hoch effiziente Lebenshilfe für alle, die glauben, wirklich im Treibsand gefangen zu sein (bei Interesse bitte mir mailen, oder mit mir telefonieren, ich gebe dann ihre Kontaktdaten gerne weiter). Nun hat sie selbst eine Klientin im Ausland, und es stellt sich vorab die Frage: „Soll sie zu mir, soll ich zu ihr, kommt überhaupt eine Zusammenarbeit zustande?“. Dazu schauen wir uns, wie immer mit zwei Klicks (kein Doppelklick!) das untere Augenblickshoroskop an:

Die Klientin meiner Klintin wird durch Merkur; Herr des 1. Hauses vertreten. Sie ist die Anruferin zu dieser Zeit. Merkur sehr schwach, schwächer gehts nicht: zu nah bei der Sonne, also verbrannt, im Haus 12, also quasi weggesperrt, im Stier, der selbst eingeschlossen ist im Haus 12. Aus der familiären Situation wird diese Position erklärlich, doch das ist nicht Thema des Horoskops, und geht uns daher nichts an. Meine Klientin ist der Jupiter, der in Haus 9 steht, im Steinbock, was ausgezeichnet passt, denn sie ist eine Steinbock Frau. Da sie die Frage knapp und schnell beantwortet haben will, schauen wir auf den Stand der Planeten.

1. Meine Klientin steht als Jupiter im Haus des Auslands für ihre eigene Klientin, denn vom Zwilling aus gesehen ist es das Haus 9. Das entspricht auch der Situation, denn sie befindet sich ja im Ausland.

2. Zwischen Merkur und Jupiter ist zwar noch kein Trigon angezeigt, doch es wird eines geben, nämlich zwischen dem 28. und 29. April. Also wird ein Kontakt zustande kommen.

3. Dafür spricht auch das zunehmende Trigon zwischen Merkur und Saturn, der schließlich Dispositor, Bestimmer des Jupiter ist.

Es sieht also von der Seite der Klientin meiner Klientin danach aus, als würde sie, die ihr Entlastung und Hilfe bieten kann, bei sich daheim begrüßen können, als müßte also meine Klientin zu ihr reisen. Denn Jupiter steht im Auslandshaus der Klientin meiner Klientin, und er wird bestimmt durch den rückläufigen Saturn, der in Haus 4 steht, also ihrem Zuhause. Doch es gibt etwas, das dagegen spricht. Denn schaut man sich das von der Seite meiner Klientin, also der eigentlichen Therapeutin aus an, so findet man in ihrem Haus der Auslandreisen, dem 9. vom 7. Haus den Planeten Mars in Opposition zu Jupiter. Hier stellt sich einer solchen Verwirklichung etwas sehr vehement entgegen. Diese Sprache spricht auch der Mond, der in ein Quadrat zum Jupiter und in eine Opposition zu Merkur treten wird, und zwar noch bevor er das Zeichen Waage wechseln wird. Mond jedoch beherrscht das Auslandshaus meiner Klientin, das 9. vom 7. Haus aus gesehen.

So kann man also, abgesehen von den Dingen, die das Stundenhoroskop sonst noch klar erzählt, wie eine Geschichte, sehen, wie sich in einem solchen Horoskop eine komplexe Situation abbildet, die es erforderlich macht (Waage-Mond), die Interessen abzuwägen.

Mein Fazit sieht so aus: es sind zwei Übeltäter, Mars und Saturn, die einer Auslandsreise meiner Klientin entgegenstehen. Jupiter steht im Steinbock für meine Klientin, die Therapeutin, im unmittelbaren Nachbarschaftsbereich. Wäre er im dritten Haus, hätte ich zu einer Reise geraten, so jedoch nicht. Andererseits ist es wenig wahrscheinlich, daß die Klientin meiner Klientin, um die es ja geht, reisen wird, denn von ihr aus gesehen liegt Saturn im Haus 4, ihrer Heimat, da ist sie festgewurzelt. Andererseits Kontakt von Jupiter und Merkur. Der Prozess einer Zusammenarbeit wird zustande kommen, und zwar Ende April, zunächst jedoch möglicherweise ohne persönlichen Kontakt.

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Das Wesen des Seins

Nürnberg 19:00, kühl aber schön …

Besonders die formelle Schönheit der Astrologie, habe es ihr angetan, berichtet Liz Greene, die nicht nur Astrologin, sondern auch promovierte Psychologin ist. Bei dem Retro-Trend, den die Astrologie zur Zeit mit den allgemeinen Moden teilt – Robert Hand schrieb ein Buch über traditionelle Astrologie, Kurse zur klassischen Astrologie werden vermehrt angeboten und die Stundenastrologie befindet sich in einer Renaissance – darf man nicht vergessen, wie genial die Kooperation zwischen Astrologie und Psychologie „funktioniert“. Dass dann auch noch zur Tiefendimension die Mythologie hinzukommt, als der Verbundstoff zweier Welten, ist schlicht revolutionär. Denn hier kommt ein zeitloses Element der Menschenseele zur Anschauung, eine flugfähige Doppeldeckerrealität. Könnte man sich dazu durchringen, auch Gesundheit und Krankheit unter den Dispositionen der astrologischen Vorgaben zu kurieren und zu vermeiden, wäre viel gewonnen. Die Realität ist davon weit entfernt. Sie besteht auf ihrem mechanistischen Ansatz, wie auf der Keule als Jagdinstrument. So bewegen wir uns, wie in einem Gemischtwarenladen: dort etwas Wissenschaft, hier die Information, Bildung in den Einkaufswagen, vielleicht Altesvorsorge noch und Unterhaltung und … ja vielleicht noch ein wenig Astrologie. Doch das ist es nicht. Astrologie ist nicht eins unter anderen Dingen. Dieses, die Dinge aufzuteilen, einzuteilen, zuzuordnen und in Bedeutungsgruppen auflisten, nennt Martin Heidegger – Sonne, Mond, Merkur und Uranus in Waage, Schütze Aszendent – das „Die Dinge stellen“, wie ein Jäger sein Wild stellt. Er spricht vom Wesen des Seins, welches durch die Technik „gestellt“ werde. Das Wesen der Technik sei nichts technisches, sondern einem Vorgang der Zuordnung zu vergleichen, in dem es vor allem darum ginge, alle Dinge gemäß ihrer Verfügbarkeit zu klassifizieren und dies, die Verfügbarkeit im System, als einzige Qualität gelten zu lassen. Wir erfahren solches „Stellen“ des „Wesens des Seins“ unmittelbar, wenn wir die Nachtigall singen hören, und daneben den Autoverkehr in seinem ampelrhythmischen Auf- und Abbranden. Hier grenzen zwei Welten aufeinander. Die ursprüngliche Art der Nachtigall, auf ihre Art das „Wesen des Seins“ zu hüten, prallt auf die Verwahrlosung der menschlichen Aufgabe, dieses selbige Wesen auf eine menschliche Art „zu hüten“. Die Missverständnisse des Begreifens wollen die notwendige Stille zwischen zwei Lauten nicht verstehen. Dabei, und dies ist mit „hüten“ gemeint, gibt es nur das Verstehen und Begreifen als ein Weitertragen der Dinge. So tragen wir „Sorge“, kümmern uns, wie in einer Eimerkette, die gemeinsam daran arbeitet, das brennende Zivilisationshaus zu löschen, zu erhalten. Es ist schier unmöglich, etwas „direkt“ ausdrücken. Sprache ist immer dazwischen. Immer Brücke. Dies wusste Jesus, als er anfing in Gleichnissen zu sprechen. Wenn sich jemand „konkret äußern“ soll, wie eine der Worthülsen lautet, so wird er „gestellt“. Dann schwindet die Wahrheit, weil sie niemals „ist“, sondern sich immer ereignet. Der technische Vorgang versucht dies auf den Kopf zu drehen, und auch die Ansammlung von Kapital ist nur eine Zwischenstufe in diesem Umkehrungsprozess: Technik will vom „Sein“ zum „Ist“. Dies zeigt sich exemplarisch in der Fotografie, im gefrorenen Augenblick. Natürlich stellen wir dieselben Ansprüche an die Astrologie. Doch so ist sie flüchtig, wie ein scheues Reh. Sie kommt nur zu uns, wenn wir den Zauber zulassen, wenn wir Antworten aus dem Fluss der Dinge zulassen, eher, als wenn wir Wahrheiten für alle Zeit festlegen wollten. Dass dabei der Erfahrungsschatz der Alten nicht willkürlich verschoben werden kann, einerseits, andererseits jeder, der sich mit Astrologie beschäftigt, an dem großen Bild der Sache mitmalen muß, soll sie sich ihr/ihm erschließen als Quell der Weisheit, macht Astrologie zur modernen, aktuellen, schamanistischen Kunst. Wollen wir die Frage nach dem „warum“ klären, welche überhaupt nur solche zu stellen in der Lage sind, die sich eben nicht mehr mit der Frage des vermeintlichen „daran glaubens“ aufhalten, so werden wir die Reise der Seele im Kosmos und Weltall verstehen lernen müssen. Astrologie ohne Reinkarnationslehre bleibt eine stumpfe Sache, obwohl die psychologischen Vertreter der Zunft dazu neigen. Doch wahre Tiefe bekommen wir nur in der vollen Dimension. Es geht nicht um Feindlichkeit der Technik gegenüber; das wäre lächerlich, denn wir benutzen sie. Benutzen wir sie? Oder benutzt sie uns? Ist es möglich, sie, die Technik, zu benutzen, oder hat sie eine Tendenz, immer nur zu unterwerfen? Es ist sehr auffallend, dass nicht immer die besten Möglichkeiten gefunden werden, auch technisch nicht. Statt allgemein zu versuchen, das Prinzip des Verbrennungsmotors zu überwinden, verlegt man sich lieber auf „nachwachsende Rohstoffe“. Es gibt hier etwas zu denken, liebe Philosophen! Morgen vielleicht mehr dazu …

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Kasimin: „Als ob im Herzen“

Nürnberg, 15:48 – die Aktien Indices steigen wieder. Im Herzen der Sonne ist Hermes-Merkur nicht verbrannt, wie sonst in der Nähe der Sonne, sondern „Cazimi“, wie man auf frei arabisch im Mittelalter sagte, also ganz besonders stark. Höhepunkt dieser Stärke war heute morgen um 09:24 – bitte zweimal klicken (kein Doppelkick!):

Merkur hat zwei Konjunktionen mit der Sonne, die untere, wo er zwischen der Erde und der Sonne hindurchschlüpft – dabei ist er rückläufig – und die obere, wo er hinter der Sonne verborgen steht. „Man muss Merkur mehr beobachten als alle anderen Planeten, denn wenn er einen Aspekt zu einem Planeten wirft, hat er gewöhnlich mehr teil am Einfluss dieses PLaneten, als es jeder andere tut: Mit Saturn wird er schwer, mit Jupiter mäßiger, mit Mars eiliger, mit der Sonne eher sanft, mit Venus mehr scherzhaft, mit dem Mond schlauer“, schreibt William Lilly. Fuchs, Papagei, Eichhörnchen und Bienen gehören zu ihm, Märkte, Kegelbahnen und Tavernen, Wallnuss, Bohnen, Majoran und Lungenkraut. Und Nürnberg, als Zwillings-Stadt gehört ihm auch. Wenn Hermes sich hinter der Sonne versteckt, fällt der Bericht vom Diebstahl der Rinder des Apollon ein, der den Göttern und Menschen im Tausch zwischen Brüdern die Musik gebracht hat. Denn um den älteren Bruder zu entschädigen, schenke das Hermes-Baby dem Apollon die Leier aus einem Schildkrötenpanzer gefertigt, verbarg sich jedoch zuvor in einer Höhle und spielte Wickelkind. Hermes ist das magische Kind, das Bild der magischen Kräfte des Kindes. Jedes Kind hat solche Kräfte, bis es …  „Samin“, eine weitere Verballhornung von Kasimin, ist auch der Anfang des Planeten-Sonne Zyklusses, gleich ob mit Merkur oder einem anderen Planeten. Von den globalen Nachrichten überrascht vor allem die erneute Zulassung der Todesstrafe per Giftspritze nach einem aktuellen Gerichtsbeschluss in den USA. Im Wandel hinter der Sonne wird Hermes-Merkur vom Morgen zum Abendstern, vom Lichtbringer zum Psychopompos, dem Seelenbegleiter: „Auch Hades machte ihn zu seinem Boten, der die Sterbenden mit sanfter Überredung abberuft, indem er ihnen seinen goldenen Stab auf die Augen legt.“ Dies passt bedauerlicherweise zum Trigon zu Pluto und Saturn rückläufig, die Sonne-Merkur eingegangen sind, während sie Cazimi waren. Eine Wieder-Einführung! Ich hoffe, Joseph Ratzinger ergreift die Gelegenheit, bei seinem USA-Besuch dies als menschenunwürdig zu verurteilen. Um so mehr, als ja gleichzeitig erwogen wird, auch Kinderschändung unter Todesstrafe zu stellen, wovon wieder die 5000 Priester betroffen wären, wegen derer er „tief beschämt“ ist. „Verwinden und Erscheinen“, schreibt Johann Hjelmborg, sind Finsternis begleitend: „Denn ausgerechnet Schleusen, Röhren und Kanäle sind Mondknotenphänomene, namentlich bei Mondknoten auf der Achse Jungfrau/Fische.“ Nun haben wir den Transit des rückläufigen Saturn über den Punkt der Monfinsternis vom 21. Februar in der Jungfrau, und siehe da, der Spiegel meldet eine wiedergefundene „Tunnelstadt unter der Hölle“, die im ersten Weltkrieg unter der nordfranzösischen Stadt Arras gegraben wurde, um 24000 Soldaten aufzunehmen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,547483,00.html

Diese und andere Merkwürdigkeiten sind der Schlüssel zur Astrologie, die selbst wieder nur ein Schlüssel zur dreimal verzauberten Wirklichkeit ist.

Länder, Personen

Berlusconi zum dritten

Nürnberg, 16:34 – Soll man es als Gabe des rückläufigen Saturn betrachten, dass Dinge aus der Vergangenheit wieder heraufkommen? Während Saturn über den Punkt der Mondfinsternis von diesem Frühjahr schreitet, wird Berlusconi zum dritten Mal Ministerpräsident in Italien. Das ist kein Wunder, ziehen sich doch Italien und Berlusconi gegenseitig an, wie die Braut den Bräutigam. Silvio Berlusconi hat einen Jungfrau Aszendenten, seine Sonne steht in der Waage in Haus 1, und diese Sonne regiert Haus 11, also den Zeitgeist. Wer noch an der Aussagekraft der lebensgestaltenden Grunddisposition eines Horoskops zweifelt: hier kann man – Sonne Haus 1 beherrscht 11 – Zweifel überwinden.

Doch es geht noch weiter! Auch Italien hat ein Horoskop. Italien ist eine Fische-Sonne Haus 4 mit einem Schütze Aszendenten. Jupiter, der regierende Planet, steht im Löwen Haus 9. Italien will also an den lieben Gott glauben. Und der Saturn steht in der Jungfrau Haus 9: da hat Silvio Berlusconi mit seinem Jungfrau AC das richtige Auftreten.

Gemeinsam mit Italien hat der neue alte Ministerpräsident den rückläufigen Merkur, die karmische Bindung ans alte Rom wohl. Doch vor allem Italiens Fische-Sonne fühlt sich vom Fische Deszendenten des Medienmoguls angezogen. Silvio Berlusconis progressive Sonne wird binnen des nächsten halben Jahres über seinen Jupiter gehen, der im dritten Haus im Schützen, also im Domizil, steht, doch das vierte Haus, das Vaterland- und Herkunftshaus beherrscht. Wie im Lehrbuch, denn wer könnte nicht, als Waage-Sonne in Haus 1, ein Imperium der Kommunikation (Haus 3) schaffen? Er sagt, er fühle die Verantwortung. Drei Mal auf einen Posten berufen zu werden, sollte auch zu denken geben. Es würde mich nicht wundern, wenn er für diesmal sein Wesen ändern muss. Denn in den Progressionen steht ihm ein Saturn-Saturn Transit bevor, und Ende 2009 geht Saturn gleichzeitig über Berlusconis Aszendent, just, während Saturn im Länderhoroskop durchs Haus 10 wandert, und also Italien unterm Joch stöhnt. Gleichzeitig geht 2009 Uranus über den Immum Coeli Italiens, das Herkunftshaus. Da wird es richtig ernst. Vielleicht der falsche Mann zur falschen Zeit, was zu einer richtigen Revolution führt.

Personen, Weltbild

Quantenphysik und Unio Mystica

Nürnberg, 15:21. wolkig und mild, etwas Wind …

Es ist nicht leicht, für einen Laien wie mich, die Quantenphysik zu verstehen. Albert Einstein, bekanntlich Fische, hat die neue Physik der Quanten einmal mit zwei „Quantenwürfeln“ verdeutlicht: Der eine Würfel befindet sich in Wien, der andere in Budapest. Wann immer gleichzeitig mit beiden Quanten gewürfelt wird, sei zwar das Resultat völlig zufällig – sie zeigten aber jeweils die gleiche Zahl. Außerdem gibt es zwischen den Ergebnissen keinerlei zeitliche Verzögerung, selbst wenn ein dritter Würfel tausende Lichtjahre entfernt wäre, würde er zur selben Zeit dasselbe Ergebnis zeigen. Dieses Beispiel entnehme ich Kocku von Stuckrads „Geschichte der Astrologie“. Sowas gibt natürlich zu denken:

Foto Vazul Termin

Hier sehen Sie den Denker vor der Nürnberger Burg, eingepackt, wie von Christo. Die Burg, nicht der Denker. Das Laub auf dem Baum zeigt, all dies geschah schon letzten Herbst. Doch spielt das quantenphysikalisch eine Rolle? Der Turm im Hintergrund war übrigens Kaspar Hausers „Herberge“. Werner Heissenberg, der die Quantenphysik begründet, die heute in jedem CD-Player Anwendung findet, obwohl wir sie nicht verstehen, war ein Skorpion-Aszendent mit Schütze Sonne. Sonne im zweiten Haus in Konjunktion mit Uranus macht ihn zu einem „Substanzveränderer“. Er verändert und befreit (Uranus) mit seiner Sonne als weiser Lehrer (Schütze) die greifbare Realität (Haus 2) der Wirklichkeit. Außerdem ist er nicht weit von hier 1901 in Würzburg unter der königlichen Konjunktion von Jupiter und Saturn im Steinbock geboren. Klassische Astrologie gibt auch zu denken. Quantenphysik und Astrologie gehören zusammen, denn sie führen beide zu einer Einheit in der Betrachtung aller Dinge. Natürlich kann man sich dem „Warum?“ nähern. Doch die Erklärung steht dann in Distanz zum Phänomen und begründet wiederum eine neue, offenbar künstliche Spaltung der Realität. Wird uns letztendlich die „Kernspaltung“ zur neuerlichen Unio Mystica führen, zu einer Einheit des Seins, weil, wo das Äußere gespalten wird, das Innere wieder zusammenkommt? Ein US-Bürger hat dieser Tage gegen den Teilchenbeschleuniger in der Schweiz geklagt, jene neue super-super Beschleunigung (unter der Erde werden winzige Partikel durch Magnetfelder auf kilometerlangen „Teststrecken“ bis kurz vor die Lichtgeschwindigkeit gebracht, oder vielleicht darüber), man wisse nicht, ob damit nicht ein künstliches „Schwarzes Loch“ produziert werde. Tatsächlich lauern die Monster der Vergangenheit an allen Ecken und Enden. Das gibt zumindest zu denken, oder nicht? „Wo Gefahr ist,“ schreibt Hölderlin, „da wächst das Rettende auch.“ Er scheint die Gleichzeitigkeit des quantenphysikalsichen „Zufalls“ poetisch durchschaut zu haben.

Horoskop von Werner Heissenberg

Geschichte

Der Schutzgeist des Sokrates

Nürnberg 17:54 – es ist sonnig, es ist schön, die Katze jagt schon Vögel. Ich habe letzten Herbst vorausschauend einen kleinen Topf mit Kastanien auf meinen Balkon gestellt. Sicher, auch ich liebe Katzen. Schöne, heilige Raubtiere. Doch Vögel mag ich noch mehr. Und diese Kastanien machen ein wenig Krach und haben eine kleine Wirkung.

Sokrates (Σωκράτης) wurde in Athen um 469 v. Chr. geboren, als Sohn des Steinmetzen Sophroniskos und der Hebamme Phainarete. Er starb durch einen Justizmord um Jahre 399 v. Chr. Es mag nicht unbedeutend sein, dass wir vom Steinmetzsohn, der selbst wohl auch diese Kunst erlernt hatte, so genaue Portraits haben, die sich in einem einig sind: wie häßlich doch Sokrates war. Nicht, dass alle Widder häßlich waren, wie überhaupt diese Kategorien unter Umständen fragwürdig sind; im Gegenteil, Widder sind oft erstaunlich schöne Menschen, trotz der Fragwürdigkeit dieser Kategorien. Doch Sokrates sieht eindeutig wie ein Widder aus. Wahrscheinlich Sonne und Aszendent im Widder, Mond im Krebs. Oder aber Mond im Widder und Sonne in Waage. Wie jede Tierkreiszeichenprägung gibt es auch beim Widder 2 Hauptvarianten: die eine ist eben Sokrates hier unten, die andere hat den edlen Schnitt eines Ernst Jünger.

Obwohl also offensichtlich ugly, hat er dennoch sich die Liebhaber vom Hals halten müssen, vor allem die bisexuellen Söhne der Athener Aristokratie, von denen einige in ihn, dem Lehrer der Philosophie, verliebt waren. Doch Sokrates war offensichtlich nicht homosexuell, und es ist nicht wenig erstaunlich, als welch ungeheurer Affront gegen die allgemeine Moral zumindest der Oberschicht, von der Platon in unmittelbarer Beteiligung berichtet, das damals empfunden wurde. Wir wissen von seinem Leben ziemlich genau aus zwei unterschiedlichen Quellen: Platon und Xenophon. Die Tatsache, dass insbesondere Platon in seinen Sokratischen Dialogen ein schriftstellerisches Wunderwerk geschaffen hat, dass nicht nur sehr leicht zu lesen ist, sondern die Grundlage des westlichen Denkens überhaupt darstellt, unterstreicht die Bedeutung dieses Menschen Sokrates, eines Suchers und frommen Mannes, der immer wieder um die Bedeutung des Göttlichen gerungen hat (und sich im platonischen Werk, beispielsweise in Bezug auf Eros auch widerspricht). Sokrates und Jesus haben nichts geschrieben, hinterlassen (Jesus einmal im Sand).

„Als ich mich eben anschickte, mein Guter“, sagt Sokrates im platonischen Werk Phaidros – dem tiefsten, was über Schrift geschrieben und gesagt wurde seit je – „durch den Bach zu gehen, geschah mir, wie ich es gewohnt, jenes dämonische Zeichen – immer hemmt es mich nur, wenn ich etwas unternehmen will -, und es war mir, als vernähme ich aus diesem Orte eine Stimme, die mir verbot, davonzugehen, bevor ich mich entsühnt hätte, weil ich gegen die Gottheit gefrevelt hätte.“

Was nun war dieses „dämonische Zeichen“?

Hierzu schreibt, freilich fast ein halbes Jahrtausend später Plutarch:

„Gut“, sagte Theokritos, „Aber den Schutzgeist, das Daimonion des Sokrates, mein Bester! Sollen wir das auch für Schwindel erklären und wofür?“ … Hier unterbrach mein Vater, und sagte: „Wahrhaftig Galaxidoros, auch ich habe von einem Mann aus Megara und er von Terpsion gehört, dass der Schutzgeist des Sokrates ein Niesen war, teils ein eigenes, teil von anderen; nieste ein anderer zu seiner Rechten, sei es hinter, sei es vor ihm, so schritt er zur Ausführung des Vorgehabten, wenn aber zur Linken, dann nahm er davon Abstand; und was das eigene Niesen angeht, so bestärkte es den Entschluss, wenn er noch am Überlegen war, und hielt ihn auf und hemmte ihn, wenn er schon bei der Ausführung war.“

Ich lebe danach seit einigen Jahren, und habe es für wahr befunden. Wer sich die Mühe machen will, den Original-Text bei Plutarch zu lesen: go for it, er ist tiefer, als der Tag gedacht!

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DAX astrologisch

Nürnberg 17:03 – mild und angenehm. Den Dax verfolge ich erst seit einer Weile astrologisch, aber es ist bemerkenswert, wie genau er den planetaren Bewegungen folgt:

Bitte wieder zweimal auf´s Bild klicken. Im Augenblick fällt der Dax stark. Er ist eine geborene Steinbock-Sonne, und hat gerade den Jupiter Transit hinter sich. Neptun nähert sich bedrohlich der Venus, es geht also noch tiefer abwärts. Erhohlungsphasen versprechen Merkur und Venus, die bald Jupiter berühren, der immerhin Mitregent von Haus 2 ist. (Zusatz 18.04.08: tatsächlich läuft es so, Venus ist im Orbis von 6 Grad und schon geht es aufwärts, faszinierend!) Auch die Sonne ist am Jupiter eben vorübergegangen. Sonne über Jupiter, Jupiter über Sonne: man spricht von Rezeption, allerdings etwas schief, weil die Zeichen nicht stimmen. Ich berate Kunden gerne wegen ihres Portfolios, allerdings will ich die Sache erst noch mindestens ein Jahr beobachten. Das wäre sonst nicht seriös. Besonders interessant wird Uranus auf dem Mondknoten. Saturn rückläufig in Haus sieben mag dafürhalten, dass der DAX auch anderen Börsen im Augenblick keinen Gewinn beschert. Doch Jupiter wird im November nochmal über 20 Grad Steinbock gehen, wo die Dax-Sonne steht, und deshalb glaube ich, bis dahin hat sich der Markt erholt. Mir geht im Prinzip schon das aufdringliche Gehabe auf die Nerven, mit der spätestens nach Ausschüttung der TeleCom Aktien jeder Provinzsender im Radio die Hörer fast stündlich mit Börsennachrichten nervt, als hätten diese Geldesel-Gläubigen ein Recht auf Anteilnahme. Die ganze Kriese läßt mich mal wieder daran zweifeln, ob die Geld mit Geld Verdienerei nicht letztlich ein Problem ist. Wäre damit in Deutschland nicht auch so schnell der Antisemitismus-Vorwurf berechtigterweise anzubringen, weil man im Mittelalter den jüdischen Glaubensbrüdern das Handwerk verbot. Etwas von diesem Mief steckt immer noch in jeder Handwerkskammer; man schaue sich dort in den Eingangshallen um. Da nun aber Deutschland dank der Raub-Kapitalverzinsung des zweiten Weltkriegs Land der weltgrößten Versicherungen ist, Gebilde, die dafür bekannt sind, den Geld-Geld Kreislauf souverän zu ihrem Vorteil zu lenken, darf man schon ein wenig schimpfen. Gegen diese anonymen Besitzer ist schlichtweg kein Kraut gewachsen. Ein Beispiel: unterläuft einer Hebamme ein Behandlungsfehler, der zum Nachteil des Kindes wird, unter Umständen einer Behinderung, so müssen die Eltern die Hebamme verklagen, wollen sie denn Leistungen von der Versicherung beziehen, selbst, wenn das nicht in ihrem Sinne ist. Umgekehrt wird „Behandlungsfehler“ am Standart der medizinischen Technik gemessen, die oft genug der Fehler selbst ist: in diesem Fall aber hat der behandelnde Arzt sich nichts zu schulden kommen lassen. Hat er doch sein Gehirn aus, den Apparat aber angeschaltet. So regieren die Versicherungen indirekt die Norm und schränken unsere Freiheiten schon im Kleinkindalter ein: „Dieser oder jener Ausflug ist nicht machbar, die Versicherung würde nicht zahlen wenn …,“ so lautete der Standartspruch meiner Schulzeit. Bei Brustentzündung durch Stillprobleme sofort Antibiotika, auch wenn es falsch ist, sonst zahlt die Versicherung vielleicht nicht. Kind abgestillt, Mutter unglücklich. Wir leben in einer Versicherungsdiktatur und sind wahrscheinlich selbst schuld daran. „Hypertrophierte Verwaltungsdiktatur“ nannte das Hans Wollschläger selig. Unheimlich ist nur, dass der ganze Kapitalberg, auf dem die sitzen, die Rendite des Kolonialzeitalters darstellt. Graue Männer mit Zigarren im Maul, ganz wie bei Michael Ende, und auf Haiti wissen sie nicht mehr, wie sie Brot bezahlen sollen. Hinweg, trübe Gedanken: Frühling komme!

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Prometheus und die Fackel

Nürnberg 18:04 dieses Jahr fängt wirklich mit Blitz und Donner an, und mir gefällt das, weil dann die Atmosphäre so magisch aufgeladen ist. Der Blitzschleuderer ist Zeus, Jupiter also. Er mag sich langsam dagegen wehren, durch den rückläufigen Saturn in seiner Entfaltung begrenzt zu werden. Denn das macht Saturn, der den Steinbock beherrscht, in dem Jupiter zur Zeit weilt. Saturn ist Jupiters entmachteter Vater, der Herr über das Goldene Zeitalter vor ihm. Und wem muß sich Saturn fügen? Dem kleinen Flügel-behelmten Zauberstabträger Hermes, denn dieser beherrscht die Jungfrau, die Merkur-Hermes regiert, und das gibt Saturn eine gewisse Bitterkeit in Bezug auf die praktischen Dinge des dienstfertigen Lebens, die Ernte von Geld z.B., die durch die Bankenkriese tatsächlich rückläufig zu sein scheint. Scheint, denn gestern hat mir mein Schwiegervater in Spe, der einmal eine Bank geleitet hat, verraten: des einen Verluste sind des anderen Gewinn, also irgendwo bleibt das Geld. Knapp wird Demeters Gabe (Korn, Brot, Jungfrau) allerdings durch den rückläufigen Saturn auf Haiti und in Ägypten, und neuerdings in Großhandlungen durch Preissteigerungen bei uns auch. Doch weiter, denn auch Merkur-Hermes ist noch nicht das Ende der Kette. Denn er steht im Widder und begleitet die Sonne. „Heda!“ ruft er, „wollt ihr denn ewig geizen?“ Widder ist das Zeichen des inspirierten Anfangs. Wie? Durch Ideen, Hermes, Logos sei Dank! Freilich hat auch Hermes einem anderen zu folgen, der das Zeichen, in dem er steht, beherrscht. Es ist Ares, Mars, Gott des Krieges und der Kraft. Doch Ares steht im Zeichen Krebs und ist dort nach alter Lehre im „Fall“, also schwach. Ist das Ein Glück, oder ein Unglück? Denn der Streit zwischen Familien und Völkern oder Völkerfamilien muß ja nicht so heftig sein, sollte es nicht. Und – Du ahnst es – auch Mars ist nicht Hausherr, wo er steht, ihn regiert der Mond! Oder darf ich Frau Luna sagen? Sie ist im Domizil, sie ist Herrin, dort, wo sie weilt. Die ganze Kette hat ein Ende. Von Jupiter-Zeus angefangen müssen wir glauben, dass solange der Mond im Domizil weilt, er hier das Sagen hat. Des Volkes Stimme will gehört werden, auch das Mutterrecht, der schamanistische Urton will erklingen. Und wechselt Mond das Zeichen, so kreist dennoch mit ihr/ihm die ganze Runde von Mars, Saturn und Jupiter mit, neunundzwanzig Tage lang immer in einer anderen Stimmung, damit uns die ganze Postmoderne vergeht. Solches allerdings, bis Mars das Zeichen wechselt. Das tut er am 10. Mai, und dann ist die Kette anders organisiert und die Sonne, Apollon im Stier, bestimmt die Geschicke von Saturn und Jupiter, einer der Vater des anderen. Und noch einen Vater gibt es: Uranus. Das ist, zurückgerechnet nach Jupiter und Saturn die dritte Generation! Wollten wir es übrigens esoterisch genau nehmen, so hätten wir Mitras als den Widder-Helden des folgenden Zeitalters und als nachfolgenden Planeten Mars erkannt. Sodann, heute, die Erde, und dermaleinst, wie Steiner prophezeiht, die Venus! Uranus ist in den Fischen, er wird zuweilen auch (von Liz Greene) Prometheus genannt. Und Prometheus war der, der den Göttern das Feuer stahl (nicht, wie in der immer schlechter recherchierten TAZ gestern stand, war es Zeus, der es ihnen schenkte). Somit hat Uranus etwas mit diesem Fackellauf zu tun. Und tatsächlich findet sich in der Mythologie ein Zusammenhang. Im Bereich der Akademie in Athen, schreibt H. W. Parke, lag der Altar des Prometheus, des alten athenischen Feuergottes, auf dessen Kult wohl der älteste Fackellauf zurückgeht. Schaut man sich nun Uranus-Prometheus an, wie er im Oppositionzeichen zum Saturn in der Jungfrau wandert, so wundert es wirklich nicht, wenn die Fackel immer wieder erlischt, und nur unter großen Schwiergigkeiten weitergereicht werden kann. Teil des olympischen Kults wurde der Fackellauf erst durch Goebbels, den Reichspropagandaminister. Zwei weitere, völlig überflüssige Dinge gehen auf Nazi-Ideen zurück: die schlafraubende Sommerzeit, Willkürprodukt eines menschenfeindlichen Regleménts und die allgemeine Schulpflicht, heute eine Garantie zur Verwahrlosung aller Itelligenz nach dem Motto „Kluge Kinder, dumme Schule“. Ich hätte einen praktischen Vorschlag zur Gesetzgebung bei rückläufigem Saturn, und überhaupt: zur Pflicht erhoben werden sollte, wenn ein Gesetz hinzukommt, sollten wir zwei alte abschaffen (zurücknehmen), möglichst die zwischen 1936 und 1944 erlassenen. Solange, bis das Land mit einem Büchlein auskommt, in dem das Grundgesetz und hundert weitere Regelungen enthalten sind, mehr nicht.

Fotos, Geschichte

Saturn und Karibik

Nürnberg 20:00 , schön warm, Luft tropisch-feucht, bedeckt. Anbei Vazul Termins Foto der Sternscheibe von Nebra. Es ist, zugegeben, kein vollständiges Bild, insbesondere jenes Detail, auf das es mir ankommt, fehlt, weil der Designer des Plakats seine eigene Schrift unterbringen wollte, und also gewissermaßen nochmal das Design geändert hat. Es geht um das Boot auf dem Bild.

Die Ausstellung ist auch bereits gelaufen, aber was solls; der Text, den ich bei Plutarch (geb. 45 nach Christus) gefunden habe, ist auch schon alt, und dennoch frisch, als wäre er von heute:

„Wenn aber der Stern des Kronos (Saturn), den wir Phainon, jene Nykturus nennen, nach dreißig Jahren in das Sternbild des Stieres eintritt, dann entsenden sie nach von langer Hand getroffenen Vorbereitungen für Opfer und Ausfahrt durchs Los bestimmte Männer in ebensovielen Schiffen, welche soviel Ausrüstung und Proviant an Bord nähmen, als nötig sei für Leute, die ein so gewaltiges Meer mit Rudern durchschiffen, und lange Zeit in der Fremde zubringen wollten.“

Plinius der Ältere, Plutarchs Zeitgenosse, berichtet von einem Fest, das alle dreißig Jahre im keltischen Kulturraum abgehalten wurde:

„Hier dürfen wir auch nicht die große Ehrfurcht übergehen, die die Gallier für die Mistel hegen … Was nun auf diesen Bäumen wächst, halten sie für eine Gabe des Himmels und für ein Zeichen, das der Gott gibt, der den Baum dazu ausersehen hat. Allerdings kommt das ziemlich selten vor, wenn sie aber ein solches Zeichen entdecken, dann nehmen sie es mit großer Verehrung auf, besonders am 6. Tag nach dem neuen Mond (nach ihm benennen sie nämlich den Monats und Jahresbeginn) und ferner nach dem 30. Jahr des Jahrhunderts, weil dieses dann in seiner höchsten Kraftentfaltung stehe und noch nicht die Hälfte der Zeitspanne erreicht habe. Sie nennen die Mistel in ihrer Sprache die ‚Allesheilende‘: wenn sie nach ihrem Brauch Opfer und Mahl gerichtet haben, führen sie zwei weiße Stiere herbei, deren Hörner sie zuerst bekränzen. Dann besteigt ein mit weißem Gewand bekleideter Priester den Baum und schneidet mit einer goldenen Sichel die Mistelpflanze ab, die in einem weißen Tuch aufgefangen wird. Daraufhin opfern sie die Stiere und beten, daß der Gott die Gabe glücklich machen möge für diejenigen, denen er sie gesandt habe.“

Nun schreibt Katja Hover in ihrer glänzenden Analyse der Sternscheibe von Nebra im Meridian März/April 2008:

„Auch der Termin für die Weinernte oder die günstige Zeit für die Seefahrt wurde durch eine Kombination der Jahreshauptpunkte der Sonne mit den Plejaden ermittelt. Hieraus leitet sich auch ihr Name (griech. pleiades ‚fahren, segeln‘) ab, weshalb die antiken griechischen Astrologen eine markante Stellung der Plejaden im Horoskop u.a. mit einer Neigung zur Seefahrt in Verbindung brachten.“

Eben die Plejaden sind bekanntlich auf der Sternscheibe das abgebildete Siebengestirn! Nun geht es mit Plutarch weiter:

„Fünf Tage Seefahrt gen Westen von Brittanien aus … Diejenigen, die glücklich über das Meer hinüberkämen, hielten zuerst nach den vorgelagerten Inseln, die von Griechen bebohnt würden, und sähen dort dreißig Tage lang die Sonne weniger als eine Stunde täglich verschwinden; dies sei dann die Nacht, die aber nur eine halbe, dämmerungsartige Finsternis bringe, die von der Gegend des Sonnenuntergangs her immer noch etwas Licht empfange. Wenn sie dort neunzig Tage geweilt hätten, freundlich und mit allen Ehren aufgenommen und für heilig gehalten und so benannt, dann träten sie mit Hilfe des Windes die Überfahrt zur Kronosinsel an. Auf ihr wohnten keine anderen Menschen als sie selbst und die von ihnen Ausgesandten. Denn diejenigen, die dem Gott die dreimal zehn Jahre gedient hätten, dürften zwar wieder nach Hause fahren, die meisten aber zögen es begreiflicherweise vor, dort wohnen zu bleiben, teils aus Gewohnheit, teils weil alles ohne Mühsal und Umstände reichlich zur Verfügung stehe für Menschen, die bei Opfern und Festen oder bei philosophischen Studien leben wollten. Denn wunderbar sei die Natur der Insel und die Milde der sie umwehenden Luft, und manchen, die im Sinne hatten abzufahren, sei die Gottheit selbst entgegengetreten, ihnen wie Freunden und Bekannten begegnend, nicht nur im Traume oder durch Zeichen, sondern vielen sei es zuteil geworden, Dämonen in leibhaftiger Erscheinung zu sehen und zu hören.“

Nun sind wir bei dem Boot angelangt. Die entscheidenden Punkte sind: Saturn im Stier – die Plejaden – eine Bootsreise alle dreißig Jahre – zwei Stieropfer – Inseln des Kronos bezieht sich auf das Goldene Zeitalter der Menschheit, und – vielleicht: auf das Gold in der Scheibe – es mag nicht unerheblich sein, dass diese Reise von Island in die Karibik ging, die Beschreibung Plutarchs läßt keine Zweifel offen. Das passt auch, wurden doch die Inseln durch die Kariben erst um ca. 1000 p. Chr. besiedelt; warum nicht vorher durch Griechen, bzw. Kelten? Will man Plutarch glauben, so hätte es eine regelmäßige heilige Verbindung zwischen der Karibik und der dem nordischen Kontinent gegeben. Dazu passend wird die Karibik seit Alters her in der Astrologie Saturn zugeordnet.