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Prometheus und die Fackel

Nürnberg 18:04 dieses Jahr fängt wirklich mit Blitz und Donner an, und mir gefällt das, weil dann die Atmosphäre so magisch aufgeladen ist. Der Blitzschleuderer ist Zeus, Jupiter also. Er mag sich langsam dagegen wehren, durch den rückläufigen Saturn in seiner Entfaltung begrenzt zu werden. Denn das macht Saturn, der den Steinbock beherrscht, in dem Jupiter zur Zeit weilt. Saturn ist Jupiters entmachteter Vater, der Herr über das Goldene Zeitalter vor ihm. Und wem muß sich Saturn fügen? Dem kleinen Flügel-behelmten Zauberstabträger Hermes, denn dieser beherrscht die Jungfrau, die Merkur-Hermes regiert, und das gibt Saturn eine gewisse Bitterkeit in Bezug auf die praktischen Dinge des dienstfertigen Lebens, die Ernte von Geld z.B., die durch die Bankenkriese tatsächlich rückläufig zu sein scheint. Scheint, denn gestern hat mir mein Schwiegervater in Spe, der einmal eine Bank geleitet hat, verraten: des einen Verluste sind des anderen Gewinn, also irgendwo bleibt das Geld. Knapp wird Demeters Gabe (Korn, Brot, Jungfrau) allerdings durch den rückläufigen Saturn auf Haiti und in Ägypten, und neuerdings in Großhandlungen durch Preissteigerungen bei uns auch. Doch weiter, denn auch Merkur-Hermes ist noch nicht das Ende der Kette. Denn er steht im Widder und begleitet die Sonne. „Heda!“ ruft er, „wollt ihr denn ewig geizen?“ Widder ist das Zeichen des inspirierten Anfangs. Wie? Durch Ideen, Hermes, Logos sei Dank! Freilich hat auch Hermes einem anderen zu folgen, der das Zeichen, in dem er steht, beherrscht. Es ist Ares, Mars, Gott des Krieges und der Kraft. Doch Ares steht im Zeichen Krebs und ist dort nach alter Lehre im „Fall“, also schwach. Ist das Ein Glück, oder ein Unglück? Denn der Streit zwischen Familien und Völkern oder Völkerfamilien muß ja nicht so heftig sein, sollte es nicht. Und – Du ahnst es – auch Mars ist nicht Hausherr, wo er steht, ihn regiert der Mond! Oder darf ich Frau Luna sagen? Sie ist im Domizil, sie ist Herrin, dort, wo sie weilt. Die ganze Kette hat ein Ende. Von Jupiter-Zeus angefangen müssen wir glauben, dass solange der Mond im Domizil weilt, er hier das Sagen hat. Des Volkes Stimme will gehört werden, auch das Mutterrecht, der schamanistische Urton will erklingen. Und wechselt Mond das Zeichen, so kreist dennoch mit ihr/ihm die ganze Runde von Mars, Saturn und Jupiter mit, neunundzwanzig Tage lang immer in einer anderen Stimmung, damit uns die ganze Postmoderne vergeht. Solches allerdings, bis Mars das Zeichen wechselt. Das tut er am 10. Mai, und dann ist die Kette anders organisiert und die Sonne, Apollon im Stier, bestimmt die Geschicke von Saturn und Jupiter, einer der Vater des anderen. Und noch einen Vater gibt es: Uranus. Das ist, zurückgerechnet nach Jupiter und Saturn die dritte Generation! Wollten wir es übrigens esoterisch genau nehmen, so hätten wir Mitras als den Widder-Helden des folgenden Zeitalters und als nachfolgenden Planeten Mars erkannt. Sodann, heute, die Erde, und dermaleinst, wie Steiner prophezeiht, die Venus! Uranus ist in den Fischen, er wird zuweilen auch (von Liz Greene) Prometheus genannt. Und Prometheus war der, der den Göttern das Feuer stahl (nicht, wie in der immer schlechter recherchierten TAZ gestern stand, war es Zeus, der es ihnen schenkte). Somit hat Uranus etwas mit diesem Fackellauf zu tun. Und tatsächlich findet sich in der Mythologie ein Zusammenhang. Im Bereich der Akademie in Athen, schreibt H. W. Parke, lag der Altar des Prometheus, des alten athenischen Feuergottes, auf dessen Kult wohl der älteste Fackellauf zurückgeht. Schaut man sich nun Uranus-Prometheus an, wie er im Oppositionzeichen zum Saturn in der Jungfrau wandert, so wundert es wirklich nicht, wenn die Fackel immer wieder erlischt, und nur unter großen Schwiergigkeiten weitergereicht werden kann. Teil des olympischen Kults wurde der Fackellauf erst durch Goebbels, den Reichspropagandaminister. Zwei weitere, völlig überflüssige Dinge gehen auf Nazi-Ideen zurück: die schlafraubende Sommerzeit, Willkürprodukt eines menschenfeindlichen Regleménts und die allgemeine Schulpflicht, heute eine Garantie zur Verwahrlosung aller Itelligenz nach dem Motto „Kluge Kinder, dumme Schule“. Ich hätte einen praktischen Vorschlag zur Gesetzgebung bei rückläufigem Saturn, und überhaupt: zur Pflicht erhoben werden sollte, wenn ein Gesetz hinzukommt, sollten wir zwei alte abschaffen (zurücknehmen), möglichst die zwischen 1936 und 1944 erlassenen. Solange, bis das Land mit einem Büchlein auskommt, in dem das Grundgesetz und hundert weitere Regelungen enthalten sind, mehr nicht.