Personen, Poetry

Was geschah Hans Wollschläger?

Liebe Leserinnen und Leser,

Bloomsday – Wollschläger und Joyce « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch

heute wäre Hans Wollschläger, der am 17.03.1935 in Minden unbekannter Zeit geboren wurde – wir sehen sein Horoskop auf 12:00  mittags gestellt im Innenkreis – 75 Jahre alt geworden, woran man erkennt, daß er zu früh gegangen ist. Hier sehen wir die Transite, die sich nun aktuell für ihn ergeben, sofern seine Seele unterwegs zu ihrer neuen Geburt ist: die Befreiung des inneren Königs, der Sonne!

Durch Anklicken vergrößern!

Wollschläger hat ein Rätsel hinterlassen, daß man ihm nicht verzeihen möchte. Es ist der zweite Teil seines tiefen Buches „Herzgewächse oder der Fall Adams“. Vielleicht ist aber jetzt mit Uranus über der Sonne die Zeit dazu? (Nachtrag 22.08.2010: tatsächlich bringt mit Uranus rückläufig über der Sonne der Wallstein-Verlag gesammelte Werke heraus, wie in der SZ zu lesen).

Er hat in seinen letzten Jahren ab und an fast doppeldeutig das Wort „Konstellation“ benutzt, wie ja nahezu kein Wort vor seinem Verständnis verschlossen blieb, weil eben seine Aufmerksamkeit – Uranus in Konjunktion mit Venus im Widder – freiheitsorientiert war bis auf den Punkt.

Doch warum fing er irgendwann einmal an, sich wegen Karl May zu kabbeln oder um Friedrich Rückert so aufzureiben, daß dies neben seinen anderen Tätigkeiten eine Arbeit am zweiten Teil der Herzgewächse unmöglich machte?

Doch so ist es gar nicht: es gibt ihn ja, den zweiten Teil. Ich fand auch eine Kostprobe davon, die sofort klar macht, wie musikalisch das Buch tatsächlich komponiert ist, weil der Moll-Klang, der den ersten Teil durchzieht, hier nun in Ägypten zum Dur wird: schon allein, was über Thomas Mann hier drin steht, wüssten berufene Faust-Hermeneutiker gern.

Meine These: der zweite Teil ist fertig, oder nahezu.

Wer hat den Schlüssel zur „Deutschen Kultur-Sprache“? Ist er wohl im zweiten Teil der Herzgewächse versteckt?

Zitate: Hans Wollschläger © Fotos: Termin ©

Poetry, Weltbild

Jupiter in den Fischen und Neumond

Astro-Teestunde: Dark Moon – kurz vor Fische-Neumond

Liebe Leserinnen und Leser,

was Nicola da schreibt, stimmt aber sehr: wir brauchen ja bloß aus dem Fenster zu schauen:

Foto Termin ©

Andererseits gibt es das Buch Jonas:

„… das Er geredet hatte durch Seinen Knecht Jona, den Sohn Amittais, den Propheten, der von Gath-Hepher war.« Gath-Hepher liegt nordöstlich von Nazareth im Gebiet des Stammes Sebulon, wo sein Grab heute noch gezeigt wird.

Der Name bedeutet Taube. Die Taube gilt als Symbol der Sanftmut und Arglosigkeit, wie unser Herr sagte: »Werdet ohne Arglist wie die Tauben« (Mat.10:16). Jona argwöhnte zwar vor seiner Flucht nach Tarsis, dass Ninive doch nicht vernichtet würde, da Gott langsam zum Zorn und groß an Güte ist. Diesen Argwohn hat Jona später als unberechtigt erkannt. Die Arglosigkeit und Sanftmut einer Taube dürfte somit nach all den Ereignissen seine Gesinnung geprägt haben.“ aus: Das Buch Jona

Dieser Fische-Neumond hat auch eine andere Dimension: es ist die Reise in den Bauch des Walfischs, die Verwandlung, Metamorphose. Aber wie soll man sich wandeln, wenn man doch abtaucht, wie Nicola schreibt?

Eben so: der Fisch taucht. Nicola nennt es dark moon – sie hat wahrscheinlich die Jahreszeit, wie wir alle, gründlich satt. Kein Wunder, daß die in diesem Zeichen Geborenen hinterher nicht als Propheten auftauchen sollten:

Jonas predigt in Ninive: von Gustav Dorè (06.01.1832, Straßburg)

Doch das gute an der Geschichte ist ihr Schluß: denn offensichtlich hat Jonah, Jonas oder Jona durch die drei Tage im Bauch des Wals eine Wandlung erfahren, eine Art zweite Geburt. Daher kann er nun predigen und die Menschen in Ninive glauben ihm tatsächlich! Warum sollte Gott auch eine Stadt wirklich vernichten wollen, deren Bewohner nicht rechts von links unterscheiden können, wird Gott persönlich für seine Milde bei Jona verantworten müssen!

Quelle: Datei:Ricinusstrauch.jpg – Wikipedia

Doch Jonas ist seines Erfolges unzufrieden: da fängt  Gott an, mit ihm zu spielen: er spendet ihm durch einen Rizinusstrauch Licht und Schatten. Hintersinnige Metapher, ist doch Rizinus purgativ, also reinigend.

Tausende Jahre später wird der Babylonische Flügellöwe von Archäologen im Namen der Wissenschaft entführt:

Der Fische-Neumond ist also auch der Mond mit einem riesig offenen Wiedergeburtsfenster in den Weltenraum hinaus. Die Kinder, die jetzt geboren werden – Gott segne sie im Namen der Jungfrau Maria – haben vor allem Uranus, Sonne, Merkur, Jupiter und Mond in den Fischen, dazu Venus im Widder: also wahrlich Propheten der Freiheit. Und Mars im Löwen gibt ihnen auch die Kraft dazu, er steht noch fast still! Den Chiron-Neptun Aspekt hab ich die letzten Tage gleich zwei mal hintereinander als Radix-Wiederkehr auf dem Geburts-Chiron gesehen: beide Male mit sehr stark heilenden und immer auch spirituell begleiteten Prozessen.

14.03.2010 13:21 Nürnberg


Fotos, Mundan, Personen, Poetry

Wem Gott will …

Foto Termin ©

05.03.2010 16:00 Nürnberg

Liebe Leserinnen und Leser,

unsere große Solarzelle am Himmel zeigt uns immer noch ganz praktisch, an welchem Raum-Zeitpunkt wir stehen. Daher gilt heute und ganz besonders für die wunderbare Stilisierung des Fische-Traumtänzers aus Eichendorfs „Leben eines Taugenichts“. Die Sehnsucht aus dem Lied – und allen Werken des Dichters – findet sich, so meine ich, wunderbar in der Venus-Neptun Opposition zwischen Waage und Widder …

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
Den schickt er in die weite Welt,
Dem will er seine Wunder weisen
In Berg und Wald und Strom und Feld.
Die Trägen, die zu Hause liegen,
Erquicket nicht das Morgenrot,
Sie wissen nur vom Kinderwiegen,
Von Sorgen, Last und Not um Brot.
Die Bächlein von den Bergen springen,
Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,
Was sollt ich nicht mit ihnen singen
Aus voller Kehl und frischer Brust?
Den lieben Gott laß ich nur walten;
Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld
Und Erd und Himmel will erhalten,
Hat auch mein Sach aufs best bestellt!
Joseph von Eichendorf 10.03.1788 00:30 Rudnik

Personen, Poetry, Weltbild

Rudolf Steiner

Liebe Leserinnen und Leser,

es gibt zwei Geburtstage von Rudolf Steiner. Der andere hat einen Waage-Mond; beide würden passen, und optisch hat der Waage-Mond sehr viel für sich: wegen des feinen Gesichts. Das aber ebensogut auf einen Waage-Aszendenten und eine  ungenaue Geburtszeit – wenn schon das Datum nicht sicher ist – weisen könnte.

Rudolf Steiner 25.02.1861 23:15 Kraljewitza, Ungarn

Doch den Jungfrau-Mond kann man getrost für den Herausgeber Goethes wissenschaftlicher Schriften annehmen, der auch seine eigenen Werke fein zu strukturieren wußte und ein Meister der freien Rede war – was ebenso ein Talent zur präsentablen Wirklichkeit im Sinne nützlichsten Gebrauchs ist. Auch die Demeter Landwirtschaft gehört hier her – Mond im Zeichen der Ähre.

Neptun in den Fischen (wie heutigentags wieder)! Mit Merkur im Zeichen der Fische-Sonne. Beide Lebensgefährtinnen Fische. Mars-Pluto im Stier: Verwandler der materiellen Wirklichkeit. Jupiter im Löwen: wo die Römer ihn als Herrscher sahen, wie Manilius schreibt. Uranus in Zwillinge: Freiheit durch Wissen. Allen Kritikern zum Trotz: wie er selbst wußte, wird „Die Philosophie der Freiheit – Grundlage einer modernen Weltanschauung“ das definitiv Öffnende sein. Warum? Weil eben jener Gedanke darin aufgeht, der überhaupt erst einen richtigen Gedanken gibt. Und dann – ? – hat man´s auch schon vergessen, obwohl es der einzige Ausweg aus dem Hamsterrad ist – daß Wirklichkeit in Identität von Werkzeug und Gegenstand geschöpft wird, von Begriff und Wahrnehmung, und daher zutreffend ist, wenn Parmenides schreibt: „Denn daß Du es denkst und daß es ist, ist ein und dasselbe.“ Außer dem Denken gibt es nichts, was in dieser Identität stehen könnte. Und dieser Weg als lange Gedankenbahn von Aristoteles bis Thomas von Aquin … ?

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

Fotos, Poetry

Marmelade aus Balkon-Orangen

Hier seht ihr Frucht von dem, was früher blühte

Als Venus im Transit und voller Güte

Nerolis Geist im Raum versprühte …

Zwei Wege sind hier zu erkennen:

Die Frucht und den Kern, die müssen wir trennen,

Den einen zu keimenden Sprosses zuküft´gem Baum,

Die andere als Marmeladentraum.

Den köstlich ätherischen Duft

Binden die Kohlenhydrate …

Bläschen schäumen in blubbernder Luft …

Nur drei Minuten, wie ich rate!

Und noch während ich schreibe

Röste vom Toastbrot ich eine Scheibe,

Buttere dieses mit einem Butterstück:

Bittersüßsaures Marmeladenglück!

Fotos und Text: Termin ©

Personen, Poetry, Weltbild

Novalis

02.05.1772  9:10 Wiederstedt

Außen Todestag 25.03.1801

Liebe Leserinnen und Leser,

»Nichts ist gewisser«, sprach eine Milbe zu der andern, »als daß unser Käse der Mittelpunkt des erhabnen Weltsystems ist und daß wir die besondern Lieblinge des Allmächtigen sind, weil er uns die vollkommenste Wohnung erschuf.« »Törin«, sprach ein Mensch, indem er sie mit ihrem Käse verschlang. »Du denkst, wie viele meiner Brüder denken, du auf deinem Käse, sie auf den Ihrigen.«

Diese Fabel von Novalis, der die erste Saturn-Wiederkehr nicht überlebte und mit Jupiter am Azsendenten und Venus genau über Uranus starb*, einem Stier (man beachte die Ähnlichkeit zu Kant), passt sehr gut auf unsere heutige, unzurechnungsfähige Naturwissenschaft, die sich viel darauf zugute hält, uns mit lustigsten 2-D Analogien zu erklären – großzügig und wissend lächelnd – warum es gar keinen Mittelpunkt des Universums gibt, der Raum sich vielmehr überall gleichzeitig überall hin ausdehnt, u.U. sogar relativ schneller, als die Lichtgeschwindigkeit. Demnach müßten wir also alle ständig uns in uns selbst ausdehnen … ? Äh, nein, so sei es auch wieder nicht, wird uns wieder wissend lächelnd erklärt … Woher wir denn wissen können – wenn schon nicht Mittelpunkt des Universums – daß wir dies eben nicht seinen? Die Frage nach dem Standpunkt des Wissens? An diesem Punkt ist schon Schluss, geistreich wird mit höherer Mathematik gefuchtelt und gerne auch elitär gegaukelt und beleidigt: Philosophie sei etwas für esoterische Spinner, der Urknall findet im Kopf statt.

Da lobe ich mir Geister, wie Novalis, ein Pluto-in-Steinbock Geborener, der Wissenschaft und Poesie verbinden wollte: ein Weiser also.

Das ist doch hoffnungsvoll, sollten zu diesen Tagen wieder Menschen mit solcher Wirkkraft geboren werden.

Die Sonne steht in den Fischen und ich schreibe über einen Stier? Nun ja, da seht ihr, das kommt schon noch. Aber dieses, die Sonne in den Fischen, sie ist eben grenzenlos und muss sich erst sammeln …

* An wahrscheinlich Schwindsucht (Neptun Opposition Sonne), von Schillern angesteckt, den er am Krankenbett pflegte.

Poetry

Frühlingshoffnung

Foto:  Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, Ihr habt nichts dagegen, wenn außer Astrologie hier auch dann und wann etwas Poesie erscheint. Unteres Gedicht stammt nicht aus meiner Feder, sondern aus der eines gerade mal 16 Jahre alten Poeten nach einem Winterspaziergang im Fichtelgebirge vor wenigen Tagen. Wir lesen es hier, solange es noch kalt und weiß ist …

In den wunderweißen Weiten

Schneebeckter Hügelseiten

Entdeckt man kleine Wintergeister,

Weiße Leoparden reiten.


Ganz hinten, fern am Horizont,

Verschlungen von der Nebelfront

Steht, über tausend Jahre alt,

Ein wundesrschöner Winterwald.


Dort hört man leis im Wind verklingen,

Von Elfen, die gen Süden gingen,

Lieder, welch´mit guter Hoffnung

Von einem neuen Frühling singen.



© Miro K. Hofmann

Poetry

Walz – Vom Vom Zum Zum

Zeit ist manches mal biedermeiergemütlich oder total meschugge.

Die Uhr kann aber nicht zählen,

denn die Zahl – ist ohne Maske –

Eins oder Null.

Gedächtnis und Erinnerung.

Leben im Speicher ist

permanent verändernde Wirklichkeit

am Rand der drehenden Scheibe.

Bewusstseinsverlängerung.

Moment ! Pumpe des Honigs – warte auf mich Arbeitsplatz !

Warum handelst du mit Tradition ?

Das Herz läuft im Kreis.

Bild und Text copyright beachten!: Eingelegtes ©