Fotos, Geschichte

Saturn und Karibik

Nürnberg 20:00 , schön warm, Luft tropisch-feucht, bedeckt. Anbei Vazul Termins Foto der Sternscheibe von Nebra. Es ist, zugegeben, kein vollständiges Bild, insbesondere jenes Detail, auf das es mir ankommt, fehlt, weil der Designer des Plakats seine eigene Schrift unterbringen wollte, und also gewissermaßen nochmal das Design geändert hat. Es geht um das Boot auf dem Bild.

Die Ausstellung ist auch bereits gelaufen, aber was solls; der Text, den ich bei Plutarch (geb. 45 nach Christus) gefunden habe, ist auch schon alt, und dennoch frisch, als wäre er von heute:

„Wenn aber der Stern des Kronos (Saturn), den wir Phainon, jene Nykturus nennen, nach dreißig Jahren in das Sternbild des Stieres eintritt, dann entsenden sie nach von langer Hand getroffenen Vorbereitungen für Opfer und Ausfahrt durchs Los bestimmte Männer in ebensovielen Schiffen, welche soviel Ausrüstung und Proviant an Bord nähmen, als nötig sei für Leute, die ein so gewaltiges Meer mit Rudern durchschiffen, und lange Zeit in der Fremde zubringen wollten.“

Plinius der Ältere, Plutarchs Zeitgenosse, berichtet von einem Fest, das alle dreißig Jahre im keltischen Kulturraum abgehalten wurde:

„Hier dürfen wir auch nicht die große Ehrfurcht übergehen, die die Gallier für die Mistel hegen … Was nun auf diesen Bäumen wächst, halten sie für eine Gabe des Himmels und für ein Zeichen, das der Gott gibt, der den Baum dazu ausersehen hat. Allerdings kommt das ziemlich selten vor, wenn sie aber ein solches Zeichen entdecken, dann nehmen sie es mit großer Verehrung auf, besonders am 6. Tag nach dem neuen Mond (nach ihm benennen sie nämlich den Monats und Jahresbeginn) und ferner nach dem 30. Jahr des Jahrhunderts, weil dieses dann in seiner höchsten Kraftentfaltung stehe und noch nicht die Hälfte der Zeitspanne erreicht habe. Sie nennen die Mistel in ihrer Sprache die ‚Allesheilende‘: wenn sie nach ihrem Brauch Opfer und Mahl gerichtet haben, führen sie zwei weiße Stiere herbei, deren Hörner sie zuerst bekränzen. Dann besteigt ein mit weißem Gewand bekleideter Priester den Baum und schneidet mit einer goldenen Sichel die Mistelpflanze ab, die in einem weißen Tuch aufgefangen wird. Daraufhin opfern sie die Stiere und beten, daß der Gott die Gabe glücklich machen möge für diejenigen, denen er sie gesandt habe.“

Nun schreibt Katja Hover in ihrer glänzenden Analyse der Sternscheibe von Nebra im Meridian März/April 2008:

„Auch der Termin für die Weinernte oder die günstige Zeit für die Seefahrt wurde durch eine Kombination der Jahreshauptpunkte der Sonne mit den Plejaden ermittelt. Hieraus leitet sich auch ihr Name (griech. pleiades ‚fahren, segeln‘) ab, weshalb die antiken griechischen Astrologen eine markante Stellung der Plejaden im Horoskop u.a. mit einer Neigung zur Seefahrt in Verbindung brachten.“

Eben die Plejaden sind bekanntlich auf der Sternscheibe das abgebildete Siebengestirn! Nun geht es mit Plutarch weiter:

„Fünf Tage Seefahrt gen Westen von Brittanien aus … Diejenigen, die glücklich über das Meer hinüberkämen, hielten zuerst nach den vorgelagerten Inseln, die von Griechen bebohnt würden, und sähen dort dreißig Tage lang die Sonne weniger als eine Stunde täglich verschwinden; dies sei dann die Nacht, die aber nur eine halbe, dämmerungsartige Finsternis bringe, die von der Gegend des Sonnenuntergangs her immer noch etwas Licht empfange. Wenn sie dort neunzig Tage geweilt hätten, freundlich und mit allen Ehren aufgenommen und für heilig gehalten und so benannt, dann träten sie mit Hilfe des Windes die Überfahrt zur Kronosinsel an. Auf ihr wohnten keine anderen Menschen als sie selbst und die von ihnen Ausgesandten. Denn diejenigen, die dem Gott die dreimal zehn Jahre gedient hätten, dürften zwar wieder nach Hause fahren, die meisten aber zögen es begreiflicherweise vor, dort wohnen zu bleiben, teils aus Gewohnheit, teils weil alles ohne Mühsal und Umstände reichlich zur Verfügung stehe für Menschen, die bei Opfern und Festen oder bei philosophischen Studien leben wollten. Denn wunderbar sei die Natur der Insel und die Milde der sie umwehenden Luft, und manchen, die im Sinne hatten abzufahren, sei die Gottheit selbst entgegengetreten, ihnen wie Freunden und Bekannten begegnend, nicht nur im Traume oder durch Zeichen, sondern vielen sei es zuteil geworden, Dämonen in leibhaftiger Erscheinung zu sehen und zu hören.“

Nun sind wir bei dem Boot angelangt. Die entscheidenden Punkte sind: Saturn im Stier – die Plejaden – eine Bootsreise alle dreißig Jahre – zwei Stieropfer – Inseln des Kronos bezieht sich auf das Goldene Zeitalter der Menschheit, und – vielleicht: auf das Gold in der Scheibe – es mag nicht unerheblich sein, dass diese Reise von Island in die Karibik ging, die Beschreibung Plutarchs läßt keine Zweifel offen. Das passt auch, wurden doch die Inseln durch die Kariben erst um ca. 1000 p. Chr. besiedelt; warum nicht vorher durch Griechen, bzw. Kelten? Will man Plutarch glauben, so hätte es eine regelmäßige heilige Verbindung zwischen der Karibik und der dem nordischen Kontinent gegeben. Dazu passend wird die Karibik seit Alters her in der Astrologie Saturn zugeordnet.

Geschichte, Weltbild

Venus-Uranus-Vogel

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Foto Vazul Termin

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Liebe Leserinnen und Leser,

Nürnberg, Samstag den 22. März 2008 16:21 – immer noch kalt, aber nicht mehr so windig. Eine sehr große Hummel gesehen. Sucht schon in den allerersten Blüten nach Nektar. Wie kann sie fliegen, woher die Energie?

Tauben sind Venus-Uranus-Vögel. „Uranus vom Himmel und Venus von der Waage. Die Taube ist eine Begleiterin der Aphrodite und ein Bote des Himmels,“ sagt Wolfgang Döbereiner. Warum? Wer jemals wilde Tauben beobachtet hat, wird es wissen. Tauben können unglaublich gut fliegen. Sie sind intelligent und vorsichtig. Wilde Tauben lassen sich gern paarweise laut gurrend in Futterbäumen nieder, erfüllen die ganze Atmosphäre mit einer geheimnisvollen Ruhe und Harmonie, man hört aber ihre Flügel im Blattwerk, sie scheinen ungeschickt im Baum zu sein. Vorzugsweise wenn die Venus Abendstern ist und in der Waage steht. Dabei erfolgt ihr Auftauchen aus dem Himmel – durch die Wassermann Polarität – plötzlich und unangekündigt. So hüten sie das „Wesen des Seins“. Ornitologen wissen, Tauben sind verheiratet. Sie bleiben ihr Leben lang treu mit einem einzigen Partner verbunden, wie auch Papageien. Das Vogelhafte, führt Döbereiner aus, ist das Uranus-Wesen, weil der Wassermann als Zeichen der Polarität nur im fliegenden Zustand überwunden werden kann, als heiliger Geist. Wer kann in den oberen Abbildungen die Tauben erkennen? Als Waage-Venus ist Aphrodite die Tochter von Himmel und Meer. Sie ist die Luft-Venus und zeigt mit Uranus den Weg zur Erleuchtung als Symbol des heiligen Geistes. Muss es um die Ostertage herum betont werden, dass wir den heiligen Geist heuer dringend brauchen? Venus wird am 29. März auf Uranus in den Fischen treffen. Ein guter Zeitpunkt für Hu Jintao den Dalai Lama zu kontaktieren.

Doch nun zu den Abbildungen. Die erste ist ein Foto von meinem Sohn Vazul von zwei Stadt-Tauben auf dem Dach des K4, ehemals Autonomes Zentrum und Ort der spektakulären Einkesselung von jugendlichen Bausubstanz-Rettern, Helden des letzten Jahrhunderts. Das zweite zeigt den sogenannten „Stern der Ishtar“, die Abbildung ist sehr selten und ich habe sie von Edeltraut Lukas-Möller geliehen, einer sehr interessanten, aber auch kaum verständlichen Astrologin, die seit geraumer Zeit nicht mehr per mail zu erreichen ist. Wünschen wir ihr Gesundheit! Es ist eine der ältesten Horoskop-Abbildungen aus Babylon, ca. 6000 Jahre alt, doch beileibe nicht die älteste (für das komplette Bild draufklicken!). Viel älter sind noch die Bilder aus Hadschra Maktouba, wo der Tierkreis bereits mit zwölf Symbolen dargestellt wird, der noch um einige tausend Jahre älter ist. In diesem Stern der Ishtar erkennt man folgende Dinge: Die vier labyrintischen Kästen scheinen Zeichen-Symbole zu sein. Eindeutig erkennt man, auch in richtiger lokaler Zuordnung, Zwilling und Steinbock. Zwilling anhand der Doppelhaussymbolik und Steinbock auf der anderen Seite als Ziegenfisch (Schuppen) mit einer merkwürdingen Dopplung des Gehörns. Die beiden Haus-Tiere links und rechts gleichen sich, wobei an dem einen Gebilde die Welten-Schlange Tiamat ihrem Schwanzanfang hat. Sie ist die durch Marduk-Jupiter überwundene Urschöpfung, die bei den Maya Quetzalcoatl genannt wird. Das Hundewesen ist „Kingu“, dessen mythologische Beschreibung bestens zu Saturn passt, stürzt er doch mit Hilfe von Tiamat, seiner Mutter, den Vater. Allerdings gibt es Ninurtu im Babylonischen Planetengott Himmel, und dieser soll Saturn sein, insofern ist das eine Hypothese. Der eine rechte Labyrinth-Kasten hat einen großen Pfeil, der unserem Uranus-Symbol sehr ähnelt, und Tiamat-Schlange nimmt von dort ihren Anfang, so wäre es denkbar, dass dieser Kasten einen gemeinsamen in der Zeit gelegenen Ursprung kennzeichnet. Schließlich sieht man noch einen Skorpion und einen Truthahn, bzw. eine Ralle, flugunfähige Laufvögel von denen einige Arten bereits ausgestorben sind. Die drei Sterne in der Mitte sind: die siebentägige Woche, das viergeteilte Jahr und der Mondrhythmus, hier mit einem bestimmten sechs Tage Mond dargestellt ist, der auch auf der Himmelsscheibe von Nebra ein Fest datiert. Eindeutig ist da noch ein Mondknotensymbol zu erfassen und natürlich jene Taube auf einem Doppel-Stock. Sie stellt möglicherweise das Zeichen für Venus-Ishtar dar. Ein Bild weiter unten sieht man eine Aufnahme aus der Höhle von Lascaux bei Montingnac. Diese Zeichnung ist viel viel älter. Seht ihr die Taube auf dem Stab? Zusammen mit jenen merkwüdigen Goldhüten, die man überall in ganz Europa gefunden hat, stellen diese Taube-Standarten ein offensichtlich Kultur übergreifendes Symbol dar. Auf dem Felsbild (ca. 15 000 Jahre alt) hätten wir die Bedeutung des mit den Tier-Geistern fliegenden Schamanen. Mehr weiß ich im Moment noch nicht zu sagen. Doch die Taube in beiden Darstellungen als Signum des flugfähigen Geistes, das ist doch unglaublich in dieser Ähnlichkeit, schon allein der Anblick sensationell. Ich stelle mir vor, wie Papst Benedikt Hu Jintao und dem Dalai Lama* jeden Tag die Füsse wäscht bis zum 29. März, wenn Venus auf Uranus trifft und der heilige Geist über sie kommt. Dass es so kommt und die Welt sich durch den hellenischen Geist des olympischen Friedens findet, dafür wollen wir beten.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

  • Hier habe ich mich sehr geirrt. Nach der Szene mit dem Jungen und die Aufforderung ’seiner Heiligkeit‘ „… now lick my tongue … “ mit der Stimme eines Dämonen aus der ‚alten Welt‘ – ist für mich eine Welt zusammengebrochen. (Nachtrag 28.02.2025 11:15)