Poetry, Weltbild

Die Zeppelin-Idee

Ja, es gab sie hier schon einmal, und es wir sie wieder geben. Ein Aufnahme von 1909 von Ferdinant Schmidt. Soeben kommt die Meldung durch, man hätte in Kopenhagen doch noch zu sowas, wie einem Minimalkonsens gefunden. Ich freue mich schon auf die Zeit, wenn ein elektrisches Nah-Boden Verkehrssystem denkbar wird und man in Nürnberg, wie damals beim Adler, wieder Pionierleistungen vollbringt. Wird ja auch Zeit, nach der Quelle-Pleite.

Fotos, Poetry

Saturn in Waage

Foto: Markus Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

heut ist es kalt geworden. Der Klimawandel als Gerechtigkeitsfrage: ja, hier es es, das Saturn in Waage-Thema!  – – –  !!! – :

Demonstration in Kopenhagen: „Klimawandel ist eine Gerechtigskeitsfrage“ | Politik | ZEIT ONLINE

Aber ist es das? Eine Gerechtigkeitsfrage? Es gibt schließlich doch auch Länder in Äquartorialnähe, dort muß man so gut wie nie heitzen, was bei uns leider notwendig ist. Und wenn man sich die Liste der Energiesünder anschaut, während gleichzeitig die Schneestürme durch die nördlichen USA fegen, dann ist es ja irgendwie begreiflich: den Menschen kann vielleicht nur schwer klargemacht werden, dass Erwärmung wirklich schlecht ist, wenn man friert und froh ist, dass der Diesel tuckert und die Motorheitzung plus CD-Player funktionieren?!

Unsrere Verschwendung auf der nördlichen Hemisphäre ist auch ein Wärme-Problem. Es ist ja hier verdammt kalt im Winter. Und so haben wir hier das Dilemma, daß wir, wenn es eigentlich still und besinnlich werden sollte, und man im Prinzip höchstens bereit wäre, einmal den Fellvorhang der kuscheligen Höhle mit netter Mitbewohnerin beiseite zu halten, um die Schnitzabfälle der Elfenbeinskulptur und die Feuer-Asche hinauszufegen, wir stattdessen brüllende Verbrennungsmotoren aufheulen und viele Lichter erstrahlen lassen, um einfach so zu tun, als würde uns dieses plötzliche Ausbleiben unseres Licht-Sommergeschenkes egal sein, als hätten wir diesmal keine Angst, die Sonne käme nicht – oder nicht vonselbst – wieder hervor?

Fotos, Poetry

Schneeweißchen und die saturnale Erstarrung

Foto: Markus Termin ©

Liebe und Leser und Leserinnen,

nun sitzt Sie hier, die Prinzessin (Dekoration des Buchhauses Campe) und wartet auf ihn …

Foto Markus Termin ©

… den entscheidenden Gedanken, der sie aus ihrer Starre erlöst:
„Spieglein Spieglein an der Wand, wer ist die schönste Frau in ganz Engelland?“

Wir wissen, wie es weiter geht:

„Wie das Schneeweißchen in die Wohnung trat, so stand da ein Tisch, u. auf dem Tisch 7 Teller, u. dabei 7 Löffel, 7 Gabeln, 7 Meßer u. 7 Gläser, u. und ferner sieben Bettchen.“

Wir sehen, wie immer, wenn die 7 erwähnt wird, daß nur die Saturnrevolution gemeint sein kann.

„Als nun die sieben Zwerge von ihrer Tagesarbeit nach Hause kehrten, so sprachen sie, jedweder:

„Wer hat mir von meinem Tellerchen gegeßen?“

„Wer hat mir von meinem Brötchen genommen?“

„Wer hat mir von meinem Gäbelchen gegeßen?“

„Wer hat mit meinem Meßerchen geschnitten?“

„Wer hat aus meinem Becherchen getrunken?“

Und das Thema Entbehrung verbindet sich mit der Tugend des Teilens. Und Saturn in der Waage, wo er zur Zeit steht, wird sich mit dem Thema der Gerechtigkeit abwägen, so lange er in diesem Zeichen steht. Und genau um diese Zeit herum bekommen wir richtungsweisende Urteile vom europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, um nur ein Beispiel zu nennen.

Personen, Poetry

Maria und Joseph

Liebe Leserinnen und Leser,

„Je vous salue, Marie“ zusammen mit dem wunderbaren Bei-Film von Anne-Marie Miéville „Le livre de Marie“ war der Film von Jean-Luc Godard, der mich überzeugte, während er andere scheinbar völling entgeisterte, denn je besser dieser Regisseur wurde, um so weniger Geld verdiente er.

Bei Godard fand eine Handlung nicht linear statt, sondern frequenziert, das Ende konnte am Anfang kommen. Richtig erfolgreich umgesetzt hat dieses Verfahren dann Quentin Tarantino (ein Widder) in Pulp Fiction.

Hier also bekam ich, es war 1984, die cinematografische Erleuchtung, selbst Filmemacher zu werden, was etwas später zur Schöpfung meines Kurzspielfilms „Die Zeit der verbotenen Früchte“ führte, und dazu, daß ich, als Godards nächster Film „Zeige Deine Rechte“ herauskam, als Kameramann in Berlin die Filmfestspiele (mit)-dokumentierte, nur um irgendwie beim Film zu sein. Was Godard zeigte, war eine erstaunliche Komposition aus Musik, Bildern, Erotik, Religion und Rätsel. Joseph ist in seinem Film ein Taxifahrer, Maria spielt Korbball. Godard, von dem wir ja sprechen, weil er heute Geburtstag hat …

3. Dez. 1930 02:00 Paris

… Godard, also zeigte Maria einfach in heutiger (damaliger) Umgebung, ohne die Geschichte deswegen weniger ernst zu nehmen. Seine Maria ist nackt, ihrem Verlobten aber, der sie berühren will, knallt sie eine, unerbittlich. Wenn wir uns die Eltern in seinem Horoskop angucken: Saturn festgebunden am IC im eigenen Zeichen Steinbock im vierten Haus, Pluto-Jupiter im Erhöhungszeichen von Jupiter Krebs im zehnten Haus, dazu ein relatives Mars-Mond Quadrat von Löwe zu Stier und die Venus im Oppositionszeichen zum Mond (Frauenbild tief gespalten), dann fällt es einer psychoanlaytischen Sicht leicht, in der Ohrfeigen-verteilenden heiligen nackten Maria das Mutterbild zu sehen, wahrscheinlich also Saturn in Haus 4: unerbittliche Strenge und die Venus-Mond Opposition zeigt den Widerspruch zwischen Liebe und Zuneigung, die aus diesem strengen Mutterbild solche Filmfiguren schafft.

Doch Godard, der unter den quirligen Pariser Intellektuellen und ihren Psychoanalytiker-Stars der 70ger Jahre wirkte und möglichwerweise wirkt, wenn es seine Gesundheit zuläßt, wußte um diese Projektion und setzte sie auch bewußt ein. Die Altersbeschränkung oben von 18 Jahren kann übrigens nur daher kommen, daß kluge Filme verboten sind, Pornografie gibt es keine.

Wikipedia schreibt zu dem Film „Je vous salue, Marie“ :

„Außer der Geschichte um Marie und Joseph hat der Film eine Nebenhandlung, die mit der Haupthandlung fast nicht verknüpft ist. Ein Professor findet wissenschaftliche Erklärungen für die Herkunft des Lebens nicht überzeugend: „Wir sind nicht plötzlich in einer aminosauren Suppe geboren. [] Das Leben ist von einer dazu entschlossenen Intelligenz gewollt, gewünscht, geplant, und programmiert worden.“ Er hält die evolutionäre Entwicklung mangels der dazu nötigen Zeit für unmöglich.“

Im Grunde ist es die Methode von James Joyce, die dieser in der Literatur entwickelte: mythologische Stoffe in ein konsequent neues Gewand kleiden. Und wir merken, dass wir selbst in diesem Zusammenhang tief berührt sind: wovon?

Daß die Jungfrauengeburt irgendwie ein Vorrecht des weiblichen Körpers zu sein scheint. Deswegen ist die Maria in diesem Film nicht deshalb nackt in einer Szene, weil Godard mit Erotik fangen will, sondern sie ist nackt, weil Godard zeigen kann und muß, daß Erotik und Heiligkeit einheitlich sind. Aber ist dadurch auch Liebe?

Diese Frage stellt der Film.

Heut kam mir der Gedanke in den Kopf, dass Godards Filme schon in wenigen Jahrzehnten Zeitgeistdokumente vom Rang mittelalterlicher Kirchengemälde werden könnten, wenn das, was in seinen Filmen aus den 8oger Jahren gerade noch zeitgemäß aussieht, dies nicht mehr tun wird und so durch die Differenz zu wirken beginnt, der dem intelligenten Bild als eigenständiger Erzählform neben dem Wort eine Bresche geschlagen hat.

Vielleicht ist daher „Maria und Joseph“ ein so betörender Film, dass hier von jenseits des Wortes etwas offenbar wird, was wir uns niemals hätten denken können: dass jede Frau Maria ist, was den geistigen Kern ihrer Mutterschaft betrifft.

Poetry, Weltbild

Garten am Fluss

IMG_2425Foto Markus Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

freilich sehen diese Gebäude im Hintergrund toll aus. Es handelt sich auch um eine feine Adresse. Doch das Augenmerk richten möchte ich auf diesem Bild oben vor allem auf den kleinen Garten zwischen Mauer und Fluss, zu dem eine, zwei Aluminium-Leitern herunterführen.

Die sehen Sie aber eher, wenn Sie das Bild zweimal vergrößern. Dann sind auch die Sitzgruppe zu sehen und überhaupt die Aufräumarbeit um die sicher nützlichen Büsche herum, die der oder die Gärtnerin stehengelassen hat.

Der Schock, den das Ergebnis dieser Bundestagswahl auch bedeutete, läßt einen solche Plätze betrachten.

In einer Fernsehsendung dieses Jahr, einer dieser Diskussionen, die ich zufällig im BR sah, zu Besuch auswärts denn ich habe kein TV, da trafen Günther Wallraff und Edmund Stoiber, zwei Waage-Sonnen aufeinander: „Ja“, sagte Wallraff, „recht haben Sie, aber es kommt zu spät!“, als Stoiber mit seiner tiefen dramatischen Art von 7000 Milliarden Dollar o.ä. Kapital, welches Regierungen wegen der Krisen in den Markt gepumpt hätten öffentlich um seine Fassung rang, wie so oft.

Und dann, als Stoiber wieder „Wachstum, Wachstum, Wachstum … !“ hauchte und jauchzte, da lachte unverschämt Wallraff dazwischen: „Das ist doch Quatsch, Entschleunigung brauchen wir in dieser Gesellschaft.“

Mit bei dieser Diskussion waren der Manager vom FC Bayern Ulli H. – gnade denen Gott – und Michael Stich, humorloser Wohlhabender, falls jemand das gesehen haben sollte.

Dies fällt mir bei dem Garten ein. Wir brauchen Bio-Gärten in den Innenstädten an den Flüssen und keine Strassen-Infrastrukurprojekte.

Personen, Poetry

Heinrich Heine hört die Eichen

Heine Gemälde1831

Herbstwind

Der Herbstwind rüttelt die Bäume,
Die Nacht ist feucht und kalt;
Gehüllt im grauen Mantel,
Reite ich einsam im Wald.

Und wie ich reite, so reiten
Mir die Gedanken voraus;
Sie tragen mich leicht und luftig
Nach meiner Liebsten Haus.

Die Hunde bellen, die Diener
Erscheinen mit Kerzengeflirr;
Die Wendeltreppe stürm ich
Hinauf mit Sporengeklirr.

Im leuchtenden Teppichgemache,
Da ist es so duftig und warm,
Da harret meiner die Holde
Ich fliege in ihren Arm.

Es säuselt der Wind in den Blättern,
Es spricht der Eichenbaum:
Was willst du, törichter Reiter,
Mit deinem törichten Traum?

HeineHeinrich Heine, 13. Dezember 03:30 1797 in Düsseldorf

Liebe Leserinnen und Leser,

dieser Traum ist wohl ein Mars-Neptun Bild am Aszendenten, der allerdings ebenso wie das Geburtsdatum unsicher ist.

Fotos, Poetry

Mein Buchladen

IMG_2349Foto Markus Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesem Raum finden Gespräche über den Maja-Kalender statt. Hier wird über den long-count geredet, über den siderischen und tropischen Tierkreis, die Quantenphysik, die unglaubliche Beschleunigung aller Hektiken, die wir diesertags erleben, die Frage, warum die Heizung noch nicht funktioniert, und warum wir im fünften Kulturzeitraum des fünften Weltzeitalters leben. Nicht-Lokalität? Was – nur ein „Bild der Realität“, ohne zu wissen, wie und was die wirkende „Wirklichkeit“ ist –  deutet das? Dieser Ort jedenfalls in der Krelingstraße 19, Nürnberg, verspricht eine der interessanten Nürnberger Adressen für mindestens die nächsten drei Jahre: also bis 2012 zu werden: Bücherstube Martin: 0911 35 80 26

Fotos, Poetry

Bilder der Wirklichkeit

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Liebe Leserinnen und Leser,

was natürlich diese Bilder nicht übermitteln, sind die Geräusche, das Murmeln des Wassers. Nehmen wir an, oberes Bild wäre kein Foto, sondern ein kleiner Film mit Klang und allem. Er wäre der Wirklichkeit wirklich nahe, während oberes Bild einen geradezu unmöglichen Zustand wiedergibt: den des Stillstands. Denn das Bild steht ja – relativ – still. Daher fragt sich, ob die Fotografie eher neptunischen oder saturninen Charakters ist, oder beides? Denn Saturn ist es ja, der den Stillstand zumindest erprobt, wie andere den Aufstand.

IMG_2323Treten am 16.11. glaube ich im Hirsch in der Vogelweiherstraße auf, sind hier ein Venus-Bund, das ist klar  …

Andererseits ist aber Fotografie noch etwas anderes. Haben sie Lust auf einen kleinen philosophischen Exkurs? Dann sag ich´s: Fotografie ist auch und eigentlich Neptun. Wieso? Weil – trotz des Stillstands der Abbildung – nicht eine Realität abgebildet ist, sondern nur das Bild einer Realität. Und solches gilt im übertragenen Sinn auch für den Film, der gerade durch die Möglichkeit seiner unendlichen Wiederholbarkeit auch wieder in seiner simulierten Bewegung zu Stillstand erstarrt.

IMG_2334Fotos: Markus Termin ©

Doch gilt solches nicht für die im Bild enthaltene Botschaft: Schrift, beispielsweise. Wenn auch das Bild „erstarrt“ sein mag, die Schrift ist es, stillstehend, zumindest nicht in dem Augenblick, wo sie entziffert wird. Wir kommen also mit der Schrift durch die Zeit, ohne, dass der „Inhalt“ einer Schrift an Gewicht oder Bedeutung verliert. Sternenschrift:

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Mundan, Poetry

Jupiter im Wassermann!

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Unten das helle ist eine Straßenlaterne, Jupiter ist das kleine oben, etwas bewegt, weil ohne Stativ, beides: Nürnberg, 20.10.09 19:58

Zwei Minuten vor acht.

Liebe Leserinnen und Leser,

So schreibt mein bewundernswürdiger Kollege Steve Judd gestern:

„Jupiter steht still zwischen 17 und 18 ° Wassermann, aber bereit zu einer weitgefächerten Beschleunigung, die ihn durch die Fische führt und in den Widder bis zum Juli nächsten Jahres, also werden einige von euch auf die ein oder andere Weise plötzlich in Bewegung kommen. Währenddessen ist Jupiter von großem Einfluss auf diejenigen unter euch, die zwischen dem 6. und dem 14. Februar geboren sind und zwischen dem 9. und 17. August auf eine Art, die leicht übers Ziel hinausschießt. Die Schattenseite dieser Sache ist aber, dass es Übertreibungen und Über-Inflation gegenwärtiger Umstände geben könnte bis zur Explosion wegen zuviel heißer Luft. Die helle Seite dieser Sache ist hingegen, dass endlich die Seifenlasen von letztem Mai und frühem Juni platzen, aber was in drei Wochen immer noch übrigbleibt, wird begründet und vorteilhaft sein. Jupiter trifft nochmal mitte/ende Dezember auf Neptun und Chiron und verstärkt das Potential eines fortschreitenden viralen Wachstums. Erinnern wir uns, die Konjunktion war schonmal auf einem Höhepunkt diesen Maies und Junis, als die ‚Pandemie durch die Welt fegte‘. Also behaltet euch gewisse Anpassungen vor, wenn Jupiter euch jetzt bereits beeinflußt, macht er das auch in den nächsten ein bis zwei Monaten. Im Mai nächsten Jahres, würde ich sagen, könnt ihr 10‰ dessen, was so ablief, für bare Münze nehmen. Das sind aber schon annähernd 50%, und immer noch nur ein Gleichgewicht, also geht nicht zu schnell zu weit raus.

„Jupiter is standing still at about 17-18 Aquarius, in readiness for a large scale burst of acceleration that is going to take it through Pisces and into Aries by July of next year, so a number of you are going to suddenly pick up speed one way or another.  For the meantime, Jupiter is particularly affecting you if you’re born between the 6th to the 14th of February and the 9th to the 17th of August in ways that could easily be over the top.  The down side of this is that there can be exaggeration and over inflation of current circumstances to the point of explosion due to too much hot air.  The up side of this is that the bubbles of last May and early June are now bursting, and what’s still left in a week or three will be real and profitable.  Jupiter will hit Chiron and Neptune again in mid/late December, amplifying the potential for further viral growth.   Remember, this conjunction was at its strongest in May and June when the ‚pandemic‘ was ’sweeping the world‘.  So keep moderation in mind if Jupiter is affecting you now and for the coming month or two.  In May I would have said you can take 10% of what was occuring as being real – now that’s approaching 50%, but that’s still only balance, so don’t go too far too fast.“

Alle Rechte liegen bei Steve Judd, Wiedergabe und Übersetzung mit seiner freundlichen Genehmigung. Schauen Sie sich mal seine raffinierten Vorausschauen an, wenn Sie Englisch lesen:

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