Fotograf: Thora Hallager
Hans-Christian Andersen 02.04.1805 01:00 Odense, Dänemark
Liebe Leserinnen und Leser,
seine Märchen klingen nicht nach Kunstmärchen, sondern wir könnten sie ebensogut für natürlich gewachsenes Volksgut halten. Ohne hier viel kommentieren zu müssen, schauen wir uns einfach mal das dritte Haus an, die Konjunktion Sonne-Merkur, den gutwilligen Stier-Mond und die ganz genaue Trigon-Verbindung von Neptun und Venus, die vor allem, bei einem Märchenerzähler! Denn dieses Trigon erläutert uns den Phantasie-Zauberer, aus dessen Fundus sich Hollywood noch heute fleißig bedient, als gäbe es nichts anderes. Wie unglaublich treffend diesem Einzelmenschen sein Horoskop passt! Neptun wirkt in Haus 11 (Gesellschaft), tut dies mit Venus in Haus 3, Schreiben. Und das allen bekannte Haupt-Märchen, die kleine Meerjungfrau, wir erkennen sie sowohl in Neptun, als auch in der Fische-Venus. Sie hat es zum Wahrzeichen für Kopenhagen gebracht. Astrologie ist schon eine tolle Sache. Wer wagt denn hier noch, zu zweifeln? – :
Hans Christian Andersen war ein großer Welt-Reisender, klare Haus 3 Realisation (mal abgesehen vom Schreiben) und natürlich Schütze AC mit Jupiter im eigenen Zeichen Haus 12. Unverheiratet – Merkur, Herr von 7 steht bei ihm selbst, der Sonne – und ich finde, die Lilith am AC ist auch etwas versteckt Charakteristisches, denn so lieb die Märchen auch sind, immer gilt es ein Unbehagen zu überwinden, eine böse Hexe zu besiegen. „Was bleibt“, sagt Hölderin, der unbekannte Titan unserer eigenen Sprache, „stiften die Dichter“:
Eventyr fortalte for Børn – Die Prinzessin auf der Erbse
„Es war einmal ein Prinz, der wollte eine Prinzessin heiraten, aber es sollte eine wirkliche Prinzessin sein. Da reiste er in der ganzen Welt herum, um eine solche zu finden, aber überall war da etwas im Wege. Prinzessinnen gab es genug, aber ob es wirkliche Prinzessinnen waren, konnte er nicht herausbringen, immer war etwas, was nicht in der Ordnung war. Da kam er wieder nach Hause und war ganz traurig, denn er wollte doch gern eine wirkliche Prinzessin haben.
Eines Abends zog ein furchtbares Wetter auf; es blitzte und donnerte, der Regen stürzte herunter, es war ganz entsetzlich. Da klopfte es an das Stadtthor, und der alte König ging hin, aufzumachen.
Es war eine Prinzessin, die draußen vor dem Thore stand. Aber, wie sah sie vom Regen und dem bösen Wetter aus! Das Wasser lief ihr von den Haaren und Kleidern herunter, und lief in die Schnäbel der Schuhe hinein und aus den Hacken wieder heraus, und sie sagte, daß sie eine wirkliche Prinzessin sei.
»Ja, das werden wir schon erfahren!« dachte die alte Königin, aber sie sagte nichts, ging in die Schlafkammer hinein, nahm alle Betten ab und legte eine Erbse auf den Boden der Bettstelle. Darauf nahm sie zwanzig Matratzen, legte sie auf die Erbse, und dann noch zwanzig Eiderdunenbetten oben auf die Matratzen. Da sollte nun die Prinzessin die ganze Nacht liegen. Am Morgen wurde sie gefragt, wie sie geschlafen habe.
»O, schrecklich schlecht!« sagte die Prinzessin. »Ich habe meine Augen die ganze Nacht nicht geschlossen! Gott weiß, was da im Bette gewesen ist. Ich habe auf etwas Hartem gelegen, so daß ich ganz braun und blau über meinem ganzen Körper bin! Es ist ganz entsetzlich!«
Nun sahen sie wohl, daß es eine wirkliche Prinzessin war, da sie durch die zwanzig Matratzen und die zwanzig Eiderdunenbetten die Erbse verspürt hatte. So empfindlich konnte niemand sein, außer einer wirklichen Prinzessin.
Da nahm der Prinz sie zur Frau, denn nun wußte er, daß er eine wirkliche Prinzessin besitze, und die Erbse kam auf die Kunstkammer, wo sie noch zu sehen ist, wenn sie niemand genommen hat. Sieh, das ist eine wahre Geschichte.“
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