Weltbild

Mein Thomas-Weg

Liebe Leserinnen und Leser,

„Der Sinn des Kreuzes aber offenbart sich, soweit es offenbart werden kann, in der äußeren und inneren Notwendigkeit, mit der Jesus als der, der er war, in der Welt, wie sie ist, ans Kreuz kommen mußte.“ Christoph Schrempf

„Der Sinn des Kreuzes aber offenbart sich, soweit es offenbart werden kann, in der äußeren und inneren Notwendigkeit, mit der Jesus als der, der er war, in der Welt, wie sie war, ans Kreuz kommen mußte.“ Christoph Schrempf, Abwandlung hervorgehoben von M.T.

Nur aus diesem „war“ ist die Kreuzigung zu rechtfertigen und zu verstehen. Die angesprochene „Innere Notwendigkeit“ empfängt frau/man vor allem aus der Dynamik des Markus-Evangeliums, dem wie ein tiefer Grundton Löwe-Dynamik im Ablauf entspricht, die ihren eigenen Rhythmus hat.

Als Wendepunkt der Geschichte war dieser dem Kreuzestod entkommene Gott im wahrsten Sinn die Auferstehung der Toten, die u.a beispielhaft durch die Christianisierung am Oberrhein und an allen Flusswegen des Südlichen Deutschland von Gallus und Fridolin und den anderen irischen Mönchen betrieben wurde: sie erlösten mit dem Kreuz die Geister der geopferten am Stammesmarterpfahl – die Eiche oft – die erdgebunden und in alter Magie als Unerlöste lebten.

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Dieser reale und bindende Wahn-sinn im unwahrsten Sinn des Wortes –  wurde durch den Christus dort abgelöst, friedlich: freiwillig – erlöst. Der Opfer-Kult wurde (im Prinzip) von Christus beendet. Wenn es dabei nicht um die Aufhebung der Grenzen von Leben und Tod selber ginge, dann hätten wir jetzt keine Zomby-Serien aus den USA, die uns den Brüdern und Schwestern im Himmelreich entfremden wollen. Denn wie im Himmel, so auf Erden – wie oben, so unten.

Nicht, daß es seit Christus keine Opfer mehr gibt … des Verkehrs, der Wissenschaft, des Krieges, der Naturkatastrophen (also solche, die wir unserer Meinung nach nicht zu verantworten haben) – es soll aber sein Opfer im Prinzip das Letzte gewesen sein. Diesen Weg finden wir aber nur, wenn wir irgendwann mal reif genug sein werden, das Opfer zu erforschen, zu verstehen, zu durchschauen.

Der Kreuzestod von Christus macht nur dann Sinn auf die Dauer, wenn wir seinen Wahnsinn – im wahrsten Sinn des Wortes – irgendwann begreifen. Dies wird dann eigentlich und wahrhaft christlich genannt werden – die Erklärung, warum wir Menschen in den Opferwahn verwickelt wurden, und was es damit auf sich hat.

Wie kann man – wenn man/frau so denkt, Christ sein? Gerade dann – behaupte ich in Meister Eckharts Geist – wird man/frau Christ/in erst ganz. Durch die Erkenntnis, daß ohne „Die Tat“ des Christus – auch ich so nicht denken und schreiben könnte. Und dies ist auch wahr. Das Mitleid ist durch Christus gestiftet. Vorher war Spiel von Katz und Maus. Alles im wahrsten Sinne des Wortes.

Nichts gesagt ist noch zur leitenden Herzensstimme, die der lebendige Christus dem Welt- und Menschheitsgeschehen eingibt und alle Menschen guten Willens führt – völlig gleich, zu welcher Religion sie sich bekennen – oder auch ob sie Atheisten sind. Denn wer Erkenntnis sucht, sucht Gott. Wer spricht, betet schon.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus