Sonnenwende: ist eine zweite Aufklärung möglich?

Georg Friedrich Kersting (31. Okt. 1785)

Liebe Leserinnen und Leser,

der Maler oberen Bildes hatte seinen persönlichen Saturn auf 29:32º Schütze – also praktisch dort, wo er jetzt steht in einem Orbis von noch nicht mal einem Grad. Er war – wie damals eigentlich alle Geistesmenschen – Mitglied der Freimaurerloge Phoebus Apoll – für die dieses Bild gemalt ist. Interessanterweise ist es ganz anders, als seine anderen romantischen, biedermeierlichen Gemälde, die zwar alle eine warme, liebevolle Lichtführung in sich tragen, aber ebenso alle das Licht saturnisch einhegen, begrenzen, optisch geometrisieren.

Bekanntlich fällt dieses Jahr der Ingres des Saturn in sein Haus mit dem Eintritt der Sonne ins Zeichen Steinbock – bei uns der Wintersonnenwende – zusammen, und insofern dieses Horoskop auch als Jahresvorausschau gedeutet werden kann …

Wintersonnenwende 2017, Prag

… soll uns das obere Bild Inspiration und Lehrstück sein, wie man am Besten mit so einem Aspekt umgeht, den unser Maler schließlich einmal jedes Jahr erlebte. Wir sehen natürlich gleich, dass vor allem die Sehnsucht nach Licht mächtig ist. Gemeint ist das Licht der Aufklärung und der Liebe. Das Jahreshoroskop ist mit einem Krebs Aszendenten für unsere Breitengrade ausgestattet – wir sind also in diesen Raum eingebunden (letztes Jahr war Fische-Aszendent: das Auflösungsthema und die Spiritualität im Vordergrund, nächstes Jahr ist´s ein Jungfrau Aszendent) – zwischen Krebs und Steinbock – privat und öffentlich. Ein Zeichen mag uns dabei sein, dass der Mond, Krebs-Herrscher, im Wassermann steht: Maßgabe der Freiheit vielleicht durchaus wieder im Sinn der Aufklärung, heute nötiger, denn je. Die wir aber doch – Nordknoten/Drachenkopf im Zeichen Löwe – mit Mut, Herz und Selbstbewußtsein angehen müssen …

Und so stellt sich die Frage: ist eine zweite Aufklärung möglich? Fatal ist ja, dass diejenigen, die den gesellschaftlichen Diskurs bestimmen, sich jetzt bereits auf allen Gebieten für aufgeklärt halten, obwohl sie absolut nichts wissen über Welt, Mensch und Gott. Wir sind weit entfernt von einer Stimmung des Aufbruchs; stattdessen werden wir Zeuge von Dekadenzerscheinungen, die schon immer die Begleitboote großer Zerstörer waren. Man möchte angesichts dessen ganz stille werden, wach und aufmerksam, oder im besten saturnischen Sinn: konzentriert – achtsam, was da kommt. Venus im Zeichen Schütze liebt es, den Bogen für Zukunftspläne zu spannen, Jupiter, ihr Dispositor, gibt sich, wie gesagt, mit Oberflächlichkeiten gar nicht ab. Sollte mich nicht wundern, wenn die USA aus der Uno austreten, oder so.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S.: Wer hat denn Venus in Schütze? Linder z.B. – den sie gerade „abzuschießen“ versuchen (ZEIT, BILD, ARD, ZDF) – und er bekommt den Saturn in sein Sonnen-Zeichen, Pluto steht zwischen Sonne und Mars im Steinbock:

Wir sehen aber auch den Nordknoten auf seine weite Jupiter/Lilith Konjunktion in Löwe zuwandern. Die Steinböcke Lindner & Söder, Puigdemont kommen in die Saturn-Prüfung rein – es ist also unwahrscheinlich, dass sie keine Rolle spielen.

 

 

 

 

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