Liebe Leserinnen und Leser,
„In Waage geschieht es“, schreibt Dane Rudhyar, „daß Löwe mit seiner Eingewilligkeit und Jungfrau mit ihrer Selbstkritik miteinander ausgesöhnt werden und beide sich bezwingen, indem sie ihr selbst der Menschheit weihen.“
„Die drei Phasen zwischen Herbst-Tagundnachtgleiche und Wintersonnenwende verlaufen parallel zu der in den Tierkreiszeichen Widder, Stier und Zwillinge symbolisierten Entwicklung, doch handelt es sich hier nicht mehr um den Aufbau der Personalität, sondern um das Wachstum der Gesellschaft. Gesellschaftsbildende Kräfte mit stets wachsendem Auftrieb steigen hoch. Individuen, die noch einzeln sind, werden von ihrer Flut weggeschwemmt.“
Venus im Skorpion geht ins Trigon zu Jupiter im Krebs, am 26. September, zeitgleich fast zum Venus/Mars Quadrat am 28. September. Das bedeutet doppelte und dreifache Kraft aus den Wasserzeichen – die traditionellerweise mit dem Gefühlskörper verbunden sind. Nur eben Mars, der Sieger, stellt sich dazu, wie ein Haltezeichen an einer Kreuzung.
Haben wir nun das Patt? Dadurch, daß alle Noch-Oppositionsparteien bis auf die Linken mehr oder minder eine Koalition gegenseitig ausgeschließen, kann die knappe Mehrheit links von schwarz sich nicht durchsetzten. Dazu kommt freilich das schweigende Gewicht der an der 5 % Hürde Gescheiterten, was dazu führt, daß ca. 10 % rechts denkende ca. 3 % links denkenden WählerInnen gegenüberstehen, die im Parlament unvertreten bleiben – (was nichts mit den Nichtwählern zu tun hat) – die aber doch den Wunsch nach Neuwahlen dämpfen dürften, die die Alternative für Deutschland vielleicht doch noch rein brächte und damit alles durcheinander.
Die einzige Partei, die sich zu Recht profilieren könnte, währen die Grünen, denn die haben ein Anliegen an das man sie erinnern muss: Ökologie und Ökonomie in Übereinstimmung zu bringen. Das wäre mit Merkel machbar und brächte auch den Hauptgewinn: hier trügen bei Erfolg nicht die Schwarzen, sondern die Grünen den Wählerrespekt davon; nicht, wie einst, bei der großen Koalition – sie eroberten sich gleichsam ihr Urthema zurück. Um so wichtiger ist es, wie nachhaltig die Grünen nun moralisch belastet sind, so daß es eines Personalwechsels bedürfte, einer Reinigung um mindestens Trittin, den Krebs-Löwen selber, der doch eigentlich Außenminister in einem rot-grünen Bündnis werden wollte.
Wir sehen also, wie sich in schwierigsten Verhandlungen das Mars/Venus Quadrat über die nächsten Wochen ziehen wird. Gut so – man/frau wird wieder mal ein bischen denken müssen.
Welche Themen haben wir eigentlich? Was wollen wir eigentlich? Mit wem?
Dann, in der Mitte der Legislaturperiode, könnten die Grünen Königinnen-Mörder spielen, indem sie sich der inzwischen geläuterten rot-roten Opposition zuwendeten, die zwei Jahre Zeit hatten, gemeinsame Positionen zu entwickeln und damit auch noch den Teil ihrer Seele verwirklichen, der ein soziales Gewissen hat: z.B.: das Hartz 4 Verbrechen sinnvoll korrigieren.
Auf eine entschiedenen Reduktion der Waffenexporte wird man sich mit den Linken einigen können, und vielleicht ein paar andere Themen mehr.
Dies freilich, wenn Kanzlerin Merkel nach dem dritten Griechenland-Packet in ihrer europapolitischen Konzeptlosigkeit unbeliebt wird – eventuell, weil sich am Horizont Kosten drohen.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus


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