Mundan

Venus in Waage

Nürnberg 18:11 das Wetter läßt heute keinen Wunsch offen, schöner geht es nicht. Auf der Weltwetterkarte …

Foto Markus Termin ©

… sieht man gut die sich gegenseitig bedingenden Wirbel der ganzen Welt, wie sie in raumgreifenden und  in einander überfließenden Bewegungen – deutlich erkennt man ein mittleres, ein oberes und ein unteres Wolkenband – miteinander zu tun haben. So scheint unser herrliches Wetter tatsächlich damit zusammenzuhängen, dass über der Karibik alles schlechte Wetter in Form eines Wirbelsturms die Feuchtigkeit gebunden hat. Würde man sich das von der Venus aus angucken, sähe man dies alles nicht, denn die Atmosphäre der Venus ist von außen völlig undurchsichtig. Das liegt jedoch nicht so sehr an der Masse beziehungsweise der sehr hohen Dichte der Gashülle, sondern hauptsächlich an einer stets geschlossenen Wolkendecke. Aus diesem Grund wissen wir auch nicht, ob nicht die Venus, unser unmittelbarer Nachbarplanet, bewohnt ist. Ich persönlich sehe keinen Grund, warum nicht. Freilich, die Astronomen und Chemiker halten ihre Oberfläche für reichlich unwirtlich, aber wir haben schon an manchem unwirtlichen Orten der Erde Leben entdeckt, da ist es meines Erachtens nahezu ausgeschlossen, dass die Venus unbelebt wäre. Die Venus hat als einziger Planet eine rückläufige Bewegung um ihre eigene Achse. Zur Erde pflegt sie rhythmisch ein sehr geheimnsivolles Harmonieverhältnis, welches darin seinen Ausdruck findet, dass sie bei jeglicher Kardinalstellung innerhalb des synodischen Umlaufs – also um die Sonne herum – wie zum Beispiel bei der unteren Konjunktion (Venus zwischen Erde und Sonne), uns die gleiche Seite zuwendet. Man könnte sagen: sie tanzt Walzer mit der Erde und malt dabei in acht Jahren ein Pentagramm an den Himmel. Auch mit der Einteilung des Tierkreises in 30 º Abschnitte hat sie mehr zu tun, als die Sternzeichen, denn nach einem Venus-Tag ist die Sonne um 30 ° weitergerückt. Wir sehen also, dass es die innere Harmonie der Planetenbewegungen war, die Astrologen zu früheren Zeiten zu einer natürlichen Teilung des Kreises in zwölf Abschnitte gebracht hat, und dass dies Hand und Fuß hat. Den Eintritt von Venus in die Waage, meine ich, konnte man bemerken. Venus, zuvor in der Jungfrau, strebte danach Beziehungen perfekt zu machen, und offenbarte daher gerade ihren Mangel. Venus in der Waage ist einfach nur schön. Sichtbar ist sie am Abendhimmel, und wird immer sichtbarer, denn ihr Abstand zur Sonne vergrößert sich. In der Waage hat sie einen Sinn für Logig und Ästhetik und Geist. Es mag ein Grund darin liegen, dass soviele Jungfrau-geborene gute Musiker sind, weil ihrer Sonne die Waage-Venus als Klang vorauseilt. So haben wir mit Venus in der Waage, noch während und vor der Erntezeit, doch schon süße und reife Früchte zu kosten.