Fragen

Mal eine Frage …

Nürnberg,  17:27 – Stundenastrologie ist eine faszinierende Sache; schon allein deshalb, weil wir hier die Grenze überschreiten, wo sich – wenn man so will – „rational“ eine Bodenhaftung begründen läßt. Und auch wieder nicht. Warum sollte in der Stellung der Planeten eine Darstellung unserer aktuellen Situation und einer bestimmten Frage zu finden sein? Doch dann umgekehrt: wie könnte dies nicht der Fall sein? Und tatsächlich, je länger man diese Stunden – oder Ereignishoroskope anschaut und je öfter man sie macht, um so deutlicher findet sich in ihnen die Aussage.

Unteres Bild stellt den Augenblick einer Frage dar, die eine junge Frau stellte, die mit dem Gedanken spielt, ihre Wohnsituation zu verändern.

Schon allein die Tatsache, dass der Mond im vierten Haus steht und die Frau eine Widder-Frau ist, jenem Zeichen, in dem nun auch der Mond steht, „spiegelt“ die Frage erstaunlich genau wieder.

Denn das Haus 4 ist ja ihre aktuelle Wohnung, das vierte vom Haus 4 wäre die neue Wohnung.

So hat man gleich Grundaussagen:

1. Da der Mond in Haus vier steht, hat sie überhaupt keine Lust, umzuziehen. Es handelt sich also um eine Scheinfrage. Prinzipiell geht es aber – Schütze steigt auf – um Vergrößerung und Erweiterung: es gibt ein positives Ziel.

2. Die neue Wohnung wird von Merkur rückläufig beherrscht. Sie ist tatsächlich in unmittelbarer Nachbarschaft zur alten, und steht folgerichtig auch im dritten vom vierten Haus, der Nachbarschaft (Haus 6 vom ersten).

3. Ganz knapp herrschen die Fische über Haus 4, Jupiter und auch Neptun steht in Haus 3, der Nachbarschaft zur aktuellen Wohnung. Und tatsächlich ist es ein Fisch, der ihre aktuelle Wohnung beherrscht, allerdings kein Sonnen-Fisch, sondern ein Saturn-Fisch, nämlich der Vater, dem die Wohnung gehört.

4. Merkur wird ein Quadrat zu Jupiter bilden, der in der Nachbarschaft steht. Das ist also schon mal ganz blöd.

5. Merkur steht, als Herr der neuen Wohnung und als Herr der Partnerschaft auch im Haus 12 des anderen. Dies ist das berühmte Drehen des Horoskops. Also will der Partner irgendwie seine Ruhe in Haus 12 haben, er möchte isoliert sein und ist vielleicht gar nicht damit einverstanden, wenn sie in die Wohnung direkt nebenan zieht?

6. Jupiter steht natürlich für die Fragende; tatsächlich befindet sie sich zur Zeit der Frage in der Nachbarschaft, im dritten Haus. Genauer: in meiner Praxis, die in ihrer Nachbarschaft liegt.

Wohnung

Ereignis, Fragen, Geschichte

HMS Victory

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Untergang der Victory IV von Peter Monamy

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Im oberen Bild sehen wir das Horoskop ihres Untergangs (vergrößern durch zwei mal Klicken!). Pluto Spitze Haus 9, alle Planeten im Haus Acht (Verwandlung, Untergang), Mond-Saturn Konjunktion und Pluto Quadrat Mars. Und nicht zuletzt Lilith und Mars in Opposition. Das ist nun wirklich ein Untergangshoroskop.

Nürnberg 21:53 – Fund im Ärmelkanal: Schatzsucher wollen Wrack der „HMS Victory“ entdeckt haben – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Wissenschaft

So etwas ist immer bemerkenswert: aus den Tiefen der Zeit taucht etwas auf! Der Untergang dieses stolzen Schiffes, dem vier Vorgänginnen gleichen Namens und ein Nachfolgeschiff folgten, ist genau datierbar. Sie lief am 23. Februar 1737 vom Stapel, aber sie sank bereits im Sturm vor Alderney am 4. Oktober 1744. Im Progressionshoroskop (innen Stapellauf) sehen wir Uranus und Pluto in etwa an der Stelle des Stapellaufs und vor allem den Mondknoten – denn Mondknoten haben etwas mit Auftauchen und Verschwinden zu tun – in exakter Konjunktion zur Sonne:

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Die Transite für die Entdeckung dieser Tage (Bild unten) zeigen uns Pluto über Uranus, dem Herrn des Hauses 9 für das Stapellaufhoroskop des Schiffes. Die Victory kam unter rückläufigem Merkur zu ihrem Stapellauf. Und vielleicht glaubte der Astrologe, der sicherlich beauftragt war, Achemar, der Fixstern am Ende des Sternzeichens Eridianus, der „Stern an der Mündung des Flusses“, würde die Rückläufigkeit wett machen, denn es ist ein Jupiter-Stern. Und Mond im Schützen, dachte dieser Astrologe, war besser als im Steinbock. Dazu kommt das genaue Trigon zum Glückspunkt im Haus 11! Das war sicher eine Elektion.

Denkbar wäre auch eine halbe Stunde früher, dann hätten wir den Mond im starken Haus 7 und Merkur als Herrn des Horoskops immer noch in 10. Neptun dann in 1!

Doch die stolze Victory IV sank – gerade sieben Jahre alt – mit Saturn in der Jungfrau, wie er es heute auch ist, und im Quadrat zu seiner Stapellaufstellung, und das trotz Jupiter-Sonnen Konjunktion in den Fischen. Wir sehen aber – oberstes Bild – Neptun und Saturn in Haus 12, und der damit (durch den damals noch unbekannten Fische-Herrscher) die Bestimmung des Hauses 10 hin zum Unbestimmten (Döbereiner), zur Auflösung zurückführte, ins Haus 12. Den Stapellauf um 12:00 Mittags habe ich mir so ausgedacht, obwohl die Zeit nicht verbürgt ist. Sie klingt jedoch logisch und war üblich, und ein Astrologe dieser Zeit hätte nach dem Wesen seiner Kunst Saturn gern in Haus 12 gesehen, wo dieser seiner Meinung nach geringen Schaden anrichten konnte. Nur hätte er sich – wie gesagt – niemals auf den rückläufigen Merkur einlassen dürfen. Und Neptun in 12 zeigt uns, dass eine moderne Ergänzung mittelalterlicher Elektionen sehr wohl etwas bringt. Am 01.03.1737 gab es dann eine Mondfinsternis in den Fischen, Merkur war immer noch rückläufig und der Mondknoten stand auf 18.04° Jungfrau, wo in wenigen Grad Abstand und also vom Mond getragen Mond/Saturn zum Untergangszeitraum liefen, und wo Saturn jetzt steht und gerade schon stand während der Entdeckung letztes Jahr im Mai 2008 (12. Mai 2008 Mond/Saturn Konjunktion, wie zum Zeitpunkt des Untergangs!) und auch dieses Jahr, während die Entdeckung am Meeresgrund publik wird.

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Fragen, Personen

Sonne in Konjunktion mit dem Mondknoten!

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Skulptur und Foto Martin Rolke © „Moche“

Nürnberg, 22:56 – Ich muss gestehen, ich mache für alles und jedes Stundenhoroskope, machmal mehrmals am Tag. Und es wird immer interessanter. Gestern war mein Vater in München und hatte dort einen Prozess wegen seiner Rente. Sollte sich jemand mal mit der Rentenanstalt herumschlagen müssen: Vorsicht! Die können weder rechnen, noch darf man ihnen trauen. Der Ausgang des Prozesses entspricht dem rückläufigen Merkur in Haus 10. Mein Vater hat – auf Anraten des Richters, der im Prinzip auf seiner Seite war – die Klage zurückgezogen, wird sie aber auf anderem Wege – der Richter hat gesagt, wie, nochmals einreichen:

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Dass Mars und Saturn, Mars mein Vater, Saturn der Richter, sich einigen würden, sieht man kraft des applikativen Trigons. Die Schwäche der Gengenpartei im Haus 12. – Gerechtigkeit hingegen ist im Haus 10, wo Mars stark in seiner Erhöhung steht. Die schwache Position des Richters zeigt sein Haus 6. Die Stärke meines Vaters Haus 10, die zurückgezogene Klage der rückläufige Merkur.

Das Geburtstagskind für heute ist Nicolas Sarkozy, 28. Januar 1955 22:00 in Paris, unten mit zwei-mal Klick zu vergrößern mit seiner Gattin Carla Bruni Sarkozy (außen), 23 Dezember 1967 um 18:19 in Turin, Italien. Sie zieht also dort einen Mann an, wo sie ihren Saturn hat, und er nimmt eine Frau, die Saturn auf seine Venus-Neptun Konjunktion legt. Dazu noch der Wassermann-Mars, natürlich … Und sein maximaler, d.h. erhöhter Jupiter auf ihrem AC. Seine Traum-Frau müsste aber Schütze-Venus Eigenschaften haben. Hmm …

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Und noch ein Horoskop: ein guter Freund aus alten Zeiten mailt mir. Das Horoskop zeigt die Sonne im Haus 5 in Konjunktion mit dem Mondknoten, wo sie heute wohl steht. Sonne ist aber Freund, Herrin von 11. Also prima, ich antworte, denn es geht wohl nicht darum, alte Zeiten aufzubereiten, sondern neue Perspektiven zu eröffnen. Ich selbst bin in diesem Bild die Venus in Haus 6 bei der Arbeit, und das stimmt ja auch. Der frühe Aszendent ist eine Deutungseinschränkung, aber auch ein Beginn:

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Die Sonne in Konjunktion mit dem Mondknoten ist die Ernte der Sonnenfinsternis am 26. Januar: time for change! Neues kommt in die Welt.

Fragen, Weltbild

Ladrón: der Dieb!

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Bild von Jogi ©, absolut frisch aus den USA: geklaut (von mir)!

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Kommentar „ladron“ · 20.01.09 · 17:45 Uhr

Wer diesen Blog in letzter Zeit ein wenig beobachtet hat, wird mitbekommen haben, dass ich mich bei einer Diskussion engagiert habe, in der die Astrologie sehr angegriffen wurde, bei den Sience-Blogs. Wie üblich zu rückläufigem Merkur gab es dort nicht nur einen Post zu diesem Thema, sondern gleich zwei. Nachfolgender Kommentar eines anonymem Diskussionsteilnehmers hat mich dazu bewogen, Abstand von einem weiteren Engagement bei den Sience Blogs zu nehmen. Einfach weil dieser Kommentar meines Erachtens einen Ton trifft, den man nicht ignorieren kann.

Ich habe oben für diesen Kommentar ein Horoskop erstellt. Es findet sich die Sonne als Herr des AC im Haus 6, Merkur ist genau in ihrem Herzen. Die Sonne ist jener „Ladron“ selbst. Doch Ladrón bedeutet auf spanisch Dieb, und bekanntlich ist Merkur auch der Gott der Diebe. Was stielt er in diesem Fall? Dem Herrn des Blogs, der im Sonnenzeichen Löwe ist, die Souveränität. Haus 7 zeigt die Adressaten: Chiron und Neptun, regiert vom rückläufigen Saturn. Das entspricht deren Gewohnheit: die ist eine Mischung aus Scheinheiligkeit (negativ: Neptun) und der Tendenz zu beleidigen und zu verletzen (negativ: Chiron).

Dass Ladrón, der Dieb, etwas bewirken würde, zeigt das Sextil des Mondes, das Stimmungsbarometer zur Diskussion, der einmal Sextile zu Jupiter und Sonne/Merkur bilden wird. Nur nicht für jene, die es immer besser wissen wollen, daher die schwache Stellung in Haus 6. Auch wird der Mond aus dem Skorpion in den Schützen wechseln, und bildet erst dann das genaue Sextil zu seinem Dispositor! Mond-Jupiter ist aber sehr gut.

„Mir als Nichtastrologe und Astrologieskeptiker sind bei der zufälligen oder auch astrologisch bedingten Lekture dieses Forums folgende Dinge aufgefallen:
Sie können sich nicht miteinander verständigen. Sie sprechen unterschiedliche Sprachen, merken Sie das nicht? Bevor sie an das gewaltigste, das einer Lehre/Wissenschaft geschehen kann, nämlich dass Ihr der Sinn abgesprochen wird, annähern, müssen Sie schon versuchen zu verstehen, wie sie funktioniert. Egal was Sie machen. Sie werden die Qualität eines Gemäldes nicht anhand der verwendeten Farbmenge beurteilen können. Es wird Ihnen auch nicht helfen, 1000 Menschen zu befragen, um herauszufinden, dass sich nur die Antworten von 10 mit den Absichten des Künstlers decken. Kunsthistorische Kenntnisse, biochemische Analysefertigkeiten, genaue Farbbezeichnungen, nichts davon wird Ihnen erklären, warum ein Bild Ihnen Angst macht oder warum es Ihr Herz berührt. Die westliche Wissenschaft hat per Definition keinen Raum für persönliches Erleben, Subjektivität als wissenschaftlichen Parameter. Es gibt Strömungen, die dies für den schauerlichen Status Quo unseres Planeten verantwortlichen machen und die versuchen Brücken zu schlagen zwischen dem östlichen und dem westlichen Wissen und Wissenschaftsverständnis. Diese Menschen, die Sie wahrscheinlich als Pseudowissenschaftler bezeichnen würden, üben sich im Dialog. Jetzt könnte man meinen, hier handelte es sich ja auch um einen Dialog, aber genau das ist nicht der Fall. Sie schreien aneinander vorbei. Sie haben eine klare Meinung und wollen diese bestätigt sehen. Sie wollen nicht lernen. Es ist die Auseinandersetzung, die Ihnen Spass macht, wie den 5 Brüdern in einem der vorherigen Kommentare, Primaten in der Phase der geistigen Entwicklung zu einem reifen menschlichen Wesen. Schön, dass ist Ihnen gegönnt. Aber bitte tun sie nicht so, als wollten Sie voneinander lernen. Das wäre es was wir bräuchten. Den Vertretern der Astrologie kann ich nur sagen, dass es bessere Methoden gibt, seine Zeit zu verschwenden, als sich hier durch den Dreck ziehen zu lassen. Meditieren Sie oder machen Sie Yoga, gehen Sie in den Wald spazieren oder bilden Sie sich weiter, z.B. in Astronomie, aber lassen sie sich nicht auf diese Ebene ziehen. Morphogenetische Felder, Goethes Farbenlehre, Homöopathie, Ayurveda, Astrologie, Meditation, Kunst und wie sie alle heissen, die wissenschaftlich umstrittenen Felder mit denen sich Menschen in Liebe und Hochachtung vor der Natur beschäftigen, formen den einzelnen Menschen, hinterlassen Spuren, schöne Spuren, Kultur und keine Müllberge. hmmm“

Fragen

Stelle wechseln? Oder bleiben?

Nürnberg 19:44 – diese Frage kam von einer Klientin, die im Medienwesen arbeitet. Sie hat eine leitende Position, doch – wie so oft – macht der Chef einem das Leben zur Hölle. Gleichzeitig denkt die Klientin doch auch an die Gründung der eigenen Familie mit Kind und allem. Denn das – da mag einem der Papst in Rom anderes erzählen – ist das Größte, wenn es denn Menschen gegeben ist, was sie leisten können. So gesehen ist ja der Katholizismus nur eine Abspaltung der Orthodoxie, wo die Popen Familie haben und verheiratet sind:

Foto Markus Termin ©

Gemeinsam auf des Lebens Gaul unter dem Tempeldach des Himmels voranzureiten. Das Stundenhoroskop für die Frage sieht so aus:

Das Geburtshoroskop der Klientin so:

Ich weiß nicht, ob andere Astrologen wie ich mit beiden Bildern zugleich arbeiten. Manchmal hat man ja kein Geburtshoroskop. Doch beide zugleich sind immer eine Offenbarung!

Nehmen wir ihren Skorpion AC: sie neigt dazu, die Dinge hinzuschmeißen. Der Bandleader, der nach einer mißlungenen Probe die Gruppe auflöst: hier haben wir ihn! Skorpion-AC hat genaue Vorstellungen von der Welt und er will sie magisch herbeiwundern, klappt das nicht, droht die Kriese, die aber auch droht, wenn es klappt. Die Klientin arbeitet im Medienbereich in leitender Position, sie ist jedoch in der Probezeit. Ihr Geburtshoroskop macht dem Aszendenten ein Angebot: „Sieh her, sagt es, Du hast den Saturn in Haus 10, Dein Chef läßt Dich wie einen Ochsen das Joch schleppen und den Wagen ziehen. Dann schau auf Uranus in Haus 4: befreihe Dein Unbewußtes! Vor allem aber: zieh um!“ Da die Opposition Saturn/Uranus bekanntlich am 4. November das erste von fünf Malen komplett ist, könnte es hier krachen, und sie fliegt mehr oder weniger freiwillig aus dem Job.

Was zeigt nun das Stundenhoroskop? Dort steigt Stier auf. Die Botschaft ist eindeutig: Beständigkeit. Bleib, wo Du bist, zumindest einstweilen. Stier ist ja ihr Deszendenten-Gegenzeichen! Ihr Wunsch, eine Familie zu gründen, zeigt uns der Mond, welcher just in den Löwen gewechselt hat: die Familie ist eine Herzensangelegenheit.

Wechseln wir wieder ins Geburthoroskop: wo steht die Fische-Sonne? Genau, in Haus 4. Sie will sich also als Familiensonne erfüllen.

Nun, leider bekommen Fische, Fische-Aszendenten und Fische-Monde selten das, was sie wollen. Es schwimmen ihnen gewissermaßen naturgemäß alle Felle davon. Oder sie werden der Patriarch, die Matriarchin, welche die Sonne in Haus 4 verspricht, aber nicht so, wie sie sich das vorstellen.

Gemäß den rhythmischen Auslösungen nach Döbereiner wird der Mond nach 36 Jahren und drei Monaten durch einen Trigonalaspekt ausgelöst; bis dahin also wird sie wohl Mutter, und wahrscheinlich bekommt sie zu ihrem Schutz ein Widder-Kind.

Man weiß also – und das entspricht ihren Plänen – dass sie diese Stelle nicht ewig innehaben wird.

Mein Rat: bleib (gemäß dem Stier-AC im Stundenbild) auf jeden Fall bis nach der Probezeit. Schließlich läuft der Mond auf die Venus ins Trigon, und Venus steht im Partnerhaus: das beste kommt also noch, und es kann durchaus, wie bei Fischen üblich, von selbst passieren.

Fragen

Soll ich mit Astrologie arbeiten?

Foto Markus Termin ©, Frauenkirche in Nürnberg

Nürnberg 17:02 – diese Frage erreichte mich von einer Klientin, die im Prinzip selbst bereits Astrologin ist. Nun geht es ihr aber um mehr, denn bisher hatte sie ihre wirklich guten Kenntnisse immer nur für sich selbst und ihre Freunde angewandt. Jetzt aber denkt sie daran, es tatsächlich offiziell zu machen. Rudolf Steiner sprach am 08. Januar 1918: „Aberglaube – was ist Aberglaube? Der Glaube, daß sich der physische Mensch sich nach dem Weltenall in einer gewissen Beziehung richten muß? Wir richten uns nach der Uhr, die wir nach dem Sonnenstand regeln; wir treiben, so oft wir nach der Uhr schauen, Astrologie. Wir haben unbewußte Glieder der Menschennatur, die richten sich nach andern Konstellationen als nach denen, nach denen wir im physischen Leben die Uhr richten. Wenn jemand die Dinge im richtigen Sinne versteht, so hat das Reden vom Aberglauben nicht den geringsten Sinn. Deshalb darf wohl zur Illustrierung zunächst ein Stück dieser Weltenuhr jetzt vor ihre Seele hingestellt werden. Wir werden es brauchen, um das vorerst angeschlagene Rätsel weiter betrachten zu können.“

Aszendent Waage paßt sehr gut zur Fragenden, die selbst eine Waage-Sonne ist. Steigt dieses Zeichen auf, so versuchen wir, von mehreren Möglichkeiten die beste zu finden. Dies trifft auch hier zu. Die Person, die die Frage sich stellt, ist vertreten durch den „Signifikator“* Venus, und die steht in der Jungfrau in Haus 11 in sehr direkter Konjunktion mit Merkur.

Da Venus im Haus der Öffentlichkeit ist, zeigt sie an, daß das, was zu erwarten wäre, wenn das der Frage zu Grunde liegende Ansinnen realisiert würde, sie in den Bereich der Öffentlichkeit bringen würde, und zwar Jungfrau-Themen betreffend: also Dienstleistungen. Schaut man nun rüber ins Haus 7, so sieht man, mit wem sie es es zu tun bekommen würde: einem Mars, der in ihr Haus 12 ausgewandert ist, und ebenfalls in der Waage steht. Das kann man übersetzen mit: die Klienten ihres Vorhabens würden zu ihr kommen (Waage-Aszendent), und doch verborgen sein. Denn Haus 12 ist verborgen und heimlich. Auffällig ist die Opposition von Venus, unserem Hauptsignifikanten für die Fragende, und Uranus, der an der Spitze zu Haus 6 steht, und daher im Bereich der Arbeit, einem Haus, welches normalerweise von der Jungfrau dominiert wird. Neue Planeten versprechen vor allem Überraschungen, und so zeigt diese Achse Uranus – Venus eine kommende Überraschung mit der Astrologie, die für die Klientin, entscheidet sie sich dafür, mit ganz praktischen Dingen des Hauses 6 zu tun hätte. Leider hat die Opposition eben diesen spannenden entweder – oder Charakter. Gemeint sein könnte hier durchaus auch eine gewisse Exklusivität, ein Ausgeschlossen werden aus der bisherigen Gruppe, die Venus in Haus 11 bisher gewohnt war.

Nun zum Mond. Denn wenn wir die Venus nach wirklich klassischen Regeln untersuchen, dann hätte sie im Grunde genommen nur drei Vergangenheits-Aspekte (Merkur, Saturn, Jupiter) und zwei Zukunfts-Aspekte: jenes Quadrat zum Glückspunkt und das Sextil zum MC, dem Mittagspunkt. Wir bräuchten nach klassischen Regeln die neuen Planeten nicht zu beachten, und Venus sagte mit dem Sextil zum Mittagspunkt, daß die Richtung zum Ziel (Haus 10) stimmt im Sinne der Frage. Der Mond hat nach klassischen Regeln zwei Zukunftsaspekte: zwei sich erfüllende Trigone zu Jupiter und Saturn. Und er steht stark! Denn Stier ist seine Erhöhung, und in einem Eck-Haus noch dazu. Und er deutet auf die gegenseitige Durchdringung in emotionaler Hinsicht hin, würde die Klientin dem Weg einer professionellen Astrologin folgen, denn ihre Gefühle (Mond) währen sehr stark und real (Stier) bei ihren Klienten, und ihre Klienten (Mars) würden wiederum in ihr Zeichen (Waage) einkehren, und doch (Haus 12) nicht ganz offen sein, sondern verborgen.

Ein mögliches Problem ist Mars als Herr von Haus 2 = Geld, Einkommen. Mars, Herr von Haus 2 (Besitz) ist in Haus 12 (kein persönlicher Besitz) – könnte kompensiert werden durch: Geld verdienen im Internet (Haus 12) – und dann Pluto als neuer Herr von Haus 2 (Skorpion), der wohl rückläufig ist (Bezug auf alte Magie nimmt) – aber doch ein sehr exaktes Trigon zur eben noch Löwe-Sonne als Herrin von Haus 11 und auch dort weilend aufbieten kann. Pluto verdient in Haus 3 durch Kommunikation mit Hilfe alter Regeln Geld, weil Herr von Haus 2. Könnte doch klappen!

Ein besonderes Zeichen ist der Glückspunkt in Zwillinge Haus 9. Und zwar wegen der exakten Venus/Merkur Konjunktion in Haus 11 im Nachtzeichen des Merkur, Jungfrau. Das steht für Schule oder Ausland – vielleicht sollte sie eine Schule für Astrologie gleich von Beginn anpeilen?

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

* Signifikator ist die Herrin oder der Herr eines Zeichens; klingt kompliziert, kann man/frau aber schnell auswendig lernen. Venus ist die Herrin von Waage & Stier – logisch, oder?