Neptuns Tarnkappen

Fotos Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

fließt alles aus dem Bild. Der „Witz“ bei Neptun ist nicht nur, dass er schleichend alte Gewissheiten auflöst, sondern auch, dass diese Auflösung gar nicht bemerkt wird. Bis 2025 wird Neptun im Zeichen Fische bleiben, seiner natürlichen Heimat – und während dieser Spanne – seit 2011/12 ist er drin – wird er durch zahlreiche Sextile von Pluto aus dem Steinbock-Zeichen unterstützt, der ohnehin eine geheimnisvolle, ganzzahlige Bahnresonanz 3/2 mit Neptun unterhält.

Bahnresonanzen sind in unserem Sonnensystem übrigens immer ganzzahlig, passend zu Leopold Kroneckers (Schütze) Ausspruch: „Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht, alles andere ist Menschenwerk“ – den Grund dafür kennt niemand, genausowenig den Grund für die ganzzahlige Ordnung des chemischen Periodensystems. Mehr noch, es ist uns sogar der Grund zum Fragen solcher Fragen abhanden gekommen.

Pluto & Neptun am Werk können wir leicht beobachten, bei der Machtverschiebung auf der Erde: nach 2008 haben die Staaten die Hoheitsrechte über ihre Finanzen endlich global ganz verloren und an die Banken abgegeben – und so hat Neptun – das Fische-Zeichen ist auch das Geld-Fluss-Zeichen (soll Dein Laden laufen, setze eine/n Fische-Geborenen an die Kasse … ) still und heimlich und doch vollkommen offen ein Finanz-Imperium märchenhaften Reichtums geschaffen, gegenüber dem einzelne Regierungen trotz gegenteiliger Beteuerungen vollkommen machtlos sind.

Es ist gut möglich, dass wir – gerade wegen der neptunischen Auflösungen des Alten am Anfang eines Zeitalters der Stabilität stehen, in dem eine neue, vollkommen anonyme Aristokratie die Welt so beherrscht, wie Lao Tse es empfohlen hat: am Besten sei´s, wenn das Volk gar nicht weiß, wer regiert.

Früher war es leicht, die Mächtigen und Wohlhabenden auf der Straße zu erkennen. Sie hoben sich durch Ausstattung ihrer Kleidung vom Rest der Welt ab. Diejenigen, die etwas haben, genießen heute den Vorteil vollkommener Anonymität – wenn sie das wollen, sofern sie nur das tragen, was zig Millionen auch tragen. Neptun verteilt also fleißig Tarnkappen in der Welt. Auch die Staaten sind eigentlich nur Gebilde für eine neue Masse Abhängiger, die man selten Sklaven nennt, die selbst glaubt, sie hätte garantiert demokratische Rechte – gar noch Anspruch auf Menschenwürde – bis es einmal drauf ankommt. Jenseits dieser Massen, hat die „Finanzkrise“ eine neue, weltweit bedeckende Sahnehaube geschaffen, zu der nur wenige Zugang haben. Sie haben die Welt grenzenlos zu ihrem Wohnsitz gemacht, versteuern, wo es ihnen passt (in der Regel gar nicht) – und nahezu alle politischen Kontroversen sind Spiele für´s Volk, dem Leidenschaften eingeredet werden – für oder gegen Trump, für oder gegen Klimaabkommen, für oder gegen Gender – die im Prinzip einer gelenkten Choreographie entsprechen.

Neptunische Auflösungserscheinungen tragischen Ausmaßes erleben wir – nur haben wir es schon fast vergessen – beim Hauptstadtflughafen. Ein System löst sich selbst durch seine eigene Komplexität auf. Wird es nochmal 12 Jahre dauern? Oder wird – Neptun – einfach eine Tarnkappe über die Bauruine gestülpt, wie ein Sarkrophag über Tschernobyl? – was wahrscheinlicher erscheint und ein ganz übles Menethekel ist.

Zu bedenken bleibt natürlich, dass jetzt Menschen geboren werden, die – wie im vorletzten Jahrhundert – über wesentlich mehr schöpferische Kraft verfügen, als solche mit Neptun in anderen Zeichen. Die mit Neptun in den Fischen im Geburtshoroskop haben sich oft zu Visionären für die Menschheit entwickelt. Es ist also noch nicht aller Tage Abend.

Auch die Karlsbrücke in Prag – oben nicht im Bild – ist eine Neptun im Zeichen Fische Kreation. Allerdings mit Jupiter in Fische dazu: und, ist sie nicht haltbar?

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

 

 

Ein Gedanke zu “Neptuns Tarnkappen

  1. sigmund lima

    Hallo Merkus,
    Schöner Artikel über Neptuns Wirksamkeit. Ich möchte an dieser Stelle den Blick auf einen wenig bekannten Aspekt Neptuns lenken, den denkerischen. Ist Neptun nicht der Philosoph schlechthin? Ist nicht jeder Erkenntnisakt, der unsere Seele wirklich berührt, ein Akt der Gnade?
    Ich behaupte hier einmal, wirkliche Erkenntnis ist nur in den Wasserzeichen möglich, weil einzig das Wasser uns mit dem Ursprung und gleichzeitig mit dem Jenseits verbindet. Das Feuer denkt nicht, es behauptet einfach etwas, es postuliert, es erschafft. Die Erde beobachtet, nimmt sinnlich
    wahr, die Luft interpretiert, sucht nach Begriffen. Natürlich ist auch das Denken, keine Frage.

    Aber…was tun wir eigentlich, wenn wir über etwas n a c h denken? Was macht unsere Seele da?
    Ich mußte diesen Gedanken noch lange auf mich wirken lassen… Es ist reine Intuition. Wir müssen uns gerade von allem begrifflichen und vielleicht auch sinnlichem freimachen, abschalten, meditieren und in uns gehen, loslassen und vielleicht etwas völlig anderes tun, uns entspannen, chillen, also typische Neptuntätigkeiten, um eben zu einer Erkenntnis zu kommen.

    Vielleicht ist diese Erkenntnis zunächst überhaupt nicht greifbar und in Worte zu fassen, aber wir ahnen es, wir spüren , das sich etwas in uns artikulieren möchte. Wir ringen um Worte.. das ist vielleicht die wirkliche Arbeit. Die richtigen Begriffe und Analogien finden, in den „flow“ kommen.

    Alle wirkliche Erkenntnis ist Inspiration, etwas rein logisch und mathematisch nachzuvollziehen, ist eben nur ein nachvollziehen, etwas nachmachen, was natürlich auch eine Leistung sein kann.
    Die Nachahmung, die Adaption würde ich dem Krebsmond zuordnen, der Mond oder Mind erkennt die Dinge, die ihm vertraut sind. Erst Pluto-Skorpion führt die Dinge in die prinzipielle , d.h. archetypische, urbildliche Tiefe oder Höhe, je nach Standpunkt. Mit der Abstraktion haben wir aber noch nicht die „Seele“ in den Fischen erreicht. Die Seele erst erkennt den Weltzusammenhang. Ich habe Jahre gebraucht um diesen oder jenen Zusammenhang oder jenes Erlebnis zu verarbeiten und zu verstehen, wobei sich dieses Verstehen nicht auf eine kurze Formel reduzieren läßt, sondern eher ein Stimmungsbild, eine Imagination ist. Denkerische Prozesse, die sich ein Leben lang hinziehen und schließlich in der Meisterschaft münden. Das ist die Langsamkeit von Neptun.

    Ich habe dieses Zitat schon tausendmal gelesen, aber jetzt erst, vielleicht nach einem Schicksalschlag oder nach jahrelanger Distanz, jetzt erst habe ich es wirklich begriffen.

    In der ganzen Tiefe

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