Mond im Zeichen Krebs (bei Sirius) …

 20140824_185547Foto E. Termin ©

StundenbildLiebe Leserinnen und Leser,

natürlich können wir uns – wenn einmal das – besonders unter Antroposophen hartnäckig sich haltende Missverständnis des siderischen Tierkreises – überwunden wäre – wieder endlich dem heimatlichen Fixsternhimmel zuwenden, von dem, wie durch Verabredung, sich die Astrologie seit ihrer Wiedergeburt durch die neuen Planeten Uranus, Neptun, Pluto & Chiron zu Recht ein wenig abgewandt hat, weil das Individuum mit dem vorhandenen Werkzeug irritationsfrei beschrieben werden kann.

Zuwenden heißt aber zunächst auch: abwenden, begreifen, daß Regulus, der königliche, nicht mehr im Löwen läuft, sondern in der Jungfrau. Wenn frau/man das verstanden hat, löst sich das Mysterium der Tierkreisunsicherheit recht schnell.

Zuwenden bedeutet auch – und das ist wahrlich der härtere Brocken – daß die Wiedervereinigung von Astrologie und Astronomie – obwohl das zur Zeit aufgrund der Feindschaft, wenn nicht sogar des Hasses der scientistischen Fraktion der Realitätsverweigerer, kaum denkbar erscheint – dadurch kommen wird – daß beide einen Schritt zurücktreten, einen Irrtum erkennen, der für beide Disziplinen systemprägend ist in dem Sinne, daß entscheidende Faktoren des Lehrgebäudes von diesem Irrtum beeinflusst sind.

Hier würde es sich gut machen, wenn die Astrologie einen ersten Schritt machte: es geht um die sogenannte Präzession, das platonische Weltenjahr (ca 25800 Jahre) …

Die Versuchung, ein barockes Ordnungssystem in Perfektion zu entwerfen, nach dem einmal die Erde sich um sich selbst dreht – dann um die Sonne – und schließlich im Pendeln der Erdachse im Verhältnis zum gesamten All, ist aus dem Versuch entstanden, Sicherheit und Stabilität in unsere Existenz zu bringen – um so mehr, als daß sie ja durch Kopernikus und all den Folgeentwicklungen des technischen Auges ins All tief erschüttert wurde.

Dieses Ordnungssystem hat die Naturwissenschaft – damals noch im Gewandt des Astrologen/Astronomen Tycho Brahe – schlicht und ergreifend übernommen.

Doch es ist falsch. Für die Astrologie der Neuzeit ist das ein entscheidender Faktor. Man hatte schließlich schon die Atemzüge des Menschen ins Verhältnis zum Weltenjahr gesetzt. Für die Astronomie ist die Frage des Weltenjahrs nicht systementscheidend – ihr Waterloo wird die falsche Relativitätstheorie sein, von der sich – unbemerkt durch die Öffentlichkeit, führende Theoretiker der Physik gerade verabschieden:

Lee SmolinVor diesem Hintergrund wird es wieder richtig und logisch, warum die Astrologie sich ganz auf´s Individuum zurückgezogen hat, und die Fixsternspäre für ein paar Jahrhunderte vergessen hat: denn sich auf den Einzelnen, auf´s Individuum, auf den Menschen ganz zurückzuziehen, wie auch den Blick vom Himmel auf den Bildschirm zu richten, war weise, bevor der entscheidende Irrtum nicht erkannt war:

Daß eben die Präzession so nicht existiert.

Natürlich ist das auch für die Astronomie peinlich, aber nur insofern systemrelevant, als daß eine solche Peinlichkeit das ganze System einmal mehr fragwürdig macht.

Die größte Gefahr ist auch gar nicht dies, sondern eher die, daß wir in einer Zeit angelangt sein könnten, in der Wahrheitsfindung – verstreungsstarken Kräften geschuldet – grundsätzlich nicht mehr möglich ist: ein neuer Kopernikus könnte wohl kommen, aber er hätte keine Chance mehr, sich gegen die Science-Fiction Literatur von „Nature“ oder „Sience“ überhaupt Gehör zu verschaffen. Man könnte wohl die Wahrheit finden, sagen, aber sie hätte keinen Ort mehr, oder, wie Heidegger zu sagen fand: „Nur ein Gott kann uns noch retten“ – was im Sinn dasselbe ist (liebe Conny, Federhalter, Francis und Klaus …, und wer sonst noch sowas verstehen kann).

Es gibt natürlich diese Verschiebung des Frühlingspunktes, aber seine Ursache ist u. U. tatsächlich nicht die Präzession, sondern – und ich glaube, die Ägypter wußten das – eine andere Doppelstern-Drehung unserer Sonne um das Sirius-System. Und genau dort, kommen wir zum Punkt: steht der Mond zur Zeit, im Krebs, wo Sirius auch zu finden ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

5 Gedanken zu “Mond im Zeichen Krebs (bei Sirius) …

  1. Lieber Markus,

    in GA 323
    („Das Verhältnis der verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebiete zur Astronomie“)

    haben wir dies doch vor fast hundert Jahren schon ausführlichst erläutert.

    Wenn Du die GA komplett durchgelesen hast,
    wirst Du Dich wie ich in die ‚Cassini-Kurve‘ verlieben..

    Beste Grüße
    Mythopoet

      1. markustermin

        Vielen Dank, lieber Mythopoet, für das Einstellen dieser Vorträge, die ja gewiss hochinteressant sind. Sie geben aber tatsächlich das oben erwähnte Missverständnis in Bezug auf Astrologie/Astronomie gut wieder, und ebenso Steines Ringen um die Astrologie – zu der er in diesen Vorträgen – nicht anders, als irgendwelche Naturwissenschaftler – meint, man brauche im Grunde genommen auf sie nicht eingehen. Das ist aber unzutreffend, die heutige „psychologische“ Astrologie widerlegt ihn. Vielleicht resultiert der Grund hierfür in der Gedankenfehlentwicklung aus obern erwähntem Irrtum, dem auch Steiner – ohne sein Verdienst schmälern zu wollen – anhängt. Denn es macht schon einen Unterschied, ob wir das Weltenjahr beobachten, oder eine Rotation (nach Steiner als ganz andere Figur zu denken, gewiss … ) von Sirius und Sonne.

        Beste Grüße Dir auch!

        Markus

    1. markustermin

      Lieber Mythopoet,

      um Dich zu beschwichtigen: bewußt ist mir natürlich, daß gerade eine Kritik an einem konkreten Lehrinhalt Rudolf Steiners in der Regel als zwangsläufig unangemessen empfunden wird – und das ist auch angemessen gefühlt, und zwar deshalb, weil Steiner – wiewohl als Person und in seiner Lebensbettung abenteuerlich und skurril, wie auch die Fische-Geborenen Karl May, Wolfgang Döbereiner, Hans Wollschläger, Karl-Heinz Böhm, Jochim Fuchsberger, George Harrison (Frauen fallen mir auch ein!) und viele mehr, doch in seiner Lehre so unvergleichlich bereichernd ist, daß ein kleinlicher Kritikpunkt – ein Irrtum – schon rein innerlich von allen aufrecht empfindenden Lesern als alberner Affront empfunden wird, weil ja schließlich Dankbarkeit die einzig angemessene Haltung zum Werk des Meisters ist. Und so ist es auch, unter tausend Dingen ist mir besonders wertvoll die Übersetzung der alten Weisheiten in eine verständliche Sprache, seine Wirkung erstreckt sich über den ganzen Erdball. Neptun in den Fischen – jetzt, wie damals.

      Und dennoch, lieber Mythopoet, weiß jeder, der nicht im Bereich der Antroposophie als Gesellschaft tätig ist, daß ein Eingeständnis des ein oder anderen Irrtums Steiners der Erschließung des Ganzen nicht nur keinen Schaden kosten würde, sondern im Gegenteil für die, die wirklich wissen wollen, die Türen erst aufmacht. Er selbst lehnt, insbesondere auf die Antroposophie bezogen, jeglichen Dogmatismus ab (z.B. in den St. Galler Vorträgen 1918).

      Steiner ist aber jemand, über dessen „Größe“ man nicht sprechen kann – weil man dann sich anmaßen würde, „einzordnen“ – was immer an Eigenartigkeit im Leben Steiners vorkam – geht keinen was an – nur, vielleicht, einen befreundeten Astrologen, der bemerkt, daß die beiden Begleitfrauen der unendlichen Reisezeit und Dornach – aus dem Zeichen Fische ebenfalls kommen …

      Mir speziell erschließt sich auch Steiners Auskunft über die Salamander – das heißt, ich kann mir – selbst Fische, wie Du ja auch! – das Gegenwartstor dieser Wesen vorstellen – mit Hilfe von Wassermann – wo eben das Auftauchen eines solchen Wesens seit Alters her mit einem Geisttor einhergeht und wohl für die Spezies anlalog gelten kann. Ein anderes Tor öffnet der Skarabäus und wieder ein anderes das Pferd (Mars im Zeichen Schütze) …

      Über das, was Steiner sagt – bis auf sein Urteil zur Astrologie in GA 323 – gibt es nichts Unstimmiges zu vermerken – und zwar deshalb, weil Steiner ja immer von einem real existierenden Zauberland spricht.

      Daß nun diesem „Zauberland“ selbst noch „Irrtümer“ integriert sind, würde – die Mentalität der Zeitgenossen gerechnet – einfach zum Diskredit beitragen, der sich ohnehin schon stark, aber bislang weitgehend erfolglos abmüht.

      Hence, Dankbarkeit gegenüber dem Lehrer, Steiner, besteht darin, ihn zu hinterfragen. Sonst wäre ja seine Lehre nicht das Scharnier in die Freiheit …

      Als er das schreibt (Philosophie der Freiheit), war er, jeder merkt es – noch von Nietzsche geprägter Atheist, aber gerade sein Fertigdenken der moralischen nitzscheschen Indifferenz wurde für Steiner zur Begegnung mit Theus/Thea – und den Göttern … die er nur in Vielfalt denken mochte am Dreh- und Angelpunkt des Christus.

      Die BuddhistInnen nennen seinen Weg den „Diamantweg“ – also frei von Guru-Führung, ganz auf sich gestellt. Und sie wollen mit dieser Bezeichnung von ihm – dem Diamantweg, nicht von Steiner – abhalten. Diamanten sind scharf und hart und durchsichtig, wie Neptun manchmal als Muschel …

      Und wenn wir dann sagen würden: „Meister, wir haben nach Fehleinschätzungen und zeitgeistabhängigen Wahrheiten in dem, was Du uns gegeben hast, gesucht, und nichts gefunden …“, dann würde der Meister antworten: „Dann habt ihr mich nicht verstanden!“

      Love & respect

      Markus

      1. Christine

        Ein Genuss, die Klarheit der Worte –
        Meister verlangen nicht Kopien – Befreiung aller ist die Herzensangelegenheit –
        die Ermunterung zu suchen und erkennen was sie gefunden haben und leben.

        Danke

        Christine

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