Weltbild

Philosophie der Astrologie 9 Teil C

Liebe Leserinnen und Leser,

Bilder, eines aus der griechischen Antike, und eines aus der Steinzeit aus einer Erdhöhle in Kasachstan, die hier in der Reihe gezeigt wurden, sind diese beiden:

Ich gehe immer davon aus, daß unsere Vorfahren uns etwas sagen wollten mit ihren Darstellungen. Der Schlüssel für das Adler/Zeus-Bild, bzw. das Osiris/Zeus-Adlerbild war für mich die Erkenntnis, daß dieses Bild nicht eine Allegorie zwischen Adler und Mensch ist, sondern für den Menschenadler – eines der vier archetypischen Bilder, die der Prophet Ezechiel (Stier – Adler – Löwe – Mensch) steht.

Dem sitzt Zeus/Jupiter als gefesselter Gott – deswegen Osiris – gegenüber. Diese Allegorie wird aber erst verständlich, wenn man sie als ein ganzes Bild für die eigene Seele versteht – die Seele selbst ist gefesselter Gott und Adler!

Wichtig ist die Muschel, die doppelt zwischen Ornamentik und Zeichen auftaucht – das mag einerseits am Gebrauch der Schale für zu verspeisende Meeresfrüchte liegen, andererseits ein Hinweis auf die lebendige Rhythmik allen Geschehens sein.

Man stelle sich vor – Kindern und einfachen aliteraten Menschen waren diese mythologischen Entwürfe in alltäglicher ornamentaler Selbstverständlichkeit von Kindheit an optisch-historischer Leitfaden. Zusätzlich sind diese Bilder in einer Sprache formuliert, daß auch wir sie noch prinzipiell entziffern können.

Man stelle sich vor, wir selbst wollten übermitteln, noch in tausenden Jahren sei ein Ort oder zwei oder drei nicht zu betreten  – wie es ja traurige Realität ist. Wenn wir damit rechnen müssen, daß bis dahin jede narrative translative Struktur auf Buchstaben und Laut-Basis unverständlich geworden sein könnte?!

Wir würden Bilder malen, wie unsere Vorfahren!

Diesbezüglich bitte nochmal das zweite Bild betrachten. Es zeigt einen Menschen mit Tierschwanz, der verbunden ist mit einem Steinbock durch den Verlauf der Linie. Und der Kopf dieses Menschenwesens ist in Sternenspähren, die mit dem Augen-Doppelsystem sieben ergeben. Der Mensch ist nackt, und da wir seinen Penis sehen, handelt es sich um einen (unbeschnittenen) Mann. Es fällt nicht schwer, zu erkennen, daß dies ein Wesen zwischen Himmel und Erde ist. Und Zweck dieser in möglichst zeitlosen Stein geritzten Petroglyphe ist offensichtlich, die Zeit zu überdauern und von genau uns endlich gelesen und entziffert zu werden.

Die Botschaft ist also, daß durch den mit dem Steinbock verbundenen Menschen die Erkenntnis des Zusammenhangs von Mensch, Tier und Himmel in Form einer Erleuchtung der Doppelspähre, die durch die Comic-gleichen Doppelaugen, die sowohl nach innen, als auch zu uns nach außen schauen. Dieses  zwischen Himmel und Erde wurde absichtlich als ein Anblick von innen und außen zugleich dargestellt: „Seht her, – solches haben wir erfahren, wir sind Doppelwesen zwischen Himmel und Erde,“ sagt dieses Bild, „Beharrlichkeit des Bocks hat mich in himmlische Spähren gebracht – Liebe und Himmel sind gemeinsam.“

Das Bild ist ein zärtliches Steinbock-Erkenntnisbild. Und wenn wir darauf ein halbes Jahr meditieren würden, würden wir einen Eingang finden – durch das Bild – das von einem Hüter der Schwelle, Geißen und Böcken bewacht ist.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus