Weltbild

Was nützt Astrologie?

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Liebe Leserinnen und Leser,

viele halten die Astrologie für eine Art Vorhersagesystem der Zukunft. Sie gehen dabei davon aus, sie selbst wären still und statisch, während die äußere Wirklichkeit wie ein Film an ihnen vorüberzieht, und die Astrologie hätte nun die Möglichkeit, das Programm des Films bereits im voraus zu kennen und zu bestimmen.

In der Tat haben die AstrologInnen selbst wenig getan, um diesen Eindruck zu zerstreuen. Astrologen wie Tycho Brahe wurden für ihre Fähigkeit, eine gewisse Zukunft vorherzusehen, sogar verfolgt.

Allerdings ergibt sich die Vorhersage-Möglichkeit der Astrologie nur unter Ausschluss der Möglichkeit, das Schicksal selbst – in Freiheit – zu wenden. Menschen, die in ihrer Entwicklung und in den Möglichkeiten ihres Standes absolut determiniert sind, wie es Herzog Hans von Dänemark für Tycho Brahe (oder Wallenstein für Kepler) gewesen sein musste – treffen tatsächlich notwendig in einem bestimmten Alter auf eine bestimmte Konstellation, die sich dann aller Erfahrung gemäß so und nicht anders auswirkt.

Doch was ist diese deterministische Sicht auf die Welt und das Leben wert? Der Astrologe selbst kennt auch seine eigenen Konstellationen und findet, wenn er diese gründlich erforscht, entsprechende Auslösungen, die mit Sicherheit eintreten werden. Doch nun macht es einen Unterschied, ob diese Konstellationen einen ins Leben bewußtseinslos verstrickten Menschen antreffen, oder ob es ein Mensch ist, der im Rahmen seiner Möglichkeiten sein/ihr Seelenschiff bereits nach dem Wind ausgerichtet hat.

Und so ist ein vorhergesagtes Ereignis, welches nicht eintreffen wird, unter Umständen millionenfach wertvoller, wie eine Bestätigung der Vorhersagekraft der Astrologie, auf die merkwürdigerweise insbesondere Naturwissenschaftler so unglaublich geil sind – excuse mi language – weil sie vielleicht selbst ständig die absurdesten Vorhersagen machen („Die Sonne wird in soundsoviel Milliarden Jahren explodieren“ = scare the shit out of you …) und das dazugehörige – nennen wir es: passivistisches Weltbild – ihrer naiv realistischen Grundhaltung der totalen Isolation von Welt und Individuum entspricht.

potentielle Revolution Zukunft 06.03.2042 23:10 NBG

franz. Revolution 17.07.1789 13:30 Paris

Was für die persönliche Ebene gilt, gilt auch unbedingt für die allgemeine. Astrologie ist kein externes Werkzeug, mit dem unabhängig von uns selbst das Schicksal vermessen werden kann. Gewisse Anlagen sind freilich objektiv gegeben: jemand, dessen Haus 2 von Venus beherrscht ist, und der die Venus – sagen wir – in der Waage Spitze Haus 7 stehen hat, der wird zeitlebens wohlständiger sein, wie jemand, dessen Haus 2 von Merkur beherrscht ist, und dieser steht dann in Konjunktion zu Saturn – sagen wir mal – im Haus 11 im Wassermann.

Der erste wird prassen können, der zweite muss sich genügen. Und warum das so ist, läßt sich gar nicht anders erklären, wie durch Reinkarnation und Karma. Der erste hat sich in Vorexistenzen genügsamer verhalten, der zweite womöglich geprasst: und muß nun die Suppe auslöffeln, die er/sie selbst gekocht hat. Freiheit zu handeln besteht jedoch erst dann, wenn dies erkannt und akzeptiert ist, denn so wird der Genügsame reich in seiner Genügsamkeit und der Reiche in seiner Nimmersattheit bleibt u.U. ein Leben lang dennoch arm, weil ihm nichts genügt.

Und noch etwas kommt hinzu: derjenige mit Merkur Konjunktion Saturn in 11 kann sich nach dieser Stellung ausrichten, wenn er sie kennt, und eben dadurch aus seiner Schmalspurbahn trotzdem den maximierten Nutzen gewinnen. Der mit Venus als Herrin von Haus 2 in 7 natürlich auch und sowieso.

Daher macht die Astrologie den Unterschied – zwischen Blindflug im Gebirge und einem ganz guten Navigator – seit wir hier auf Erden gelandet sind.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus